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...   Erstellt am 30.10.2006 - 14:14Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Harvard University bekräftigt Therapie des Oldesloer Arztes Dr. Hager

Bad Oldesloe - Eine langjährige Studie der Universität Harvard bestärkt, was der Oldesloer Arzt Dr. Carsten Hager mit Selbstversuch und klinischer Studie bereits gezeigt hat: Vitamin E kann die tödliche Krankheit ALS stoppen. Die Amerikaner forschen gezielt weiter.

"Wenn das so weiter läuft wie bisher, bekomme ich endlich Recht." Carsten Hager sagt es in sachlichem Ton. Es geht nicht um Rechthaberei. Es geht darum, Menschen, die an einer unheilbaren Krankheit leiden, weitere Lebensjahre zu schenken. Und das, ohne zusätzliche Beeinträchtigung durch Nebenwirkungen. Die sind in 13 Jahren Eigenbehandlung mit 5000 Milligramm Vitamin E täglich bei dem an der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS, fortschreitender Muskelschwund) erkrankten Mediziner in keinster Weise aufgetreten. Und auch nicht bei den 160 Patienten von sechs deutschen Kliniken, die ab 1998 an einer von Hager mitinitiierten vierjährigen Studie mit derselben Dosierung teilnahmen. Ergebnis dieser Studie: Die Sterblichkeit konnte um 20,5 Prozent gesenkt werden.

Die Studienprobanden nahmen gleichzeitig das 1996 neu heraus gebrachte Medikament Rilutek ein. Heute, 16 Jahre, nachdem der Oldesloer Arzt die Diagnose ALS erhielt und ihm Spezialisten (der neurologischen Abteilungen der Universitäten Lübeck, Bonn, Charité Berlin und Ulm) noch ein Jahr Lebenszeit gegeben hatten, ist der 81-Jährige der Überzeugung, dass die reine Vitamin-E-Behandlung der richtige Weg ist. Die Entwicklung einer Therapie wird laut Dr. Hager immer wichtiger, denn die Zahl der jährlich neu an ALS Erkrankten liege weltweit gesehen inzwischen sogar höher als bei Multipler Sklerose.

Carsten Hager behandelt sich selbst ausschließlich mit Vitamin E. Er nimmt kein Rilutek. Es geht ihm 16 Jahre nach seiner Todesdiagnose erstaunlich gut. Der Muskelschwund ist zwar so weit fortgeschritten, dass die tägliche Morgenrunde mit Hund Alex nicht länger als 25 Minuten dauern darf - danach versagen die Beine ihre Dienste. Doch der Oldesloer ist guter Dinge. In Vorträgen vor Kollegen versucht er, die Krankheit ALS bekannter zu machen. Denn immer noch ständen viele Ärzte den Symptomen ahnungslos gegenüber, klagt er. Bis endlich die richtige Diagnose gestellt werde, gingen oft 1,5 wertvolle Jahre ins Land. 1300 ALS-Kranke, die von Hager und seiner Methode meist über die Internetseite http://www.als.de.tf erfahren, haben sich bei ihm bereits Rat und Hilfe geholt. Einige betreut er seit 13 Jahren. "Die am längsten Überlebenden sind diejenigen, die wie ich ausschließlich Vitamin E nehmen", unterstreicht der Mediziner. Vitamin E sei das beste Antioxidans, es fange die freien Radikale ab, die die motorischen Nervenzellen im Rückenmark schädigen, später zerstören und so zu Muskelschwund führen. Anfangs meist an Händen, Armen und Beinen dann an der Schluck- und Atemmuskulatur, was zum Erstickungstod führt.

Genau diese Antioxidans-Eigenschaften haben Wissenschaftler der Harvard-Universität in Boston als Nebenprodukt einer großen Krebsstudie mit 957 740 Menschen entdeckt (veröffentlicht Ann Neurol 2005; 57:104 - 110). Denn: In einem Zeitraum von zehn Jahren, in dem es eine Multivitamin-Gruppe, eine Vitamin-C-Gruppe und eine Vitamin-E-Gruppe gab, war in der E-Gruppe Tod durch ALS um 62 Prozent seltener als in den anderen beiden Gruppen. Das war bei der Auswertung der Studie, die eigentlich den Zusammenhang von Vitaminen und Krebsvorbeugung erhellen sollte, so prägnant, dass die Forscher neugierig geworden sind.

Eine reine zweijährige ALS-Studie ist angeschlossen worden, denn in den USA ist die Krankheit durch so bekannte Sterbefälle wie dem des Basketballstars Lou Gehrig oder des einstigen Obersten Richters Earl Warren weitaus geläufiger als in Europa. Die Wissenschaftler haben mit Dr. Hager Kontakt aufgenommen, seine Unterlagen erbeten und testen jetzt unter anderem auch, ob wirklich die volle Hager-Dosis von 5000 Milligramm notwendig ist oder ob eine geringere Menge reicht. Angesichts des stattlichen Alters seines Oldesloer Kollegen hat der amerikanische Wissenschaftler Dr. Alberto Ascherio Hager scherzhaft aufgefordert, "sich am Riemen zu reißen". Sprich: Hager soll noch erleben, wenn der Erfolg seiner Vitamin-E-Therapie endgültig bestätigt wird. Das hat der 81-Jährige fest vor.

Von Brigitte Judex-Wenzel , LN





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