Forum für Kurzgeschichten, Gedichte, Philosophisches, Fotografien, Gemälde oder einfach zum Quatschen.

Das Boot - Albertcamus

Herzlich willkommen im Boot!

RSS-Feed

Uebersicht    Mitglieder    Registrieren    Login


Neuer Thread ...


ErstellerThema » Beitrag als Abo bestellenThread schließen Thread verschieben Festpinnen Druckansicht Thread löschen

<Lavida>
unregistriert

...   Erstellt am 23.12.2007 - 16:06Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Es stehen zwei Kinder zur Heiligen Nacht,
das Schwarze weint, das Weiße lacht,
Jedes hat einen Weihnachtsbaum
der eine verdorrt, der andere ein Traum.

Das schwarze Kind führte erst gestern
die Schwester zu Grabe.
Sie ist verhungerte in größter Not,
es fehlte an allem,
an Mais und Brot.

Nun schaut es zum Himmel,
die Hände gefaltet
und bittet zu Gott,
der doch über uns alle waltet.
Wer sollte mir schon Geschenke geben?
ich wünsch doch nicht viel
ich will doch nur leben !
Ach, einmal so richtig satt mich essen,
sag, lieber Gott,
warum hast du mich vergessen?

Die Antwort blieb aus,
aus hilft kein Flehen und Bitten
Weiß der da oben, wie das Kind gelitten?
Bisher glaubte es
ob arm oder reich
bei Gott wären alle Kinder gleich!

Weiß ist die Farbe des Mädchens Anne,
das wohlgenährt steht vor ihrer Tanne.
Die vielen Geschenke, von Oma das Geld
für Anne das Normalste der Welt.
Sie hat und nimmt und kennt keinen Dank,
denn sie war noch nie vor Hunger krank.

Beides sind Kinder in Liebe geboren,
das Weiße verwöhnt
das Schwarze verloren

Bevor wir wieder im Übermaß schenken
sollten wir bedenken.......

Das diese Erde für Jedermann gerechter werde


© 2000 E.S.




Chrissi ...

.....................

...

Status: Offline
Registriert seit: 12.02.2007
Beiträge: 510
Nachricht senden
...   Erstellt am 25.12.2007 - 12:41Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Lavida,

eigentlich ist Dein Gedicht ja sehr zum Nachdenken geeignet. Sicher auch so gedacht.
Was mich etwas stört, warum so weit in die Ferne schweifen?
Wenn sich jeder in seiner nächsten Umgebung umgucken würde, gäbe es reichlich zu tun!
Wie kommt es, dass ein Mensch teilweise MONATELANG in seiner Wohnung tot rum liegt?
Wie ist es möglich, dass NIEMAND mitbekommt, dort wird ein Kind misshandelt?
Fahr in die City und guck Dir an wie viele dort in der Kälte hocken weil sie kein Zuhause haben?

Die Liste könnte unendlich weiter geführt werden.

Sollte man / Mensch nicht erstmal dort anfangen anstatt in die Ferne zu gucken?
Sicher ist es einfacher ein paar Euros zu überweisen als sich wirklich um seinen Nächsten zu kümmern.

Nachdenkliche Grüße
Chrissi





Signatur
Ein Tag ohne Lachen, ist ein verlorener Tag!

Daggi ...

.....................

...

Status: Offline
Registriert seit: 20.02.2007
Beiträge: 569
Nachricht senden
...   Erstellt am 26.12.2007 - 21:45Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Lavida,

dein Gedicht... es verschafft mir eine Gänsehaut. Es ist wunderschön geschrieben und es ist auch ganz sicher so schlimm, wie du es beschreibst. Dennoch muss ich mich der Chrissi anschließen, denn auch bei uns leben sehr viele Kinder in Armut bzw. hart an der Grenze.

Chrissi, es ist aber sehr deprimierend, wenn man mit Sachgeschenken helfen will und abgewiesen wird, weil Geldspenden gewünscht sind! Das ist uns mal passiert und diese "Organisation" wollte das (fast neue) ausrangierte Spielzeug, diverse Kinderbücher und Puzzles meiner Tochter gar nicht haben.

Da läuft doch einiges schief oder?

Traurige Grüße

Daggi





Signatur
Sei nicht traurig, wenn etwas vorbei ist - sei froh, dass es gewesen ist...

Stefan ...
Admin


...

Status: Offline
Registriert seit: 12.02.2007
Beiträge: 948
Nachricht senden
...   Erstellt am 27.12.2007 - 22:22Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Goslarsche Zeitung vom 27.12.07 schrieb
    Schon wieder ist ein Kleinkind verhungert
    Zwickau (dpa) - Ein zweijähriger Junge ist im sächsischen Kirchberg vermutlich verhungert und verdurstet. Die 23 Jahre alte Mutter wurde am Donnerstag festgenommen, teilte die Polizei in Zwickau mit.


Hier der ganze Artikel zum lesen.

Leider wird nicht erwähnt, ob das Kind weiß oder schwarz war.

Kommentar überflüssig.


Daggi schrieb
    Chrissi, es ist aber sehr deprimierend, wenn man mit Sachgeschenken helfen will und abgewiesen wird, weil Geldspenden gewünscht sind! Das ist uns mal passiert und diese "Organisation" wollte das (fast neue) ausrangierte Spielzeug, diverse Kinderbücher und Puzzles meiner Tochter gar nicht haben.



Wenn ich so etwas höre oder lese da könnte ich...

Von Kinderspielzeug kann der Vorstand auch nicht leben! Können sie nicht ihre schönen Autos bezahlen vom Urlaub ganz zu schweigen!


Traurige und wütende Grüße

Stefan





Signatur
Macuser sind nicht eingebildet. Sie sehen einfach besser aus....

Daggi ...

.....................

...

Status: Offline
Registriert seit: 20.02.2007
Beiträge: 569
Nachricht senden
...   Erstellt am 28.12.2007 - 09:44Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ja, sowas macht wütend...

Aber wisst ihr, was schön ist? Weihnachtsmann in einem Kinderheim zu spielen... die Kulleraugen der Kleinen rühren einen zu Tränen, wenn sie ihre Geschenke auspacken.

Lächelnde Grüße
Daggi





Signatur
Sei nicht traurig, wenn etwas vorbei ist - sei froh, dass es gewesen ist...

<Lavida>
unregistriert

...   Erstellt am 28.12.2007 - 18:56Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Dieses Gedicht ist auf dem Rückflug am 23. Dezember aus Kuito (Angola)nach Deutschland geschrieben worden.

In den Camps wurden ehrenamtlich Ernährungsprojekte durchgeführt
Mehr als eine Millionen Menschen waren in dem Jahr auf der Flucht, mehr als 4 Millionen Kinder sind in Angola durch Landminen behindert. Sie sind ohne ärztliche Hilfe und verhungern.

Weltweit, auch in reichen Industriestaaten und auch in Deutschland, leben Kinder im Elend.

Seit 30 Jahren versuche ich Menschen zu motivieren nicht nur hinzusehen sondern zu handeln und ehrenamtlich bei humanitären Projekten mitzumachen.

Es ist mir wichtig konstruktive Lösungen im Kleinen also in unserer unmittelbaren Umgebung aufzuzeigen und umzusetzen.

Sicher, dies verlangt sehr viel Courage und Zeit, aber zunächst verlangt es: Hinsehen und Handeln.

Ich suche auch heute noch Menschen, die Werte aufgebaut haben, und diese Werte ohne Dollarzeichen in den Augen weitergeben.

Menschen, die sich in Nonprofitprojekte für Nachbarschaftshilfe, Menschenrechte, Fairen Handel, Umweltschutz einsetzen.


Menschen, die nicht nur über die grausame Welt, Gassenhauersprüche klopfen, statt konkret an einer friedlichen, schöneren, gerechteren Zukunft für alle Menschen weltweit, zukunftsweisend, mitzugestalten

Und diese Welt beginnt bei jedem zunächst selbst.

Zitat von Chrissi
Sollte man / Mensch nicht erstmal dort anfangen anstatt in die Ferne zu gucken?



Chrissi, ja das ist immer der erste Schritt. An welchem Projekt arbeitest du?

Welche Erfahrungen habt ihr alle hier in Forum mit Gründungen von Bürgerinitiativen oder Nachbarschaftsprojekten? Was habt ihr konkret in euerer Nähe aktiviert?

Sucht ihr noch Projekte oder konstruktive Lösungen, die ihr umsetzen möchtet?

Ich helfe gern.

Mein Lächeln für euch
Lavida




Chrissi ...

.....................

...

Status: Offline
Registriert seit: 12.02.2007
Beiträge: 510
Nachricht senden
...   Erstellt am 28.12.2007 - 19:44Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Lavida schrieb
    Chrissi, ja das ist immer der erste Schritt. An welchem Projekt arbeitest du?


Hallo Lavida,

ich arbeite an keinem PROJEKT !!

Ich arbeite überhaupt nicht! Ich mache schlicht und einfach die Augen auf, sehe wo ich helfen kann und tue es!

Meinem Nachbarn nach einem Herzinfarkt.

Eine 3 Häuser weiter lebende Familie mit 3 Töchtern und einem Sohn bekam die Kleidung meiner beiden Töchter! War sogar für mich ne Freude, konnte ich die Klamotten noch einige Jahre länger sehen.

Als ich noch mit dem Bus zur Arbeit fuhr sah ich jeden Morgen einen, tja wie sagt man, sehr ärmlich aussehenden Mann. Er suchte aus den angehängten Papierkörben zusammengeknüllte Tüten, guckte rein und nahm sie mit. Ich begriff erst nicht was das sollte. Als ichs kapierte, nahm ich JEDEN Morgen eine Tüte mit, drinnen waren 2 Brote und Obst. Wenn ich in kommen sah legte ich die Tüte obenauf. Tja und dann freute ich mich an seinem Strahlen. Ich wollte ihn nicht demütigen sonst hätte ich es ihm lieber in die Hand gegeben.

Es gibt noch viele dieser Dinge.
Alle diese Menschen sind, wie ich schon sagte, kein Projekt.
Ich hoffe, Du hast mich jetzt verstanden.

Lieben Gruß
Chrissi





Signatur
Ein Tag ohne Lachen, ist ein verlorener Tag!


Neuer Thread ...



Kalenderblatt


Impressum

Dieses Forum ist ein kostenloser Service von razyboard.com powered by:
Geizkragen Preisvergleich. Top-Produkt im Preisvergleich: Samsung PS-42C7H
Wollen Sie auch ein kostenloses Forum in weniger als 2 Minuten? Dann klicken Sie hier!



Verwandte Suchbegriffe:
kinderwünsche an die mutter- gedicht | kinderwünsche weltweit
blank