Kjaskar  Hetmann
         

Status: Offline Registriert seit: 16.05.2006 Beiträge: 636 Nachricht senden | Erstellt am 07.06.2006 - 07:33 |  |
Das Leben ist rauh, im Nordwesten Aventuriens. Besonders als Sohn meines Vaters. Mein Name? In den Liedern singt man von Kjaskar Thurboldsson, wenn Ihr das meint.
Ich wurde in, für thorwalsche Maßstäbe, einer recht milden Nacht im Firun geboren. Mein Vater Thurbold war gerade beim Holz holen, als ich meiner Mutter versuchte klar zu machen, das es nun an der Zeit sei, das Licht der Welt zu erblicken. Glücklicherweise war mein Onkel Ragnar im Haus als es geschah, denn meine Mutter, übrigens, Tjalva ist Ihr Name, wollt trotz der Wehen noch das Vieh in den Stall treiben. Mein besagter Onkel Ragnar (väterlicherseits) hinderte sie daran und forderte Sie auf zuerst mal was ordentliches zu trinken, das sei gut gegen die Schmerzen. Er half mir so gut es ging das Licht der Welt zu erblicken, er stellte sich auch gar nicht so ungeschickt an, denn er hatte bereits selbst 5 Kinder, und er selbst half zweien davon auf die Welt.
Als mein Vater zur Tür hineinkam staunte er nicht schlecht, sah meine Mutter mit mir auf dem Arm, meinen Onkel lächelnd daneben, und statt etwas zu sagen ließ er das Holz fallen und rannte auf meinen Onkel zu, verpasste Ihm kameradschaftlich eine und sagte in lachendem Ton:"Fass meine Frau nie wieder dort an". Meine Mutter erzählt mir heute noch, wie er dann über alle Backen lächelnd zu uns kam und erst mal geschaut hat, ob auch alles an mir dran sei, was dran sein sollte. Zu seinem und meinem Glück war alles vorhanden. Wer die Entscheidung für meinen Nachnamen tragen durfe kann man ja ersehen. Mein Vater trägt heute noch die Zahnlücke voller Stolz, aber er hatte gewonnen.
Meine frühe Kindheit verlief wie eigentlich typisch für einen Thorwaler Jungen. Man spielte mit den anderen Kindern Fangen, Jungen und Mädchen schonten sich nicht im Streiche spielen und man erzählte sich schon in frühen Jahren, welch ein großer und berühmter Ottakapitän man werden würde.
Als ich älter wurde bemerkte ich sehr schnell, wieviel Arbeit ein Thorwalerleben bedeuten kann. Das Vieh musste gehütet werden, die Ställe gemistet, das Holz gehackt, der Garten bestellt und das Haus auf vordermann gehalten werden. Zumindest in den Zeiten, in denen mein Vater oder meine Mutter nicht im Haus waren musste ich unterstützend zur Hand gehen, was leider sehr oft vorkam. In meiner Freizeit war ich gerne mit meinen besten Freunden, dem großmäuligen Ansgar und der dicken Jule am Hafen und haben dort das be- und entladen der Schiffe beobachtet, welche die tollsten Sachen aus ganz Aventurien geladen hatten, ob das alles gekauft und erhandelt war wage ich sehr zu bezweifeln.
Mit 14 Jahren durfte ich das erste mal richtig mit meiner Mutter zur See fahren, viele Männer und Frauen waren dabei, die ich gar nicht richtig kannte, aber sie waren sehr lustig und haben mir immer einen Schubs gegeben, wenn Sie solche Witze gemacht haben, die mit Mädchen und so zu tun haben. Heute verstehe ich natürlich nur zu gut, was sie damals gemeint haben. Nun gut, wir fuhren richtung Süden, wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, und es hat bestimmt mehr als zwei Wochen gedauert, bis wir für kurze Zeit an Land gingen. Die meiste Zeit an Bord hat mir der alte Beorn was über das Meer erzählt, welche Gefahren es beherbergt, und worauf man aufpassen muss, wenn man in eine Sturm gerät und solche Dinge. Das hat er immer und immer wieder erzählt, bis ich es ihm besser erzählen konnte, als er mir selbst. Meiner Mutter schien das zu gefallen.
Dann, eines Tages sah jemand ein Segel am Horizont, alle waren ganz aufgeregt und Blickten in die Richtung des fremden Schiffes. Gejohle machte sich unter der Manschaft breit und der Steuermann richtete den Bug auf das fremde Schiff. Meine Mutter nahm mich beiseite und sagte mir (diese Worte werde ich nie vergessen):"Weisst Du, Kjaskar, es gibt Menschen die viel viel reicher sind als Du und ich es uns vorstellen können, sie haben so viel Gold und Schmuck, das sie es sogar auf Schiffen umherfahren müssen weil sie nicht wissen wohin damit. Und weil wir nicht so viel davon haben, nehmen wir uns ein wenig davon, verstehst Du? Nur das ist gerecht." Sie blickte mir in die Augen und ich verstand, wir waren Piraten auf einem Raubzug.
Von der Auseinandersetzung zwischen den Besatzungsmitgliedern der beiden Schiffe bekam ich nicht viel mit, ich musste mich verstecken, weil ich noch nicht richtig kämpfen konnte, aber als meine Mutter und die anderen wieder zurückkamen lachten sie laut und brachten tolle Stoffe mit, und Schwerter, und Halsketten und Kisten voller Münzen und Pokale und und und...., ich konnte meinen Blick gar nicht davon lassen, so schön waren die Sachen, die schöner waren, als alles andere was wir je besessen hatten. Ich verstand, warum meine Mutter das tat, sie wollte, das es uns besser ging, und diejenigen, die so viel davon hatten, hatten ja ohnehin genug.
Fortan durfte ich immer öfters mit auf Fahrt gehen, mal mit meiner Mutter, mal mit meinem Vater, und mein Vater brachte mir viel bei. auf einer der Fahrten kostete ich auch zum ersten mal von dem Gefühl einen Gegner im Kampf niederzustrecken. Das Blut pulsierte durch meine Adern und ich konnte es gar nicht abwarten mich dem nächsten Gegner zu stellen. Auch Onkel Ragnar kam des öfteren mit. Mit Ihm verstand ich mich fast genausogut wie mit meinem Vater und er sollte auch der Pate auf meiner Ottajara werden. Doch so weit kam es nicht, denn bei einem überfall auf ein Al Anfanisches Sklavenschiff wurde mein Onkel so schwer verwundet, das er die Heimfahrt nicht überlebte. Er schwimmt nun mit Swafnir durch die Meere und bereitet sich auf den letzten großen Kampf vor. Mein Vater jedoch war sehr bedrückt, war es doch sein einziger Bruder der sein Leben ließ. Die Lebensfreude verließ meinen Vater, er ging nicht mehr zu See und verließ das Haus fast nicht mehr. Oft lebten auch die Kinder Ragnars und seine Frau in unserem Haus, wenn der Winter besonders kalt war. Mein Vater jedoch verkraftete den Verlust seines Bruders nicht. Niemand hätte gedacht, das mein Vater daran zerbrechen würde.
Auf meiner Ottajara war mein Großvater (mütterlicherseits) stellvertretend für Onkel Ragnar anwesend. Er reichte mir die Skraja und das Thin, und in diesem Augenblick schwor ich mir, das ich niemals zulassen würde, das mich jemand so verletzt wie man meinen Vater verletzt hat, ich schwor mir so viel Ehre, das mein Vater stolz auf mich sein könne und ich schwor mir dafür zu sorgen, das es meiner Familie gut ginge. Mit diesen Gedanken sprang ich in's Wasser und vollzog meine Ottajara
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