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...   Erstellt am 25.11.2008 - 18:07Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Wilder Kaiser / Sarcatal Anfang Oktober 2008

http://touren.lampatzer.de/ - Mit Lamл[tm] auf Tour
Zum Tourenprogramm der Sektion Leipzig

Lange war es geplant, in zwei Mitteilungsheften stand es, -zig Leute zeigten Interesse, jedoch nur zwei Sektionsmitglieder gingen am Schluss mit.
Samstag müssen Robert und Ronny arbeiten; Sonntag verzögert sich die Fahrt mehrfach.
Sonntag geht es dann endlich los; 20 Uhr 33 holen mich Ronny und Robert in Kufstein ab. Es geht zur wunderschönen Gaudeamushütte.

Montag haben wir unseren Versuch an der Christakante. Auf Anraten der Wirtin (davor ist es eh zu kolt“) frühstücken wir um 8, starten um 9 und steigen in Bruthitze auf. Die Woche davor lag noch dick schnee im Kaiser. Drei Tage Wärme und Dauer- Sonnenschein haben es nicht geschafft, die Christakante abzutrocknen. Die Wärme lässt es aus allen Spalten tropfen, und der Berg wirft in dem Maße, in dem der Schnee verschwindet, mit Steinen nach uns. Wenigstens ist der Weg anständig gesichert. Acht richtig gute Schlingen oder Keile liegen je Länge. In der dritten Länge beziehe ich wg. eines Fehlers im KleFü an einem Zwischenring Stand, und Ronny steigt 50 Meter weit – so lang soll die nächste Seillänge nämlich sein – in die Walachei. Die zwei Verhauerhaken betrachtet er als gültige Wegmarken, einen Standplatz darüber gibt es natürlich nicht. Stand an einem 10 cm heraus stehenden Felszacken, Absteigen. Wie paaren sich die Igel? (Antwort: Ganz vorsichtig)
Jetzt ist es zu spät zum Fertigsteigen. Wir wissen nicht, ob noch Schnee am Gipfel ist, was den Abstieg sehr aufwändig machen würde; Steigeisen haben wir nicht mit und an Pickeln nur das, was wir in der Haut tragen. Obwohl noch 4 Stunden Tageslicht sind: Zwei Mal abseilen und zurück sind wir am sicheren Boden. Zitat des Tages: „Das ziehen wir jetzt noch durch“. (Ronny)





Aufstieg in Gluthitze - von wegen zu kalt


Das Ziel


Noch ist alles klar


Auf Abwegen


Hier wäre es entlang gegangen


Schlechtwetter im Anmarsch


Nix wie runter

Dienstag frühstücken wir schon um 6 Uhr 30. Das angekündigte Schmuddelwetter bleibt zwar aus, die ausgeprägte Kaiserwolke verhindert das Klettern trotzdem. Bei sternklarer Nacht bis 4 Uhr früh werden die danach aufgezogenen Wolken ihr Eis am Gipfel abgeschlagen haben. Der Tag wird mit einer wunderschönen Wanderung im Ostkaiser beschlossen. Zuerst schrappen wir an der Wolkenuntergrenze entlang, danach genehmigt die Kaiserwolke ab und zu mal, einen Blick von unten auf die Moikspitze zu erheischen, während nur wenige Hundert Meter Luftlinie daneben die Sonne lacht. Ein Höhepunkt ist Extremkletterer – Gucken am Schleier. Für mich total deprimierend, Ronny und Robert schütteln nur ungläubig den Kopf ob der ziemlich krassen Bewegungen im „Kletter(er)zoo“.
Auch die Wanderung auf die Moikspitze entfällt wegen Regengefahr, der großen Anteile an Steilgras auf dem Weg und der nicht mitgeführten Steigeisen.
Kaiserwolke als Panorama - links Sonne - rechts Sonne - wo wir klettern wollen Nieselregen und Nebel



So sieht es aus









Neben dem Nebel






(Weg wie in Skandinavien: Hügel und Latschen....)












Am Schleierwasserfall






Moikspitze mit Kaiserwolke



Apropos Rente. Der Tod kann so fies sein. Da hat man ein Leben lang malocht, und kaum kommt man in die Nähe, die Früchte eines Arbeitslebens zu ernten, schon holt einen der Sensenmann.



(Einer der vielen kleinen Gipfel heute)

Den Mittwoch verbringen wir mit der Suche nach besseren Wetter und der Anfahrt in das zu diesem Zweck aufgesuchte Sarcatal und der Suche nach einer Unterkunft dort.


Auf einem Weingut

Am Donnerstag spazieren wir am kleinen Daim (über Sarche) die „seltsamen Wünsche der Amelie“ (Le strane voglie di Amelie) hoch. Der Weg ist derart übersichert, dass ich beginne, für die seltsamen Ansichten des „Flaschi“ auf http://forum.climbing.de Verständnis aufzubringen. Der Abstieg über loses Geröll, teilweise senkrecht und unmittelbar neben der soeben durchstiegenen Wand, ist dafür haarsträubend. Nicht einmal unbedingt die mit vergammelten Bergseilen „versicherten“ Kletterpassagen treiben mir den Angstschweiß auf die Stirn. Aber der Schutt ist so unzuverlässig, dass man immer mal wieder relativ unkontrolliert dem Abgrund näher kommt. Hätten sich die Herrschaften doch jeden dritten der teilweise im Meterabstand steckenden Bolts gespart (oder zumindest die, die wg. Seilzugs ohnehin nicht benutzt werden) und den Aufwand in eine etwas sicherere Gestaltung des Abstiegswegs gesteckt.





Noch lachen wir - der Zugangsweg ist der Abstieg eines Klettersteigs



Aufstieg durch die große Verschneidung, Abstieg hart an der linken Kante entlang



Robert über Sarche



Ronny im Hängestand



1 m um die Ecke zieht es wie Hechtsuppe



Das sieht schon nicht mehr schön aus



Ausgesetzt kann man das schon gar nicht mehr nennen



ööbm!



Der Baum hat gehalten



Abstiegsweg im Profil



Dort, wo man sich nicht mehr zu Tode stürzen kann, kommen die Seile






Ronny hat sich aus seiner vor 6 Monaten beendeten Nichtraucherzeit noch eine gute Kondition erhalten. So bleibt ihm Zeit für Schönes am Wegesrand



Gleich gehts los mit dem Regen!

Der mit Unwettern durchsetzte Freitag wird mit Schoppen etc. totgeschlagen. Richtig zu ärgern über das schlechte Wetter begannen wir uns erst, als uns Leute aus Innsbruck erzählten, dass sie Mittwoch und Donnerstag noch 2 Tage besten Föhn hatten, mit 20 Grad im Schatten und allem was dazu gehört. Wir hätten also nur 70 km ab Kufstein fahren müssen und hätten uns von der ganzen Martinswand allein bespaßen lassen können – der teure Umweg nach Süden und zwei Tage wären gespart gewesen.



Regen gibt es hier nur selten – natürlich dann, wenn wir kommen.



Was liegt da näher als ein Kulturtrip?


Nach einer Nacht im Notlager (Feldbetten resp. Sonnenliege) staunen wir Samstag nicht schlecht: Die Sonne strahlt von einem wolkenlosen Himmel. Ab 400 m alles überzuckert, die Gipfel geschlossene Schneedecke.
Aber es ist zapfig kalt. Nach dem gemütlichen Frühstück müssen wir die Amazzonia am Kleinen Daim schweren Herzens aufgeben – ohne Sonne ist bei etwa 0 Grad an Klettern nicht zu denken, in einer Schlucht gleich zweimal nicht, und nach dem Unwetter vom Vortag schon dreimal nicht.
Aber wozu gibt es die Placche Zebrate und an diesen die „Similaun“? Trotz deutlich längerer Hakenabstände und dafür höheren Schwierigkeiten als am Donnerstag gehen wir den mitunter schon arg abgegriffenen Fels gemütlich hoch. Nur dem Ronny hat es nicht gefallen, er mag keine Reibungskletterei und außerdem hat er seine Kippen im Auto liegen gelassen. Runter geht es über einen bequemen Wanderweg.
Bei schönstem Wetter fahren wir schweren Herzens heim. Sonntag noch eine Tour und dann noch nach Leipzig – das geht leider nicht


Das Anzünden zweier Kerzen am Vortag hat offensichtlich genützt!

Hier das Gleiche noch mal als Panorama


Wir starten unten in der Mitte, links am "Bügeleisen" vorbei und dann leicht links haltend z.A.



Robert links am Bügeleisen



Geile Platten (Robert) resp. Plattenscheiße (Ronny)



7 Meter Wand erfordern einen kurzfristigen Abstieg vom Stützen - mein Trizeps freut sich über die Pause.



Das war's schon



Schade, schon vorbei!



Während wir in der Sonne schmorten, liegt gegenüber schon Schnee



Nur für die richtig guten Leute gehts hier weiter

Tipps:
Christakante, 9 SL, VA0 (VI): Nur die Standplätze und einige neuralgische Punkte gebohrt. Selbstabsichern allerdings unproblematisch, in der ersten SL z.B. sind min. 3 Keile und 5 boltwertige Schlingen unterzubringen. Mitunter stark abgegriffen, insbesondere die Schlüsselstelle. Achtung in der „Abkürzungs“seillänge: der Bolt-Ring an einer absolut logischen Stelle ist im Topo nicht verzeichnet. Die dort beginnende Rinne enthält zwei im Topo ebenfalls nicht verzeichnete Verhauerhaken und endet im nicht sicherbaren Gelände. Richtig ist, die Rinne zu queren und erst links neben der nächsten Rinne aufzusteigen.
Gaudeamushütte, seit der Renovierung und Anbau vor 4 Jahren ein Schmuckstück im Kaiser. Sehr einfache HP ohne übernachtung 20€, Preisvorteil nur für Vielfräße. Sehr komfortable Lager, nette Bewirtung.
Piccolo Daim, „Le strane voglie di Amalie“ 5c, total übersichert, Zugangsweg 1 Stunde, fast schon eine Promenade, Abstiegsweg mit Glück überlebbar. (Wir wollen ja positiv schreiben). Bei Feuchte unbedingt Grödel.
Piccolo Daim, „Orrizonte Dolomitici“ und „Amazzonia“, außer im Hochsommer ganztägig im Schatten und nach Regen länger nass, Zugang ca. 10 min., 10 resp. 11 SL. Ausstieg in der Nähe des Einstiegs von „Le strane...“, kann bei längerem Tageslicht gemeinsam mit „Le strane ...“ zu einer langen Bergfahrt kombiniert werden.
Weitere Routen am „Piccolo Dain“ durchsteigen die Süd- oder SE- Wand, die an Steilheit und Dimensionen mit der überhängenden Zone der Nordwand der Großen Zinne konkurriert. Routen unterhalb des achten Grades sind zudem sicherheitstechnisch sehr abenteuerlich, nichts für Amateure.
Placche Zebrate „Similaun“, einer der ältesten Wege (dieses Schwierigkeitsgrades) dort, zwei kurze abgegriffene 6a (VI+) Passagen, erste SL anhaltend 5c (VI), der Rest mitunter deutlich leichter. Außer in der zweiten 6a- Passage Reibungskletterei mit Hakenabständen von 6-20 Metern, Ergänzung mit mobilem Material an nur wenigen Stellen möglich, wenn überhaupt dann kleinen Satz mittlere Friends (Cam 0.5, Cam 0.75, LinkCam 2) mitnehmen. Achtung, im Führer fehlt zwischen der 5b- und 4a-SL in der Mitte der Route eine Seillänge (etwa 4c). Nach der oberen 6a-Stelle ist der Weiterweg unübersichtlich; 5 Meter über dem Haken oberhalb des 6a-Wandstücks gute Sanduhr unbedingt fädeln, dann leicht links halten, der nächste Haken befindet sich in einer Gufel nach einer brüchigen Passage von etwa 5 m Länge und ist erst sichtbar, wenn man unmittelbar davor steht. Bequemer, gut gepflegter Abstiegsweg, diesen unter keinen Umständen verlassen, unterhalb des Wegs befinden sich ungezählte Kletterer, die durch den durch das Verlassen des Wegs ausgelösten Steinschlag in Lebensgefahr geraten würden.
Placche Zebrate: Achtung, Bei schlechtem Wetter nicht einsteigen, weil dann die übelsten durch die Monte Brento- Südwestwand zur Verfügung gestellten „Bomben“ durch Einheimische zwecks „Entschärfung“ abgeworfen werden; kleineres Material (Korngröße so bis etwa Eisenbahnschotter) wird durch Regen auch ohne menschliches Zutun über die Wand gespült. Besonders gefährdet ist man in den durch seichte Rinnen verlaufenden Wegen „Parallelo“ und „Rita“. In letzterem geht es bei und kurz nach Regen zu wie in einer Klospülung, er wird deshalb auch „Ritirata“ bezeichnet. Die „Parallelo“ hat sich als Abstiegs- Superdirettissima für ungeschickte Aussteiger aus den Routen im südlichen Wanddrittel einen Namen gemacht. (Wenn sie es denn bis unten schaffen, ohne zwischendurch an oder in einem der vielen Büsche hängen zu bleiben.)

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