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Joe 



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Status: Offline
Registriert seit: 14.02.2008
Beiträge: 27
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...   Erstellt am 14.02.2008 - 20:09Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Name:
Joe Tailor. Von Freunden und Bekannten kurz und bündig Joe gerufen.

Alter:
27

Beruf:
Er arbeitet als „Mann für alle Fälle auf Deirdres Schaffarm, nachdem er seiner Heimatstadt Inverness und seinem Hof in der Nähe von Inverness den Rücken gekehrt hatte.

Familie:
Eltern:
Paul Tailor, verstorben im Alter von 57 Jahren bei einem Verkehrsunfall
Maggie Tailor, geb. Miller, verstorben im Alter von 52 Jahren bei einem Verkehrsunfall

Ehefrau:
Violett Tailor, geb Bettany, verstorben im Alter von 24 Jahren, nach dreimonatigem Koma


Aussehen und Erscheinung:

Nett, wäre wohl das erste, was einem einfällt, wenn man sich Joe einmal genauer betrachtet. Ja nett, trifft es vielleicht ganz gut. Er ist nicht übermäßig hübsch, aber durchaus als relativ gutaussehend zu beschreiben. Mit 1,85m ist er durchschnittlich groß geraten und durch die immer recht harte Arbeit auf der damaligen Farm und in der Lagerhalle, hat er sich eine sehnige, leicht muskulöse Statur antrainiert.
Seine braunen kurzen Haare wuchern geradezu auf seinem Kopf und seine dichten Brauen umrahmen seine dunklen Augen, die seit längerem schon tiefe Schatten aufweisen und lange nicht mehr so strahlen, wie sie es einst getan haben. Einen, vielleicht von manchen Menschen als ungepflegt bezeichneten Bart umgibt seinen Mund, durch den er sich in letzter Zeit immer öfter mit den Fingern fährt. Sein Kleidungsstil ist eher unauffällig. Im Sommer trägt er Jeans und T-Shirt, im Winter auch mal weiche Hemden, alles was praktisch ist und die Stange für billiges Geld hergibt. Ganz gegen die momentane Mode hat Joe keinerlei Tätowierungen oder Silberschmuck in und an ungewöhnlichen Stellen seines Körpers aufzuweisen. Einzig und allein seinen schlichten Ehering trägt er immer noch an seinem Ringfinger und weist daraufhin, dass er den Tod seiner Frau noch nicht überwunden hat.


Charakter:

Freundlich wäre eine weitere Eigenschaft, die man mit Joe verbinden würde. Freundlich, zuvorkommend, zwar etwas zurückhaltend und alles andere darauf erpicht, als im Mittelpunkt zu stehen, geht er eher souverän seinen eigenen Weg und lässt sich von niemandem in sein Leben pfuschen. Vielleicht liegt es an seiner Herkunft. Außerhalb von Inverness wuchs er auf der Farm seiner Eltern auf, die sich unter der ökologischen Landwirtschaft verschrieben hatten. Das Leben verlief dort immer in geordneten Bahnen und Joe wurde von seinen Eltern gewissenhaft und vor allem tugendhaft erzogen. Er half auf der Farm, machte Besorgungen und setzte sich für viele Menschen und Dinge ein, die ihm wichtig waren. In Inverness war er demnach sehr beliebt, wenn auch nicht heiß begehrt, wie etwa die Sportler an seiner Schule. Er galt wie gesagt als freundlich und neigte eigentlich nie zu irgendwelchen Gewalt- oder Emotionsausbrüchen. Selbst als seine Eltern vor 5 Jahren bei einem tragischen Verkehrsunfall starben, war er gefasst und tröstete die engsten Verwandten, sowie seine Frau. Er selbst vergoss keine Tränen in der Öffentlichkeit, wohl aber als er später allein zuhause war und sich der Tatsache bewusst wurde, dass seine Eltern mit einer schmerzlichen Endgültigkeit aus seinem Leben geschieden waren.
Auch nach dem Tod seiner Frau verhielt es sich ähnlich und er litt nur still in sich hinein. Die Leute fingen an zu reden und machten sich Sorgen um den jungen Mann, der sich verschloss und der seine Farm verlor und schließlich quasi aus der Stadt flüchtete. Allerdings war er auch in der neuen Stadt Wishaw immer noch der freundliche hilfsbereite Kerl, der sich oft mehr auflud, nur um anderen einen Gefallen zu tun, doch er wurde schweigsamer, lachte weniger und wirkte oft abwesend. Wenn man genau hinsah, erkannte man die Ränder unter seinen Augen, die davon zeugten, dass er nicht viel Schlaf fand. Wenig Schlaf, dafür Alkohol, den er sich manchmal in großen Mengen verabreichte. Er würde niemals in eine der öffentlichen Pubs gehen und sich dort die Blöße geben und sich vor der versammelten Dorfgemeinde betrinken. Auch das erledigte er im stillen Kämmerlein. Am Tag darauf ging er allerdings wieder pünktlich seiner Arbeit nach und arbeitete gewissenhaft seine Stunden herunter. Vielleicht gehörte es zu seiner Trauerarbeit. Er brauchte das betäubende Gefühl des Alkohols und die Verausgabung über den Tag, welche die Arbeit auf Deirdres Schafsfarm verlangte.

Hobbies
Viele Hobbies bleiben Joe eigentlich nicht, denn neben seinem Job auf der Farm muss er oft an seinem Haus herumschrauben, denn das alte Gemäuer braucht viel Pflege und fast ständig ist etwas daran zu reparieren, so gesehen könnte man es als eine Art Hobby bezeichnen. Er kümmert sich um seinen Hund Sully und tollt mit ihm des öfteren im Garten vor dem Haus herum und er liest, wenn er denn dazu kommt, mal ein gutes Buch. Wenn die Zeit es zulässt joggt er auch mal durch die Stadt, um die störenden Gedanken loszuwerden.


Geschichte:
Joe wurde Zuhause auf der Farm seiner Eltern geboren. Das nächste Krankenhaus war zu weit entfernt und Joe war bereits auf dem Weg, als die Hebamme hektisch an die Haustür klopfte.
Die Geburt ging schnell voran und war unkompliziert. Vielleicht prägte dies das spätere Leben von Joe, denn der Junge war und blieb einfach zu handhaben und ja, unkompliziert.
Er wuchs in der Idylle der Landschaft außerhalb von Inverness auf, in der sich einige Bauernhöfe und Schafsfarmen die Klinke in die Hand gaben.
Auch Joes Eltern gehörte eine Farm, die Gemüse anbaute und Joe half ganzjährig auf dem elterlichen Hof, so gut er konnte. Schule war für ihn demnach eine lästige Angelegenheit, die zwar erledigt werden musste, aber dennoch für ihn von keiner weiteren großen Bedeutung war. Das Leben verlief für Joe in geordneten Bahnen. Er machte seinen Abschluss und gehörte am Ende zum oberen Durchschnitt seines Jahrgangs. Er hätte durchaus auf ein College gehen können, doch er hatte Verpflichtungen. Seine Eltern ließen ihm zwar jeden Freiraum und hätten es auch völlig verstanden, wenn ihr Sohn sich entschieden hätte auf ein College zu wechseln, doch Joe hielt es für besser seinen Eltern auf der Farm zu helfen. So verlief sein Leben und man könnte es als wirklich unspektakulär bezeichnen. Seine noch damalige Freundin Violett, lernte er auf der Schule kennen. Sie selbst war die Tochter von Farmern und hatte ebenfalls nicht vor, aus der Gegend um Inverness auszureisen um vielleicht etwas mehr von Schottland oder gar der Welt zu sehen, als Gemüse und Schafherden. Nein, Joe und Violett waren sich darüber einig, einmal den Hof von Joes Eltern zu übernehmen.
Viel zu früh sollte dies schon bald der Fall werden.

Als Joe 22 wurde, hatten er und Violett bereits geheiratet und wohnten in einem angrenzenden kleinen Häuschen auf der Farm von Joes Eltern. Die Hochzeit war schön und schlicht verlaufen. Die Gemeinde versammelte sich in der Dorfkirche, es wurde gesungen, gelacht, als Joe sein Gelübde vergaß und nach seinem Zettel kramte und es wurde geweint, als er die Braut küssen durfte. Danach ging es in kurze Flitterwochen nach Glasgow, Sightseeing und Seele baumeln lassen. Es war das erste und einzige Mal, das beide aus der Vorstadtidylle herauskamen und für beide reichte diese kurze kleine Flucht vor dem Alltag völlig.
Nun lebten sie bereits auf der Farm, alles lief wie es laufen sollte, als irgendwann das Telefon klingelte.
Man erzählte am anderen Ende betroffen von einem Auffahrunfall auf Schnellstraße nach Inverness und Joes Eltern seien unter den Opfern.
Der größere Unfall stand in der Zeitung und wurde auch kurz in den Sieben Uhr Nachrichten des kleinen Radiosenders erwähnt und mit tiefer Trauer nahm die Gemeinde Abschied. Joes Eltern waren auf einer Messe über Agrarwirtschaft gewesen und befanden sich auf der Heimfahrt, als sich der Unfall ereignete. Joe zeigte kaum eine emotionale Regung. Er bot Freunden und Verwandten seine Hilfe an, falls jemand etwas benötigte und hielt seine Frau eine Woche lang in den Armen, die mehr zu leiden schien, als der eigentliche Sohn. Doch Joe litt. Er litt anders, aber er empfand durchaus einen unbändigen Schmerz, den er nur nach Außen kehrte, wenn er wirklich sicher war, das niemand zugegen war. Allein Violett sah ihn einmal hinter der Scheune hocken, den Kopf in beide Hände gestützt und der Oberkörper wippte leicht vor und zurück. Sie sagte kein Wort, sondern strich ihm nur sanft über das braune Haar und ließ ihn seinen Kopf ihn ihren Schoß legen. Er sprach diesen Vorfall niemals wieder an, sie verstanden sich auch so.
Aber auch Trauer versiegt irgendwann einmal, zwar nicht vollständig, aber man ist irgendwann wieder bereit, das Leben so anzupacken, dass es wieder in geordneten Bahnen laufen kann.
Joe und Violett hatten nun viel früher die Aufgabe, die Farm zu verwalten und da beide schon lange mit der Arbeit und dem Tagesablauf vertraut waren, hatten sie keine größeren Probleme. Sie konnten nun auch an sich selbst denken und das Leben so planen, dass alles hineinpasste. Man schaffte sich einen Hund an, einen großen schwarzen Mischling, der herzensgut war und nur durch seine Größe beeindrucken konnte, aber im Grunde nicht wusste wozu er eigentlich seine Zähne besaß und man dachte über Kinder nach.
Violett wurde im Herbst des nächstes Jahres schwanger. Es wurden Vorkehrungen getroffen, eine Hebamme gefunden, die regelmäßig nach dem rechten sah und Violett richtete ein Kinderzimmer ein, während Joe härter auf der Farm arbeitete und darüber nachdachte eine Zweitkraft einzustellen.

Vielleicht war es Schicksal, vielleicht wollte irgendjemand da oben nicht, dass das Leben so weiterging, denn eines Tages klingelte wieder das Telefon. Violett war mit einer Freundin nach Inverness gefahren um Babykleidung und neue Umstandsmode zu kaufen, denn ihr Bauch wuchs stetig.
Am anderen Ende sprach erneut eine betroffenen Stimme und Joe sackte bei den Worten an der Wand herunter, weil ihm schwarz vor Augen wurde. Violett hatte mit ihrer Freundin zusammen die Straße überquert, als es einen Unfall gab und sie von einem Bauelement, das auf dem Lastwagen lag, der in den Unfall verwickelt war. Die Ärzte hatten keine große Hoffnung auf Genesung, da ihre Kopfverletzungen schwerwiegend waren und man vermutete, sie würde ein Pflegefall bleiben, vorrausgesetzt sie würde wieder aus dem Koma erwachen.
Doch Violett wachte nicht auf. Sie starb drei Monate nach ihrem Unfall, im Alter von 24 Jahren, das Ungeborene hatte sie bei ihrem Unfall verloren, es wäre ein Junge geworden.
Wieder durchlitt Joe die gleichen Höllenqualen wie beim Tod seiner Eltern, doch diesmal war der Schmerz schlimmer und ihn überrollte eine Hilflosigkeit und Taubheit, dass er unfähig war, so weiter zu machen wie bisher. Er zeigte weiterhin keinen großen Schmerz nach außen hin und versuchte weiterzumachen wie bisher. Doch der Tod seiner Frau, die so lange seine Partnerin war, dass er nicht mehr wusste, was er ohne seine bessere Hälfte hätte tun sollen, hatten ihn schwerer getroffen als erwartet und er wusste sich nicht mehr zu helfen. Irgendwann fiel ihm eine Flasche braunen Whiskey in die Hände und er trank sie langsam aber stetig in einer Nacht aus, während Sully zu seinen Füßen lag und sich von ihm kraulen ließ.
Es wurde zu einem allabendlichen Ritual und irgendwann fing seine Arbeit auf der Farm an darunter zu leiden. Er machte die ersten Verluste, Schulden fielen an und bald musste er feststellen diverse Rechnungen nicht mehr bezahlen zu können.

Im Frühjahr verlor er seinen Hof. Man verabschiedete sich unter Tränen von Joe, als dieser seinen Pick-Up belud und Sully auf den Beifahrersitz springen ließ. Man sagte ihm er sei jederzeit willkommen und er solle es sich noch mal überlegen. Doch Joe konnte nicht mehr bleiben, sie erinnerte ihn zu sehr an all dass, was er verloren hatte und er konnte nicht mehr auf dieser Farm leben, in dieser Stadt, in der er drei Familienmitglieder begraben hatte.
Er durchquerte für mehrere Wochen das vereinigte Königreich, hielt hier und da, besah sich Dinge und Orte, die er schon immer mal besuchen wollte, trank, lernte Frauen kennen, die er abwies, sobald sie ihn einmal zu viel anlächelten und fuhr weiter. Irgendwann landete er in einer Kleinstadt namens Wishaw, in der Nähe von Glasgow. Warum er ausgerechnet hier sein Ziel seiner Reise fand bleibt dahingestellt, fest stand nur, er wollte nicht mehr weiterfahren. Er kaufte sich ein kleines marodes Häuschen in einer ruhigen Straße und fand einen Job, ironischerweise auf einer Schafsfar, die von einer jungen Frau namens Deirdre geführt wurde und ebenfalls nicht aus der Gegend stammte. Er übernahm die handwerklichen Tätigkeiten, half auch bei der Versorgung der Tiere und versuchte wieder etwas Normalität in sein Leben zu bringen. Er begann regelmäßig zu joggen, arbeitete bis tief in die Nacht an seinem Haus, das immer wieder diverse Schäden aufwies und trank weiterhin kleine Rationen Whisky, die er mittlerweile schon regelmäßig zu brauchen schien.
Er hatte wieder irgendwie ins Leben gefunden. Ohne Violett. Es tat immer noch weh, höllisch sogar und in manchen Nächten dachte er, es würde ihn innerlich zerreißen. Aber so war das Leben, es war sein Schicksal und es musste weitergehen. Irgendwie ging es immer weiter...

[Dieser Beitrag wurde am 17.02.2008 - 20:44 von Joe aktualisiert]





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