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kulak ...

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...   Erstellt am 28.10.2005 - 16:36Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Das hier, das ist der Herr Müller. Der Herr Müller kommt aus
Aretsried, das liegt in Bayern, also ganz im Süden.
Der Herr Müller ist ein Unternehmer und das, was in den Fabriken von
Herrn Müller hergestellt wird, habt ihr sicher alle schon mal
gesehen, wenn ihr im Supermarkt wart. Der Herr Müller stellt nämlich
lauter Sachen her, die aus Milch gemacht werden. Naja, eigentlich
stellen die Kühe die Milch her, aber der Herr Müller verpackt sie
schön und sorgt dafür, daß sie in den Supermarkt kommen, wo ihr sie
dann kaufen könnt.
Die Sachen, die der Herr Müller herstellt sind so gut, daß sogar der
Herr Bohlen dafür Werbung gemacht hat.
Weil der Herr Müller ein Unternehmer ist, hat er sich gedacht, er
unternimmt mal was und baut eine neue Fabrik. Und zwar baut er sie in
Sachsen, das ist ganz im Osten.
Eigentlich braucht niemand eine neue Milchfabrik, weil es schon viel
zu viele davon gibt, und diese viel zu viele Milchprodukte
produzieren, aber der Herr Müller hat sie trotzdem gebaut.
Und weil die Leute in Sachsen ganz arm sind und keine Arbeitsplätze
haben, unterstützt der Staat den Bau neuer Fabriken mit Geld.
Arbeitsplätze hat man nämlich im Gegensatz zu Milchprodukten nie
genug. Also hat der Herr Müller einen Antrag ausgefüllt, ihn zur Post
gebracht und abgeschickt.
Ein paar Tage später haben ihm dann das Land Sachsen und die Herren
von der Europäischen Union in Brüssel einen Scheck über 70 Millionen
Euro geschickt.
70 Millionen, das ist eine Zahl mit sieben Nullen, also ganz viel
Geld. Viel mehr, als in euer Sparschwein passt.
Der Herr Müller hat also seine neue Fabrik gebaut und 158 Leute
eingestellt. Hurra, Herr Müller.
Nachdem die neue Fabrik von Herrn Müller nun ganz viele Milchprodukte
hergestellt hat, hat er gemerkt, daß er sie gar nicht verkaufen kann,
denn es gibt ja viel zu viele Fabriken und Milchprodukte.
Naja, eigentlich hat er das schon vorher gewußt, auch die Herren vom
Land Sachsen und der Europäischen Union haben das gewußt, es ist
nämlich kein Geheimnis. Das Geld haben sie ihm trotzdem gegeben.
Ist ja nicht ihr Geld, sondern eures. Klingt komisch, ist aber so.
Also was hat er gemacht, der Herr Müller? In Niedersachsen, das ist
ziemlich weit im Norden, hat der Herr Müller auch eine Fabrik. Die
steht da schon seit 85 Jahren und irgendwann hatte der Herr Müller
sie gekauft. Weil er jetzt die schöne neue Fabrik in Sachsen hatte,
hat der Herr Müller die alte Fabrik in Niedersachsen nicht mehr
gebraucht, er hat sie geschlossen und 175 Menschen haben ihre Arbeit
verloren.
Wenn ihr in der Schule gut aufgepasst habt, dann habt ihr sicher
schon gemerkt, daß der Herr Müller 17 Arbeitsplätze weniger
geschaffen habt, als er abgebaut hat. Dafür hat er 70 Millionen Euro
bekommen.
Wenn ihr jetzt die 70 Millionen durch 17 teilt, dafür könnt ihr ruhig
einen Taschenrechner nehmen, dann wißt ihr, daß der Herr Müller für
jeden vernichteten Arbeitsplatz über 4 Millionen Euro bekommen hat.
Da lacht er, der Herr Müller. Natürlich nur, wenn niemand hinsieht.
Ansonsten guckt er ganz traurig und erzählt jedem, wie schlecht es
ihm geht.
Aber der Herr Müller sitzt nicht nur rum, sondern er sorgt auch
dafür, daß es ihm besser geht. Er ist nämlich sparsam, der Herr
Müller.
Sicher kennt ihr die Becher, in denen früher die Milch von Herrn
Müller verkauft wurden. Die schmeckt gut und es passten 500 ml rein,
das ist ein halber Liter. Seit einiger Zeit verkauft der Herr Müller
seine Milch aber in lustigen Flaschen, nicht mehr in Bechern. Die
sind praktisch, weil man sie wieder verschließen kann und sehen
hübsch aus. Allerdings sind nur noch 400 ml drin, sie kosten aber
dasselbe. Da spart er was, der Herr Müller. Und sparen ist eine
Tugend, das wissen wir alle.
Wenn ihr jetzt fragt, warum solche ekelhaften Schmarotzer wie der
Herr Müller nicht einfach an den nächsten Baum gehängt werden, dann
muß ich euch sagen, daß man so etwas einfach nicht tut.
Wenn ihr aber das nächste mal im Supermarkt seid, dann laßt doch
einfach die Sachen vom Herrn Müller im Regal stehen und kauft die
Sachen, die daneben stehen. Die schmecken genauso gut, sind meistens
billiger und werden vielleicht von einem Unternehmer hergestellt, für
den der Begriff "soziale Verantwortung" noch eine Bedeutung hat.





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"Was man hatte merkt man erst, wenn man es nicht mehr hat..."

Buschi ...



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...   Erstellt am 29.10.2005 - 06:36Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


@kulak

Ganz hervorragend!


Buschi




Olaf ...



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...   Erstellt am 29.10.2005 - 11:18Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Nun sollte man wissen, dass die Produkte daneben, die genauso gut schmecken, auch unter Umständen von Herrn Müller produziert werden nur unter einem anderen Label!! Solche Aufforderungen haben meines Erachtens nach noch nie etwas gebracht. Im übrigen schwirrt dieser Brief schon seit längerer Zeit im Internet umher. Habe diesen vor 2 Wochen von einem Freund aus Essen erhalten.

[Dieser Beitrag wurde am 29.10.2005 - 11:19 von Olaf aktualisiert]





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Der auf dem Tisch tanzt

Zappen ...

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...   Erstellt am 29.10.2005 - 14:37Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


@ Kulak
Bin begeistert, toller Beitrag. Weiter so.
Zappen

@ Olaf
Muß leider wiederholt festellen, Olaf Du bist und bleibst ein Besserwisser und ...
Zappen

[Dieser Beitrag wurde am 29.10.2005 - 14:38 von Zappen aktualisiert]





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Man gebe mir die Gelassenheit, Dinge zu akzeptieren, die ich nicht ändern kann - den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, beides voneinander zu unterscheiden!

Olaf ...



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...   Erstellt am 29.10.2005 - 15:00Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


@Zappen
Lass es Zappen. Das Forum ist nicht dazu da unsere Antisympathie die zwischen uns besteht, auszu diskutieren. Wir sind hier nicht auf der Seite vom LT wo unliebsame Einträge einfach gelöscht oder gar nicht erst veröffentlicht werden. Im übrigen ist dies was ich geschrieben habe nun mal Tatsache Herr Oberlehrer ! Punkt und Ende. Weitere Hinweise über zukünftigen Umgang mit mir per Nachricht an Dich persönlich !!

PS: Der Beitrag über Herrn Müller ist gut da richtig. Er ist leider nicht das einzigste Beispiel dafür, dass Unternehmer im Osten gezahlte Fördermittel skrupellos genommen haben um sich dann zu verabschieden. Tatsache ist auch, das führende Unternehmen gerade in der Lebensmittelbranche unter anderem Label produzieren. So ist zum Beispiel Aldi-Joghurt ein Produkt von Bauer. Billigchips werden unter anderem auch von Bahlsen produziert und in Discountern unter anderem Namen angeboten. Diese Liste kann beliebig fortgesetzt werden...


[Dieser Beitrag wurde am 29.10.2005 - 15:07 von Olaf aktualisiert]





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Der auf dem Tisch tanzt

Pawel ...



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...   Erstellt am 30.10.2005 - 15:37Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Herr Müller-Milch ist ein Geschäftsmann. Er nutzt seine Möglichkeiten im Rahmen geltender Gesetze. Mit allen Vor- und Nachteilen. So wie es derzeit, wenn auch auf einem wesentlich kleineren Level, einige ALG II-Bezieher machen, indem sie so genannte „Bedarfsgemeinschaften“ auflösen und damit einen Anspruch auf Leistungen des Staates erwirken. Auch sie nutzen richtigerweise für sich das geltende Recht.
Natürlich wird ein Unternehmer nicht zu seinem Nachteil arbeiten wollen. Sonst ist er recht schnell von der Bildfläche verschwunden.
Wie das geht, haben wir leider im „Arbeiter- und Bauernstaat“ erleben müssen, als Geschäftsleute, Bauern, Gewerbetreibende behindert, bekämpft und so viele Existenzen vernichtet wurden. Mit dem Ergebnis der reinen Verwaltung des Mangels.

Man kann über Herrn Müller oder Gleichgestellte denken wie man will, aber Milch, Milchprodukte und andere Waren gibt es heute immer und überall. Die Geschäfte sind übervoll.
Und auch für den kleinen Geldbeutel gibt es genügend Angebote.
Inwieweit der wahnsinnige Überfluss an Produkten gut ist, will ich nicht beurteilen.

Wie einfach hatten wir es doch damals, eins oder keins, das waren unsere Auswahlmöglichkeiten.
Heute heißt es: Was soll ich von den vielen Angeboten nur nehmen?
Was die Zahlenspielereien betrifft, so kann man natürlich auch Populismus betreiben.

PS: Es ist üblich, dass Zitate oder irgendwo gefundene Ausarbeitungen mit der Herkunftsquelle versehen werden!





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Buschi ...



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...   Erstellt am 31.10.2005 - 06:42Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Diese kleine "Geschichte" die Kulak hier reingestellt hat, soll zum Nachdenken anregen.
Wir sehen doch täglich diese Machenschaften des Unternehmertums. Die Gesetze sind auch so geschaffen, dass es dann auch rechtlich für sie OK ist. Das sind die kapitalistischen Spielregen die auch ich absolut ablehne.
Und was unseren ehemaligen Arbeiter und Bauerstaat angeht, so sollte man nicht in der Gosse nach Argumenten suchen sondern bei Tageslicht auf der Oberfläche und da ergibt sich ein völlig anderes Bild.
Und beim alten Marx sollte man auch mal wieder nachlesen, dann versteht man auch den von Kulak reingesetzten Text.

Buschi




Pawel ...



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...   Erstellt am 31.10.2005 - 13:14Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


@ Buschi
Marx lesen, da kannste heutzutage nur noch schmunzeln! Da alle meine Bücher von damals noch im Regal stehen, habe ich den heutigen Feiertag genutzt und dort mal nachgelesen. Da steht so was von durch die Geschichte überholtem Unsinn drin. Hier ein Beispiel:

Kommunistisches Manifest, 10 Maßregeln für das Proletariat wie es die Beseitigung der Bourgeoisie vollziehen wird:
1. Expropriation des Grundeigentums und Verwendung der Grundrente zu Staatsausgaben.
2. Starke Progressivsteuer.
3. Abschaffung des Erbrechts.
4. Konfiskation des Eigentums aller Emigranten und Rebellen.
5. Zentralisation des Kredits in den Händen des Staats durch eine Nationalbank mit Staatskapital und ausschließlichem Monopol.
6. Zentralisation des Transportwesens in den Händen des Staates.
7. Vermehrung der Nationalfabriken, Produktionsinstrumente, Urbarmachung und Verbesserung der Ländereien nach einem gemeinschaftlichen Plan.
8. Gleicher Arbeitszwang für alle, Errichtung industrieller Armeen, besonders für den Ackerbau.
9. Vereinigung des Betriebs von Ackerbau und Industrie, Hinwirken auf die allmähliche Beseitigung des Unterschieds von Stadt und Land.
10. Öffentliche und unentgeltliche Erziehung aller Kinder, Beseitigung der Fabrikarbeit der Kinder in ihrer heutigen Form. Vereinigung der Erziehung mit der materiellen Produktion.
Sind im Laufe der Entwicklung die Klassenunterschiede verschwunden und ist alle Produktion in den Händen der assoziierten Individuen konzentriert, so verliert die öffentliche Gewalt den politischen Charakter. Die politische Gewalt im eigentlichen Sinne ist die organisierte Gewalt einer Klasse zur Unterdrückung der anderen.


Quelle: Revolutionäre deutsche Parteiprogramme, Institut für Marxismus beim ZK der SED, DIETZ VERLAG BERLIN 1964, Seiten 25ff
Da steht auch das Programm der SED drin.

Wie es angewendet wurde und was daraus geworden ist mit diesem Parteialleinführungsanspruch ist glücklicherweise Geschichte.
Marx war die Theorie und Murks die Praxis! Wie wahr!

Übrigens: Am 1. Dezember 1845 nahm Marx seine Entlassung aus dem preußischen Staatsverband und wurde damit ein so genannter Staatenloser (siehe Microsoft Encarta Enzyklopädie).





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Vorbereitet sein ist alles!

Lutz ...



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...   Erstellt am 31.10.2005 - 20:13Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Gemeinschaft

Wir sind hier auf der Witzeseite.Da gehört so was hin

Warum sind Scheidungen so teuer????

Weil es sich lohnt.





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Alles wird gut

Buschi ...



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...   Erstellt am 31.10.2005 - 21:56Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


@pawel
Und? Was hast du uns damit vermitteln wollen? Heiße Luft war das nur die sich sehr schnell abgekühlt hat mein Lieber.

Da kannst du hoch und niedrig springen, Marx ist einer der größten deutschen Philosophen der Geschichte. Und das hat auch Norbert Blüm öffentlich gesagt.

Wer Marx als Unsinn abstempeln will, macht sich selbst zum Unsinn.
Marx muß man nicht nur lesen, sondern auch begreifen!

An dieser Stelle grüße ich alle Wiederstandskämpfer die urplötzlich 1989/90 aus dem Nichts aufgetaucht sind. Ich liebe Euch, denn ihr seid die wahren Helden.

Buschi




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Und Tschüß...

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