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kazenogaara ...
Gaisuto no Ginta
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Registriert seit: 17.03.2007
Beiträge: 589
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...   Erstellt am 15.03.2008 - 15:44Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


iKapitel 28 - Sayokos Blut

Prûo, eine sehr große und edle Stadt, wurde nun von unseren Freunden betreten. Der Weg von Langoria Ite bis hierher war wirklich nicht lang gewesen. Es war vielleicht ein halber Tagesmarsch. Diese Stadt war wirklich sehr edel. Nein, richtig, richtig edel. Man sah keine normalen Häuser, sondern überall nur riesige Gebäudekomplexe und Villen. Sofort erkannte man die Sterne in den Augen von Oto.
„AHHH! Das ist ja mal eine schöne Stadt!“, schrie sie begeistert auf, nachdem sie durch das Eingangstor gegangen war.
„Das ist wirklich beeindruckend“, meinte Jumon.
„Ich hasse diese Stadt...“, murmelte Sayoko und schritt schnell voran.
„Warte doch, Sayoko!“, rief ihr Ginta hinterher, doch sie war schon in der nächsten Nebenstraße verschwunden.
„Dann stellen wir mal die Stadt auf den Kopf...“, schlug Ryoma vor und grinste die anderen an.
Das Wetter war schön. Die Sonne schien und es war angenehm warm. Myu lief an Gintas Seite. Alle fragten sich, was sie wohl tun sollten. Das wichtigste war doch, Sayoko zu suchen, die sich in dieser Stadt anscheinend sehr gut auskannte.
So machten sie sich auf die Suche nach ihr.
Jede Villa sah zwar anders aus, aber dennoch verloren unsere Freunde nicht das Gefühl, im Kreis zu laufen. Es war ja auch wirklich schwer, sich in dieser großen Stadt zurechtzufinden. Selbst Passanten konnten sie nicht fragen, weil diese zu sehr beschäftigt waren.
„Was ist denn das für eine komische Stadt. Keiner hilft uns...“, beklagte sich Oto.
‚Ich kann mir gut ausmalen, warum Sayoko diese Stadt hasst... Aber was hat das mit ihren Erledigungen zu tun? Es schien nicht so, als hätte sie etwas dabei, dass sie ausliefern müsste. Ob sie was abholt? Aber für wen?’, dachte sich Ginta.
„Es wäre wirklich besser, wenn wir Sayoko finden, oder?“, wiederholte Jumon während er eine Villa betrachtete.
„Uns bleibt nichts anderes übrig“, seufzte Oto.
Es verging einige Zeit. Sie gingen durch die Straßen der Stadt, schauten in jede Gasse, sahen sich jeden Laden an, aber sie fanden Sayoko nicht. Ginta entschloss sich doch dazu, in einer kleinen Bäckerei nachzufragen.
„Entschuldigen Sie...“, fing er an und als er merkte, dass die Verkäuferin ihm Aufmerksamkeit schenkte, sprach er weiter. „Haben Sie eine junge Frau gesehen? Lange pinke Haare, trägt einen schwarzen Mantel. Ihr Name ist Sayoko...“
Die Verkäuferin schreckte auf.
„S... S... Sayoko? Ja, sie war vorhin hier und hat sich ein Stück Brot gekauft. Wieso? Was wollt ihr von ihr?“
„Sie gehört zu unserer Gruppe“, antwortete Ginta. „Wo ist sie hin?“
Ginta wollte sich nicht nur in der Stadt auskennen, sonst hätte er ja diese Verkäuferin nach dem Weg gefragt, nein, er machte sich Sorgen um Sayoko. Diese Frau steckte für ihn voller Rätsel und Geheimnisse. Ihr komisches Verhalten zerbrach ihm schon manchmal den Kopf.
„Sie meinte, sie wolle jemanden besuchen gehen. Dabei verzog sie ihr Gesicht. Ich denke mal, sie ist zum Friedhof...“
„Wo ist der?“, fragte Ginta weiter.
„Sie folgen einfach diese Straße nach Norden. Wenn Sie am Ende der Straße angelangt sind, dann nehmen Sie den Weg nach links und nehmen die zweite Abbiegung rechts, ok?“
„Vielen Dank für Ihre Hilfe“, bedankten sich alle und verschwanden aus dem Laden.
Bald waren sie am Friedhof angekommen und sahen sich um. Sie fanden Sayoko nicht. Was allen sofort ins Auge fiel, war ein kleines Grab, das gar nicht geschmückt und auch ziemlich dreckig aussah. Im Gegensatz zu den anderen prachtvoll verzierten Gräbern fiel dieses wirklich auf.
Sie liefen zu diesem Grab hin und sahen es sich an. Es lag eine einzelne Blume auf der ausgetrockneten Erde. Auf dem kleinen Grabstein stand eine Inschrift.
„Sakura Fusai...“, las Jumon vor. “Gestorben ist sie heute genau vor zwanzig Jahren.“
Ginta kam ein Geistesblitz.
‚Sakura Fusai... Fusai... Sayoko heißt doch so! Das... Ist das ihre Mutter? Von der Lebenszeit her würde das perfekt passen. Also ist sie hier, um über den Tod ihrer Mutter vor genau zwanzig Jahren zu trauern. Das muss es sein. Aber wieso wollte sie das alleine?’, dachte er sich und wurde schnell unterbrochen.
„Wer ist das?“, fragte Jumon nach.
„Genau deswegen...“, seufzte Ginta. „Ich erkläre es euch: Das ist Sayokos Mutter. Sayoko wollte anscheinend ihr Grab alleine besuchen kommen.“
„Aber wieso? Wir hätten sie doch dabei nicht gestört“, erwiderte Ryoma.
„Weil wir sie dann mit Fragen gelöchert hätten. Sie würde das nicht wollen. Stellt euch vor, eure Eltern wären tot. Die Erinnerungen, das Geschehene, alles das ist schwer zu verarbeiten. Ich denke, Sayoko hat das noch lange nicht verarbeitet...“
„Das klingt plausibel“, unterstützte Jumon Ginta. „Machen wir uns wieder auf den Weg? Dieser Friedhof stimmt mich traurig...“
Alle seufzten.
Zum wiederholten Male machten sie sich auf den Weg, Sayoko zu finden, was in dieser großen Stadt wirklich nicht einfach war. Nach einer weiteren Stunde des Umherirrens legten sie eine Pause ein und aßen etwas in einem Park. Dieser Park war, genauso wie die Stadt, ziemlich groß und es wimmelte nur so von Grün. Viele Bäume, Büsche, Sträucher und Wiesen schmückten diesen.
Total genervt suchten sie dann weiter. Es schien wirklich, als wäre Sayoko komplett verschwunden. Selbst zum Eingangstor gingen sie zurück, um zu sehen, ob Sayoko dort wartete.
Aber vergebens, sie fanden Sayoko einfach nicht.
Zweifel machten sich in der Gruppe breit. Ginta machte sich darüber erst keine Gedanken. Ihn interessierte es zu sehr, wo Sayoko nun steckte und was sie gerade machte.
„Jetzt kommt schon! Es geht um Sayoko“, munterte er alle auf.
„Ach wirklich? Eigentlich wollen wir doch wieder so schnell es geht aus dieser Stadt verschwinden!“, brummte Ryoma.
„Diese Villen kotzen mich langsam an“, nuschelte Oto.
„Ich will nicht meeeeehr“, beschwerte sich Jumon, der wie gewohnt in einem Buch las.
„Jetzt hört doch endlich auf!!!“, brüllte Ginta, der langsam wütend wurde. „Wenn ihr nicht wollt, dann geht zum Eingangstor zurück!“
„Aber...“, wandte Oto ein.
„Was aber?“, fragte Ginta genervt.
„Ich könnte schwören, dass ich gerade Sayoko in diese Straße einbiegen gesehen habe!“ Sie zeigte mit ihrem Finger auf eine Nebenstraße.
„Worauf wartet ihr?“ Ginta rannte los und die anderen hatten es schwer, mit ihm mit zu halten.
Er sah sie. Er sah, wie Sayoko auf ein Grundstück ging und diese riesige Villa betrat.
Die anderen holten ihn endlich ein und sie blieben vor dem großen Zaun stehen.
„Da... Da ist sie rein gegangen...“, erklärte Ginta.
„Das Beste ist, wir warten hier“, schlug Jumon vor. „Wer weiß, wer hier lebt...“
„Goyoko Fusai“, las Ryoma von einem goldenen Schild ab.
„Schon wieder dieser Name...“, erkannte Ginta. „Ist... Ist das ihre Familie?“
„Ich denke, es ist ihr Vater. Wenn ihre Mutter doch schon tot ist...“, erläuterte Jumon, der sein Buch wieder eingepackt hatte.
In diesem Moment kletterte Myu auf den hohen Zaun und sprang auf das Grundstück.
„Myu! Komm zurück!“, befahl ihr Ginta, doch sie hörte nicht.
Ginta seufzte wiederholt und meinte: „Uns bleibt nichts anderes übrig, als das Grundstück zu betreten, jetzt, da Myu ja auch schon auf dem Grundstück ist...“
„Was für ein Glück!“, freute sich Oto und klingelte.
Nachdem nichts geschah, klingelte sie wieder, doch niemand öffnete ihnen das Tor.
„Was für ein Zufall“, bemerkte Ryoma und kletterte ebenfalls über den Zaun. Als er auf dem Grundstück war, öffnete er von innen das große Tor.
„Danke, Ryoma“, bedankte sich Oto und gab ihn einen kleinen Kuss auf die Wange, woraufhin er fast in die Luft sprang, so sehr freute er sich.
Alle schlichen sich an ein Fenster und lugten hinein.
Was sie sahen, war ein riesiger Saal, der mit viel Gold und Marmor und etlichem anderem verziert war. Am einen Ende war eine Art Thron, auf dem ein dicker Mann saß. In der Mitte des Raumes stand Sayoko.
Durch einen kleinen Spalt im Fenster konnten unsere Freunde hören, was die zwei sich zu sagen hatten.

„Du bist also wieder zurückgekehrt, Sayoko...“, fing ihr Vater an.
„Ich bin nur wieder da, um es endlich zu klären! Heute vor genau zwanzig Jahren ist Mutter gestorben, nein, sie wurde umgebracht! Und ich weiß genau, dass du es warst!“
Ihr Vater, der viel Schmuck an sich trug, lachte finster.
„DU willst behaupten, ich hätte Sakura getötet? Ausgerechnet du, die doch so ängstlich von zu Hause weggerannt ist? Deine Mutter ist gestorben, weil du sie gehasst hast...“
„Das habe ich gar nicht!!!“ Sayoko brüllte ziemlich laut. „Du hast sie umgebracht! Sie war dir zu gutmütig, sie wusste, welche Machenschaften du betreibst! Diesen Abend werde ich nie vergessen! Ich bin mitten in der Nacht aufgewacht, weil du und Mutter gestritten habt. Ich habe alles mitbekommen... du hast sie dann kaltblütig ermordet...“
„Halt dein freches Mundwerk! Ich habe absolut nichts getan!!!“ Er stand auf und sein stämmiger Körper schwabbelte nur so vor Fett.
„Gib es doch endlich zu! Was bist du für ein feiges Monster, das noch nicht mal zugeben kann, was es getan hat!?! Ich werde dich für den Mord an Mutter immer hassen! Ich lehne dich als meinen Vater ab... Du...“ Sie ballte ihre Faust und knirschte mit den Zähnen.
Man spürte ihre Wut. Es lag förmlich in der Luft. Gespannt hörten Ginta und die anderen zu.
„Hast du ein Glück, dass du es noch niemanden erzählt hast...“, lachte er überlegen. „Sonst hätte ich dich schon früher um die Ecke gebracht!“
„Du bist ein gieriges, widerwärtiges Monster! Wie viele mussten schon wegen deiner Gier nach Macht und Geld sterben!? Und du kannst noch nicht mal erahnen, was ich in den zwanzig Jahren alles durch gemacht habe! Ich habe auf der Straße gelebt und musste mich von halb verfaultem Brot ernähren! Es gibt Menschen, die wirklich gelitten haben... Was hast du die Jahre getrieben? Du hast hier in deiner Villa gesessen und dein Leben gelebt, als ob nichts geschehen wäre! Hoffentlich hast du deine Macht und deinen Luxus genossen!!!“
Er starrte sie an und fing plötzlich an lauthals zu lachen. „Was!? Du hast doch auch in Luxus gelebt und dich keinen Pfifferling um andere geschert! Du hast es geliebt, mit Sakura stundenlang zu spielen. Du kannst mir nicht ehrlich weiß machen, dass du diesen Luxus nicht vermisst! Aber wie... Sag mir, wie willst du das ändern? Denkst du, deine kleine süße Ansprache kann mich aufhalten?“
Er spielte an seiner Kette, schritt die paar Stufen hinab und lehnte sich gespannt an eine Löwenstatue.
„Das wirst du früh genug mitbekommen... Monster...“ Ihre Stimme wurde leiser.
In diesem Moment drückte ihr Vater einen versteckten Schalter an der Statue und ein Gitter fuhr vor ihm hoch. Danach setzte er sich wieder auf seinen Thron und drückte dort gemütlich einen weiteren Schalter.
In diesem Moment öffneten sich alle Türen zu diesem Raum und eine Menge schwarz gekleideter Männer und Frauen kamen herein gestürmt.
Ginta fuhr hoch. Waren das etwa...?
Ja, es waren Shal! Diese Kleidung war unverkennbar!
„Sie wird doch nicht etwa...“, flüsterte Jumon.
„Doch, sie wird! Und wir helfen ihr!“, antwortete Ginta voller Überzeugung und flüsterte weiter. „Hier ist mein Plan...“

„Du wirst doch jetzt nicht echt die hier alle auf mich hetzen?“, fragte Sayoko.
Ihr Vater fing wieder an so komisch zu lachen: „Ja, natürlich! Was denkst du denn? Wofür habe ich denn meine Untergebenen?“
„Wie dumm kann man sein!? Du hast dich doch nicht wirklich mit Shal eingelassen?“
„Eingelassen? Ich handle mit ihnen, mehr ist das nicht! Ich gebe Geld und von ihnen bekomme ich nun mal besondere Leistungen zurück... Das ist das Gesetz von Geben und Nehmen...“
„Geben und Nehmen!? So nennst du das also...“ Sayoko schaute zu Boden und bewegte ihre Hand unter ihren Mantel.
„Ich wünsche dir viel Spaß... Einen schönen Tod... Und grüß deine Mutter von mir...“ Ihr Vater nippte genüsslich an einem Glas Wein, das er sich neben sich stehen hatte.
Es waren mindestens fünfzig Shal in diesem Raum und umzingelten Sayoko. Diese nahm gerade einen Dolch hervor, dessen Klinge schwarz war. Nur der Rand war golden. Um ihre Hand, in der sie den Dolch hielt, bildete sich etwas Schwarzes. Es sah so aus, als wäre es etwas Schattenartiges, das sich nun auch um die Klinge herum schlang. Komischerweise wurde dieses schwarze Zeug immer mehr und bildete eine große Klinge.
Nun war es kein einfacher Dolch mehr, nein, es sah aus, als hätte Sayoko ein Schwert in der Hand.
„Lasst uns beginnen...“, sprach sie, lüstern nach Rache.
Man hörte plötzlich ein lautes Klirren und Fensterscheiben zerbrachen. Zwei Fenster oben und zwei Fenster unten wurden zerstört.
„Du willst doch den ganzen Spaß nicht alleine haben?“, hörte man eine männliche Stimme sagen.
„Ich hätte gedacht, wir sind Freunde“, ertönte eine weibliche Stimme.
„Wir helfen dir, Sayoko“, sprach eine dritte Stimme.
Sayoko blickte um sich. Oben sah sie Ryoma und Ginta, die auf dem Fensterbrett standen. Unten warteten Jumon und Oto.
„Was... macht ihr hier?“, wunderte sie sich.
„Ach, Sayoko“, fing Ginta an. „Du hättest ruhig etwas sagen können! Ein familiärer Kaffeeklatsch hätte uns nichts ausgemacht!“
Alle fingen an zu lachen.
Dann begann er, der Kampf...





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