kazenogaara  Gaisuto no Ginta
     

Status: Offline Registriert seit: 17.03.2007 Beiträge: 589 Nachricht senden | Erstellt am 31.07.2007 - 22:57 |  |
Kapitel 14 - Elende Shal! (Shal = Schattenallianz)
Ein neuer Morgen war angebrochen, als Ginta aufstand. Komischerweise legte er sich nicht zurück ins Bett, sondern kroch aus seinem Zelt heraus, beobachtete das Meer und machte sich gleich an die Arbeit. Mit voller Energie ging er Wasser holen und wusch die Kleidung der anderen, die bei dieser Brise sicherlich schnell trocknen würde. Dazu bereitete er das Frühstück vor und schnitt das Brot auf. Er fand sogar Früchte in der Nähe des leider weit weg gelegenen Baches, an dem er auch schon das Wasser geholt hat.
Als er sich dem Fruchtbaum näherte, hörte er ein leises Geräusch. Dann blieb er stehen, um das Geräusch besser hören zu können, welches jedoch verstummte.
Er näherte sich wieder dem Fruchtbaum, der nicht sonderlich groß war. Ginta brauchte nur einmal hochzuspringen und schon hatte er eine Frucht in seiner Hand.
Plötzlich hörte er wieder dieses Geräusch, das sich langsam als ein Miauen herausstellte. Langsam und leise bewegte er sich nun zu den Büschen hin, griff in einen hinein und schob die Zweige auseinender. Auf dem Boden hinter diesem Busch lag eine schwarze Katze, die einen weißen Fleck unter deren rechten Auge besaß.
Ginta sah sofort, dass sie verletzt war, denn das linke Hinterbein blutete.
Ohne darüber nachzudenken, beschloss er, die Katze mitzunehmen und sie zu pflegen, bis sie wieder gesund war. Dies tat er auch. Vorsichtig hob er sie an.
Am Schlafplatz angekommen, machte er den Tisch frei, damit er die Katze darauf legen konnte. Unbeabsichtigt erzeugte er Lärm, doch Oto und Ryoma, die immer noch schliefen, wachten trotzdem nicht auf.
Nun riss Ginta ein wenig Stoff von seinem Umhang und verband damit die mit Wasser gewaschene Wunde.
"Damit sollte die Blutung gestoppt sein", sagte Ginta, der froh war, dass die Wunde endlich zu bluten aufhörte.
Müde gähnte die Katze und Ginta sah ihr in ihre Augen. Man konnte erkennen, dass Ginta und die Katze die gleiche Augenfarbe hatten. Nachdem die Katze endlich eingeschlafen war, nahm Ginta sie, legte sie in sein Zelt und deckte sie zu.
Vor dem leeren Tisch stehend, atmete er einmal tief durch und bedeckte ihn wieder. Sie hatten Glück gehabt, denn Oto hatte diesen Klapptisch zusammen mit ihrem Zelt mitgenommen. Es war zwar nur ein ziemlich kleiner Klapptisch, der locker mit an den Zeltsack gebunden werden konnte, der aber trotzdem ein wenig zu schwer für Oto war. Deswegen schleppte Ryoma den Tisch. Dieser murrte kein bisschen, sondern war mit voller Begeisterung dabei.
Der Tisch war wieder bedeckt und Gintas Laune war wieder bei Null angekommen. Nach alldem wurde er ein wenig hungrig, aber er hatte keine Lust auf Oto und Ryoma zu warten. Als er sich gerade ein Brot schnappen wollte, hörte man aus Otos Zelt: "Guten Morgen Ginta. Huch... schon so früh auf?"
"Guten Morgen, Oto... Ja... Ich konnte heute nicht lange schlafen... Willst du auch gleich frühstücken?"
"Gerne doch!" Sie grinste, setzte sich an den Tisch und aß auch gleich ein Brot.
"Wird mal Zeit, dass wir wieder Neues besorgen, dieses hier ist schon trocken", beschwerte sich Ginta.
"Da hast du Recht", antwortete Oto.
Nach einer Stunde, als Oto und Ginta fertig mit frühstücken waren, die trockene Kleidung abgenommen hatten und sich noch ein wenig unterhielten, hörte man aus Gintas und Ryomas Zelt:
"Ahhhhhhhhhhhhhhhhh! Ginta, Ginta, Ginta!!! Du du bist zu einer Katze mutiert!!! Ahhhhhh!!!"
Dann hörte man nur noch ein lautes Miauen und im Zelt wurde Ryoma von der Katze gejagt.
Halbnackt kroch Ryoma blitzschnell aus dem Zelt und blickte Oto und Ginta an. Ginta musste lachen und Oto ebenfalls.
Ginta hatte ihr zuvor von der Katze erzählt, die er gefunden hatte. Oto bestand darauf, sich die Katze dann einmal anzusehen.
"Ginta! Was ist hier los!?", fragte Ryoma ärgerlich.
"Das erklär ich dir..." Er erzählte Ryoma die ganze Geschichte, während Oto in das Zelt ging und die Katze wie versprochen untersuchte.
Nach kurzer Zeit war nicht nur Ginta mit dem Erzählen fertig, sondern auch Oto mit ihrer Untersuchung.
"Also....", fing sie an, "Sie hat sich nur eine Wunde am Beim zugezogen, das müsste schnell verheilen. Ich habe ihr auch schon eine Salbe auf die Wunde geschmiert."
"Dann können wir sie doch jetzt laufen lassen!", schlug Ryoma vor, der einen schadenfreudigen Blick aufsetzte.
"So einfach ist das nicht", erwiderte Oto, "Wir müssen sie mitnehmen. In ihrem jetzigen Zustand können wir sie nicht einfach so allein lassen."
"Dann bleibt uns wohl nichts anderes übrig... Außerdem braucht sie dann einen Namen...", fügte Ginta hinzu.
"Wie wäre es mit Dummkopf?", fiel Ryoma ein, der sich darauf eine Kopfnuss von Oto einfing.
"Ich hab etwas Schönes..." sagte Ginta, "Wie wäre es mit Myu?"
"Jaja... von mir aus", murmelte Ryoma, der sich immer noch seinen Kopf rieb.
"Gut dann nennen wir sie ab sofort Myu!", erklärte Oto.
Nachdem auch Ryoma gegessen hatte, packten sie ihre Sachen zusammen und reisten weiter. Myu hatte ihren Platz in Gintas Tasche verdient, die mit einer Decke ausgepolstert wurde. Ginta fütterte sie mit der gepflückten Frucht, die sehr fleischig war.
Der Weg war nicht lang, denn Ryoma konnte schon das nächste Dorf, das auf der Karte eingezeichnet war, erkennen.
"Da ist es! Das muss... Mhh... Wie heisst es...", fragte er sich.
"Das muss Kogeta sein...", vollendete Oto.
Bei näherer Betrachtung sahen die drei, dass alle Häuser verbrannt waren. Sie gingen in das Dorf hinein, sahen sich um und bemerkten, dass die Kinder seelenruhig auf den Straßen wie gewohnt spielten.
Natürlich waren das die kleineren Kinder. An manchen Stellen waren starke Männer, die versuchten, einige Häuser wieder aufzubauen.
Komischerweise wurden die drei nicht beachtet. Zielstrebig suchten sie den größten Schutthaufen auf, denn das war wahrscheinlich das Haus des oder der Ältesten.
Das Dorf hatte wenige Straßen, deshalb konnten sie es schnell finden.
Vor dem Schutthaufen saß ein alter Mann im Schneidersitz. Er meditierte oder dachte nach, das konnte man nicht beurteilen.
Vorsichtig ging Ginta zu dem Mann hin, berührt seine Schulter und sprach: "Entschulgigung, mein Herr..."
Auf einmal schreckte dieser auf und kippte um.
"Aua....", sagte dieser, während er sich wieder hochraffte, "Was fällt euch ein, mich hier zu erschrecken!"
"Tut... tut mir leid! Ich habe nicht gewusst, dass sie schlafen!", entschuldigte sich Ginta.
"Schon gut... Ihr seht aus wie Reisende... Was macht ihr hier?", fragte dieser.
"Wir wollten nur durchreisen...", antwortete Oto.
"Aber wenn ich mal fragen darf...", fügte Ryoma hinzu, "Was ist hier passiert?"
"Böse Menschen sind gekommen, die haben alles mitgenommen und das ganze Dorf dann angezündet!", schrie ein kleines Mädchen weinend, das hinter dem großen Schutthaufen hervortrat.
"Tanuka! Lass das! Das sind Fremde, die brauchen nicht in unsere Angelegenheiten mit einbezogen werden! Geh wieder zurück und spiel mit den anderen!", erklärte er prompt.
Beleidigt lies sie ihren Kopf hängen und verschwand.
"Das ist meine Enkelin, Tanuka...", erzählte er den dreien.
"Dürfen wir jetz trotzdem wissen, was hier vorgefallen ist?", fragte Ryoma, "Jetzt wo wir schon wissen, DASS etwas vorgefallen ist."
"Also... ehm..." Es fiel im sichtlich schwer, das zu sagen. "Ich darf mich doch sicher erstmal vorstellen. Mein Name lautet Sai, Sai Nencho, und wer seid ihr?"
"Mein Name lautet Ginta, das sind Oto und Ryoma", er zeigte mit der Hand auf die beiden.
"Schön euch kennenzulernen, folgt mir..." Er führte die drei zu einem Platz im Zentrum des Dorfes. Dort waren ein großer Tisch aus Stein und viele Sitzgelegenheiten.
Als sie sich gesetzt hatten, fing Sai an, zu erzählen: "Das waren Männer in schwarzen, langen Mänteln, die seltene Zauber einsetzten, um das Dorf zu zerstören. Zuvor nahmen sie sich noch alles mit, was nicht niet- und nagelfest war. Glücklicherweise haben sie alle Dorfbewohner verschont. Nur unsere Männer versuchten Widerstand zu leisten, doch vergebens. Ich kann sagen, dass uns die Götter beschützt haben..."
"Männer in schwarzen Mänteln... das muss Shal (ich kürz das jetz immer so ab) gewesen sein!", dachte Ginta sich, der wieder eine enorme Wut in sich verspürte.
"Das waren Shal... da bin ich mir sicher!", sagte er nun laut, sodass es jeder hören konnte.
"Können wir in irgendeiner Art behilflich sein?", fragte Oto nach.
"Nein, danke, wir schaffen das schon allein. Aber wenn ihr unbedingt darauf besteht, in Vernezye wohnt meine Schwester. Falls ihr ihr Bescheid sagen könntet, was hier vorgefallen ist, das wäre nett von euch. Sie kann dann sicherlich Leute besorgen, die uns helfen. Außerdem möchte ich euch nicht auf eurer Reise behindern."
"Also... das ist nett von ihnen! Wenn ihnen das weiterhilft, dann machen wir das doch gern."
In der Zwischenzeit war Myu wieder aus ihrem erholsamen Schlaf erwacht und kroch unbemerkt aus der Tasche. Leise schlich sie sich um Gintas Sitz herum und sprang auf den Tisch.
"Myu! Du bist ja wach", sagte dieser, während er sie streichelte.
"Ich kenne diese Katze, die ist kurz vor diesem Vorfall aufgetaucht...", merkte der Älteste an.
Ginta erklärte ihm noch, wie sie Myu gefunden hatten und warum sie mit auf die Reise ging. Danach bedankte sich Sai noch bei ihnen, und die drei machten sich so schnell wie möglich auf den Weg nach Vernezye. Es war ja nicht mehr weit weg, nur noch eine Stunde laufen höchstens....
[Dieser Beitrag wurde am 07.08.2007 - 17:42 von kazenogaara aktualisiert]
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