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ChrisSchaefer ...



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...   Erstellt am 27.01.2013 - 10:58Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Diese grundlegende Frage beschäftigt mich schon sehr lange und in der Philosophie wird schon seit Jahrtausenden über diesen Ansatz diskutiert...

Ich finde es ist für viele Dinge, mit denen wir uns hier drin beschäftigen die Grundlage: Bildung, Einkommen, Verteilung...

Deshalb finde es ich es besonders spannend, dass sich Richard David Precht hierzu den FDP-Chef aus NRW - Christian Lindner - eingeladen hat, um mit ihm über Gerechtigkeit zu diskutieren.

Precht und Lindner - Was ist gerecht?

http://www.youtube.com/watch?v=J0xIyc6nxDw





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Wenn eine Idee am Anfang nicht absurd klingt, dann gibt es keine Hoffnung für sie! - Albert Einstein -

Raoul ...



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...   Erstellt am 27.01.2013 - 15:55Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Meine Begeisterung zu Richard David Precht hält sich tatsächlich eher in Grenzen, da er für meinen Geschmack zu viel redet und gleichzeitig kaum auf den Punkt kommt. Aber das ist natürlich Ansichtssache. Über Herrn Lindner sage ich besser nichts

Diese Debatten werden im Kern oft sehr einseitig geführt. Die Neoliberalen argumentieren gern in die Richtung, dass man nicht definieren kann, was gerecht ist. Daher sei es am besten die Gerechtigkeitsfrage nicht zu stellen. Für die Markliberalen soll sich jeder entfalten können. Grenzen seien dabei hinderlich. Wer „fleißig“ ist soll viel haben, wer“ faul“ ist, soll wenig oder nichts haben. Und wenn jeder an sich denkt, dann ist an alle gedacht Nagut, so würden sie nicht argumentieren, dass wäre zu platt; eher nach Adam Smith und die „Unsichtbare Hand“. Durch eigennütziges Streben der Einzelnen würden am Ende alle profitieren. Ganz falsch ist auch diese Ansicht nicht, nur wird verkannt, dass auf Dauer ein solcher Prozess zu einer massiven Polarisierung der Gesellschaft führt, wie bei Monopoly eben. Es gibt wenig Gewinner und viele Verlierer. Auch der Markmechanismus würde mehr und mehr versagen und Monopolisierungen sind die Folge. Am Ende wird selbst der „Gewinner“ dieses Systems in Angst um seinen Reichtum leben. Seine Freiheit endet dann am „Gartenzaun mit Stacheldraht“.

Auf der anderen Seite wird die marxistische Sichtweise oft völlig falsch dargestellt. „Jeder soll das Gleiche haben“ oder „alle sollen arm sein“ sind die bekanntesten Vorurteile. Marx ging es jedoch nicht um „Gleichmacherei“, sondern er hat dargestellt, wie Machtstrukturen funktionieren. Es gab in den vergangenen Jahrhunderten immer schon eine Klasse der Unterdrückten und auf der anderen Seite eine Klasse der Unterdrücker. So hat er seine Klassentheorie entwickelt, die ich nach wie vor für sehr gelungen halte. Als eine Lösung dieses Problems sah Marx die Überführung der Produktionsmittel in den Besitz der Arbeiter der jeweiligen Unternehmen. Hierdurch würde der Prozess der Akkumulation zu Gunsten des privaten Unternehmers verhindert und alle Arbeiter könnten vom geschaffenen Reichtum profitieren. Natürlich kann man über diese Zielsetzung trefflich diskutieren. Jedenfalls ging es Marx nicht darum, dass alle arm sein sollen oder alle das Gleiche haben und was da immer in den Medien herumgeistert.

Aufbauend auf Marx hat Prof. Heinz Dieterich eine interessante „Gerechtigkeitstheorie“ entwickelt. Schäfy, du hast hier ja mal einen sehr spannenden Link herum geschickt: https://www.youtube.com/watch?v=vbg9pns9tzM .

Dieterich stellt die Arbeitszeit in den Mittelpunkt einer gerechten Entlohnung. Das ist auf jeden Fall eine stringente Theorie, die nachvollziehbar ist. Neben der Arbeitszeit müssten noch die Berufsrisiken und die Berufsqualifikation, wie z.B. ein Studium berücksichtigt werden. Insgesamt eine sehr schlüssige Idee, wie ich finde. Die Umsetzung stellt natürlich wie so oft die größte Herausforderung dieser Theorie dar.

Auch die Partei „Die Linke“ hat sich dem Thema gewidmet und ebenfalls sehr spannende Ideen entwickelt. Hier sieht man eine Lösung der Problematik darin, dass die Mitarbeiter eines Unternehmens nicht nur die Mitwirkungsmöglichkeiten über Betriebsräte und Tarifverträge bleiben, sondern dass sie auch Eigentum an ihren Unternehmen erwerben. Lafontaine hat hier mal ein einfaches Beispiel skizziert. Für ihn wäre es „gerecht“, wenn die „erste Fabrik“ dem Unternehmer und die zweite Fabrik, die durch die Arbeit der Mitarbeiter entstanden ist, auch der Belegschaft gehören sollte. Auch eine interessante Sichtweise wie ich finde. Darüber hinaus sollten z.B. die Gehälter der Vorstandsmitglieder von Aktiengesellschaften begrenzt werden: „Vorstandsmitglieder sollten nicht mehr als das Zwanzigfache des durchschnittlich gezahlten Gehalts im jeweiligen Unternehmen erhalten.“ Ich halte diese Vorschläge für durchaus diskutabel.

Wie auch immer man die Dinge sieht. Gerechtigkeit hat für mich auf jeden Fall etwas mit Verteilungsgerechtigkeit zu tun, die wieder hergestellt werden muss. Wege dazu gibt es sehr viele. Das Zinseszinssystem gehört hier als Kernursache auf jeden Fall auch zur Diskussion. Vielleicht sollten wir alle mal den Silvio Gesell lesen.





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