kazenogaara  Gaisuto no Ginta
     

Status: Offline Registriert seit: 17.03.2007 Beiträge: 578 Nachricht senden | Erstellt am 19.04.2009 - 14:09 |  |
Kapitel 39 – Der Monat im Med-Dorf ~ Gemeinsam... ~
Die Zeit war gekommen und der Monat, voller Erfahrungen, Veränderungen und aktionreichen Abenteuern neigte sich dem Ende zu.
Oto hatte in diesem Monat schon einiges gelernt. Da sie schon viele Basistechniken erlernt hatte, konnte sie sozusagen gleich auf „Stufe 2“ ihrer Ausbildung aufsteigen. Sie hängte sich richtig rein. Las fiel in Büchern über Krankheiten, Operationsarten und anderen Anwendungsmöglichkeiten und probierte gleichzeitig auch einiges aus. Ihr Professor war ein erfahrener, alter Arzt, der mit Gründer der Stadt war. Er entschloss sich ohne groß zu überlegen sie zu unterrichten, als er ihren Namen hörte. Anscheinend wusste er etwas über ihre Eltern, was er ihr aber nicht gleich unter die Nase band.
Ama nahm sich in dieser Zeit eine Auszeit von der Suche nach seinen Eltern und unterstützte Oto so gut er konnte.
Nun war der große Tag gekommen. Die auszubildende Ärztin stand nervös an dem vereinbarten Treffpunkt. In einem unregelmäßigen Rhythmus tappte sie mit ihrem Fuß auf den Boden.
„Wie soll ich es ihnen... nein, wie soll ich es Ginta nur klar machen...?“, seufzte sie, ihre Hand grübelnd an ihr Kinn gelegt.
„Er wird es schon verstehen“, versicherte Ama, der mit ihr wartete.
„Aber... Wir haben schon so viel miteinander durchgemacht und...“
„Es ist wohl eher so, dass du ihn vermisst, stimmt's?“
Oto konnte darauf nichts sagen.
Klar würde sie Ginta und die anderen vermissen.
Es war aber nicht nur das „Gemeinsam“, dass Oto vermisste, es war etwas, das tief in ihrer Seele saß, wie eine unbekannte Macht, könnte man sagen.
„Von dem, was du mir erzählt hast, denke ich, dass er sich darauf vorbereitet hat. Dein Ziel war es doch von Anfang an hier zu studieren.“
„Mhhh...“, murmelte sie, „Das kann gut möglich sein...“
Oto sah ihn ungläubig an.
Er umarmte sie und flüsterte ihr etwas ins Ohr.
Sie vergrub sich in seinen Armen, nickte und genoss es, in seiner Nähe zu sein.
Jemand räusperte sich laut und Oto schreckte hoch.
„Ah, Sayoko, Jumon, ihr seid aber pünktlich!“, begrüßte sie die anderen, in einem nervösen Ton als wäre sie bei etwas ertappt worden.
„Wer nur in der Bibliothek hockt, liest und nichts besseres zu tun hat, der kann auch pünktlich kommen“, meinte Sayoko, in einem sarkastischen Ton.
Jumon beugte sich zu Oto und flüsterte: „Sie war so aufgeregt, wollte dich unbedingt noch sehen... Sayoko kann dich echt gut leiden.“
„Was flüstert ihr da!?“, beschwerte sich die lautstarke Sayoko und gab Jumon eine Kopfnuss.
„Das hätte aber nicht sein müssen!“, murmelte Jumon und rieb sich seine Beule.
Oto fing das Kichern an und fing dann an herzhaft zu Lachen. Freudentränen kullerten ihre Wange hinunter.
Waren das wirklich nur Freudentränen, oder schon die Tränen des Abschieds?
Die Anderen lachten mit.
„Was ist denn hier los? Ohne uns zu lachen“, begrüßte Ginta die anderen, als er mit Shiana zum Treffpunkt kam.
„Entschuldigt, dass wir so spät kamen“, entschuldigte sich Shiana und begrüßte auch mit einem Lächeln die Anderen.
Plötzlich fühlten alle etwas in sich. Es war eine Veränderung und es war Ginta. Seine Präsenz war nun viel stärker.
Jumon, Sayoko, Oto und auch Ama erkannten, dass dieser Ginta sich innerhalb eines Monats rasend schnell verändert hatte.
Aber es war keine schreckliche, gar negative Veränderung. Nein, es fühlte sich an, als würde Ginta seine Stärke mit den Anderen teilen und sie auch verstärken. Es fühlte sich an, als würde er ihnen mehr von allem schenken, Sicherheit, Geborgenheit, eben solche Dinge.
„War das ein anstrengender Monat, das kann ich euch sagen“, grinste er und verschränkte seine Arme hinter seinem Kopf, „Und was habt ihr so erlebt??“
Neugierig schaute er in die Runde.
„Sayoko und ich haben einen Jungen vor einer Gang befreit...“, erzählte Jumon stolz.
„Sonst saßen wir nur in der Bibliothek und haben Bücher gelesen“, gähnte Sayoko.
„Und ihr Oto?“
„Ama und ich wir...“, fing sie an und erzählte allen dann, was sie diesen Monat schon alles gelernt hatte. Immer, wenn Oto von den kleinen Operationen die sich zur Übung machen mussten, verzogen alle vor Ekel ihr Gesicht.
An anderen Stellen lachten sie, weil Ama einmal was lustiges passiert war und dann hörten sie wieder gespannt zu.
Insgesamt warteten sie mehr als 2 Stunden auf Ryoma, der immer noch nicht aufgetaucht war.
„Er braucht doch sonst nie so lange...“, grübelte Ginta.
„Wäre wohl besser wir teilen uns auf und suchen ihn, oder?“, schlug Jumon vor.
„Japp, das wäre eine Idee, ich möchte meine Entscheidung nicht ohne ihn verkünden...“, meinte Oto.
„Außerdem wollen wir ja auch bald weiterreisen“, beschwerte sich Sayoko, „Ich hab keine Lust auf eine Nachtwanderung.“
„Ich habe einen Plan“, fing Jumon an und erklärte, „Wir teilen uns auf. Jeder für sich, so suchen wir am effizientesten. Ich bitte einige Geister uns zu begleiten, sobald einer Ryoma gefunden hat, bekommt das dann jeder mit. Einverstanden?“
„Einverstanden“, sagten alle im Chor.
Jumon fokussierte seine Energie und konzentrierte sich.
„Es kann los gehen...“, sagte er und die Gruppe teilte sich auf um in der ganzen Stadt nach Ryoma zu suchen.
Sie teilten die Stadt in 6 gleichgroße „Bezirke“ ein und jeder suchte diesen ab.
Ama war als schnellster fertig und kam zum Treffpunkt wieder zurück. Nach einiger Zeit trafen auch Sayoko und Oto wieder ein und dann Shiana.
Jumon suchte als Zweitlängster und fand Ryoma nicht.
Jetzt lag all die Hoffnung auf Ginta, den verschwundenen Ryoma zu finden.
Er schlenderte die Straße entlang und überlegte sich, wo Ryoma am leichtesten zu finden wäre. In Restaurants hat er schon nachgefragt und geschaut, doch dort war er nicht zu finden. Auch einige Passanten hatte er befragt, doch niemand wusste etwas von einem schwarz-haarigen Samurai.
Nach weiteren Fundorten grübelnd, stieß er mit seinem Fuß einen Stein, der gegen Metallplatten kullerte, die gegen eine Hauswand gelehnt waren.
Das metallische Geräusch weckte Gintas Aufmerksamkeit.
„Was ist denn das?“, er ging näher zur Tür und entdeckte ein Ladenschild.
„Schwerter & Schwerter...“, las er vor.
Ein Schwertladen? Vielleicht konnte er dort etwas über Ryomas Aufenthaltsort in Erfahrung bringen.
„Guten Tag“, begrüßte Ginta den Verkäufer hinter dem Tresen, als er den Laden betrat.
„Guten Tag, suchen sie Schwerter? Kein wunder sie sind ja auch im Schwerter & Schwerter, wir führen Schwerter aller Art. Haben sie Interesse?“
„Ehhm...“, Ginta kratzte sich am Hinterkopf, „Da muss ich sie leider enttäuschen, ich will kein Schwert kaufen... ich suche eine Person.“
„Eine Person... Welche denn?“, fragte der Verkäufer.
„Ein schwarz-haariger Samurai, etwa so groß“, erklärte Ginta und zeigte mit seiner Hand die ungefähre Größe Ryomas, „Er heißt Ryoma Sakamoto, haben sie ihn zufällig gesehen?“
„Ryoma Sakamoto! Du bist wohl ein Freund, oder?“
Ginta nickte.
„Ja, ich habe ihn gesehen, vor einem Monat ungefähr, auf den Tag genau. Er kam zu mir in den Laden und sprach mit mir über seinen Vater, danach habe ich ihn leider nicht mehr gesehen.“
„Seit einem Monat...“, nuschelte Ginta, „Vielen Dank für ihre Hilfe! Ich verschwinde jetzt wieder, tschüss!“
Ginta legte einen Zettel auf den Tresen, stürmte aus dem Laden und rannte wieder zum Treffpunkt. In der Zwischenzeit bat er den Geist, der ihn begleitete – und nicht sichtbar war, wegen den vielen Passanten in der Stadt – den anderen Bescheid zu geben.
Als er den Treffpunkt erreichte, starrten alle bedrückt zu Boden.
„Da bin ich wieder... Anscheinend hat Ryoma die Stadt verlassen, schon vor einem Monat...“
„Wieso sollte er das tun?“, wunderte sich Jumon.
„Ich habe da eine Vermutung, aber sicher bin ich nicht“, meinte Ginta.
„Dann schieß los“, forderte Sayoko ihn auf.
„Es handelt wahrscheinlich um seinen Vater, vielleicht hat er vor, ihn wieder zu finden...“
„Also reisen wir nun ohne ihn weiter?“, fragte Jumon.
„Das wäre wohl angebracht“, seufzte Sayoko.
„Ja, dafür bin ich auch“, sagte Ginta, „Ich habe dem Ladenbesitzer, der Ryoma das letzte Mal gesehen hat, eine Nachricht hinterlassen, damit Ryoma uns wiederfindet, falls er wiederkommt.“
Eine bedrückte Stimmung lag in der Luft.
„Gut dann, sollten wir wohl losgehen“, schlug Ginta vor.
„Halt Ginta...“, stoppte ihn Oto, „Ich... ich muss dir etwas sagen. Sayoko und Jumon wissen schon Bescheid und Shiana hatte ich es erklärt, bevor du zurückgekommen bist.“
„Was ist... Oto?“
In diesem Moment fiel ihm auf, dass Oto weder ihre Tasche noch anderes Reisegepäck dabei hatte. Ama genauso wenig wie Oto.
Er schluckte.
Oto hatte einen Frosch im Hals, konnte dies jedoch überwinden.
Mit einer weinerlichen Stimme sagte sie: „Ginta ich... Mein Ziel war es von Anfang an in dieser Stadt meine Ausbildung anzufangen... Und in diesem Monat habe ich damit begonnen, doch... noch nicht beendet.“
Otos Herz raste.
„Ich werde hier bleiben und meine Ausbildung beenden. Es... es war eine so schöne Zeit mit dir und Ryoma und den anderen... Ich bin dir für alles dankbar. Seit dem Tag an dem ihr mich befreit habt bis jetzt. Wir sind durch einige Abenteuer gegangen, doch ab jetzt musst du ohne mich weiterreisen... Ich...“
Oto weinte. Sie spürte wie fiel ihr an den anderen lag.
„Ist schon gut, Oto... Das habe ich mir schon gedacht“, log Ginta, grinste sie an, umarmte sie einmal und sprach weiter, „Ich bin auch glücklich dich getroffen zu haben, du bist ein toller Mensch... Vielen Dank für alles!... Und was ist mit dir Ama?“
Fragend sah er ihn an.
„Ich bleibe bei Oto und suche weiter nach meinen Eltern...“
„Wohl wieder ein Abschied von dir, nun denn, mach's gut und ich hoffe du findest deine Eltern bald...“
Gintas Hände zitterten. Er traute sich nicht mal mehr zu winken, als er sich umdrehte und ging.
Er versuchte sein Gesicht vor den anderen zu verstecken, denn auch er weinte. Es fühlte sich an, als würde etwas fehlen. Ein großes Stück in Gintas Herz. Die Tränen strömten nur so aus seinen Augen.
Shiana, Sayoko und Jumon folgten ihm, nachdem auch sie sich entgültig von Oto verabschiedet hatten.
'Was war das nur für ein Tag', dachte Ginta, 'Erst Ryoma und dann auch noch Oto... Da muss meine Reise wohl ohne sie weitergehen...'
Die drei Anderen der Gruppe liefen weit hinter Ginta, als sie die Stadt in Richtung Nord-Westen verließen.
Shiana wollte vor zu Ginta laufen, um ihn zu trösten, doch Sayoko hielt sie zurück.
„Lass ihn noch ein wenig allein... Er verkraftet das schon“
Shiana nickte zögernd und hoffte nur, dass Ginta bald seine Trauer überwinden könnte.
So formte sich das alte Gemeinsam in ein neues.
[Dieser Beitrag wurde am 21.04.2009 - 16:08 von kazenogaara aktualisiert]
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