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<Waldersee>
unregistriert

...   Erstellt am 20.10.2012 - 15:11Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


’’We love you!’’
Ein einzelner Ruf in einem kurzen Moment der Pause im Applaus. Verhalten, aber doch ein Ruf. Solche plumpen Worte sind eigentlich nicht zum Aushalten bei all den schrecklichen, den abgegriffenen Hollywood-Plattitüden.
Anders war es am 18. Oktober in Hamburg. Diese Worte trafen nicht nur die Künstlerin ins Herz, wie man sehen konnte. So lange begleitet sie uns nun schon, und dieser Abend war vielleicht das Schönste, was mancher und manche aus dem Publikum mit ihr erleben durften. Und wie gerne hätte man sich eingereiht in etliche Liebeserklärungen, die man ihr insgeheim angesichts ihres verzaubernden Gesangs schon immer gegeben hat.
Esther Ofarim hat wieder alles gegeben und noch viel mehr. Nicht nur, dass ihre Stimme – ein Freund verglich sie einmal mit dem Duft von Akazienblüten – aufs Neu so klar wie eh und je klingt, sie verfügt inzwischen über eine Technik zwischen Brust- und Kopfregister, die sie wie einen Vogel über alle Herausforderungen hinwegträgt. Mitunter bekam man Herzklopfen – vor Ergriffenheit, vom Angerührtsein, von Erinnerungen, nicht zuletzt auch von ihrer schönen Erscheinung.
,Lay La’ – das Lied von der Nacht, das man zwar nicht versteht, was einem aber so vertraut ist, das man mitsingen kann, und das so viele Erinnerungen weckt. ’My Fisherman’ ... und mit diesem Lied hat so mancher sie kennen gelernt – interpretiert wie immer schon und doch so anders und so aktuell, die old grey goose, die on the wing ist. What will the new year bring ... Anrührend das altbewährte Lied ,Me emek ve give’a’ in hebräischer Sprache, das man mit ihr mitsingen möchte, das man tanzen möchte. Beim Lied Yoni Rechters ,Ten li Ad’ bekommt man einen Kloß im Hals, und im ,Neulay’ macht es Spaß, wenn es gleich zweimal heißt: Huh, hier zieht’s.
Wie sie da so zierlich in ihrem obligaten Hosenanzug steht, sich selber wirklich über das Publikum zu freuen scheint, das sie voller Wonne und in Erwartung anleuchtet! Die schönen Hände zu untermalenden Gesten bereit, strahlt sie uns an, verneigt sich, nicht zuletzt vor den sie begleitenden Künstlern.
Die Künstler ... Michael Paweletz (Geige), Micha Kaplan (Kontrabass) , Bernard Fichtner (Gitarre) und Yoni Rechter (Klavier) – man möchte sie alle wie Esther Ofarim selbst beglückwünschen, dass sie einander gefunden haben um miteinander zu musizieren. Solche Harmonie hat Mann/hat Frau selten erlebt. Das Folkloristische kommt nie zu kurz, Einflechtungen großartigster Untermalungen mit Elementen von hoch professionellem Jazz in Kombination mit irischen, nahöstlichen Elementen, fantasievollen Nuancen von Blues, Schlager oder Evergreen. Am Herausragendsten die Klaviereinlage von Yoni Rechter bei dem hebräischen ,Neula hidalti’ oder die Doppelgriffe im ,Lagan Love’ von Michael Paweletz. Selbst bei dem im Moritatenlied-Stil komponierten Gedicht von Heinrich Heine schafften die Künstler einen musikalischen Zauber: Das vorbeirollende Leben erscheint in seiner Gesamtheit dank ihrer Kreativität mal versonnen, dann wie ein Schwindel erregendes Karussell, bei dem man meint, aus der Bahn zu fliegen und ausklingend in einer beschaulichen, wehmütigen Andacht. Schluss. Esther Ofarim lächelt weise ins Publikum und verneigt sich fast achselzuckend, hinnehmend und nicht ohne Verschmitztheit. Verschmitzt, nicht neckisch.
Yoni Rechter schien den Abend zu genießen wie alle anderen auch. Ein hervorragender Komponist und Solist, der eine hinreißende Einlage gab, als die Sängerin eine kleine Pause machte: ’’Drunk’’, ein hebräisches Lied, geprägt von Schwung, Humor und – zum hundertsten Mal – von außerordentlicher Musikalität. Er schien überhaupt über allem zu wachen mit einem Ausdruck von bestechender Güte und von Wohlwollen.
Nichts ist aufgesetzt an diesem Abend. Publikum, Künstler, die Künstlerin: Es herrschte eine abgeklärte Seligkeit, wie ich sie kaum jemals in einem Konzert erlebt habe, nicht einmal bei Esther Ofarim. Es war eine Nähe, eine Vertrautheit, die es dennnoch schaffte, dieser kleinen großen Frau, die man wirklich so lieb hat, wie es der Zwischenrufer äußerte, die Distanz zu überlassen, die sie braucht.
Auf bald, Esther Ofarim. Bleiben Sie gesund und glücklich.
N. Graf Waldersee




Conny ...
Administrator
.........

...

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Registriert seit: 30.05.2004
Beiträge: 86
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...   Erstellt am 20.10.2012 - 16:42Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hello,

this is really a great review, many thanx for this!
More about the concert: http://esther-ofarim.de/stpauli-oktober2012.htm

Das ist wirklich ein großartiger Bericht, vielen Dank dafür!
Mehr über das Konzert: http://esther-ofarim.de/stpauli-oktober2012.htm

Greetings
Conny Drees

[Dieser Beitrag wurde am 20.10.2012 - 16:43 von Conny aktualisiert]





Signatur
Webmaster of www.esther-ofarim.de

<Eberhard Baer>
unregistriert

...   Erstellt am 22.10.2012 - 11:45Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich habe am 18.10.2012 das Konzert besucht und war ausschließlich deswegen aus Augsburg nach Hamburg gereist. Die lange Fahrt in den Norden war nicht umsonst, das Konzert ein Ereignis. Zuletzt hatte ich Esther 2005 im Münchner Prinzregentheater gesehen, damals dauerte der Auftritt lediglich 75 Minuten, diesmal war es etwas länger, aber das muß man vorher wissen, wenn man ihren seltenen Konzerten beiwohnt. Die künstlerische Qualität der Lieder dieser äußerlich so zarten Frau war wieder einmal hoch, die Stimme verglichen mit früheren Konzerten oder Aufnahmen unverändert ausdrucksstark, noch immer changiert diese ohne Brüche zwischen glockenrein, fragil und federleicht, dann aber auch wieder - je nach Lied - aggressiv und leidenschaftlich, immer aber ist die Stimme ergreifend und oft regelrecht anrührend. Besonders gelungen regelmäßig die Interpretationen der Songs von Leonard Cohen. Sie ist nach wie vor eine große, wahrhaftige Künstlerin, den Vortrag und nicht sich selbst in den Vordergrund stellend, dabei sympathisch, fast ein wenig schüchtern erscheinend, immer aber hoch präsent. Der Ruf eines Zuschauers am Ende des Konzerts "We love you" drückte aus, was wohl die meisten Besucher in dem kleinen, alten Theater dachten: Ja, wir lieben sie wirklich, die Esther Ofarim und wir hoffen, sie noch oft auf einer Bühne zu erleben. Schön wäre auch, wenn sie sich dazu entschließen könnte, wieder einmal eine neue Platte zu machen. Abschließend noch ein Kompliment an die Musiker, wie immer begleiteten diese Esther kongenial, auch Yoni Rechter schien den Abend zu genießen, Chapeau auch vor diesen vier begnadeten Künstlern.





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