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<LiteraTour>
unregistriert

...   Erstellt am 27.08.2008 - 15:21Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Berlin wird 1871 die deutsche Reichshauptstadt, die sich innerhalb weniger Jahrzehnte zu einer pulsierenden Metropole entwickelt

Kaffeehäuser werden künstlerische und politische Treffpunkte.

Die Widerspiegelung des sozialen Milieus gehört zur Tagesordnung.


Das romanische Cafe





Das Romanische Café war der berühmteste Treffpunkt der Literaten, Journalisten, Theater- und Filmleute im Berlin der Zwanziger Jahre. Es befand sich im Paterre eines Hauses im neoromanischen Stil vis-à-vis der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, dort, wo heute das Europa-Center steht.

In den zwanziger Jahren ging man ins Café, um zu sehen und gesehen zu werden, um einen Auftrag für ein Buch, einen Artikel oder ein Gemälde zu bekommen, um in der Zeitung zu lesen, was die Kritiker von einem hielten oder was es wieder ungeheuer Aufregendes auf der Welt gab.

Zuallerletzt ging man ins Café, um Kaffee zu trinken




Damals im Romanischen Cafe,
wir saßen stundenlang bei einem Glas Tee.
Beiden gings uns damals ziemlich schlecht,
wir lebten vom Pump, Kurt Weil und Bertolt Brecht.
Es schrieb an seinem Marmortisch
aus Prag der Egon Erwin Kisch.
Lasker spielte oben Schach,
die Monheim blieb verzweifelt wach.
Es klingt wie eine Sage
uralt vergangener Tage:
Damals im Romanischen Cafe!“

Chanson von Willi Kollo







Das romanische Cafehaus und seine Literaten

* Bertolt Brecht
* Otto Dix
* Alfred Döblin
* Hanns Eisler
* George Grosz
* Sylvia von Harden
* Mascha Kaléko
* Erich Kästner
* Alfred Kerr
* Irmgard Keun
* Hugo Lederer
* Else Lasker-Schüler
* Franz Pfemfert
* Erich Maria Remarque
* Joachim Ringelnatz
* Joseph Roth
* Ernst Toller
* Kurt Tucholsky
* Franz Werfel
* Billy Wilder



Ein Bild von Ury Lesser 1911 - Mädchen im romanischen Cafe und die Liste der Künstler
(Quelle Wikipedia)




Anne ...



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Registriert seit: 25.08.2008
Beiträge: 549
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...   Erstellt am 28.08.2008 - 08:03Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Cafe - Kultur
von Kurt Tucholsky

Heute ... ! Heute sind wir so weit gekommen, dass der Berliner, der abends zu Hause bleibt, nächstens noch polizeilich bestraft wird. Man geht aus. Und die Psychologie der Ausgeher ist merkwürdig und unverständlich, wie ihr ganzes Gehaben. Das Café, das immer phantastischere Namen bekommt – wir haben schon ein Luxus-Café –, wird von diesen Menschen wirklich als ein sympathischer Kulturträger der Moderne empfunden. Nicht wahr, da ist ein rauchiger Raum, mehr oder weniger bunt, denn auch das gute Kunstgewerbe hat sich der Cafés angenommen, und meist sind sie hübsch und aufdringlich eingerichtet, dicke Rauchschwaden ziehen durch die Luft, hinten schnarrt und quiekt eine Kapelle, es riecht nach Bier, Kaffee, Speisen und vielen menschlichen Parfums. Ich habe eine Menge Cafés gesehen, solche mit Brillantenschiebern und Kokotten und einem biederen Künstlerpublikum und solche mit ausschweifenden Bourgeois und mit Ladenjünglingen und ihren Verhältnissen ... Ich habe nie begreifen können, was die vor Langeweile glotzenden Besucher in diesen Räumlichkeiten wollten. Wahrscheinlich muß man einmal unter Menschen sein und sich den Wind der Großstadt um die Nase wehen lassen, und überhaupt etwas sehen, wofür der Berliner einen ungemein bezeichnenden Ausdruck geprägt hat: den Betrieb. Betrieb ist etwas Undefinierbares, erinnert leicht an das geschäftsmäßige Gebaren in einer Fabrik und faßt das Café wohl nicht zu Unrecht als Amüsier-Werkstatt auf. »Da ist ein mächtiger Betrieb« – das heißt: da gehen viele Leute hinein, kommen viele heraus. Das Ganze ist etwas lärmend, laut, knallig und durchaus nicht sehr wohlfeil. Die Caféhausbesitzer plakatieren geradezu: »Stimmung! Humor! Betrieb!« Es ist verwunderlich, woher sie das vorher so genau wissen. Sie wissens, weil der Berliner, gehorsam, wie er ist, sich sogar seine inneren Gefühle oder das, was er dafür hält, durch ein Reklameschlagwort oktroyieren läßt.

Quelle und mehr Glossen und Essays von Kurt Tucholsky




Angela ...



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Status: Offline
Registriert seit: 01.01.2008
Beiträge: 541
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...   Erstellt am 28.08.2008 - 08:19Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Berlin war die einzige Stadt in Europa, die im 18. und 20. Jahrhundert eine staatliche Kaffeerösterei hatte.
Die erste gehörte dem Preußenkönig Friedrich dem Großen. Er liebte den Kaffee leidenschaftlich und statt Zucker verfeinerte er ihn mit zerkrümelten Pfefferkörnern.
Mit Pfeffer gewürzter Espresso ist heute der absolute Renner an so manchen Kaffeetheken.





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