JennyJinya  Administrator
    

Status: Offline Registriert seit: 03.12.2005 Beiträge: 513 Nachricht senden | Erstellt am 10.03.2006 - 14:41 |  |
Isabelle Romee und das Jubeljahr von Puy
Es ist bekannt, dass seit Beginn des Mittelalters in den Jahren, in denen der Karfreitag mit Mariä Verkündigung zusammenfiel (d. h. am 25.März), in Puy-en-Velay zu Ehren der schwarzen Jungfrau religiöse Feste stattfanden. Das war auch 1429 wieder einmal der Fall, in dem Jahr, in dem Johanna aufgeboten wurde. S.Luce und andere Autoren sind der Ansicht, Isabelle Romée habe sich nach Johannas Abreise von Vaucouleurs nach Chinon auf diese Wallfahrt begeben und dabei verschiedene Begleiter ihrer Tochter getroffen. Sie wollen diese Begebenheit mit dem Beginn der Sendung Johannas in Zusammenhang bringen und messen ihr, ohne noch eine andere Begründung dafür zu haben, große Bedeutung zu. Diese Ansicht stützt sich auf einem einzigen Text: den Anfang der Aussage des Beichtvaters Pasquarel, von der wir hier Original und Übersetzung anführen:
Lateinischer Text/ Latin text: [Quicherat, Tome III, p. 101, ed.]
...dum ipse primo habuit nova de ipsa Johanna et qualiter venerat versus
regem, ipse loquens erat in villa Aniciensi (1), in qua villa erat mater
(2) ipsius Johannae et quidam de eis qui eamdem Johannam adduxeravit
versus regem; et quia habebant aliquam notitiam cum loquente, dixerunt
eidem loquenti quod conveniens erat quod veniret cum eisdem ad dictam
Johannam, et quod eumdem loquentem nunquam dimetterent quousque eum ad
ipsam Johannam perduxissent. Et cum eisdem venit usque ad villam de
Chinon et dehinc usque ad villam Turonensem, in cujus conventu villae
Turonensis ipse loquens erat lector. Et in eadem villa Turonensis ipsa
Johanna pro tunc erat hospitata in domo Johannis Dupuy, burgensis
Turonensis et eamdem Johannam invenerunt in eadem domo, et eamdem
Johannam allocuti fuerunt illi qui eumdem loquentem adduxerant, dicendo:
"Johanna, nos adduximus vobis istum bonum patrem; si eum bene
cognosceretis, vos eum multum diligeretis." Quibus ipsa Johanna
respondit quod bene contentabatur de loquente et quod jam de eo audiverat
loqui, quod que in crastino volebat eidem loquenti confiteri. Et in
crastino audivit eam in confessione, et coram ea cantavit missam, et ex
illa hora ipse loquens semper secutus est eam, et cum ea moram traxit
usque ad villam Compendii dum ibidem fuit capta.
(1) Villa Aniciensis est la ville du Puy-en-Velay, dont il ne peut-être
ici question. M. Le Brun de Charmette, dans son Histoire de Jeanne
d'Arc, t. I, p. 418 suppose qu'il faut lire villa Aziacensi, pour faire
Azay-le-rideau; mais on resterait plus près du texte en conjecturant
villa Anceiensi, qui serait Anché, village situé entre Chinon et l'Ile
-Bouchard.
(2) M. Le Brun de Charmettes, l. c., conjecture avec raison que mater
est une faute et qu'il faut lire frater.
Deutsche Ubersetung / German translation:
Als er zum erstenmal von Johanna hörte und erfuhr, auf welche Weise sie
um König gekommen war, befand sich der Zeuge in der Stadt Puy, in der ich
auch Johannas Mutter und einige der Leute aufhielten, die sie zum König
geführt hatten; und da ihnen der Zeuge nicht ganz unbekannt war,
forderten sie ihn auf, mit ihnen zu besagter Johanna zu gehen, und sie
sagten, dass sie den Zeugen nicht eher verlassen würden, bis sie ihn zu
Johanna geführt hätten. Er ging also mit ihnen bis nach Chinon und von da
bis nach Tours, wo der Zeuge in einem Kloster Lektor war. Und Johanna
wohnte zu dieser Zeit in derselben Stadt Tours, im Hause des Jean Dupuy,
eines Bürgers von Tours, wo sie sie antrafen. Und die, welche den Zeugen
erbeigeführt hatten, wandten sich an Johanna und sagten: «Johanna, wir
bringen euch hier diesen guten Priester; wenn ihr ihn gut kennengelernt
habt, werdet ihr ihn sehr gern haben.» Johanna erwiderte ihnen, dass sie
sehr erfreut sei, den Zeugen (zu empfangen), sie habe bereits von ihm
reden hören und wolle am nächsten Tag bei dem Zeugen beichten. Und am
nächsten Tag hörte er sie in der Beichte an und hielt die Messe in ihrer
Gegenwart; von diesem Zeitpunkt an folgte ihr der Zeuge ständig und
begleitete sie bis Compiegne, wo sie gefangengenommen wurde.
English translation:
When he heard about Jeanne for the first time and found out, in what a
way she got to the king, the witness [Pasquerel, ed.] was at the city
called Puy. Jeanne's mother and some of the people stayed, who took her
to the king; because the witness wasn't unknown there. They asked him to
go with them to the aforementioned Jeanne, and they said; that they won't
leave him until he went with them to Jeanne. So he went with them to
Chinon and from there to Tours, where he was a lector in a monastery.
Jeanne was living at this time at the same city called Tours, at the
house of Jean Dupuy, a citizen of Tours, where they came across her.
There they arranged to consult Jeanne and said: "Jeanne, we bring you
here this great priest; you will be acquainted with him, you will like
him very much." Jeanne replied that she was delighted about the witness
(to receive); she already heard about him and wanted to confess to him
the following day. On the next day he listened to her confess and gave a
mass in her presence; from this moment the witness was following her
permanently and accompanied her till Compiegne, where she got captured.
The French translation comes at the end of the week.
Das Problem liegt darin, festzustellen, ob die lateinische Textstelle >in villa Aniciensi<, der in der Tat die Stadt Puy bezeichnet, mit der Aussage des Zeugen Pasquerel genau übereinstimmt.
Dieses ist ein ziemlich kontroverses Dokument, für spezielle Übersetzungen von Dokumenten können sie diese unter service@jehanne-darc.com anfordern.
Jenny-Jinya
Signatur Jeanne d'Arc, Jeanne d'Arc Oh Käpt'n, mein KÄpt'n Muss ich denn erst sterben, um endlich leben zu können?! Wenn ich zu dir laufen könnte. rennen könnte. Ich würde keine Minute stehen.Niemals. |