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IrasCignavojo ...
WeltChronist und
Ex-ZSL

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...   Erstellt am 18.02.2009 - 03:54Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Wie funktioniert Kulturelle Hoheit beim Verlust von Territorien?

ChaireddinsGeist schrieb

    Möglicherweise meint Wolfgang, das dem ursprünglichen Schreiber/"Erfinder" einer Kultur ein gewisses Mitspracherecht bleibt, auch wenn er keine Kontrolle über das einmal beschriebene Gebiet mehr hat. Allerdings stellt sich hier die Frage, inwieweit der neue Besitzer/Eigentümer in seiner Freiheit beschränkt wird.
    Nun, Wolfgang wird sagen, der Neue müsse sich an die Vorgaben des Alten halten, aber er könne natürlich Neuerungen schildern.
    Beispiel:
    Der Spieler Eisi Gulp beschreibt die auf der Insel Laputa lebenden Nachfalter. Detailliert, womöglich sogar mit Zeichnungen.
    Der Spieler Bru Talo erobert die Insel Laputa und da er Nachfalter hasst, schildert er die (Neu)Einführung einer Nachfalterjägerkultur, die in 1-2 Jahren den gesamten Bestand an Nachfaltern ausrottet.
    Fazit: Eisi ist zu Tode betrübt, darf sich aber damit trösten, das er die Kulturhoheit hat(te) und Bru hat sein Ziel zweifach erreicht (er hat die Insel erobert und die Nachfalter ausgerottet).

    Gut, nich?

    Ja, ich kenne halt meinen Wolfgang.


Was der Geist hier beschreibt ist recht nah an meiner Spielleitungspraxis auf Karcanon. Der Vorteil dieses Modells ist, meiner Meinung nach, dass bestehende Kultur von einem neuen Herrscher nicht einfach mit einem Federstrich "ungültig" erklärt werden kann, auch wenn "wie im richtigen Leben" oder wie in Romanzyklen eine neue Herrschaft kulturelle Einflüsse schrittweise verdrängen kann.

Für das gegebene Beispiel würde natürlich nichts dagegen sprechen dass Eisi die Laputa-Falter auf anderen Inseln fortleben lässt, etwa weil sie über Schiffe weiter gekommen sind wie einst die Saurier von Jurassic Park. Ausserdem hat Eisi mit diesem Vorgehen immerhin etwa zwei Jahre Zeit um Laputa zurück zu erobern und die Nachtfalter in einer sicheren Reservation sich wieder vermehren zu lassen...





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ChaireddinsGeist 
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...   Erstellt am 18.02.2009 - 15:41Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ach, hierhin hast Du das Thema ausgelagert. Ich musste Stunden suchen, um es wiederzufinden.

Ich werde dazu noch Stellung nehmen. Aber das kann ich "auf Arbeit" nicht so, wie ich es vielleicht gern möchte. Vielleicht heute Nacht...





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Und das mit Recht, denn alles, was entsteht,
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Moccero ...
Sehr aktiver Myraner
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...   Erstellt am 19.02.2009 - 14:50Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Eine neue Zusatzregel? Au ja! Lasst uns debattieren!





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Ich setze mich halt gern in die Nesseln.

ChaireddinsGeist 
ExtremMyraner
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...   Erstellt am 19.02.2009 - 15:55Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Nun, also...

Beispiel 1:
Der Spieler Mos Zero ist von Eisi's Nachfalterkultur so begeistert, das er die possierlichen Tierchen auch gern hätte. Er kontaktiert also Eisi (via SL oder xxx) und teilt diesem seine Begeisterung mit. Und da er eine Stadt hat, die am selben Meer wie Laputa liegt, schlägt er vor, einige Nachfalter könnten schon vor Jahren, durch Handelsschiffe dorthin gekommen sein. Aufbauend auf den Schilderungen Eisi's erzählt Mos von den Bauern aus Stadt, die aus den Häuten der Nachfalter chique Mützen und andere Dinge des täglichen Gebrauchs herstellen. Die Nachfalter werden auch hier gejagt, aber in "normalen" Grenzen und nicht mit dem Plan sie auszurotten. Sowie von einem Totenkult, in dem die Nachfalter eine wesentliche Rolle spielen (und nicht! getötet werden).
Eisi ist über das Interesse an "seiner" Kultur begeistert (und auch geschmeichelt) und stimmt dieser Art der "Kulturweitergabe" zu. Der SL hat auch nichts dagegen und alle sind glücklich.

Beispiel 2:
Bru, der Eroberer von Laputa, ist nicht nur ein militärisch sehr aktiver Spieler, er schreibt auch gern und viel Kultur (Ähnlichkeiten zu lebenden Spielern sind reiner Zufall und nicht beabsichtigt). Deshalb schildert er nicht nur die Nachfalterjägerkultur auf Laputa, er geht noch weiter. Er beschreibt, das viele Nachfalter auf Laputa lebend gefangen werden und dann per Schiff und Karawane auf die Städte seines Reiches verteilt werden. Er beschreibt detailliert, und vielleicht auch mit Zeichnungen, sogenannte "Nachfalterfolterkammern" in denen die Nachfalter gezüchtet und grausam gefoltert werden. Er kreiirt gar eine neue Art der Nachtstundenzählung, die auf den Schreien extra gefolterter Nachfalter aufbaut. Und die den Bewohnern seiner Städte so die Nachtstunden anzeigt.
Als Eisi, von gewöhnlich gut unterrichteten SL auch Sensibelchen genannt, von der Pervertierung seiner Kultur hört, erleidet er einen Nervenzusammenbruch, rennt heulend zu seinem SL und fleht diesen an, den Mißbrauch "seiner" Kultur zu verbieten.
Mehr oder weniger betreten lächelnd, lehnt der SL dieses Ansinnen ab.
Eisi bricht völlig zusammen. Wirft den Bettel hin und schwört, den SL, den er für den Schuldigen an der Situation hält, nie mehr in seinem Leben sehen zu wollen.
Bru ist glücklich, denn er hat Eisi nicht nur Laputa, sondern, in einem gewissen Sinn, auch die Nachfalter genommen.
Der SL ist eigentlich auch irgendwie glücklich, weil er ein Fan der "Kulturweitergabe" ist, sich keine Vorwüfe zu machen braucht und Eisi sowieso nur nervt(e).
Eisi ist nicht glücklich.

[Dieser Beitrag wurde am 19.02.2009 - 16:03 von ChaireddinsGeist aktualisiert]





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ChaireddinsGeist 
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...   Erstellt am 19.02.2009 - 16:02Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Was sollen uns diese Beispiele sagen?

Sie sollen das Dilemma aufzeigen, den Schwachpunkt, in dem sich ein Spiel wie WdW befindet oder befinden kann.

Denn, wenn ich in meiner rationalen Phase bin (ja, das gibt es), dann kann ich durchaus die Standpunkte beider "Parteien" nachvollziehen.
Eisi hat etwas "schönes" erschaffen. Darauf ist er, zurecht, stolz.
Aber, nach der Eroberung durch Bru, hat er keine Kontrolle mehr darüber und muss sich damit abfinden, das andere Leute ganz andere Dinge aus seiner Kultur machen.
Oder, wenn er sich nicht damit abfinden kann, dann muss er das Spiel verlassen.

Oder was meint ihr?





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Larna 
Rätselmeister Myras 3.Grades
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...   Erstellt am 19.02.2009 - 17:35Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Wenn Bru Laputa erobert, so erobert er damit auch die Nachfalter. Was er mit denen dann macht, liegt ganz in seinem Ermessen*, es sei denn, Eisi kann glaubhaft machen, dass alle Nachfalter vor Bru von Laputa geflohen sind oder lieber Selbstmord begangen haben, als sich Brus Kultur zu unterwerfen.

*) natürlich im Rahmen der über die Nachfalter von Eisi beschriebenen Kultur. Was ich damit meine, ist dass Bru nicht einfach behaupten kann, Nachfalter wären grauhäutige feuerspuckende Riesenmonstren, wenn Eisi sie als sanftmütige buntschillernde Seidenschmetterlinge beschrieben hat. Es sei denn, Bru unterwirft die sanftmütigen buntschillernden Seidenschmetterlinge irgendwelchen abscheulichen alchemistischen Experimenten, die sie zu grauhäutigen feuerspuckenden Riesenmonstern machen.




Larna 
Rätselmeister Myras 3.Grades
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...   Erstellt am 19.02.2009 - 17:39Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Natürlich könnte Eisi Brus Vergewaltigung seiner Nachfalter auch zum Anlass nehmen, fortan sein Reich oder seine REP Brus Reich oder REP mit erbittertem Hass verfolgen und nicht eher ruhen zu lassen, als bis der gerechten Rache für die Nachfalter hinlänglich Genüge getan ist...




Moccero ...
Sehr aktiver Myraner
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...   Erstellt am 22.02.2009 - 21:24Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Mich führen die Beispiele zum Schluss, dass die Verantwortung eines Spielers für die von ihm geschaffene Kultur erst dann aufhört, wenn er sie explizit aufgibt und ihr abschwört.

Im Umkehrschluss müßte das heißen, dass eine Eroberung zwar die Gebietshoheit - und mit ihr auch die Hoheit über kulturelle Entwicklungen - ändert, aber nicht die Alleinherrschaft über bereits existierende Kultur einbringt. Der ursprüngliche Kulturschreiber kann (und soll?) seine Kultur weiter pflegen - ihm fehlen dabei aber Informationen aus dem verlorenen Gebiet, die nicht öffentlich gemacht oder ihm über Spione (oder NSCs) zugänglich sind.

Endemische Arten wie die Nachfalter stellen dabei natürlich eine besondere Schwierigkeit dar. Wenn der Eroberer die Kontrolle über die einzigen Bestände hat, kann er sie natürlich auszurotten versuchen oder sonstwie "vergewaltigen", genauso wie er architektonische Glanzleistungen seiner Vorgänger einfach schleifen kann - falls nicht rechtzeitig Eigenschaften der Nachfalter entdeckt (beschrieben) werden, die erst durch die Verfolgung zum Vorschein kommen und ihnen helfen, sich ihren Verfolgern zu entziehen. Da könnte sich dann durchaus ein Kultur-Kampf zwischen Ex-Herrscher und Eroberer entwickeln...





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ChaireddinsGeist 
ExtremMyraner
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...   Erstellt am 23.02.2009 - 15:44Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Danke für jede Beteiligung.

Würde mich freuen, wenn von Lacrima auch noch ein Beitrag käme. Seine Meinung ist durchaus nicht nur gefragt, sondern auch geschätzt.





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...   Erstellt am 24.02.2009 - 18:08Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Statt der Nachtfalter könnte man in Beispiel 2 natürlich auch ein regionales Minderheitenvolk in kleiner Zahl, vielleicht weniger als 100, 200 Wesen, nehmen, auf einer von einem Invasor eroberten Insel. Oder von Eisi geschaffene NSCs die in die Hände von Bru fallen...

...schwierig.

Bei REPs würde ich übrigens die Kulturhoheit jetzt tatsächlich solange bespielt beim Spieler lassen, ähnlich vielleicht wie bei den Regel des Geschichtenprojekts. KEIN Töten, verstümmeln oder durch Lächerlichkeit unbrauchbar machen. Kein Ende wie bei den ANTI-Kriegen, speziell bei der Vernichtung der ANTI-Ysatinga, dh der CONTRA.

...was mich darauf bringt dass Bru's Schwester eine gut beschriebene von ihrem Bruder eroberte Stadt nehmen und darüber neue Geschichten machen könnte, die aus einer schönen eine hässliche oder schlimmer vielleicht eine lächerliche, blöde Stadt machen würde... hmm... Wie sollte der SL damit umgehen wenn Eisi darüber klagt?





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