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labelleepoque 

Status: Offline Registriert seit: 06.11.2005 Beiträge: 147 Nachricht senden | Erstellt am 09.04.2006 - 12:50 |  |
Hallo alle zusammen,
sind gerade am Tüfteln, wie wir unser Stahlschifferl isolieren wollen. Klar weiß ich nun, das Isolierung schon ein vielbesprochenes Thema ist, aber nirgens hab ich über die Methode von Anton Luft Beiträge geselen. Hat jemand Erfahrungen mit Steinwolle, die Idee klingt ja recht gut, aber wie siehts da mit Schalldämmung aus, wie kann ich das Material auf die gewünschte Größe herschneiden und auf was ist zu achten? Kennt jemand interessante Anbieteradressen? Luft hat ja Steinwolle von einer Firma bezogen, die sich damit in der Isolierung von Kühlräumen auf Schiffen spezialisierte, gibts denn da einen Unterschied zur Steinwolle aus dem Baumarkt?
lg
Claudia
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Heinrich 

Status: Offline Registriert seit: 06.11.2005 Beiträge: 73 Nachricht senden | Erstellt am 09.04.2006 - 19:47 |  |
Hallo Claudia,
habe mich ausgiebig mit der Isolierung beschäftigt.
Tu Dir das mit Stein-oder gar Glaswolle nicht an.
Zuschneiden und Einpassen ist relativ einfach.
Du musst dabei aber ne Maske tragen sonst ist Lungenheilanstalt angesagt.
Du musst dann noch die ganze Isolierung durchgängig und dicht mit Folie abdecken.
Ist praktisch kaum machbar.
Falls die Wolle feucht wird merkst Du das zunächst nicht, bekommst es aber auch nicht mehr trocken.
Fängst Dir eher Schimmel und Korrosion ein.
Merkst das aber erst wenn die Verkleidung dunkel wird oder Rostbrühe in der Bilge sichtbar wird.
Hab mir einige so isolierter Schiffe angesehen.
Wirklich zufrieden war nach Jahren keiner der Eigner.
Habe mich entschieden mit Styroporplatten zu isolieren.Reinke hat das auch propagiert.
Hörte sich ja auch ganz gut an.
Nach der Hälfte habe ich das Handtuch geworfen und den Rest mit PU-Schaum gemacht.
Ist natürlich mit Dosen ziemlich teuer.
Meine Empfehlung:
Lass es von einer Firma machen.Wenn Du terminlich etwas flexibel bist wirds deutlich billiger.Die beschichten meistens nämlich Dächer und können das bei Regen nicht.
Achte darauf dass die Firma die Isolierung nicht zu dick aufbringt.
Du schnippelst dann sonst wochenlang denn Schaum weg, damit Du die Wegerungen für die Verkleidung freibekommst.Den beschnittenen Schaum musst Du dann auch noch unbedingt mit Farbe abdecken weil er sonst Wasser zieht.
Heinrich
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piep

Status: Offline Registriert seit: 03.02.2006 Beiträge: 87 Nachricht senden | Erstellt am 12.04.2006 - 09:18 |  |
hallo claudia,
jegliche form von dämmwolle, egal ob mineralisch oder organisch, bringt dir riesenprobleme wenn's mal feucht wird. und mineralische fasern von dämmstoffen sind nicht gerade gesundheitsfördernd. pu-schaum, egal ob 1k oder 2k, ist offenporig und speichert somit wasser wie ein schwamm, nur zum fugen verfüllen geeignet um wärmebrücken zu vermeiden. hingegen müsste jeder geschlossenporige dämmstoff geeignet sein. styrodur ist zwar ein spitzendämmstoff, aber so steif, daß du probleme beim anpassen bekommst. ich habe bei meinem boot styropor genommen, und zwar trittschalldämmung 30mm. die ist sehr weich und leicht und passt sich hervorragend an. geklebt habe ich die platten an die stahlwände mit silicon, nur einige klekse, ans holz mit pu-kleber. im rumpfbereich habe ich noch eine dammpfbremsfolie 25mü aus dem trockenbau draufgelegt, denn styropor, wie auch die allermeisten anderen dämmstoffe auch, ist nicht dampfdicht. wenn du in kalten regionen unterwegs bist und lange zeit am stück auf dem schiff lebst, wäre zu überlegen, überall eine dampfsperre einzubauen.
viel erfolg piep
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Sascha

Status: Offline Registriert seit: 20.11.2005 Beiträge: 317 Nachricht senden | Erstellt am 12.04.2006 - 10:15 |  |
Hallo Piep,
1 K. Schaum ist offenporig und zieht Feuchtigkeit.
2 K. Schaum ist so weit mir bekannt ist geschlossen und zieht keine Feuchtigkeit. Wenn dem so wäre, wäre mein Wintergarten aus Holz nach 18 Jahren längst verrottet. Es wäre aber möglich, dass es bei 2 K. Schaum unterschiedliche Produkte mit unterschiedlichen Eigenschaften gibt.
Grüße Admin
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Heinrich 

Status: Offline Registriert seit: 06.11.2005 Beiträge: 73 Nachricht senden | Erstellt am 12.04.2006 - 23:24 |  |
Hallo piep,
mit Deiner Klebemethode hast Du Dir keinen Gefallen getan eher das Gegenteil.
Styropor usw. muß vollflächig mit dem Untergrund verklebt werden weil sich sonst Kondenswasser zwischen Bordwand und Dämmstoff sammelt.Die Auswirkungen kannst Du Dir ja vorstellen.
Musste bei mir feststellen ,daß trotz Verwendung von sehr teuerem (und hochgiftigem)Entfettungsmittel und noch teuererem Kleber ,einige Platten nicht mehr vollfächig anlagen d.h. sich teilweise gelöst hatten.
Gründe:Krümmung der Bordwand bzw. Klemmspannung beim Einpassen zwischen den Spanten.
Deswegen habe ich den Rest mit Schaum gemacht.
Deine zusätzliche Dampfbremse zwischen Dämmung und Innenraum ist m.E. absolut überflüssig.
Bei Mineralwolle natürlich unabdingbar.
Von Experten wird anstelle der vollfächigen Verklebung empfohlen die gesamte Dämmung zur Bordwand hin durchgehend zu hinterlüften(mindestens 1-2cm Luftspalt).
Da bekommt man meist Probleme mit der Wegerung und das Schiff wird innen dann noch kleiner.
Heinrich
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piep

Status: Offline Registriert seit: 03.02.2006 Beiträge: 87 Nachricht senden | Erstellt am 13.04.2006 - 18:21 |  |
hallo heinrich,
im prinzip hast du recht: in hohlräumen an der kalten seite kann es zu kondenswasser kommen. dazu muss die feuchtigkeit in diesen bereich kommen und die temperaturdifferenz zwischen warmer innenluft und kalter außenhaut muß so groß sein, daß wasser kondensieren kann. wenn das schiff in kalten regionen bewegt wird, ist dem so. in warmen gegenden ist eher die außenhaut wärmer als die innentemperatur, und dann ist kodndenswasserbildung nicht möglich. um jetzt zu verhindern, daß in kalten regionen wasserdampf aus der innenraumluft in die taupunktzone kommt, muß eine dampfbremse eingebaut werden. in warmen regionen ist das überflüssig. das gilt für alle diffusionsoffenen dämmstoffe. wenn z. b. am mittelmeer - warm - mal eine vorübergehende kalte periode auftritt und kondensation stattfindet, so wird dieses wasser mindestens genauso schnell wieder auf dem gleichen wege wie es in die taupunktzone gekommen ist verschwinden, nämlich dann, wenn die sonne die außenhaut aufheizt. im rumpfbereich kann es etwas sensibler sein, weil da die sonne nicht so wirksam ist.
eine innenbelüftung der dämmschicht ist kontraproduktiv, weil dann gerade relativ warme feuchte luft ( gilt für den zustand innen warm - außen kalt ) an die kalte außenhaut geleitet wird und das in der luft enthaltene wasser ungehindert kondensieren kann.
wenn man eine saugfähige dämmung wie z.b. mineralwolle einbaut und es gibt kondensationsprobleme, saugt sich das dämmmaterial bis zur sättigung voll und man hat die arschkarte gezogen.
eine innenbelüftung der bordwände ist eigentlich nur bei holzbooten sinnvoll, da das holz selber diffusionsoffen ist.
nochmal: diese probleme tauchen nur dann signifikant auf, wenn die außenhaut kälter als die innenluft ist!
so, in kurzen worten das kondensationsproblem ( man kann da mehrbändige abhandlungen darüber verfassen )
vielleicht hilfts oder es gibt ne interessante diskussion!
ciao piep
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labelleepoque 

Status: Offline Registriert seit: 06.11.2005 Beiträge: 147 Nachricht senden | Erstellt am 13.04.2006 - 22:17 |  |
Hallo
erstmal danke für die interessanten beiträge. mittlerweile bin ich sicher, das ich mich nicht an die luft-methode halte, also keine steinwolle.
PU Schaum kommt für mich auch nicht in Frage, immerhin hab ich auf der homepage von weltumsegler.ch gesehen, wie´s dahinter aussehen kann, oh gott... (ich will nur isolierung, die ich auch jederzeit entfernen kann für ev. reparaturarbeiten)
in unsrer la belle epoque waren seit 30 jahren syropor-platten eingeklebt (nicht flächig geklebt, sondern punktuell), wir haben alles rausgerissen und keine rostprobleme dahinter gefunden, das gibt zu denken...
generell bin ich also geneigt wieder styropor zu verwenden (auch die dampfsperre klingt für mich einleuchtend).
eine frage noch: wie siehts mit der lärmdämmung aus, hab mir sagen lassen, dass styropor nicht besonders gegen lärm hilft?!
lg
claudia
[Dieser Beitrag wurde am 13.04.2006 - 22:20 von labelleepoque aktualisiert]
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piep

Status: Offline Registriert seit: 03.02.2006 Beiträge: 87 Nachricht senden | Erstellt am 14.04.2006 - 11:35 |  |
hallo claudia,
um auf kleinem raum lärmschutz zu erhalten, brauchst du masse, und das ist genau das, was im boot stört, ist eh schon schwer genug. das styropor bringt sehr wenig, aber beim ausbau mit holz/sperrholz erreichst du etwas. hier gilt auch: masse dämmt. nur vormachen darf man sich nichts: wir können schon froh sein, wenn der stahlrumpf nicht wie eine trommel klingt. wenn du genug platz hast, lass ein paar millimeter luft zwischen der dämmung und der innenverschalung, um den luftschall etws zu zähmen und möglichst keine direkte verbindung zwischen rumpf/dämmung - innenverkleidung entstehen zu lassen. d. h. dämmung am rumpf kleben, die befestigungsleisten 5-10mm dicker als die dämmplatten wählen und darauf die verkleidung schrauben. viel mehr kann man auf einem kleinen schiff kaum machen wg. platz und gewicht.
adios piep
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magus 

Status: Offline Registriert seit: 25.05.2006 Beiträge: 22 Nachricht senden | Erstellt am 06.06.2006 - 12:17 |  |
hallo
ich hatte dasselbe problem vor 5 jahren, es wurde schnell klar, dass man nicht direkt auf die stahl-aussenhaut kleben kann, ohne dass da absolut "ZERO" kondenswasser entsteht-thema taupunkt.
also:
ich habe an den geraden stellen styrodur verwendet-zieht kein wasser, wird ja auf dem bau für die aussenisolierung verwendet.
an den gebogenen stellen habe ich eine art Isomatte verwendet, ist geschlossenporig, biegbar, heissklebbar-genial. gibts billig in einem schaumstoff-grosshandel HH, Adresse aus einem älteren Palstek, könnte ich dir raussuchen bei bedarf.
zwischen stahl und iso habe ich ein produkt aus dem stahlbau verwendet, wir nannten es schamhaarfolie, gibts beim gut sortierten dachdecker.
eine seite ist mit geteerten fasern (schamhaaren) versehen, die sorgen für abstand=hinterlüftung. andre seite ist mit textilfliess versehen, saugt kondenswasser auf und verdunstet später bei wärmeren temperaturen. wird bei genau diesen anwendungungen im stahlbau verwendet=zwischen Isolierung und stahl.
diese folie ist genial, nach 5 jahren hab ich mal hie+da hinter geschaut-nirgends schimmel oder muff, alles trocken, und wenns doch mal nass wird, kann das zeugs langsam wieder ausdiffundieren.
name kann ich bei bedarf auch raussuchen, ist halt alles schon länger her.
grüße
m
Signatur wer glaubt etwas zu sein,
hat aufgehört etwas zu werden |
Caspilot 

Status: Offline Registriert seit: 05.11.2005 Beiträge: 394 Nachricht senden | Erstellt am 06.06.2006 - 18:06 |  |
Sogenannter Brunnenschaum, ein 1k-Schaum, gilt auch zum Einsatz auf Booten als gut geeignet. Er wird normalerweise zum wasserdichten Verschäumen von Brunnenringen verwendet. Bis 0.8 bar soll er wasserdicht sein.
Fair winds
Caspilot
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