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kazenogaara 
Shogo°no°Ataenushi
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...   Erstellt am 19.05.2008 - 12:53Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Kapitel 30 – Die Vision gefangen von den Shal

Nachdem Sayoko alles erledigt hatte, was sie in Prûo zu erledigen hatte, beschlossen alle, weiter zu reisen. Also machten sie sich alle bereit, aßen noch etwas und packten ihre Sachen.
Jumon schlug vor, die Nacht für diese Wanderung zu nutzen, sodass ein zu langer Aufenthalt in Kisha City nicht nötig wäre. Geschlafen hatten alle genug, also machten Ginta und seine Freunde sich abends auf den Weg von Prûo nach Kisha City. In dieser Stadt sollte sie eine Zugfahrt erwarten, die sie nach Mayima bringen sollte. Von dieser Stadt aus war es wirklich kein weiter Weg zum Med-Dorf. Alle fanden, dass es wirklich eine gute Idee war, nachts zu reisen. In dieser klaren Nacht konnte man so schön den Mond und die Sterne beobachten. Außerdem erhaschte man ab und zu einen Blick auf die leuchtenden Augen nachtaktiver Tiere. Ab und zu hörte man Eulen, auch mal das Rascheln einer Katze, die durch das Gebüsch rannte und auch von einem Wolf, der den Mond anheulte. Es war einfach eine tolle Nacht, in der man super reisen konnte.
Am nächsten Morgen, nach dieser langen Wanderung, kamen sie endlich vor den Toren Kisha Citys an. Schön verziert waren diese großen Tore nicht wirklich. Man erkannte das Relief eines Zuges, mehr eigentlich auch nicht. Als sie das Tor durchquerten, blickten sie erstmal die Häuser und vor allem auch die Hauptstraße Kisha Citys an. Es war wirklich eine schöne Stadt. Hier und da war ein kleiner Laden, in dem man interessante Dinge kaufen konnte. Aber nein, zum Shoppen waren unsere Freunde nicht hier her gereist. Sie wollten doch zum Bahnhof, um mit einem Zug nach Mayima zu fahren. Von dieser Stadt war es wirklich nicht mehr weit bis zum Med-Dorf, in dem Oto ja ihre Ausbildung als Ärztin anfangen wollte. Quer durch die Stadt liefen sie zum Bahnhof. Sie wollten die Hauptstraße nicht nehmen, da sie zum einen länger war und zum anderen wollten Oto und Jumon die riesigen Container und Lagerhallen, die auf dem Weg zu finden waren, sehen und betrachten.
An diesem Tag war es extrem windig. Genervt machten sich Sayoko und Oto Zöpfe, denn der Wind schlug die Haare zu oft ins Gesicht. Ryoma, der ja schon einen Zopf trug, störte das nicht sonderlich.
Es lag etwas in der Luft. Ginta trug schon die ganze Zeit so ein komisches Gefühl in sich rum. Nicht nur der Wind, der sich immer wieder drehte, als suche er nach etwas, nein, auch eine komische Spannung war zu spüren. Gintas Amulett, das er um den Hals trug, fing immer mal wieder an, ganz leicht zu vibrieren. Ginta machte sich darüber keinen großen Kopf, denn er nahm an, dass diese Aktivität des Amuletts von dem Wind ausging. Oder hatte es doch etwas mit diesem Gefühl zu tun? Ginta machte sich dann doch Gedanken über diese Stadt und über diesen Tag.
Bis auf Jumon und Oto, die sich über die zahlreichen Aufschriften der Container unterhielten, waren alle still.
Eine Zugfahrt erwartete die Helden. Ginta erinnerte sich an einen Ausflug mit seinen Eltern und Soijitonoma. Wieder einmal eine dieser Erinnerungen, bei der er sich nur vage an das Aussehen seiner Eltern erinnerte. Er hatte eigentlich gar keine Photos von seiner Mutter und seinem Vater. Nur ab und zu hatte er davon gehört, wie Soijitonoma von dem wunderschönen Äußeren seiner Mutter schwärmte.
Zurück zu seiner Erinnerung: Es war ein kühler Frühlingstag. Das Ziel dieser Reise war ein riesiger Naturschutzpark nordöstlich von Kueteika, in dem Ginta und seine Familie wilde Tiere beobachten und auch ein Picknick machen wollten. Mit dem Zug war dieser Ort mit einer zweistündigen Fahrt leicht zu erreichen. Damals war Ginta noch total fasziniert gewesen von dieser Zugfahrt, denn es war seine erste.
Voller Aufregung setzte er sich direkt ans Fenster und klebte mit der Nase förmlich an der Scheibe. Diese wunderschönen Landschaften, die er erblickte, diese Bilder in Gintas Kopf von den Feldern, den Wäldern, dem Kirschblütenberg, sie alle kamen wieder hoch. Ob ihm das alles während der bevorstehenden Zugfahrt wieder passierte? Er wusste es noch nicht.
Seufzend schritt er voran, dicht gefolgt von den anderen.
„Wartet mal“, forderte Jumon und blieb stehen. „Die Geister sind ziemlich unruhig. Was ist los?“
„Der Wind ist doch genauso unruhig“, erwiderte Ginta.
„Ja, das nervt ganz schön“, brummte Sayoko, die sich wieder die Haare aus dem Gesicht strich, die nicht im Zopf waren.
„Wir sollten vorsichtig sein“, schlug Jumon vor.
„Geht klar“, fügte Ginta hinzu. Als er alle ansah, nickten sie entschlossen.
So gingen sie alle weiter.
‚Was hat das hier zu bedeuten!?’, überlegte Ginta. ‚Der Wind spielt verrückt, die Geister anscheinend auch, ein komisches Gefühl lässt mich nicht mehr los... Was wird hier gespielt!? Wenn mich mein Gefühl nicht täuscht... Wie kann mich mein Gefühl täuschen!? Irgendetwas wird wohl noch passieren, da bin ich mir sicher!’
Schon bald erreichten sie letztendlich den Bahnhof. Es war ein großes Bahnhofsgebäude, hinter dem die Gleise lagen. Sie betraten das Gebäude und erblickten einen Zeitungsstand, einen Laden, in dem man noch etwas zu essen kaufen konnte und die Information.
Sayoko, die das Geld bei sich trug, ging zuerst in die Information, um die Tickets zu kaufen. Die anderen beschäftigten damit, das Gebäude genauestens von Innen aus zu betrachen.
„Guten Morgen“, war Sayokos Begrüßung, obwohl es ja schon fast Mittag war.
„Hallo“, entgegnete der Angestellte in einem gestressten Ton.
„Ich würde gerne eine Zugfahrt für fünf Personen und eine Katze buchen. Es geht nach Mayima.“
Der Angestellte blätterte in einem Buch und fing an: „Heute fährt ein Zug nach Mayima. Die Katze kann kostenlos mitfahren.“
Danach sprach der Angestellte noch von dem Preis und Sayoko bezahlte sofort.
Als sie jedoch mit den Tickets in der Hand zurück zur Gruppe kam, hörten alle plötzlich eine gigantische Explosion. Es war sogar so schlimm, dass der Boden leicht vibrierte.
„Das kommt von den Lagerhallen!“, rief Jumon, der mit den Geistern der Umgebung geredet hatte.
„Na dann, auf los geht’s los!“, lachte Ryoma und rannte los. „So was wollen wir uns doch nicht entgehen lassen!“
„Ich hab’s gewusst“, seufzte Ginta und massierte sich seine Schläfen. „Es musste ja kommen, mein Gefühl hat mich also wieder nicht im Stich gelassen.“
Nachdem er das laut ausgesprochen hatte, sahen ihn alle erst komisch an, machten sich dann aber doch auf den Weg.
Myu rannte neben Ginta her, denn das Schütteln der Tasche, während er rannte, tat ihr wohl nicht sonderlich gut.
Als alle ungefähr die Hälfte der Strecke hinter sich gebracht hatten, wiederholte sich das Geräusch einer Explosion. Jetzt liefen Ginta und seine Freunde noch schneller.
Das Gebiet der Lagerhallen war umzäunt. An manchen Stellen waren große Löcher darin oder es fehlten ganze Abschnitte, durch die man leicht hätte durchsteigen können.
Je näher sie dem Ort des Geschehens kamen, desto mehr Leute des Militärs waren aufzutreffen.
„Was macht das Militär hier?“, wunderte sich Oto, die nun langsamer lief. „Sollten die nicht für etwas größere Einsätze bereit sein?“
Die anderen taten es ihr gleich und blieben dann stehen. Sayoko gab sich einen Ruck und sprach einen Soldaten, der in der Nähe stand, an und fragte nach, was denn los wäre.
„Eine Gruppe komisch gekleideter Leute stiehlt Sachen aus den Lagerhallen. Wenn ihr dort hinter schaut“, er zeigte mit dem Finger an eine recht weit entfernte Lagerhalle, „dann seht ihr einige dieser Leute, die gerade mit unseren Männern kämpfen. Der Anführer dieser Bande benutzt ziemlich komische Magie...“
„Danke für die Info“, verabschiedete sich Sayoko und wandte sich zu den anderen. Sie ging ein paar Schritte weiter, sodass keine der Militärs sie hätte hören können.
„Das sind Shal“, flüsterte sie.
„Was wollen die jetzt schon wieder!? Die können auch nie Ruhe geben“, sagte Ginta wütend.
„Dann mischen wir sie doch auf!“, meinte Ryoma und streckte seine geballte Faust in den Himmel.
Jumon und Oto grinsten nur. Danach kletterten alle über den ca. zwei Meter großen Zaun und liefen zu den Lagerhallen.
„HEY! Was macht ihr da!?“, brüllte der Soldat ihnen hinterher. Sayoko drehte sich im Rennen um und streckte ihm die Zunge raus.
Es tauchten immer mehr Shal auf, die die Gruppe nicht wirklich beachteten. Die Freunde schafften es, unbemerkt an einem Zentrum aus drei großen Lagerhallen anzukommen. Sie versteckten sich hinter den Hallen, denn davor spielte sich ja der Kampf zwischen den Militärs und den Shal ab. Wichtig war es jetzt, erstmal einen Plan zu finden, wie alle vorgehen sollten.
„Was ist unser Plan?“, leitete Oto ein.
„Wir teilen uns auf“, schlug Ginta vor. „Sayoko und Jumon nehmen sich diese Lagerhalle vor. Oto und Ryoma diese. Ich kümmere mich um diese in der Mitte. Wir erkundigen uns, was die Shal stehlen und vereiteln es so gut wie möglich, ok? Wie auch immer das geschehen soll, ihr lasst euch sicherlich was Gutes einfallen, stimmts?“
„Aber...“, versuchte Oto einzuwenden, bis sie von einem „Nichts aber!“ von Ginta unterbrochen wurde.
Dann machte er sich auf den Weg.
„Ich hoffe, er dreht nicht durch. Wir kennen seinen Hass gegenüber diesen Shal, nicht wahr?“, meinte Ryoma.
„Hoffentlich beherrscht er sich“, bemerkte Jumon.
„Hoffentlich passiert ihm nichts“, meinte Oto. Danach teilte sich auch der Rest der Gruppe auf.
Ginta schlich mittlerweile durch die riesige Lagerhalle, in der ziemlich viele riesige Container standen. Ab und zu gingen ein paar Shal durch die Halle, doch Ginta hatte Glück, versteckte sich immer und ließ sich nicht erwischen. Für ihn war es immer wieder ein kleiner Adrenalinschock. Er war alleine, was erwartete man denn sonst von ihm, vor allem mit seinen Gedanken. Dann kam wieder dieses komische Gefühl in ihm hoch und es leitete und führte ihn durch dieses Labyrinth der Lagerhalle.
Leise flüsterte eine unverständliche Stimme in Gintas Kopf. Überrascht darüber versuchte er genauer hinzuhören, doch es war nicht möglich, diese genau zu verstehen. Aber trotzdem wusste er, dass er jetzt etwas zu tun hatte.
Ginta kam zu einer Treppe. Langsam stieg er sie hinab und betrat einen Raum, der aus vielen gefängnisartigen Zellen bestand.
Plötzlich bekam er Kopfschmerzen, die Stimme wurde immer lauter, aber kein Shal oder weitere Personen waren in diesem Raum, wie er bemerkte, als er Zelle für Zelle einzeln betrachtete.
„Ginta“, flüsterte diese Stimme und er schritt zu einer gut verborgenen Zelle in einer Ecke des länglichen Raumes.
„Endlich bist du da“, sagte ein Mädchen mit langen blauen Haaren, die an den Gittern der Zelle stand und ihn erwartungsvoll anblickte. Tränen liefen ihr Gesicht hinab und sie grinste ihn dann an.
Ginta erwiderte erschrocken ihren Blick. Wer war sie?





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...   Erstellt am 07.06.2008 - 17:35Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Kapitel 31 – Die Macht des Lichts

Ginta öffnete die Zelle, sodass das Mädchen nun endlich wieder frei war.
„Ich bin Shiana und du bist Ginta, nicht wahr?“, begrüßte sie ihn und gab ihm gleich eine kleine Umarmung.
„Ich... Ich habe so lange auf dich gewartet... Und endlich, endlich bist du da!“
Gintas Kopf wurde langsam immer röter und etwas schüchtern stotterte er: „W... W... Wer bist du?“
Das Mädchen mit den blauen Haaren seufzte.
„Wie gesagt, ich bin Shiana, Shiana Aroya! Du weißt doch, dass ich es war, die dich gerufen hat...“
„Du hast mich gerufen?“, fragte er etwas verwundert. „Lass mich raten, du... du bist dieses Mädchen aus meinen Träumen? Du warst also die geheimnisvolle Person, die mich gerufen hat?“
„Ja, das war ich“, sagte sie mit leiser Stimme.
‚Was ist sie für ein Mensch? Ich habe sie gerade erst kennengelernt, trotzdem kommt sie mir so bekannt vor. Mein Mal brennt wie verrückt und das Amulett vibriert so heftig, dass es mir fast ins Gesicht springt! Was passiert hier!?’, dachte sich Ginta. ‚All diese Anzeichen... Sie muss eine gute Person sein! Aber... ich...’
Ginta schloss für einen kurzen Moment die Augen, und als er sie wieder öffnete, befand er sich plötzlich in einem großen Saal.
„Wo bin ich hier?“, hallte es durch den riesigen Raum. Sein Echo wurde einige Male hin und her geworfen, dann verstummte es.
„Dieser Raum... Er... Er kommt mir so bekannt vor...“
„Du warst schon einmal hier...“, erklärte Shiana. „Mehrmals sogar. Weißt du, damals? Du warst gerade sieben Jahre alt und solltest im Rathaus auf deine Großmutter warten. Du wusstest nicht wo, also bist du umher gelaufen und hast dich verirrt. Keiner hat dir geholfen. Plötzlich befandest du dich in diesem Raum und bist sanft eingeschlafen. Soijitonoma fand dich dann in der Eingangshalle, schlafend.“
„Diese Geschichte... Woher weißt du das? Ich habe das total vergessen...“
„Ich habe so lange auf dich gewartet, ich weiß vieles über dich, Ginta“
„Du...“
Bevor Ginta noch etwas sagen konnte, fanden sich beide wieder in diesem kerkerartigen Gang wieder.
„Ich...“
„Es tut mir Leid, dass ich dich so verwirrt habe“, unterbrach ihn Shiana. „Weißt du, wir stehen uns näher als du denkst... Du brauchst dazu nichts sagen, ich spüre es.“
Ginta schluckte. Er spürte nun, wie wild sein Herz klopfte.
„Komm mit“, bat er sie. „Ich muss meinen Freunden helfen.“
So machte sich Ginta kurzerhand auf den Weg. Da die restlichen Zellen leer standen, brauchte er keine weiteren Gefangenen zu befreien, was auch besser so war.
Er war nun verwirrter denn je. Das Mädchen mit den langen blauen Haaren, das ihm still folgte, war der Anfang einer Gedankenwelle, die in ihm losging und nicht mehr stoppte. Sie wusste alles über ihn, doch wieso? Wieso war sie in seinen Träumen?
‚Wieso, wieso, wiesooo’, dachte er sich und blickte sie an.
Shiana grinste darauf nur und folgte ihm weiter, ohne ein Wort von sich zu geben.

Mittlerweile tobte draußen ein erbitter Kampf, zwischen dem Militär und den Shal. Oto, Ryoma, Jumon und Sayoko befanden sich in einer Menge von sich bekämpfenden Soldaten und Shal, deren Andrang kein Ende nahm. Doch plötzlich wurde die Menge der Shal immer mehr und es wurde zunehmend schwerer für unsere Freunde, gegen sie anzukommen.
Ryoma stürmte mit seinem Schwer quer durch die Menge und verletzte einen Shal nach dem anderen, die wie Dominosteine zu Boden fielen. Geschickt wich er den Angriffen anderer aus und benutzte sogar einen Soldaten als Sprungschanze. Mit einem doppelten Salto brachte er drei weitere Shal zu Boden und rannte wie ein geölter Blitz zurück zum Zentrum des Geschehens, um Oto zu schützen, die gerade dabei war, einige der Soldaten zu heilen.
Jumon setzte sich meditativ an ein ruhiges Eckchen des Geschehens und bat einen seiner Geisterfreunde zu Hilfe. Diesmal beschwörte er wieder einen Geist in Form eines großen Schneemannes, der sich sofort ins Getümmel stürzte. Sayoko benutzte ihren Dolch, um einige Shal außer Gefecht zu setzen und teilte dazu noch ein paar starke Tritte und Schläge aus.
Der Kampf schien aber immer noch kein Ende zu nehmen und es wurde immer brenzlicher für unsere Freunde.
Mitten im Gemetzel stieß Ginta mit seiner Begleitung zum Rest der Gruppe, die sich jetzt doch alle an einem Punkt versammelte.
Alle wunderten sich über das Mädchen, das Ginta hinterherlief. Er warnte Shiana zuvor schon, dass es einen Kampf geben würde, was ja auch der Fall war.
Er erklärte, während er anfing mitzukämpfen, wer dieses Mädchen war und wo er sie gefunden hatte. Nachdem sich alle bei ihr vorstellten, konzentrierten sie sich wieder auf den Kampf.
„Sayoko und ich haben eine komische Maschine entdeckt. Als dann Ryoma und Oto zu uns stießen, flogen wir auf, da Ryoma ja diese Maschine kaputt machen musste“, erklärte Jumon, während er Ryoma grimmig ansah.
„Unser Plan wäre ja so perfekt gewesen“, seufzte Sayoko, die wieder einen Shal zu Boden streckte.
„So ist das also“, lachte Ginta, der auf einmal überraschend fröhlich war, und grinste die Person an, die an diesem Übel wohl Schuld war. „Dann machen wir diese Shal doch fertig!“
Jetzt formten sie einen Kreis um Shiana, offentsichtlich um sie zu beschützen. Sie trug Myu auf den Arm, die versuchte, Shal mit ihren Krallen zu zerkratzen, wie als würde sie mitkämpfen, aber es klappte nicht, weil sie mit keinem einzigen Shal in Berührung kam.
„Das muss ja eine nette Begrüßung für dich sein, sorry“, entschuldigte sich Oto.
„Das stört mich nicht“, erwiderte Shiana und streichelte Myu.
Der Kampf ging weiter.
Ryoma nahm sich hauptsächlich die bewaffneten Shal vor, Oto kümmerte sich um die Verletzten, Sayoko und Jumon kämpften wie gewohnt. Ginta versuchte jede elementare Magie mit seinen Techniken abzuwehren und kümmerte sich gleichzeitig noch um die Bösewichter, die versuchten, in die Nähe von Shiana zu kommen.
„Das ist das Mädchen!“, riefen einige dieser.
Andere wiederum: „Fangt sie wieder ein! Sie hat die Kraft!“
„BURKAM!!!“, brüllte plötzlich ein Shal, sprang mit Hilfe von seinen Kameraden hoch und feuerte einen starkten Feuerstrahl auf unsere Freunde.
Ginta wollte diesen Angriff schon mit einem Windstoß abblocken, doch in diesem Moment sprang Ryoma vor Ginta und blockte diese magische Attacke mit seinem Schwert ab, dass die Energie dieses Feuerstrahls sofort in sich aufsog.
„Es geht also doch immer“, bemerkte Ryoma und lachte. „Den nehme ich mir vor!“
Er rannte nun auf diesen Shal zu und bekämpfte diesen.
Langsam nahm der Andrang neu dazukommender Shal ab und die Menge wurde immer weniger. Die meisten Soldaten wurden dank Oto geheilt und konnten wieder ins Getümmel.
Langsam merkten unsere Freunde, wie immer stärker eine geheimnisvolle Kraft sie durchströmte und sie zusätzlich mit Energie versorgten. Es fühlte sich wirklich angenehm und warm an und es tat ihnen gut.
Als ein weiterer Shal den nächsten magischen Angriff mit einem komischen dunklen Stahl startete und währenddessen „Negistra!“ schrie, baute sich rasend schnell ein leicht blau schimmerndes Lichtschild auf und beschützte die Gruppe vor diesem Angriff. Auch die anderen Attacken wurden sofort geblockt und unsere Helden wurden komplett geschützt. Das überraschte Ginta und seine Freunde.
Nachdem dieses Schild wieder zerfiel stürmten weitere Shal voran, aber Ginta, Ryoma, Sayoko und Jumon konterten diese Angriffe mit Leichtigkeit. Oto heilte währenddessen weiter verletzte Soldaten und passte zudem noch auf, dass Shiana nichts passierte, obwohl das die anderen ja auch taten.
Es war irgendwie viel zu leicht, die Shal niederzustrecken. Das war wirklich merkwürdig.
>>Gut gekämpft, jetzt zieht ab >Was fällt euch Gören ein, meine Pläne zu durchkreuzen?! >Kankoban Sara! Ihr dürft mich aber Sara-dono* nennen , stellte er sich vor, immer noch in ein Mikrofon srpechend. (*-dono ist die japanische Endsilbe für Personen, die ziemlich hoch gestellt sind. Ich kenne das in Verbindung mit Königen und Prinzessinnen, wie Snow aus MäR)
Sofort stürmte die Gruppe in die mittlere Lagerhalle und alle rannten die Treppen zum Dach hinauf. Ein militärischer Befehlshaber versuchte sie noch davon abzuhalten und ihnen erst einmal die Situation zu erklären, aber sie hörten einfach nicht auf ihn.
Auf dem Dach angekommen erblickten sie einen jungen, in einen schwarz gekleideten Mantel, der mit vielen Kettchen geschmückt war, muskolösen Mann, dessen bunte Stachelhaare in alle Richtungen abstanden.
Er schmiss das Mikrofon beiseite und sagte: „Danke, dass ihr mir das Mädchen wieder gebracht habt!“
„Lass sie in Ruhe!“, rief Ginta und stellte sich provokativ vor Shiana. „Was willst du von ihr!?“
„Ach, ich brauche sie nur. um einige meiner bösen Machenschaften voranzutreiben... Was denkst du denn!?“
„Du... Du... Du elender Shal!!!“
„Tststs... Ich bin der mächtige Sara-dono!“
„Eingebildet ist dieser Typ gar nicht“, meinte Sayoko mit einem stark heraushörbaren sarkastischen Ton.
„Ihr wollt mich doch nicht erzürnen!“, grinste Sara.
Eine dicke Schlagader formte sich auf Sayokos Stirn.
„Also, dieser eingebildete, schlecht frisierte ******! ATTAAAACKEEEEEEEEEE“, schrie sie und stürmte auf ihn zu.
Er stand einfach nur genervt da und bewegte sich keinen Zentimeter.
Sayoko holte aus, um ihm einen starken Schlag ins Gesicht zu geben, doch plötzlich prallte ihre Faust auf eine blaufarbene Scheibe. Sofort sprang sie zurück und schüttelte ihre Faust.
„Du...“
„Sayoko, beruhige dich doch!“, meinte Jumon.
Jetzt raste Ryoma auf ihn zu und versuchte ihn mit seinem Schwert von der Seite zu treffen, doch auch da blockte auf einmal eine blaufarbene Scheibe seinen Angriff ab. Diese Scheiben schwebten in der Luft und anscheinend konnte Sara sie nach seinem Willen umherfliegen lassen.
Nun droschen beide auf ihren Feind ein, doch immer wieder verschoben sich diese plattenförmigen Gebilde und jeder neue Angriff wurde wieder und immer wieder abgeblockt.
Schnaufend standen Sayoko und Ryoma da und warteten auf einen Gegenangriff, doch noch kam keiner.
„Vergesst es doch einfach! Ihr kommt gegen den großen Sara-dono einfach nicht an“, lachte er und stolzierte langsam auf Shiana zu.
„Das werden wir zu verhindern wissen! Los geht’s!“, forderte Ginta auf und alle machten sich bereit.
Oto blieb sicherheitshalber in Shianas Nähe. Jumon hetzte seinen Geisterfreund auf Sara los und Sayoko und Ryoma griffen mit allem an, was sie nur hatten. Selbst Ginta griff ein und versuchte ihn mit seinem Stab zu treffen. Doch vergebens, sie schafften es einfach nicht, ihn abzuhalten.
„Grrr, wir werden dich davon abhalten, sie mit mitzunehmen, geschweige denn anzufassen!“ Ginta knirschte mit den Zähnen und sprang einige Meter nach hinten.
Er streckte seinen Arm aus und attackierte Sara mit einem Windstoß, der ihn nach hinten schleuderte.
Danach stürmte Ginta auf ihn zu und attackierte ihn mit seinem Stab. Während Sara aufstand und sich von diesem Angriff kurzzeitig erholte, formten sich diese Platten neu und plötzlich wurden es immer mehr. Statt zwei Platten wurden es plötzlich vier, acht und dann sechzehn!
„Ihr könnt gegen mich nicht ankommen, vergesst es doch einfach!“, erklärte Sara und lachte noch einmal. „Gebt mir jetzt das Mädchen, sonst könnt ihr etwas erleben!“
Sein Blick wurde immer grimmiger und seine Muskeln zuckten merkwürdig. Er sprintete jetzt auf das Mädchen mit den blauen Haaren zu und versuchte sie zu attackieren.
Doch das unerwartete geschah.
Die blauen Augen Shianas wurden immer heller, nahmen aber nicht die Farbe weiß an und sie streckte ihren linken Arm aus. Ein Bogen aus Licht wurde geformt und mit ihrer rechten Hand spannte sie einen Lichtpfeil.
Kurz bevor Sara das bemerkte, zog sie ab und ein riesiger Pfeil aus purem Licht schoss auf den Feind zu und traf direkt ins Schwarze. (Ha XDD wie lustig! XDDD)
Es warf ihn vom Dach der Lagerhalle und er fiel zu Boden.
Fiel er zu Boden? Nein, unsere Freunde hörten nicht das Geräusch eines Aufpralls, sondern eher das Geräusch einer komischen Maschine.
Eine fliegende Maschine fing ihren Feind auf und flog dem Himmel entgegen. Diese Maschine sah aus wie ein rieser Ballon, mit Flügeln und einem Roter. Unter diesem befand sich ein Container der mit Seilen an der Flugmaschine befestigt war.
„Sayonara, ihr Gören, wir sehen uns wieder! Und dann werde ich euch alle machen! Erinnert euch an den Monarch Kankoban Sara-dono!“, lachte Sara auf seine komische Art und flog mit dieser Maschine, die ein paar seiner Shal-Kollegen steuerten, davon.
„Das war’s wohl“, seufzte Ginta. „Guter Kampf, Freunde, wenigstens haben wir sie in die Flucht geschlagen... Freunde?“ Er wunderte sich, als keine Antwort kam.
Allesamt starrten sie Shiana an, als wär sie das zehnte Weltwunder.
„Hört auf sie so anzustarren!“, verteidigte er das Mädchen. Ginta bekam Angst. Er wollte nicht, dass alle sie so anstarrten. Er wollte doch eigentlich, dass sie akzeptiert wurde, obwohl sie etwas komisch war und... Was war das für ein komisches Gefühl ihn ihm?
„Wow, war das toll!“, brach es aus Oto heraus, die vor Begeisterung auf und ab hüpfte.
„Wie hast du das nur gemacht?“, wunderte sich Jumon.
„Gintaaaaa“, fragte Ryoma. „Darf sie uns begleiten?“
„Diesem aufgeblasenen Kerl hast du’s aber richtig gegeben!“, lobte Sayoko sie.
Ginta fiel nicht nur ein Stein vom Herzen, nein, auch seine Kinnlade kam dem Grund immer näher.
„I... I... Ihr fandet das cool?“, stotterte er.
Nun standen alle um Shiana herum und beglückwünschten sie und fragten, ob sie mit auf die Reise kommen wollte.
Shiana lächelte und man merkte, dass ihr die Gesellschaft mit Gintas Freunden gut tat.
„Jetzt lasst sie doch mal in Ruhe“, brummte Ginta, der sich gerade an Ryoma vorbeidrängte. „Es tut mir echt Leid, Shiana, aber...“
„Ist schon ok“, unterbrach sie ihn und grinste. „Ginta, es würde mich freuen, wenn ich dich auf deiner Reise begleiten könnte.“
„JAAA!“, rief Ryoma auf, der sich genauso wie die anderen darüber freute, dass Shiana jetzt mit im Team war.
Ginta wurde rot. „Na... Natürlich kannst du mit! Aber ich warne dich, unsere Reise wird nicht leicht. Wir werden wahrscheinlich noch viele Kämpfe hinter uns bringen müssen. Aber hab keine Angst, ich... ich werde dich immer beschützen...“ Seine letzten Worte hatten ja fast einen poetischen Klang. Er lächelte. Ein Gefühl in ihm sagte ihm, dass er sich nicht mehr von ihr trennen sollte, aber warum?
„Woher kommst du denn eigentlich?“, erkundigte sich Jumon.
„Das...“, sagte sie leise. „Das weiß ich selber nicht mehr...“
„Eine Amnesie?“, dachte Sayoko laut.
„Ich weiß nur noch, dass ich in einer Stadt aufgewacht bin und mich diese Leute mit den schwarzen Mänteln verfolgt haben. Sie meinten, ich hätte eine besondere Kraft, die sie brauchen. Dann sperrten sie mich in diesen Kerker. Das ist schon einige Zeit her... Bis dahin habe ich versucht, mit Ginta Kontakt aufzunehmen... Und heute habe ich ihn endlich getroffen...“
„Läuft da was zwischen euch, Ginta?“, lachte Ryoma und klopfte ihm auf die Schulter.
Er wurde sofort wieder rot: „Nein! Natürlich nicht!“
„Komm doch erst mal mit uns mit. Im Med-Dorf gibt es sicherlich Spezialisten, die sich mit Amnesien besser auskennen als wir...“, schlug Oto vor.
„Stimmt, das Med-Dorf...“, flüsterte Jumon.
„Das Med-Dorf!!!“, schrak Ginta hoch. „Schnell zum Bahnhof! Wir verpassen sonst unseren Zug!“
Gerade noch rechtzeitig machten sich unsere Freunde auf den Weg zum Bahnhof. Es war mittlerweile schon viel Zeit vergangen und der Zug würde sicherlich ohne unsere Freunde abfahren, wenn sie nicht noch einen Zahn zulegen würden.
Am Bahnhof angekommen zahlten sie noch schnell ein Ticket für Shiana und stiegen in den Zug, der kurz vor der Abfahrt stand. Endlich geschafft! Erschöpft setzten sie sich in einem Waggon und machten eine kleine Pause.
Doch eine Kleinigkeit hatten sie vergessen.
Der Befehlfsführende schleppte sich die letzten Treppen bis zum Dach der Lagerhalle hoch. Keuchend blickte er um sich.
„VERDAMMT! Diese Kinder! Sie haben ihn flüchten lassen! Jetzt ist die Maschine weg... Verdammt!“





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...   Erstellt am 24.08.2008 - 14:04Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Kapitel 32 - Eine wilde Zugfahrt

Der Schaffner pfiff kräftig in seine Pfeife und der Zug fuhr los. Heißer Wasserdampf entwich aus allen möglichen Öffnungen der pechschwarzen Lock. Die Räder bewegten sich und setzten den ganzen Zug in Fahrt. Unter Volldampf verließ der Passagierzug den Bahnhof Kisha Citys.
Ginta, Ryoma, Oto, Sayoko, Jumon und Shiana setzten sich in einen recht leeren Waggon und machten erstmal eine Verschnaufpause.
„Das war lustig“, fing Ryoma an zu lachen.
„Ein toller Kampf, leider ist uns Sara entwischt“, meinte Ginta.
„Zum Glück haben wir noch den Zug erwischt“, lachte nun auch Jumon und die anderen schlossen sich ihm an.
Nur Shiana saß ruhig am Fenster, gegenüber von Ginta, der sie beobachtete. Sie sah aus dem Fenster und betrachtete die schönen schnell vorbeiziehenden Landschaften.
Was war sie doch für eine geheimnisvolle Person.
Ginta fühlte bei ihr etwas komplett anderes, als er es bei seinen Freunden gespürt hatte. Ryoma, Oto, Sayoko und Jumon strahlten etwas Freundliches, etwas Wichtiges für ihn aus, das sie so vertrauenswürdig und freundschaftlich machte. Shiana war aber eine komplett andere Person und auch das Bauchgefühl Gintas war anders. Sein Herz schlug schneller und es wurde ihm ganz warm, jedes mal, wenn sie ihn ansah.
Ihr blaues Haar glänzte im Sonnenlicht. Ihr zartes Äußeres ließ sie vollkommen unschuldig aussehen. War es wirklich die Person, die in Gintas Träumen aufgetaucht war und ihn immer wieder aufgesucht hatte? Es musste so sein, beschloss Ginta.
Aber wie schaffte sie es, in Gintas Kopf zu kommen? Und die wichtigste Frage: Was wollte sie überhaupt von ihm? Was für ein Ziel verfolgte sie?
Fragen, auf die es momentan noch keine Antworten gab.
Jumon und Ryoma bemerkten es zwar nicht, aber Oto und Sayoko sehr wohl. Die beiden brachten die anderen Jungs dazu, mit ihnen in einer Vierergruppe zu sitzen, sodass Ginta und Shiana allein zusammen saßen. Ja, man merkte, dass die zwei etwas Mysteriöses verband, das noch keiner wirklich verstehen konnte.
Es war ein wunderschöner Tag, die Sonnenstrahlen bahnten sich ihren Weg zwischen vorbeiziehenden Wolken und die Luft war angenehm warm. Ginta öffnete einen Spalt des Fensters und sofort strömte frische Luft in den Waggon. Shianas Haare flatterten, genauso wie Gintas, in diesem Wind. Von draußen hörte man das Rattern der Räder über die Gleise.
Jumon beschäftigte sich wieder einmal mit einem seiner Bücher, die er sich mitgenommen hatte. In diesem handelte es von einem Geisterclan, der tief in den Höhlen der Berge lebte und dort seine Erfahrungen mit Gaia machte. Es interessierte Jumon anscheinend sehr.
Sayoko unterhielt sich mit Oto. Trotz der Ereignisse auf der Fähre, bei Jumons zu Hause und der eigentlich fehlenden Schulden Otos waren die beiden ziemlich gute Freundinnen geworden. Nun ja, bis auf das Hinzukommen Shianas waren beide die einzigen weiblichen Gruppenmitglieder.
„Wir sollten mal ein Frauengespräch mit Shiana führen“, flüsterte Oto zu Sayoko. „Außerdem will ich etwas mehr über sie erfahren.“
„Eine gar nicht mal so schlechte Idee, das muss ich zugeben“, antwortete ihr Sayoko.
„Wie alt sie wohl ist?“
„Mh... Sie schaut relativ jung aus, oder?“
„Sie könnte in meinem Alter sein“, meinte Oto, die Shiana unauffällig ansah.
„Das stimmt... Ich schätze sie auf sechzehn Jahre ein.“
„Ich schließe mich dir an.“
Während alle ihrer Beschäftigung nachgingen, starrte Ryoma gelangweilt an die Decke.
Plötzlich hörte er Schritte. Als die Schritte lauter wurden, entdeckte er Einwölbungen an manchen Stellen, als ob jemand auf dem Zug laufen würde.
„Ehm, Leute“, fing Ryoma an. „Ich will euch ja nicht beunruhigen, aber...“
„AHHH!!!“, schrie ein kleiner Junge, der gerade in den Waggon gestürmt kam. „Verfolgt sie!“
Der kleine Junge, der eine für ihn zu große Lokführermütze aufhatte, brüllte durch das ganze Abteil und rannte auf zum nächsten.
„Na toll“, seufzte Sayoko. „Da will man einmal pausieren und dann gibt es wieder Ärger! ARGH!“
Sayoko knirschte mit den Zähnen, ballte ihre Faust und sprang aus ihrem gemütlichen Sitz.
Ginta und die anderen standen genervt auf und nahmen die Verfolgung des Jungen auf.
Nachdem sie einige Abteile durchquert hatten, erwischten sie endlich den Jungen, der gerade auf das Dach kletterte.
Sayoko zog ihn an seinem ärmellosen T-Shirt wieder nach unten und blickte ihn böse an.
„Lass das, Kleiner“, warnte sie den Jungen mit den kurzen braunen Haaren. „Jetzt sind wir da und helfen dir...“
„Da oben!“ Er zeigte mit dem Finger auf das Dach des Waggons.
„Wir kümmern uns darum“, sagte Sayoko zum Abschied, schubste den Jungen zurück ins Abteil und schloss die Tür.
Ginta und Ryoma kletterten zuerst hinauf, danach folgte ihnen Jumon, Oto und Sayoko. Zum Schluss kletterte Shiana noch vorsichtig auf das Dach.
„Haltet euch gut fest! Und seid bitte vorsichtig!“, brüllte Ginta, der vorausging.
Bei dieser Fahrtgeschwindigkeit war es ganz schön windig. Gintas Umhang flatterte wild umher. Die Frisuren der anderen wurden auch ziemlich durcheinander gebracht.
Sayoko grummelte nur.
„Da vorne sind Shal!“, erkannte Ryoma und stürmte nach vorn.
„Was wollen die jetzt schon wieder?“, seufzte Ginta und sah nach hinten, um sicherzugehen, dass es Shiana gut ging.
Zögerlich lief sie voran. Oto half ihr ein wenig, einen festen Stand zu behalten.
Ganz hinten befand sich ein Waggon, der sich farblich von den anderen unterschied. Dort sammelten sich auch acht bis zehn Shal - die genaue Zahl war aus der Entfernung nicht näher bestimmbar.
Wie schon gesagt stürmte Ryoma gerade auf die Gruppe Shal zu. Jumon und Sayoko folgten ihm sofort.
Ginta blieb lieber noch bei Oto und Shiana, um sicherzugehen, dass ihnen auch nichts passieren könnte. Bei Shal wusste man ja nie, wo und wann sie sich versteckten.
Ryoma zückte sein Schwert und stürzte sich auf einige der Shal, die Gintas Gruppe längst bemerkt hatten.
Die meisten Shal waren ebenfalls mit Schwertern bewaffnet, also hatte Ryoma wohl am meisten Spaß. Er stieß zu und führte einen erbitterten Kampf mit seinen Kontrahenten. Sayoko und Jumon machten sich mittlerweile dafür bereit, ihre Beschwörungstechniken anzuwenden. Ein Schneemann und ein einfacher Schatten kamen wie aus dem nichts hervor und kämpften gegen Shal.
Ohne irgendwelche Störungen fuhr der Zug weiter und erreichte langsam eine riesige Holzbrücke.
Besiegte Shal fielen vom Zug und stürzten in ein tiefes Tal. Jetzt blieben nur noch eine Hand voll Shal übrig, die gerade versuchten, ein Dach mit einem Bohrer zu öffnen.
Ginta hatte genug. Er bat die anderen, wieder zurück in den Waggon zu gehen und ihm den Rest zu überlassen. Ginta plante etwas, von denen die anderen momentan noch nichts verstanden.
So verließen sie die Dächer. Doch eine blieb übrig. Shiana stand weiter auf der Leiter und sah Ginta zu.
Zuerst lenkte er die Shal ab. Er provozierte sie mit doofen Sprüchen und wie er es geplant hatte, griffen sie an. In diesem Moment sprang er vom Dach in die Tiefe des Tales.
„GINTA!!!“, schrie Shiana und blickte seitlich dem Zug entlang.
Genau jetzt fuhr der Zug in einen Tunnel hinein und die Shal stieß es vom Dach hinab in den Tod.
„Ginta, du Idiot...“, flüsterte das Mädchen mit den blauen Haaren.
„Wieso bin ich ein Idiot? Ich habe die Shal fertig gemacht“, prustete Ginta, der auf einmal hinter Shiana wieder auftauchte.
„Ginta!“
„Meinst du, ich lass mich so schnell besiegen?“, lachte er. „Es war doch ein so einfacher Plan... Lass uns zurück zu den anderen gehen.“
Beide gingen zurück in das Abteil und wurden von dem Rest der Gruppe schon erwartet.
Ginta erklärte, wie sein Plan ablief.
Mitten in der Unterhaltung stieß der kleine Junge wieder hinzu.
„Hey du! Alte Schramme, ich wollte der Held sein!“, beschwerte er sich und erhob drohend seine Faust gegen Sayoko.
„Willst du mich etwa herausfordern?“, grummelte die sehr genervte Sayoko.
„Hey ihr zwei, das reicht jetzt“, unterbrach Oto den aufkommenden Streit.
„Pöh!“ Der Junge drehte sich um und ging. Der Schaffner kam nun der Gruppe entgegen.
„Ich möchte mich dafür entschuldigen, dass Poko so viele Probleme gemacht hat und gleichzeitig möchte ich mich auch bedanken, dass Sie uns gerettet haben. Sie haben extrem teure Juwelen gerettet, die sich in dem letzten Waggon befinden.“
„Das haben wir doch gerne gemacht“, meinte Sayoko sarkastisch, doch der Schaffner verstand diesen Sarkasmus nicht und grinste weiter dankend.
„Um was für Juwelen handelt es sich denn dabei?“, erkundigte sich Jumon neugierig, während er gleichzeitig sein Buch weiter las.
„Das sind Juwelen aus extrem seltenem Monderz. Man munkelt, sie hätten eine magische und verführerische Wirkung auf den Träger.“
„Ach so ist das, na dann.“
‚Juwelen... Seltenes Monderz...’, hallte es in Gintas Kopf wieder.
Um was handelte es sich dabei? Ginta merkte schon, dass etwas Eigenartiges an der Sache war. Warum sollten sich die Shal für Juwelen interessieren?





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...   Erstellt am 24.08.2008 - 14:07Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Kapitel 33 - Verkleide dich!

Der Zug fuhr langsam in den Bahnhof Mayimas ein. Es dampfte wieder aus allen Öffnungen der Lok und der Zug bremste vollkommen ab.
Diese Zugfahrt dauerte den gestrigen Tag und die darauf folgende Nacht. Mittlerweile war es Vormittag und unsere Helden verließen ihren Waggon und begrüßten die Morgensonne Mayimas.
Die letzte Nacht war zwar ein wenig ungemütlich gewesen – trotzdem immer noch gemütlicher als zu Fuß -, aber trotzdem waren alle recht gut ausgeschlafen.
Ginta und seine Freunde verließen den Bahnhof und machten sich auf den Weg, um sich ein Hotel zu suchen. Ja, für die nächsten zwei Tage wollten sich alle noch ein wenig ausruhen. Außerdem gab es in dem Hotel, das sie sich ausgesucht hatten, eine heiße Quelle, in der man super entspannen konnte.
„Entschuldigen Sie“, begrüßte Ginta die Rezeptionistin, „ich möchte bitte zwei Hotelzimmer buchen...“
„Das geht klar, wie viele Betten?“, entgegnete sie.
„Zweimal drei Betten“, gab Ginta zur Antwort.
„Da hätte ich nur noch eine Bitte, in unserer Stadt wird heute ein Fest gefeiert und jeder Bewohner, sowie jeder Tourist sollte sich verkleiden...“
„Ohje, was ist das für ein Fest?“, seufzte Sayoko.
„Jedes Jahr feiern die Bewohner der Stadt ein Fest zur Feier, dass es allen gut geht... Es ist eine Art Sommerfest, bei dem sich jeder verkleidet.“
„Ach so ist das“, lachte Oto. „Ich finde, das ist gar keine so schlechte Idee...“
„Ist doch sicherlich lustig, sich mal zu verkleiden, oder?“, meinte Ryoma.
„Wenn ihr meint...“ Sayoko war von dieser Idee nicht wirklich begeistert.
So kam es, dass die Rezeptionistin die Gruppe zu ihren Zimmern brachte, eines für die Jungs und eines für die Mädchen und sie danach zur Garderobe führte. Myu blieb in Gintas Zimmer und ruhte sich aus.
Die Garderobe wurde extra für Touristen und Gäste des Hotels von der Stadtregierung gestellt, es sollte ja jeder ein Kostüm bekommen.
Auch hier wurde strikt nach Geschlecht getrennt.
Zuerst bekamen die Jungs ihre Verkleidungen. Jumon schlüpfte in ein Eisbärenkostüm, denn es war das einzige, das ihm passte. Ryoma bekam ein Sakko und eine dazu passende Anzughose. Anscheinend ging er als edler Geschäftsmann. Ginta ging ganz in schwarz. Ein langer Schal hing seinen Rücken hinab, der einige Male um seinen Hals gewickelt wurde und zudem seinen Mund verdeckte. Sein Kostüm sollte einen Shinobi (einen japanischen Ninja) darstellen.
Die Jungs warteten auf die Mädchen. Zuerst kam Shiana aus der Umkleide. Sie trug einen langen, blauen Kimono, auf dem sich pink-weiß farbene Kirschblüten befanden. Ihre Haare wurden wie bei einer echten Prinzessin hochgesteckt.
Ginta wurde wieder etwas rot, als er sie so sah.
„Du schaust... wirklich hübsch aus...“, meinte Ginta und bot ihr einen Stuhl an.
„Vielen Dank...“, bedankte sie sich und setzte sich hin.
Im nächsten Moment kam auch schon Oto aus der Umkleide. Halt, war das wirklich Oto? In diesem Moment erkannte man nämlich nur eine Kuh mit einem riesigen Kopf.
Ryoma und Jumon fingen laut an zu lachen, Ginta verkneifte sich dieses.
Die Kuh nahm ihre Kapuze ab und es stellte sich heraus, dass es wirklich Oto war.
„Hey Jungs, das ist fies! Mein Kostüm ist doch gar nicht so schlimm! Wartet doch lieber erstmal, bis Sayoko kommt“, kicherte sie.
„Sayoko, was trägt die denn?“, fragte Jumon nach.
„Das werdet ihr noch sehen“, kicherte sie weiter. „Jumon, du siehst ja wirklich niedlich aus! Und Ryoma, ich wusste gar nicht, dass du im Anzug so toll aussiehst.“
„Danke Otochen, heißt das, wir gehen mal miteinander aus?“, erhoffte es sich Ryoma.
„Das überlege ich mir nochmal. Sayoko, kommst du nun?“
„NEIN!“, murrte sie.
„Jetzt komm doch, so schlimm ist es doch gar nicht“, bat Oto.
„Doch, ist es! Ich komm hier nicht raus, ihr könnt alleine gehen!“
„Sayokooo, komm doch jetzt... oder soll ich rein kommen?“
„Komm doch, wenn du dich traust...“
Oto ging zurück in die Umkleide und zerrte Sayoko mit nach draußen.
Die Jungs konnten ihren Augen kaum trauen, Sayoko steckte wirklich in einem Clownskostüm!
Ein großes Gelächter brach aus und es schossen bei Ryoma schon die Tränen in die Augen vor Lachen.
„Ich habe es euch doch gesagt...“, grummelte Sayoko.
„Dann machen wir uns auf in die Stadt, wenn es ein Fest geben sollte, oder?“, schlug Ryoma vor.
„Auf geht’s!“, meinte Jumon.
So gingen alle in die Stadt. Sayoko hatte Glück, sie wurde nicht ausgelacht, eher wurde sie total begeistert von den Stadtbewohnern aufgenommen. Je verrückter das Kostüm, desto angesehener war man anscheinend.
In der Stadt gab es alle möglichen Arten von Essenständen, von Minispielen und Aktionen von Läden und auch von Privatpersonen, an denen man teilnehmen und gewinnen konnte.
Ryoma schlug sich den Bauch mit verschiedenen Spezialitäten und Köstlichkeiten voll, während Jumon und Oto sich ganz den Minispielen, wie Ringe werfen oder mit Wasserpistolen Luftballons voll schießen, widmeten. Es war wirklich lustig, jeder hatte seinen Spaß daran.
Sayoko setzte sich an eine kleine Bar und kippte einen Saft nach dem anderen runter. Deprimiert sah sie den Barkeeper, der ebenfalls als Clown verkleidet war an und wurde so noch deprimierter. Sie beschloss zu verschwinden, als sich der Barkeeper an sie ran machen wollte, nein, das war zu viel für sie.
Ginta und Shiana liefen gemeinsam ein wenig umher und sahen sie die Stände an. Ab und zu kauften sie mal einen Anhänger als Souvenir.
Das blauhaarige Mädchen sprach nich viel und schritt still neben Ginta her. Und Ginta war so nervös, sie bei sich zu haben, dass er ebenfalls kein Wort rausbrachte. Was war nur mit ihm los?
Oto erwähnte mal ab und zu, wie niedlich doch Ginta und Shiana aussahen und nervte damit Jumon, der das alles ohne Murren mit anhörte.
Später am Abend gab es dann noch für alle ein faszinierendes Feuerwerk und gute Musik. Aber unsere Freunde gingen schon früh, um sich in den heißen Quellen zu entspannen.

Teil 2

Nach diesem aufregenden Tag gönnten sich unsere Freunde in den in Mayima befindlichen heißen Quellen ein Bad.
Es befanden sich mehrere Quellen dort, sodass Ginta und seine Freunde eine eigene Quelle ganz für sich allein hatten.
Natürlich waren die weiblichen Gruppenmitglieder von den männlichen getrennt. In der Quelle verlief eine große Wand aus Holz, direkt durch die Mitte und teilte es in zwei Hälften.
Auf der einen Seite befanden sich Oto, Sayoko und Shiana. Ginta, Ryoma und Jumon badeten auf der anderen Seite.
Myu schlief oben in Gintas Hotelzimmer, das er sich ebenfalls mit den zwei anderen Jungs teilen musste.
Ginta lief vorsichtig über die glitschigen Steine, legte sein Handtuch, das um seine Hüfte gewickelt war, auf einen der Steine und setzte den ersten Fuß ins Wasser. Das heiße Wasser ließ ihn erst zurückweichen, doch dann glitt er entgültig hinein. Ryoma, der sich schon im Wasser befand, grinste ihn an. Ginta seufzte auf und tauchte mit seinem nackten Körper tiefer ins Wasser. Das heiße Quellwasser tat ihm echt gut.
Nach kurzer Zeit kam auch Jumon hinzu und stand misstrauisch schauend vor dem dampfenden Nass. Zögerlich tauchte er seinen großen Zeh in das Wasser und testete, ob es warm genug war. Als er den Zeh wieder raus hob, blickte er nachdenklich Ginta und Ryoma an.
„Komm doch auch rein, Jumon“, lud Ginta ihn ein.
„Du hast doch nicht etwa Angst, dein Ding zu zeigen?“, fragte Ryoma nach und sprang aus dem Wasser. „Ich und Ginta sind doch auch nackt, wir schauen dir nichts weg.“
Im nächsten Moment landete ein großer Holzeimer auf Ryomas Kopf und man hörte Sayoko rufen: „Ab ins Wasser mit dir!“
Nachdem der Eimer Ryomas Kopf getroffen hatte, rutschte er aus und fiel ins Wasser. Ein riesiger Platscher spritzte Wasser in alle Richtungen und Jumon bekam eine riesige Welle ab.
Wie belämmert stand er da und starrte Ryoma an.
Genau jetzt rutschte Jumons Handtuch auf den Boden.
„Geht doch, war doch nicht so schwer“, sagte Ryoma zufrieden, während er sich seine Beule rieb.
„Komm doch jetzt rein, wo du doch schon nass bist“, bat Ginta, der immer noch über Ryoma lachte.
Jumons Gesicht färbte sich rot, was anscheinend nicht nur vom heißen Wasser kam. Ohne lang zu überlegen setzte er sich auch endlich zu Ryoma und Ginta ins Wasser. Auch er genoss es in allen Zügen und fing an sich vollkommen zu entspannen.
In der Zwischenzeit befanden sich schon längst Oto, die sehr stille Shiana und auch Sayoko im Wasser. Es war wirklich ein überaus anstrengender Tag gewesen und deshalb genossen alle drei die Stille der umliegenden Natur. Ab und zu waren ein paar Worte von der Jungsseite zu hören, ja, besonders Ryoma war sehr auffällig.
Nach einiger Zeit beschlossen Ryoma und Jumon aufs Zimmer zu gehen und sich ‚auszuruhen’. Sie wickelten sich ihre Handtücher um und verabschiedeten sich von Ginta. Dieser wollte noch ein wenig die Ruhe genießen und entspannen. In letzter Zeit geschahen schon viele merkwürdige Abenteuer. Was hatte er bisher alles durchgemacht, um seinem Ziel weiterzukommen? Seinem Ziel?
...
Was war sein Ziel? Wieso hatte er diese Reise begonnen? Seit er auf die anderen getroffen war, war so vieles passiert, so viel Schönes, aber auch genauso Schreckliches. Mittlerweile hatte Ginta sein Ziel aus den Augen verloren.
Ja genau, da waren die Shal. Sie hatten seine Eltern und seine Großmutter umgebracht.
Sein Mal schmerzte auf einmal. Er fuhr mit seiner Hand darüber, doch der Schmerz hörte nicht auf.
„Ginta... Ginta...“, hörte man eine Stimme.
Er tunkte seinen Kopf kurz ins Wasser und kam dann wieder zu Sinnen.
„Ginta“, hörte man die Stimme wiederholt sagen.
Endlich wachte Ginta aus seinen Gedanken auf.
„Ja? Was ist?“, fragte er.
„Oto und Sayoko sind aufs Zimmer gegangen...“
„Ach, du bist es, Shiana...“
Er lehnte sich an die Holzwand und hörte, was sie zu sagen hatte.
„Ich möchte nicht allein sein...“, meinte sie.
„Das... das kann ich verstehen...“, fing er an. „Ich möchte auch nicht mehr allein sein, das Gefühl ist schrecklich...“
„Ich war die ganze Zeit allein... Bis ich dich wieder gefunden habe...“
‚Wieder gefunden? Wir haben uns doch noch nie gesehen...’, dachte er sich und sagte: „Shiana, darf ich dich etwas fragen?“
„Ja“, murmelte sie.
„Woher kommst du?“ Mehr wollte er momentan noch nicht wissen.
Sie dachte kurz nach und antwortete dann: „Ich... Ich weiß es nicht mehr... Ich bin in diesem Käfig aufgewacht und seitdem rufe ich dich...“
„Wenn das so ist, hast du ja... ganz schön lange auf mich gewartet, stimmt’s?“
„Ja, das ist so...“
„Es tut mir Leid, dass du so lange auf mich warten musstest.“
„Das ist schon in Ordnung, jetzt bist du doch da...“
„Und warum hast du ausgerechnet mich ausgesucht?“
„Du musst... wir müssen etwas suchen... wir müssen es finden...“
„... und dann?“ Ginta kam das Ganze etwas komisch vor.
„... ich weiß es nicht, tut mir Leid.“
Shiana kam etwas bedrückt rüber und Ginta etwas nachdenklich.
„Na gut, Shiana, dann suchen wir es eben“, lächelte Ginta zuversichtlich.
„Vielen Dank, Ginta... Wenn es dir nichts ausmacht, dann gehe ich nun auch aufs Zimmer...“
„Nein, geh ruhig, nur zu... ich wünsche dir eine gute Nacht, schlaf gut.“
„Das wünsche ich dir auch, Ginta...“
Er hörte, wie Shiana aus dem Wasser stieg. Zugleich entdeckte er ein kleines Loch in der Wand. Ginta konnte seine Neugier nicht unterdrücken. Er traute sich, einen kleinen Blick durch das Loch zu wagen.
Was er erkannte überraschte ihn: Nebelschwaden verdeckten seine Sicht.
„Argh! Was mache ich da nur!?“, schimpfte er mit sich selber. „So was tut man einfach nicht!“
Zur Strafe versank er im Wasser und hielt so lange die Luft an, wie er nur konnte. Es war zwar etwas kindisch von ihm, aber etwas Besseres fiel ihm gerade nicht ein.
Kurz bevor ihm die Luft ausging, stieß er wieder nach oben und holte tief Luft.
Ginta blieb noch ein wenig in der Quelle, doch dann entschloss er sich, hinauf zu Jumon und Ryoma zu gehen.
Als er die Tür aufsperrte und diese öffnete, traute er seinen Augen nicht. Ryoma und Jumon lieferten sich wirklich eine Kissenschlacht... und zwar nackt.
Er wollte sofort die Tür wieder schließen und verschwinden, doch in diesem Moment bekam er ein großes Kissen ins Gesicht geworfen.
„Da bist du ja, Ginta“, begrüßte ihn Ryoma und zog ihn in das Zimmer.
„Ryoma und ich liefern uns gerade eine erbitterte Schlacht!“, lachte Jumon.
„Und das müsst ihr nackt machen?“, seufzte Ginta.
„Jumon hat sich, als wir das Zimmer betraten, dafür gerächt, was ich ihm an der Quelle angetan habe“, erklärte Ryoma, „und hat mir das Handtuch geklaut... Das habe ich dann wiederum bei ihm gemacht... und dann hat er angefangen mit Kissen zu schmeißen.“
„Dann macht doch bitte weiter, aber zieht euch was an“, schlug der errötete Ginta vor, der nun im Nebenzimmer verschwand, um sich schlafen zu legen.
„Ich weiß nicht, was er hat", wunderte sich Ryoma. „Was ist daran so schlimm, mal nackt zu sein?“
Jumon räusperte sich und Ryoma blickte ihn komisch an. Der Geisterjunge zeigte auf seinen Fuß und Ryoma sah nach unten. In diesem Moment ging Ryoma, der auf Myus Schwanz getreten war, zur Seite und die schwarze Katze sprang ihm ins Gesicht. Sie zerkratzte ihm die Visage.
Ginta zog sich noch schnell eine Unterhose an und legte sich dann in das gemütliche Hotelbett.
Da blieb einem nur eins zu sagen: Gute Nacht.





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...   Erstellt am 15.09.2008 - 08:55Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Kapitel 34 – Gedanken über Gedanken

Der nächste Tag hatte schon längst begonnen und unsere Freunde waren schon auf dem Weg nach Tho'shka. Sie mussten nur noch diese kleine Stadt durchqueren und dann war es nicht mehr weit bis zum Med-Dorf.
Oto konnte den ganzen Tag schon an nichts anderes mehr denken, wie als ihre Eltern endlich zu sehen.
Sie ließ diesen Tag immer wieder durch ihren Kopf gehen, als ihre Eltern sie verließen. Es war zu ihrem Ziel geworden, auch einmal Ärztin zu werden und Menschen zu helfen.
Ihre Eltern... Oto hatte sie schon seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen und sie merkte, wie sie diese Spannung langsam nicht mehr aushielt. Endlich, nach so langer Zeit wieder mit ihren Eltern vereint zu sein, sie mal richtig in den Arm zu nehmen und zu betrachten, ob ihre Mutter nun wohl gesund war oder nicht, auf das alles, war sie so ungeheuer neugierig, und das merkten auch die anderen.
Normalerweise führte Ginta die Gruppe an, aber an diesem Tag befand sich Oto weit an der Spitze. Es sah fast so aus als würden die anderen nicht hinter her kommen können.
So war also die angehende Ärztin getrennt von der Gruppe.
Die anderen machten sich auch schon ebenfalls Gedanken über das bevor kommende Geschehnis. Leider waren diese, gar nicht so fröhlich, wie man hätte annehmen können.
„Bald haben wir unsere erste Etappe erreicht, Ginta“, sagte Ryoma mit einem strahlendem Grinsen, während er seine Arme über seinem Kopf streckte.
„Ja, das haben wir. Das Med-Dorf ist nur noch ein Tagesmarsch von hier entfernt. Ich hoffe, dass wir dort Informationen über einen möglichen Aufenthaltsort der Shal finden...“
„Ich freue, mich schon echt für Oto, dass sie ihre Eltern wieder sehen kann, ist schon klasse“, plauderte Ryoma weiter.
„Ja klar, ich freue mich doch auch für Oto... Aber...“, Gintas Blick schweifte zu Boden.
„Aber was?“, Ryoma sah ihn schief von der Seite an.
„Es heißt ja dann auch, wenn sie bei ihren Eltern ist und dann ihre Ausbildung als Ärztin beginnt, dass sie höchstwahrscheinlich unsere Gruppe verlassen wird, oder?“
Gintas Stimme hörte sich ziemlich bedrückt an, als er diesen Satz von sich gab.
„Da hast du Recht“, fügte Jumon bei, der wieder mal in einem Buch las, das Gespräch aber nebenher verfolgte, „Sie freut sich wie ein kleines Kind, ob sie das schon bemerkt hat?“
„Sie wird es spätestens merken, wenn es zu spät ist“, meinte Sayoko, „Ich hoffe nur, dass sie euch nicht zu sehr damit verletzt, wenn es ihr erst so spät bewusst wird...“
„Wie meinst du das?“, fragte Ryoma und zog eine Augenbraue nach oben.
„Das ist ganz einfach“, begann Sayoko zu erklären, „Jetzt denkt sie nur darüber, wie toll es sein wird ihre Eltern zu treffen und ihren Traum zu verwirklichen, die Ausbildung als Ärztin anzufangen. Die ganzen positiven Dinge, auf die sie sich schon seit Jahren freut. Das wäre bei euch sicherlich genauso...“
Sie sah in die Runde und bemerkte eine Bedrücktheit, die ihrer Meinung wohl zustimmte.
'Ein Traum zu verwirklichen...', dachte sich Ginta, 'mhh...'
Er blickte zu Shiana hinüber und überlegte sich, was wohl ihr Traum war. Sie war immer noch so geheimnisvoll und Ginta wusste noch so wenig über sie, aber da konnte er sich ja noch ein wenig Zeit lassen.
„...Und wenn man erst einmal solche Dinge vor Augen hat, wie Oto gerade, dann vergisst man ziemlich schnell die 'Opfer', die man dafür aufbringt, das was hinter einem liegt und am aller wenigsten denkt man an andere...“, erklärte Sayoko zu ende. Es hörte sich schon fast melancholisch und leicht deprimiert an, als würde sie da wohl ihre eigenen Erfahrungen gemacht haben. Die Möglichkeit, dass sie da Erfahrungen gemacht hat, war gar nicht so unwahrscheinlich, aber das lag nicht nur daran, dass sie die älteste der Gruppe war.
„Otochen...“, flüsterte Ryoma und wurde dann lauter, „Sie darf doch nicht gehen! Dann hab ich ja niemanden mehr, der sich mal an mich kuschelt oder...“
In diesem Moment bekam er auch schon eine dicke Kopfnuss von Sayoko. Ginta war kurz davor Myu auf ihn zu hetzen, hat es aber gelassen, weil sie gerade in seiner Tasche lag und schlief.
„Aua!! Das hat weh getan!“, ärgerte sich Schwertkämpfer.
„Das musste sein! Du hast es verdient du Casanova!“
„Ich weiß noch ganz genau, wie wir sie kennen gelernt hatten“, unterbrach Ginta den Streit.
„Aha? Dann erzähl mal!“, forderte ihn Jumon und Shiana nickte neugierig schauend.
„Wir waren in ihrer Heimatstadt, habe mich da wegen dem Aufenthaltsort der Shal erkundigt, als das Krankenhaus überfallen wurde. Ryoma und ich machten uns also auf den Weg um uns das mal anzusehen. Wir folgten einigen Banditen und kamen zu einer Höhle...“, erzählte Ginta wurde dann aber von Ryoma unterbrochen.
„Wo so ein hässlicher Muskelprotz sich uns in den Weg stellte! Wie hieß er noch gleich?“
„Mh, irgendetwas mit O... O... Okura! Genau so hieß er“, erinnerte sich Ginta und nickte mit dem Kopf, „Jepp, gegen den haben wir erst einmal gekämpft, um dann Oto, die er entführt hatte, zu befreien. Nachdem wir sie kennen gelernt hatten, kamen wir auch zu ihrer Großmutter und ab dort an schloss sie sich unserer Gruppe zusammen.“
„Das ist ja 'ne coole Geschichte“, meinte Jumon.
„Ja, das ist sie wirklich“, befürwortete Shiana Jumons Meinung.
Sayoko musste Lachen, aber das eher auf eine abfällige Art.
„Ach und sie ist nicht eurer Gruppe beigetreten, weil sie euch Geld schuldete? Ja, nicht jeder hat so ein Glück wie ich...“, murrte Sayoko doch schnell veränderten sich ihre grimmigen Gesichtszüge, „Doch, ich hab sie in der kurzen Zeit auch lieb gewonnen... Sie ist echt ein nettes Mädchen, mit guten Absichten. Ich denke als Ärztin wird sie es weit bringen.“
„Bestimmt!“, grinste Shiana, „Leider habe ich sie noch nicht so gut kennen lernen können.“
„Da brauchst du dir keinen Kopf darüber machen“, beruhigte sie Ginta, „Du hörst doch gerade viel von uns und außerdem mag sie dich sicherlich.“
Shiana grinste, sah dann hoch zum Himmel, an dem sich gerade mehrere dunklere Wolken auftaten, was jedoch sonst keiner bemerkte.
„Sie kann schnell Freundschaften schließen“, erkannte Jumon, „Das war mit mir und Sabî genauso.“
„Oto hat auch viel für uns gemacht“, sagte Ginta und sah zu ihr vor, „Ich bin ihr echt dankbar dafür...“
„Ich auch“, grinste Ryoma doch konnte seine Trauer nicht länger verbergen.
Jumon und Shiana blickten nun auch traurig drein.
„Hey Leute!“, zog Sayoko die Aufmerksamkeit auf sich und meinte, „Macht euch doch keinen Kopf darum, dass sie geht! Freut euch darüber, dass sie endlich ihrem Traum ein Schritt näher ist und ihre Eltern wieder sehen darf und ihre Ausbildung anfangen darf! Also echt...“
„Stimmt!“, meinte Ginta, wischte sich einige Tränen aus dem Auge und sprach weiter, „Wir sollten uns alle für sie freuen, da hat Sayoko schon recht.“
In diesem Moment verschwand die bedrückte Stimmung und alle konnten wieder lächeln.
Myu miaute, streckte sich in Gintas Tasche und sprang raus, rannte zu Oto vor und lief an ihrer Seite.
Jetzt drehte sich die blond-haarige um und erkannte, wie alle sie angrinsten.
„Was ist denn los? Hab ich was in meinen Haaren hängen?“, verwirrt tatschte sie ihren Kopf ab und fand nichts.
„Also, wenn ihr mich ärgern wollt, das könnt ihr bei mir gleich lassen!“
„Wir ärgern dich doch nicht, Otochen!“, meinte Ryoma und sprang in ihre Richtung, landete jedoch fast auf Myu und konnte noch rechtzeitig abdrehen. Er knallte auf den Boden und wurde gleich mit einer Kratzattacke Myus bestraft.
Alle mussten herzhaft lachen.





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...   Erstellt am 27.10.2008 - 23:40Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Kapitel 35 – Ankunft im Med-Dorf

Ein weiterer Tag verstrich und unsere Freunde waren kurz davor das Med-Dorf zu erreichen.
Es konnte nicht mehr lange dauern, dann erreichte Oto endlich den Ort ihrer Wünsche. Dem Ort, an dem ihre Eltern auf sie warteten, der Ort an dem sie ihren größten Traum verwirklichen konnte.
Das Med-Dorf war ein kleines dort, in dem die größten Ärzte als Lehrer unterrichteten.
Nun ja, so klein war dieses „Dorf“, soweit man es noch so nennen durfte, nicht mehr, was unsere Freunde feststellen mussten.
Schon aus der Ferne konnten sie die riesigen Stadtmauern erkennen und ebenfalls einige Wachtürme, die ringsum die Stadt befestigt waren.
„Ist DAS das Med-Dorf??“, erkundigte sich Jumon, der das ganze wohl nicht glauben konnte.
Oto kramte die Stadtkarte aus ihrer Tasche und überzeugte sich selbst.
„Das muss es doch sein, oder?“, meinte Sayoko.
Oto grübelte.
War das Dorf nicht doch ein wenig zu viel Stadt? Aber das musste es doch sein!
„Die Karte zeigt ein kleines Dorf, mit einigen Schulen, das ist merkwürdig...“
„Warum gehen wir nicht einfach in die Stadt und fragen nach? Das wäre doch das einfachste“, schlug Ginta vor.
„Fragen kostet nichts...“, fügte Sayoko dem noch bei.
Dann machten sich alle auf den Weg.
Zehn Minuten später, kamen sie dann endlich an den Stadttoren an und betraten die Stadt. Nun, nicht wirklich, denn bevor sie die Straßen der Stadt wirklich betreten konnten, kamen ihnen erst ein Mann mit Brille und eine Frau mit langem rotem Haar entgegen, die die gesamte Gruppe in ein Zimmer in der Stadtmauer führte. Es wahr wohl ein Untersuchungszimmer. Die Stühle und Tische wirkten steril, die Wände waren weiß wie Kalk und es standen überall komische Apparate herum.
„Willkommen in Yofu-Shiti“, grüßte die rothaarige Frau, „Jeder der die Stadt betritt muss erst untersucht werden, von Kopf bis Fuß. Die Frauen kommen bitte mit mir, die Männer werden bei meinem Kollegen untersucht.“
Ohne, dass jemand etwas sagen konnte, wurden sie schon in verschiedene Zimmer gezogen.
Bei den Jungs mussten sich alle, bis auf die Unterhose ausziehen und sich auf einen Tisch legen. Im nächsten Moment fuhr auch schon eine Sensorapparatur über die Körper der Jungs und wurden so anscheinend untersucht. Selbst für Myu gab es eine eigene Apparatur. Wohl für jegliche Haustiere gedacht.
Bei den Mädchen, war das genau dasselbe.
„Entschuldigen Sie“, fing Oto an, während sie untersucht wurde, „In welcher Stadt befinden wir uns hier?“
„Ihr seid hier in Yofu-Shiti, kennt ihr diese Stadt nicht? Sie ist weltberühmt!“, erklärte die Rothaarige im weißen Kittel.
„Wissen sie, wo sich das Med-Dorf befindet? Ich hab eine Karte... Sayoko würdest du mal?“
Sayoko nickte, holte die Karte aus Otos Tasche und zeigte sie der Fremden.
„Das Med-Dorf?“, lachte sie, „Das gibt es schon lange nicht mehr. Zumindest nicht als Dorf...“
„W...W...WAS!?“, stotterte Oto.
„Keine Angst, Kleines, du bist hier schon richtig... Aber sag mal, woher hast du diese Karte? Die muss ja uralt sein!“
„Ist das hier also das Med-Dorf?“, erkundigte sich Sayoko, die sich wieder anzog.
„Ja, ist es. Hier wurde einiges geändert in den letzten 50 Jahren. Dieses Dorf, dass für seine Ärzte und deren Talente bekannt war, wurde zu einer Weltmetropole, in der die größten Ärzte ihr können zeigen und sogar andere Unterrichten. Aber nicht nur das, da so viele Kranke hier her pilgern und hier geheilt werden und sich auch regenerieren müssen, fundierten hier nicht nur Krankenhäuser und Schulen, nein auch viel mehr Händler kamen hier her und... wie soll ich sagen? Das Dorf hat sich mehr und mehr ausgedehnt und ist zu einer riesigen Stadt geworden!“
„So ist das also“, murmelte Oto und zog sich auch endlich an.
„Was sucht ihr hier denn?“, wollte die Rothaarige wissen.
„Ich suche meine Eltern“, erzählte Oto, „Meine Mutter war krank, also ist Vater mit ihnen hier her gekommen...“
„Und du kommst sie also besuchen? Ist ja süß“
„Ja“, Otos Gesicht wurde leicht rot, „Und ich will hier meine Ausbildung als Ärztin anfangen.“
„Da bist du hier aber genau richtig! Yotsuba mein Name, schön dich kennen zu lernen“, lachte die Frau und stellte sich vor.
„Ich bin Oto, Oto Kitamuki“, stellte sich auch Oto vor.
„Sayoko“, warf Sayoko in den Raum.
„Ich bin, Shiana.“
„Kitamuki sagst du?“, wunderte sich Yotsuba, während sie den anderen die Hand schüttelte.
„Ja, so heiß ich...“, Oto war ein klein wenig verwirrt.
„Ich glaube, ich kannte deine Eltern, ich habe mal kurz ihren Namen gehört, wenn du willst kann ich dir zeigen, in welchem Krankenhaus sie sich befinden müssten... Wenn sie da noch sind, ich war schon eine lange Zeit nicht mehr in einem Krankenhaus, seitdem ich diesen Job hier habe...“
„Ist auch ein recht merkwürdiger Job“, war ein Kommentar Sayokos, das nicht überhört wurde.
„Unsere Aufgabe ist es, Leute die in die Stadt wollen erst einmal zu checken, ob sie gesund sind. Es könnte ja die Gefahr bestehen, dass etwas passiert. In der Stadt gibt es viele Menschen, die gerade erst bei der Genesung sind oder schon genesen sind und wir wollen einfach nur das schlimmste vermeiden“, erklärte Yotsuba und verließ den Raum wieder.
„Das ist doch nachzuvollziehen“, meinte Oto.
Währenddessen waren die Jungs im anderen Raum auch schon fertig mit der Untersuchung und beide Gruppen trafen sich im Wartezimmer.
„Kommt ihr mit? Yotsuba wird mir zeigen wo meine Eltern sind“, fragte Oto stolz.
„Klar kommen wir mit“, lächelte Ginta.
Alle anderen nickten und so machten sie sich auf den Weg.
Während sie zum Krankenhaus liefen, kamen sie an vielen Restaurants vorbei, jedes mal kam ihn ein anderer, aber köstlicher Duft entgegen. Ryoma lief schon das Wasser im Mund zusammen.
Nach einiger Zeit durchquerten sie auch ein Viertel, in denen es Waffen gab. Neugierig spitzelte Ryoma durch die Schaufenster und entdeckte schon bald einen tollen Schwertladen.
Er entschuldigte sich bei den anderen und meinte er würde sofort nachkommen.
Als sie an einer Bücherei vorbei kamen, entschuldigte sich Jumon und verließ die Gruppe für einen Moment.
Nun kamen die Drei, die noch übrig waren, unter der Führung von Yotsuba, an einer kleinen Gasse vorbei. Mit einem guten Gefühl in seiner Magengegend schlenderte Ginta den anderen hinterher. Plötzlich sprang Myu aus seiner Tasche und rannte in eine kleine, dunkle Gasse.
Ginta rannte ihr hinter her und rief den anderen noch zu dass er gleich wieder kommen würde und dass sie schon vorgehen sollten.
Nun war es nur noch Sayoko, die Oto auf ihren 'letzten Metern' begleitete.
Schon bald kamen sie an einem Krankenhaus an, das nicht wie jedes normale aussah. Es hatte schon fast die Form eines gigantisches Schlosses!
Begeistert traten sie ein und kamen in einem riesigen Raum an, an dem es einige Rezeptionistinnen gab, und ebenfalls einen Wartebereich. Hektisch liefen Ärzte in langen weißen Mänteln umher und Kranke wurden in Rollstühlen nach draußen oder wieder rein geschoben. So einen schönen Anblick hatte Oto noch nie zuvor in ihrem Leben gesehen.
„Wenn das meine Eltern sehen!“, stieß es aus ihr begeistert heraus.
„Deine Eltern haben das schon gesehen“, seufzte Sayoko und sah sie grimmig an.
„Also ihr Zwei, ich denke ihr kommt allein zurecht? Dann verschwinde ich mal wieder, tschüss“, meinte Yotsuba, drückte Oto noch einmal und ging zurück zum Stadttor.
Oto ging sich immer noch von allem begeistert umschauend, direkt zur Rezeption und fragte nach ihren Eltern.
„Entschuldigen sie“, fragte Oto nach.
„Guten Tag, was kann ich für sie tun?“, begrüßte sie eine alte, grauhaarige Schwester.
„Ich suche nach meinen Eltern, sie müssten hier im Krankenhaus sein.“
„Die Nachnamen bitte.“
„Kitamuki.“
Die Schwester rollte auf einem Rollstuhl in einen kleinen Raum hinter einer Wand. Wahrscheinlich war das das Archiv.
Nach einigen Minuten kam sie wieder zurück gerollt.
Mit strahlenden Augen sah sie die Schwester an. Doch diese schaffte es nicht in Otos Augen zu sehen.
„Ihre Eltern waren hier...“, fing sie an zu erzählen, „Ihre Mutter ist wegen den folgen ihrer schweren Erkrankung gestorben und ihr Vater, ist spurlos verschwunden. Es gibt Gerüchte dass er sich ermordet hat, aber das weiß man nicht genau. Es tut mir so Leid für sie...“
In diesem Augenblick blieb alles in Oto stehen. Sie fühlte für einen Moment nichts und klappte auf dem Boden zusammen.
Tränen brachen aus ihr heraus und laut fing sie zu schluchzen an.
„Das hätten sie auch freundlicher sagen können!“, brüllte Sayoko die Schwester an die nun schuldig auf den Boden blickte.
Sayoko wischte sich schnell ein paar Tränen aus dem Gesicht und beugte sich dann zu Oto hinunter. Beruhigend strich sie über ihren Rücken und versuchte sie zu trösten.
In diesem Moment räusperte sich jemand hinter Sayoko, sie drehte sich um und sah den großen Kerl mit langen schwarzen Haaren, die er sich zu einem Zopf nach hinten gebunden hatte, an.
„Oto?“, fragte der Mann neugierig.
Schniefend drehte sie sich um und erblickte einen alten bekannten.
„Ama!“, stieß es aus ihr heraus und sie sprang auf. Sofort nahm sie ihn in den Arm.
„Eh, w...w...was für eine schöne Begrüßung“, stotterte Ama.
„Was machst du denn hier?“, fragte sie, noch immer in einem weinerlichen Ton.
„Ich konnte es nicht mehr aushalten. Ich war naiv und dachte wenn ich an diesem Strand bleibe, finde ich meine Eltern schon, dabei könnten sie überall auf der Welt sein, also bin ich euch einfach nach gelaufen.“
„Das hast du getan?“, wunderte sich die Blonde.
„Ja...“, beantwortete er die Frage und wurde leicht rot.
„Ah, Entschuldige!“, Oto wich einen Schritt zurück und schnäuzte sich, „Tut mir Leid dass du mich hier so siehst...“
Sayoko vertraute Ama zwar noch nicht so ganz, aber sie ging zu ihm hin und flüsterte ihm etwas ins Ohr, woraufhin Ama ein bedrücktes Gesicht machte.
Jetzt nahm er Oto in den Arm, sie wurde rot und er sagte: „Das mit deinen Eltern tut mir Leid...“
Nun brach sie wieder in Tränen aus.

Zuvor...
„Myu bleib doch endlich stehen!“, rief Ginta, der Myu hinterherrannte. Geschickt musste er zwischen großen Kartons, Mülleimern und anderen Dingen hin und her springen um die schwarze Katze zu erwischen.
„Bleib endlich stehen!“, rief er noch ein letztes Mal, bevor er Myu endlich aufhalten konnte.
„Hab ich dich...“, sagte Ginta erleichtert, „Was machst du auch immer wieder für Ausreißer!?“
Myu hatte nichts besseres vor als zu Miauen und schleckte sich die Pfote ab.
Ginta blickte auf und was er erkannte, verwunderte ihn. Er rannte wirklich durch eine sehr enge, kleine und dunkle Gasse – er wunderte sich überhaupt warum Myu extra hier rein rennen musste, hier roch es weder nach Fisch sonst noch nach etwas das ihr schmecken könnte – und genau hier erblickte er ein kleines Häuschen, in dem Licht brannte.
„Das ist doch nicht wieder so ein...“, grübelte er und bevor er seinen Gedanken beenden konnte, öffnete sich auch schon eine Tür.
„Ah, da bist du endlich, Ginta...“, begrüßte ihn ein alter Mann mit Glatze und Kinnbart. Wie bestellt legte dieser einen großen Fisch für Myu auf die Veranda.
„Braves Kätzchen...“, murmelte er und wandte sich wieder zu Ginta, „Komm doch rein, komm doch rein.“
Ginta seufzte auf und nuschelte: „Wusst ich es doch.“
Er folgte der Einladung des Mannes und betrat das kleine Haus.
Ginta setzte sich auf das Sofa und der Mann brachte Tee und Kekse.
„Ginta...“, fing der alte Mann an, „Ich bin Natoku, einst habe ich deinen Vorfahren Gaara trainiert und ihn ein wenig auf seiner Reise begleitet...“
„Lassen sie mich raten“, unterbrach Ginta ihn, „Jetzt wollen sie mich trainieren?“
„Du bist ein schlaues Kerlchen, das muss man dir lassen. Ganz anders als dein Vorfahre!“, lachte Natoku und hielt sich den Bauch, „Ja und deswegen wollte ich dich bitten, dass du die anderen dazu bringst einen Monat hier zu bleiben, ist das in Ordnung?“
„Einen Monat? So lange??“, wunderte sich Ginta, „Aber ich will endlich zu den Shal!“
„Meinst du so stark wie du jetzt bist, schaffst du es sie zu besiegen?“, Natokus Stimme wurde plötzlich ernster, „Die Leute gegen die du bisher gekämpft hast sind nicht mal ein Zehntel so stark wie das, was noch auf dich zukommt. Willst du das Risiko ein gehen, dass deine Freunde verletzt werden?“
In diesem Moment sah er ein Bild seiner Freunde vor sich.
„Nein..“, antwortete er.
„Dann nimm bring sie dazu einen Monat zu bleiben. Das wichtigste Training und die Erweckung deiner Fähigkeiten sollte man in einem Monat unter den Hut bringen.“
Natoku nahm seine Tasse schlürfte daran und knabberte danach auf einem Keks herum.
Ginta saß still da, seine Händen in den Schoß gelegt und sein Blick darauf gerichtet.
Plötzlich fühlte er in sich ein komisches Gefühl, als wäre irgendetwas passiert.
„Ich muss los!“, stieß es aus ihm heraus, „Ich überrede sie bis morgen einen Monat zu bleiben!“
Ginta packte seine Tasche, zerrte Myu von dem Fisch weg und rannte los.
Sein Gefühl leitete ihn durch die halbe Stadt, bis er zu einem großen Krankenhaus ankam. Er stürmte hinein und sah wie seine Freunde beisammen standen.
„Was ist passiert?“, fragte Ginta neugierig nach.
„Es geht um Oto“, sagte Sayoko und erzählte Ginta die ganze Geschichte.
Er nahm Oto in den Arm und drückte sie fest. In diesem Moment entdeckte er auch Ama und begrüßte ihn.
„Leute, ich muss euch um einen Gefallen bitten...“, fing Ginta an.
„Ginta, wir müssten dich auch um etwas bitten“, fügte Oto hinzu.
„Können wir einen Monat hier bleiben?“, sagten beide gleichzeitig.





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toki no nai sonzai o koko ni iru to, arata na tabi ga ima hajimaru


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...   Erstellt am 14.12.2008 - 17:37Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Kapitel 36 – Der Monat im Med-Dorf ~ Ginta & Shiana

Die Tassen klirrten, als das Tablett von Natoku auf den Tisch gestellt wurde. Mit einer Handbewegung signalisierte der alte Mann den beiden vom Tee zu trinken, den er gerade serviert hatte.
Shiana und Ginta saßen in dem kleinen Häuschen, das plötzlich nicht mehr so klein zu sein schien.
Vor einigen Tagen kamen sie im Med-Dorf an. Sie mussten feststellen, dass Otos Eltern schon verstorben waren und zu alle dem brachte sie dieser Alte dazu, einen Monat in diesem Dorf fest zu sitzen, um zu trainieren. Oto und die anderen willigten überrascht mit ein. Oto brabbelte nur etwas von einem Spezialtraining, aber mehr konnte Ginta darüber auch nicht in Erfahrung bringen.
Er beobachtete Shiana, die still neben ihm saß und am Tee schlürfte. Natoku bestand darauf, dass sie während seines Training unbedingt bei ihm sein musste. Aber dieser Grund blieb Ginta vorerst ein Geheimnis.
Beim genaueren Umsehen im Raum, fiel es Ginta plötzlich ein. Das Haus hatte sich wirklich verändert! Alles war ein wenig größer, und wenn man die Tür in der Küche öffnete, kam man zu einem schönen, sonnigen Hof. Wahrscheinlich war genau das der Trainingsplatz. Außerdem gab es oben für Ginta und Shiana ein gemeinsames Zimmer, mit eigenem Bad.
Natoku erwartete wohl, dass die beiden hier auch noch übernachteten. Nun gut, bei den Hotelpreisen in dieser Stadt, war das ein willkommenes Angebot.
„Also Ginta“, fing Natoku an und setzte sich den Zweien gegenüber, „Ab morgen beginnt das Training für dich. Dich Shiana möchte ich bitten, ihn so gut es geht zu unterstützen.“
„Und wie soll ich das machen?“, fragte sie mit zarter Stimme.
„Das wirst du schon sehen wenn es so weit ist. Also zu dir Ginta, ich habe einen ausgefeilten, gut durchdachten Trainingsplan für dich erstellt...“
„Dürfte ich ihn mal sehen?“, erkundigte sich Ginta neugierig.
„Nein“, antwortete der Alte rasch.
Überrascht sah er seinen Gesprächspartner und neuen Trainer an.
„Und wieso, wenn ich fragen darf?“
„Er ist hier drin“, während er das sagte, tippte er mit seinem Finger auf seine Schläfe.
„Na toll“, seufzte Ginta, „Das kann ja was werden!“
Im nächsten Moment kassierte er auch schon eine Kopfnuss, seines neuen Meisters.
„Deine Reaktionen sind sehr langsam, das notiere ich mir gleich...“, sagte der Alte und brachte das Geschirr zurück in die Küche.
„Ach ja, Shiana“, rief er aus der Küche, „Wenn ich dich noch bitten dürfte uns zu unterstützen in dem du dich um das Essen und die Küche im Allgemeinen kümmerst, ist das in Ordnung?“
Ohne groß Anstalten zu machen, gab sie ein verständliches „Ja“ von sich.
So verging der erste Tag und der letzte an dem sich Shiana und Ginta es sich noch gemütlich machen und sich ausruhen konnten.
Am Abend lagen die beiden sich in ihre Betten. Beide teilten sich ein Zimmer, aber zum Glück gab es zwei Einzelbetten, die jeweils an einem Ende des Zimmers lagen. Die Lage war so schön, dass Shiana und Ginta aus dem Fenster sehen und die Sterne beobachten konnten.

Am nächsten Tag hieß es für Beide schon bei Sonnenaufbruch aufstehen und sich fertig machen. Ginta bekam von Natoku Trainingsklamotten. Gut von Klamotten konnte schlecht die Rede sein, da er nur eine beige Stoffhose tragen durfte. Wohinter da wohl der Sinn steckte?
Shiana band sich auch schon eine Schürze um, und durchstöberte die Küche nach Nahrungsmitteln. Da die Ausbeute ihrer Suchaktion nicht gerade gut ausgefallen war, machte sie sich auf den Weg zum nächsten Markt.
Ginta hatte derweil ein Gespräch mit Natoku über sein Training.
„Unser Ziel, Ginta, ist die Erweckung deiner Fähigkeiten, die tief in dir Schlummern. In letzter Zeit müsstest du eigentlich eigenartige Dinge in dir gespürt haben. Aber anscheinend hast du nicht darauf geachtet...“
„Woher... woher weißt du das?“
„Ich lese in deinen Energiewellen. Sie werden Aros genannt und stecken in jeder Ader und jeder Zelle deines Körpers.“
Ginta hörte aufmerksam zu.
„Ich kann sie lesen, da ich das nicht nur schon seit sehr langer Zeit trainiert habe, sondern auch weil ich die Begabung dazu habe. Weißt du Ginta, in jedem Menschen steckt eine bestimmte Begabung. Nehmen wir zum Beispiel deine Freundin Oto. Ihre Begabung ist es, Menschen zu unterstützen und Verletzte zu versorgen.“
„Aha, ich verstehe“, murmelte Ginta und aus reiner Neugier fragte er, „Und was ist meine Begabung?“
„Da wirst du noch selber drauf kommen“, meinte Natoku und lachte.
„Ich kann noch viel mehr aus dir herauslesen, aber das ist jetzt unwichtig. Dann fangen wir ganz von vorne an. In dir steckt also diese Energie, die im Allgemeinen 'Aros' genannt wird. Sie steckt in jedem Menschen, egal wie groß oder klein, dick oder dünn, jung oder alt, männlich oder weiblich dieser ist. Um jetzt diese Energie aber für Kampftechniken nutzen zu können, bedarft es an Training. Zudem kommt noch hinzu, dass es verschiedene Arten gibt, diese Energie einzusetzen. Wie man sich sicherlich denken kann, muss man diese Energie auch wieder erneuern, wenn sie einmal aufgebraucht ist, nicht wahr?“
„Eh, ja natürlich!“
„Das einfachste Beispiel: wenn du einen Tag lang dich bewegst, hier und da hin läufst, dann verbrauchst du etwas von dieser Energie. Was machst du um wieder an Energie zu gelangen?“
„Ich esse etwas oder lege mich schlafen.“
„Genau! Auf diesen Wegen erlangst du wieder an Energie. Durch das Essen nimmt dein Körper die Energie, die in der Nahrung steckt auf und speichert sie. Beim Schlaf ist das ähnlich. Der Körper ruht sich aus und erlangt von selbst wieder an Energie.“
„Es gibt also zwei verschiedene Arten, an Energie zu gelangen? Einmal eine Aktive, das Schlafen und das Passive, das Essen, sehe ich das richtig?“, fragte Ginta.
„Nicht ganz, nicht ganz.“
„Also gibt es mehr?“
„Ja. Es gibt die verschiedensten Arten wieder an Energie zu kommen, diese zwei sind nur die fundamentalsten. Andere Aktivitäten können die Erneuerung von Aros in deinem Körper beschleunigen. Manche hören Musik um sich zu erholen, andere Pflegen ihren Körper, wiederum andere gehen Schwimmen. Du verstehst?“
„Ja klar! Also könnte man sagen, wenn man seiner Lieblingsbeschäftigung nachgeht, erneuert sich Aros im Körper?“
„Das stimmt leider nicht ganz. Es gibt Menschen deren Lieblingsbeschäftigungen sie an Aros kostet. Das ganze ist ein wenig verwirrend. Aros unterteilt sich nämlich in einige Energiestränge. So benutzt du Energie um deinen Körper zu bewegen, Energie um zu Denken, Energie um deine Organe zu versorgen.“
„Ach so ist das, also hab ich verschiedenes Aros in mir?“
„Nein, es ist immer noch eine Art, nämlich deine. Jeder Mensch hat eine andere Textur von Aros in sich. Es ist wie der Fingerabdruck eines Menschen, keinen gibt es zweimal. Diese Stränge sind nur die verschiedenen Aufgaben die das Aros in dir vollzieht.“
Ginta verinnerlichte diese neuen Informationen, die er gerade bekam.
„Also fangen wir mit der ersten 'Lektion' an!“
Natoku stand auf und warf sein Shirt, das er an hatte, in eine Ecke des Hofes.
„Steh auf Ginta. Zuerst wirst du deinen Körper kontrollieren müssen. Also machen wir die folgende Woche Krafttraining für dich, um deinen Körper ein wenig zu stählen.“
Ginta tat, was ihm befohlen wurde, stand auf und wurde sogleich von Natoku blitzschnell angegriffen. Geschickt wich er einigen Schlägen und Tritten aus, doch nicht alle konnte er parieren. Ein kräftiger Schlag traf ihn in seinen Magen und Ginta flog einige Meter nach hinten.
„Man sieht, so grundlegende Dinge würdest du schnell erlernen, doch das ist nicht genug.“
Natoku murmelte unverständliches Zeug vor sich hin und ging Ginta entgegen. Er reichte ihm seine Hand und half dem am Boden liegenden hoch.

Diese Woche wurde hart für Ginta. Natoku nahm ihn richtig ran, zwang ihn dazu im Dauerlauf um die ganze Stadt zu laufen, 100 Runden am Tag. Ginta musste Kisten schleppen, Steine verschieben und solche Dinge. Dazu hatte er Natoku als Gegner, der ziemlich fit war. Es war wirklich nicht leicht für den 15-Jährigen.
Shiana unterstützte ihn so gut es ging, in dem sie das Essen vorbereitete. Sie ließ auch jeden Abend eine heiße Wanne für Ginta ein, so dass er sich ein wenig erholen konnte.
Es waren wirklich höllische Strapazen, die er durchmachte. Diese körperliche Anstrengung, dazu so wenig Schlaf. Aber seine Bemühungen waren nicht umsonst. Er hatte schon etwas an Muskelmasse zugenommen, und seine Reaktionsgeschwindigkeit verbesserte sich enorm. Auch die körperliche Stärke, hatte sich mindestens verdoppelt. Ein sehr zufriedenstellendes Resultat des Trainings.
Nach genau einer Woche beschloss Natoku, dass das Körpertraining nun beendet war. Er konnte Gintas Körper nicht noch mehr vorbereiten.

Am ersten Tag der zweiten Woche, konnte Ginta zur Belohnung einmal ausschlafen. Auch Shiana genoss das, da sie selbst auch nicht so früh aufstehen musste. Doch trotzdem konnte sie nicht so lange schlafen. Noch stundenlang lag sie wach in ihrem Bett und starrte zum Fenster hinaus. Dort ragte ein dicker Ast eines Baumes entgegen und zwitschernde Vögel saßen auf diesem.
Sie drehte sich und schlang sich tiefer in ihre gemütliche Decke hinein. Jetzt konnte sie Ginta direkt anschauen, der halbnackt in seinem Bett lag und schlief.
Jedes mal, wenn sie ihn ansah, kam in ihr so ein komisches Gefühl hoch. Er war ihr so vertraut und glich ihr wie ein Beschützer. Er war keine Vaterrolle für sie, aber sie wusste tief in ihr, dass Ginta etwas besonderes für sie war.
Ein bis zwei Stunden später war auch Ginta wach, hatte längst gefrühstückt und befand sich im kleinen Hof wieder.
Grinsend begrüßte ihn Natoku.
„Guten Morgen Ginta! Na, der Schlaf tat doch gut, nicht wahr?“
„Ja, das tat es wirklich.“
„Deine Energiereserven mussten sich wirklich sehr gut erholt haben in dieser Nacht, hehe“
„Was ist unsere nächste Lektion?“, erkundigte sich Ginta der die letzte Behauptung von Natoku eher überhörte.
„In der letzten Woche hast du an körperlicher Ausdauer und Kontrolle gearbeitet und das auch recht gut hinter dich gebracht. Jetzt solltest du anfangen zu lernen Aros zu kontrollieren und auf Energien in und um dir zu hören und sie zu spüren. Glaub mir, das Training letzte Woche war ein Klacks im Gegensatz zu dem was auf dich noch zukommt!“, erklärte Natoku und lachte.
'Ein Klacks!? Er hat mich laufen lassen als hätte ich nichts anderes gelernt und schwere Gewichte schleppen lassen! Und das mit dem Felsen vom einen Ende der Stadt zum anderen Schieben will ich da noch nicht mal erwähnen...', dachte sich Ginta, 'Bin ich mal gespannt was er jetzt von mir verlangt.'
Natoku bemerkte wie Ginta nachdachte und führte seine Erklärungen fort: „Ich möchte, dass du meditierst und versuchst in dir und um dir alles wahrzunehmen.“
„Das war es schon?“
„Momentan ja. Voraussetzung ist, dass du hier sitzen bleibst, egal was passiert, ok?“
„Von mir aus“, meinte Ginta ohne groß darüber nachzudenken.
„Ach bevor ich es vergessen, es gibt keine Pausen und du darfst erst aufhören wenn ich es sage, verstanden?“
Natoku stand auf und ging zurück ins Haus. Ginta konnte ihm nur komisch starrend nach gaffen.
Da blieb dem Schüler wohl nichts weiter übrig, als sich auf den Boden zu setzen, seine Augen zu schließen und anfangen zu meditieren.
Er atmete noch ein letztes Mal tief ein und wieder aus, danach beruhigte er seine Atmung und er merkte, wie sein Herz langsamer schlug.
Zuerst versuchte er erstmal seine Gedanken zu lassen und schaffte es sich dem „nichts denken“ zu nähern. Plötzlich spürte er so vieles. Sanft strich der Wind über seine Haut, wurde mehr und mehr stärker. Es war etwas kalt, deswegen stellten sich seine Häärchen auf.
Er nahm das raschelnde Laub der Bäume, die sich im Wind hin und her bewegten war. Sein Gefühl sagte ihm, dass er es richtig mache.
Das Grinsen wollte Ginta schon anfangen, als er plötzlich etwas auf seiner Nasenspitze spürte. Plötzlich wiederholte sich das Gefühl auch auf seiner Hand, und ein drittes mal auf seinem Rücken. Es wurden immer mehr und mehr von diesen kurzen Wahrnehmungen auf seiner Haut, bis er realisierte, dass es nieselte. Die Wassertropfen fielen schon fast rhythmisch vom Himmel und landeten auf ihm. Anfangs war es noch angenehm, wie eine sanfte Dusche, doch es wollte natürlich nicht so bleiben. Der Regen wurde immer stärker bis es aus Strömen goss.
Zu diesem Zeitpunkt hatte Shiana den Tee für Natoku gemacht und gemerkt dass es regnete. Fragend sah sie den Alten an.
„Mach dir keinen Kopf“, antwortete er, „Er wird nicht krank und es passiert ihm nichts...“
Shiana wollte es nicht ganz glauben, doch sie wollte Ginta nicht in seinem Training unterbrechen, also saß sie sich stillschweigend auf das Sofa, mit dem Blick nach draußen gerichtet.
Ginta hörte jetzt nur noch das Rauschen das ihm umgab und spürte nur noch die kalten und nassen Regentropfen auf seinem Selbst.
Eigentlich wollte er aufstehen und ins Haus, doch er wusste dass er das nicht durfte und dass er das durchziehen musste. Also versuchte er den Regen so gut es ging zu ignorieren und wieder auf sein Innerstes zu hören.
Ginta kam in einen komischen Bewusstseinszustand, in dem er sich selbst nicht richtig zurechtfand. Äußere Geschehnisse konnte er überhaupt nicht mehr wahrnehmen. Es war, als wäre er in einem Raum, in sich selbst und würde von der Außenwelt nichts mitbekommen. Das war der erste Schritt sein selbst etwas besser kennen zu lernen.
Es war nun wie, als wäre er wieder in diesen Träumen, in denen Shiana ihn gerufen hatte. Ein komisches Gefühl, sich so in sich zu bewegen und sich so zu erforschen. Aber er musste es durchziehen.
Gleitend bewegte er sich durch sein Selbst und fand Energien die er zuvor noch nie so gespürt hatte und sah Farben und Lichter in sich, die er noch nicht zu deuten wagte.
Sie beeinflussten ihn in seinen Gedanken, die Energien, die jede mögliche Farbe an nahmen. Jedes Mal schoss es ihm durch seinen ganzen Körper, wenn er versuchte sich einer Energie zu nähern. Dann ließ dieses Gefühl wieder nach und etwas anderes machte sich in ihm breit. Hin und wieder spürte er auch eine Welle in sich, wie als würde seine Energien etwas anschubsen.
Letztendlich fand er eine Energie in sich, die so gewaltig war, dass er sich kaum traute ihr näher zu kommen. Eine Energie, die gewaltiger hätte nicht sein können.
Was war das bloß? Kam das wirklich von ihm, oder woher hatte dies seinen Ursprung.
Er wusste es noch nicht und würde es die nächste Zeit sicherlich auch nicht ohne viel Aufwand erfahren.
Mutig glitt er dieser Energie entgegen und nahm sie in sich auf.
In diesem Augenblick merkte er, dass sich seine äußerste Wand etwas verschob. Sie dehnte sich aus. Ja! Jetzt merkte er, dass sich seine Aura ausweitete und wieder Signale von Außen zuließ.
Jetzt konnte er sich wieder sehen. Wie er dort saß, auf dem Boden in dem Hof. Plötzlich merkte er viele kleine Dinge, die er so nie hätte gesehen, geschweige denn Gespürt. Er sah vor seinem inneren Auge eine Ameise, die sich ihren Weg um ihn herum bahnte und er weitete seine Aura noch mehr aus. Es erschien ihm noch mehr vor sich. Vögel die über ihn flogen, Pflanzen die zwischen den Pflastersteinen durch wuchsen. Und alles, alles hatte seine eigene Energie.
Ginta spürte sie, er spürte sie deutlich um sich herum. Harmonisch waren sie, die Energien der Tierchen und der Pflanzen. Als wirkten sie zusammen, als wären sie eins.
Er spürte noch etwas. Es passte nicht so ganz in die schöne Harmonie der Umgebung und es wirkte etwas eigenartig, aber doch vertraut auf ihn.
Konzentriert darauf, strengte Ginta sich noch etwas an und fing an sich ein Bild in seinem Inneren
auf zu bauen. Erst war es etwas unscharf, doch mit der Zeit konnte er es immer klarer erkennen. Die Neugier packte und er öffnete seine Augen.
Vor ihm stand Shiana.
„Ginta, ich solle dir sagen, dass du genug meditiert hast.“
„Shiana?“, er sah sich um, es war Tag.
„Du sollst anscheinend fertig sein und ich solle dir das sagen. Das hat mir Natoku aufgetragen“, meinte sie und grinste ihn verlegen an.
„Schon fertig?“, wunderte er sich, „Aber ich hab doch erst angefangen...“
„Das ist vier Tage her“, kicherte Shiana, wohl erfreut über die erstandene Verwirrung in Ginta.
„VIER TAGE!?“, brüllte er.
Shiana nickte, „Vier Tage...“
„Aber... aber...“, versuchte er sich zu rechtfertigen, „Ich habe angefangen etwas zu spüren und dann ging ich in mich und.. dann war ich wieder hier... das konnte doch keine vier Tage dauern!?“
„Doch“, erwiderte Natoku der gerade aus dem Haus schritt, „Ich hatte damit gerechnet, dass du mindestens eine Woche brauchst, du bist recht schnell, das muss man dir lassen.“
„Vier Tage“, murmelte er vor sich hin.
„Ich hab deine Entwicklung verfolgt...“, erzählte Natoku, „Du warst in dir und hast gelernt deine Umgebung ebenfalls wahrzunehmen. Nur war deine Wahrnehmungsreaktion und das Zeitgefüge nicht gleich. Es ist noch so, dass du etwas mehr Zeit brauchst um etwas wahrzunehmen als es in der Jetzt-Zeit passiert. Shiana sitzt zum Beispiel schon seit dem Sonnenaufgang vor dir.“
„Oh, so ist das...“
„Du hast auch deine Energien, also die verschieden Ströme von Aros in dir entdeckt. Du müsstest jetzt locker in der Lage sein dein Aros besser zu kontrollieren. Was auch schon der dritte Schritt in deinem Training darstellt. Die Kontrolle und Benutzung von Aros innerhalb und außerhalb deines Körpers.“
„Außerhalb?“, wunderte sich Ginta.
„Ja, in dem du Aros materialisierst.“
Natoku setzte sich auf den Boden vor Ginta, nahm seine Hände und erklärte weiter.“
„Was meinst du, wieso wir unsere Hände für die meisten Aktivitäten benutzen?“
„Weil das eines der Körperteile ist, mit denen man...“, Ginta musste nachdenken.
„Mit denen man?“, wiederholte Natoku.
„Mit denen man einfach am Finger fertigsten ist?“, antwortete Ginta.
Der Alte musste lachen.
„In den Händen steckt sehr große Technologie. Das Zusammenspiel von Knochen, Muskeln und Aros ist dort höchst entwickelt. Die Finger und die Handflächen bilden zusammen ein Meisterwerk deines Körpers.“
„Stimmt“, fasste Ginta zusammen, „Man schreibt mit den Fingern, man isst, man kann Dinge benutzen, Dinge herstellen, und all das nur mit unseren Händen.“
„Es kommt noch mehr dazu. In den Händen stecken große und viele Rezeptoren, die fühlen. Es gibt so viele Beschäftigungen und auch Berufe in denen es höchst wichtig ist, seine Hände unter der größten Kontrolle zu haben. Und das will ich dir auch beibringen.“
Es war wieder einmal ein wunderschöner Tag. Die Sonne schien und es gab keine Spuren von dem letzten Regenfall. Ginta sollte gerade beigebracht bekommen, das Aros innerhalb und außerhalb seines Körpers zu kontrollieren.
„Ginta ich möchte, dass du dich erinnerst, was du in letzter Zeit erlebt hast im Bezug auf deinen Körper. Gibt es irgendetwas dass dir aufgefallen ist?“
Ginta grübelte nach.
„Ja!“, fiel es ihm plötzlich ein, „In den Kämpfen die ich bisher voll stritten habe, konnte ich einige neue Dinge spüren. Außerdem habe ich gemerkt, dass ich in der Lage war Druckwellen von mir zu geben. Einige Male ist es auch passiert, dass meine Hände komisch geleuchtet haben...“
Natoku sah seinen Schüler sehr interessiert an.
„Gut, dann fange ich mal an alles zu erklären. Die Druckwellen haben mit dem Aros in dir zu tun. Du hast dein Aros materialisiert, in Form von Luft, die sich dann druckwellenartig bewegt hat. Das ist bisher noch eine simple Form der Materialisierung. Die neuartigen Energien in dir, hatte ich in den letzten Tagen nicht gespürt, also kann es nur an etwas gelegen haben, was in deiner näheren Umgebung passierte.“
Natoku nahm ein Schluck aus einer Wasserflasche, die Shiana gerade brachte.
„Zuletzt fehlt noch das Geheimnis mit deiner leuchtenden Hand. Das ist schon eine höherstufige Form der Materialisierung deines Aros, wobei das eine spezielle Form ist. Um genauer zu sein, handelt es sich hierbei um eine Technik die dein Vorfahre entwickelt hat. Er nannte sie Genkioken.“
„Genkioken?“
„Ja, das Genkioken. Er konzentrierte sein Aros in seinen Händen und erzeugte somit eine Flamme.“
„Eine Flamme? Er konnte einfach so Feuer aus seinen Händen bekommen?“
„Es war kein Feuer. Es war sein Aros, das sich mit der Luft verband und sich als Flamme materialisierte.“
„Was konnte er damit machen?“, fragte Ginta neugierig, der schon alles um sich herum vergaß und sich total auf das Gespräch konzentrierte.
„Er hatte spezielle Techniken, die er selbst entwickelt hatte, deswegen gibt es kaum Aufzeichnungen darüber. Selbst seinen engsten Freunden und Kameraden verriet er nichts über seine Techniken.“
„Wollte er das Risiko ausschließen, dass ihn jemand kopieren konnte?“
„Er wollte, dass keiner die Schwachpunkte in seiner Technik kennen lernt.“, erklärte der Alte, „Deswegen kann ich dir auch nicht viel über diese Technik beibringen. Ach, bevor ich es vergesse...“
„Ja?“
„Es gibt bestimmte Stufen von Genkioken. Normalerweise beginnt man damit das Aros in seinen Fingerspitzen zu materialisieren, das wäre die erste Stufe. Dann kommt die ganze Hand dran, die zweite Stufe. Eine leuchtende Hand ist der Beweis, dass du es schon auf die dritte Stufe geschafft hast, was mich ziemlich irritiert.“
„Wieso denn?“
„Gaara schaffte es nicht von Anfang an auf die dritte Stufe. Er brauchte hartes und langes Training um die ersten zwei Stufen hinter sich zu bringen.“
„Gibt es auch mehr als diese 3 Stufen?“
„Ja“, antwortete Natoku knapp, „Bis zu 5 Stufen. Aber man sagt sich, dass Stufe 4 sehr gefährlich sei. Man würde körperliche Verletzungen von sich tragen...“
„Und bei Stufe 5?“
„...“
Stille.
„Und was passiert bei Stufe 5??“, wiederholte sich Ginta.
„Stufe 5 würde der Körper nicht überleben...“
Ginta riss seine Augen auf.
Man solle diese Stufe nicht überleben? Was war das für eine gefährliche Technik, die einen mit dem Tod bestraft.
„Deswegen ist es wichtig, Ginta, dass du das Genkioken zu beherrschen lernst, denn eine nicht vorhandene Kontrolle weckt großes Risiko... Du willst dich doch nicht selber umbringen, oder?“
Wild schüttelte er mit dem Kopf.
„Nein! Auf keinen Fall!!!“
„Gut, dann fangen wir an das Aros außerhalb deines Körpers zu materialisieren.“

Der neue Trainingsabschnitt begann, und Natoku zeigte und lehrte ihm die nächsten Tage, wie er sein Aros kontrollieren konnte. Bald konnte Ginta seine Druckwellen kontrollieren und weiterentwickeln.
Das Training war hart. Tagsüber lehrte ihn Natoku die wichtigsten Dinge über die Kontrolle seiner Energien und nachts forschte er heimlich an seinem Genkioken weiter.
Shiana stand ihm in dieser Zeit immer beiseite und unterstützte sie so gut sie konnte. Sie ermutigte ihn und umsorgte ihn mit Essen. In Zeiten in denen sie nichts zu tun hatte, verschwand sie in die Bücherei und las einige Bücher. Dort traf sie auch ab und zu mal Jumon, der Nachforschungen betrieb.
Eine weitere Woche verstrich und Ginta kam seinem Trainingsziel immer näher.

Es blieben noch einige Tage der letzten Woche übrig, als Natoku Ginta auf sein letztes Trainingsabschnitt ansprach.
„Ginta, ich bin stolz auf dich.“, fing der Alte an zu reden, „Du hast in dieser Zeit gelernt, deinen Körper zu kontrollieren, deine Energien zu spüren und zu gebrauchen und das beides in einer sehr guten Kombination gemeistert. Deine Entwicklung läuft schneller als ich es anfangs erwartet hatte.“
„Vielen dank“, bedankte sich Ginta, „War aber trotzdem kein Zuckerschlecken.“
„Das weiß ich. Aber leider kommst du um die nächste Aufgabe nicht herum. Klar hast du sehr große Vorteile, wenn du dich weiterentwickelst, deinen Körper und dein Aros perfekt unter Kontrolle hast, aber was bringt dir das viel auf deinen Reisen, wenn du in einem Team agieren musst?“
„Stimmt“, bemerkte Ginta niedergeschlagen, „Das habe ich in letzter Zeit total aus den Augen verloren...“
„Im Team zu kämpfen ist eines der wichtigsten Dinge, die du meistern musst. Vor allem weil du doch die Verantwortung für deine Freunde hast, oder?“
Natoku wendete seinen Blick und sah Shiana an, die gerade die Blumen goss.
Ginta wurde leicht rot.
„Aber sicher doch, nichts ist mir wichtiger als meine Freunde zu beschützen!“
Hatte er das gerade wirklich gesagt? War der Grund, wieso er bei diesem Training mitmachte nicht der, gegen die Shal anzukommen? Oder änderten sich seine Absichten nun, wegen dieser einen Person? Kein Wunder, warum Natoku am Anfang des Trainings darauf bestand, dass sie bei ihm sei um ihm zu unterstützen. Es war nicht der Grund dass Ginta das nicht allein schaffen würde. Nein! Es war aus dem Grund, dass Ginta seine Absichten änderte und seine Rachegelüste verminderte.
„Da ich deine Freunde nicht kenne, kann ich dir mal wieder nichts besonderes beibringen, außer dir zu zeigen wie du deine Energie mit einer anderen Person vereinst...“
„Sie meinen eine Art Combo-Angriff?“
„Auch“, meinte Natoku, „Es dient nicht nur einem Gemeinsamen Angriff, nein, durch diese Kombination eurer Energien kann man noch viel mehr Dinge machen!“
„Wie schaffe ich das?“, fragte Ginta.
„Ihr müsst euch gegenseitig öffnen...“, antwortete Natoku und rief Shiana. Sie kam sofort und sah den Alten Mann fragend an.
„Shiana, jetzt ist es soweit“, sagte er.
Nachdem Shiana nickte, ging er ins Haus und ließ die Zwei allein.
„Natoku hat mir schon vor einiger Zeit erklärt, wie wir jetzt trainieren müssen, vertrau mir einfach, okay?“
Ginta nickte und starrte sie an, wohl erstaunt darüber dass sie in diesem „Plan“ schon eingeweiht wurde.
Jetzt standen sich beide gegenüber. Shiana streckte ihren Arm aus und öffnete ihre Handfläche. Ginta legte seine Hand auf ihre.
Er erinnerte sich an die Worte Natokus: „Ihr müsst euch gegenseitig öffnen...“
Das versuchte er. Erst konzentrierte Ginta in dem Zentrum seines Körpers und ließ sie dann gleichmäßig verteilen. Er öffnete all seine Energieressourcen und übertrug auch ein Teil seiner Energie auf Shiana. Sie schaffte es auch sich komplett zu öffnen.
So tauschten beide ihre Energien aus.
Anscheinend gefiel es beiden, denn nicht nur die schönen, warmen Energieströme beruhigten sie nein auch das Bewusstsein das gemeinsam zu teilen und zu erleben. Ein tolles Gefühl, dachte Ginta und Shiana kicherte. Sie musste es wohl auch gedacht haben.
Jetzt konnten sie sogar schon beider Gedanken lesen.
Sie verharrten noch eine Weile so, bis Ginta abbrechen musste.
„Das strengt ganz schön an, sich so zu konzentrieren, nicht wahr?“
Shiana nickte wieder.
In den nächsten Tagen versuchten sie es erneut und es klappte immer besser, sich so zu vereinen.
Somit war Gintas Training abgeschlossen.





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toki no nai sonzai o koko ni iru to, arata na tabi ga ima hajimaru


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