kazenogaara  Gaisuto no Ginta
     

Status: Offline Registriert seit: 17.03.2007 Beiträge: 578 Nachricht senden | Erstellt am 03.02.2008 - 21:01 |  |
Kapitel 25 - Blick in die Zukunft?
Großes Seufzen machte sich in der Gruppe breit.
„Wann sind wir endlich daaaaaaaaaaaaa???“, löcherte Ryoma Jumon schon die ganze Zeit.
„Es dauert nicht mehr lange! Versprochen!“, erwiderte dieser genervt und drehte sich wieder zu einem Geist um, den sie erst vor zehn Minuten getroffen hatten. Er war schon die ganze Zeit dabei gewesen, sich mit diesem zu unterhalten. Jumon erzählte ihm was er tat, wohin er reisen würde und was in seinem letzten Buch alles passiert war.
Sayoko stütze sich schon erschöpft auf Oto, die auch so genug mit dem hohen Schnee zu kämpfen hatte. Ryoma nervte immer wieder weiter und Ginta kümmerte sich um Myu, die wieder dick in eine Decke eingewickelt in seiner Tasche lag. Er streichelte sie und kraulte sie hinter dem Kopf. Was sie am meisten mochte, war, wenn er sie am Bauch kraulte.
Irgendwie gefiel auch ihm das. Man merkte, dass die zwei sich mochten, denn Ginta achtete auf gar nichts mehr, was um ihn rum passierte. (XDDDDDDDDDDD) Ryoma hatte sich schon längst wieder an ihn gewendet, aber wie das Schicksal es wollte, beachtete Ginta das nicht. Es kam sogar schon so weit, dass Ryoma plötzlich stolperte und in dem Schnee landete. Alle anderen fingen an zu lachen, doch auch das merkte Ginta nicht. Wie als wäre er weggetreten, in einer anderen Welt, zusammen mit Myu.
Unsere Freunde waren jetzt schon seit knapp zwei Stunden unterwegs, nachdem sie den Wald verlassen hatten. Die Gegend wurde immer nebliger. Jumon meinte, dass es bei dieser Höhe normal wäre und darum kümmerte das die anderen nicht.
Nach einer weiteren Weile meinte Sayoko plötzlich etwas zu sehen, etwas Großes, Dunkles, in dem etwas leuchtete. Oto meinte schon, dass sie halluzinierte, aber dann bemerkte auch Jumon dieses Etwas.
„Ich war schon oft hier oben, aber das hab ich noch nie gesehen“, bemerkte er und versuchte, das Etwas besser zu erkennen.
„Das ist doch nicht etwa...?“, fragte Ryoma der total optimistisch Ginta ansah.
„Ich denke auch, dass es ein Haus ist...“, antwortete dieser.
„Aber wie kommt das so schnell hier her? In der Nähe gibt es weder Holz, noch sonstige Baumaterialien!“, meinte Jumon, der sich ja nun wirklich in der Gegend auskannte.
„Ich bin Erster!“, rief Ryoma, als er gerade dabei war, loszurennen.
Ginta seufzte: „Geh ruhig vor, wir kommen gleich nach...“
Die Vermutung stellte sich als wahr heraus. Ryoma, der schon vor der großen Holzhütte stand, formte mit seinen Händen einen Trichter und schrie: „Das ist wirklich ein Haus!!! Kommt doch endlich! Beeilung! Ich rieche schon Futter!“
„Futter?“ Sayoko zuckte hoch. „Ich kooooooooooomme!“
Auch sie raste in Richtung Haus.
Jumon sprach noch mal mit dem Geist über dieses Haus, dann verabschiedete er sich von ihm.
„Er meinte, dass es vom einen auf den anderen Tag hier stand“, erklärte Jumon.
„Das ist ja ziemlich komisch, ist es etwa ein Geisterhaus?“, erkundigte sich Oto, die daraufhin von Jumon eine Kopfnuss bekam. (XDD wenn er überhaupt so hoch kommt XDD)
„Aua! Was soll das denn!?“, beschwerte sie sich.
„Ein Geisterhaus!? Es gibt einige Arten von Geistern die sich gern in leeren Häusern vor den Menschen verstecken, aber selbst ein Haus bauen? Nein, das ist unmöglich“, erklärte Jumon.
„Ach, wenn das so ist...“
Oto, Ginta und Jumon liefen weiter.
Ungeduldig standen Sayoko und Ryoma schon vor der Haustüre und wollten klopfen. Doch als Ryoma dabei war, seine Faust gegen die Tür zu schlagen, öffnete sich diese plötzlich. Ryoma war so erschrocken, dass er einen halben Meter zurücksprang.
Oto kicherte und betrachtete dann die Tür. Da stand niemand.
„Kommt bitte rein“, meinte eine weibliche Stimme.
Irgendetwas zwang alle nach unten zu sehen, was sie auch taten. Dort stand eine kleine, mopsige Frau, mit silbernen Haaren und einem komisch aussehnendem Gewand. Sie hatte eine dunklere, fast rötlich wirkende Haut.
Ryoma und Sayoko mussten sich echt zusammenreißen, sich das Lachen zu verkneifen. Jumon und Ginta schauten nur geschockt und Oto verbeugte sich und bedankte sich: „Vielen lieben Dank! Es ist ziemlich kalt, wir sind alle kaputt, wenn Sie wollen zahlen wir auch dafür!“
„Dann will ich aber auch Geld haben!“, beschwerte sich Jumon. „Ihr seid in mein Haus auch ohne zu fragen gegangen...“
„Das ist nicht der Rede Wert. Ich habe euch nämlich erwartet. Darf ich mich zuerst vorstellen? Ich bin Uzryuuk...“
Alle traten in das große Haus ein und standen zuerst in einem riesigen Zimmer mit Kamin, Sitzgelegenheiten und reichlich viel Accessoires.
„Hängt die Jacken dort an den Ständer, ich hole euch schon mal Tee... Ryoma, häng deine Jacke lieber nicht auf!“ Schon verschwand die kleine Frau in die Küche.
„Häh? Wieso denn nicht?“ Er merkte nicht, dass er seine Jacke schon aufgehängt hatte, dadurch der Ständer umkippte und daraufhin Ryoma auf den Kopf schlug.
„AUTSCH!!!“ Er stellte den Ständer wieder hin und rieb sich den Kopf.
Oto fing an laut zu lachen. Sayoko schloss sich ihr gleich an.
Ginta spürte in diesem Moment sein Amulett vibrieren und wunderte sich, woher sie das gewusst hatte und woher sie Ryomas Namen wusste. Er ging sofort in die Küche um nachzufragen.
„Entschuldigung...“, fing er an, doch wurde sofort von Uzryuuk unterbrochen.
„Ich kenne auch dich, Ginta... Mehr, als du selbst vielleicht je über dich erfahren wirst. Frag auch bitte nicht nach, woher und warum ich das weiß, ich tu es einfach...“
Ginta hatte es die Sprache verschlagen. Woher konnte sie nur...?
„Die Vase brauchst du mir nicht zu zahlen, das ist die Schuld der Katze...“, meinte sie und bereitete weiter den Tee vor.
„Was für eine...?“
In diesem Moment krachte es im Wohnzimmer und man hörte Oto rufen: „Myu! Was hast du jetzt schon wieder gemacht!?“
Ginta schreckte noch mehr zurück. Was war das für eine Person?
Er ging zurück ins Wohnzimmer und kümmerte sich um Myu, die plötzlich total verrückt zu sein schien.
„Jetzt sei doch nicht so wild, Myu!“, versuchte Ginta sie wieder zu beruhigen und kraulte sie wieder hinterm Ohr.
Alle setzten sich nun um den großen Glastisch, während Uzryuuk für jeden den Tee hinstellte.
„Vorsicht, es ist heiß, wirklich heiß...“
„AU!“, fuhr Oto hoch als sie davon nippte.
„...Ihr solltet den Tee eine Weile stehen lassen“, seufzte sie und setzte sich mit an den Tisch.
Von dieser peinlichen Situation total geschockt saß Oto nur da und starrte Uzryuuk an. Man merkte wie sehr die Freunde Angst bekamen, nur bei dem Anblick dieser Frau. Sie befürchteten ja schon, dass jeden Moment wieder etwas passieren könnte.
Stille herrschte. Keiner traute sich was zu sagen. Uzryuuk flüsterte: „3... 2... 1... jetzt!“
„Ähm, darf ich Sie was fragen?", bat Jumon.
Uzryuuk grinste und nickte: „Stell ruhig deine Frage, ich weiß sie ja schon, aber die anderen wollen die Frage sicherlich auch hören, stimmt’s, Jumon?“
Jumon schluckte: „Woher kommen sie? Ich habe dieses Haus noch nie in meinem Leben zuvor hier oben auf dem Berg gesehen...“
„Das kann ich euch noch nicht sagen...“
Myu schnurrte angriffslustig. Sie wandte sich aus Gintas Griff und tapste zu Uzryuuk hin.
Auf eine sehr komische Weise sah die kleine Katze diese Frau an, woraufhin diese nur nickte.
„Weiter im Text...“, meinte Uzryuuk, trank von ihrem Tee und sprach weiter: „Ich kann euch nicht viel sagen, aber das was ich zu sagen habe ist von großer Bedeutung. Ihr solltest es nie vergessen, egal was kommt! Habt ihr verstanden? Das was ich euch sage darf auch niemand anderes hören! Sprecht es niemals aus, das ist wichtig.“
Die anderen hörten interessiert zu. Die Spannung lag förmlich in der Luft. Währenddessen verkroch sich Myu in das Schlafzimmer der Frau.
„Ihr werdet es nicht gleich verstehen, aber nimmt euch meine Worte zu Herzen. Ich werde euch jetzt ein wenig Zeit lassen, dann bitte ich Ginta als Ersten in den Nebenraum...“
Sie ging schon mal vor und es blieb immer noch still.
Keiner wusste, was zu sagen. Sie waren so erstaunt, so unwissend, sie wussten noch nicht mal, was genau sie fühlen sollten.
Ginta wurde immer nervöser. Er spürte etwas in sich drin, was ihn dazu brachte, doch aufzustehen und in das Nebenzimmer zu gehen. Er sprach nicht, fragte nichts, dachte nichts. Er wollte es einfach auf sich zukommen lassen.
„Ginta, du fragst dich sicherlich, wieso du solche besonderen Menschen triffst, wieso du deine Reise begonnen hast, obwohl, das weißt du ja schon!“ Sie lachte nervös und sprach weiter: „Ich will dich warnen, es wird mehr auf dich zukommen, als du denkst. Ich darf dir leider auch nicht sagen, was geschehen wird, wie es geschehen wird, mit wem es geschieht, das ist so doof an meinem Job!“
Sie machte eine kurze Pause, schmollte, trank einen Schluck von ihrem Tee, schmollte weiter und begann dann wieder zu sprechen:
„Mir wurde befohlen, dir folgenden Text vorzulegen, ich sag ihn dir einfach mal vor, geht das klar?“
Ginta überlegte ein Weilchen. Er nickte.
„Die Prophezeiung, die für dich geschrieben wurde:
Sie schwindet, stirbt, taucht dennoch wieder auf
Ihr neues Zuhause ist nicht gefüllt von leuchtenden Kindern,
Nein, der König der neuen Welt gibt ihr sein Geleit
Das Leid des Königs vergrößert sich mehr und mehr
Seine wichtigen Elemente sterben, wie sein Mut
Das Finale der Welt, die Entscheidung des Königs,
Neumond oder Vollmond,
Gibt die Antwort auf deine Fragen....
Du wirst dich am Anfang wundern, was das bedeutet, und ich bitte dich, denke nicht weiter darüber nach. Es löst sich alles von alleine.“ Sie seufzte wieder und sah Ginta fragend an.
Er wusste gar nicht mehr weiter. So viele Fragen drängten durch seinen Kopf. Keine dieser konnte er beantworten, niemand konnte sie beantworten.
Wer war diese Frau? Woher kam sie? Woher wusste sie so viel? Was sollte das für eine Prophezeiung sein?
Er wusste es einfach nicht.
„Ginta, mach dir keinen Kopf darüber, es wird so kommen, wie es schon vor hunderten Jahren prophezeit wurde, das ist unumgänglich...“ Sie stand auf und führte Ginta nach draußen, um danach die nächste Person herein zu bitten.
Oto stellte sich als Nächste freiwillig zur Verfügung. Sie war wohl wieder mal viel zu neugierig. Leider beachtete sie nicht, wie entgeistert Ginta sich wieder auf das Sofa setzte und kein Wort mehr hervorbrachte.
Sie setzte sich auf den Stuhl, auf dem auch Ginta gesessen hatte. Uzryuuk schenkte sich noch Tee nach (die säuft aber ganz schön viel von dem Zeugs XDDDDDDDD) und fing dann an zu reden: „Oto, du bist ein besonderes Mädchen, das weißt du?“
Sie nickte und hörte Uzryuuk gespannt zu, wie sie auch ihr erklärte, dass Oto sich nicht wundern sollte, sich keine Gedanken darüber machen sollte und auf keinen Fall die Prophezeiung jemanden weitererzählen solle. Sie betonte das Mehrmals und fing dann folgendermaßen mit ihrer Prophezeiung an:
„Die Prophezeiung ist in einer anderen Sprache, aus einem ganz gewissen Grund. Diesen kann ich auch leider niemanden anvertrauen...“
Sie schniefte, trank beleidigt von ihrem Tee und fuhr fort: „Hör mir zu:
Nunca abandonad el rey,
protegédlo, sed valiente,
apoyálo, dalo fuerza.
Das ist deine Prophezeiung. Ich kenne die genaue Bedeutung nicht, aber ich hab mich mal in das Schicksal rein geworfen und es für dich übersetzt...“
Die alte Dame räusperte sich, blickte nervös nach links und rechts und schilderte Oto die Prophezeiung:
„Verlasst nie den König,
beschützt ihn, seid tapfer,
stütz ihn, gib ihm Kraft.
So, ich hoffe, ich bekomme dafür keinen Ärger von ‚ihm’...“ Wiederholt seufzte sie und trank einen kräftigen Schluck aus ihrer Tasse.
Oto schaute sie total verwundert an und reagierte fast genauso wie Ginta.
Auch Ryoma, der der nächste Freiwillige war, reagierte so, als er die gleichen Worte hörte, wie die von Oto. Jumon bekam genau dieselben Worte zu hören wie Ryoma und Oto.
Die letzte Person war Sayoko. Obwohl sie nicht richtig zur Gruppe gehörte, wurde es ihr auch angeboten, ihre Prophezeiung zu hören. Uzryuuk musste wirklich alles wissen, was es gab. Ginta, Oto, Ryoma und Jumon saßen nachdenklich im Wohnzimmer, schlürften ab und zu an ihrem Tee und machten sich Gedanken über diese angebliche Prophezeiung. Was für die letzten drei noch besonders interessant war, war Folgendes: Uzryuuk erzählte Oto, dass sie eine wichtige Person in der Zukunft wäre. Ryoma hörte, dass er den Weg seines Vaters immer weiter gehen sollte. Jumon aber hörte von den Kuchiyose-Meistern und dass er einem wichtigen mal begegnen würde.
Aber nun war doch Sayoko an der Reihe.
„Ich will nicht“, meinte sie und machte ein beleidigtes Gesicht. „Falls Sie es nicht schon wissen...“, sie betonte den Teil mit einem sehr sarkastischen Unterton, „... Ich bin selbst eine Wahrsagerin! Und ich werde mir meine Zukunft von niemandem voraussagen lassen! Von keinem! Ist das klar?“
Uzryuuk war gerade dabei, darauf eine Antwort zu geben, aber Sayoko unterbrach sie: „Wehe, Sie sagen, dass Sie das gewusst haben!“
Die Schamanin blieb darauf still und grinste überlegen. Sayoko hingegen schaute weiter grimmig in die Luft, als ob sie gerade dabei wäre, jemanden umzubringen.
Letzten Endes machte Uzryuuk dann doch den Mund auf: „Ich bitte euch, nehmt diese Prophezeiungen zu Herzen, vergesst sie nie! Aber sagt keinem wie eure Prophezeiung lautet! Niemandem, habt ihr das verstanden!? Und macht euch auch weiter keine Gedanken darum, es wird ein wenig dauern, bis ihr das versteht. Und ich habe euch ja schon mehrmals gesagt, wie sehr ich meinen Job hasse! Ich darf gar nichts verraten!“
Sie drehte sich schmollend um und ging in ihr Schlafzimmer. Aus diesem rief sie heraus: „Ach ja! Ihr dürft die Nacht über hier bleiben, nehmt euch einfach zu essen. Decken sind im Schrank. Gute Nacht!“
Der Abend verlief still. Sie machten sich noch ein Abendessen und dann machten sie sich fertig zum Schlafen. Diese folgende Nacht war ziemlich wild. Keiner konnte so richtig schlafen, alle wälzten sich in ihren Decken hin und her.
Ginta, der wieder mal kein Auge zubekam, setzte sich draußen auf die Terrasse und betrachtete den relativ klaren Sternenhimmel. Eng in seine Decke eingewickelt betrachtete er die riesige Vollmondscheibe die am Firmament zu sehen war. Er war so in seine Gedanken vertieft, dass er gar nicht erkannte, dass schon wieder der Vollmond zu sehen war. In den letzten Tagen war nur dieser Vollmond zu sehen. Jede Nacht, an derselben Stelle.
In dieser Nacht passierte noch etwas ganz anderes. Man konnte es nicht genau verstehen, aber Uzryuuk war in ihrem Schlafzimmer eingesperrt und redete mit einer männlichen Person. Nach ihrem Gespräch verließ sie das Schlafzimmer und trank in der Küche einen großen Schluck Milch. Auch Myu, die ihr gefolgt war, bekam eine leckere Schüssel kalter Milch zu trinken.
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