kazenogaara  Gaisuto no Ginta
     

Status: Offline Registriert seit: 17.03.2007 Beiträge: 589 Nachricht senden | Erstellt am 09.08.2009 - 21:38 |  |
Kapitel 41 – Das Labyrinth
„Verdammt!“, brüllte Sayoko, „Es ist schon wieder hinter uns!“
„Beeilt euch!“, forderte Jumon, der vor den Anderen rannte und sich den richtigen Weg suchte.
„Passt auf, dass ihr nicht stolpert!“, keuchte Ginta.
„AH!“, schrie Shiana, die es genau in diesem Moment auf den Boden riss.
„Shiana!“, stieß es aus Ginta, „Rennt ihr schon vor, ich kümmre mich um sie!“
Er rannte schnell zu ihr und half ihr auf.
In diesem Moment kam eine riesige Silhouette hinter dem nahen Felsen hervor.
„Verdammt“, dachte er sich und biss sich auf die Lippe, „Dabei hat der Tag doch so gut angefangen...“
Ginta, Sayoko, Shiana und Jumon, wie auch die kleine Katze Myu befanden sich auf dem Weg zur nächsten Stadt. Die Gegend, die sie durchquerten war ziemlich hügelig. „Kodôtsuro“, las Sayoko, die die Karte in der Hand hielt, „das ist der Name der nächsten Stadt. Wir können dort sicher eine Nacht lang bleiben und morgen die Reise fortsetzen.“
„Das ist eine gute Idee“, seufzte Ginta, „Meine Füße schmerzen schon...“
„So anstrengend ist das doch auch nicht...“, grinste Jumon.
„Das sagst du doch nur, weil du Berge gewohnt bist“, meinte Sayoko in einem leicht genervten Ton.
Jumon rollte mit den Augen.
„Gib mal her“, sagte er kann, erwartete keine Reaktion und nahm sich die Karte, „So weit ist es jetzt doch auch nicht mehr, nur noch 10 Minuten, dann müssten wir schon dort sein.“
Ginta seufzte.
Sayoko seufzte ebenfalls.
Shiana hingegen hatte ihren Spaß daran Myu beim nebenher laufen zu beobachten.
Die zehn Minuten vergingen still, bis auf ein gelegentliches Kichern von Shiana war nichts mehr zu hören.
Das erste was man erkannte, wenn man sich diese kleine Stadt ansah war, dass sie sich sozusagen teilte.
Auf der einen Seite waren die Wohnhäuser und sonstige Gebäude. Auf der Anderen hingegen sah es aus, als wäre da ein großes Bergbauunternehmen am Schaffen.
„Wir sollten uns gleich eine Unterkunft suchen, möglichst billig“, schlug Sayoko vor, „Diese Stadt ist irgendwie eigenartig.“
„Da hast du recht“, stimmte Jumon ihr zu, „Die Leute sehen uns so komisch an...“
Das stimmt tatsächlich.
Während die Gruppe durch die dreckigen Straßen gingen um sich nach einer Unterkunft umzusehen, versuchten alle Bewohner der Stadt die Fremden zu meiden, oder sie zu ignorieren. Einige Leute schlossen ihre Fenster, andere zerrten ihre Kinder ins Haus.
Ob diese Stadt Fremde überhaupt mochten?
Die dunkelbraunen Häuser und die dreckigen und erdigen Wege schienen nicht gerade einladend zu sein.
Die Gruppe lief weiter.
Zwei Frauen mit Körben in der Hand blieben stehen und flüsterten sich etwas zu.
„Ich fühle mich hier leicht beobachtet“, murmelte Ginta.
„Nicht nur du“, meinte Shiana, die Myu beobachtet wie sie ihre Ohren spitzte.
Myu sah sich einmal kurz um und sprang dann sofort wieder in Gintas Tasche.
Ginta kraulte ihren Nacken damit sie sich beruhigte.
Jumon ging zu einer alten Frau die auf der Veranda saß.
„Entschuldigen Sie“, fing er an zu fragen, „Gibt es hier in der Nähe vielleicht ein Gasthaus?“
Die alte Frau riss ihre Augen auf.
„Bringt mir meine Enkelin zurück!“, brüllte sie auf einmal, ohne dass sie ihren starren lethargischen Blick verlor.
Jumon erschreckte sich und ging ein paar Schritte zurück.
In diesem Moment wurde die Frau wieder still und starrte weiter in die Leere.
Ginta lief zu Jumon, packte ihn an der Schulter und sagte nur: „Komm, lass uns weitergehen...“
Sayoko seufzte und Shiana sah sie mitleidig an.
Dann gingen sie weiter.
Endlich kamen sie vor einem Gasthaus an. Die Suche hatte ja schon lang genug gedauert.
„Wartet“, meinte Sayoko, „Bevor wir reingehen...“
„Du hast es also auch gemerkt?“, unterbrach Ginta sie.
„Ja. Hier ist etwas faul, aber gewaltig! Wir sollten aufpassen mit wem wir als nächstes sprechen, da habe ich ein sehr ungutes Gefühl.“
„Lasst uns doch erst einmal schauen, wie der Besitzer des Gasthauses drauf ist. Notfalls schlagen wir vor der Stadt unser Lager auf.“
„Meinst du das ist so eine gute Idee?“, wollte Sayoko wissen.
„Es ist ziemlich unsicher, wer weiß was sich hier für Leute aufhalten“, sorgte sich Ginta.
„Nun denn, lassen wir uns erst mal hinein schauen bevor wir uns entscheiden...“
Shiana nickte Ginta kurz zu. Sie war auch dafür sich erst einmal im Gasthaus umzusehen.
Also gingen sie hinein.
Eine kleine Glocke am Türrahmen klingelte, als sich die Tür öffnete. Die Dielen knarrten als die Vier eintraten.
„Guten Tag“, murmelte der Wirt, „Was kann ich für sie tun? Lasst mich raten sie wollen ein Zimmer...“
Sayoko setzte wieder ihren genervten Blick auf.
„Guten Tag, ja das hätten wir wirklich gerne“, begrüßte Ginta ihn.
„Vier Personen plus eine Katze nehme ich an“, sagte er nachdem er Ginta und seine Freunde reichlich musterte.
„Ja, so ist es“, antwortete Ginta.
„Tut mir Leid, aber da muss ich euch enttäuschen...“
„Wieso?“, fragte Sayoko schnippisch.
„Fremde sind hier nicht gern gesehen, vor allem nicht wenn sie noch so jung sind wie ihr es seid.“
„Das verstehe ich nicht...“, grübelte Jumon.
Der alt wirkende, schlanke und grauhaarige Wirt winkte die Vier zu sich. Er kam hinter seinem Tresen hervor und schob ihn beiseite, legte dadurch eine geheime Tür im Boden frei.
„Schnell“, sagte er und Ginta, Shiana, Sayoko und Jumon gingen die Treppe hinunter den den Keller.
Er folgte ihnen.
„Was, was soll das?“, wunderte sich Ginta und sah den Wirt erwartungsvoll an.
„So, jetzt hört mal zu...“, fing der Alte an zu erzählen, „Verschwindet lieber sonst werdet ihr auch noch von den Shal entführt!“
„Von den Shal!?“, rief Jumon und alle anderen rissen ebenfalls ihr Augen weit auf.
„Ich habe es doch gewusst dass hier etwas nicht stimmt!“, bestätigte sich Sayoko.
„Sie zwingen die Dorfbewohner in dem Bergwerk zu arbeiten. Sie entführen dafür die Kinder und benutzen sie für ihre Erpressungen...“
„Deswegen wollte die alte Frau ihre Enkelin zurück...“
„Bitte hilft uns. Ich bin der einzige der sich noch traut etwas zu sagen, deswegen ist mein Gasthaus leer und ich verdiene kein Geld, seht doch wie abgemagert ich bin!“
Der Wirt ging auf Ginta zu und griff nach seinem Shirt.
„Ich flehe euch an! Das letzte mal als ich einen Aufstand angezettelt habe, um uns gegen die Shal zu wehren, wurden etliche Kinder ermordet, bitte bitte hilft uns!“
Ginta konnte nichts sagen. Seine Gedanken waren gerade so durcheinander.
„Lassen sie ihn gehen“, bat Jumon den Wirt, der den orange-haarigen Jungen ansah.
Er hatte Tränen in den Augen, Tränen der Verzweiflung und Angst.
Der alte Mann weinte und lies Ginta los.
„Es... es.... es..“, stotterte er, „Es tut mir Leid! Ich kann Kinder nicht dazu zwingen unsere Stadt vor dieser Organisation zu retten.“
Für einen Moment war es still.
Jumon sah bedrückt zu Boden. Shiana sorgte sich um Ginta und hielt seine Hand.
Er stand da und starrte nur.
Sayoko behielt von allen mal wieder den kühlsten Kopf.
„Hören sie zu, machen wir einen Deal, wir versuchen unser bestes die Shal aus dieser Stadt zu verjagen und dafür lassen sie uns kostenlos übernachten?“
Der Mann nickte.
„Ginta bitte...“, flüsterte Shiana.
„Ginta jetzt reiß dich mal zusammen!“, forderte Sayoko in einem leicht energischen Ton, „Die Leute hier brauchen unsere Hilfe! Ich versteh ja, dass es entsetzlich ist was die Shal getan haben, aber reiß dich doch bitte zusammen und lass uns das Problem zusammen beseitigen.“
Gintas Augen bewegten sich. Er nahm fast schon automatisch Shianas Hand und sprach: „Du hast recht Sayoko! Diesen Shal müssen wir endlich das Handwerk legen!“
„Wir schaffen das gemeinsam“, meinte Jumon.
„Ja, das schaffen wir“, stimmte auch Shiana zu.
„Hier“, meinte der Alte und führte die 4 zu einer Tür in einer steinigen Wand, „Das hier ist ein geheimer Eingang zum Bergwerk. Passt auf euch auf! Weiter kann ich euch leider nicht helfen... Viel Erfolg...“
Er öffnete die Tür, durch die sie dann in einen Tunnel eintreten konnten.
Sayoko ging vor. Der Tunnel war eng und kalt. In einigen Nischen in den Wänden standen Petroleumlampen die den Gang etwas erhellten.
Die pink-haarige blieb auf einmal stehen.
„So ich denke sind wir nun weit genug entfernt, sodass der Alte uns nicht mehr hört.“
Ginta setzte sich auf den kühlen Boden.
„Was machen wir jetzt?“, fragte sich Jumon.
„Das ist es, worüber ich mit euch reden wollte“, meinte Sayoko und seufzte.
„Wir sollten vorsichtig sein, wir kennen uns hier doch gar nicht aus...“, murmelte Jumon vor sich hin.
„Wir brauchen irgendeine Strategie und sollten uns nicht einfach auf die Shal stürzen“, sagte Sayoko und blickte Ginta an, „Das Risiko, dass den Kindern etwas geschieht ist viel zu groß.“
„Da hast du recht“, unterstützte Jumon sie, „Das einzige was uns bleibt ist herauszufinden wo sich die Kinder befinden, sie irgendwie retten und dann...“
„... uns um die Shal zu kümmern“, beendete Ginta Jumons Satz.
„Ich bin dafür...“, wollte Sayoko sagen, bis sie auch von Ginta unterbrochen wurde, „Ich bin dafür dass Jumon und Shiana mit den Kindern dann fliehen. Ich will nicht, dass Shiana alleine auf die Kinder aufpassen muss, darum würde ich es sehr begrüßen wenn du sie begleitest, Jumon...“
Ginta sah ihn an. So einen durchdringenden und fordernden Blick kannte man von Ginta bisher nicht.
„Ist gut“, meinte Jumon und grinste Shiana an.
„Ich bin auch einverstanden“, meldete sie sich zu Wort.
„Und du bleibst an meiner Seite, Sayoko?“, fragte Ginta sich und sah sie erwartungsvoll an.
Sie wollte seufzen, doch sie ließ es.
„Klar!“, antwortete sie und ballte eine Faust, „Diesen Shal werden wir mächtig den Hintern versohlen! Wäre doch gelacht, wenn nicht!“
In diesem Moment pfiff ein Schriller Ton durch das Bergwerk.
Man hörte tiefe Männerstimmen die irgendwas von „Mittagessen“ grölten.
Sayoko ging weiter bis sie zum Ende des Tunnels kamen.
Das Ende des Tunnels in dem sie sich befanden war ein Loch in der Wand eines großen Höhlenraumes. An dem Vorsprung hing der Rest einer Strickleiter die bis zur Hälfte der Wand herunter hing. Danach waren es sicherlich noch zweieinhalb Meter bis zum Boden gewesen.
„Kommt schon“, forderte Sayoko, „Jetzt wo alle zum Essen verschwunden sind, sollten wir das am besten ausnutzen!“
„Geht klar!“, antwortete Ginta, kletterte die Leiter so weit es ging runter und sprang dann auf den Boden.
„Los Shiana du als nächstes! Ich fange dich auf!“, bat er Shiana die dann kurzerhand als nächstes runter kletterte, sprang und von Ginta aufgefangen wurde.
Er torkelte noch etwas hin und her, fand dann jedoch einen festen Stand und ließ sie auf den Boden ab.
Myu hatte das aber nicht gerade auf die sanfteste Art miterlebt und zappelte mit ihren Hinterbeinen, denn ihre Hintern hing aus der Tasche während ihr Kopf tief in der Tasche vergraben war. Als Ginta ihr verhalf in eine für sie angenehme Position zurückzukehren kam auch schon Jumon runter gesprungen.
„Los Sayoko, so weit ist das gar nicht“, spornte Ginta sie an.
„Ich hatte nicht gerade die schönste Landung“, schmollte Jumon der sich den Dreck von der Jacke abputzte.
Sayoko schluckte.
Vorsichtig stieg sie mit ihrem linken Fuß auf die erste Sprosse der Strickleiter und dann mit ihrem rechten.
Warum hatte sie ausgerechnet jetzt so eine Panik davor? Sonst hatte sie doch keine Angst vor einer fünf Meter hohen Wand.
Aber was, wenn jetzt doch das Seil riss? Oder eine Sprosse durchbrach, sie ihren Halt verlor und fiel? Ein Sturz auf fünf Metern Höhe war sicher nicht sehr schmerzfrei.
Ironie des Schicksal – so nannten es manche Personen – traf genau in diesem Moment ein, wovor Sayoko so Angst hatte. Das rechte Seil riss, sie verlor ihren Halt und stürzte zu Boden.
Sie kniff ihre Augen zusammen und schrie.
„Ehm, Sayoko, es ist alles gut“, meinte Ginta und Jumon lachte.
Zögernd öffnete sie ihre Augen und fand sich in den Armen von Ginta und Jumon wieder, die sie auffingen.
„D... Danke, Jungs...“, bedankte sie sich, noch sichtlich geschockt und stellte sich hin.
„Nett von euch...“
„Freunden helfen wir nun mal gern, wir müssen doch zusammenhalten“, grinste Jumon.
Ginta konnte das Grinsen auch nicht unterdrücken.
„Komm Sayoko, wir gehen weiter“, lächelte Shiana und nahm ihre Hand.
'Freunde...', dachte sie sich und ging mit den anderen weiter, 'Es ist so schön Freunde gefunden zu haben...'
Bald kamen sie an eine Weggabelung.
„Wie sollen wir weiter?“, fragte sich Jumon.
Ginta ging einige Schritte zurück, sodass er einen guten Blick auf beide Wege hatte.
Die Tunnel waren gut ausgeleuchtet, man sah die rot-braune Farbe des Gesteins. Der Weg war zwar nicht wirklich eben, aber man konnte trotzdem noch gut darüber laufen.
„Wir könnten eine Münze werfen“, schlug Sayoko vor.
„Das bringt doch nichts!“, beschwerte sich Jumon darüber und wurde darauf böse angeschaut.
Schmollend wandte er sich zu Ginta: „Was meinst du?“
Ginta sagte nichts. Er schloss die Augen und atmete einmal tief ein.
„Ich...“, murmelte er, „kann etwas spüren.“
Nun kniff er seine Augen noch fester zu, damit er sich besser konzentrieren konnte.
Er merkte wie sein Amulett leicht vibrierte. Auch sein Mal an seinem Bein fühlte sich wieder etwas merkwürdig an und dann nahm er endlich diesen Windzug wahr.
Langsam hob er seinen Finger und zeigte in eine Richtung.
„Ich glaube... nein ich weiß, dass es dort entlang geht“
„Meinst du wirklich?“, wollte sich Jumon sicher gehen.
„Ich vertraue Ginta“, unterstützte Shiana ihn.
„Ich auch“, murmelte Sayoko.
Myu streckte sich, gähnte einmal herzhaft und sprang dann aus der Tasche und tapste in die Richtung die Ginta für richtig hielt.
„Wie man sieht findet Myu auch dass es der richtige Weg ist“, grinste Shiana.
Die kleine Katze tapste voran und die anderen folgten ihr, als würde sie ihnen den Weg führen.
Jumon trat aus versehen einen kleinen Stein, der Myu am Hinterteil traf, sie dadurch erschreckte und los rannte.
„MYU! WARTE!“, rief Ginta ihr hinterher und rannte los.
„Ich verpass euch beiden gleich eine Kopfnuss!“, beschwerte sich Sayoko, „Der Eine bringt eine Katze dazu davonzurennen und den anderen dazu durch die ganze scheiß Höhle zu brüllen! Wie bitteschön sollen wir unseren Plan einhalten!?“
„Jetzt brüllst du aber auch und es war nicht einmal mit Absicht!“, entschuldigte sich Jumon, der mit den anderen Zwei Ginta hinterherrannte.
„Dafür ist es jetzt auch schon zu spät!“
„Regt euch bitte doch nicht so auf“, versuchte Shiana die beiden zu unterbrechen, wurde von beiden dann aber böse angeblickt. Sich schuldig fühlend, sagte sie nun nichts mehr.
Myu rannte immer schneller und schneller, mal nahm sie bei Abzweigungen den rechten, mal den linken Weg. Sie wollte einfach keine Pause machen, bis zu dem Zeitpunkt, in dem sie ganz plötzlich wieder zurück rannte und in Gintas Tasche sprang.
Ginta stoppte und fragte sich was los sei.
In diesem Augenblick kam aus einem der Tunnel ein riesiger steinerner Golem.
„Da schaut mal was ihr mit eurem Gebrülle angerichtet habt!“, brüllte Sayoko.
„Es wäre angebracht jetzt wegzurennen“, schlug Jumon vor.
„Dann rennen wir weg!“, rief Ginta, packte Shianas Hand und rannte drauf los.
Sie nahmen den einzigen Weg der noch übrig blieb, und der führte sie kurzerhand in einen gigantischen Raum.
Glücklicherweise hatten sie ein wenig Vorsprung, konnten sich also eine kurze Pause leisten um die Lage zu checken.
„Was ist das hier?“, wunderte sich Ginta.
„Uns bleibt auf jeden Fall nicht viel Zeit um herauszufinden was es ist, ich höre schon wieder die Schritte dieses Golems“, antwortete Sayoko.
„Es sieht aus...“, meinte Jumon, „Wie ein riesiges Labyrinth!“
„Ein Labyrinth?“
„Ja, seht euch doch mal diese flach gehauenen Wände an und...“
„Verdammt!“, brüllte Sayoko, „Es ist schon wieder hinter uns!“
„Beeilt euch!“, forderte Jumon, der vor den Anderen rannte und sich den richtigen Weg suchte.
„Passt auf, dass ihr nicht stolpert!“, keuchte Ginta.
„AH!“, schrie Shiana, die es genau in diesem Moment auf den Boden riss.
„Shiana!“, stieß es aus Ginta, „Rennt ihr schon vor, ich kümmre mich um sie!“
Er half ihr schnell auf.
In diesem Moment kam eine riesige Silhouette hinter dem nahen Felsen hervor.
„Verdammt“, dachte er sich und biss sich auf die Lippe, „Dabei hat der Tag doch so gut angefangen...“
Der Golem kam immer näher und holte schon zu einem Schlag aus.
„Shiana komm schon!“
Shiana verzog ihr Gesicht und stand auf.
„Ist alles in Ordnung mit dir?“, fragte Ginta sich fürsorglich.
Sie nickte nur.
Der Golem griff an. Mit einer riesigen Faust aus Stein wollte er Ginta und Shiana wohl zerquetschen.
„Das werden wir nicht zulassen!“, riefen Jumon und Sayoko fast gleichzeitig.
Gintas Amulett fing an zu leuchten und zwei schimmernde Lichtstrahlen Zielten direkt auf Jumon und Sayoko.
Alle 3 waren plötzlich von einer eigenartigen Aura umgeben.
Sie spürten den Herzschlag des Anderen und hörten die Gedanken des Anderen.
„Danke“, flüsterte Ginta der Shiana im Arm hielt.
Jumon und Sayoko wussten nicht genau was sie taten, aber sie wollten damit auch nicht aufhören.
Sie fokussierten ihre Energie und schafften es, dass ein weiterer Golem erschien. Er war sicherlich genauso groß wie der Golem aus Stein, sah aber anders aus.
Er war gänzlich schwarz und hatte lange spitze Krallen.
Was nun geschah, war unbeschreiblich. Sayoko und Jumon sahen so aus, als würden sie diesen schattenartigen Golem lenken, der dadurch den Steingolem aufhielt.
Er griff ihn weiter ein und einige Felsstücke bröckelten von ihm ab.
Irgendwie schafften sie es diesen steinernen Golem nun komplett zurückzudrängen, sodass Ginta und Shiana in Sicherheit waren.
Mit einem letzten Schlag gelang es dem Schattengolem seinen Gegner in zwei zu teilen. Felsbrocken fielen zu Boden versperrten den Weg.
Das schwarze Monster löste sich auf und die Aura die um Jumon und Sayoko war legte sich.
„Danke, Leute“, bedankte sich Ginta.
„Das war bemerkenswert!“, fügte Shiana dem hinzu.
Nun war es wieder ruhiger. Alles hatte sich beruhigt, bis auf Myu die sich in Gintas Tasche genervt von einer Seite zur anderen rollte.
„Ein Schluck Wasser?“, unterbrach Jumon die Stille.
Sayoko nickte und er überreichte ihr die Wasserflasche.
Sie nahm einen Schluck.
„Echt merkwürdig wie ihr das geschafft habt...“, wunderte sich Ginta.
„Wir sollten weitergehen, so befreien wir niemals die Kinder. Außerdem haben wir schon viel zu viel Krach gemacht. Sie haben uns sicherlich schon bemerkt“, sagte Sayoko kühl.
Die Stimmung fror etwas ein.
„Nun gut, dann gehen wir doch weiter... In Ordnung?“, fragte Ginta die Anderen.
Die Gruppe ging weiter. Jumon voraus, er hatte ein Händchen für Labyrinthe.
Es war wirklich sehr verwirrend. Ginta hatte sich schon nach der dritten Abzweigung verloren. Doch Jumon machte das alles ziemlich souverän.
Sayoko dachte nach. Sie wollte unbedingt wissen wieso sie und Jumon dieses Wesen beschworen konnten, wieso sie sich so vereint gefühlt hatten.
War es wegen Ginta?
Nun ja, das Leuchten seines Amulettes war ja Beweis genug, also musste es doch etwas damit zu tun haben, oder nicht?
Ginta war besonders. Das wiederholte sie immer und immer wieder in ihren Gedanken.
Shiana wollte Gintas Hand nicht mehr loslassen. Sie hatte sich zwar von dieser Attacke beruhigt, ober was wenn noch so ein Monster auftauchen würde?
Und Ginta sprach seine Gedanken aus, er versuchte es zumindest.
„Jumon... Ich...“, fing er an.
„Sie zeigen mir ihn...“, beantwortete er die Frage, die Ginta nicht einmal fragen konnte.
„Wer zeigt dir den Weg?“, wunderte er sich.
„Die Geister der ermordeten Kinder...“
Jumon drehte sich zu Ginta um. Tränen liefen ihm über die Wange.
„Ginta, die Kinder... ich höre ihre verzweifelten Schreie. Sie wollen nicht mehr gefangen sein, sie wollen zurück zu ihren Eltern und Großeltern.“
Ginta blieb die Stimme weg. Sein Herz pochte. Shiana klammerte sich an ihn.
„Da ist ein Junge, er ist einer der ersten die ermordet wurden“, erzählte Jumon weiter, „Er ist leider auch der einzige der einen klaren Kopf behalten konnte. Er... er ist der Sohn des Wirts der uns weitergeholfen hat. Er will uns zu dem Anführer dieser Shal-Gruppe bringen...“
Ginta löste sich von Shianas Klammer und ging auf Jumon zu.
Er nahm ihn in den Arm.
„Richte ihm vielen Dank von mir aus“, bat er, „Und sag ihm, dass wir Rache nehmen...“
Jumon nickte, wischte sich die Tränen aus den Augen und lief weiter.
Nach einiger Zeit kamen sie sozusagen im Zentrum des Labyrinthes an.
Es war eine große Fläche auf der Tische und große Käfige standen.
Dort waren die Kinder gefangen. Als sie die Gruppe sahen schrien sie hysterisch auf, soweit sie noch die Kraft dazu hatten. Einige Kinder sahen schon abgemagert aus.
An den Türen der drei Käfige standen jeweils zwei Shal.
Gegenüber den Käfigen war ein steinerner Schreibtisch, an dem ein großer, fetter, glatzköpfiger Kerl saß.
„So so, ihr seid also diese Krachmacher...“, sagte der Mann mit einer brummigen Stimme.
„Lassen sie sofort diese Kinder frei!“, brüllte Ginta.
„Von wegen! So gelangen wir nie...“
Ein Shal kam ihn entgegen. Er trug eine Brille und hatte eine Schachtel in der Hand.
„Wir haben es, Boss...“, murmelte dieser.
„Was? Endlich! Nach so langer Zeit!“, der dicke Mann lachte herzhaft, „Dann brauchen wir diese Bälger nicht mehr! Macht was ihr wollt!“
Die Shal die am Käfig standen sperrten die Käfige auf.
Einer zerrte ein Mädchen heraus, nicht älter als 10, und schubste es auf den Boden.
„Das hast du davon mir in den Finger gebissen zu haben!“, schnaufte er und wollte ihr in den Magen treten, als Ginta ihn mit einem Windstoß wegschleuderte.
„Wehe, irgend jemand von euch fasst die Kinder an!“, drohte er und griff den am nächsten stehenden Shal an.
Diese zückten sofort ihre Waffen und machten sich zum Kampf bereit.
Sayoko flüsterte Shiana kurz etwas zu und zog ebenfalls ihre Waffe, den Dolch.
Jumon und sie unterstützen Ginta, während Shiana die Kinder zu sich holte.
In diesem Moment lief alles so schnell ab.
Ginta, Sayoko und Jumon streckten die Shal-Unterlinge zu Boden. Shiana schaffte es alle Kinder zu befreien und dieser fette Mann schnappte sich einen riesigen Hammer, der neben seinem Schreibtisch lag.
Ginta nickte Jumon zu und er machte sich mit Shiana auf dem Weg das Labyrinth zu verlassen.
Die zwei übrig gebliebenen machten sich zum Kampf bereit.
„Apaku Surutu mein Name, prägt ihn euch gut ein! Ihr werdet ihn bis zu eurem Tod sicherlich nicht vergessen...“, lachte er wieder.
„Dieser Mann ist widerlich“, fand Sayoko.
„Da hast du irgendwie recht“, meinte Ginta und zog sein Schwert, „Eine gute Gelegenheit es einmal zu testen, wie ich mit dem hier umgehen kann...“
„Was wollt ihr schon ausrichten!?“
„Das werden wir dir zeigen!“
Ginta stürmte auf Apaku zu und griff ihn mit seinem Schwert an. Apaku jedoch schwang seinen riesigen Hammer der Ginta gleich zu treffen drohte, doch Sayoko sprang von der Seite gegen den Hammer und konnte dessen Flugbahn so ablenken.
Ginta traf Apaku an der Seite.
Sie sprangen zurück.
„Was war das für ein Angriff?“, wunderte sich der Glatzkopf.
„Das sollte man lieber dich fragen, Arschbirne!“, erwiderte Sayoko.
Der Kampf ging weiter, es wechselten die Seiten immer wieder mit Angriff und Abwehr ab. Sayoko versuchte immer Ginta so gut es ging zu helfen genauso wie Ginta das für Sayoko tat.
Es war anstrengend und die beiden fragten sich wann dieser Fettsack endlich mal eine Pause brauchte.
Ginta schnaufte.
„Warum musstet ihr ausgerechnet die Kinder umbringen!?“
„Warum? Weil sie sich nicht wehren konnten! Es hat so Spaß gemacht ihre kleinen Köpfe zu zerquetschen..... Und es wird mir auch Spaß bereiten eure Köpfe und Körper zu zerquetschen!“
Er lachte wieder. Diese Lache kam eindeutig von einem Psychopathen.
„Dafür wirst du bezahlen!“
Gintas Wut brodelte nur in ihm über. Wieso verdammt noch mal mussten diese Kinder sterben, es hatte gar keinen Sinn!
Sayoko versuchte einen klaren Kopf zu behalten, nicht so wie Ginta, das spürte sie.
Sie wusste nicht wie sie ihren nächsten Angriff starten sollten.
Ginta schrie.
„Dafür wirst du bezahlen!!!!“
Seine Hände leuchteten und er rannte nun etwas schneller.
Sayoko stand plötzlich wie gefroren da.
Apaku holte zum Schlag aus.
Gintas Hände leuchteten stärker und er schlug zu.
In diesem Moment entfachte ein riesiger Sturm, der Apaku durch die Wände des Labyrinths schleuderte. Ginta rannte ihm hinter her.
Der Aufprall war so stark, dass eine große Nische entstand.
Ginta holte wieder zum Schlag aus. Er merkte dass durch den vorherigen Angriff einige Steinbrocken von der Decke fielen, dies wollte er ausnutzen.
Er schwang das Schwert wodurch wieder ein heftiger Sturm entfachte und noch größere Steinbrocken von der Decke stürzten.
Apaku wurde eingesperrt.
Dies alles geschah so schnell dass Sayoko einige Zeit brauchte um überhaupt zu verstehen was vor sich ging.
„Warum konnte ich mich nicht bewegen“, stotterte sie vor sich hin, „Wie kann ich Ginta so eine Hilfe sein...?“
Ginta beruhigte sich und lief zurück zu Sayoko.
„Ich glaube es ist vorbei...“, murmelte er und ließ sich neben seiner Mitkämpferin nieder.
Sayoko brachte kein Wort aus sich heraus.
Sie saßen dort bestimmt noch einige Minuten in der Stille, bis sie Ginta unterbrach.
„Wir sollten zu Shiana und Jumon...“
Er stand auf, reichte Sayoko die Hand und die beiden machten sich auf den Rückweg.
Am Eingang des Bergwerkes trafen sie dann auf Jumon und Shiana, die erschöpft auf dem Boden saßen und zusahen wie die Eltern mit Tränen in den Augen ihre Kinder begrüßten.
Sayoko deutete mit ihren Fingern das Gasthaus an und alle verstanden.
So unauffällig wie es nur ging, liefen sie zum Gasthaus, nahmen sich ein Zimmer und ließen sich in die Betten fallen.
Der Wirt verstand was passiert sein musste.
Vor dem Haus drängte Eltern und Kinder, die der Gruppe danken wollten nur in Strömen herein und der Wirt musste immer wieder versuchen den Leuten zu erklären, dass Ginta und seine Freunde jetzt wohl nicht mehr ansprechbar wären – zumindest bis zum nächsten Morgen.
[Dieser Beitrag wurde am 10.08.2009 - 23:14 von kazenogaara aktualisiert]
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