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...   Erstellt am 18.02.2011 - 21:46Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen





Wir drücken den Familien der gefallenen Soldaten unser tieftes Mitgefühl und Beileid aus.




AUFRUF!!

Offener Brief der Allianz für soziale Gerechtigkeit e.V., deutsche Soldaten raus aus Afghanistan, bitte unbedingt teilnehmen! Danke


Antwort der CDU/CSU Fraktion zum Thema Afghanistan, 6 Seiten als PDF: Seite 1, Seite 2, Seite 3, Seite 4, Seite 5, Seite 6.
Wir bedanken uns bei allen, die uns durch Ihren Post, Ihre Mail´s und per Fax unterstützt haben!


Kriegseinsatz in Afghanistan

An Herrn Bundespräsidenten Wulff, Herrn Bundestagspräsident Lammert, Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel, an alle Verantwortlichen der Bundestagsfraktionen, an alle gewählten Volksvertreter!

Wieder einmal müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass drei deutsche Soldaten gefallen sind und sechs weitere zum Teil schwer verletzt wurden.

Die Bevölkerung ist außer sich; wann endlich wird öffentlich eingestanden, dass es sich in Afghanistan um einen Krieg handelt? Wir haben die Umschreibungen für das Szenario, das sich dort abspielt, endgültig satt!!

Wieder werden Minister des Bundes, Landesminister usw. medienwirksam an den Trauerfeiern teilnehmen und den Angehörigen mit ihr herzliches Beileid ausdrücken. Wieder wird der Einsatz als Notwendigkeit zur Sicherung des Friedens deklariert und den Soldaten für ihren tapferen Einsatz gedankt werden.

48 getötete deutsche Soldaten, für die alle die Verantwortung tragen, welche den Mandaten zugestimmt haben. Wie kann man damit leben und den Hinterbliebenen in die Augen sehen?

Der Einsatz in Afghanistan ist vollkommen überflüssig und absurd! Sie haben keinen Rückhalt in der Bevölkerung!!

Wir erinnern an dieser Stelle an die Soldaten, die verletzt wurden, evtl. sogar mit bleibenden körperlichen und psychischen Schäden!

Dreiviertel der deutschen Bevölkerung sieht nicht ein, wieso die BRD in Afghanistan verteidigt werden muss. Es besteht und bestand nicht der geringste Anlass!! Nie wieder sollte ein deutscher Soldat seinen Fuß auf fremdes Gebiet setzen!!

Wann endlich richten sich die Volksvertreter nach dem Willen der Bevölkerung? Diese Politik ist selbstherrlich, arrogant und handelt in vielen Fällen gegen den Willen der Bürgerinnen und Bürger.

Wir fordern unmissverständlich: Deutsche Soldaten sofort raus aus Afghanistan!!

Es soll kein deutscher Soldat mehr für wirtschaftliche oder parteipolitische Interessen geopfert werden!

Wir erwarten eine Rückantwort, welche wir veröffentlichen werden.

Offener Brief der Allianz für soziale Gerechtigkeit e.V.

Der Vorstand



Nehmen Sie bitte an der Aktion teil, unterstützen Sie uns, denn nur so können wir uns bei der Politik Gehör verschaffen!! Wir bieten zwei Arten des elektronischen Versands und haben die wichtigsten Anschriften für Sie vorbereitet:


Zum Faxversand das PDF auf ihren PC speichern und von dort aus an die genannten Fax- bzw. Mailanschriften versenden.


Anmerkung: Wir bieten lediglich ein paar Anschriften zur Erleichterung an. Selbstverständlich können Sie den Brief auch an Presse, Landtage usw. senden. Vielen Dank!

PDF per Fax:

Über die Software kostenlos und unkompliziert. Option "Dokument hochladen" benutzen und das gespeicherte PDF anhängen. Beim Faxversand bitte darauf achten, dass das Land ausgewählt ist, die +49 bleibt stehen und in das folgende Feld die komplette Telefonnummer ohne anfängliche "0" und Leerzeichen eingeben.

Per Mail:

Die Mailanschriften weiter unten aussuchen, anklicken, den Text kopieren und in die Mail einfügen, bzw. per PDF (s.o.) als Anhang versenden.

Mailanschriften:

Bundespräsident: bundespraesident@bpra.bund.de
Bundespräsident Wulff
Fax: 03020001999

Bundestagspräsident: mail@bundestag.de
Bundestagspräsident Lammert
Fax: 03022736979

Bundeskanzlerin: internetpost@bundeskanzlerin.de
Bundeskanzlerin
Fax: 03018102720

FDP: pressestelle@fdp-bundestag.de
FDP
Fax: 03022756778

SPD: parteivorstand@spd.de
SPD
Fax: 03022756085

Die Linke: FRAKTION@LINKSFRAKTION.DE
Die Linke
Fax: 03022776248

Die Grünen: info@gruene.de
Die Grünen
Fax: 03022756552

CDU: info@cdu.de
CDU
Fax: 03022756061



Für Outlook, Outlook Express (Bundespräsident, Bundestagspräsident, Bundeskanzlerin, FDP, SPD, Die Linke, Die Grünen, CDU)

Sie können auch die nachfolgenden Adressen komplett in die Adressleiste Ihres Mailprogrammes kopieren:

internetpost@bundeskanzlerin.de; bundespraesident@bpra.bund.de; mail@bundestag.de; pressestelle@fdp-bundestag.de; parteivorstand@spd.de; fraktion@linksfraktion.de; info@gruene.de; info@cdu.de




© Kopieren und Versenden erlaubt, Einstellung in andere Foren nur mit Quellenangabe.

[Dieser Beitrag wurde am 18.03.2011 - 11:23 von Panthcop aktualisiert]





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...   Erstellt am 19.02.2011 - 02:08Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen



Nach dem Überfall, bei dem bisher drei Soldaten gefallen sind, ereignete sich anschließend ein weiter Überfall:

Bilanz des 18. Februar 2011: 3 Gefallene, 10 Verwundete, davon 2 in Lebensgefahr, und 1 in Brand geschossener Schützenpanzer MARDER in Afghanistan

Das Einsatzführungskommando der Bundeswehr (EinsFüKdoBw) meldet:

Afghanistan: Deutsche Patrouille nahe Kundus beschossen
Berlin/Kundus, 18.02.2011, Einstellzeit: 22.45 Uhr.

Am 18. Februar wurde um 17.43 Uhr mitteleuropäischer Zeit (21.13 Uhr Ortszeit) eine deutsche Patrouille circa acht Kilometer nordwestlich des Regionalen Wiederaufbauteams (PRT) Kundus mit Hand- und Panzerabwehrwaffen beschossen. Dabei wurden vier deutsche Soldaten verwundet, einer mittelschwer und drei leicht.

Sie befinden sich in sanitätsdienstlicher Behandlung. Lebensgefahr besteht nicht.

Der Schützenpanzer Marder wurde durch einen Panzerabwehrhandwaffen-Treffer in Brand geschossen und fiel aus, wurde inzwischen aber geborgen.

Die Verwundeten waren selbstständig in der Lage, ihre Angehörigen zu informieren.

Stand: 22.35 Uhr (Zitatende)


Quelle





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...   Erstellt am 22.02.2011 - 14:39Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


48 tote deutsche Soldaten

Heute wird entschieden, wo die Trauerfeiern stattfinden, seit dem Anschlag am 18.02.2011 liegen immer noch 2 Soldaten im Koma.

Dieter Deiseroth, Richter am Bundesverwaltungsgericht. Er ist Experte für Verfassungs-, Verwaltungs- und Völkerrecht:

Lesen Sie selbst!

Der Schlusssatz (Zitat):

„Fest steht jedoch eines: Um eine "Verteidigung" der Bundesrepublik Deutschland am Hindukusch geht es dabei, allen anderslautenden Behauptungen zum Trotz, jedenfalls nicht. Eine grundlegende politische Neubewertung der andauernden ausländischen Militärintervention(en) in Afghanistan ist überfällig.“

Helfen Sie mit, unterstützen Sie uns, damit dieser sinnlose "humanitäre" Einsatz so schnell als möglich beendet wird > nämlich SOFORT, bevor noch weitere Soldaten wegen eines Mandates ihr Leben lassen müssen!





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...   Erstellt am 26.02.2011 - 00:40Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen



Der humanitäre Einsatz:

Anzahl gefallener oder verunglückter Soldaten von westlichen Staaten, die an der Operation Enduring Freedom beteiligt sind, von 2001 bis 2011

Stand 21.02.2011

Ist die Bundeswehr Ihrer Ansicht nach in Afghanistan im Kriegseinsatz, oder handelt es sich um einen humanitären Einsatz?

21.10.2008 bis 22.10.2008

Mich würde eine aktuelle Erhebung interessieren!





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...   Erstellt am 07.03.2011 - 19:12Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen



Afghanistan - ein Trauerspiel


Mit harten Worten kritisierte der ehemalige Bundeswehrarzt und Afghanistan-Kenner Dr. Reinhard Erös den Einsatz deutscher Truppen in Afghanistan bei einem Vortrag in der Evangelischen Akademie Bad Boll.

"Man muss kein Pazifist sein, um gegen diesen Krieg in Afghanistan zu sein. Das Ganze ist ein Trauerspiel." Vor rund 150 Zuhörern warf Erös der Bundesregierung eine fehlende Strategie vor und bemängelte, es gebe werde in Politik noch in den Medien eine ehrliche Debatte über Ziele und Erfolgsaussichten der Mission.

Erös hat als Bundeswehrarzt Auslandseinsätze miterlebt. Unter anderem war er als Kommandeur eines Sanitätsbataillons Anfang der 90er Jahre in Kambodscha. Seit Mitte der 80er Jahre engagiert er sich privat für Menschen in Afghanistan. Bis 1990 lebte er mehrere Jahre mit seiner Familie im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan, um von dort aus Hilfsprojekte in Ost-Afghanistan zu initiieren. Gemeinsam mit seiner Ehefrau und den fünf Kindern gründete Erös 1998 die "Kinderhilfe Afghanistan". Mit Spendengeldern baut und betreibt der Verein Schulen, Gesundheitszentren und leistet medizinische Versorgung im Osten des Landes. Dabei setzt Erös auf seine 2000 einheimischen Mitarbeiter.

Seine Sorge gilt mit Blick auf den Nato-Einsatz der Zivilbevölkerung. "Jede Woche sterben bei Kämpfen zwischen Nato-Truppen und Taliban Frauen und Kinder. Mittlerweile ist das in Deutschland kaum noch eine Schlagzeile wert", klagte der Oberstarzt a.D. "Aber wir sind doch nicht in Afghanistan, um das Land zu erobern, sondern um es wiederaufzubauen - so lautet doch die Begründung der Politik". Doch zum Wiederaufbau eines Landes sei ein Militäreinsatz das falsche Mittel. Nach dem 11. September 2001 habe Afghanistan nur als Prügelknabe der Weltgemeinschaft gedient. Andere Staaten böten Terroristen ebenfalls Schutz, träten die Menschenrechte mit Füßen.

Die Chance, Afghanistan zu einem stabilen Staat zu machen, sah Erös nach dem Abzug der Sowjettruppen, die das Land von 1979 bis 1989 besetzt hielten. Die überwiegende Mehrheit der afghanischen Muslime sei tolerant und keineswegs fundamentalistisch. Doch der Westen habe verpasst, diese Kräfte nach dem Abzug der Sowjets zu stärken. Während des Krieges mit der UdSSR unterstützten vor allem die USA, aber auch andere Nato-Staaten die muslimischen Widerstandskämpfer, doch nach dem Zusammenbruch der UdSSR versiegten die Geldströme. "Wir haben Afghanistan fallen gelassen wie eine heiße Kartoffel", meint Erös.

Für diese Versäumnisse zahlt der Westen seiner Einschätzung nach nun die Zeche - und zwar auf Kosten der Soldaten, die in Afghanistan kämpfen. Mittlerweile sei die Mehrheit der Deutsche gegen den Einsatz - eine zusätzliche Belastung für die Bundeswehrtruppen. Erös: "Was meinen Sie, wie sich ein Soldat fühlt, der weiß: Zuhause glaubt kein Mensch an den Erfolg dieser Mission."

Seine Einschätzung: Die 2001 ausgegebenen Ziele werde man nicht erreichen, auch nicht mit noch mehr Truppen. "Die führenden Köpfe von Taliban und Al-Qaida sind weiter auf freiem Fuß. Und die humanitäre Lage im Land hat sich eher verschlechtert". Nach UN-Zahlen sterben 257 von 10 000 Kindern vor dem fünften Lebensjahr. Die deutsche Öffentlichkeit werde mit Durchhalteparolen vertröstet. Politik und Medien stellten die Situation unzureichend dar. Mittlerweile seien 49 deutsche Soldaten in Afghanistan gestorben, dazu tausende afghanischer Zivilisten.


Quelle





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...   Erstellt am 10.03.2011 - 16:05Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen



Foto: AFP
Ein US-amerikanischer Soldat in Afghanistan


Nato blockte afghanische Beteiligungs-Pläne ab


Geheimdepeschen zeigen, dass der Westen eine Forderung der Afghanen nach Mitsprache um jeden Preis vermeiden wollte.

Die Nato ließ eine afghanische Initiative für eine größere Beteiligung der Behörden an militärischen und zivilen Entscheidungen ins Leere laufen. Das geht aus geheimen Botschaftsdokumenten der amerikanischen Vertretung in Kabul hervor.

Foto: AFP Ein US-amerikanischer Soldat in Afghanistan

Die Afghanen waren vorgeprescht, um das Problem der zivilen Opfer im Krieg gegen die Taliban in den Griff zu bekommen. Zu Hunderten starben Dorfbewohner in den vergangenen Jahren bei fehlgeschlagenen Angriffen. Ein weiterer Dorn im Auge war den Afghanen, dass die Truppen der Nato und der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan (Isaf) Verdächtige bis zu 96 Stunden ohne Begründung oder Anhörung festhalten und Privathäuser durchsuchen dürfen - Letzteres passiert oft mitten in der Nacht.

Präsident Hamid Karsai begann seit dem Sommer 2008, gegen diese Praxis anzukämpfen. Dabei verschärfte er bei seinen Treffen mit den Alliierten nach und nach den Ton. In einem Gespräch mit dem damaligen Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer sagte Karsai: "Die zivilen Opfer sind inakzeptabel und für das afghanische Volk unverständlich." Die Afghanen würden sich fragen, ob der "Krieg gegen den Terrorismus oder gegen sie" geführt werde.

Der Plan war ein neuer Militärvertrag
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Vor dem Hintergrund dieser Auseinandersetzung entwickelten Karsai und seine Regierung im Januar 2009 einen neuen Militärvertrag zwischen der Nato und Afghanistan. Das Ziel war, den Afghanen bei den militärischen Operationen mehr Kontrolle zuzusichern, um die Zivilbevölkerung so gut es geht aus dem Kriegsgeschehen herauszuhalten. Doch daraus wurde nichts, was der frühere UN-Spezialgesandte in Afghanistan, Kai Eide, heute bedauert: "Ich habe Karsai in seinem Versuch, eine Abmachung mit der Nato zu erzielen, unterstützt", sagt Eide. "Und ich meine, dass es ein Fehler war, dass die Nato nicht Ja gesagt hat."

Die westlichen Medien berichteten kaum über den Vorstoß der afghanischen Regierung, der den Rahmen für die Nato-geführte Isaf-Mission in Afghanistan bildet. Das sogenannte Militär-Technische Abkommen (MTA) wurde 2002 zum ersten Mal unterzeichnet. Damals verhandelte noch eine provisorische Übergangsregierung in dem von den Taliban zerstörten Land. Das Abkommen gibt der Isaf bis heute volle Kontrolle über alle militärischen Operationen samt einer Immunität für alle internationalen Streitkräfte. Diese Carte blanche wollten die Afghanen mit einer revidierten Absprache kassieren.

In einem Brief an die Nato schrieb Verteidigungsminister Abdul Rahim Wardak, dass eine neue Absprache "uns allen mehr Erfolg im Kampf gegen den Terror sichern und verhindern wird, dass der Feind bestimmte Situationen ausnützt und uns beide beschädigt". Damit spielte er auf die zivilen Opfer an, die von den Taliban propagandistisch ausgeschlachtet wurden. Die Regierung kritisierte gegenüber Isaf und Nato auch, dass große Teile des bestehenden Vertrages zu umfassenden Steuerausfällen führten. So steht es in einer Depesche vom 14. Januar 2009, die von Kabul nach Washington geschickt wurde. Eine ähnliche Note war bereits einen Monat zuvor an die Amerikaner gegangen.

"Nicht einfach Nein sagen"

Die geheimen Nato-Dokumente, die "Welt Online" in einer Absprache mit der norwegischen Zeitung "Aftenposten" einsehen konnte, zeigen, wie die Nato den Vorstoß ins Leere laufen ließ. Der zivile Nato-Repräsentant, Botschafter Fernando Gentilini, traf sofort seinen amerikanischen Kollegen, Botschafter William Wood in Kabul, um den Brief zu besprechen. In der geheim gehaltenen Unterredung bat Wood die Nato, sich still zu verhalten, unterstrich die vielen sensiblen Bereiche und schlug vor, dass der "Nato-Generalsekretär den Brief zu diesem Zeitpunkt weder in Umlauf" gebe noch ihn "auf offiziellen Treffen" diskutiere. Gentilini sagte, es sei "besonders wichtig, den Afghanen nicht einfach Nein zu sagen, sich aber auch nicht zu schnell zu bewegen".

Als der afghanische Vorschlag ein paar Wochen später im Nato-Rat vorgestellt wurde, sagte Gentilini, er enthalte "einige ziemlich problematische Elemente". Norwegen, Deutschland, Italien, Großbritannien und Portugal wünschten jedoch eine vorsichtige, aber schnelle Antwort zu geben, da dies auch für die Isaf politisch nützlich sei. Daraufhin wurde das Vorhaben ad acta gelegt.

Für eine ablehnende Haltung gab es allerdings auch gute Gründe. Präsident Karsai hatte es mit Wahlen, die die Alliierten seit Monaten anmahnten, überhaupt nicht eilig. Regierung und Verwaltung galten überdies als durch und durch korrupt und ineffizient.

Einige Zugeständnisse

Auf der Sitzung am 13. Mai fragte der norwegische Nato-Botschafter nach, ob der MTA-Vorschlag nun weiter diskutiert werden solle. Der Generalsekretär teilte mit, die Afghanen würden "keinen Druck ausüben". Außerdem müsste jedes Vorgehen mit den USA besprochen werden. Die Nato könne sich nicht vor die USA stellen. Der US-Vertreter im Rat, Botschafter Kurt Volker, äußerte sich zurückhaltend. Der Wunsch der afghanischen Regierung nach voller Souveränität und Kontrolle müsse mit größter Vorsicht gehandhabt werden, um den "Schutz der Truppen vor Gerichten und Haftung zu gewährleisten".

Auch wenn die Nato das Abkommen hintertrieben hatte, machte sie der afghanischen Regierung einige Zugeständnisse und gewährte ihr mehr Teilhabe und Information. Im November 2009 kündigte der neue Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen an, den Sicherheitsbehörden im Land mehr Verantwortung zu übergeben. Dafür müsste Kabul aber zunächst mehr Nato-Sicherheitskräfte ins Land lassen - was die Afghanen stets kritisch sahen. Denn die neuen afghanischen Polizisten und Soldaten mussten erst ausgebildet werden.


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Durchs Rost gefallen


Ein Elitesoldat wird in Afghanistan verletzt und als „vorübergehend dienstunfähig“ aus der Bundeswehr entlassen. Inzwischen lebt er von Hartz IV und manchmal auch im Wald. Wen kümmert's?

Daniel L. sieht einen grellen Lichtblitz. Die Explosion, die ihm beide Trommelfelle zerreißt, hört er nicht mehr. Er spürt einen stumpfen Aufschlag auf der Brust, fliegt acht Meter weit durch die Luft, schlägt mit dem Kopf auf einem Stein auf, und das erste, was er denkt, ist: „Glück gehabt. Um ein Haar wäre ich zu Staub geworden.“ Er rappelt sich auf, prüft, ob ihm nicht ein Bein oder Arm fehlt. Neben ihm liegt ein Soldat mit verkohltem Gesicht. Das Auge hängt heraus und wird nur noch vom Sehnerv gehalten. Daniel L. kann nicht mehr erkennen, welcher von seinen Kameraden es ist. Er versucht, dessen Blutung zu stoppen, und sagt immer wieder: „Halt durch, morgen bist du bei deiner Familie“. Nur in diesen Momenten unterbricht der Schwerverletzte sein Stöhnen, die Worte scheinen in sein Bewusstsein durchzudringen. Hinter dem Verwundeten liegt ein weiterer Mann, der zu Daniel L. herüberschaut und immer wieder zu schreien versucht. Einige der Metallwürfel, die bei der Explosion freigesetzt wurden, haben seinen Unterkiefer durchschlagen, andere sein Knie. Daniels eigenes Gesicht ist übersät mit dunkelroten und schwarzen Stellen. Es sind Fleisch und Knochensplitter des Soldaten, der durch die Explosion direkt gegen seine Brust geschleudert wurde.

Daniel L. ist einer der deutschen Fallschirmjäger, die die Explosion bei der missglückten Entschärfung zweier russischer SA-3-Raketen am 6. März 2002 in Kabul überlebt haben. Fünf seiner Kameraden starben: Zwei deutsche und drei dänische Soldaten – unter ihnen der Mann, der direkt vor Daniel L. stand und ihm dadurch das Leben gerettet hat. „Er war erst Anfang zwanzig, hatte noch ein ganz kindliches Gesicht und zwei kleine Kinder zu Hause, vier Monate alt das eine und knapp über ein Jahr das andere“, erinnert sich Daniel L.. Er macht viele Pausen beim Sprechen – als taste er sich in vermintem Gelände voran. Ende dreißig ist er, ein großer, schlanker, dunkelhaariger Mann, der höflich, zurückhaltend und bescheiden auftritt. Man sieht ihm nicht an, was er durchgemacht hat. Aber man merkt es ihm an. Auch er selbst spürt es. Ihm ist schwindlig beim Reden, er hat ein Gefühl wie Gänsehaut auf dem Körper und eine große Anspannung in sich. Er sagt: „Ich komm‘ da nicht raus aus der Schleife. Es ist keine Vergangenheit, es ist immer noch da. Mein Gehirn hat die Szene falsch abgelegt. Immer wenn ich es erzähle, ist es so, als würde es mir wieder passieren. Dann ist das Bild meiner verletzten Kameraden, ihr Schreien, Wimmern und Stöhnen wieder da.“


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