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Ameisenbaer XXXL-Member
      

Status: Offline Registriert seit: 28.03.2005 Beiträge: 581 Nachricht senden | Erstellt am 05.05.2005 - 22:13 |  |
Zu Beginn des Jahres 1927 beantragt die Betriebsleitung der Kleinbahn Wittingen - Oebisfelde GmbH beim Regierungspräsidenten in Lüneburg die Erhöhung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von Personenzügen und gemischten Zügen von 30 km/h auf 40 km/h. Der Antrag wird u.a mit dem 'viel schnelleren Autoverkehr' begründet.

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Ameisenbaer XXXL-Member
      

Status: Offline Registriert seit: 28.03.2005 Beiträge: 581 Nachricht senden | Erstellt am 08.05.2005 - 14:00 |  |
Zu den Gründern der Kleinbahn Wittingen - Oebisfelde zählten neben den beiden Staaten Preußen und Braunschweig, der preußischen Provinz Hannover und den Anliegergemeinden auch mehrere Privatpersonen.
Wie der Gesellschaftsvertrag der Kleinbahn von 1908 zeigt, waren das der Wittinger Brauereibesitzer Stackmann, der Bruchdruckereibesitzer Neef sowie die Gutspächter bzw. -besitzer Dobberkau in Wittingen, von Weyhe in Fahrenhorst und Graf Schulenburg als Besitzer des Gutsbezirks Zollhaus. Verglichen mit den beiden Staaten und den Gemeinden zeichnen die Privatpersonen allerdings nur kleinere Anteile.




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Ameisenbaer XXXL-Member
      

Status: Offline Registriert seit: 28.03.2005 Beiträge: 581 Nachricht senden | Erstellt am 08.05.2005 - 14:38 |  |
Auch noch 60 Jahre nach der Stillegung des Streckenabschnittes Rühen - Oebisfelde läßt sich der ehemalige Verlauf der Kleinbahn Wittingen - Oebisfelde sehr gut im Satellitenbild verfolgen.
WIE GELANGT MAN ZU DEN PASSENDEN SATELLITENBILDERN ?
Unter der Internetadresse 'Stadtplandienst' öffnen sich Dialogfelder zum Eintrag von Orts- und Straße.
Mit dem Eintrag: ORT: Rühen / STRASSE: Magdeburger Str 22 und Klick auf GO erscheint ein normaler Stadtplan.
Durch einen weiteren Klick auf das Menue 'ca. M 1 : 7500 LUFTBILD' und GO gelangt man zum entsprechenden Satellitenbild.
Die ehemalige Kleinbahntrasse ist darauf sehr gut zu erkennen. Die Bahn verlief von Nordwesten durch den im Bild erscheinenden roten Kreis nach Südosten.
Wenn man mit der Bildsteuerung (Pfeile am Bildrand und den Diagonalen) dem weiteren Verlauf der Trasse nachgeht, erreicht man den Ort der ehemaligen Bahnbrücke über den Mittellandkanal - unmittelbar westlich der heutigen Anlegestelle am Kanal. Die Brücke wurde erst 1973 abgerissen.
Mit 3 bis 4 weiteren Klicks auf den Diagonalpfeil 'rechts unten' wandert man zum ehemaligen Grenzzaun der DDR. Auch hier sind die Gräben und der Doppelzaun durch Gebüsche markiert, die im Satellitenbild den Verlauf der Kleinbahntrasse diagonal schneiden.
Wer will, kann im Satellitenbild bis nach Oebisfelde weiterwandern. Erst kurz vor dem heutigen DB-Bahnhof verliert sich die Trasse, kann aber durch Verfärbungen im Ackerboden noch erahnt werden. Der ehemalige Kleinbahnhof liegt in Nordwest - Südost - Ausrichtung nördlich der DB und kann mit dem Eintrag: ORT: Oebisfelde / STRASSE: Salzwedeler Str 10 (GO => Luftbild => GO) gut lokalisiert werden.
VIEL ERFOLG !
PS: Leider sind die Satellitenkarten unter www.stadtplandienst.de unvollständig. Nördlich von Celle sind keine für unsere Zwecke brauchbaren Darstellungen zu erhalten.
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Ameisenbaer XXXL-Member
      

Status: Offline Registriert seit: 28.03.2005 Beiträge: 581 Nachricht senden | Erstellt am 08.05.2005 - 15:28 |  |
ALTMÄRKISCHE KLEINBAHN IN ZASENBECK
Auch die Abzweigung der Altmärkischen Kleinbahn ab Zasenbeck ist im Luftbild noch sehr gut zu erkennen:
Mit folgenden Angaben unter Stadtplandienst: ORT: Wittingen / STRASSE: Teschendorfer Weg 8 (GO => Luftbild => GO) gelangt man zum Bahnhof Zasenbeck.
Die heutige OHE-Strecke verläuft gut sichtbar nach Nordwesten, während die Bodenverfärbung und das Gebüsch in einem Bogen nach Nordosten die ehemalige Altmärkischen Kleinbahn nach Hanum markieren.
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Ameisenbaer XXXL-Member
      

Status: Offline Registriert seit: 28.03.2005 Beiträge: 581 Nachricht senden | Erstellt am 16.05.2005 - 10:13 |  |
Aktuelle Fotos von den zerfallenen Bahnhofsgebäuden in Oebisfelde und den Lageplan von 1921 findet Ihr in diesem Thread.
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Ameisenbaer XXXL-Member
      

Status: Offline Registriert seit: 28.03.2005 Beiträge: 581 Nachricht senden | Erstellt am 12.09.2005 - 00:25 |  |
Mit werktag nur 3 und sonntags 3,5 Zugpaaren wies die Kleinbahn Wittingen - Oebisfelde im Winterfahrplan 1915 keinen besonders regen Verkehr auf.
Die Strecke war eben eine 'Kleinbahn':

[Dieser Beitrag wurde am 12.09.2005 - 00:30 von Ameisenbaer aktualisiert]
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Ameisenbaer XXXL-Member
      

Status: Offline Registriert seit: 28.03.2005 Beiträge: 581 Nachricht senden | Erstellt am 26.01.2006 - 22:09 |  |
Südöstlich von Rühen wurde die Strecke nach der deutschen Teilung aufgegeben. Nur in älteren Karten ist der Bahnverlauf noch dargestellt:

Die roten Markierungen bezeichnen in dieser Karte aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg die Westgrenze der damaligen preußischen Provinz Hannover, die spätere Zonengrenze. Interessant ist die Lage des Haltepunktes Grafhorst: Das Dorf liegt in der Provinz Hannover, der Haltepunkt im heutigen Sachsen-Anhalt. Daher wurden Ort und Bahnhof ab 1945 durch die spätere Zonengrenze getrennt.
Eine vergleichbare Situation gab es übrigens auf der 'Amerikalinie': Der Bahnhof des niedersächsischen Ortes Bergen/Dumme lag auf dem Gebiet der späteren DDR. Nach der Grenzziehung mußte daher als Ersatz ein Haltepunkt in Nienbergen eingerichtet werden.
[Dieser Beitrag wurde am 26.01.2006 - 22:28 von Ameisenbaer aktualisiert]
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Ameisenbaer XXXL-Member
      

Status: Offline Registriert seit: 28.03.2005 Beiträge: 581 Nachricht senden | Erstellt am 26.01.2006 - 22:18 |  |
In den ersten Betriebsjahren der Kleinbahn Wittingen - Oebisfelde sucht man den Mittellandkanal und die südlich von Rühen gelegene Kanalbrücke vergeblich: Der Kanal wurde erst später gebaut.
Ab Rühen ist der OHE-Bahnverlauf noch in aktuellen Karten verzeichnet und den Spezialisten des Forums ohnehin bestens bekannt.

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Ameisenbaer XXXL-Member
      

Status: Offline Registriert seit: 28.03.2005 Beiträge: 581 Nachricht senden | Erstellt am 02.04.2006 - 22:45 |  |
Die Kleinbahn Wittingen - Oebisfelde war auf den Abschnitten Wittingen Süd - Waddekath-Rade und Zasenbeck - Hanum mit dem Netz der Altmärkischen Kleinbahn AG in Calbe (Milde) verknüpft. Beide Strecken besaßen bereits vor dem 2. Weltkrieg nur eine geringe Bedeutung.
MIt der Grenzziehung ab August 1945 - die Amerikaner tauschten die Altmark erst einige Monate nach der Kapitulation bei der UdSSR gegen Teile von Berlin ein - wurden diese Verbindungsstrecken unterbrochen.
Nach 30 Jahren ist im Spätsommer 1975 von der überwucherten Strecke Wittingen Süd - Waddekath-Rade nicht mehr viel zu sehen. Der Bahnhof Waddekath-Rade liegt in der Sperrzone der DDR-Grenze, während das Gelände von Westen aus gut einsehbar ist. Ein Wachtturm der DDR-Grenztruppen beherrscht die Szene, in der die roten Dachziegel des alten Bahnhofsgebäudes an den früheren Bahnverkehr erinnern.
Wer hat noch Fotos oder Unterlagen zu den Verbindungsstrecken der OHE in die Altmark?

© Ameisenbär 2006
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delegatic  Administrator
              

Status: Offline Registriert seit: 22.03.2005 Beiträge: 5155 Nachricht senden | Erstellt am 12.06.2006 - 15:27 |  |
Was wäre wenn ...
... sich der Kreisdirektor des Kreies Helmstedt am 06. Oktober 1904 durchgesetzt hätte und nicht Oe(Ö)bisfelde sondern Vorsfelde wäre Endpunkt der Bahn geworden?!?
Signatur Grüße an alle T3 Fans: "Keep on rolling"! |