wortundbild unregistriert
| Erstellt am 07.04.2008 - 22:10 |  |
In unserem Bemühen, täglich kulinarische Kreativität mit der Vielfalt und Frische der Natur in Harmonie zu bringen, möchten wir uns zum Wohl unserer Gäste soweit wie möglich von jeder Überflüssigkeit entfernen.
Denn eine modische Maskerade ist nie ein Zeichen von Tischkultur.
(gefunden auf einer Speisekarte in einem Juister Restaurant)
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Romi 

Status: Offline Registriert seit: 31.07.2007 Beiträge: 2176 Nachricht senden | Erstellt am 07.04.2008 - 22:31 |  |
Bei dieser Kreativität fällt mir doch spontan die
Szene aus Ödipussi ein....
Auszug:
Margarethe ist bedient, und als der geizig erzogene
Paul ihr das Pensiönchen zeigen will, das er für die
Übernachtung auserkoren hat, tut sie so,als verstehe
sie ihn falsch und kriegt es hin, dass die statt-
dessen ein Zimmer im teuersten Hotel der Gegend mieten.
Natürlich bringt sie ihn auch dazu, dass das
Abendessen nicht, wie er vorschlug, "Ganz gemütlich
drüben in der Pizzeria" eingenommen wird, sondern
im Hotelrestaurant. Die Preise hier können sich
sehen lassen, die Portionen eher nicht. Vielleicht
habt Ihr mal erlebt, dass Ihr mit Leuten essen ward,
und jemand hat angesichts vergleichbarer Bedingungen
gesagt: "Das sieht sehr übersichtlich aus!", als das Essen kam.

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HollyvanMekeren

Status: Offline Registriert seit: 28.05.2007 Beiträge: 116 Nachricht senden | Erstellt am 28.07.2009 - 12:47 |  |
Kulinarische Kreativität ?
Auszug aus einer Speisekarte -
Bratkartoffeln »ganz ordentlich«
oder
Blumenkohl »geht so«,
was mich übrigens wegen seines sympathischen Understatements sehr zur Bestellung reizen würde.
Kir Royal zum Auftakt
»zum Auftakt«: bitte keine musikalischen Metaphern
Hasenrücken » Vivaldi«
dieser Komponist stammt aus einer Zeit, wo das Essen für die Musen absolut noch kein Gegenstand war.
Dialog von Norweger Fjordsalm und Zanderfilet.
Darf man da überhaupt stören? Man knabbert doch nicht distinguierte Herren an, die in einem diplomatischen Gespräch begriffen sind!
Oder sagen wir so: Narziss beim Selbstgespräch stört man nicht.
Köche, Wirte, Speisekartenschreiber überlasst das Dichten und die Poesie denen, die etwas davon verstehen und nennt die Speisen beim Namen.
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