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Athene ![]() Registriertes Mitglied ![]() Status: Offline Registriert seit: 14.07.2006 Beiträge: 122 Nachricht senden |
Und ich sah ein Weib sitzen auf einem scharlachfarbenen Tier und hatte sieben Häupter und zehn Hörner Offenbarung 17/3 „Kannst du hören, was sie reden?“ Jennifer zupft heftig an Doro`s Bluse. Doro drückt ihr Ohr eng an das Holz der großen Flügeltür, die von der Diele ins Wohnzimmer führt. „Pscht, wenn du immer wieder dazwischen quasselst, kann ich überhaupt nichts verstehen. Jetzt halt doch endlich die Klappe. Himmelarsch! Hör auf, mir so ins Ohr zu schnaufen, ich werd ja noch taub!“ Drinnen im Zimmer sind zwei der merkwürdigen Gäste, die Abend für Abend im Keller der Villa bewirtet werden. Schon zwei Stunden lang wird diskutiert, gestritten, aber auch geflüstert und gelacht. Richard hat bereits die zweite Flasche Wein aus der Küche geholt, die Mädchen konnten sich gerade noch rechtzeitig hinter dem großen Dielenschrank verstecken. Fünf Wochen leben sie jetzt zusammen mit der Familie. Die Arbeit ist wirklich nicht allzu schwer, Maren ist ein liebes, kleines Mädchen, Jennifer und Doro mögen sie sehr. Richard ist oft zu Hause. Mindestens dreimal in der Woche werden die „Schulstunden“ abgehalten. Englische und französische Redewendungen werden auswendig gelernt, so lange wiederholt, bis die beiden Mädchen alles fehlerfrei aussprechen können. Richard fragt sie auch aus, was es Neues in Politik und Wirtschaft gibt. Die Tageszeitung ist Pflichtlektüre. „Und, jetzt sag doch schon, von was reden die denn die ganze Zeit?“ quengelt Jennifer. „Ich kann auch nicht alles verstehen, aber irgendwie geht es um frisches Fleisch. Der große Blonde hat gesagt, wenn er nicht bald frisches Fleisch bekommt, sucht er sich einen anderen Laden. Er hätte es satt, jeden Monat einen Haufen Geld zu bezahlen und trotzdem immer wieder die alten Buletten vorgesetzt zu bekommen. Er kann es nicht leiden, wenn die Ware nicht mehr reagiert, da könne er doch gleich eine Leiche nehmen. Verstehst Du das? Svetlana hat gemeint, er müsse noch Geduld haben, die Küken wären noch nicht soweit, es sei aber alles in Vorbereitung. Wo haben Richard und Svetlana denn einen Laden? Oder Küken? Hier ist doch kein Bauernhof?“ Jennifer schüttelt den Kopf. Das Ganze ist ihr unheimlich. „Komm, lass uns verschwinden, wenn uns die Svetlana erwischt, ist der Teufel los.“ Jennifer und Doro schleichen sich leise auf ihre Zimmer, gehen ins Bett. Heute ist eine ruhige Nacht. Keine Autos, keine weiteren Gäste, alles ist friedlich und still. Auch die Katzen schlafen, obwohl der Mond dick und rund am Himmel steht. Svetlana ist schon auf, als die beiden Mädchen am anderen Morgen mit Maren im Schlepptau am Frühstückstisch erscheinen. Jennifer setzt die Kleine in ihren Kinderstuhl, bindet ihr ein Lätzchen um. Doro schüttet Cornflakes in eine kleine Schüssel, legt ein paar Erdbeeren oben drauf, begießt das Ganze mit frischer Milch. Die Zwillinge sind schon fertig mit dem Frühstück, albern herum, warten auf den Schulbus. Während Maren ihre Flakes löffelt, lächelt Svetlana Jennifer und Doro an und sagt: „ihr habe euch wirklich prima eingelebt. Wir sind sehr zufrieden mit euch. Ich glaube, ihr habt eine Belohnung verdient. Richard ist auch der Meinung, dass ihr Mädchen jetzt noch Tanzen lernen solltet, schließlich sollen ja perfekte, kleine Damen aus euch werden. Na, würde euch das Spaß machen?“ „Tanzen?“ fragt Jennifer: „Tanzen? So wie in der Disco oder so richtig, wie die ganzen alten Leute tanzen?“ „Ja, so ähnlich. Eine Freundin von mir, die Beate, ist Tanzlehrerin, sie würde zweimal in der Woche kommen und euch so ein paar Grundkenntnisse beibringen. Natürlich kaufe ich euch auch richtige Trikots. Ihr werdet schon sehen, das macht Spaß. Ich habe früher leidenschaftlich gerne getanzt, aber jetzt?“ Mit einer etwas hilflosen Gebärde zeigt sie auf ihren Körper und den Rollstuhl, schüttelt den Kopf. „Ria kommt heute Nachmittag, fährt mit euch in die Stadt zum Einkaufen. Doro, für dich habe ich einen Termin beim Hautarzt ausgemacht, deine Pickel sehen fürchterlich aus. Iss nicht soviel Süßigkeiten, das schadet deiner Haut.“ Doro schämt sich plötzlich. Warum kann sie nicht so eine glatte Haut haben wie Jennifer? Überall auf ihrer Stirn und am Kinn tummeln sich dicke Eiterpickel, die Mitesser auf der Nase hat sie heute morgen versucht auszudrücken, die Nase ist rot und geschwollen. Jennifer hat nie einen Pickel, sieht immer frisch und sauber aus. Eine Träne kullert aus ihren Augen. „Nun flenn nicht, der Arzt wird das schon wieder hinkriegen“ versucht Jennifer zu trösten, sie erntet aber nur einen giftigen Blick. Am Nachmittag, Maren hält ihr Mittagsschläfchen, hupt es draußen. Ria ist da, um die Mädchen abzuholen. Doro hat immer noch ihre griesgrämige Miene, Jennifer ist aufgeregt und freut sich aufs Einkaufen. Svetlana drückt den beiden Mädchen noch je zwanzig Euro in die Hand und meint: „Kauft euch noch was Schönes, alles andere erledigt Ria.“ Im Auto schaut Ria die Mädchen prüfend an: „Na, ihr zwei Ausreißer, geht es euch auch gut? Fühlt ihr euch wohl? Kommt ihr klar mit der Arbeit?“ Etwas zögerlich fügt sie an: „ihr würdet es mir doch sagen, wenn irgendwas nicht in Ordnung ist, oder?“ „Was meinst du?“ fragt Jennifer. „Nur so, mache mir halt manchmal ein wenig Sorgen um euch. So alleine und weg von zuhause. Ach Quatsch, es geht euch gut, ich sehe es doch. Manchmal bin ich halt eine sentimentale alte Kuh, nehmt mich nicht so ernst.“ Der Einkaufsbummel macht riesigen Spaß. Die Trikots sind bald gekauft, Doro geht zum Hautarzt, Jennifer und Ria stöbern zwischenzeitlich durch die Kosmetik-Abteilung des großen Kaufhauses, kaufen ein paar Kleinigkeiten. Jennifer möchte noch in die Spielwarenabteilung. „ich will für Maren so eine kleine Plüschkatze kaufen. Sie mag sie so gerne. Manchmal, wenn die Katzen nachts weinen, will sie immer aufstehen, raus gehen, die kleinen Katzen suchen. Aber wir dürfen nachts ja nicht raus.“ Ria schaut Jennifer erstaunt an: „Was für Katzen denn? Im Haus sind gar keine Katzen. Sven und Torge haben doch eine Allergie gegen Katzenhaare. Bist du sicher, dass ihr das nicht geträumt habt?“ Jennifer überlegt:“ Es sind bestimmt Katzen. Vielleicht wohnen sie in der Nachbarschaft. Aber in manchen Nächten hört man sie weinen. Richard hat uns gesagt, es wären Katzen, die den Mond ansingen, dann wird es doch stimmen, oder?“ Ria spürt, wie das Entsetzen über ihre Wirbelsäule kriecht. Nicht schon wieder. Um Himmels Willen, was hat sie diesen Mädchen nur angetan. Angst steigt in ihr hoch. Sie fühlt sich verantwortlich für Doro und Jennifer. Aber was kann sie schon tun? Irgendwie sind sie alle abhängig von Svetlana und Richard. Es wird schon nichts passieren, es sind doch noch Kinder. Es wird schon alles gut gehen. „Jennifer, wenn du Sorgen hast, du weißt ja, du kannst mich immer anrufen. Wenn ich kann, helfe ich gerne. Versprichst du mir das?“ „Ja, Mama, mache ich.“ Jennifer lacht Ria aus: „du bist ja eine richtige Glucke. Es geht uns prima, mach dir bloß keine Sorgen.“ Nach einer knappen Stunde ist Doro wieder bei ihnen, rot im Gesicht, aber sie lächelt wieder. „Ich habe ein Rezept, das müssen wir noch in der Apotheke holen. Jede Menge Salbe, Gesichtswässerchen, Tabletten. Dr. Münch meint, wenn ich mein Gesicht sorgfältig und regelmäßig bearbeite, sind die Pickel bald verschwunden.“ „So sei es“, lacht Ria „ die meisten von uns müssen da durch, es gibt nicht so viele Glückskinder wie unsere Jennifer, die immer aussieht wie ein Kullerpfirsich.“ Die drei gehen noch zum Italiener und trinken einen Cappuccino. Kuchen will keine, die Mahnungen des Hautarztes sind noch zu frisch in Doro, Jennifer und Ria verzichten auch, sie wollen es Doro leichter machen. Die Tanzstunden sind kein Vergnügen. Schwitzend und keuchend müssen die Mädchen unter Beates Anweisungen die schwierigsten Übungen stundenlang wiederholen, bis sie atemlos und erschöpft auf dem Boden liegen bleiben. Jeder Muskel schmerzt, aber Beate hat kein Erbarmen. Svetlana schaut manchmal zu. Wenn die Mädchen jammern, zieht sie nur die Augenbrauen auf die für sie ganz typische Art in die Höhe und meint: „Stellt euch nicht so an, ich wäre froh, ich könnte mich noch so bewegen. Doro, du hast doch bestimmt schon fünf Kilo abgenommen, das steht dir gut. Jennifer, du siehst aus wie eine kleine, geschmeidige Katze, gefällt mir sehr gut.“ Als Jennifer das Wort Katze hört, zuckt sie zusammen, lässt sich aber nichts anmerken. Aber im Kopf hört sie wieder das Weinen der Katzen. Auf eine unbestimmte Art fühlt sie eine ganz seltsame Angst. Und überhaupt. Was ist das nur für eine komische Art zu tanzen. Es sind nicht die klassischen Tänze, die sie lernen. Es ist etwas fließendes, aufreizend Erotisches, wie sich die beiden Mädchen bewegen lernen. Jennifer erinnert sich an ihren Traum. Genauso hat sie in diesem Ballsaal getanzt, alleine, selbstvergessen, in einer anderen Welt. Sie erinnert sich auch an die Blicke dieses Geistlichen in ihrem Traum, die gierig und fordernd über ihren Körper streiften. Sie ist nicht dumm, sie weiß, dass mit diesem Tanzen noch etwas Anderes verbunden ist. Sie genießt das Gefühl, schön und begehrenswert zu sein, etwas animalisch Wildes steigt in ihren Blick, das so gar nicht in dieses Kindergesicht zu passen scheint. Richard beobachtet das Geschehen heimlich durch einen Spion in der Tür. Je mehr Zeit vergeht, desto zufriedener wird seine Miene. Er ist sicher, sein Plan wird gelingen, seine Kunden werden hoch zufrieden sein. Es ist Zeit. Zeit, um noch einen Schritt weiter zu gehen. Zuviel hat er schon investiert, Zeit, Geld, Energie, jetzt sollte sich seine Investition amortisieren, jetzt würde er sich zurückholen, was er die letzten Monate ausgegeben hat. Ja, und noch viel mehr. Teuer sollen sie bezahlen, diese alten, geilen Böcke, sehr teuer, schließlich liefert er 1 A Ware. Ja, jetzt ist es Zeit. Zufrieden mit sich selbst geht er in sein Büro, um den großen Abend im Detail zu planen. Es ist ein Samstag, der alles verändern sollte. Es ist wie jeden Samstag, die Familie sitzt gemeinsam am Tisch zum Mittagessen. Jennifer und Doro kümmern sich um Maren, die Buben albern mit Richard herum. „Ach Jennifer, an dich habe ich eine Bitte. Heute Abend feiern wir eine Party. Es kommen viele Gäste, wichtige Gäste. Ich möchte, dass du ein wenig für uns tanzt. Du machst das so gut, das wäre für unsere Gäste ein richtiges Highlight, dich tanzen zu sehen. Willst du das für uns machen? Willst du mir diesen Gefallen tun?“ Richard schaut Jennifer tief in die Augen. Doro platzt heraus: „Und ich, darf ich auch tanzen? Ich kann genauso gut tanzen wie Jennifer, ich will das auch machen.“ „Ein anderes Mal, Doro. Die Bühne unten im Keller ist nicht groß genug für zwei Tänzerinnen, da tretet ihr euch nur gegenseitig auf die Füße. Das nächste Mal darfst du dann für uns tanzen, ich verspreche es dir. Aber heute möchte ich gerne, dass Jennifer für uns tanzt.“ „Immer Jennifer, immer wird sie mir vorgezogen. Meine Pickel sind doch fast weg, ach Richard, lass mich doch heute für euch tanzen.“ „Schluss, heute ist Jennifer dran. Du kümmerst dich um Maren. Ich will jetzt nichts mehr hören.“ Jennifer fühlt eine riesige Freude. Endlich darf sie auch mal zeigen, was sie kann. Und sie darf in diesen geheimnisvollen Keller. Am liebsten hätte sie Doro jetzt die Zunge heraus gestreckt. Ich bin ja auch viel hübscher als Doro, bin viel schlanker und zierlicher als sie, das Trikot sieht an mir auch viel besser aus. Kein Wunder, dass sie lieber mich wollen als Doro. Ihre Gedanken schlagen Purzelbäume. Ach herrje, ist das aufregend. Sie bringt keinen Bissen mehr hinunter, trinkt schnell ihren Kaffee und den Orangensaft. Svetlana schaltet sich ein: „Doro, du kannst mit Maren heute ein wenig spazieren gehen. Vielleicht auf den Abenteuer-Spielplatz. Sven und Torge können auch mit. Und du, Jennifer, gehst jetzt unter die Dusche, wäschst dir die Haare und kommst dann zu mir ins Zimmer, wir müssen noch einiges vorbereiten.“ Doro mault immer noch vor sich hin, holt aber dann gehorsam Maren aus ihrem Kinderstuhl, will mit ihr nach Oben, um sie fertig anzuziehen für den Spielplatz. „Will auch tanzen, Papa. Maren will tanzen, genau wie Jennifer.“ Maren zappelt beim Hinausgehen auf Doros Arm. Richard lacht seine Tochter an, gibt ihr einen Kuss: „Da musst du aber noch tüchtig essen, bis du so tanzen kannst wie Jennifer. Doro kann ja schon mal ein wenig mit dir üben.“ Als die Kinder mit Doro das Haus verlassen haben, ist Jennifer fertig mit Duschen und geht zu Svetlana. Oft war sie noch nicht in diesem Zimmer. Wie immer schaut sie sich erst mal staunend um. Ein riesiges Bett mit einem großen Baldachin aus weißer Spitze nimmt die eine Ecke des Zimmers ein. Viele Blumen, ein Schminktisch, auf dem nichts zu fehlen scheint. Viel Platz zwischen den einzelnen Möbelstücken für den Rollstuhl. Ein begehbarer Kleiderschrank, ein Bad mit einer riesigen Eckbadewanne. Ein kleiner Lift, der Svetlana das Einsteigen in die Wanne erleichtert. An der Seite eine Massageliege, bezogen mit einem dicken, flauschigen Handtuch. Täglich kommt ein Masseur und Krankengymnast, der auf dieser Liege mit Svetlana arbeitet, um ihre Muskeln und Gelenke länger beweglich zu halten. „So, mein Liebchen, jetzt zieh mal Deinen Bademantel aus, damit ich dich richtig ansehen kann.“ Etwas beschämt steht Jennifer nackt vor Svetlana. „ Du bist wirklich sehr zierlich, dein Busen klein und fest. Sehr gut. Lass mal sehen, wachsen dir schon überall die Haare? Nimm mal die Arme in die Höhe. Ja, so ist es gut. Na ja, ein paar sind schon da. Das werden wir alles abrasieren müssen. Auch da unten.“ Sie deutet mit dem Finger auf Jennifers Scham. Diese wird ganz rot im Gesicht, fängt an zu stottern: „aber warum denn rasieren. Es sind doch gar nicht so viele Haare. Jetzt habe ich endlich ein paar, jetzt willst du sie mir abrasieren?“ „Jennifer, wenn du tanzt, wirst du schwitzen. Der Schweiß sammelt sich überall in den Haaren, fängt bald an, unangenehm zu riechen. Du willst doch nicht auf der Bühne stehen und stinken?“ „Nein, nein, wenn du meinst, dann müssen wir sie eben abrasieren.“ „Ich bin auch ganz vorsichtig, du wirst sehen, es tut überhaupt nicht weh.“ Zuerst werden die Achselhaare rasiert. Jennifer muss lachen, es kitzelt ein wenig. Dann muss sie die Beine spreizen. Ganz vorsichtig schäumt Svetlana den Schambereich ein, rasiert vorsichtig die Haare von den Schamlippen. „Jetzt bist du glatt wie ein Baby-Popo.“ Svetlanas Stimme ist einen Ton dunkler geworden, ihr Atem geht etwas schneller, als ihre Hand über den Venushügel und die Scheide streicht. „Bist du eigentlich noch Jungfrau, Jennifer?“ „Ich, ähm, ja, ich denke schon, dass ich noch Jungfrau bin.“ „Hast Du schon mal mit einem Mann geschlafen?“ „Nein, nicht richtig, nur so ein wenig rumgespielt.“ „Jennifer, darf ich mal nachschauen?“ Jennifer ist entsetzt, als Svetlanas Finger sanft in ihre Scheide eindringt. Vorsichtig bewegt sie ihren Finger hin und her. Jennifer wird heiß und kalt, ein bekanntes und gleichzeitig fremdes Gefühl durchströmt ihren Unterleib. Es ist nicht unangenehm, ganz und gar nicht. Überhaupt nicht. „Entspann dich, bleib ganz ruhig liegen, ich will dir nicht wehtun.“ Svetlana atmet heftig, zieht schließlich ihren Finger heraus, wischt ihn am Handtuch ab. „Alles ok, du bist noch Jungfrau.“ „Ist das so wichtig? Beim Tanzen?“ „Ja, Schäfchen, das ist sehr wichtig. Du wirst schon sehen. Und sprich mit niemandem darüber, was wir eben gemacht haben, auch nicht zu Doro, versprichst du mir das? Jetzt geh auf dein Zimmer und schlaf noch ein wenig, der Abend wird lang, du wirst alle Kräfte brauchen. So gegen sieben kommst du wieder zu mir, dann helfe ich dir beim Anziehen.“ Der Nachmittag ist endlos lange. Jennifer schläft eine Weile, hört Musik an, lackiert sich noch die Nägel, zupft an ihren Locken herum, ist überaus nervös. Als Doro mit den Kindern vom Spielplatz kommt, Maren gebadet ist, wird Jennifer ruhiger. Wenn nur Doro aufhören würde zu maulen. „Immer bist du die Erste, niemals komme ich irgendwo als Erste dran. Immer du, immer du. So langsam habe ich es satt. Nächste Woche will ich tanzen, ich habe Richard sagen hören, es finden jetzt jeden Samstag Partys statt. Ich tanze doch genauso gut wie du, nicht wahr Jennifer, das ist doch so, oder?“ Doro lässt sich kaum beruhigen. Erst als Jennifer ihr mindestens zehnmal bestätigt, dass sie eine Super-Tänzerin ist, kann sie sich so langsam beruhigen. „Aber du erzählst mir morgen ganz genau, wie es war, Ich will alles wissen, jede klitzekleine Kleinigkeit. Schau dich genau um, schau, was das für Gäste sind, was sie essen und trinken, was sie anhaben und was sie sagen. Was für Musik gespielt wird, wie lange sie bleiben, einfach alles. Und pass auf, meinst du, die nehmen was? Habe schon oft gehört, dass auf diesen Partys gekokst wird. Geraucht wird bestimmt was. Ach, ich würde so gerne mit dir tauschen. Ich glaube, ich kann die ganze Nacht nicht schlafen.“ Jennifer weiß nicht was sie antworten soll. Vor dem Tanzen hat sie keine Angst, aber ganz tief drinnen weiß sie auch, dass nach dem Tanzen noch etwas Anderes auf sie wartet. Etwas Schönes, etwas Schreckliches, etwas Unbekanntes, etwas, was Spannung in ihr erzeugt, aber auch Angst macht. Die Zeit schleicht quälend langsam, aber endlich ist es 19 Uhr. Doro bringt Maren zu Bett, Jennifer macht sich auf den Weg zu Svetlana. Diese hat ein Bad für Jennifer gerichtet. Kerzen brennen im ganzen Badezimmer, leise Musik kommt aus den Lautsprechern über der Tür. Als Jennifer genüsslich im Wasser liegt, kommt Svetlana mit einem Glas Orangensaft. „Ich habe dir einen Spritzer Sekt dazu geschüttet, das macht dich ein wenig lockerer. Sekt ist ja kein richtiger Alkohol, da kannst du schon ein wenig davon trinken.“ Jennifer fühlt sich schrecklich erwachsen, als sie das Glas mit einem Zug hinunter stürzt. Der Orangensaft ist bitter, aber das Prickeln vom Sekt sehr angenehm. Ist es das Bad oder der Sekt? Jennifer fühlt sich leicht, alles erscheint ihr wunderschön und perfekt. Sie trocknet sich mit einem dicken Handtuch ab, cremt sich am ganzen Körper mit einer duftenden Lotion ein, die ihr Svetlana bereitgestellt hat und zieht das dünne, rosafarbene Trikot an. Ohne Unterwäsche, das wollte Svetlana so. Das Trikot ist neu, Jennifer hat es noch nie getragen. Aber es scheint zu klein zu sein. Sie stellt sich vor den großen Spiegel. Fast durchsichtig ist das Trikot, man kann die flach gedrückten Brustwarzen deutlich sehen. Die kleine Rundung des Busens zeichnet sich plastisch ab. Sie dreht sich etwas, um ihren Rücken zu sehen. Die Pobacken sind nur halb bedeckt, das Trikot ist so eng, dass man im Schritt deutlich die Spalte der Scham erkennen kann. Jennifer ist verwirrt. Die anderen Trikots haben viel besser gepasst. Sie ist versucht, dieses enge Ding auszuziehen, als Svetlana ins Badezimmer kommt. „Perfekt, das ist perfekt, du siehst tatsächlich aus wie eine kleine Lolita, die Gäste werden begeistert sein.“ „Aber es ist zu eng, es zwickt mich da unten und der Busen ist ganz eingedrückt“ „Das soll ja auch so sein, du sollst nicht aussehen wie ein Vamp, sondern wie ein unschuldiges, kleines Mädchen. Beruhige dich, es ist alles prima.“ Jennifer zweifelt noch, aber Svetlana wird es schon wissen. Jetzt wird sie noch geschminkt, ganz wenig nur, die dunklen Augen wirken riesengroß in dem kleinen, blassen Gesicht. Die Lippen nur mit einem Hauch Gloss, Jennifer sieht wunderschön aus. Svetlana geht mit Jennifer nach unten in den Keller. In einem kleinen Raum hinter der Bühne zupft Svetlana noch ein wenig an Jennifer herum und gibt ihr die letzten Instruktionen: „Egal, was passiert, sei freundlich zu den Gästen, lächle sie an, lass sie dich berühren, wenn sie das wollen. Manche werden dir einen Geldschein ins Trikot schieben. Das Geld kannst Du behalten. Immer lächeln, immer lächeln. Mach sie verrückt, zeig ihnen, was du drauf hast. Bewege dich wie eine Katze, das kannst du so gut. Du wirst sehen, sie werden nicht genug von dir bekommen. Es wird dir großen Spaß machen. Hier, nimm noch diese Tablette. Es ist nur ein leichtes Beruhigungsmittel, das schadet dir nicht. Brav, so ist es recht, runter damit. Willst du noch ein Glas Sekt?“ Jennifer fühlt sich wie in einer anderen Welt, als sie zum schweren Bass der Musik die Bühne betritt. Sie bewegt sich fast von alleine, tanzt mit einem unbekannten Partner, dreht sich geschmeidig, windet sich wie eine Schlange, hat sich vollständig gehäutet. In ihrem Kopf tobt die Musik wie ein dumpfer Trommelschlag, der sie unaufhörlich in eine Art Trance treibt. Sie sieht nicht die gierigen Blicke der Männer, die im Publikum sitzen, das Pfeifen, das Stöhnen, das aus diesen aufgerissenen Mündern kommt. Feuchtnasse Hände streichen über ihre Schenkel, sie bemerkt es nicht, Fast zehn Minuten dauert ihr Tanz, erschöpft sinkt sie mit dem letzten Ton der Musik zu Boden, fühlt, wie Hände an ihr entlang gleiten. Zarte Flötentöne führen sie in einen tiefen Schlaf. +++ Jenny tanzt. Tanzt mit sich selbst, tanzt zu einer Musik, die nur sie selbst hören kann. Töne, die wie Perlen aus einer silbernen Flöte purzeln, bringen sie zum Lachen. Silberne Flöten, wohin sie auch sieht. Dunkelheit liegt schwer im Raum, nur erhellt von den silbernen Perlen, die wie Sternschnuppen aus den Flöten blitzen. Sie dreht Pirouetten, verbeugt sich rechts und links vor einem unsichtbaren Publikum, lacht glockenhell, wirbelt über blankes Parkett. Lange fahren sie über dunkle Landstraßen, durch tote, verschlafene Ortschaften. Niemand ist auf den Straßen, keine lebende Seele ist zu sehen, kein Vogel, kein Hund, keine Katze. Alles öde und verlassen. Thomas schaut auf die Rückbank, auf der Jennifer immer noch tief und fest schläft. Jetzt fängt es auch noch an zu regnen. Sturzbäche entleeren sich aus einem schwarzen Himmel, kein Mond und keine Sterne, nicht das geringste Licht. Er bleibt stehen, schaltet die Warnblinkanlage ein, steigt aus dem Auto aus. Totenstille, nur das Rauschen des Regens, das Aufschlagen der dicken Tropfen auf der nassen Straße. Er lauscht, vermeint ein zweites Auto zu hören, weit entfernt. Weiter, er muss weiter, Elisabetha ist ihm dicht auf den Fersen. Schnell steigt er ins Auto, fährt langsam durch den grauen Vorhang des kalten Regens, kaum gebändigt durch die schnell laufenden Scheibenwischer. Da, die Abzweigung, fast zugewachsen von niederem Gestrüpp. Er reißt das Lenkrad herum, fährt holpernd auf den schmalen Feldweg. Nach ungefähr 150 Metern erreicht er einen Wald, der Weg führt steil nach Oben. Fast geschafft. Ob der Wagen diese Strapaze aushält? Benzin ist auch fast keines mehr im Tank, die Reservelampe blinkt schon seit einiger Zeit. Dann endlich, die Lichtung, das kleine Häuschen, das er vor einiger Zeit erworben hat. Niemand weiß von diesem Haus, er wusste, irgendwann hilft ihm nur noch ein gutes Versteck. Er fährt den Wagen in einen Schuppen, sucht den Schlüssel im Handschuhfach. Ein prüfender Blick auf Jennifer, die immer noch fast ohnmächtig schläft. Er steigt aus dem Wagen, geht zum Haus, öffnet die Tür, geht dann zurück, um Jennifer zu holen. Er nimmt den kleinen, zierlichen Körper seiner Tochter auf den Arm, trägt sie ins Haus, in ein kleines Schlafzimmer im ersten Stock. Erst nachdem er Jennifer auf dem Bett abgelegt hat, kann er wieder ruhig atmen. Niemand wird ihn hier finden, hier sind sie in Sicherheit. Aus seinem Mantel nimmt er ein hölzernes Kreuz, küsst es, hängt es über Jennifers Bett. Er kniet sich hin, spricht lange mit seinem Herrn, bittet um Gnade für ihre Seelen, bittet um Hilfe für seine unschuldige Tochter und sich selbst, Jennifer murmelt leise vor sich hin, dreht sich auf die Seite, die Beine fest angezogen und schläft weiter. ***** Jennifer erwacht mit einem Ruck. Warum kann sie sich nicht bewegen? Warum tut ihr der Kopf so weh? Was ist das für ein Zimmer? Diffuse, rote Deckenbeleuchtung lässt alles im Zimmer rosa erscheinen. Als sich ihre Augen an das schummerige Licht gewöhnt haben, kann sie erkennen, dass sie auf einem großen Bett liegt. Kein Fenster ist in diesem Zimmer. Ihre Arme schmerzen, aber sie kann sie nicht bewegen. Voll Entsetzen bemerkt sie, dass ihre Hände an das Gitter an der Kopfseite des Bettes gefesselt sind. Sie ist nackt, sie friert, das Grauen nimmt ihr den Atem. Sie will schreien, aber aus ihrem Mund kommt nur ein leises Krächzen. Was ist denn passiert? Sie weint verzweifelt vor sich hin. Endlich gehorcht ihr ihre Stimme wieder. Sie ruft laut nach Richard, nach Svetlana, nach Doro, aber keiner scheint sie zu hören. In einem anderen Raum im Keller ist ein heftiges Bieten und Feilschen zugange. Ein älterer blonder Mann mit ziemlichem Bauchumfang diskutiert heftig mit Richard: „250,000 Tausend, keinen Cent mehr. Dafür gehört sie mir für vier Wochen, anschließend kannst du mit ihr machen, was du willst. 250.000 Tausend, das sollte für die Göre reichen, mehr bekommst du nicht!“ „Sie ist verdammt viel mehr wert, das weißt du, ich könnte locker das Doppelte für sie bekommen.“ Ein anderer, südländisch aussehender Mann um die 60 mit einem verschlagenen Gesicht und kleinen, eng stehenden Augen schaltet sich ein: „ich nehme sie für 300,000 Tausend, aber das ist auch mein letztes Gebot.“ Richard fängt blitzschnell an zu rechnen. Mit soviel Geld hätte er gar nicht gerechnet. Er hat hoch gepokert und hoch gewonnen. Er ist sehr zufrieden mit seinem Handel. „Ok, du bekommst sie für 300,000 Tausend. Gutes Geschäft für dich, sie ist erstklassige Ware, du wirst nicht enttäuscht sein.“ Der Mann, sein Vorname war Enrico, zieht sein Handy aus der Tasche, spricht schnell ein paar Worte, wendet sich dann an Richard: „in 15 Minuten ist das Geld da, dann ist der Handel perfekt. Noch Zeit genug für eine Brise.“ Der blonde Mann zuckt mit den Schultern, tröstet sich mit der Aussicht auf eine Brise Kokain. Er weiß, wann er verloren hat. Es gibt auch noch andere Abende. Aus einer Tasche seiner Jacke holt Enrico mit zitternden Fingern eine flache silberne Dose, in der sich ein kleiner Behälter mit einem weißen Pulver und ein kleines silbernes Röhrchen befindet. Enrico schüttet sechs kleine Häufchen auf den Deckel der Dose, zieht sich mit dem Röhrchen in jedes Nasenloch eine kräftige Brise. Danach bedienen sich Richard und der Blonde. Es dauert nicht lange, da kommt der Bote mit dem Geld. Richard verstaut die Scheine in seiner Hosentasche, reicht Enrico einen Schlüssel. „Du kennst dich aus, du weißt wo das Zimmer ist. Geh rücksichtsvoll mit ihr um, sie ist noch jung.“ Die Männer lachen, Enrico geht über den Gang, bleibt vor einer Tür stehen, schließt auf, geht ins Zimmer, verschließt die Tür wieder hinter sich. Als Jennifer ihn sieht, fängt sie an zu weinen und zu schluchzen. Enrico setzt sich zu ihr aufs Bett: „du musst doch nicht weinen, meine Schöne, es ist doch alles nicht so schlimm. Du wirst sehen, ich werde sehr sanft und zärtlich zu dir sein, du musst wirklich keine Angst haben.“ Seine gierigen Augen wandern über ihren nackten Körper. Langsam und bedächtig beginnt er Jennifers Körper zu erkunden, sein Atem wird heftiger, in seinem Blick liegt nur noch Begierde. Jennifer ekelt es vor seinen Küssen. Sein Körpergeruch dringt in ihre Nase, fast muss sie würgen. Ohne einen Blick von ihr zu wenden, zieht er sich schnell aus, präsentiert sich ihr in kompletter Nacktheit. „Jetzt stell dich nicht so an, Kleine, ich kann nicht mehr länger warten. Los, mach die Beine auseinander, sonst muss ich dir wehtun.“ Jennifer starrt voller Entsetzen auf sein Glied, ist einer Ohnmacht nahe. Fest presst sie die Beine zusammen, aber dieser Mann kennt kein Erbarmen. Mit rohem Griff reißt er ihre Beine auseinander, dringt gewaltsam in sie ein. Das Schreien und Flehen von Jennifer stachelt ihn nur noch mehr an. Ohne Rücksicht, ohne Gnade stößt er in sie hinein. Und Jennifer schreit, schreit, schreit, bis ihr die Stimme versagt und sich eine gnädige Ohnmacht über sie senkt. ***** Oben im Kinderzimmer hält Doro die zitternde Maren im Arm, singt ihr ein kleines, selbst erdichtetes Lied und flüstert ihr ins Ohr: „Scht, scht, du musst keine Angst haben, das sind nur die Katzen, die du weinen hörst, nur die kleinen Katzen!“ ***** Fortsetzung folgt. [Dieser Beitrag wurde am 29.09.2006 - 19:42 von Athene aktualisiert] Signatur Wenn dein Pferd tot ist, steig ab! (Indianerweisheit) | |||
Minotaurus ![]() Administrator ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Status: Offline Registriert seit: 13.06.2006 Beiträge: 1405 Nachricht senden |
Anmerkung vom Mino: Signatur ![]() Worte, Worte, nichts als Worte! Dazwischen manchmal ein Gedanke. (Marcel Reich-Ranicki) | |||
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