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Paula ...



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...   Erstellt am 24.02.2009 - 08:10Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Karneval hat verschiedene Facetten.
Zunächst mal ist es ein weit verbreitetes Volksfest, heißt Fastelavn, Fasnet, Fastnacht oder Fasching, und erlaubt den Menschen vor der Fastenzeit noch einmal so richtig ausgelassen zu feiern.

Das war schon immer so. Hat aber vor rund 150 Jahren derartige ausufernde Züge angenommen, dass sogenannte fest ordnete Komitees ins Leben gerufen worden , die das zügellose Treiben etwas kanalisieren sollten.

Heute heißen sie nur noch Festkomitee und sind in Karnevalshochburgen eminent wichtige Organisationen, die die Fäden in der Stadt nicht nur in der närrischen Zeit in den Händen halten.

In der Außendarstellung geben sie sich äußerst wichtig. Und dann sind sie gesellschaftspolitisch eine durchaus ernst zu nehmende Gruppe.




Paula ...



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...   Erstellt am 24.02.2009 - 08:21Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Amnesty im Karneval
Rosenmontagszug gegen Guantanamo
Zum 60. Geburtstag der Menschenrechte ist im Rosenmontagszug ein Guantanamo-Knast mitgefahren. Gemeinsam mit Amnesty International prangert der Kölner Karneval damit die Existenz von geheimen Terrorgefängnissen weltweit an.





Kulturschock Kulturschock der Woche
Karneval kanz kritisch

Von Tobias Kaufmann, 13.02.09, 21:29h, aktualisiert 16.02.09, 15:20h

Das Festkomitee Kölner Karneval lehnt sich gaaanz weit aus dem Fenster - und kritisiert mit einem noch geheim gehaltenen Mottowagen Guantánamo Bay! Eine wahrlich forsche Provokation, wo doch die Kritik am US-Gefangenenlager längst zum guten Ton in ganz Europa gehört.

Unter dem Motto "Globale Kontrolle" thematisiert der Rosenmontagszug Guantánamo. (Bild: Worring)

Unter dem Motto "Globale Kontrolle" thematisiert der Rosenmontagszug Guantánamo. (Bild: Worring)Fast so geheim wie die Geheimgefängnisse auf der Welt ist der Mottowagen, der erst kurz vor Rosenmontag enthüllt wird. Diesmal hat das Festkomitee mit Amnesty International einen Wagen gestaltet, auf dem „Totale Globalisierung“ steht. Dazu gibt's als Botschaft gegen das „System Guantanamo“ Uncle Sam in der Hängematte und Gefangenenpuppen in orangefarbenen Overalls. Echt krass.
Es hat ja viel für sich, in das bunte Treiben auch etwas kritische Reflexion zu flechten - und die Menschenrechte kann man nicht hoch genug halten. Doch dass die Veranstalter ernsthaft glauben, sie hätten mit ihrem Wagen ein megaheißes Eisen angepackt, ist schon einen eigenen Mottowagen wert. Im Jahr 2009 entdeckt der Kölner Karneval, dass es Guantanamo gibt und prangert etwas an, das anzuprangern breitester Mainstream ist. Und tut dabei so, als stünde er ob dieser forschen Provokation mit einem Bein selbst in Guantanamo. Fürchtet Zugleiter Christoph Kuckelkorn, die US-Airforce könnte den Rosenmontagszug bombardieren, falls sie das heiße Eisen entdeckt, das da über Kölns Straßen rollt? Dass wütende Menschen in Iowa kölsche Produkte boykottieren oder Fanatiker aus New Hampshire Lukas Podolski entführen könnten? Wow. Kölscher Karneval kanz kritisch.

Das ist vermutlich erst der Anfang: Nächstes Jahr gibt es einen Mottowagen gegen den Irakkrieg. 2011 wendet sich der Karneval gegen den Krieg in Vietnam. Spätestens 2012 sollte die humoristische Zivilcourage bei einer Doppelpreisverleihung belohnt werden: Orden wider den tierischen Ernst und Aachener Friedenspreis für das kölsche Festkomitee. Alaaf!

KSTA.DE » Kultur »




Paula ...



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...   Erstellt am 24.02.2009 - 09:05Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Karneval ist nicht nur Humba Humba Täterä,
es gibt auch sozial engagierte Menschen, die Außenseitern helfen, einmal dabei zu sein.

Die Schull- und Veedelszöch sind heute immer noch wichtig. Sie sollen die Integration fördern, halten Kölns Geschichte lebendig und pflegen ein Stück europäische Kultur.

Schüler, die sonst nicht die Möglichkeit haben, am Schul- und Veedelszug teilzunehmen, weil die Lehrer es nicht schaffen können, weil viele Eltern sich nicht sich nicht auskennen, weil sie aus ganz anderen Nationen kommen (an der Hauptschule Ehrenfeld sind es 90% der Schüler mit Migrationshintergrund), bekamen Hilfe.

Für diese Idee hat Jürgen Becker, der nicht nur zu Karneval ehrenamtlich an der Schule tätig ist, viele Leute begeistert, diesen Schülern zu helfen.

Die Schüler der Hauptschule Ehrenfeld hatten bis dato noch keinen Karneval gefeiert. Versuche der Lehrer scheiterten. Das bunteste Kostüm war der Müllmannanzug vom Vater, aber ansonsten ist es auch in den Kulturen nicht verankert.

„Karneval heißt immer auch Umkehrung: Der Narr wird zum König“, sagt Kabarettist Jürgen Becker. „Jetzt sind die Hauptschüler mal die Könige.“

Wer durch die Räume der Zehntklässler in der Borsigstraße geht, spürt, dass es um mehr geht, als einfach nur einmal dabei zu sein. „Der Ruf der Hauptschule ist doch scheiße“, sagt der 16-jährige Damian Zapke, der den Entwurf für den Wagen für die Schull- und Veedelszöch gemalt hat. „Das hier wird was Besonderes.“

Hauptschulen im Schullzoch - das ist immer noch eine Seltenheit. Dieses Jahr werden es nur drei der insgesamt 48 Hauptschulen sein.
Es fehlt am Elternengagement und an vollen Fördervereinskassen.

An der Hauptschule Borsigstraße kümmern sich ein paar Promis ehrenamtlich als Paten um einzelne Klassen - nicht nur zur Karnevalzeit-.

Die Berichte im „Stadt-Anzeiger“ über dieses bürgerschaftliche Engagement brachte einige Rentner auf den Plan.

Sie werkeln, schweißen und sägen nun mit Jürgen Becker und den drei zehnten Klassen der Schule.

„Der Karnevalswagen ist ein Anfang“, sagt Helfer Bernd Stutz. „Wir müssen immer wieder solche Projekte machen, damit die Jugendlichen eine handwerkliche Grundausbildung bekommen.“

So etwas werde auch Firmen beieindrucken, die zurzeit noch zögern, Hauptschüler als Auszubildende einzustellen."

...
weitere Informationen und den kompletten Artikel finden Sie unter:
http://www.ksta.de/html/artikel/1231945312117.shtml




Romi ...



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...   Erstellt am 24.02.2009 - 09:36Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich füge dem noch ein bisschen Tradition hinzu....

Zu Fasching soll man "die Sau rauslassen", damit ist
zunächst keine Kritik verbunden. In Rottweil bei
Villingen werden die Rüffel in einem Buch aufge-
schrieben und dem Sünder dann ins Ohr geflüstert.

Der Fasching ist eine verkehrte Welt, meint Prof.
Moser. Hier darf man alles spielen, was sonst nicht
erlaubt ist. Man darf seine Triebe absolut setzen.
Spätestens unter Papst Gregor dem Großen wurde der
Fasching in den liturgischen Kalender aufgenommen,
also dem Jahre 604. In dieser falschen Welt ist
nichtzs zufällig, alles ist klug erdacht.

Mit dem Wachsen der Städte stellte sich den
Missionsorden die schwierige Frage, wie bringt
man die Leute dazu, ab Aschermittwoch auf
Fleisch,Geschlechtsverkehr und alles, was Spaß
macht, zu verzichten.

Die Fastnacht ist eine Vorfeier der kirchlichen
Fastenzeit. Egal wohin Missionsorden kamen, dort
führten sie die Fastnacht ein, sogar im 17.
jahrhundert in Japan.

Der Fasching zeigt, wie der Mensch seiner Natur nach
ist, das Tierische im Menschen. Der Mensch als
geistiges Wesen wird nicht dargestellt. Dass man so
nicht leben kann, wird keiner bestreiten.

Die Kirche achtet sehr genau darauf, dass die
Grenzen eingehalten werden. Sie weiß um die
menschliche Natur und die Triebe, aber aus dem Spiel
darf nicht Ernst werden.

Nach Luther sind die Menschen immer Gerechte und
Sünder zugleich. Protestanten dürfen die Sünde
nicht spielen. Luther glaubte nicht daran, dass man
sich nur zeitweise die Narrenkappen aufsetzen kann.



Seit dem 18. Jahrhundert gibt es Umzüge in Bayern.
Sie wurden von Jesuitenkollegen und Beneditiner-
schulen organisiert. Damals waren es noch keine
Wagen, sondern Schlitten. Jedes Gefährt stellte ein
anderes Thema dar, wie "Arm und Reich" oder die
"Modewelt".



In der Schwäbisch-Alemannischen Fastnacht
sind Tiergestalten weit verbreitet. So der Fuchs,
der den Teufel verkörpert, denn er vertreibt den
Dachs aus seinem Bau, um dort zu leben, ebenso wie
der Teufel Gott aus dem Menschen vertreibt.



Der Karneval wurde von der Oberschicht in den
Jesuitengymasien geprägt. Die Alemannische
Fastnacht hingegen von den Franziskanern, die
die Unterschicht mit einbinden wollten.

Prof. Moser: "Der Fasching zeigt,
wie der Mensch seiner Natur nach ist
"...

Professor Dietz-Rüdiger Moser kümmert sich
seit Jahrehnten um Narren, Teufel und Hexen. Als
ehemaliger Leiter des Instituts für bayerische
Kulturgeschichte in München erforscht er das
Phänomen Fasching, das von der Kirche eingeführt
wurde, damit sich die Christen vor der freudlosen
Fastenzeit noch einmal austoben konnten.


(Beitrag aus aus der 'Augsburger Allgemeine')




<Gast>
unregistriert

...   Erstellt am 24.02.2009 - 10:30Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Gerhard Polt - Der Karneval ist doch eine Farce


http://www.youtube.com/watch?v=zPHItG0lv1M




Ingeborg ...



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...   Erstellt am 24.02.2009 - 11:21Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen




Masken der schwäbisch-alemannischen Fasnet
meiner Heimatstadt:

Der Federle:
Er wurde in den Urgeschichten der Hexenprozesse der "Böse von Waldsee" genannt. Der Federle springt mit seinem gegabelten, langen Haselstock und erschreckt gerne Frauen.

Das Schrättele:
Das Schrättele verkörpert im Volksmund den Alptraum. Der Ausspruch "mi hots Schrättele druckt" war noch bis in die jüngere Vergangenheit gebräuchlich.

Das Schorrenweible:
Das Schorrenweible ist eine gutmütige, aber auch boshaft-närrische, alte Waldfrau aus dem "Schorren", die viele Kräutlein, Säfte und Mittelchen, vor allem gegen närrische Gebrechen, aus ihrem reich gefüllten Korb empfiehlt.

Der Narro:
Der Narro ist eine fröhliche Maskenfigur, die im ganzen schwäbisch-alemannischen Raum zu finden ist. Sein weißes Narrenkostüm ist mit Ranken, Blumen und Fasnetmotiven bemalt oder bestickt.

Der Faselhannes:
Der Faselhannes hat seinen Namen vom "Faseln", was närrisches Aufsagen bedeutet. Nach dem Narrensprung sucht er für die Narrenstreiche, die in seinem Narrenspiegel beschrieben sind, im Publikum möglichst die Betroffenen.





Signatur
lasst uns wachsam sein

<Pola>
unregistriert

...   Erstellt am 24.02.2009 - 12:12Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Auch im Ruhrpott feiern wir Karneval, alternativen Karneval.

Wir feiern mit den Panneköppen und Jallermännern den Geierabend in der Zeche Zollern.

Zeche Zollern

"Wat haben wir gelacht, zweimal sogar und einmal gar nicht," so wird wohl landläufig der westfälische Humor beschrieben.
Trocken und ohne jeden Witz wird dem Tagewerk nachgegangen.

Wie erst soll dann der Karneval sein? Und dann noch ein Karneval, der dem ganzen Ruhrgebiet ein Gesicht verleihen soll? Humor bewiesen aber doch die Dortmunder Westfalen Anfang der 90er Jahre. Seit 1992 gibt es dort nämlich den Geierabend!

Über den ruhrgebietstypischen Humor sagt Martin Kaysh, der den Steiger beim Geierabend mimt:

"Bodenständig isser, erzschwarz, er kommt ohne viele Worte aus und hat eine graue Seele."

Genau aus diesen Zutaten besteht ein Geierabend mit Pfiff, der den Karneval pikant und befreiend werden lässt.

Geier Abend




HollyvanMekeren 



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...   Erstellt am 24.02.2009 - 15:35Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Karneval und Fasching wird auch mit den Obrigkeiten abgerechnet.
Der kleine Mann stellt auf den Umzugswagen aus, was ihm nicht gefällt an der Obrigkeit und den vornehmen Leut. Die Büttenredner halten Gericht mit der Politik und Wirtschaft und den Schönen und Reichen.

Nicht nur zum Fasching gab es diesen Brauch zwischen Isar und Inn.
Das Haberfeldtreiber, um das es unheimliche Legenden gibt, weil niemand so ganz genau weiß, woher es kam und wie es genau abgelaufen ist, ist so eine Abrechnung mit der Obrigkeit.

Seit Anfang des 18. Jahrhundert wird das Haberfeldtreiben als Rügegericht inszeniert, wo die einfachen Leute ihrem Rechtsempfinden Ausdruck verleihen.

Man ist mit der Obrigkeit und mit irgendwelchen Umständen unzufrieden, dann vermummt man sich, macht sein Gesicht schwarz, holt die alten Musikinstrumente raus und lässt die Tradition des Raussingens in Gedichtform wieder aufleben. Verse, die mit viel Radau untermalt werden.

Es wird ein Habermeister erkoren, der in Reimen Gericht hält.

Noch um 1900 wurden mit großem Toowabo das Gericht auf die Felder verlegt.

Angeklagt war die Obrigkeit wegen Verfehlungen.
Da wurde der Pfarrer an den Pranger gestellt, der mit seiner Haushälterin ein Verhältnis hatte, der Großbauer, der mit seiner Magd eine Liebschaft hatte, musste die Feme ebenso über sich ergehen lassen , wie die Frauen, die ein uneheliches Kind zur Welt brachten und sich beharrlich weigerten, den Namen des Vaters preiszugeben.

Der Obrigkeit war es zu aller Zeit ein Dorn im Auge, wenn das Volk sich als Richter aufspielte.

Diese Selbstjustiz wurde mit großem Polizeieinsatz zur Strecke gebracht, mit solchen Auswüchsen bei denen auch geschossen wurde.

Die Haberer wurden wegen Landfriedensbruch eingesperrt und mundtot gemacht.

Seit 1920 gibt es diesen Brauch nicht mehr bzw. gab es ihn nicht mehr, im letzten Jahr wurde er wieder zum Leben erweckt.

Milchbauerprotest
http://www.br-online.de/aktuell/milch-b … 053876.xml




<Minotaurus>
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...   Erstellt am 24.02.2009 - 17:52Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Holly schrieb
    Die Haberer wurden wegen Landfriedensbruch eingesperrt und mundtot gemacht.

Geh, die Haberer gibt's immer noch! Schau mal kurz in unser Nachbarland, nach Österreich, da gibt's ein ganzes Land voll.
Nix mit "mundtot" und so...




HollyvanMekeren 



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...   Erstellt am 24.02.2009 - 18:15Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


jessas na, ich sprach vom

Brauchtum in Bayern zwischen Isar und Inn um 1900 und das wurde 1920 mundtot gemacht,

denn wo die higlangen, wachst so schnei koa Gras mehr, des is hoid amoi a so.
des war's, nachad hammas? Host mi?




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