<LiteraTour> unregistriert
| Erstellt am 17.06.2008 - 16:21 |  |
Was haben Camilla, Dracula, Melmoth und das Gespenst von Canterville gemeinsam?
Es sind alles schauerlich-literarische Produkte aus irischen Federn:
Sheridan Le Fanu (1814-75), der Meister der viktorianischen Schauergeschichte;
Bram Stoker (1847-1912), der Le Fanus Vampirgeschichten mit Graf Dracula noch übertrumpfte;
Charles Maturin (1782-1824), der dem Horrorgenre Kontur gab; und natürlich Oscar Wilde (1854-1900), der mit seinen materialistischen Amis, die ein irisches Herrenhaus mitsamt Gespenst aufkaufen, natürlich auch diesem Genre den Teppich unter den Füßen wegziehen musste.
Unbestritten: in Irlands Herrenhäusern, seinen abgelegenen Mooren und Bergtälern, aber auch in den Straßen von Dublin, haben Kobolde und Feen, Geister und Gespenster seit eh und je ihr Unwesen getrieben, was in Märchen, Geschichten und Erzählungen von Mund zu Mund weitergereicht wurde und lange Winterabende am Herd verkürzt hat, immer wieder aber auch irische Literaten inspirierte, diese Stoffe in ihren Werken zu behandeln.
Was ist literarische Fiktion - was ist Spuk und was ist Wirklichkeit? Treiben es die Geister wirklich in Irland? Winken unheimliche Begegnungen der dritten Art? Aus welchen Quellen haben irische Autoren geschöpft?
Diesen Fragen gehen John J Dünne und der Fotograf Simon Marsden nach.
In ihrem Bildband (Marsden ist spezialisiert auf die Kamera-Jagd nach dem Übernatürlichen und Gespenstischen) zeigen sie die grüne Insel von ihrer schillernd-mysteriösen Seite.
Wer sich den irischen Geistern persönlich an die Fersen heften will, könnte schlechter beraten sein, als in diesen Band zu investieren.

Irland. Die Welt der Geister
von John J. Dunne und Simon Marsden
Verlag: Eulen Verlag (August 2002)
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