kazenogaara  Gaisuto no Ginta
     

Status: Offline Registriert seit: 17.03.2007 Beiträge: 589 Nachricht senden | Erstellt am 16.06.2007 - 23:01 |  |
Kapitel 12 – Hakata, Stadt des Steins
Ein weiterer Morgen brach an. Es war kühl, und die Sonne schien nur selten durch die Wolkendecke. Und man konnte keine zwitschernden Vögel hören, nur das Rauschen des Laubes durchdrang die Stille.
Ginta, Oto und Ryoma schliefen an diesem Morgen aus, obwohl, es war ja schon fast wieder Mittag.
Ryoma stand als Erster auf, und zog sich gleich seine getrockneten Sachen über. Danach bereitete er Sandwichs für Oto und Ginta vor und wartete bis sie endlich aufwachten.
Als Nächste stand Oto auf, die es total überraschte, dass Ryoma schon wach war. Ihr war immer noch das gestrige Erlebnis im Kopf, und musste grinsen, als sie Ryoma ansah.
„Guten Morgen Otochen! Na, schon Hunger?? Ich habe Sandwichs vorbereitet. Willst du eins??“
„Oh, vielen dank Ryoma! Das ist aber lieb von dir“ Sie nahm ein Sandwich und fing gleich an, es zu essen.
„Du Otochen?? Was ist eigentlich unser nächstes Ziel??“
„Warte kurz.“ Sie zog wieder ihre Karte aus der Tasche. „Also wenn wir jetzt diesem Weg folgen, dann müssten wir nach Hakata gelangen, die Stadt des Steins.“
„Dort werden wir dann durchreisen, oder?? Lass mich raten, der Weg führt dann weiter in Richtung Süd-Westen, nicht wahr?“ Ryoma fing auch an zu grinsen, und er wirkte ein wenig stolz.
„Allerdings!“ Oto musste lachen.
„Was ist denn hier los??“ Ginta gähnte und kroch aus seinem Zelt heraus. „Oh ihr seid ja schon wach.“
Oto machte eine Handbewegung und deutete an, dass Ginta sich doch zu ihnen setzen solle.
„Na, gut geschlafen?? So wie deine Frisur aussieht, nehme ich an, du hattest schöne Träume!“, sagte Ryoma.
„Nein, heute Nacht habe ich nichts geträumt“, erwiderte er.
„Schaut aber echt niedlich aus“, meinte Oto, und Ginta wurde dabei rot.
„Wer hat denn da Sandwichs gemacht??“
„Das war ich, hehehe“, antwortete Ryoma und gab Ginta ebenfalls ein leckeres Sandwich.
„Schmeckt erstaunlich gut, ich habe gar nicht gewusst, dass du so lecker Essen zubereiten kannst!“ Genüsslich schlang Ginta das Sandwich herunter.
„Das ist ein Geheimrezept meiner Mutter.“
Alle aßen viel und waren danach pappsatt. Nun mussten sie nur noch ihre Sachen zusammenpacken und dann ging die Reise wieder los. Zuvor holte Oto noch Wasser an einem nahe gelegenen Bach.
Als sie die Hand ins Wasser streckte, um einen Schluck zu trinken, erschrak sie, denn sie spürte eine kalte, graue Stille. Woran das wohl lag?
Mit den Wasserflaschen im Arm lief sie zurück zur Höhle, wo die beiden Jungs schon auf sie warteten.
„Auf geht’s nach Hataka, der Stadt des Steins!“, rief Ryoma in den Himmel, streckte sich und sah Oto und Ginta an. Diese beachteten ihn nicht, und gingen schon voraus.
„Hey, hey, was sooll daaaaaas?! Nicht schon wieder!”, brüllte Ryoma und rannte schnell los.
Ginta und Oto lachten laut, blieben stehen, und riefen gleichzeitig: „Natürlich warten wir auf dich!“
Die Wolken zogen sich zusammen, und es wurde grau. Auch die Luft wurde noch etwas kühler als zuvor. Nach einigen Minuten erreichten sie das große „Tor des Steins“.
„Also das ist das ‚Tor des Steins´, so wie es hier steht“, sagte Oto.
Voller Erwartungen gingen die drei hinein, sie freuten sich schon auf die vielen Geschäfte und Restaurants, so wie es Oto ihnen aus einem Reiseführer vorgelesen hatte.
Aber die Freunde wurden enttäuscht. Die Stadt war leer wie ausgestorben. Keine Menschenseele befand sich in den Straßen und Gassen. Ein trockener Wind wehte, und die gigantischen Gebäude aus Stein, die reichlich mit Reliefs verziert waren, wirkten tot, grau, kühl und verlassen.
Alle Türen und alle Fenster waren mit Holz zugenagelt.
Sie gingen die große Straße entlang, dann bogen sie in eine Gasse ein. Ein Wegweiser zeigte in die Richtung mit der Aufschrift: „Zum Hotel Onix hier entlang“.
Das hörte sich natürlich interessant an.
Plötzlich entdeckten die drei hübsche Gemälde und Bilder auf den Wänden. In einem Bild war ein wunderschönes Farbmuster zu erkennen. Es sah nicht aus wie nur hingeschmiert, es war ein Spiel der Farben mit sich selbst, und mit den anderen Farben. Es war harmonisch und Ginta, Oto und Ryoma wurden gefesselt von dieser Schönheit.
„Das... das...das ist...“, stotterte Oto.
„...wahre Schönheit...“, sagte Ginta.
„... es ist Kunst“, erwiderte Ryoma.
Aber wie kamen diese traumhaft schönen Bilder an die Wände? Und warum extra hier, wo sie nun wirklich keiner bewundern konnte? Es war ja schon komisch genug gewesen, dass der Wegweiser in diese unauffällige kleine Gasse weiste.
Sie gingen weiter und betrachteten auch die anderen Bilder. Es waren viele verschiedene Motive, und jedes Mal erstaunten sie sie wieder.
Auf einmal spürte Ryoma, dass sie jemand verfolgte. Aber er ließ es sich nicht anmerken.
Er wartete wie ein Panther, der auf der Lauer war. Kurz bevor dieses etwas angreifen konnte, zog er sein Schwert aus der Scheide und schrie: „Halt, wer ist da!?“
Niemand war zu sehen, Oto und Ginta wunderten sich, was Ryoma da machte.
„Was ist denn los Ryoma?“, fragte Ginta.
„Es hat uns jemand verfolgt. Hier irgendwo müsste er sich versteckt halten. Komm raus!“, forderte Ryoma den Verfolger auf.
„Was macht ihr hier?!“, hörte man eine junge, männliche Stimme fragen.
„Diese Stadt ist für keine Besucher offen!“ Diesmal war es eine Mädchenstimme.
„Das sind mehrere, Ginta mach dich bereit!“, rief Ryoma über seine Schulter.
Sie hörten ein ´Tap, tap, tap´ und ein junger Mann, der etwas kleiner war als Ryoma, kam aus einer dunklen Ecke hervor.
„Wer seid ihr??“, wollte er wissen und schaute etwas grimmig.
Er hatte graue Haare, trug ein Stirnband und einen Verband um seinen Bauch und auch um seine Arme. Er trug noch eine blaue lange Hose, aber das Auffälligste war, dass er Spraydosen an seinem Gürtel hatte, und so wie es aussah, war er wahrscheinlich der ‚Künstler’ gewesen.
„Wir sind Reisende“, antwortete Oto unverdrossen.
„Und was macht ihr hier??“ Noch eine Person kam aus einer anderen Ecke hervor. Es war ein Mädchen.
Sie trug ein Kopftuch mit einem grau-braunen Muster drauf und hatte grüne Haare. Man erkannte das an einer Strähne, die ihr über das Gesicht hing. Sie trug ein rot-braunes Kleid, und hatte eine Hängetasche. Diese sah anders aus als die von Ginta. Die Tasche war nämlich gestrickt worden.
„Wir reisen hier nur durch, wollten uns aber die Stadt zuvor ansehen“, erwähnte Ginta.
„Verschwindet, hier gibt es nichts zu sehen!“, rief eine dritte Stimme.
Ein kleinerer Junge kam aus der gleichen Ecke, aus der das Mädchen gekommen war.
Er trug eine Mütze, und seine Haare konnte man nicht sehen. Dazu eine rot-graue Latzhose, sonst nichts.
„Ihr befehlt uns nicht, zu verschwinden!“, rief Ryoma, der sein Schwert bereithielt.
„Diese Stadt nimmt keine Reisenden auf, also verschwindet! Ihr habt hier nichts verloren!“, schrie der Große, der wahrscheinlich der Anführer der Truppe war.
„Aber wieso?“, fragte Oto.
Plötzlich hörte man viel Schritte, jemand musste marschieren.
„Nein, das sind die Nirais! Los Ninsei, Chojiro, wir verschwinden!“, sagte der Anführer.
„Stopp, was zum Teufel sind Nirais?!“, brüllte Ryoma.
„Das sind die ‚Ordnungshüter´ der Stadt!“, brüllte der Anführer zurück.
„Aber Jôô, wir können die doch nicht einfach so zurücklassen! Die werden doch eingesperrt!“, meinte das Mädchen.
„Aber wenn wir nicht schnell genug verschwinden, werden wir auch eingesperrt!“
„Weißt du nicht mehr, was unser Traum war?!“ Das Mädchen schaute Jôô mit einem verbissenen Ausdruck im Gesicht an.
„Na gut, Ninsei. Kommt folgt uns!“, rief er und rannte los.
Der Junge lief ihm hinterher und Ninsei schaute die drei an.
„Was ist eigentlich los??“, fragte sich Ryoma und steckte sein Schwert zurück in die Scheide.
„Mir egal, das hört sich gefährlich an“, sagte Oto und lief auch hinterher.
„Oto! Tut mir Leid, Ryoma, uns bleibt nichts anderes übrig!“ Nun lief auch Ginta den anderen hinterher.
„Grrrr!“ Nun entschloss sich auch Ryoma, den anderen zu folgen.
Der Weg führte durch ein Labyrinth aus vielen Gängen, und nach jeder Ecke bogen sie ab. Es war dunkel, und niemand der drei kannte sich aus.
Nun war Jôô vor einer verschlossenen Tür stehen geblieben, nahm einen Schlüssel aus seiner Tasche und sperrte auf.
„Los rein, hier finden sie uns nicht!“
„Das ist komisch, sie sind normalerweise nie um diese Zeit auf Patrouille“, meinte Chojiro.
Ninsei ging zum Tisch, legte ihre Tasche darauf und setzte sich auf einen Stuhl.
Es war eine kleine Wohnung, der Eingangsbereich war zugleich ein Zimmer, wo die drei wahrscheinlich kochten, aßen und sich mit anderen Dingen beschäftigten.
Ginta betrat zuerst die Wohnung, schaute sich um und stellte sich neben den Tisch hin.
Darauf folgten Oto und Ryoma.
„Was ist hier eigentlich los?? Warum sind wir weggerannt??“, fragte Oto Jôô.
„Das ist verzwickt. Diese Nirais sind keine guten Menschen, sie haben diese Stadt zugrunde gerichtet!“ Jôô wurde sehr wütend und knallte die Faust auf den Tisch.
„Beruhige dich! Das Aufregen bringt dir auch nichts!“ Chojiro verschwand Richtung Bad.
„Ihr müsst nämlich wissen…“, fing Ninsei an „Da gibt es Ashizamani Odoro, sie hat vor vier Jahren den Bürgermeister gefangen genommen und jetzt regiert sie die Stadt. Sie hat die Nirais mitgebracht, und jeder der irgendein Verbrechen begeht, wird entweder verhaftet oder ermordet. Wir drei sind die einzigen, die sich noch trauen, auf die Straße zu gehen. Wir sind sozusagen eine Widerstandsgruppe. Wir wollen wissen, wer diese Frau wirklich ist, und den Bürgermeister befreien, damit endlich wieder Frieden in dieser Stadt herrscht!“
Sie fing schon fast zu weinen an.
„Wir haben unsere Familien verloren…“, sagte Chojiro.
„Das ist schrecklich!“, rief Ginta, „Ihr müsst diese Leute aufhalten, und ich werde euch dabei helfen!“
„Nein, ich will nicht Fremde damit hineinziehen“, erwiderte Jôô, der gerade etwas zu Trinken für die drei aus einem alten Kühlschrank holte. „Und in den letzen vier Jahren hab ich herausgefunden, wer diese Frau wirklich ist. Sie ist ein Mitglied der Schattenallianz. Ich weiß zwar nicht, was das sein soll, und ob uns das hilft, aber wenigstens ist es etwas.“ Er schaute Ginta an, der ruckartig aufschreckte.
„Diese Leute… Sie werden nicht noch mehr Menschen umbringen!“, schrie Ginta, und alle schauten ihn an. „Ich kenne solche Leute, das sind die gleichen, die meine Großmutter umgebracht und auch das Krankenhaus in Funtaprolis attackiert haben!“
„Gi… Gi… Ginta…“, stotterte Oto.
„Ich werde euch helfen! Egal, ob ihr wollt oder nicht!“, rief er.
„Und wenn Ginta dabei ist, bin ich auch mit von der Partie!“, erwiderte Ryoma.
„Wenn ihr unbedingt wollt, dann stelle ich mich erstmal vor, mein Name ist Jôô, ich bin 18 Jahre alt, und wie gesagt, seit vier Jahren versuche ich schon, diese Stadt von dieser grässlichen Hexe zu befreien. Damit ihr versteht wie es mir geht, zeige ich euch das hier.“
Er nahm die Verbände an seinem Bauch und seinen Armen ab.
„Jôô.... ?!“ Ninsei war erstaunt, sie spürte dass Jôô starkes Vertrauen in Ginta hatte.
Riesige Narben waren überall auf seinem Bauch, auch auf seinen Armen.
„...!“ Oto war ganz erschrocken, Ryoma war erstaunt, und Ginta konnte Jôôs Gefühle nun sehr gut verstehen.
Nun band er sich wieder die Verbände um.
„Eine Frage hätte ich noch...“, sagte Oto.
„Stell sie ruhig.“ Ninsei lächelte sie an, und auch sie hatte nun große Hoffnung.
„Was sollen eigentlich die ganzen wunderschönen Bilder in den Gassen, von wem sind die??“
„Die haben wir gemalt“, sagte Ninsei und Chojiro erzählte weiter: „Das ist ein Zeichen unseres Widerstandes, sie repräsentieren unsere Träume, Hoffnungen und Wünsche. Sie sollen den Nirais klar machen, dass es uns immer noch gibt, und dass wir nicht mit ihnen einverstanden sind. Zum Glück haben sie bisher unser Versteck nicht gefunden, sonst wären wir schon längst tot.“
„Das ist echt mutig von euch...“, bemerkte Oto.
„WAS?! Mutig?? Ich bin so feige, ich... ich... ICH BIN SO FEIGE, ICH SCHAFFE ES NICHT, SIE ZU BESIEGEN!!!“
„Nein...“, erwiderte Ginta. „Du bist nicht feige, du bist die mutigste Person die ich je kennen lernen durfte. Du hattest bloß nicht die Kraft dazu, doch jetzt werde ich dir helfen! Gemeinsam schaffen wir das schon!“
„Du bist schon einer...“ In seinen Augen spiegelte sich die Freude, die Jôô verspürte. Jeder merkte, dass Gintas Entschlossenheit auf ihn überging.
„Wie wäre es, wenn ihr bei uns übernachtet?? Ich glaube wir müssten noch ein paar Matratzen übrig haben“, sagte Chojiro freudig, und ging gleich in den Schlafraum.
„Also ist es beschlossene Sache“, meinte Ryoma und setze sich zu Ninsei an den Tisch.
Der Abend verlief ruhig, alle saßen an dem Tisch und planten das morgige Ereignis.
In dieser Nacht träumte Ginta von einem Geist. Dieser sprach zu ihm in einer unverständlichen Sprache. Er wachte wieder auf, und sah Jôô am Tisch sitzend und schlafend.
„Was morgen wohl passieren wird?? Ich hoffe ich kann ihnen helfen…“, dachte sich Ginta und legte sich wieder hin.
Am nächsten Morgen standen alle früh auf, und machten sich für den Kampf fertig. Ginta lies seinen Umhang und seine Tasche auf der Matratze liegen, Ryoma lies ebenfalls seine Tasche da und schnallte sich sein Schwert extra stark an die Hüfte. Oto tat es ihnen gleich, danach band sie ihre Haare zu einem Zopf zusammen. Doch Jôô, Ninsei und Chojiro bereiteten sich anders vor. Jôô nahm Schlagringe aus einer Schublade im Eingangsbereich, Ninsei hatte eine komische Klingenwaffe, die die Helden noch nie zuvor gesehen hatten. Und Chojiro nahm einen Beutel, den er sich um die Hüfte schnallte, mit.
„Auf geht’s!“, rief Jôô.
„Wir müssen aufs Dach, das ist der Ort, wo die Nirais uns am wenigsten erwarten werden“, erklärte Chojiro, und so taten sie es auch.
„Ich hoffe, ihr könnt gut springen!“ Ninsei grinste wieder.
Als sie dort ankamen, sahen sie die große Sonne, denn die Wolken am Himmel waren verschwunden. Die Anspannung war zu spüren.
Jôô machte den Anfang, er sprang auf ein anderes Haus mit blauem Dach, Ninsei und Ryoma folgten ihm.
„Komm Oto, ich nehme dich an die Hand“, sagte Ginta zu ihr, nachdem er erkannt hatte, dass sie ängstlich war.
Mit einem großen Anlauf sprangen die beiden auf das nächste Haus. Chojiro folgte ihnen.
So ging es weiter, von Dach zu Dach, bis sie zu einem großen, fantastisch geschmückten Gebäude kamen.
„Das ist das Rathaus, dort lebt diese Hexe!“ Jôô zeigte mit dem Finger auf das Zimmer, wo der Bürgermeister versteckt war.
„Um dort hinzugelangen, müssen wir uns immer gut versteckt halten, bis wir zu Ashizamani Odoro kommen. Wir dürfen keine Aufmerksamkeit erregen.“ Chojiro holte einen Plan des Gebäudes aus seinem Beutel und zeigte die Grundrisse den anderen.
„Wenn wir diese Gänge nehmen“, er fuhr mit dem Finger die Wege ab, „kommen wir schnell zu ihr. Verstanden??“
„Ja“, sagten alle im Chor.
„Jeder weiß, was er zu tun hat??“, fragte Ninsei noch einmal sicherheitshalber nach.
„Ja“, sagten wieder alle im Chor.
Nun machten sie sich absprungbereit, und warteten nur noch, dass die Patrouille vor dem Gebäude einen Moment unachtsam wurde.
„Wartet...“, sagte Chojiro, und kramte etwas aus seinem Beutel, „So, das müsste reichen, schaut mal!“
Er holte auch eine Schleuder heraus, und schoss eine handgroße schwarze Kugel mit der Schleuder sprichwörtlich vor die Nase der Nirais.
Wumm!
„Das... das war eine Rauchbombe!“ Ginta und die anderen beiden waren sichtlich von den Fähigkeiten von Chojiro begeistert.
Nun sprangen alle ab, und fielen auf das Dach des Rathauses. Diesmal hatte Ginta Oto wieder an die Hand genommen, denn sie sprangen von einem sehr hohen Haus ab.
„Also, ihr müsst nun aufpassen, wir dürfen keinem Nirai begegnen, sonst fliegt der Plan auf!“, sagte Jôô noch mal, und sah Ginta hoffnungsvoll an.
Dieser nickte nur.
Als nächstes öffnete Ryoma mit seinem Schwert ein Fenster, dass ihm von Ninsei gezeigt wurde.
Sie stiegen herab und schauten sich erstmal in dem großen Gang um. Dort lag ein roter Teppich, und alle Türen sahen gleich aus.
„Wir haben Glück, das ist der A-Flügel, der Weg ist nicht weit bis zu dem großen Saal“, flüsterte Chojiro.
Nun schlich sich die Gruppe davon, alle schauten vorsichtig um jede Ecke, und Ryoma wurde fast entdeckt, aber glücklicherweise hatte er es doch noch geschafft, abzubiegen, bevor ein Nirai kam.
Nach wenigen Abbiegungen kamen sie zu einer großen Tür, die reichlich mit Gold, Opalen, Achaten, Amethysten und Smaragden verziert war.
„Das ist es. Macht euch bereit!“, sagte Jôô und er und Ginta öffneten gemeinsam die Tür.
Man sah eine große Frau mit giftgrünen Haaren, einem kurzen blutroten Kleid und einem dunkelgrünen Umhang an einem riesigem Schreibtisch sitzen.
Neben ihr der Bürgermeister, der ihr gerade etwas zum Trinken servierte. Er krümmte sich, als ob er Schmerzen hätte, und tatsächlich hatte er die. Man konnte Blut auf seiner Hand sehen, die er an seinem Bauch hielt.
„Huch! Wen haben wir denn da!? Ach, das ist nur Jôô mit seinen Versagerfreunden. Aber wer ist das?? Ein hübscher junger Mann! Hihihi!“ Sie hatte ein teuflisches Lachen drauf. „Los, Wachtrupp, entfernt diesen Dreck!“
„Du alte Hexe!!!!!!!!!“, schrie Jôô.
„Lass uns endlich in Frieden Leben!“, rief jetzt auch Ninsei.
Aber da kam schon der Wachtrupp, es waren 10 Wächter, die gleich auf die Gruppe losstürmten.
„Das erledige ich!“, sagte Ryoma, setze seine Sonnenbrille auf, zog sein Schwert aus der Scheide und attackierte die Wächter.
Die anderen fünf rannten auf Ashizamani los, und wollten sie attackieren.
„Halt! Eine Bewegung und der Bürgermeister stirbt!“, rief sie und lachte.
Alle blieben stehen, nur Ryoma war mit den Wächtern beschäftigt.
In Ginta entbrannte wieder diese Wut, und er spürte auch wieder sein Mal pochen.
„Das wirst du büßen! Man kann nicht einfach mit Menschenleben spielen! Lass dir das eine Lehre sein! Uhaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!“ Plötzlich ließ er einen heftigen Windstoß los, und Ashizamani wurde gegen die Wand geschleudert.
Schnell rannte Oto zum Bürgermeister und ging mit ihm in eine Ecke des Zimmers.
„Ich kümmere mich um den Bürgermeister!“, rief sie den anderen zu. „Hallo Bürgermeister, ich bin hier, um sie zu retten. Mein Name lautet Oto.“
Der Bürgermeister hatte starke Verletzungen, und Oto heilte ihn gleich mit ihrem Zauber.
Derweil stand Ashizamani wieder auf und wurde richtig wütend.
„Du kleines Gör!“, schrie sie und zog ihre Stachelpeitsche aus einer Schublade.
Sofort attackierte sie die Gruppe, doch Ginta blockte mit seinem Stab ab.
„Los!“, rief er, „Attackiert sie!“
Und so taten sie es auch. Chojiro holte gleich seine Munition aus seinem Beutel und beschoss sie mit allem was er hatte. Darunter waren kleine Explosionskugeln, Makibishi und Schleimkugeln.
Doch sie wehrte mit ihrer Stachelpeitsche alles ab.
Nun griff Ginta sie wieder an, mit dem Ziel, ihr die Peitsche abzunehmen.
Wie er es gehofft hatte, versuchte sie, zu peitschten, umklammerte seinen Stab und Ginta konnte ihr mit viel Kraftaufwand die Peitsche entreißen.
Doch das half nicht wirklich viel, denn sie fing sofort an, einen Zauber zu starten.
„EXNOR!!!!“, rief sie und plötzlich wurden sie von einem Eissturm getroffen.
Ninsei nutzte gleich die Gelegenheit und rannte auf sie zu.
Doch Ashizamani hatte gleich einen weiteren Zauber, diesmal für Ninsei.
„Sorka!“, schrie sie und ein Donnerschwert schoss auf Ninsei zu.
„Uahhhhhhh!“ Ninsei fiel zu Boden.
„Nin... Ninsei!!!!“ Jôô war so voller Wut, dass er nun zusammen mit Ginta einen gemeinsamen Angriff startete.
Gintas Hände leuchteten wieder blau, und er setzte zum Schlag an, genau wie Jôô.
„Vilid!“ Ashizamani beschwor eine Windklinge hervor, doch das wurde ihr zum Verhängnis.
Ginta spürte plötzlich eine angenehme Kraft in sich und auch Jôô konnte es spüren.
Mittlerweile hatte Oto den Bürgermeister vollständig geheilt, und kümmerte sich nun um Ninsei.
Ryoma der mit über 50 Wächtern fertig geworden war und eskortierte nun den Bürgermeister aus dem Haus hinaus. Eigentlich war es mehr der Bürgermeister, der den Weg nach draußen fand, da Ryoma mal wieder orientierungslos war.
Die Windklinge wurde nun zu reiner Kraft, die Ginta und Jôô aufnahmen.
In der Nähe von Ginta zu sein, machte Jôô stark und die Fäuste der beiden trafen genau den Magen von Ashizamani.
Sie durchbrach die Mauer und landete bewusstlos auf der Wiese im Hof.
Die beiden Jungen standen sich gegenüber und sahen sich an. Keiner von ihnen sprach, aber beide wussten, was der andere gerade dachte.
„Danke, Ginta...“, meinte Jôô.
„Das hab ich doch gern gemacht!“ Ginta grinste.
„Du bist echt ein besonderer Junge, das muss ich dir lassen!“
„Aber du erst. Ich wünsche dir alles Gute für die Zukunft!“
„Ich dir auch!“ Jôô ging nun zu Ninsei, die komplett geheilt worden war. Chojiro war schon längst mit Ryoma aus dem Haus heraus, und machte bekannt, nachdem er und Ryoma Ashizamani in den Kerker geschlossen hatten, dass es nun endlich mit der Tyrannei zu Ende sei.
„Puh, das war anstrengend. Vielen Dank, Oto!“ Ginta saß sich auf dem Boden und verschnaufte erstmal.
Nach einer Stunde war die ganze Stadt mit Leben erfüllt, die Menschen freuten sich und feierten, brachten Tische und Stühle auf die Straßen, kochten, aßen gemeinsam und betrachteten die himmlischen Gemälde in den Gassen.
Der Bürgermeister lud die Helden zu einem großen Festessen ein, und natürlich nahmen Ginta, Ryoma , Oto, Ninsei, Chojiro und Jôô an.
Nach viel Musik, reichlich Essen und guter Stimmung machte der Bürgermeister etwas bekannt:
„Ich, der Bürgermeister von Hataka, werde von meinem Amt zurücktreten. In den Jahren der Unterdrückung konnte ich kein guter Bürgermeister sein. Deshalb ernenne ich nun Jôô Takeno zum neuen Bürgermeister der Stadt Hataka!“
Alle freuten sich für ihn und er nahm an.
Nach einer großen Party, die bis in die späte Nacht hineinreichte, übernachteten Ginta, Ryoma und Oto noch einmal in der Stadt des Steins.
Am nächsten Tag verabschiedeten sich alle, und Ginta bekam ein Geschenk vom neuen Bürgermeister Jôô, es war ein Smaragd, der ihn und auch die anderen auf seiner Reise beschützen sollte.
Nun ging die Reise weiter, und Ginta, Oto und Ryoma zogen gutgelaunt weiter in Richtung Süd-Westen.
[Dieser Beitrag wurde am 16.06.2007 - 23:06 von kazenogaara aktualisiert]
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