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Amber-Scully ...
Die Foren - Chefin
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Registriert seit: 05.04.2004
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...   Erstellt am 21.01.2007 - 18:05Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Kapitel 32
12:39 Uhr


Zögernd betrat Scully das Wohnzimmer. Zum ersten Mal sah sie den Raum bei Tageslicht, stellte sie fest, während sie die wenigen Quadratmeter flüchtig mit den Augen überflog. Anschließend musterte sie Nick, der auf der Couch saß und dessen Beine ausgestreckt auf einem Stuhl lagen. Als er sie sah, breitete sich ein breites Grinsen auf seinem Gesicht aus. Scheinbar freute er sich sie zu sehen.
„Hey! Hast du dich frisch gemacht?“, erkundigte er sich und warf ihr einen fragenden Blick zu. Dann stellte Nick seine Füße wieder auf den Boden. Scully nickte nur. Sie war unsicher, ob sie sich ihm wirklich nähern sollte.
„Das freut mich. Komm, setz dich neben mir. Wir müssen über unsere weiteren Pläne sprechen,“ er tippte ein paar Mal auf den Platz neben sich, dann blieb seine Hand regungslos auf dem Polster liegen.

Scully verharrte jedoch in jeglicher Bewegung. Zwar schwang eine nette Tonlage in seiner Stimme mit und er schien überaus freundlich, doch als sie sich an die vergangenen Minuten erinnerte, überkam sie eine Gänsehaut. Im Schlafzimmer war er zornig und unberechenbar gewesen, aber dieses Verhalten war nun völlig verschwunden. Nick schien wie ausgewechselt.
‚Ich sollte seiner Bitte wohl lieber nachgehen, sonst verfliegt seine gute Laune binnen weniger Sekunden wieder‘, dachte Scully und machte zögernd ein paar Schritte in seine Richtung. Nick sah ihre Zurückhaltung und sprach sie ohne Umwege darauf an.
„Was ist los? Hast du plötzlich Angst vor mir? Ich beiße doch nicht.“ Ein Lächeln umspielte seine Lippen.
‚Ich gebe ihr jetzt noch eine Chance, aber wenn sie sich mir nochmal widersetzt, dann kann ich für Nichts garantieren.‘
Auch Scully war in ihren Gedanken versunken, während sie sich langsam der Couch näherte.
‚Vielleicht nicht gerade beißen, aber du entführst eine fremde Frau einfach aus ihrem Bett und zwingst sie, deinen Willen zu befolgen. Und wirst dabei sogar gewalttätig.'

Nachdem Scully die Couch erreicht hatte, verharrte sie unschlüssig davor und mied Nicks Blick mit Sorgfalt. Sie wollte so weit wie möglich weg von ihm, doch er zwang sie, sich ihm erneut zu nähern und die letzten Geschehnisse, die von seiner Wut und Brutalität geprägt waren, zu vergessen. Erwartete er wirklich von ihr, dass sie ihm verzieh? Ein rauer Tonfall riss sie plötzlich aus ihren Gedanken.
„Du widersetzt dich mir erneut?“, fragte er mit gefährlicher Stimme und war binnen weniger Sekunden auf den Füßen. Scully warf einen kurzen, ängstlichen Blick in sein Gesicht und stellte mit Schaudern fest, dass die Wut erneut in ihm hochzubrodeln drohte.
„Nein. Es tut mir leid. Ich...“, doch Nick ignorierte ihre Worte, packte sie bei den Schultern und drückte sie ohne Mühe auf die Couch hinunter. Scully lief bei der Berührung eine Gänsehaut über den Rücken. Warum musste er sie ständig anfassen? Warum konnte er seine schmierigen Hände nicht endlich von ihr lassen? Wahrscheinlich, weil er wusste, wie sehr sie seine Berührungen verabscheute.

Nachdem er sich ebenfalls gesetzt hatte, legte er freundschaftlich einen Arm um Scully. Sie versuchte, sich ihre Abneigung ihm gegenüber nicht anmerken zu lassen und machte keinerlei Bewegungen, während er ein lockeres Gespräch in Gang brachte.
„Nun, wo du schon mal hier bist, können wir ja über unser Mittagessen sprechen. Du hast doch sicher Appetit?“
Scully zögerte. Hatte sie schon wieder Hunger? Im Prinzip nicht, denn ihre größte Sorge war im Moment sein Arm, der wie Blei auf ihrer Schulter lastete. Warum verhielt sich Nick auf einmal so seltsam? Eben hatte sie den Zorn in seinen Augen funkeln sehen und jetzt schien er wieder die Ruhe in Person zu sein. Konnte ein Mensch überhaupt so viele Facetten innerhalb weniger Minuten aufweisen, und war Nick eines der wenigen Ausnahmen? Zumindest hatte die Agentin noch niemanden getroffen, der so schnell seine Launen wechselte, wie Nick es tat.
Als Scully nicht antwortete, bemühte Nick sich ruhig zu bleiben. Er konnte ihr doch nicht jedes Verhalten vorschreiben. Nein, er musste sie selbst entscheiden lassen, wann sie ihm antwortete und wann sie stumm blieb. Und solange sie ihn nicht beschimpfte oder Fluchtversuche unternahm, war doch alles bestens. Jedoch wollte er erfahren, warum sie nichts erwiderte.

„Was ist los? Du hast mir wieder nicht geantwortet. Was geht dir durch den Kopf? Liegt es an der Aktion mit den Handschellen? Habe ich dir in irgendeiner Weise Angst gemacht?“, fürsorglich, ja fast besorgt stellte er ihr diese Fragen. Dann merkte Nick, dass er seinen Arm noch immer um sie gelegt hatte. Schnell zog er ihn zurück. Vielleicht fühlte sie sich bei dieser aufgezwungenen Annäherung unwohl. Er musste es wohl langsamer angehen lassen.
Als Scully spürte, wie Nick seinen Arm zurückzog, wunderte sie sich erneut über ihn. Warum war er plötzlich so besorgt? Warum bemühte er sich auf einmal so um sie? Und, was sollte sie ihm antworten? Das sie ihn verabscheute? Nein, dann würde Nick seine gute Laune sofort wieder verlieren. Sie musste einfach ehrlich antworten. Kurz räusperte sie sich, dann erwiderte sie knapp „Ich will nicht, dass du wieder wütend wirst.“
Das war zumindest die Wahrheit.

Nick nahm ihre Antwort in sich auf und nickte dann verständnisvoll.
„Wenn du tust, worum ich dich bitte, dann werde ich nicht wütend, okay?“, er hielt kurz inne, dann fuhr er außergewöhnlich mitfühlend fort.
„Aber da ist noch etwas, was dich bedrückt, oder?“
„Du hast mir Angst gemacht“, entgegnete Scully und bereute es augenblicklich wieder. Er durfte doch nicht wissen, wie unwohl sie sich fühlte. Oder würde er nun Rücksicht auf sie nehmen? Für einen kurzen Moment fiel ihr Blick auf die Eingangstür, die unerreichbar schien.
„Aber du hast dich mir widersetzt! Das kann ich nicht ungestraft lassen!“, seine Stimme nahm sofort ihren alten Klang an und er starrte sie von der Seite her an.
„Ja.“
‚Und du hast mir keine andere Wahl gelassen‘, hätte Scully am liebsten dazugefügt, doch sie beließ es mit ihrem bisherigem Wort.
„Dann musst du auch verstehen, dass ich dich bestrafen musste.“
Diesmal blieb sie stumm.
„Haben wir jetzt unsere Missverständnisse geklärt?“, verlangte Nick nach einigen Sekunden zu wissen.
„Ja, Nick.“
Sie spürte, dass er ein wenig gereizt war und hoffte, ihn so besänftigen zu können. Und ihr Plan funktionierte. Nick grinste und seine Augen trafen auf ihre.
‚Sie ist so hübsch. Warum macht sie es mir so schwer?‘
„Gut. Also irgendwelche Ideen wegen dem Mittagessen?“
Scully wandte sich wieder von ihm ab und starrte auf den Boden, der aussah, als wäre er vor weniger als einer Stunde gebohnert worden.
„Ich könnte einen Salat machen.“



Eine dreiviertel Stunde später...



Gedankenverloren rührte Scully in dem Salat herum, den sie nun schon seit zehn Minuten bearbeitete. So viele Fragen flogen ihr durch den Kopf, während sie Tomaten, Gurken und Salatblätter miteinander vermengte. Warum fügte sie sich Nick? War ihre Angst größer als ihr Verstand geworden? Hatte sie vergessen, dass sie sich ihm widersetzen sollte? Oder hatte sie bereis ihre Hoffnung verloren? Kurz dachte sie an die Szene im Schlafzimmer zurück und ihr fuhr unmittelbar eine Gänsehaut über den Rücken. Nick würde sie erneut bestrafen, sobald ihm etwas nicht in den Kram passte. Wahrscheinlich reichte schon ein kleines Zögern, um ihn vollkommen ausflippen zu lassen. Was blieb ihr also anderes übrig, als ihm zu gehorchen?
Als sie einen Blick zur Stelle warf, an der Nick die letzten Minuten Hähnchenkeulen bearbeitet hatte, stellte sie fest, dass er nicht mehr an der Arbeitsfläche stand. Noch ehe sie sich umdrehen konnte, spürte sie seine Arme an ihrem Bauch, die sich von hinten um sie schlangen.
,,Was soll das werden?", Scully klang einen kurzen Moment lang hysterisch. Ihr Atem beschleunigte sich augenblicklich und ihre Haut begann zu kribbeln. Was wollte Nick ihr mit dieser Aktion beweisen?
,,Ich wollte nur mal überprüfen, wie weit du damit bist", er spürte, wie sie sich in seiner Umklammerung anspannte. Es überraschte ihn, dass sie sich so unwohl fühlte. Ekelte sie sich wirklich so sehr vor ihm?

,,Ich denke fertig", antwortete Scully schüchtern und versuchte das Streicheln über ihrem Bauch zu ignorieren. Sie durfte sich nicht anmerken lassen, dass ihr die Situation missfiel. Er würde sonst nur seine Bestätigung bekommen, dass er mit ihr machen konnte, was er wollte.
,,Klingt gut", er lächelte und zog sich dann von ihr zurück. Er musste es wirklich langsamer angehen lassen. Jedoch musste er sich eingestehen, dass er ihrem Körper schon jetzt verfallen war. Warum machte sie es ihm nur so schwer? Und was musste er machen, damit sie sich ihm willenlos ergab?
,,Hey, das sieht ja lecker aus! Du solltest mir öfters in der Küche zur Hand gehen", es schien, als meinte er es ernst, doch in Scullys Ohren klangen seine Worte trotzdem absurd. Glaubte er wirklich, dass sie sich mit ihm und ihrer jetzigen Situation abfinden würde? Wohl kaum.
,,Lass mich mal kosten. Ich kann ja nicht riskieren, dass du mich vergiftest", er griff nach dem Rührlöffel, nachdem er an ihre Seite getreten war und stach ein paar Salatblätter darauf. Doch dann hielt er plötzlich inne.

,,Du zuerst." Scully unterdrückte einen Seufzer. Gerade war ihr die Idee gekommen, ihn mit Hilfe von Schlaftabletten oder anderen Medikamenten außer Gefecht zu setzen, doch erstens wusste sie nicht, ob er so etwas überhaupt besaß, zweitens, wo er sie gehortet hatte und drittens hatte er ihr eben bewiesen, dass sein Vertrauen nicht ausreichte. Er würde niemals etwas von ihr entgegennehmen, wenn sie ihm nicht zuvor bewiesen hatte, dass es in Ordnung war. Sie würde somit selber das verabreichte Mittel schlucken müssen und in ihre eigene Falle tappen. Sie verwarf den Gedanken wieder, ehe sie antwortete.
,,Du willst, dass ich dir vertraue. Das kann aber nicht funktionieren, wenn du mir nicht vertraust", sie ignorierte sie Gabel standhaft, die er ihr entgegenhielt. Ein Blick in ihre Augen verriet Nick, wie ernst ihr die Sache war. Er war einen Moment sprachlos und gab sich keine Mühe, seine Verwunderung zu verstecken.
,,Wie kommt es, dass du von Vertrauen sprichst? Ich dachte, dir ist das Verhältnis zwischen uns egal", sein Gesicht wurde ausdruckslos und er schob sich die Gabel selber in den Mund. Während er kaute, überlegte Scully sich ihre nächsten Worte gut.

,,Nicht so egal, wie du glaubst. Im Gegenteil - mir ist es sehr wichtig, dass wir vernünftig miteinander umgehen können. Doch ich werde nicht akzeptieren, mich dir unterzuordnen. Versetze dich doch mal in meine Lage? Würdest du gerne jemanden an deiner Seite haben, der dir ständig Vorschriften macht? Das bezweifle ich stark."
Nick ließ die Gabel abrupt zurück in die Schüssel fallen, seine Hände schnellten vor und er packte sie bei den Schultern, ehe Scully reagieren konnte.
,,Ich schätze deine ehrliche Meinung sehr, jedoch bitte ich dich eines nicht zu vergessen", er beugte sich ein Stück vor und ignorierte Scullys Versuche, sich von ihm loszureißen.
,,Ich bin der Entführter", flüsterte er zischend. Anschließend ließ er seine Arme sinken und wandte sich von der Agentin ab, um zwei Teller aus einem Schrank zu nehmen, die er samt Salatschüssel und Hähnchenkeulen auf ein Tablett stellte.
,,Stell das auf den Tisch", befahl er dann und drückte es ihr in die Hände. Während Scully keinerlei Regung zeigte, nahm Nick zwei Weingläser aus einem offenem Regal und holte einen Rotwein aus dem Kühlschrank. Als er die Sachen auf den Tisch stellte, starrte Scullys noch immer ausdruckslos vor sich auf den Boden.

,,Was hast du? Ich habe dir doch klare Anordnungen gegeben", ein verständnisloser Ausdruck lag in Nicks Gesicht und seine Stimme hatte bereits eine Oktave höher angenommen. Warum zögerte sie? Schmiedete sie bereits neue Pläne, sich ihm abermals zu widersetzen? Scully antwortete nicht. Das Tablett lag noch immer zwischen ihren Fingern, als sie ihm einen ausdruckslosen Blick zuwarf. Scheinbar hatte sie nicht vor, ihm zu antworten, geschweige denn ihm zu gehorchen, stellte Nick nach einigen Sekunden fest.
,,Gut, dann lass es bleiben."
Kurz war Verwunderung in Scullys Gesicht zu lesen. Würde er sie zum ersten Mal laufen lassen? Seine Worte hallten in ihrem Gehör wieder. Nein, er spielte ihr etwas vor und bemühte sich sicherlich, seine Wut oder Enttäuschung unter Kontrolle zu halten.
,,Ich weiß, dass du mich nicht verschonen wirst. Du kannst es nicht ausstehen, wenn ich dir die Wahrheit sage. Aber es ist mir egal. Ich werde mich nicht brechen lassen, ganz egal, was du mir antun wirst", ihre Augen funkelten vor Entschlossenheit. Doch Nick wollte es nicht akzeptieren. Er wollte nicht, dass sie Recht behielt. Und er würde sie bestrafen, wenn der richtige Moment gekommen war. Nicht jetzt. Unbeeindruckt wandte er sich von ihr ab und nahm Besteck aus einer Schublade. Scully verfolgte jede seiner Bewegungen. Warum zögerte Nick? Hatte sie es vielleicht geschafft, ihm die Augen zu öffnen und der Wahrheit ins Gesicht zu blicken? Oder wollte er sie in Sicherheit wiegen, um in einem unachtsamen Augenblick zurückzuschlagen? Eine halbe Minute verging, in der weder Nick noch Scully sich rührte.

Allmählich wurde das Tablett schwer und der Duft der Hähnchenkeulen stieg in ihre Nase. Vielleicht sollte sie doch etwas essen und konnte somit nicht nur ihren wiederkehrenden Hunger sondern auch seine Wut besänftigen. Während Nick sich in Bewegung setzte, beschloss Scully, ihre Vorsätze zu vergessen. Ein paar zögernde Schritte reichten, dann hatte sie den Tisch erreicht. Nick hatte sich derweil gesetzt und grinste ihr schelmisch entgegen, als sie das Tablett abstellte und ihm gegenüber Platz nahm. Sie ignorierte ihn eisern und ihr Blick wanderte zu dem Rotwein. Gerne hätte sie sich welchen genommen, aber sie wusste, dass sie es sich nicht erlauben durfte, angetrunken zu sein.
,,Bedien dich ruhig. Ich werde noch etwas holen gehen", Nick war binnen weniger Sekunden auf den Beinen. Jetzt, wo sie sich ein wenig entspannt hatte und nicht mehr mit einer Revanche rechnete, würde er zurückschlagen. Nachdem er sein angesteuertes Ziel erreicht hatte, nahm er einen Korkenzieher aus einer der Schubladen. Einen kurzen Moment lang hielt er inne, und hörte deutlich wie Scully mit dem Porzellan klirrte. Scheinbar hatte sie es sich nochmal überlegt. Er grinste innerlich. Ihr guter Wille würde ihn jetzt nun auch nicht mehr besänftigen können.

Möglichst leise näherte er sich ihr wieder und versuchte, keine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Er musste den richtigen Moment abpassen, um sie so richtig einschüchtern zu können. Und er wusste schon, wie er es anstellen würde. Doch als er hinter Scully trat, spürte sie ihn und fragte mit sicherer Stimme ,,Was hast du denn vergessen?" Nick verharrte einen halben Meter hinter ihr. Sofort überkam Scully ein Gefühl des Unbehagens. Was hatte er jetzt vor? Noch ehe sie sich irgendwelche Vorstellungen machen konnte, schoss seine rechte Hand vor und der Korkenzieher knallte mit einem dumpfen Schlag auf dem Tisch auf. Scully zuckte erschrocken zusammen.
,,Musste das unbedingt sein?", Panik schwang deutlich in ihrer Stimme mit. Nick hatte sich keinen Zentimeter gerührt. Innerlich genoss er ihre Angst, die sie zu verstecken versuchte. Um sich nicht zu verraten, antwortete er im beiläufigem Ton.
,,Oh, es tut mir leid. Ich muss irgendwie ausgerutscht sein", Scully glaubte ihm kein Wort. Sie ahnte, dass die Aktion ein Ablenkungsmanöver war, doch sie wusste nicht, was Nick wirklich vorhatte.
,,Dann setz dich lieber und lass uns essen", entgegnete sie trocken und versuchte den Schrecken zu vergessen.

Als Nick auf Scully hinunterschaute, wusste er auf Anhieb, dass nun der Moment gekommen war.
,,Wenn du das wünscht", heuchelte er, doch statt sich wieder auf seinem Platz zu begeben, packte er ihr rechtes Handgelenk und drehte es ihr mit einem schnellen Ruck hinter den Rücken, besser gesagt hinter die Stuhllehne. Scully blieb keine Zeit sich zu wehren, da Nick sie so überraschte. Außerdem ließ sie der Schreck kurzzeitig erstarren und die Angst betäubte jegliches Handeln. Als Nick den Punkt erreicht hatte, an dem der Schmerz unerträglich wurde, schrie Scully qualvoll auf.
,,Du hast geglaubt, ich würde dich verschonen!? Da hast du dich aber zu früh gefreut!", während Scully sich vor Schmerzen krümmte und Tränen ihre Wangen hinunterliefen, griff Nick mit seiner freien Hand in seine Tasche und nahm das Paar Handschellen heraus.
,,Lass mich los!", flehte Scully schluchzend und versuchte sich zu befreien, doch sie hatte keine Chance gegen ihn. Gerade als sie das vertraute Geräusch der Handschellen erkannt hatte, spürte sie auch schon das kalte Stahl an ihrem Handgelenk.
,,Nein... bitte nicht", Tränen der Verzweiflung verschleierten ihren Blick und zum ersten Mal hasste sie sich selbst, weil sie sie ihm erneut hilflos ausgeliefert war.

Ohne Anstrengung hatte Nick auch ihren anderen Arm gepackt und ließ die zweite Seite der Handschelle einrasten. Nachdem er sie losgelassen hatte, setzte er sich mit einem höhnischen Grinsen im Gesicht wieder auf seinen Platz. Eine Träne kullerte ihre Wange hinunter, als er ihr schadenfroh entgegenblickte. Scully senkte den Kopf und hoffte, dass er aufhören würde sie anzustarren.
,,Das ist die Strafe dafür, dass du mir keine Chance geben willst", er hielt kurz inne und versuchte sich an ihre Worte zu erinnern. Nach einem kurzen Moment des Schweigens fuhr er fort.
,,Du sagtest, dass ich deinen Willen nie brechen werde. Glaube mir, du irrst dich gewaltig. Du wirst dich mir nicht ewig widersetzen können."
Scully blieb stumm, da sie wusste, dass ein Widerspruch nur unangenehme Folgen mit sich bringen würde. Stattdessen versuchte sie, ihre Arme ein wenig zu entspannen, jedoch musste sie feststellen, dass Nick sie an den Stuhl gekettet hatte.
,,Können wir jetzt essen?", seine Stimme riss sie aus ihren Gedanken. Eingeschüchtert blickte sie auf die andere Seite des Tisches. Sie wollte ihm keine Antwort geben, außerdem wusste sie nicht, was sie ihm antworteten sollte. Nick fing ihren Blick auf und ein Grinsen umspielte seine Lippen.
,,Ich sehe schon. Ohne meine Hilfe kann das nichts werden", er nahm nacheinander die Schüsseln vom Tablett und häufte den beiden Tellern Keulen und Salat auf. Als er wieder aufblickte - seine Augen funkelten noch immer erfüllt mit Triumph - schien Nick bewusst zu werden, dass die zwei Meter Entfernung zu groß waren, um sie zu füttern. Er vermutete, dass sie es schon jetzt verabscheute, doch gerade die Abneigung gefiel ihm. Er brauchte ja auch nicht immer körperliche Gewalt einsetzen. Vielleicht reichte allein die Demütigung aus, dass sie vollkommen abhängig von ihm war, um sie endlich zur Vernunft zu bringen.

Nachdem er seinen durch einen neben ihr ersetzt hatte und die Teller vor sich abgestellt hatte, nahm er eine Keule vom Teller und fing an, das Fleisch mit den Fingern abzupuhlen. Da die Keule noch immer sehr heiß war, musste Nick aufpassen, dass er sich nicht die Finger verbrannte. Scully versuchte angewidert wegzuschauen. Warum hatte sie nicht einfach den Mund gehalten? Dann würde sie jetzt nicht mit Handschellen am Tisch gefesselt sitzen und hätte sich nicht von diesem Widerling füttern lassen müssen. Doch nun blieb ihr nichts anderes mehr übrig, als Nick den Akt zu überlassen.
,,Soll ich dir eine Keule klein machen oder willst du so abbeißen?", fragte Nick mampfend, nachdem er seine Keule vernichtet und sich mehrere Gabeln Salat in den Mund geschoben hatte. Da Scully nicht reagierte, dauerte es nicht lange, bis Nicks Ungeduld in dazu drängte, die zweite Keule auseinander zu nehmen. Als er einen Streifen Fleisch zwischen den Fingern hielt, den er Scully entgegenstreckte, wurde diese vom Ekel überwältigt.
,,Könntest du vielleicht die Gabel benutzen?", fragte sie mit leiser Stimme und hoffte, Nick würde nicht wütend werden. Zum Glück blieb er ruhig. Diesmal empfand er keine Wut, sondern Enttäuschung. Warum ekelte sie sich so vor ihm? Zwar wunderte er sich, doch er akzeptierte ihre Bitte und nahm die Gabel zwischen die Finger.
,,Danke", ihre Stimme war fast ein Flüstern.

Nachdem Nick ihnen beiden abwechselnd Fleisch und Salat in den Mund geschoben hatte, fing Scully an, ihre Situation zu akzeptieren. Sie würde Nick nicht überzeugen können, sie von den Handschellen zu befreien, geschweige denn sich befreien oder ihn überwältigen. Er war einfach da und konnte machen, was er wollte. Nachdem er die Überreste der dritten Keule an den Tellerrand gelegt hatte, griff er zur Flasche Wein.
,,Mir nicht, danke", doch Nick ignorierte sie bewusst und goß beide Gläser voll, nachdem er den Korken entfernt hatte. Anschließend stellte er die Flasche zurück und nahm die Gläser zwischen die Finger.
,,Auf uns und unser vorzügliches Mahl", er lächelte, als er das Glas an ihre Lippen setzte und es langsam kippte. Scully blieb nichts anderes übrig, als die Flüssigkeit zu schlucken, denn sie befürchtete, sich sonst zu verschlucken. Der Alkohol brannte in ihrer Kehle, doch das unangenehme Gefühl wurde schnell vom Geschmack ersetzt und sie stellte fest, dass der Wein sehr gut war. Nach mehreren kleineren Schlucken hielt Nick das Glas noch immer an ihre Lippen. Scully wurde urplötzlich von Angst erfasst. Sie würde sich verschlucken, wenn er es nicht endlich absetzen würde. Da sie ihre Hände nicht bewegen konnte, versuchte sie mit leichten Kopfbewegungen zu zeigen, dass es genug war. Doch Nick bemerkte ihre Geste nicht, da er nun ebenfalls von seinem Wein trank. Von Panik ergriffen überwältigte eine abrupte Übelkeit Scully, die sie zu husten beginnen ließ.

Zum Glück reagierte Nick schnell und ließ beide Gläser synchron sinken, kurioserweise ohne etwas zu verschütten.
,,Was hast du?", er klang erschrocken und besorgt zugleich. Scully hustete noch immer, als er die Gläser abstellte und ihr ein paar Mal auf den Rücken klopfte. Es dauerte einen Augenblick, bis sie wieder gleichmäßig ein- und ausatmen konnte.
,,Du musst schon hinschauen, wenn du mir was einflößt! Das ist kein Saft sondern Alkohol!", rief sie aufgebracht, nachdem sie den ersten Schrecken überwunden hatte. Sofort verschwand die Besorgnis in Nicks Gesicht.
,,Brüll mich nicht so an, hast du gehört!?", seine Augen funkelten erregt. Er beließ es bei seinen Worten und wollte zur Gabel greifen, doch Scully erhob die Stimme.
,,Ich habe keinen Hunger mehr, Nick."
'Allmählich wird es doch was mit meinem Namen', dachte Nick, ignorierte ihre Worte, stach trotz dessen Salat auf die Gabel und schob sie Scully wortlos in den Mund, ehe diese Zeit hatte ihm zu widersprechen.
,,Du wirst so lange essen, wie ich es dir sage! Also halt den Mund!", da sie seine Wut deutlich heraushören konnte, beschloss sie, lieber zu tun was er er verlangte. Erst, als er zwei weitere Keulen verfüttert hatte, ließ Nick die Gabel sinken, lehnte sich in seinem Stuhl zurück und nahm einen großen Schluck von seinem Wein.
,,Ich denke, ich bin satt."

13:35 Uhr
Kapitel Ende


[Dieser Beitrag wurde am 01.02.2008 - 16:45 von Amber-Scully aktualisiert]





Signatur
Leider ist jennifer ( Amber ) am 17.9. verstorben an Krebs, wollte das nur mal bekannt geben..( die Mutter)

darkphoebe ...
*~M-F~* Azubi
...

...

Status: Offline
Registriert seit: 11.03.2006
Beiträge: 155
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...   Erstellt am 25.01.2007 - 14:34Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


echt der braucht ne puppenersatz was? echt, gemein wie er scully füttert, aber die vorstellung wie sie gefüttert wird ist witzig.





Signatur
Phoebe: fahr zur hölle.
Cole: da komme ich gerade her.

Sei so wie du bist, denn du belügst dich sonst nur selber.

Leo ...
Frischling
...

...

Status: Offline
Registriert seit: 28.02.2010
Beiträge: 5
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...   Erstellt am 17.07.2007 - 11:21Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Lol
nette Vorstellung...
Was wird weiter geschehen?





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