mattin67 

Status: Offline Registriert seit: 25.08.2006 Beiträge: 1328 Nachricht senden | Erstellt am 15.02.2009 - 13:58 |  |
Kleine Akkufibel
Hallo Modellbauer, da immer wieder Fragen auftauchen, hier mal ein kleiner Abriss zu Akkus und deren Behandlung.
Typen (gängige Typen im Modellbau)
Ni-Typen:
NiCd: Nickel-Cadmium-Zellen
Eigenschaften: Nennspannung 1,2 V/Zelle, Kapazität je nach Baugrösse, Entladeschlussspannung 0,8 V/Zelle
Anwendungen: Universalzelle für alle Bereiche, da Hochstromfähig, ausgeprägten Memoryeffekt, werden vom Markt verschwinden, in Deutschland verboten für den Neuverkauf
NiMH: Nickel-Metall-Hybrid-Zellen
Eigenschaften: Nennspannung 1,2 V/Zelle, Kapazität je nach Baugrösse, Entladeschlussspannung 0,8 V/Zelle
Anwendungen: Universalzelle für alle Bereiche, Hochstromfähig, so gut wie keinen Memoryeffekt.
Blei-Typen:
Pb: Bleiakkus
Eigenschaften: Nennspannung 2,0 V/Zelle, Kapazität je nach Baugrösse,
Im Panzermodellbau eher unrelevant, da sehr schwer und gross
Lithium-Typen:
LiIo: Lithium-Ionen-Zellen
Eigenschaften: Nennspannung 3,6 V/Zelle, Kapazität je nach Baugrösse, Entladeschlussspannung 2,9 V/Zelle
Die erste Generation der Li-Zellen, heute nicht mehr gängig
LiPo: Lithium-Polymer-Zellen
Eigenschaften: Nennspannung 3,7 V/Zelle, Kapazität je nach Baugrösse, Entladeschlussspannung 3 V/Zelle
Anwendungen: Allgemein für alles gut, je nach Zelle Hochstromfähig, gutes Verhältnis von Gewicht/Grösse zu Kapazität. So gut wie keine Selbstentladung. Nachteil ist die hohe Temperaturempfindlichkeit gegen Kälte sowie die sehr hohe Empfindlichkeit gegen mechanische Belastung und Tiefentladung.
LiFe:Lithium-EisenPolymer-Zellen, eine Abart der Lipo.
Hege und Pflege
Akkus wollen gut gepflegt sein, damit sie ihre Leistung bringen und ein langes Leben haben.
Entscheident ist hier die richtige Ladetechnik.
Den allermeisten RTR-(Ready to Run=auspacken und loslegen)Modellen liegen diese typischen Steckerlader bei, so auch leider bei unseren geliebten Kettenfahrzeugen.
Dies sind Konstantstromladegeräte, die stur wie ein Esel Elektronen in den Akku pumpen, unabhängig vom Ladezustand der Zellen.
Sondermülltonne auf, Lader rein, Tonne zu
Wer weiss schon, wie voll oder leer sein Akku wirklich ist? Die Spannung eines Akkus verändert sich unter Last, ferner „erholen“ sich leere Zellen etwas, was die Bestimmung
zusätzlich erschwert.
Hier setzen moderne Ladegeräte an, diese Universallader können alles laden, was im
Modellbau üblich zum Betrieb eines Modells ist, egal ob zu Lande, zu Wasser oder in der
Luft. Automatische Erkennung der Zellenzahl, Balanceranschluss für Li-Zellen,
Pflegeprogramme, den Zellentypen angepasste Ladeprogramme, Entlademöglichkeit,
12V und 235V Eingangsspannung und das Wichtigste, automatische Abschaltung bei vollem Akku mit Hilfe des DeltaPeak-Verfahrens (zu deutsch:differenz zur Spitze Verfahren).
Was ist das „to the hell“ wieder? Nun, dieses Verfahren macht sich die Eigenschaften von Ni-Zellen zu Nutze, das bei erreichen der max. Zellenspannung (also Akku voll) die Spannung
wieder abfällt, dies misst das Ladegerät und schaltet ab.
Aaaaaaber, so toll dieser „Fire and Forget-Krams“ auch ist, sollte man (und Frau ) Akkus nie unbeaufsichtigt laden.
Einen defekten Akkupack erkennt man nicht so ohne Weiteres, es sei denn ein Suppentüten-Akku (Lipo) ist schon aufgebläht z.B., so sollte doch die nötige Vorsicht und Verantwortung walten.
Da können doch schon mal ein paar Hundert Ampere fliessen bei innerem Kurzschluss z.B., was Lichtbogenschweissen gleichkommt .
Der umgekehrte Fall ist die Tiefstentladung. Dann polen sich die Zellen um, also Plus wird Minus. Eine Rettung ist dann meist ausgeschlossen, also immer drauf achten, dass das Fz. ausgeschaltet oder die Energiequelle abgesteckt ist.
Hinweis an alle Li-Akkubesitzer:Dieser Typ verzeiht keine Tiefentladung. Also entweder einen Fahrtsteller benutzen, der eine Abschaltung besitzt,
oder einen sog. Lipowarner hinter dem Hauptschalter einsetzen. Diese Teile warnen optisch oder akustisch das Erreichen der Entladeschlussspannung.
Hintergrund:LI-Zellen haben eine sehr flache Entladekurve, d.h. sie halten ihre Spannung bis kurz vor "Leer" fast konstant.
Dann folgt ein rapider Spannungsabfall.
Wenn dann der Steller oder der Safer anschlägt, sollte man umgehend den Betrieb einstellen, um den Akku nicht zu zerstören.
Und noch was, das erste Mal ist ein bleibendes Erlebnis , so sollten Akkus beim erstem Mal mit 1/10 C (C=Kapazität) geladen werden, so erreichen sie fast 100% ihrer Kapazität, also 2000er mit 200mAh Ladestrom.
Und, auch wenn Schnelladefähig draufsteht, lieber mit 1/5C laden (20%vonC), das wird mit langem Leben gedankt.
Natürlich haben die Steckerlader ihre Daseinsberechtigung, laden tun Sie ja.
Dies soll jetzt kein Schreckensszenario sein, doch wer Spass am Hobby und am Modell haben möchte und dieses Hobby langfristig betreiben möchte, kommt m.M.n. um eine Neuanschaffung nicht herum.
Einen immer vollen Akku wünscht
Martin
PS.:Ergänzungen und Hinweise bitte an den Delinquenten 
[Dieser Beitrag wurde am 28.02.2009 - 12:58 von mattin67 aktualisiert]
Signatur Lieber 60 Jahre gelebt als 80 Jahre nur da gewesen sein |