Mediterranea, eine Insel im Mittelmeer.

Eine Insel, ein unabhängiger Kleinstaat - genau im Kreuz der vier größten Mächte dieser Zeit: Rom, Athen, Alexandrien und Karthago - ein Ort der Weisheit und des Wahnsinns, der Korruption und der Freundschaft, der Freiheit und des Kampfes, ein Schmelztiegel der Kulturen und Klassen, wo Senatoren einem illustren Leben frönen, Händler aus aller Welt die exotischsten Dinge darbieten und Sklaven um ihre Freiheit kämpfen. Erlebe das Schicksal: Tauche ein in eine Welt voller Intrigen, Kampf, Spannung, Spaß, Liebe und Hass - werde Teil von Mediterranea!

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Ragnar 
Germanischer Hohepriester




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...   Erstellt am 07.12.2005 - 20:57Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Dies ist so ziemlich der unheimeligste Ort am ganzen Schiff. Wer hierher kommt, hat es sich mit Ragnar wirklich verscherzt.

Der Raum bietet zwei Menschen platz, Einrichtungsgegenstände gibt es keine und von Fenstern kann man auch nur träumen. Alles, was es hier zu sehen gibt, sind Holzwände, in die so manche Zeichnung und Botschaft eingeritzt wurde. Ein paar Kratzer sehen so aus, als würden sie von Fingernägeln stammen, als jemand verzweifelt versuchte, sich festzuhalten um nicht hinausgezerrt zu werden...





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Normin 
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...   Erstellt am 07.12.2005 - 21:16Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


(aus Raum der Rituale)

Die Männer schleiften Normin fast leblosen Körper in irgendeinen dunkeln Raum, der nur kurz von irgendeiner Fackel, die ein Mann hielt, erhellt wurde. Doch Normin hatte gerade andere Sorgen, sich im Raum umzusehen.

Einzig und allein das die Marter wohl erst einmal ein Ende hatte, gab ihm den letzten Lebenswillen.

Nicht einmal unsanft legte man ihn auf das karge Strohlager, wo er dann auch gleich innerlich wie körperlich zusammensackte.

Er lag nun einfach da, mit geschlossenen Augen, seine Arme neben seinem Körper, oder waren diese weg? Er spürte sie vor Schmerzen kaum und es wirkte, als hätte man sie ihm abgeschlagen. Keine Regung tat er, keinen Blick. Weder nahm er den muffigen Geruch war, noch das Dämmerlicht durch die sich entfernene Fackel. Oder entfernte sich das Licht gar nicht?

Normin war es egal, er schloss seine Augen und versuchte noch ein letztes Mal irgendwie klar zu denken, doch es ward ihm unmöglich. Er spürte vor lauter Schmerzen, die endlich jedoch etwas nachließen, weil Ragnar nicht mehr in den Wunden bohrte, soetwas wie ein Stück leben in seinen gemarkterten Körper. Doch üfr wie lange? Da er sich keine Gedanken machte, ließ er einfach seinen Kopf auf die Seite fallen und hatte wenigstens das Gefühl, bewußt die stickige Luft zu atmen.

Er lebte also noch. Doch nun starrte er in eine unendliche tiefe Dunkelheit und verstand nicht, warum er eigentlich existierte und wofür ...

Sein Stöhnen war kaum meh zu hören und er wagte sich weder zu bewegen, noch zu denken, noch zu fühlen. Er wollte nur, daß der Schmerz nachließ und vorallem das Trauma der einstündigen Folter. Normin fühlte sich nicht mehr als Mensch, er fühlte, außer dem schreckliche erlebten und kaum beschreibbaren gar nichts ...





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Ragnar 
Germanischer Hohepriester




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...   Erstellt am 08.12.2005 - 20:42Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


cf: Raum der Rituale

Schwungvoll öffnete Ragnar die Türe zu der kleinen Zelle und ließ sie auch gleich offen. Er würde Licht brauchen und da es hier keine Fenster gab, musste er sich mit jenem Licht begnügen, das vom Gang kam. Dass dieser Gabriel fliehen würde, bezweifelte Ragnar schwer, dazu war der Mann eindeutig nicht in der Lage.

Er bot einen jämmerlichen Eindruck, nichts war mehr übrig von jenem stolzen Krieger, der sich Ragnars Männern in den Weg gestellt hatte. Er war nicht mehr viel mehr als ein Tier, das winselnd auf dem Boden lag und die Welt nicht verstehen konnte.
Fast schon zärtlich war der Blick, mit dem Ragnar nun das Opfer seiner „Kunst“ betrachtete. Oh ja, er hatte ganze Arbeit geleistet.

Mit wenigen Schritten war er neben Gabriel angekommen und hockte sich zu ihm auf den Boden. Die Wunde am Oberschenkel sah ziemlich böse aus, deshalb widmete Ragnar sich dieser als erstes. Er griff nach dem Kräutersud und trug ihn vorsichtig auf die Wunde auf.
Wer ihn zuvor im Raum der Rituale gesehen hatte und ihn auch jetzt sah, würde es wohl nicht für möglich halten, dass dies derselbe Mann war. Nichts an ihm war brutal, sanft behandelte er Gabriels Wunde und auch wenn sein Lächeln noch immer unheimlich wirkte, so war es doch längst nicht so diabolisch wie zuvor.

Doch auch dies war Ragnar. Er strebte nach der Macht über Leben und Tod. Gabriel hatte er das Leben geschenkt, also wollte er nun alles ihm mögliche tun, um dafür zu sorgen, dass er gesundete. Natürlich hieß das nicht, dass er ihm ein angenehmes und sorgenfreies Leben bescheren würde, nein, er hatte da andere Pläne…





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Normin 
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...   Erstellt am 08.12.2005 - 20:53Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Normin zuckte das erste mal furchtsam zusammen, als die Tür der Zelle wieder geöffnet wurde und ihn helles Licht empfing, war er doch eine Weile in totale Finsternis gehüllt, dunkel wie der Tod oder das Sterben.
Normin versuchte seinen Kopf zu heben, aber er hatte kaum mehr Kraft und so sah er eh nicht, wer sich da neben ihn im Gegenlicht hockte.
Als er plötzlich eine Berührung an der Wunde an seinem Oberschenkel fühlte, zuckte er nochmals erschreckt zusammen, glaubte er doch erst, daß die MArter eine Fortsetzung fand und hatte er sich auf seinen Händen abstützen können, wäre er an die hinterste Wand gerobbt, aber er blieb einfach liegen und wandte seinen Kopf blinzelnd zu der Person, die ihm anscheinend etwas auf die Wunde tat, um seine Schmerzen zu lindern. Normin erkannte Ragnar nicht und dann fragte er schwach und leise: »Wo bin ich hier? Und warum ... das?«
Er blickte den Fremden, den er nicht wegen des Gegenlichtes hinter ihm und seinem Zustand erkennenkonnte, verzweifelt an und doch spielte wieder etwas Lebenswille und stolz in seiner Mimik mit.
Normin lebte und nun würde er sich seinem Schicksal fügen und wollte auch nicht mehr sterben. Dennoch war sein Hirn leerer denn je. Er blickte in das unerkennbare Gesicht seines Gegenübers, fragend und hilflos und verständnislos.





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Ragnar 
Germanischer Hohepriester




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...   Erstellt am 08.12.2005 - 21:48Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Der Verwundete schien Ragnar nicht zu erkennen, was ihn ein wenig störte, da er so nicht dazu kam, die wunderbare süße Furcht in den Augen des Mannes wieder zu sehen, doch seine Reaktion, wenn er ihn dann erkannte würde Ragnar dafür gewiss hundertfach entschädigen.

Jetzt tat er also nichts, um erkannt zu werden, sondern kümmerte sich weiter um Normins Verletzung. Nachdem er den widerlich riechenden Kräutersud über die Wunde gestrichen hatte, winkelte er das Bein des Mannes an, sodass er nun einen Verband um den Oberschenkel wickeln konnte.
Ragnar war zwar selbst kein Heiler, doch als Krieger hatte er so einiges mitbekommen und konnte daher einfache Verletzungen recht gut behandeln.

„Du bist auf einem Schiff, auf der Hel“, sagte Ragnar während er den Verband befestigte und warum sollte er auch nicht, es war unnötig, diesem Mann zu verschweigen, wo er sich befand.
„Und das war wohl einfach nötig.“
Ragnars Stimme klang ruhig und gelassen, weder besonders unfreundlich noch allzu nett.





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Normin 
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...   Erstellt am 08.12.2005 - 21:56Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Normin ließ die Behandlung schweigsam über sich ergehen, schien doch dieser Mensch hier ihm ein wenig Linderung verschaffen zu wollen. Und immer noch erkannte er nicht den Mann, der ihm all den Schmerz bewußt zugefügt hatte.
Normin schloss die Augen und auch wenn der Kräutersud übel roch, so verhoffte sich Normin insgeheim Linderung. DAnn vernahm er die Stimme und die Worte und er erkannte auch diese nicht, zu sehr war er in seinem Schmerz und seiner Demütigung gefangen.

Mit geschlossenen Augen fragte er: »Nötig? Warum? Warum war das nötig? ich weiss nichts und ... weiss wirklich nicht, wer ich bin.«
Das er damit zugab, daß er eben gelogen hatte, daran dachte Normin nicht, hatte er doch den EIndruck, das dies ein Sklave oder Helfer war, der ihm eben half und somit ein wenig mehr Vertrauen gewann, denn Normin fühlte sich füuchtbar alleine und hier waren helfende Hände ...





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Ragnar 
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...   Erstellt am 08.12.2005 - 22:39Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Verwundert registrierte Ragnar, dass Gabriel schon wieder behauptete, nichts zu wissen. Es erschien ihm viel zu unglaubwürdig, als dass diese Geschichte wahr sein konnte, doch es beeindruckte ihn, dass der Mann sich so bald nach der Tortur so weit erholt hatte, dass er bereits lügen konnte.
Vielleicht würde Ragnar ihm ja noch eine Fortsetzung seiner Kunst zukommen lassen können…

Bei dem Gedanken daran, erneut sie Schmerzensschreie seines Opfers hören zu können, wurde das Grinsen in Ragnars Gesicht breiter, aber dennoch behandelte er Normin weiterhin vorsichtig, vielleicht sogar mit einer gewissen Zärtlichkeit.

„Ich nehme an, man glaubt dir einfach nicht.“

Nun wandte Ragnar sich Gabriels Händen zu, eben jenen Händen, die er noch vor kurzem grausam geschunden hatte. Mit einem Lächeln besah er sein Werk – er hatte ganz Arbeit geleistet –, bevor er sich schließlich daran machte, auch die Finger vorsichtig mit dem Kräutersud einzureiben, wobei er immer darauf achtete, dem Mann keine zu starken erneuten Schmerzen zuzufügen. Warum genau er das tat, konnte er sich selbst nicht erklären.





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...   Erstellt am 09.12.2005 - 07:51Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Zu gerne hätte Normin den Mann am Kragen gepackt, nicht aus Wut oder Ärger, sondern um seine Verzeiflung darüber auszudrücken, daß er sich tatsächlich an nichts erinnerte und er seinen Worten gerne mehr Beutung zu teil werden lassen wollte, aber seine Hände brannten dermaßen, daß er glaubte, sie würden ihm gleich abfallen.
Er hatte sein Gesicht dem Umriß des Mannes zugewandt, während dieser sich nun um die Wunden seiner Finger kümmerte und Normins Mimik nahm eine fassungslose Mimik an, sein Blick wandelte sich schmerzverzerrt in Unverständnis, als er stöhnte: »Aber es ist die Wahrheit! Hörst du?«
Normin selber konnte es ja nicht einmal glauben, aber noch schlimmer empfand er es, daß auch niemand sonst ihm glaubte und er dafür diese Tortur über sich ergehen hatte lassen müssen.
Und er war auf einem Schiff? Warum? Wie kam er hierher? Was war vorher passiert? Woher hatte er die kleineren Schnittwunden und die WUnde am Oberschenkel?
Wieder prallten die Fragen auf ihn ein, auf die er so dringend eine Antwort suchte.
»Wer ist der Mann geewsen? Und wie bin ich auf euch gestoßen! Los, sag es mir, damit ich verstehen kann!!« flehte er stöhnend und hob leicht seinen Kopf an, welchen er jedoch bald wieder geschwächt und schmerzverzerrt und mit einem tiefen Seufzer der Verzweiflung auf den kargen harten Boden sinken ließ.





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...   Erstellt am 09.12.2005 - 11:16Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ragnar überlegte, ob dieser Mann, dessen schmerzerfüllte Seufzer ihn in Verzückung geraten ließen, nicht vielleicht doch die Wahrheit sprach. Eigentlich kümmerte ihn dessen Vergangenheit ohnehin nicht wirklich, doch er beschloss vorerst so zu tun, als würde er ihm glauben. Dieses Spielchen würde ihm zumindest ein netter Zeitvertreib sein.

„Der Mann war Ragnar aus Germanien, man nennt ihn den Roten Raben. Er ist ein großer und gerechter Anführer und der weise Kopf unserer Sache.“

Nun, soweit stimmte das (zumindest in Ragnars Augen). Langsam legte er die Hand, die er soeben mit einem linnenen Tuch verbunden hatte, auf Gabriels Bauch und nahm die andere, um sich erneut den geschundenen Fingern zu widmen. Während er dies tat, kam ihm plötzlich eine Idee. Er würde testen, ob dieser Mann tatsächlich nicht mehr wusste, wer er war und was er getan hatte, bevor er auf die Hel gekommen war.

„Wir fanden dich an einem Strand, als du gerade dabei warst, eine unschuldige Frau zu schänden. Ihre Schmerzensschreie führten uns zu dir und dem Herrn gelang es, dich zu überwältigen, bevor du der Frau noch die Kehle durchschneiden konntest, das Messer hattest du bereits in der Hand.“





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Normin 
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...   Erstellt am 09.12.2005 - 16:49Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


(OFF an Ragnar: Das war ja wohl die Härte!! Boah, du hast mich kalt erwischt!! Was für eine Überraschung)


Zwar brannte der Kräutersud noch auf seinen Fingern, aber ganz allmählich merkte Normin, daß er innerlich ein wenig ruhiger wurde. Sein herz raste nicht mehr so und auch sein Atem beruhigte sich langsam. Die grausame Folter war vorbei und auch wenn er immer noch starke Schmerzen hatte, so wurde ihm bewußt, daß er nun hier liegen konnte, um sich zuerholen.
Seine Wunden wurden versorgt und alles, was er jetzt nur noch wollte, waren weniger Schmerzen, seine Erinnerungen und ein Schluck Wasser, denn seine kehle war furchtbar ausgetrocknet.

Dennoch hatte er nun ein wenig Zeit zum Durchatmen, auch wenn ihm das noch schwer fiel. Und der Mann, den er ja immer noch nicht als Ragnar, der ihn gefoltert hatte, erkannte, schien ruhig und besonnen und beantwortete Normin seine Fragen.

Normin schloss wieder für einen Moment die Augen und versuchte sich irgendwie ein wenig zu entspannen, was sicherlich nicht besonders gut ging, aber auf Dauer würde er seine Kräfte brauchen. Er lauschte den Worten des Mannes, der Normins erste Frage ruhig beantwortete und den Eindruck vermittelte, daß seine Antwort wahrhaftig wahr. Das dieser Ragnar allerdings gerecht und weise sein sollte, bezweifelte Normin auf Grund der Tatsache, daß dieser Ragnar doch erheblichen Spaß dabei empfunden hatte, Normin diese Marter anzutun, nur, weil Normin angeblich nicht mit der Wahrheit rausrücken wollte ...

Nachdem seine erste Hand verbunden war, legte der Fremde diese auf Normins Bauch und widmete sich seiner zweiten hand. Normin ließ alles über sich ergehen und war sogar so etwas wie dankbar, den die Schmerzen zermürbten schon noch sein leergefegtes Hirn.

Gerade atmete er nun das erste Mal tief durch, fast schon ein wenig erleichtert, als er nun die Antwort auf seine zweite Frage aus dem Mund des Fremden vernahm ...

Ein schier unbeschreibliches Gefühl des Schreckes durchzuckte Normins gesamten Körper und Geist.Seine Muskeln verkramften sich, er schlug seine Augen auf und starrte fassungslos an die Decke. Der Mann, der Normins Hand behandelte, konnte an Hand Normins Anspannung spüren, wie sich seine verletzten Finger versteiften. Normin stockte für Augenblicke der Atem. Ein unsäglich beklemmendes Gefühl durchflutete ihn und schien ihm die Brust zusammen zuschnüren.
Normin war unfähig, einen wirklich klaren Gedanken zu fassen, er fühlte nur wie er für Momente glaubte, daß er nicht real war, sondern dies ein schrecklicher Alptraum war, aus dem er doch nun erwachen müsste.
Dann japste er plötzlich leicht nach Luft. Er wollte, nein er konnte es erst nicht glauben und doch beschlich ihn die grausame Vermutung, daß es wahr war. Warum sollte der Mann ihn anlügen? Man glaubte ihm ja eh nicht, daß er sein Gedächnis verloren hatte, also warum sollte der Mann sich soetwas ausdenken?
Doch Normin dachte gerade nicht wirklich logisch oder rational. Er war einfach nur fassungslos und dementsprechend war auch sein Gesichtsausdruck.
Denn was er sich auch ausgemalt hatte, so in kleinen Momenten der intensiven Suche nach seiner Erinnerung, mit so etwas Furchtbaren hatte er nicht gerechnet.

Normin wollte aufschreien, aber er war unfähig auch nur einen Ton über seine Lippen zu bringen. Auf einmal war es, als sei er ein anderer Mensch, ein ihm Fremder im eigenen Körper, dem es fast lieber gewesen wäre, sich an nichts zu erinnern, was er ja auch nicht tat, aber die Erklärung des Mannes über ihm brannten sich nun in seinen Kopf ein und für ihn, Normn, stand fest: Er hatte etwas Entsetzliches getan und nun bereute er, diese Frage, welche er eben gestellt hatte, überhaupt gestellt zu haben. Er stellte sich die Szene, welche der Mann beschrieben hatte, bildlich vor, ohne das es Normin wollte, war sie doch so ziemlich das Furchtbarste, was er sich vorstellen konnte.

Aber warum? Warum empfand Normin so, wo er doch nach der Schilderung des Mannes eine solche Tat begangen hatte und zu diesem Zeitpunkt wohl sicherlich anders empfunden hatte, denn sonst wäre dies nicht passiert. Und irgendwie wollte es Normin nicht glauben, aber er kam im Moment nicht im Entferntesten auf den Gedanken, daß Ragnar ihnn testen wollte, in Gegenteil. Nun machte auch fast schon die Folterung für ihnen einen makaberen Sinn. Er war ein Dämon gewesen. Oder er war es immer noch, auch wenn er ... Normin stöhnte auf. Zuviele Emotionen und Gedanken schossen auf ihn herab, daß es seelisch mehr schmerzte, als die ganze Folter, zumindest kam ihm das gerade so vor.

Er lag da, nach Fassung ringend, aus einem Alptraum aufwachend wollend und vollkommen verzweifelt einsehend, daß er die Wahrheit einfach akzeptieren würde müssen.

Es war nicht viel Zeit vergangen von dem Moment an, wo Normin erfuhr, was er getan hatte und seiner Reaktion und dem Versuch, diese Wahrheit anzuerkennen und so stieß er plötzlich einfach nur verstört und entsetzt hervor: »Nein ... nicht wirklich ...«

Er wollte die Wahrheit immer noch nicht akzeptieren ...





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