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Roswitha Wegmann



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<LiteraTour>
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...   Erstellt am 09.01.2010 - 11:34Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen






<LiteraTour>
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...   Erstellt am 09.01.2010 - 11:55Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Geboren am 14. Oktober 1888 in Wellington/Neuseeland als Kathleen Beauchamp, Tochter eines vermögenden Kaufmanns und Bankiers, dessen Vater als Kolonist aus England gekommen war; sie hatte sechs Geschwister, den Namen der Großmutter übertrug sie auf sich.

1903 schickte sie ihr Vater mit zwei Schwestern nach London, wo sie im Queen's College ihre Bildung vervollständigen sollten.

Mit ihrer Mitschülerin Ida Baker schloss sie lebenslange Freundschaft.
Durch ihren Deutschlehrer lernte sie die Werke von Oscar Wilde und Paul Verlaine kennen.

Sie wandte sich der europäischen Kultur zu, ihre Heimat nannte sie »Philistia«.

Aus Liebe zu dem jungen neuseeländischen Cellisten Arnold Trowell begann sie nach Cellostunden bei dessen Vater das Musikstudium.

1906 musste sie nach Neuseeland zurückkehren, missmutig und rebellisch.

»Ich könnte eine gute Autorin werden - Ehrgeiz und Ideen besitze ich«, schrieb sie in ihr Tagebuch;
sie hat dieser Behauptung die Tat folgen lassen: mit genauer Beobachtung und nüchtern hat sie Menschenschicksale und Begebenheiten aus ihrer Heimat geschildert.

1908 überzeugte sie ihren Vater, sie wieder noch London gehen zu lassen. Dort begann sie ein höchst unruhiges Leben, aber sie schrieb auch ihre erste Erzählung, Rosabels Müdigkeit

In Bad Wörishofen zur Erholung, schrieb sie satirische Geschichten, die 1911 unter dem Titel In a German Pension erschienen.

Im Herbst 1917 machten sich bei Katherine Mansfield erste Anzeichen von Tuberkulose bemerkbar.

1919 schrieb sie in ihr Tagebuch:

»Ich bitte wirklich nur um Zeit, es alles zu schreiben. - Ich lebe. um zu schreiben.«

Ihre Krankheit verschlimmerte sich, um neue Heilmethoden auszuprobieren, ging sie in die Schweiz und nach Fontainebleau.

Nach einem Blutsturz starb sie am 9. Januar 1923 in Fontainebleau.



Nelson Wattie schreibt in seinem Nachwort:

Das Heimweh nach einem Land, das sich, an europäischen Maßstäben gemessen, noch im Aufbau befand, war zugleich eine unerfüllbare Sehnsucht nach der Kindheit - daher auch die vielen Erzählungen, die von Kindern handeln. In ihrer Gedankenwelt waren die geistige Unschuld der Kindheit und die kulturelle Naivität Neuseelands untrennbare Werte. Und beide schienen ihr gleichermaßen unerreichbar. Diese vom Kolonialleben bestimmte Geistesspaltung, die man bei den früheren Generationen der Amerikaner, bei den europäischen Bewohnern Afrikas und Indiens und zweifellos auch bei den römischen Kolonisten in Britannien oder am Rhein erkennen könnte, prägte die Persönlichkeit und die Erzählkunst Katherine Mansfields.




Ingeborg
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...   Erstellt am 09.01.2010 - 14:15Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Liebe LiteraTour!

Zum Jahresanfang möchte ich Dir für die vielen
ausgezeichneten Berichte danken und Dir sagen,
dass ich mich auf das neue Jahr mit neuen
Beiträgen von Dir freue.

Ingeborg




<LiteraTour>
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...   Erstellt am 09.01.2010 - 18:49Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Katherine Mansfield: Sun and Moon.

Bei Mondlicht


Aus dem Musikzimmer ertönte eine sanfte Tonkette, als ob Meg eine glänzende Schlinge ausgeworfen und das träumende Klavier eingefangen hätte.

»Wir wollen Francies neues Lied mal ausprobieren«, sagte sie. »Dies Leben ist öde.«

»Dies Leben ist öde!« rief Mutter. »Du liebe Zeit, ist es auch so tragisch wie die anderen?
Ich verstehe nicht, wieso diese modernen Lieder alle so bedrückend sind. Es kommt einem so unnötig vor. Warum kann man nicht zur Abwechslung .. .«

»Oh, aber es ist doch so faszinierend!« sagte Meg. «Hör mal zu!«

Und leise spielte sie: »Dies Leben ist ö-öde. Dies Leben ist ö-öde! Eine Träne - ein Seufzer! Eine unstete Liebe!«

»Du kannst doch nicht sagen, dass Amor an der Fähre dir besser gefällt als das?«

»Doch, das tue ich«, sagte Mutter.
»Ich mag Lieder, die von Primeln handeln oder von fröhlichen, normalen Vögeln und ... und vom Frühling und so.«

Francies kleine hölzerne Absätze klopften über den Parkettboden des Musikzimmers.
»Mach die Tür zu, während wir üben, j a - bitte, Mutter?«

Die Tür ging zu, und es war, als ob das Klavier darauf gewartet hätte, mit ihnen allein zu sein, so leidenschaftlich brach es jetzt los: »Dies Leben ist öde.«

Schweigen im Flur.
Mutter drehte noch, zu Boden blickend, an ihren Ringen. Woran dachte sie? Sie hob den Kopf. Die Doppeltür zur Vorhalle stand offen, und das Licht in der Glaslaterne flackerte schwach.

Träumend ging sie zum Garderobenständer hinüber und nahm etwas in die Hand.

»Warum«, murmelte sie hörbar, »gibt es immer nur einen Handschuh? Woher das wohl kommt?«


Fünf Short Stories. Engl. / Dt. Ausgew.,
übers, und mit einem Nachw. hrsg. von Nelson Wattie. ÜB Nr. 9853.





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