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Anja ...
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...   Erstellt am 31.03.2006 - 19:53Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Frau Kuttner, sind Sie heute mit Musik aufgestanden?

Nein, das mache ich nie. Mein Handywecker weckt mich, das reicht mir. Aber ich habe gestern Abend mit Musik geduscht. Tut's das auch?

Was haben Sie denn gehört?

Einen neuen schwedischen Sänger, Jens Lekman. Er hat einen fantastischen Song rausgebracht, „You Are The Light“ heißt der. Da kann man herrlich zu duschen. Man wackelt so schön mit! Manchmal verspüre ich auch große Lust, mich einfach in mein Auto zu setzen und Musik zu hören. Dann fahre ich hin und zurück zum Flughafen, die Musik schön laut aufgedreht. Allerdings geht es mir auch ganz gut, wenn ein bisschen Staub auf meiner CD-Sammlung liegt.

Sie waren am Sonntag bei der Echo-Verleihung in Berlin. Lustig war das Gekreische, als Tokio Hotel auf die Bühne kam…

Ich finde die Band wirklich nicht schlimm. Sie haben wenigstens eine Gitarre in der Hand und schreiben die Hälfte ihrer Songs selber. Heiner Lauterbachs Porno-Buch oder Schnappi sind da viel schlimmer. Schnappi ist gruselig. Natürlich hat es niemand gekauft, weil er die Musik so eingängig fand, sondern weil jeder dachte: Das ist so blöd, dass es schon wieder cool ist. Ist es aber nicht! Blöde Sachen sind blöd, gute Sachen gut! Wenn Deutschland ironisch wird, Gnade uns Gott.

Haben Sie als Teenager auch mal Bands wie Tokio Hotel hinterhergeheult?

Ich war ja nie richtig Fan. Höchstens mit elf Jahren, als ich die New Kids On The Block super fand. Aber das hatte nichts mit Musik zu tun. Da war ich verliebt in die Typen. Aber ich hatte nicht mal eine Kassette von denen. Mein Papa …

… der Fritz-Moderator Jürgen Kuttner …

… hat mich früher manchmal auf Konzerte mitgenommen – aber zu den Toten Hosen, zu Bryan Adams. Das war's. Es ist eh ein totaler Irrtum, wenn die Menschen glauben, ich wäre ein Musik-Freak gewesen. Früher habe ich kaum Musik gehört. Ich habe das Glück, musikalisch gut erzogen zu sein. Als Teenager habe ich durch meinen Vater viel Musik aus den 60er Jahren gehört. Auch den Titelsong von „La Boum“ fand ich toll. Aber nichts davon ist mir peinlich! Ich stehe weiterhin dazu, dass „Hero“ von Enrique Iglesias einer meiner Lieblingssongs ist.

Laden Sie sich Lieder aus dem Netz, oder wo bekommen Sie ihre Musik her?

Ach, ich weiß ja gar nicht, wie das geht. Außerdem bin ich schlicht zu feige und dann auch wieder zu gut erzogen, etwas illegal herunterzuladen. Ich kenne zu viele nette Musiker, um denen die Existenz zu klauen. Ich kaufe mich dumm und dämlich bei i-Tunes. Man entdeckt da immer tollen Kram. Neulich habe ich eine fantastische Cover-Version von „Yellow Brick Road“ entdeckt. Im Original ist das mein Lieblingslied von Elton John, weil er so herrlich jault. Die neue Version ist von der britischen Band Keane, die ja die Meister im Abjaulen sind. Großartig!

Sie sind ja leicht zu begeistern.

Von wegen. Mich muss ein Song erst mal überzeugen: Ich gebe ihm höchstens zwei Chancen. Viele Lieder hören sich für mich zu gleich an. Außer Jens Lekmann. Einmal gehört, sofort verliebt.

Haben Sie Musik für bestimmte Anlässe?

Ich habe Wiedergabelisten, die thematisch sortiert sind: für Frühling, Autofahren oder Herbst. Das sind beispielsweise Lieder, bei denen man weinen muss. Gestern Abend habe ich tatsächlich zu „Lady In Red“ von Chris de Burgh geweint. Ich habe dabei mein Mobiltelefon leer geräumt, alte SMS gelöscht und war von einem bestimmten SMS-Wechsel in der Vergangenheit sehr gerührt.

Gehen Sie gerne auf Konzerte?

Wahnsinnig ungern. Dann muss ich schon die ganze Platte auswendig kennen. Beim Konzert ist es so, als würde man eine Stunde herumstehen und dabei eine CD hören – nur dass ich die Reihenfolge der Lieder nicht bestimmen kann.

Das können Sie bei „Kuttner On Ice“. Da geben Sie jungen Bands eine Plattform.

Ach, das ist eine reine Ego-Kiste. Ich will die Bands hören, die ich gut finde. Dabei geht es mir nur um meinen Musikgeschmack. Bei meiner Show auf MTV ist das ein bisschen anders. Da entscheide ich, ob eine Band relevant ist für unsere Sendung oder nicht. Zum Beispiel The Hives: Die sind super, aber mich persönlich berühren sie nicht. Ich wäre aber doof, sie nicht in meine Show einzuladen. Die passen genau zu unserem Publikum. Aber wie gesagt: Nicht bei allen Künstlern läuft mir Pipi aus den Augen.

Wen würden Sie denn nicht einladen oder zumindest sehr ungern?

Naja, Sarah Connor würde vermutlich nicht stattfinden. Ich respektiere, dass es sie gibt, aber nicht in meiner Show. Meine Zuschauer mögen ihre Musik eher nicht, und sie mag uns wahrscheinlich auch nicht. Aber ich will mit der Auswahl niemanden beeinflussen. Ich mache das nur für mich. Das ist meine Personality-Show! Ich suche mir die Bands aus, die ich hören will. Schließlich sitze ich die ganze Zeit da und muss mir die anhören. Natürlich kommen manchmal Mails von Zuschauern, die schreiben: Danke, dass du uns die Band näher gebracht hast! Mit Absicht passiert das nicht. Ich will nicht missionieren.

Es gibt aber auch kritische Indie-Fans, die meckern, dass Sie Geheimtipps in die Öffentlichkeit zerren.

Ich finde es egozentrisch und affig, wenn Jungs sich beschweren: Oh, meine Lieblingsband – jetzt holt die Sarah Kuttner die in ihre Sendung! Ich kann alle beruhigen. Nach meiner Show geht keine Band in die Top Ten. So viele Zuschauer haben wir nicht. Ist doch schön, wenn mehr Menschen gute Musik hören. Umso weniger Chancen hat Schnappi.

Was sagt denn Ihr Vater zu Ihrem Musikgeschmack?

Mein Papa ist ein netter Musik-Freak, der alles mag. Er hat mich fast zu früh an Musik herangeführt. Mit neun Jahren musste ich zu R.E.M. einschlafen. Bei meinem Papa kann ich machen, was ich will. Ich hatte auch nie das Bedürfnis, mich über Musik abzugrenzen. Bei allen anderen Sachen, ja.

Was waren das denn für Sachen?

Ich habe heimlich geraucht, habe mich mit 16 Jahren heimlich tätowieren lassen, habe mich fürchterlich mit meinen Eltern gestritten – aber mit Abgrenzung durch Musik hatte das nie etwas zu tun. Kann man das überhaupt noch?

Wir hatten da an harten Hip-Hop gedacht.

Da geht doch keiner mit der Motivation ran: Jetzt höre ich mal Musik, worüber sich die Mutti richtig ärgert. Da gibt es viele andere Sachen wie Drogen, Sex mit 14 Jahren oder so. Auf der anderen Seite kann Musik junge Menschen beeinflussen – wie sie denken, was sie reden. Das kann rebellisch sein.

Wenn Sie heute Abend schlafen gehen: hören Sie dann immer noch R.E.M.?

Nein, das ist wie morgens beim Aufwachen: keine Musik. Manchmal lausche ich aber Hörspielen.





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