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Shiva


Status: Offline Registriert seit: 11.04.2007 Beiträge: 261 Nachricht senden | Erstellt am 09.09.2007 - 20:33 |  |
Das Geschrei der Raben wurde immer leiser, je weiter sich die seltsame Gruppe von der Stadt entfernte. Ein Wanderer, der ihnen begegnete, mochte sich wohl tatsächlich wundern, welch ungewöhnliche Personen sich da gefunden hatten. Auf dem Bock des nicht sehr vertrauenswürdig aussehenden, aber doch sehr stabilen Wagen saßen zwei Männer. Der eine trug eine Augenklappe und führte die zwei Pferde, welche den Wagen zogen. Der andere sah jünger aus, strahlte Frechheit und jugendliche Unvernunft aus. Auf dem Dach des Karrens, der quietschend und von Vogelgezwitscher begleitet, seine Wege fuhr, saß ebenfalls ein Mann. Auf dem ersten Blick hätte man ihn für eine Katze halten können. Der zweite blick jedoch widerlegte dies. Es war ein Mann, groß, schwarzhaarig. Aber der dritte Blick offenbarte einem die seltsam leuchtenden Augen, das grazile Erscheinen, wie es nur eine Raubkatze an den Tag legen konnte.
Zwei wertvoll aussehende Pferde schritten neben dem Wagen. Auf einem saß ein Elb. elegant aber doch unglaublich wachsam. Es schien, als würde er seinem Reittier keine Befehle geben müssen. Schon ein Blick irgendwohin und das Pferd lief freiwillig und erfreut darüber, seinem Reiter einen gefallen zu tun, in die gewünschte Richtung.
Auf dem anderem Pferd saß eine Frau, kaum älter als zwanzig. Sie sah so aus, als hätte sie es endlich nach längerer Zeit geschafft, dass der Hengst gehorchte. Aber dennoch strahlte sie neben den leicht gereizten Nerven eine Fröhlichkeit aus. Und nicht zu vergessen der Leanor. Er lief ebenfalls neben dem Wagen her. Seine schöne Fellfarbe passte wunderbar zum Licht der wachsenden Dämmerung. Er war wohl der Hauptgrund, weshalb Wanderer, die ihnen begegneten, einen etwas weiteren Bogen um sie machten. Vielen war ein Leanor unbekannt, da sie die Wüste nie betreten hatten. Und was man nicht kannte, das mied man meistens.
Der Tag neigte sich langsam dem Ende zu. Die Sonne stand schon am Horizont und die Bergkette hielt die meisten ihrer noch wärmenden Strahlen ab. Die zum Teil schneebedeckten Gibfel leuchteten im Abendlicht rot und orange. Es war ein schöner Anblick. Leider konnte die gemischte Truppe dieses allabendliche Schauspiel nciht richtig betrachten, denn ihr Weg führte sie nach Südosten. Und außerdem befanden sie sich gerade in einem Wald. Im Berion-Wald, wie die Bewohner des Landes ihn genannt hatten. Das dichte Blätterwerk lies nur vereinzelt das letzte Licht durch und obwohl es fast den ganzen Tag und die Tage zuvor geregnet hatte, war der Boden staubtrocken.
(Wem sein momentaner Platz nicht gefällt, kann ihn ja in seinem nächsten Post ändern ;P)
Mit geübten Handgriffen wischte sich Shiva die Haare aus dem gEsicht, nahm auch die anderen Haare mit auf und festigte diese in einem festen Pferdeschwanz. Sie griff wieder nach den Zügel, lies sie aber locker. Der Weg durch den Wald wurde markiert von engen Baumreihen auf beiden Seiten. Bunte und schon ziemlich vertrocknete Blätter bedeckten den Boden, dämpften die Schritte der Pferde und zerbrachen hier und da mit lautem Knirschen. Sie alle hatten beschlossen, den schnellsten Weg nach Lumas zu nehmen. Und dieser führte eben durch den Wald. Vor kurzem waren sie an einem Fluss vorbeigekommen, der zur Lichtung des Waldes floss. Dort hatten sie eine kurze Rast eingelegt und die Wasservorräte aufgefüllt.
Es würde noch ungefähr einen Tag dauern, dann könnte man die Sillhouette der Hauptstadt Nóredôrs erkennen. Und noch ein weiterer Tag und das Stadttor wäre erreicht. Wie es allerdings dann weitergehen sollte, wusste Shiva noch nicht. Klar, es galt, den Mörder ihres Auftraggebers zu finden, der wohl auch der Entführer von Xerxes Schwester war. Aber wie sollten sie diesen finden? Lumas war groß ... viel zu groß um sie erfolgreich zu durchsuchen. Warum eigentlich Lumas? Warum nichts kleineres wie Turris?
Die Feuermagierin gähnte und streckte sich. Den ganzen Tag auf dem Rücken des Pferdes, es gab irgendwie nichts langweiligeres. Ihr Blick schweifte kurz über die anderen, dann richtete er sich wieder nach vorne. Der dumme Wald schien auch kein Ende zu finden. Obwohl er ja eigentlich nicht groß war. Shiva seufzte. Naja, ein paar Stunden noch, dann müssten sie sich einen Rastplatz suchen. Oder irgendeiner würde noch den tollen Vorschlag machen, die Nacht durchzureisen, damit sie schneller in Lumas wären. Naja.
Signatur Luck was lovely of the innocent.
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Sylfan


Status: Offline Registriert seit: 11.07.2007 Beiträge: 394 Nachricht senden | Erstellt am 09.09.2007 - 23:27 |  |
Sylfan sah sich mit wachen Augen um. Die Reise an sich machte ihm wenig aus, weder das lange Reiten, noch die ungemütliche und recht kurze Rast. Er war es gewohnt, so zu reisen, gewöhnlich sogar eher noch schneller, denn er brauchte kaum Schlaf. Es genügte ihm vollkommen, für eine Zeit seinen Gedanken nachzuhängen und seine Magie- und Kraftreserven zu erholen, was er ebenso gut zu Pferde, wie zu Fuß oder liegend tun konnte.
Was sein Pferd anging, so war er mit dem feuerroten Tier mehr, als nur zufrieden. Es war ein großes Pferd, sehr hellhörig und feinfühlig und er hatte den starken Verdacht, zumindest seine Vorfahren waren von Elfen gezüchtet worden.
Sicherlich hatte es seinen Preis gehabt, doch da der Händler es als recht störrisches Tier bezeichnet hatte und keinesfalls glücklich mit ihm gewesen zu sein schien, war es nicht teurer, als jedes andere, gewöhnliche Pferd gewesen.
Seit sie den Wald betreten hatten, war er etwas unruhiger geworden. Nicht unbedingt erkennbar und man sah es ihm wohl nur durch genau Beobachtung an, aber er konnte nicht leugnen, dass es so war.
Es war keine negative Unruhe, aber auch keine positive. Seit beinahe einem halben Jahr war er nicht mehr zwischen Bäumen gewesen und obgleich seine Zeitrechnung eine andere war, war dies doch eine lange Spanne für einen Taradwaith.
Er hatte diesen Wald noch kaum je betreten und doch umgab ihn eine Vertrautheit, dass es beinahe erschreckend war, wie er fand.
Sylfan hatte sich seit langem damit abgefunden, keine Heimat zu haben, und doch gab es Orte, die eine regelrechte Euphorie auslösen konnten in ihm.
Der Wald war sehr schön. Alt zwar, doch voller Leben. Nie hatten hier Elfen gelebt, jedenfalls nicht lange und doch hatte er eine Reinheit, die Sylfan durchaus gefiel.
Die Dämmerung brach schon herein und mit einer heiteren Belustigung sah er, wie seine Weggefährten müde der Nacht entgegen sahen. Ein schmales Lächeln war alles, was nach außen drang und davon hatte er einige schon auf ihrer Reise gehabt.
Aber es zog ihn nicht aus dem Wald und er überlegte, ob er ihre Rast diese Nacht mit einer kleinen Erkundungsreise verbringen konnte. Bislang war er der Wächter gewesen. Nicht offiziell, freilich. Denn teilweise wachten sie auch nicht auf die Umgebung, sondern überwachten sich selbst. Aber er hatte nicht geschlafen und das Feuer in Gang gehalten. Je nachdem, an wem die Wache gewesen war, hatte er sich mit diesem unterhalten, oder vor sich hin geschwiegen und die Augen geschlossen.
Nun aber war es vielleicht eine Gelegenheit, wieder einwe nig alleine zu sein. Es war seltsam, mit so vielen Wesen zu reisen, Tag und Nacht und doch hatte es ihn bislang nicht weiter gestört.
Shadrack flog weit über ihnen und Sylfans Blick glitt hin und wieder zu den Wipfeln, konnte aber den Habicht in der Dunkelheit nicht ausmachen. Bald würde er zu seinem Herren kommen, wie jeden Abend vor Anbruch der völligen Nacht.
Eine zweite, unermüdliche Wache, allerdings ein recht einsilbiger Gesprächspartner.
Sylfan musterte die anderen ein wenig. Shiva schien vom Reiten nicht viel zu halten und ihr Pferd war wohl ebenso glücklich, sie tragen zu müssen. Ein schönes Tier. Edel und stark, aber doch nur ein gewöhnliches Pferd. Für jeden anderen ein fester Gewinn.
Besnik hatte sein übliches Lächeln auf den Lippen und Sylfan hatte schnell gemerkt, dass diese Reise was den Weg betraf, reine Routine für den Vogelfänger war.
Caroll Cross saß neben ihm auf dem Wagen und Sylfan konnte mit dem Burschen noch immer so wenig anfangen, wie zum Moment ihrer Begegnung.
Kyrian saß auf dem Dach und schien sich dort doch recht wohl zu fühlen. Zumindest aber fühlte sich Besnik wohl bei dem Gedanken, dem Mann so den Zugriff auf seine Vögel weitgehend entsagen zu können und Sylfan war sicher, dass Shadrack, so hoch er auch flog, immer ein Auge auf ihn hatte.
Xerxes dagegen lief neben dem Wagen her und konnte problemlos mit ihnen Schritt halten. Er schien, was die Reise anging, beinahe ebenso unermüdlich, wie Sylfan und Besnik und der Elf glaubte sich der Überzeugung, dass der Leanor noch immer einen heimlichen und Shiva sicher einen unheimlichen Groll auf die Feuermagierin hegte.
Sie befanden sich schon mitten im Wald und traten gerade auf eine kleine Lichtung heraus, deren Blätterdach zumindest vereinzelte Sterne erblicken ließ, als der Habicht durchs Laub geflogen kam und auf dem Wagen landete.
Er klapperte leise mit dem Schnabel und Sylfan sah sich wachsam um.
Nichts Ungewöhnliches war zu sehen. Die üblichen Vögel und Tiere huschten unweit von ihnen durch den Wald und ergriffen die Flucht beim Anblick und -für sie und den Elf- unglaublich lauten Geräuschen, die die Reisenden verursachten.
Ein kühler Abendwind strich durch die Blätter und ein feines Rauschen erhob sich.
Sylfans Stimme durchbrach diese 'Stille' und den abendlichen Chor der Natur viel zu laut, wie er selbst fand, auch wenn er ruhig und gelassen, ja nicht einmal sehr laut sprach.
"Lasst uns hier rasten", meinte er und sein PFerd wurde langsamer, als sie mitten auf der Lichtung standen. "Es ist so gut, wie jeder andere Fleck in diesem Wald und doch brauchen wir den Wagen nicht auf der Straße stehen zu lassen."
Signatur Als die Menschen erfuhren, dass die Erde keine Scheibe, sondern eine Kugel ist, waren sie noch nicht bereit für diese Erkenntnis. Der beste Beweis dafür ist die Tatsache, dass niemand fragte: "Warum?" |
Besnik 


Status: Offline Registriert seit: 08.08.2007 Beiträge: 181 Nachricht senden | Erstellt am 11.09.2007 - 19:01 |  |
Ein tief gezogenes Luftholen ging durch den Körper des Wagenlenkers, bei dem er sich weit in seinen Stuhl zurücklehnte und die Augen schloss, was ihm einen Ausdruck des Genießerischen verlieh. Das Grinsen auf den schmalen Lippen Besniks, war nun mehr als sein übliches Schlangenlächeln, es zeigte schon eine ganze Weile mehr, doch dies konnten seine neuen Weggefährten natürlich nicht erkennen, es gab wohl für ein nicht geschultes Auge keinen Unterschied. Wahrscheinlich musste man schon ein enger Freund des Händlers sein, um das zu erkennen also ist es fraglich ob es überhaupt jemanden aufallen würde mit Ausnahme natürlich des Habichts, der in diesem Moment mit den Klauen auf der Anrichte über seinem Herren ansetzte.
Besnik war zufrieden, was anderes konnte man nicht behaupten. Er hatte einen guten Kauf gemacht einen sehr guten! Der Hengst war in besserem Zustand als er zuvor gedacht hatte und er war sogar schon halbwegs eingeritten, nur manchmal war der Blick des Mannes zu der Reiterin geglitten nur, um sich zu überzeugen, dass es ihr mit dem Tier immer besser ging. Das war den Adler wert gewesen, dass und die Genugtuung wie schwer es dem Pferdeheini mit dem Vogel gefallen war.
Immer wieder war an diesem Nachmittag ein Lachen über das Gesicht des Händlers gewandert. So auch jetzt, als er die Augen öffnete und Shadrack erblickte. Für die andern musste es unabsichtlich gewirkt haben, dass er die Zügel straf zog, während er sich zurückgelehnt hatte und so die Pferde nun still standen, sodass der Wagen gleichauf mit dem Fuchs zum Stillstand gelangte. Besnik ließ den Blick zu dem schönen Tier und seinem Reiter hinüberwandern, auch das war ein guter Handel gewesen so fand er. Zwar nicht sein Clan aber viele der Verbündeten hatten stets Pferdehandel betrieben, da wusste er schon was ein gutes und was ein schlechtes Pferd war, er selbst war damals einem anderen Beruf nachgegangen, aber nicht gerade nachgehangen.
Wieder breitete sich das Lächeln auf dem Gesicht des Wagenlenkers, wie er so von oben herab auf den Elfen blickte, noch hatte kein anderer etwas gesagt und der Elf hatte beinahe geflüstert. Abschätzend betrachtete Besnik ihn nun, so als frage er sich ob Sylfan wohl mit dem Leben seines Volkes vertraut war. Aber im Grunde wusste er selbst, dann er noch niemanden hier gesagt hatte er wäre einst ein Zigeuner gewesen, wozu auch? Noch kurz blieb der Blick an dem Elfen haften, dann wanderte er über den Platz aber eher flüchtig hin zu den roten Strimen am Himmel, die sich schnell verflüchtigten. Shadrack hangelte sich von der Lampe auf die Schulter und dann den Arm seines Besitzers hinab und begann klackernde Laute von sich zu geben.
"Da möchte man doch fast meinen ihr kämt aus der Wüste mein Freund. Die "Sundowners" nennen sie uns dort", wieder kam ein kurzes Auflachen und kurz glitt der Blick zu dem Leanor der bei dem Wort Wüste aufgesehen hatte. "Wenn ich nach diesem Titel leben würde und das tue ich, dann darf ich mich nun nicht mehr vom Fleck bewegen. Ich gebe dir recht dieser Ort ist so gut wie jeder andere."
Der Händler verstummte und hätte man seinen Blick nun verfolgt, so hätte man in einen schwarzen Himmel geblickt, das rot war erloschen, einfach so, es war Nacht geworden. Besnik wartete nun direkt darauf, dass jemand nachfragen würde wovon er sprach, vielleicht verstanden ja auch nicht alle den Namen. "Da wo die Sonne untergeht, schlagen sie ihr Lager auf", stimmt ja schließlich auch, dachte er bei sich und strich Shadrack mit der nackten Hand über das Brustgefieder.
Dieser hatte seinen Laut kurz verstummen lassen und den scharfen Blick auf die Kante des Wagendachs gerichtet, wo sich der Mann verbarg dessen Drohung er selbst ohne Blickkontakt spüren konnte, dann biss er seinem Meister zärtlich in die Finger.
[Dieser Beitrag wurde am 11.09.2007 - 19:03 von Besnik aktualisiert]
Signatur In Reading ist ein Schandengrab,
Und in der Erde Schoß,
Da liegt verscharrt, von Brand verzehrt,
Ein Sünder, nackt und bloß,
In brennenden Leilach liegt er da,
Und sein Grab ist namenlos.
Und dort, bis Christus die Toten ruft,
O stört seine Ruhe nicht mehr!
Was soll auch die eitle Träne noch
Und der Seufzer, ach, so leer?!
Er hatte gemordet, was er geliebt,
Und also starb auch er.
Und jeder mordet, was er liebt,
Sei jeder des belehrt,
Mit schmeichelnden Wort, mit bitterem Blick,
Nach jedes Art und Wert;
Der Feige mordet mit einem Kuss,
Der Tapfre mit einem Schwert.
- von Oscar Wilde aus die Ballade vom Zuchthause zu Reading |
Shavani Anwärter

Status: Offline Registriert seit: 19.08.2007 Beiträge: 12 Nachricht senden | Erstellt am 14.09.2007 - 19:01 |  |
Die schnellen Bewegungen eines seltsamen Lebewesens huschten über die Dächer der Stadt, leichtfüßig und hier und da auf die Stadt spähend hielt das seltsame Wesen auf einem Dachfirst an. Das lange geschuppte Anhängsel umspielte den solide gebauten Körper, die Füße fanden guten Halt auf den Firsten der Stadt. Nicht viele würde ihren Augen trauen wenn sie dieses Wesen sehen.
Das orange-grau gefleckte Chitin-Kleid glänzte etwas und hatte etwas gespenstisches an sich. Schnell lief das Wesen weiter, über die Abründe zwischen den Häusern springend. Die langen Federn am Kopf wurden vom Wind nach hinten gedrückt und verliehen dem Wesen einen agilen und flinken Ausdruck. Die leichte Rüstung, die das Wesen anscheinend trug machte die Verblüffung perfekt, da die Rüstung fast mit dem Wesen verschmolz.
Auf dem Rücken dieses seltsamen, insektenartigen Wesens war ein Stab und ein Köcher mit mehreren Wurfspeeren zu erkennen. Es schien nicht sehr bedrohlich auszusehen und flitzte weiter über die Dächer.
[Dieser Beitrag wurde am 14.09.2007 - 19:02 von Shavani aktualisiert]
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Shiva


Status: Offline Registriert seit: 11.04.2007 Beiträge: 261 Nachricht senden | Erstellt am 16.09.2007 - 21:10 |  |
Kurz nachdem der Wagen und auch Sylfans Pferd zu stehen kamen, lies auch Shiva den Hengst zum Stillstand kommen. Sie sah sich um, lies ihren Blick etwas länger am nächtlichen Himmel haften udn wandte sich dann zu den anderen. Die Idee zur Rast entsprach ganz ihrer Meinung.
"Ja, gute Idee."
Sie stieg von dem Hengst ab, lupfte die Zügel über seinen Kopf und hielt sie dann schließlich fest in der Hand. Nicht dass sie befürchtete, ihr Reittier würde abhauen. aber die Bewohner Corvus erzählten sich viele Geschichten über diesen Wald und die wenigsten handelten nicht von grausamen Bestien und anderen Monstern, die Wanderern auflauerten um sie anschließend zu verspeißen.
Den Hirngespinnsten der Menschen war zwar meistens nicht zu glauben, aber irgendwo musste doch immer ein kleines Stückchen Wahrheit stecken.
Shiva gehörte nicht zu denjenigen, die beim kleinsten und leisesten Rascheln vor Panik aufschrien. Eher war sie einer der Ersten, die nach dem Unruhestifter Ausschau hielten. Und auch jetzt schaute sie sich ersteinmal geneuer um. Ihr war klar, dass ihre Sinne an die des Elfens bei weitem nicht herankamen und das es unnötig war, sich umzusehen, hätte Sylfan doch bestimmt schon viel früher einen potenziellen Feind entdeckt. Aber sie fühlte sich einfach viel sicherer, wenn sie sich elbst einmal genau umgeschaut hatte.
"Morgen werden wir dann endlich den Waldrand erreichen und dann ist es nicht mehr weit nach Lumas."
Die anderen wussten dass bestimmt ebenso, dennoch erwähnte Shiva es.
Sie band den Hengst an den Wagen, nachdem dieser in Stellung gebracht war. Sie nahm ihm den Sattel ab und wischte den Schweiß von seinem Rücken mit einem Tuch, dass sie sich vor ein paar Tagen noch um die Schultern gebunden hatte, um der Kälte zu trozen.
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Sylfan


Status: Offline Registriert seit: 11.07.2007 Beiträge: 394 Nachricht senden | Erstellt am 18.09.2007 - 14:38 |  |
Sylfan sah sich gerade um, als Besnik den Wagen anhielt und etwas zu ihm sagte. Er nickte im ersten Moment nur, dass er verstanden hatte. Denn obgleich dies hier ein wald war und Bäume ihm vertraut, so wollte er doch nicht unvorsichtig werden, vor lauter Euphorie.
Dann aber sah er einen Moment zu dem Vogelhändler und überlegte, was er antworten sollte. Er wusste um die 'Sundowners', oder wie sie ins einer Sprache genannt wurden, Fuilorná. Sie waren von den Menschen, oder besser, von jener Art der Menschen, die in Städten und Dörfern lebten, nicht gerne gesehen und erfreuten sich nicht gerade der größten Beliebtheit.
Doch das für sich so stehen zu lassen, wäre zu viel auf einmal in einen Topf geworfen, denn es gab viele Unterschiede. Die Fuilorná und auch der Rest des wandernden Volkes, ganz gleich, welcher Art, unterschied sich sehr in Sitte und Benehmen. Manche waren tatsächlich nur Landstreicher und Räuber, Pack, das man verständlicherweise in den Straßen nicht sehen wollte.
Viele aber waren Wanderer. Händler oder Gaukler, die von Stadt zu Stadt reisten und darboten, was sie an Künsten aufzubringen vermochten.
Manche waren mit den Elfen Gutfreund, zwar nicht mit den Tawardwaith, doch mit jenen, die sich ihre Verbundenheit zur Natur zu einem großen Teil bewahrt hatten. Und die meisten Fuilorná besaßen schärfere Sinne und ein gewisses Gespür für die Natur,a uch wenn es an jenes der Elfen bei weitem nicht heranreichte.
Mit jenen nun aus der Wüste konnte Sylfan nicht allzu viel anfangen. Er war selbst erst einmal in der großen Wüste im Südosten gewesen, die in der Sprache seines Volkes Fairedor genannt wurde. Und selbst damals hatte er nur den nördlichsten Ausläufer durchquert, der in seiner vollen Beitre keine sechs Tagesmärsche andauerte. Mehr als genug allerdings, wenn es nach Sylfan ging.
Um aber Besnik nicht die Antwort schuldig zu bleiben, antwortete er: "Ich komme keinesfalls aus der Wüste." Es klang ein wenig kühl, jedenfalls für seine Verhältnisse und Shadrack klapperte laut, als er fortfuhr: "Ich war erst einmal in der Fairedor und das ist mir fürs Leben genug, solange es auch dauern mag."
Um niemanden ansehen zu müssen, sah er sich noch einmal um und stieg vom Pferd, gerade als Shiva erklärte, es dauere nicht mehr lange bis Lumas.
Unwillkürlich musste er ein wenig lächeln und nahm die Satteltaschen vom Rücken des Fuchses.
Das Tier drehte den Kopf zu ihm und stieß ihn sanft mit der Nase an.
"Lelya-mât, mero nîn", meinte er leise, das Pferd schüttelte die Mähne und schritt Richtung Wald langsam davon, hielt aber schon wenige Fuß weiter und tat sich an einem Strauch gütlich, der grün dastand, und es gerade zu herausforderte, gefressen zu werden.
Er sah zu Shiva, als er die Satteltasche neben eines der großen Wagenräder legte. Er ersparte es sich, ihr zu sagen, dass nicht alle den Wald so gerne hinter sich ließen, wie sie und holte stattdessen zwei Wasserschläuche aus der Tasche. Er richtete sich wieder auf, schaute sich noch einmal auf der Lichtung um, als könne er sich wirklich nicht satt sehen an all dem Grün und reichte Besnik dann einen Wasserschlauch, während er mit dem anderen in der Hand zu Shiva ging, ihr diesen hinhielt und schon überlegte, ob sie heute Nacht nicht auf ein Feuer verzichten sollten. Doch es würde wohl zu kalt werden, unangenehm für die anderen und hätte er vorgehabt, die Nacht über zu wachen, wie die Nächte zuvor, hätte er sich auch an einem Feuer erfreut.
Doch zumindest wollte er zusehen, dass sie tote Äste verwendeten, obgleich Shiva mit ihrer Magie alles in Brand stecken konnte, würde es nur irgendwann brennen. Trotzdem war es nicht nötig, irgendwelches Holz zu hacken, das war aufwändig und laut.
Schweigend stand er da und hatte alle Mühe, sich nicht in seinen Gedanken oder dem Rauschen des Windes in den Blättern zu verlieren.
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Shavani Anwärter

Status: Offline Registriert seit: 19.08.2007 Beiträge: 12 Nachricht senden | Erstellt am 19.09.2007 - 07:49 |  |
Das gefiederte Wesen hielt auf einem der Dächer inne und schaute gen Sonne. Die Sonne ist fast schon verschwunden... ich sollte mir ein Lager suchen, notfalls schlafe ich auf einem der Dächer, dachte sie und kletterte flink vom Dach nicht viele der Anwesenden bemerkten sie überhaupt, als Außenseiterin war sie es gewohnt sofort aufzufallen, da aber die Anwesenden in ihrem Tun vertieft waren und sie nur durch Seitengassen ging wurde sie von niemanden entdeckt oder beachtet.
Am Stadttor angekommen schaute sie zum Himmel hoch und wünschte sich von ganzem Herzen, endlich in ihre Heimat zurückkehren zu können. Außerhalb der Stadt kletterte sie auf einen Baum, der ihr, aus ihrer Sicht, ausreichend Schutz vor Regen gewährte. Mit einem gezielten Griff der Hand zog sie einen Apfel von einem Ast und begutachtete die ihr unbekannte Frucht. Neugierig wie eh und je, biss das Wesen hinein und schien sich in dieses ihr unbekanntes Obst zu verlieben. Schnell verschlang sie es und bettete sich nach ihrem Mahl zur Ruhe.
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Kyrian


Status: Offline Registriert seit: 28.06.2007 Beiträge: 94 Nachricht senden | Erstellt am 21.09.2007 - 19:31 |  |
Nur kurz kam ihn ihm die frage auf, wieso er sich eigentlich dieser Gruppe angeschlossen hatte. Aber wie es seine Natur war, hinterfragte er nichts oder machte sich Gedanken darüber, was geschehen wäre wenn... dennoch kam in ihm diese eine Frage auf, als er vom Dach des Wagens, auf dem er saß, auf den einäugigen Reiter hinuntersah und dann seinen Blick über den Elfen, der Feuermagierin und den Leanor schweifen ließ. Dann schloss er aber die Augen und gähnte ausgiebig. Der Wald, in dem sie sich nun befanden, verdunkelte sich schon lange bevor die Sonne überhaupt den Horizont erreichte, aber das war Kyrian nur Recht so. Erst jetzt bemerkte er, wie angenehm die Geräusche des Waldes sein konnten, wenn keine zahllosen Krähen mit ihrem Gekrächze die Luft durchschnitten und alle anderen Geräusche übertönten.
Der Elf hatte sich mehr oder weniger zum inoffiziellen Führer erkoren, denn er bestimmte den Rastplatz und Kyrian sah, wie er sich zwischen den Bäumen sichtlich wohl fühlte. Aber vielleicht täuschte er sich auch, weil er das klare Bild vor Augen hatte, dass Elfen nun mal in den Wald gehörten. Besnik hielt den Wagen an und man stieg von den Pferden und vom Wagen, aber Kyrian blieb regungslos. Seine gelben Augen wanderten unruhig über die Umgebung und die tiefer werdenden Schatten und er fand, dass es eine schöne Nacht wäre jagen zu gehen. Er konnte die Anspannung schon in seinen Muskeln spüren und seine Haut kribbelte auch merklich, aber äußerlich blieb er nach wie vor kühl und gelassen.
Ob es dem Händler auffallen würde, wenn so ein blöder Vogel am morgigen Tage fehle? Der Schwarzhaarige war sich nicht ganz sicher, aber so sorgsam wie er mit diesen Tieren umging, wusste er auch sicherlich, wie viele er hatte.
Ganz plötzlich schwang er sich vom Wagendach und landete auf dem Laubboden, dabei ging er leicht in die Knie um den Sprung abzufedern, aber dennoch war das Aufkommen so gut wie lautlos. Er wusste, wieso er Corvus verlassen hatte; es war einfach zu langweilig dort. Gut, er würde den Tempel vermissen, diesen hatte er wirklich gemocht, denn er war einer der wenigen Überbleibseln aus einer längst vergessenen Zeit, der er selbst irgendwie zum Teil auch angehörte. Heute hatten die Menschen ihren Glauben an die alten Götter vergessen, aber das war auch gut so. Die wenigen Anhänger waren genug um das Band zwischen dieser und der göttlichen Welt aufrecht zu erhalten.
Kyrian nahm die verschiedenen Waldgerüche auf, dann fiel sein Blick wieder auf diesen Vogel, der die ganze Zeit bei ihnen hockte und alles in Augenschein nahm. Sein Verschwinden wäre wirklich zu auffällig. Nachdem er den Kopf einmal Kreisen gelassen hatte und einige Knochen knackten, durchquerte er die Lichtung und sah sich um.
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Shiva


Status: Offline Registriert seit: 11.04.2007 Beiträge: 261 Nachricht senden | Erstellt am 22.09.2007 - 11:31 |  |
Auch die anderen hatten sich nun von Wagen und Pferd geschwungen und bereiteten sich darauf vor, die Nacht auf dieser Lichtung hier zu verbringen. Es war kein schlechter Ort und auch wenn Shiva eher zu den Personen gehörte, die den größten Teil ihrer Zeit in einer Stadt verbrachte, so mochte sie doch auch die Atmosphäre der ruhigen Natur.
Schon gleich am Anfang schaute Shiva sich nach trockenen Ästen und Stöcken auf dem Boden um. Ein kleines Feuer würde die nächtliche Kälte vertreiben, die mit jeder Nacht zunahm. Die Jahreszeit ging langsam aber sicher auf den Winter zu und es würde nicht mehr lange dauern, bis die ersten Schneeflocken fielen. Die winzigen Eisblumen würden zwar schmelzen, bevor sie auf dem Boden aufkämen, aber ihr Hauch von Kälte würde die Temperatur bestimmt um einiges sinken lassen. Bei dem Gedanken fröstelte es Shiva.
Mit ein paar trockenen Ästen auf dem Arm lief sie zurück zu den anderen. etwas weiter weg vom Wagen lies sie das Holz fallen. Es war noch nicht genug. Die vier, fünf Äste würden sehr schnell von den gierigen Flammen gefressen werden. Aber sehr viel mehr gab die Lichtung nicht her. Da müssten sie schon in den Wald zum suchen. Und das machte sie jetzt auch.
"Ich gehe kurz in den Wald, um mehr Holz zu holen. Bin gleich wieder da."
Die Dunkelheit, die wie Nebel um die Bäume herum waberte, verschluckte Shiva schon nach kurzer Zeit und verhinderte, dass man ihr länger mit dem Blick folgen konnte.
Im Wald war es unglaublich still. Irgendwie erwartete man, hier und da ein Rascheln oder das rufen eines Käuzchen zu hören. Aber nichts dergleichen geschah. Nur der Wind sang sein Lied, während er um die dicken Bäume strich. Shiva störte dies nicht. Unbeirrt suchte sie weiter nach Feuerholz.
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Sylfan


Status: Offline Registriert seit: 11.07.2007 Beiträge: 394 Nachricht senden | Erstellt am 22.09.2007 - 15:39 |  |
Sylfan sah Shiva kurz hinterher und dann noch einmal zu den anderen. Er merkte auf, als Kyrian vom Dach sprang und drehte sich um, allerdings nicht übermäßig schnell. Als er den Mann sah, glitt sein Blick übergangslos wieder auf die Umgebung und der Wald schien ihm wie ein weiteres, grenzenloses Abenteuer.
Der Elf wusste wohl, dass dem nicht so war. Denn er hatte schon oft das Gefühl gehabt, einem endlosen Rätsel auf der Spur zu sein. Und dann vor allem feststellen müssen, dass nichts für die Ewigkeit war.
Nur er selbst kam sich dazu verdammt vor, obwohl ihm natürlich ebenfalls klar war, dass er nicht ewig leben würde. Es kam ihm eben so vor.
Dann fiel ihm Shiva wieder auf, doch selbst für seine Augen war es unmöglich, sie zwischen den dichten, grauen Stämmen im Zwielicht der Nacht zu sehen. Ohne den anderen ein Wort zu sagen, und jedenfalls ohne von irgendjemandem groß bemerkt zu werden, verschwand er ebenfalls zwischen den Bäumen.
Er nahm nicht exakt denselben Weg, wie Shiva, zumal er anfangs auch gar nicht darauf achtete.
Die Bäume, hier da sie so dicht standen, schienen miteinander zu flüstern, wenn der Wind ihre Stimmen bewegte und als er die glatten, grauen Stämme berührte, schien es ihm fast, als erschauerten sie.
So wirkte der Zauber dieses Waldes auf einen vom Waldvolk, der gegen seine Natur viel zu lange nicht mehr unter Bäumen gewesen war.
Bald aber verlor sich dieser Zauber wieder, denn ein Geräusch, das nicht hierher gehörte, störte die scheinbare Ruhe. Es waren Tritte von leichten stiefeln, die recht unachtsam gingen.
Sylfan konnte sie mit seinem feinen Gehör gut erkennen und als hätte er lange geschlafen, erinnerte er sich nun daran, dass er ja eigentlich Shiva in den Wald gefolgt war.
Sein Weg hatte ihn etwa auf gleiche Höhe mit ihr geführt und er sah zu, wie die Feuermagierin nach Holz suchte.
Seine Augen hatten sich längst an die völlige Dunkelheit des Waldes gewöhnt, wie wohl auch Shivas, denn sie ging trittsicher und suchte auf dem Boden unbeirrt.
Eine Weile beobachtete er sie. Der Elf hatte keine Sorgen, sie würde die Bäume beschädigen. Es war unsinnig, sie hatten keine Axt oder dergleichen dabei und einmal ganz davon abgesehen war er hier auch wieder ganz das Gegenteil seines Volkes. Selbst wenn Shiva wie eine Wahnsinnige durch den Wald eilte und jeden Baum fällte, der ihr in den Weg käme und selbst wenn Sylfan sie aufhielte, da käme sicher der nächste und hielte es ihr gleich oder schlimmer.
Da aber nichts davon der Fall war und Sylfan schon lange gelernt hatte, dass man nur selten etwas ganz und gar zu bewahren und schützen vermochte, war er bald wieder für kurze Zeit in den Erinnerungen an das Waldvolk versunken.
Dann aber sah er wieder auf, als Shiva gerade einen Ast aufhob und lächelte freundlich. "Mit dem Stapel, den du da in den Armen hast, kannst du dein Feuer die ganze Woche unterhalten", bemerkte er heiter.
Das war übertrieben, sie hatte schon einiges gesammelt, aber selbst für die Nacht würde es knapp werden.
Doch Sylfan wollte sich nicht von der Natur um ihn gefangen nehmen lassen und nahm sich vor, seine Gedanken bald besser unter Kontrolle zu haben.
Er trat zwischen den Bäumen hervor, die ihn bisweilen halb verdeckt hatten und blieb neben Shiva stehen.
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