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kazenogaara ...
Gaisuto no Ginta
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Registriert seit: 17.03.2007
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...   Erstellt am 15.08.2007 - 16:15Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Kapitel 16 - Aus Gintas Erinnerungen

Ginta lief fröhlich und gut gelaunt die Stufen bis zum Hof hinauf. Als er seine Großmutter sah, stellte er seinen Schulranzen in die Ecke.
„Oba-san! Rate mal, was heute los ist!“, rief der kleine Ginta.
Lächelnd stützte sie sich auf den Besen und fragte: „Was ist denn los, Ginta?“
„Wir haben heute keine Hausaufgaben aufbekommen!“, sagte er stolz.
„Das ist aber schön.“
Sie nahm den Besen wieder in die Hand und fegte weiter.
„Weißt du was, Oba-san?“
„Nein...“, antwortete sie mit liebevoller Stimme.
„Ich darf doch heute bei Sora übernachten! Das wird soooo super! Wir werden Comics lesen und was spielen und...“
Er rannte in den Schuppen, holte sich dann auch einen Besen und fuhr fort: „...darum kann ich dir heute ein wenig helfen!“
Mit dem Besen, der größer war als er selbst, versuchte er nun, blitzschnell den Hof zu kehren.
„Ruh dich doch ein wenig aus! Du hast dir auch mal eine Pause verdient!“, sagte er grinsend und fegte weiter.
„Wenn du das so sagst...“ Sie setzte sich auf den Stuhl, der neben dem Schuppen stand.
Der Hof war groß. Im Osten stand der Himmelsschrein, der jeden Morgen von der aufgehenden Sonne angestrahlt wurde. Im Westen, genau gegenüber, stand das Wohnhaus. Im Norden ging dann der Hof zu Ende und im Süden waren die Stufen, die einen zu einer Nebenstraße führten.
„Du sag mal, Oba-san... Sind Mami und Papi noch da?“
„Sie warten nur darauf, dir tschüss zu sagen...“
Ginta warf gleich den Besen auf den Boden und rannte ins Haus. Er macht die Tür zur Küche auf, in der noch seine Eltern waren. Sein Vater nahm noch einen kräftigen Schluck Wasser.
„Ginta, da bist du ja… Wie war die Schule?“, fragte seine Mutter, die sich zu ihm hin beugte. Ihre großen, grünen Augen sahen ihn an. Er mochte ihren Blick. In ihren Augen war immer ein bestimmter Glanz, der ihn immer an schöne Sachen erinnerte.
„Wir haben heute keine Hausaufgaben auf!“, schoss es aus ihm heraus und er grinste wieder.
„Du kannst von Glück reden, dass heute Freitag ist…“, sagte sein Vater und wuschelte ihm durch die Haare.
„Ihr wisst ja, dass ich heute bei Sora übernachten darf, nicht wahr?“
„Klar! Aber du musst schön brav sein, bei den Machichimas... Ok?“
„Geht klar, Paps!“
Sein Vater hatte, genau wie er, weiße Haare, die aber im Licht grau schimmerten. Seine Mutter hingegen hatte langes, rot-braunes Haar.
„Also... Schön brav sein, ich hab dich lieb, bis morgen…“, sagte seine Mutter und verschwand zusammen mit seinem Vater aus der Küche.
„Tschüss! Viel Spaß bei der Arbeit!“, rief Ginta noch hinterher.
Nachdem er seinen Schulranzen aufgeräumt hatte, den Hof fertig gefegt und dann noch zu Mittag gegessen hatte, packte er nun die Sachen für den Abend ein. Nach einer Weile war er schon fast fertig, ging die Treppen hinunter, öffnete die Tür zur Küche und sagte: „Oba-san... Ich brauch deine Hilfe…“
Dass er dabei nicht rot wurde, war ein Wunder. Er fuhr fort: „... Ich schaffe es nicht, die Sachen in den Rucksack zu packen... Hehe...“
„Nun gut... Dann werde ich dir mal helfen…", seufzte seine Großmutter, stand auf und lief die Treppe nach oben.
Nach einer Weile war auch der Rucksack gepackt.
„Vielen Dank!“, bedankte er sich und verbeugte sich.
„Du bist schon ein einer...", sagte sie lächelte ihn an, und ging wieder nach unten.
Er setzte sich auf sein Bett und wartete ab, bis es klingelte.
Nach 10 Minuten war es auch schon soweit. Er nahm seinen Rucksack, stürmte aus dem Zimmer und verabschiedete sich noch schnell von seiner Großmutter. Vor der Tür stand auch schon Sora, die ihn mit dem Fahrrad abholte.
„Bist du bereit?“, fragte sie und wurde ein wenig rot im Gesicht.
„Klaro!“, gab er als Antwort, rannte zum Schuppen und holte sein Fahrrad heraus.
Auch er stieg nun auf sein Fahrrad und beide radelten zu Soras Haus.
Als sie ankamen, stellten sie ihre Fahrräder in deren Schuppen, und gingen ins Haus. Mittlerweile war es schon Abend geworden und Soras Mutter rief zum Essen. An diesem Abend gab es Okunumiyaki, Gintas Lieblingsgericht. Sie unterhielten sich noch ein wenig, aber dann verschwanden Sora und Ginta in Soras Zimmer.
Der weitere Abend verlief ganz normal. Die beiden spielten, erzählten sich etwas und hörten Musik. Als die Nacht anbrach, fing es an, mächtig zu stürmen. Dicke Regentropfen schlugen gegen das Fenster. Es wurde leise. Alle Lichter gingen aus, und Sora kuschelte sich neben Ginta unter eine Decke. Die beiden saßen auf ihrem Bett. Sie wurde ganz rot, als sie ihren Kopf gegen Gintas Arm legte.
Ginta merkte das aber nicht, sondern machte sich eher Gedanken, über seine Eltern, die immer noch unterwegs sein mussten. Sie hatten ihm noch gesagt, dass sie etwas länger unterwegs sein würden.
Es blitzte und Sora kuschelte sich noch ein wenig enger an Ginta. ‚Sora…’, dachte sich Ginta, ‚Sie...’
Es blitzte wieder und Sora klammerte sich richtig an Ginta. ‚Hat sie Angst vor Stürmen?’ Er blickte sie an. Sie hatte ihre Augen geschlossen und zitterte ein wenig.
„Sora...“, flüsterte er.
Sie schaute zu ihm hinauf. Er konnte ihren Herzschlag spüren und auch sein Herz fing plötzlich an, heftig zu schlagen. Er konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. Ständig musste er sie ansehen. Sie schloss ihre Augen. Ihre Gesichter bewegten sich aufeinander zu und dann geschah es, sie küssten sich. Auch Ginta schloss nun seine Augen. In diesem Moment konnte er nur wenige Sachen spüren: ihren leichten Atem, ihre Lippen und den synchronen Herzschlag. Jetzt wusste er gar nicht mehr, was geschah.
Doch nach einer kurzen Zeit, merkte er, dass Sora eingeschlafen war und legte sie richtig hin. Danach legte er sich auch auf seine Matratze und schlief ein.
Der nächste Morgen verlief wieder ganz normal, bis auf das Bewusstsein von Ginta, dass er Sora geküsst hatte. Den restlichen Tag verbrachten die zwei noch mit Spielen.
Am Abend fuhr er mit dem Rad allein nach Hause. Die Wolken zogen wieder zusammen und es sah aus, als ob es gleich wieder regnen würde. Deswegen trat er umso kräftiger in die Pedale.
Als er ankam, sah er seine Großmutter in der Mitte des Hofes. Sie kniete nieder und schaute in den Himmel. Schnell stellte Ginta sein Fahrrad ab, rannte zu ihr hin und sprach: „Oba-san! Was machst du hier? Es ist kalt und feucht... Gehen wir ins Haus!“
Sie sah ihn an; Tränen kullerten ihr über das Gesicht.
„Ginta!“, rief sie und umarmte ihn fest, „Du musst jetzt stark sein... Sei stark, Ginta!“
„Aber Oba-san... Was ist denn los?“, fragte er.
„Deine Eltern...“, schluchzte sie, „Sie sind jetzt an einem schöneren Ort... Sie hatten einen Unfall...“
Die Welt blieb für ihn stehen, er konnte nichts sagen. Ihm kullerten die ersten Tränen über das Gesicht und es fing an zu Regnen, nein, es schüttete. Ginta bewegte sich nicht. Er musste die ganze Zeit an seine Eltern denken. All die schönen Erinnerungen kamen in ihm hoch.
‚Warum... Warum meine Eltern?’, dachte er sich, ‚Warum sind sie... tot!?’
Die nächsten Tage verliefen ruhig. Ginta sperrte sich in sein Zimmer ein und sprach kein einziges Wort. Alles war vergessen, er musste nur noch an seine Eltern denken.
„Komm doch aus deinem Zimmer! Das bringt doch nichts, Ginta! Komm mit in den Schrein, wir beten für die beiden...“, schlug seine Großmutter immer wieder vor.
Das geschah genau vor 6 Jahren.





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