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...   Erstellt am 06.02.2005 - 19:15Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hallo Forum,

Artikel stammt aus dem Freien Wort vom 27.01.2005
mfg
Norbert Schneider

KAPITAL ANDERS VERTEILEN
Wie ein Ingenieur den Wirtschaftskreislauf in der Region steuern würde




Adolf Holland-Cunz plädiert für eine Regionalwährung. - FOTO: HANDE



VIERNAU – Der pensionierte Ingenieur Adolf Holland-Cunz profiliert sich als Finanzökonom: Am Montag konnte der einstige Steinbach-Hallenberger CDU-Stadtrat seine Theorien rund um eine Regionalwährung und Geldwerttheorien dem Viernauer Gemeinderat vorstellen. Geld sei eigentlich ein Tauschmittel, dozierte Holland-Cunz vor der Kommunalvertretung. Doch leider werde zu viel Geld dem Wirtschaftskreislauf entzogen.
„Anders nachdenken über Geld“, war Holland-Cunz‘ Vortrag überschrieben. Mit dieser Meinung steht er nicht allein: Denn der Steinbach-Hallenberger ist Mitglied der Vereinigung „Christen für eine gerechte Wirtschaftsordnung“, die bei der ungleichmäßigen Kapitalverteilung ansetzt.

Holland-Cunz stellte die Funktion und die Auswirkung des Geldes als Tauschmittel in den Mittelpunkt seines Referats. Alternativ beschäftigte er sich auch mit der Einführung einer Regionalwährung. Besonders erfreut war er darüber, dass ihn erstmals ein Gemeinderat zu diesem Thema eingeladen hatte.

Wenn etwa 90 Prozent des Geldes auf der Welt für Spekulationen und Geschäfte an der Börse und auf anderen Finanzmärkten entzogen werden, dann fehle es dem normalen Wirtschaftskreislauf, so Holland-Cunz. Ein anderes Manko des Geldes sei das Geschäft mit den Zinsen. Diese bewirkten eine Umverteilung von Arm zu Reich, von Schuldnern zu den Geldbesitzern hin, meint Holland-Cunz.

Andererseits werden mit Aussicht auf hohen Zinsgewinn auch Risikogeschäfte getätigt. Der Landkreis musste vor einigen Jahren in Schmalkalden mit den verschwundenen Krankenhaus-Millionen bitteres Lehrgeld bezahlen, nannte der Christdemokrat ein Beispiel für das spekulative Geschäft mit dem Geld. Für die Unternehmen seien die Zinsen dagegen eine Belastung, die sie nur an die Kunden weiterreichen können.

Somit bezahlen alle Verbraucher mit den gekauften Waren und Leistungen die Zinsen der Wirtschaft. Mittlerweile wendeten die Deutschen im Jahr 2001 rund 382 Milliarden Euro nur für Zinszahlungen auf. Das entsprach einem Betrag von knapp 7500 Euro pro Einwohner. Merkwürdig sei nur, so Holland-Cunz weiter, dass die Politiker zum Beispiel immer wieder vom Senken der Lohnnebenkosten sprechen, aber nie vom Senken der Kapitalkosten – also auch den Zinsen – reden. Es gebe genug Beispiele, wo Betriebe keine Kredite bekommen haben, die heute eigentlich noch am Markt sein könnten, warf Beigeordneter Rüdiger Henkel (CDU) ein. Demzufolge würden die Banken doch über die Wirtschaft bestimmen, lautete seine Überlegung.

Man könne die Schuld nicht allein bei den Banken oder Reichen sehen, sondern viel mehr darauf dringen, dass deren Geld wieder in Umlauf kommt, meinte Holland-Cunz. Das Geld würde investiert werden wollen und somit entstünden Angebote und Nachfragen mit neuen Arbeitsplätzen.

Alternativ zum Euro könne man auch eine Regionalwährung auf den Weg bringen, welche die Kaufkraft in der Region hält, wovon Unternehmen, Händler und Bürger direkt profitieren. So sei der Euro in Deutschland das gesetzliche Zahlungsmittel, aber andere Währungen seien deshalb trotzdem zulässig, klärte Holland-Cunz über einen weit verbreiteten Irrtum auf. Der Christdemokrat nannte für solche Regionalwährungen Beispiele aus Bayern und Berlin.

Dem „Konstruktionsfehler des Geldes“ und seinem Abfluss in nur wenige Hände sollte in Südthüringen eine Regionalwährung entgegengestellt werden, überlegte Adolf Holland-Cunz. Das könne nur ganz klein beginnen und müsse langsam mit der Wirtschaft, dem Handel und allen anderen Beteiligten zusammen wachsen. Wie eine solche Währung praktikabel gestartet werden müsste, welche Rückdeckung vorhanden sein muss und Ähnliches wollte der Viernauer Bürgermeister Manfred Hellmann (PDS) wissen. Wenn eine Kommune die Gelder für die Vereinsförderung – ganz oder teilweise – in einer Regionalwährung auszahlen würde, dann bliebe das Geld auch vor Ort, bezeichnete Holland-Cunz eine Möglichkeit. Denn diese Währung wird dann nur in der Region ausgegeben und fließt wieder in den hiesigen Wirtschaftskreislauf ein. „Ich schränke den Kaufradius, aber nicht die Kaufkraft damit ein“ erklärte Holland-Cunz. Außerdem, so seine Theorie, bleibe in jedem Fall die Möglichkeit, dass die Regionalwährung wieder in Euro zurückgetauscht werden kann. Das Nachdenken über die Funktion und Verteilung des Geldes lohne sich allemal, befand Manfred Hellmann, zumal damit die heimische Region gestärkt werden kann. (eh)






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