kazenogaara  Gaisuto no Ginta
     

Status: Offline Registriert seit: 17.03.2007 Beiträge: 575 Nachricht senden | Erstellt am 27.03.2009 - 20:08 |  |
Kapitel 38 – Der Monat im Med-Dorf ~ Jumon & Sayoko ~
Jumon verschränkte seine Arme hinter seinem Kopf, als er mit Sayoko eine kleine Straße hinab lief.
„Oto will also ihre Ausbildung beginnen...“, murmelte der Orange haarige vor sich hin, „und in einem Monat entscheidet sie sich...“
Alle versammelten sich im großen Raum im Krankenhaus. Shiana wartete vor der Tür, ihr ging es nicht so gut und brauchte etwas frische Luft.
„Einen Monat..! Dann treffen wir uns wieder und besprechen wie die Reise weitergeht“, sagte Ginta und verschwand. Er ging mit Shiana irgendwohin.
Sayoko und Jumon wollten gerade auch gehen, aber Oto hielt sie noch zurück.
„Leute hört mal zu, ich konnte Ginta das nicht sagen, aber ich bezweifle, dass ich in einem Monat mit euch reisen werde...“
Sofort machte sich eine bedrückte Stimmung zwischen den anderen breit.
„Ama wird bei mir bleiben, er hat eventuell Hinweise auf seine Familie gefunden.“
Sie blickte ihn an und ihre Augen glitzerten.
Niemand traute sich etwas zu sagen. Ryoma sah zu Boden, ballte seine Hand unauffällig zu einer Faust zusammen und ging ohne ein Kommentar dazu abzulassen.
„Was ist denn mit dem los“, wunderte sich Sayoko.
„Mensch Ryoma, warte doch!“, rief ihm Oto noch hinterher, aber er war zu schnell verschwunden.
„Ob er traurig ist?“, fragte Jumon.
„Wohl eher beleidigt“, antwortete Sayoko und zog dabei eine Augenbraue nach oben.
„Komischer Kerl“, fügte Ama noch hinzu, wand sich dann aber wieder Oto zu.
„Mhhh...“, begann Oto wieder, „Wir sehen uns dann in einem Monat wieder, dann bekommt ihr meine endgültige Antwort.“
Sie nahm einmal Sayoko und Jumon in den Arm, drückte sie und verabschiedete sich von ihnen. Dann verließ sie das Krankenhaus zusammen mit Ama.
„Ich finde es schade, wenn sie unsere Gruppe verlässt“, seufzte Jumon betroffen, „Ich mag Oto, sie ist wie eine große Schwester zu mir, immer lieb und nett, hoffentlich nicht weil ich der Jüngste der Gruppe bin.“
„Doch bestimmt!“, neckte ihn Sayoko und lachte.
Dann gab sie ihrer Stimme einen ernsteren Klang: „Obwohl ich anfangs nur mein Geld wollte, und 'böse' zu ihr war, hatte sie immer eine gewisse Sympathie für mich... Sie ist echt ein merkwürdiges Mädchen.“
„Japp... Gehen wir zur Bücherei?“
Sayoko sagte nichts mehr und folgte Jumon, der den Weg zur Bücherei schon kannte.
Die Beiden sprachen nicht weiter über das Thema. Beide versuchten auch nicht weiter darüber nachzudenken. Es war klar dass sie nicht wollten, dass Oto nicht weiter mit ihnen auf Reise gehen würde und es war klar, dass sie Trauer empfanden.
Nach einiger Zeit kamen sie endlich an. Die städtische Bücherei war eher eine riesige Bibliothek. Die Mauern des Gebäudes sahen alt aus, die Treppen hinauf zum Eingang waren dreckig und die Säulen, die die Fassade Dekorierten, ließen dem ganzen einen antiken Schimmer verpassen.
So stiegen Sayoko und Jumon hinauf, öffneten die große, reich verzierte Holztür und betraten die Bibliothek.
Von Innen sah sie noch antiker und gewaltiger aus als von Außen. Große Regale, mit rollenden Leitern, standen parallel angeordnet im Raum. Der Raum war wirklich sehr hoch und es gab bestimmt auch einen zweiten und dritten Stock. An zwei Ecken führten symmetrisch Treppen nach oben.
Jumons Augen weiteten sich.
„Schau dir das mal an! So viele Bücher und Schriften! Das ist göttlich! Was man hier wohl alles Lesen kann? Sicher sind hier Schriften über die ganze Welt!“, stieß es total begeistert aus ihm heraus.
Sayoko lachte.
„Das ist wohl dein Paradies“, gab sie sarkastisch von sich.
Jumon ignorierte das und ging sofort auf eines der Regale zu. Er suchte sich eine geeignete Lektüre um darin zu schmökern.
Er suchte etwas über Geister, wohl sein Lieblingsthema.
Sayoko folgte ihm, zog einfach ein Buch aus dem Regal und las darin, ohne großes Interesse zu zeigen, um was es ging.
„Schau mal Sayoko! Die Sammlung der Bücher ist ja klasse! Hier gibt es sogar die Enzyklopädie von Miraa Liade. 'Chroniken der Nebenwelt' eine Reihe mit 24 Büchern in denen das Thema Nebenwelt und Geister echt gut thematisiert und untersucht wird.“
„Interessant...“, murmelte Sayoko, klappte ihr Buch zu, stellte es zurück ins Regal. Dann setzte sie sich mit Jumon an einen Tisch, auf den Jumon alle 24 Bänden der Chroniken der Nebenwelt stapelte.
Sag mal Jumon, willst du mir nicht mehr über die Geister beibringen? Ich habe zwar auch mit den Nebenwelten zu tun, aber bei mir läuft das ganze eher unbewusst ab und ich bekomme nicht mit, wie das ganze abläuft. Es ist, als würde mich eine unsichtbare Macht leiten.“
„Mh, fangen wir am besten von vorne an“, begann Jumon, der sich richtig professionell anhörte, „Geister gibt es, das ist ein Fakt, ich kann sie ja sehen und du sie spüren, nicht wahr?“
Sayoko nickte.
„Sie sind Wesen wie die Menschen, doch sie werden nicht geboren wie diese und sie altern auch nicht. Beziehungsweise altern sie sehr sehr langsam. Sie sind auch nicht materialisiert, nicht in dieser Dimension. Sie leben in einer eigenen Dimension, aber doch unter uns. Es gibt Menschen, die besondere Kräfte haben. Sie können entweder die Geister wahrnehmen, haben also ein verschärftes Wahrnehmungsvermögen, einen 6. Sinn sozusagen. Andere nehmen die Geister nicht primär war, sondern haben so viel Energie in sich, dass sich die Geister für gewisse Zeiten materialisieren können. So können auch andere Menschen sie sehen. Es gibt auch Menschen, die eben diese besonderen Fähigkeiten gar nicht in sich haben und es gibt Menschen die solche Fähigkeiten entwickeln können. Geister haben unterschiedliche Charaktere und Fähigkeiten aber sie alle sind in einer Beziehung gleich: Sie haben eine Seele. Genau wie wir Menschen, wir haben auch eine Seele.“
„Wir haben auch eine Seele, das ist klar und was passiert mit der Seele nach dem Tod? Können Geister auch sterben?“, Sayoko dachte an eine ganz bestimmte Person, als sie so neugierig fragte.
„Das ist eine gute Frage, habe viele Bücher über das Nachleben gelesen. Liade ging im ersten Band – ich besaß nur eines dieser tollen Enzyklopädie – davon aus, dass die Seele bei jedem Wesen erhalten bleibt. Bei Menschen wäre das einfach nur ein körperlicher Tod, doch der Geist, die Seele lebe woanders weiter. Er stellte die Theorie auf, dass es verschiedene Wege für die Seele gäbe, nachdem sie den Körper verlässt. Die erste Theorie ist, dass die Seele sich einen anderen Körper sucht, die eines Neugeborenen Kindes. Das hat er mit der Vererbung von Charakterzügen und Ähnlichkeiten zwischen Kindern und deren Vorfahren, Ahnen und Großeltern sowie auch Eltern bewiesen. Klar waren es keine 100 prozentigen beweise, dennoch war seine Vermutung sehr realistisch. Eine andere Theorie ist, dass sich die Seelen von sehr starken Persönlichkeiten, also die geistig sehr stark waren, sich ihren eigenen Körper bilden und so zu Geistern werden. Die letzte Theorie ist, dass sich die Seele in Energie umwandelt. Diese nannte Liade Aros, wobei er Energie immer als Aros definierte. Er erkannte auch, dass die Energie die zur Geburt gebraucht wurde, wieder beim Sterben freigesetzt wird. Ich denke er meinte, dass das eben diese Loslösung der Seele vom Körper ist.“
„Aber sag mal, Jumon, du hattest doch viel mit Geistern zu tun, warum hast du nicht von ihnen erfahren wie es wirklich ist? Ich meine, die müssten das doch am besten wissen!“
„Klar, das klingt logisch. Natürlich habe ich mich darüber interessiert und nachgefragt. Aber es gibt da einen wichtigen Punkt, denn die Seele behält zwar die Informationen, auch Erinnerungen genannt, in sich, aber es entsteht eine neue Schicht, auf der die neuen Informationen geschrieben werden können. Eine Art neuer Layer, der über den anderen liegt und beschrieben werden kann.“
„Ich verstehe, das Unterbewusstsein? Ich habe schon oft Leuten ihr altes Ich aufgezeigt.“
„Genau das ist damit gemeint. Man kann sich bewusst nicht daran erinnern, aber das Unbewusste kann wieder Bewusst gemacht werden. Dies ist aber ein schwerer Prozess.“
„Es fordert viel Konzentration aus dem Unterbewusstsein eines Menschen zu lesen...“
„Das kann gut sein, ich habe das noch nie versucht. Auf jeden Fall verstehst du, wieso ich die Geister nicht danach fragen konnte, denn sie konnten dies aus ihrer Seele nicht lesen. Deswegen haben sich Wahrsager, als Oberbegriff benutze ich das jetzt, etabliert, die nicht unbedingt die Macht hatten, Geister zu materialisieren, auch nicht sie unbedingt wahrzunehmen, sondern aus der Seele zu Lesen.“
„Ist wirklich sehr Interessant das Thema, was weißt du noch?“
„Liade stellte noch eine Theorie über die Seelen auf. Nicht nur lebende Wesen haben eine Seele, sondern auch leblose Dinge können eine Seele erlangen, oder einen Zustand in der sie von der Energie einer Seele erfüllt sind. Da gibt es wiederum auch einige Dinge, die Liade herausgefunden hat.“
„Warte mal“, unterbrach ihn Sayoko, „Was weißt du eigentlich über diesen Miraa Liade?“
„Sehr wenig. Er hat vor vielen vielen Jahren gelebt und studiert. Er hatte wohl so ähnliche Fähigkeiten wie ich, war aber ein großer Meister. Beruflich war er Forscher und Mitglied der Kinno-Bujin, ein Kuchiyose-Meister. Mehr weiß ich nicht.“
'Kinno-Bujin', überlegte sich Sayoko, 'Das habe ich doch schon einmal gehört!'
Ihr fiel ein, wer diese Kinno-Bujin waren. Sie erinnerte sich daran, wie sie damals mit Ginta zusammen eine Art Zeitreise gemacht hat und diese getroffen hat. Merkwürdige Zufälle, stellte sie fest.
Sie wachte wieder aus ihren Gedanken aus und sagte: „Danke... Gut dann erkläre mir das weiter mit den Seelen.“
„Also gut. Liade fand heraus, dass wenn eine Person, viel Zeit und viele Emotionen in einen Gegenstand investierte, dieser Gegenstand einen Zustand erreichte, in dem dieser voll der seelischen Energie des Besitzers war. Das kann man noch besser an einem einfachen Beispiel erläutern. Hast du einen Lieblingsgegenstand?“
„Ja“, antwortete Sayoko und schlug ihre Ärmel zurück und zum Vorschein kamen einige Armkettchen.
„Dieses hier“, sie zog mit Zeigefinger und Daumen an einem dünnen, roten Stoffbändchen, „Diesen Gegenstand würde ich für nichts auf der Welt eintauschen und ich will ihn nie verlieren.“
„Er ist dir also ziemlich wichtig?“
„Ja, das ist er.“
„Es hat für dich einen hohen emotionalen Wert, nehme ich an. Du trägst ihn auch schon lange bei dir?“
„Ja, da hast du recht.“
„Dadurch, dass du etwas mit ihm verbindest, etwas mit ihm erlebt hast und mit ihm deine Zeit verbracht hast, übertrugst du deine seelische Energie auf diesen Gegenstand. Wenn die Kraft stark genug ist, kann es sogar sein, dass sich deine Seele nach dem Tod ganz auf diesen Gegenstand überträgt. Das ist ein Phänomen das nicht allzu selten auftaucht.“
„Ich verstehe... Kann es sein, dass Gintas Talisman auch eine Seele beinhalten kann?“
„Du hast es also auch gespürt, Sayoko?“
Sie nickte.
In diesem Moment ertönte der Schrei einer alten Frau.
Jumon und Sayoko sprangen sofort auf und rannten zum Eingang, wo eine alte Dame auf dem Boden kniete und etwas in der Hand hielt.
„Haltet sie auf, haltet sie auf! Sie haben meinen Enkel!!“, flehte sie unter Tränen, „Das ist seine Halskette, er wurde von irgendwelchen Leuten mitgenommen!“
Geschockt sahen sie das Großmütterchen an, doch lange Zeit blieb ihnen nicht. Jumon schnappte sich die Halskette, steckte es in seine Jackentasche und rannte die Treppen hinunter. Sayoko folgte ihm auf der Spur.
„Wo sind sie entlang?“, fragte sich Jumon und sah sich um.
An einer Straße stand eine Gruppe von Frauen mit Körben. Dort fragten sie nach, ob sie irgendetwas gesehen hätten.
Eine der Frauen antwortete sofort: „Ja, da fuhren gerade ein paar Rowdys die Straße entlang, einer hatte einen kleinen Jungen mit auf dem Motorrad. Sie machten viel Krach und ich denke sie sind zu den Lagerhallen gefahren.“
„Zu den Lagerhallen?“, versicherte sich Sayoko noch einmal.
„Ja, diese Straße führt zu den Lagerhallen am Rande der Stadt. Es gibt keine Abzweigungen oder Nebengassen. Wenn ihr sie verfolgt könnt ihr sie also nicht verfehlen!“
„Vielen Dank!“, bedankte sich Jumon und sprintete los.
Was da wohl los sei? Einfach einen kleinen Jungen zu entführen?
Es war nicht leicht der Spur zu folgen. Nun ja es war schon leicht, aber auf der Straße waren plötzlich so viele Menschen, dass es für die Beiden sehr schwer war durchzukommen. Doch trotzdem schafften sie es, zu den Lagerhallen zu kommen.
Sie verschnauften kurz und überlegten sich einen Plan.
„Wie wollen wir den Jungen retten?“, fing Sayoko an.
„Es muss sich um 4-6 Personen auf Motorrädern handeln und den Jungen. Wir wissen nicht wer sie sind was sie wollen und in welcher Situation sich der Junge befindet. Wir sollten also sie aufsuchen und dann situationsbedingt handeln. Auf geht´s!“
So durchstöberten die beiden eine Halle nach der anderen, bis sie schließlich durch einen Hintereingang zu einer kaum beleuchteten Lagerhalle kamen. Sie lagen oben, neben Kisten auf einem Steg. Auf der gegenüberliegenden Seite des Raumes saßen diese Rowdys neben ihren Motorrädern und wärmten sich an einer Tonne, in der Feuer brannte. Sie tranken Bier und lachten. Nicht weit entfernt von diesem Kreis saß ein Junge, gefesselt auf einem Stuhl. Sein Mund war mit einem Klebestreifen zugeklebt.
Jumon flüsterte: „Also ich denke nicht, dass diese Leute für uns eine Gefahr darstellen. Ich habe schon einen Plan...“
„Und der lautet?“, flüsterte Sayoko zurück.
„Es wird dir nicht gefallen...“
Jumon tuschelte etwas in Sayokos Ohr, worauf sie schockiert ihre Augen auf riss.
„Wenn es sein muss“, seufzte sie und stand auf.
Sie stieg die Treppen hinunter während Jumon einen ganz anderen Weg nahm.
„Hallöööööööööchen ihr hübschen Kerle, ihr“, begrüßte Sayoko die Gruppe mit einer sehr übertriebenen weiblichen Stimme.
„Oh, was sucht denn so ne heiße Schnecke hier in so einer heruntergekommenen Halle wie dieser?“, grüßte einer aus der Gruppe mit Sonnenbrille, grauem Bart und einem Kopftuch.
„Ich habe von euch gehört und es zog mich förmlich an, in eurer Nähe zu sein. Ich stehe auf so böse Jungs wie ihr es seid...“
„Haha! Endlich mal eine Braut die unsere Arbeit schätzt, habt ihr gehört, Jungs!?“, lachte einer lauthals und nahm noch ein paar Schlücke von seinem Bier.
Der grau bärtige muskulöse Kerl stand auf und ging auf Sayoko zu.
In der Zwischenzeit befand sich Jumon schon beim Jungen und löste ihn von seinen Fesseln.
„Psst...“, zischte Jumon und zog ihm vorsichtig das Klebeband vom Mund, worauf der Junge rot anlief.
Er hatte mittellanges braunes Haar und müsste wohl ungefähr so alt wie Jumon sein. Er wirkte kindlich und war von zarter Gestalt.
Als der Junge befreit war, rieb er sich seine Handgelenke und umarmte dann Jumon.
„Danke danke danke!!“, flüsterte er in Jumons Ohr.
„Haben wir doch gerne gemacht“, entgegnete Jumon und zog sein Halsband aus der Hosentasche, „Hier das ist deines... Und jetzt entschuldige mich bitte, ich muss noch diese Rowdys auf mischen! Warte du hier.“
Jumon grinste und ging dann zum Ort des Geschehens.
„Hey lass mich in Ruhe!“, wehrte sich Sayoko, als sie der besoffene Kopftuchträger begrabschen wollte.
„Keine Sorge Sayoko, wir können jetzt loslegen... halte dich nicht zurück“, sagte Jumon, während er zu Sayoko schlenderte.
„Na gut!“, freute sich Sayoko, die ihre Ärmel zurück schlug und in ihre Hände klatschte.
Jumon zwinkerte ihr zu und sie konnte ahnen was er vorhatte.
Sayoko wich einige Schritte zurück und konzentrierte sich. Um ihr herum bildete sich dunkler Nebel.
„Ey ihr zwei, was habt ihr vor?“, beschwerte sich der grau Bärtige.
„Das wirst du schon sehen!“, lachte Jumon, dessen Stimme sich allmählich zu verändern schien. Es hörte sich plötzlich künstlich an und im Raum wurde es kälter.
Der dunkle Nebel wurde immer mehr und verbreitete sich im Raum.
Im nächsten Moment stieg ein Galgen aus dem Boden an dem etwas hing.
Die Rowdys aus der Gruppe sahen gespannt dem Geschehen zu und ihre Augen weiteten sich.
An diesem Galgen hingen ihre Körper, verfault und verdorben, voller Blut und Maden. Die Köpfe der Erhängten vergrößerten sich und die Haut fiel ab. Jetzt tanzten diese Schädel im Kreis umher und sangen in einer extrem tiefen Stimme unverständliches Zeug.
Aus den Augenhöhlen der Schädel krabbelten jetzt Spinnen mit 12 Augen und 12 Beinen und riesigen Klauen.
Die ganze Aufführung erschreckte die Rowdys so, dass sie kreischend auf ihre Motorräder sprangen und flohen.
Sayoko und Jumon krümmten sich vor Lachen auf dem Boden.
„Was waren das für Angsthasen!?“, lachte Sayoko.
„Sie hätten ihre Gesichtsausdrücke sehen sollen!“, fügte Jumon hinzu.
Nach ihrem kleinen Lachflash beruhigten sie sich wieder.
„Ehm...“, meldete sich der Junge zu Wort.
„Oh, gut dass du nicht abgehauen bist...“, grinste Jumon, worauf der Junge wieder rot wurde.
„Ich möchte mich bei euch bedanken...“, zögerte der schüchterne Junge.
„Ich heiße Sayoko“, stellte sie sich vor.
„Und ich Jumon, wie heißt du?“
„Ich bin Moho. Das was ihr gerade gemacht habt...“
„Zauberei... einfache Zauberei“, grinste Sayoko.
Jumon musste auch grinsen als er den verwirrten Blick Mohos sah.
Moho wurde schon wieder rot.
„Eine Frage hätte ich noch...“, fing der braun haarige Junge an, „Wie seid ihr an diese Halskette gekommen?“
„Deine Großmutter hat sie uns gegeben, als wir in der Bibliothek waren.“
„Meine Großmutter?“, der Gesichtsausdruck des Jungen versteifte sich.
„Was ist los?“, wunderte sich Sayoko und zog beide Augenbrauen nach oben.
„Meine Großmutter... sie....“
„Jetzt rück schon mit der Sprache raus!“
„Sie... ist seit 3 Jahren Tod...“
„Mhhh“, grübelte Jumon, „Also haben wir einen Geist getroffen. Eigenartig dass ich das nicht realisiert habe...“
„Die Kette, in ihr war die Seele seiner Großmutter“, erkannte Sayoko, die sich zu Jumon wandte.
„Das kann gut sein...“, flüsterte Jumon seiner Begleiterin zu, „Es tut mir Leid Moho, wir haben diese Kette gefunden und... anscheinend gehört sie dir.“
„Vielen vielen dank!!!“, Moho wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und verbeugte sich mehrmals.
„Nun denn, unser Job ist getan, suchen wir uns ein Hotel in dem wir übernachten können...“, schlug Sayoko vor und ging schon einmal voraus.
„Ihr könnt als dank, dafür dass ihr mich gerettet habt bei mir übernachten! Ich habe bei mir zu Hause genug Zimmer. Ihr dürft bei mir schlafen. Ich wohne ganz in der Nähe der Bibliothek, denn meine Eltern sind die Leiter der Bibliothek. Ihr dürft dann auch als Dank alles Lesen was ihr wollt!“
In Jumons Augen gingen Sterne auf.
„Auf geht’s Sayoko!“, er packte sie am Ärmel und zog sie einfach mit sich.
Was für ein Glück für den jungen Jumon.
So kam es, dass Sayoko und Jumon den Monat über bei Moho übernachteten. Jumon ging jeden Tag mit seinem neuen Freund in die Bibliothek und verschlang die Bücher als stünde er vor einem Buffet und hätte einen Monat lang nichts mehr gegessen. Sayoko nahm die Stadt näher unter die Lupe, sah sich ein paar Läden an und traf ab und zu, als sie auf dem Markt war, auf Shiana, die ihr von Gintas Training erzählte.
Für Moho war es auch eine ganz besondere Zeit, denn er war mit einem Menschen zusammen, den er nun mehr als gern mochte.
[Dieser Beitrag wurde am 28.03.2009 - 12:17 von kazenogaara aktualisiert]
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