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Amber-Scully ...
Die Foren - Chefin
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...   Erstellt am 21.01.2007 - 18:17Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Kapitel 34
15:58 Uhr


,,Warte!", rief sie mit leichter Panik in der Stimme. Nick drehte sich erwartungsvoll um. Er konnte sich schon jetzt denken, was sie von ihm wollte.
,,Kannst du die bitte abnehmen?", sie machte eine 90 Grad Drehung und schüttelte dann die Arme, die noch immer zusammengekettet waren. Nick blickte mit großen Augen darauf. Als er sie vom Stuhl befreit hatte, hatte er ihre Handgelenke wieder hinter ihrem Rücken gefesselt. Es gefiel ihm, sie wehrlos zu sehen. Außerdem brauchte er nicht befürchten, dass sie ihn versuchte zu überwältigen. Als er antwortete, grinste er schelmisch.
,,Erwartest du wirklich so viel Mitgefühl von mir?"
Scully zögerte. Die Aktion beim Mittagessen hatte ihr mal wieder gezeigt, dass Nick für Überraschungen gut war. Er dachte sich immer etwas aus, mit dem Scully keinesfalls rechnete. Wahrscheinlich war das seine große Stärke. Er war ihr einfach immer einen Schritt voraus. Und sie musste diese Routine durchbrechen. Sie brauchte endlich einen Plan, um sich von ihm zu befreien. Doch was konnte sie gegen ihn ausrichten?
,,Ich denke Mitgefühl hast du schon lange nicht mehr empfunden", antwortete sie mit reinster Ehrlichkeit. Es war ihr egal, ob Nick sie erneut bestrafen würde. Wahrscheinlich fielen ihm irgendwann gar keine Wege mehr ein, um sie zu demütigen. Warum sollte sie ihn dann nicht bis aufs Blut reizen?
,,Solch eine Ehrlichkeit. Womit hab ich das verdient?", er spielte den Unschuldigen.
,,Du kannst es auch bleiben lassen!", giftete Scully zurück und drehte ihm den Rücken zu. Ihr Blick war eisern auf das Fenster gerichtet. Sie würde sich erst wieder rühren, wenn Nick verschwunden war.

Nick hingegen empfand ihre Wut als lustig. Zum ersten Mal zeigte sie ihren Frust auf eine andere Weise, als zu herumzuheulen. Als er einen Blick über ihren Körper schweifen ließ, sah er deutlich, wie sich ihre Schultern hoben und senkten. Sie gab sich sichtlich Mühe, die Fassung zu bewahren. Und irgendwas gefiel Nick daran. Mit ihren Bemühungen gab sie nur ihre Ängste zu. Sie wollte nicht verletzlich wirken, doch Nick hatte sie bereits nach so kurzer Zeit durchschaut. Sie war zwar stark und ihr Willen war eisern, jedoch gab es Punkte, an denen ihre Prinzipien zerbrachen. Und einen hatte er bereits kennen gelernt: Mulder.
Langsam näherte er sich ihr und er wusste schon jetzt, dass sie sich nicht rühren würde. Sie wollte die Tapfere spielen. Und für einen kurzen Augenblick überlegte Nick, ob er sich als Verlierer darstellen sollte. Vielleicht brauchte sie auch einmal das Gefühl, sich gegen ihn durchgesetzt zu haben. Doch warum schossen ihm eigentlich solch seltsame Gedanken durch den Kopf? Er war doch der Entführer! Eigentlich hätte sie ihm längst unterlegen sein sollen.

Als sich plötzlich seine warmen Hände auf ihre Schultern legten und sie leicht zu massieren begannen, verschlug es Scully die Sprache. Es wunderte sie nicht, dass er keine Berührungsängste hatte, sondern wie sanft er mit ihr umging. Seine Bewegungen waren fließend und weich, während er ihren Nacken und ihre Schulterblätter bearbeitete. Scully wusste nicht, ob sie etwas sagen oder machen solle. Also blieb sie stumm und hoffte, er würde bald keinen Gefallen mehr an ihr empfinden.
Doch nachdem zwei Minuten vergangen waren, musste Scully erschrocken über sich selber feststellen, dass sie die Massage genoss. Es tat so gut, endlich mal nicht gequält zu werden. Unbewusst schloss sie die Augen und rief sich Mulder in Gedanken. Wie sehr sie sich doch wünschte, dass es seine Hände wären. Hatte er sie überhaupt je so berührt?

In Gedanken versunken, merkte sie nicht, als sich Nick zurückzog und den Schlüssel für die Handschellen aus seiner Tasche kramte. Nein, sie hatte es verdient, dass er sie von den Fesseln befreite. Sie hatte ausreichend Erniedrigungen in den letzten Stunden über sich ergehen lassen. Als er die Handschellen öffnete, wurde ihm bewusst, dass sie sich nicht gegen seine Berührungen gewehrt hatte. Fing sie etwa an, ihre Situation zu akzeptieren? Und warum blieb sie stumm?
Nachdem er sein 'Werkzeug' wieder verstaut hatte, betrachtete er ihren kleinen Körper. Vielleicht würde es nicht mehr lange dauern, bis sie sich auch in ihn verliebte. Doch zuvor musste er ihr diesen Mulder aus dem Kopf schlagen. Solange dieser nach ihr suchte, würde sie ihre Hoffnungen bewahren. Er musste also einen Weg finden, um ihren Partner endgültig loszuwerden.

Als sie erneut seine Hände spürte, verlor sie sich aus ihren Fantasievorstellungen. Es gab keinen Mulder, der ihr versicherte, dass alles wieder gut werden würde. Es gab nur sie und Nick - und dieser war in den letzten Stunden nicht gerade zimperlich mit ihr umgegangen.
Behutsam legte er seine Hände auf ihre Schulter und ließ diese dort für einen kurzen Moment verharren. Hätte jemand die beiden heimlich beobachtet, wäre binnen weniger Zeit das Gerücht eines heimlichen Lovers umgegangen. Nick hatte es tatsächlich geschafft, ihr näher zu kommen, ohne dass sie sich wehrte oder ihm fürchterliche Ausdrücke an den Kopf warf. Das ganze konnte nur ein Tagtraum sein.
,,Wie wäre es mit einem Danke?", flüsterte Nick sachte in ihr Ohr. Doch Scully sagte nichts. Was wollte er jetzt noch von ihr? Ein danke? Sie fragte sich wofür. Doch um ihn nicht erneut zu verärgern, räusperte sie sich und entgegnete dann mit kaum hörbarer Stimme:
,,Danke."
Nick grinste und zog dann seine Hände zurück.
,,Das wollte ich hören, meine Teuerste. Dann ruh dich mal ein wenig aus. Wir sehen uns dann später", dann wandte er sich ab. Kurz blieb er an der Schlafzimmertür stehen und blickte noch einmal zurück. Scully stand noch immer abgewandt zu ihm und bewegte sich keinen Millimeter von der Stelle. Bestimmt wunderte sie sich über sein Verhalten, doch sie wagte es nicht, etwas zu sagen. Vielleicht wollte sie ihn sogar mit ihrem Schweigen bestrafen.
,,Lass es dir nicht langweilig werden", hauchte Nick, dann trat er aus dem Zimmer und schloss mit einem leisen Knarren die Tür.

Erst nach einer vollen Minute atmete Scully erleichtert aus und drehte sich um, um sich zu vergewissern, dass die Tür wirklich geschlossen war und Nick sich nicht mehr im Zimmer befand. Ja, er hatte sie alleine gelassen. Endlich würde sie Ruhe vor ihm haben und vielleicht konnte sie sich etwas ausdenken, um ihm zu entkommen. Zwar wollte sie es sich nicht eingestehen, jedoch fühlte sie sich hilflos, müde und hoffnungslos. Sie war nun schon seit über zehn Stunden in der Gefangenschaft von Nick und es war noch kein Mulder gekommen, um sie zu retten. Hatte er ihr etwa die ,,Ich brauche Abstand"- Nummer abgenommen? Wollte er nun auf den nächsten Anruf ihrerseits warten? Das würde noch lange dauern, denn Scully wusste nicht, wie sie ihn kontaktieren hätte können. Sie hätte ihm so viel sagen wollen, und doch musste sie es für sich behalten. Mulder war nicht hier und sie war vollkommen auf sich allein gestellt.
Unglücklich blickte sie zur Schlafzimmertür und hoffte innerlich, dass Nick sich erst wieder in ein paar Stunden sehen lassen würde. Sie wollte ihn so lange wie möglich nicht sehen müssen. Seine schroffe Art und seine Wutausbrüche machten ihr am meisten Angst. Wie konnte er nur so ein gemeiner Mensch geworden sein? War er schon immer so sprunghaft gewesen? Und - würde es noch schlimmer werden, oder bestand vielleicht die kleine Chance, dass sie ihn irgendwann überzeugen konnte, sie einfach gehen zu lassen? Scully betete dafür.

Als sie sich auf das Bett setzte, überwältigte sie erneut ein Gefühl der Hilflosigkeit. Was sollte sie nur tun? Nur mit Mühe schaffte sie es, dieses Gefühl zu verdrängen. Vielleicht gab es ja doch noch Hoffnung. Wahrscheinlich suchte Mulder gerade nach weiteren Anhaltspunkten, um sie zu finden. Es würde wahrscheinlich noch ein paar Stunden, möglicherweise sogar Tage brauchen, bis sie ihn erneut hören würde, doch sie musste unbedingt so lange durchhalten. Und sie brauchte endlich einen Plan, um gegen Nick angehen zu können.
Als sie die Augen schloss und sich das Gesicht ihres Partners vorstellte, schaffte sie es fast, Nick und ihren derzeitigen Aufenthaltsort zu vergessen. Mit einem leichten Lächeln auf den Lippen sah sie Mulders Augen, dann seinen Mund, auf dem ein sympathisches Lachen lag und spürte sofort seine Zuneigung und Wärme, die er zweifellos für sie empfand. Er gab ihr eine ungeheure Kraft, das ganze durchzustehen. Vielleicht wusste er es gar nicht, doch sie nahm sich fest vor, es ihm bei der nächsten Gelegenheit zu gestehen.
Ja, sie liebte ihn wirklich. Warum hatte sie nur so lange gebraucht, um es endlich einzusehen?

Nachdem sie ihre Augen wieder geöffnet hatte, kehrte das Gefühl urplötzlich zurück. Sie war gefangen bei einem Irren, der immer einen Ausweg zu wissen schien. Und sie verabscheute ihn. Gab es im Moment überhaupt irgendeinen Weg, um ihn zu überwältigen? Eigentlich nicht. Scully konnte nur abwarten, was die Zukunft bringen würde.
Als sie an das Fenster trat, nahm sie zum ersten Mal bewusst die Gitterstäbe wahr, die dort angebracht worden waren. Kurz untersuchte sie die Konstruktion und musste binnen weniger Sekunden feststellen, dass man ein spezielles Werkzeug brauchte, um die Stäbe zu entfernen. Diese Fluchtmöglichkeit hatte sich also erledigt. Sie musste einen anderen Weg finden, um ihrem Gefängnis zu entkommen. Und wahrscheinlich war die Eingangstür, die Nick abgeschlossen hatte, der einzige Ausweg.
Niedergeschlagen schaute Scully durch den Spalt, den die Fensterläden außerhalb der Hauswand nicht verdeckten. Der Himmel war wolkenlos und die Sonne bestrahlte die Kronen der Bäume, die leicht glitzerten. Ein leichter Wind ließ die Blätter hin- und her schwingen. Es war ein wunderschöner Maitag, und auch wenn er so greifbar schien, konnte Scully die tröstliche Atmosphäre nicht ermutigen. Das Fenster war fest verschlossen und es gab keine Möglichkeiten, es zu öffnen. Sie musste sich also das Geräusch des Windes und die sanfte Prise auf ihrer Haut durch Erinnerungen hervorrufen.
Als sie sich gegen die Scheibe lehnte, versuchte sie alle negativen Aspekte zu verdrängen. Zumindest verprügelte er sie nicht und machte sich auch keine Mühe, sie zu irgendwelchen intimen Spielchen zu überreden. Wahrscheinlich hatte er sich diese für später aufgehoben, dachte Scully fast eine Spur ironisch.
Doch Dann kam ihr plötzlich eine Idee. Vielleicht konnte sie Nick dazu überreden, später für einen kleinen Spaziergang die Hütte zu verlassen. Immerhin konnte sie in ihrem neuen Zimmer nicht einmal das Fenster öffnen. Und früher oder später würde sie der Luftmangel eh verrückt machen. Für Scully war es eine fürchterliche Vorstellung, für länger als vierundzwanzig Stunden hier eingesperrt zu sein. Sie nahm sich fest vor, es in einem günstigen Moment einfach zu riskieren und vielleicht zeigte Nick ja Verständnis, wenn sie ihn einfach danach fragte, ob sie mal für eine Stunde an die frische Luft gehen könnten.
Die Tatsache, dass ihr diese Möglichkeit eine Flucht offenbaren konnte, war für einen kurzen Moment nur zweitrangig. Viel wichtiger war das Gefühl, wenn sie die Hütte verlassen würden - Freiheit.
Also entschloss Scully, diesen Gedanken im Hinterkopf zu behalten und wandte sich wieder dem Bett zu, auf dem sie sich kurzerhand niederließ.

Weitere zehn Minuten vergingen, doch für Scully schien die Zeit still gestanden zu sein. Es drangen keine Geräusche aus dem Wohnbereich zu ihr und sie hatte keinerlei Ahnung, was Nick jetzt gerade trieb. Plante er bereits seine nächsten Schritte? Wahrscheinlich, doch welche Überraschungen hielt er diesmal für sie bereit? Lebte er einfach nur in den Abend hinein oder hatte er sich bereits ausgemalt, wie er die kommenden Stunden mit ihr verbringen wollte?
Scully seufzte. Zwar langweilte sie sich, doch schlimmer waren ihre Ängste und die Ungewissheit, mit denen sie zu kämpfen hatte. Was konnte sie nur gegen Nick ausrichten? Wie sollte sie sich wehren?
Am liebsten wäre sie einfach aus der Hütte gerannt und hätte gehofft, dass Nick kein guter Läufer sei, doch die Tür war verschlossen. Sie musste zuerst an den Schlüssel kommen, den er irgendwo versteckt hielt. Doch wie sollte sie danach suchen und wann und vor allem wo? Nick beobachtete doch jeden ihrer Schritte. Nein, sie brauchte erst einmal eine Ablenkung, die ihr Zeit verschaffen würde. Doch mit den wenigen Mitteln, die ihr zur Verfügung standen, fielen Scully keine Möglichkeiten ein, um Nick an der Nase herumführen zu können. Es war einfach hoffnungslos.
Sie legte sich zurück in die Kissen und schaute ein letztes Mal zur Tür, hinter der Nick sich befand, bevor sie die Augen schloss. Sie musste endlich einen Weg finden, um Nick zu überwältigen. Doch wie? Er war ihr körperlich voraus und wenn sie Pech hatte, sogar geistlich. Hatte sie also überhaupt eine Chance gegen ihn? Sie konnte es nur hoffen.

16:21 Uhr
Kapitel Ende


[Dieser Beitrag wurde am 02.02.2008 - 15:04 von Amber-Scully aktualisiert]





Signatur
Leider ist jennifer ( Amber ) am 17.9. verstorben an Krebs, wollte das nur mal bekannt geben..( die Mutter)

darkphoebe ...
*~M-F~* Azubi
...

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Status: Offline
Registriert seit: 11.03.2006
Beiträge: 155
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...   Erstellt am 25.01.2007 - 14:41Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


gut das sie jetzt nicht mehr in der gewalt von ihm ist und sie etwas alleine gelassen hat, aber was hat der profossinale entführer vor?





Signatur
Phoebe: fahr zur hölle.
Cole: da komme ich gerade her.

Sei so wie du bist, denn du belügst dich sonst nur selber.


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