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PumpisUndCo ...
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...   Erstellt am 28.04.2006 - 03:42Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Insulinpumpentherapie



Wer "Diabetes hat", dem fehlt es an Insulin. Bei Nichtdiabetikern übernimmt die Bauchspeicheldrüse diese Insulinfreisetzung. Diabetiker müssen sich dieses Insulin jedoch selbst spritzen, mit Hilfe einer Insulinspritze oder dem Pen vor jeder Mahlzeit, damit die Blutzuckerwerte nicht unkontrolliert in die Höhe schießen.

Und auch zur Grundversorgung benötigen Menschen mit Diabetes zusätzlich Insulin, in Abhängigkeit von der Wirkdauer wird dieses Basalinsulin zusätzlich zu dem Mahlzeiteninsulin mindestens morgens und abends gespritzt NPH-Insulin. Wenn es sich um ein langwirkendes Insulinanalogon handelt, wird es zusätzlich meist nur einmal täglich, vorzugsweise als Bedtime-Dosis (abendliche Dosis, vor dem Schlafengehen) gespritzt.

Bei jedem Bissen, bei jedem Schluck muss überlegt werden. Das bedeutet: Planen, planen und nochmals planen. Lang ausschlafen ist eigentlich nicht drin, genauso wenig wie früh ins Bett gehen. Hinzu kommt: Spontane Snacks oder Sport bringen den Blutzucker durcheinander.

Doch es gibt eine komfortablere Lösung: Die Insulinpumpe

So funktioniert die Insulinpumpe

Eine Insulinpumpe sieht ähnlich aus wie ein Handy. Sie ist so klein und leicht - nur ca. 100g - dass sie bequem in eine Hosen- oder Gürteltasche passt. Das ist gerade für "modebewusste" Teens wichtig, denn dank der kleinen Maße lässt sie sich gut unter der Kleidung verbergen. Von außen kann normal keiner sehen, dass Ihre Tochter oder Ihr Sohn eine Pumpe trägt!
Die Insulinpumpe gibt permanent eine kleine Menge Insulin in den Körper ab, ähnlich wie es eine gesunde Bauchspeicheldrüse tut. Sie deckt damit den Grundbedarf ab, den Ihr Kind braucht (Basalrate). Dabei ist sie durch ein Infusionsset (einen kleinen Schlauch mit einer winzigen Kanüle) ständig mit dem Körper verbunden, meist dort, wo man normalerweise spritzen würde, z. B. am Bauch.

Am Anfang ist das sicher ungewohnt. Doch hat sich Ihr Kind erst einmal daran gewöhnt, spürt es gar nicht, dass es eine Pumpe trägt. Zusätzliche Sicherheit bietet ein Pflaster, das das Infusionsset "rutschfest" fixiert.
Die Pumpe ist zwar eine praktische Sache, doch "denken" kann sie noch nicht. Daher muss man sie programmieren und vor der Mahlzeit den Blutzucker messen. Auf Knopfdruck gibt sie dann - ebenfalls ähnlich einer gesunden Bauchspeicheldrüse - eine Extraportion Insulin (Bolus) ab. Also: Blutzucker messen nicht vergessen.

Ein weiterer Vorteil: Auch an unterschiedliche Insulinsorten müssen Sie oder Ihr Kind nicht mehr denken, denn in der Pumpe steckt schnell wirkendes Insulin (Normal- oder Analoginsulin). Dadurch lässt sich die Insulindosis kurzfristig verringern oder erhöhen, z. B. bei einem spontanen Fußballmatch oder einer plötzlichen Einladung zum Essen.

Kurz: Die Insulinpumpe bietet mehr Flexibilität - und auch das lästige Spritzen entfällt.

Vorteile der Insulinpumpe

Mehr Flexibilität, bessere Blutzuckerwerte - die Insulinpumpe macht´s möglich. Kein Wunder also, dass sich immer mehr Menschen für eine Insulinpumpen-Therapie entscheiden. Bereits 250.000 Diabetiker weltweit profitieren Tag für Tag von diesen Vorteilen.
Spontan genießen
Ihr Kind kann essen, wann und was es will, sich auch einmal kurzentschlossen umentscheiden. Oder einfach mal eine Mahlzeit ausfallen lassen.
Mehr Freiheit in der Tagesplanung
Sport treiben ohne umständliche Planung, lang ausschlafen, früh zu Bett gehen ganz nach Lust und Laune - mit der Insulinpumpe ist das alles kein Problem.
Ein Blutzuckerspiegel in Balance
Mit einer Insulinpumpe ist es möglich, den Blutzuckerspiegel optimal zu regulieren, d. h. weniger Schwankungen, weniger Hypoglykämien treten auf. Zudem verbessern sich oft die HbA1c-Werte unter einer Insulinpumpen-Therapie.
Größere Leistungsfähigkeit
Auch wenn Schulstress oder unvorgesehene Ereignisse den Tagesablauf durcheinanderbringen, mit der Insulinpumpe kann Ihre Tochter oder Ihr Sohn schnell darauf reagieren.
Weniger Spritzen
Mit der Pumpe entfällt das tägliche Insulinspritzen. Es gibt unterschiedliche Infusionssets, z. B. mit Stahlkanüle und Teflonkanüle. Infusionssets mit Stahlkanüle sollten alle zwei Tage erneuert werden, Teflonkanülen können bis zu drei Tage liegen bleiben. Doch was ist schon ein Kanülenwechsel alle 2 Tage im Vergleich zu 4 Spritzen pro Tag oder gar mehr! Gerade Kinder, die Scheu vor den Spritzen haben, empfinden dies als angenehmer.

Nachteile der Pumpentherapie


Der wichtigste Grund, der gegen eine Insulinpumpentherapie spricht, ist eine bereits gut funktionierende und etablierte Insulintherapie nach anderem Schema, mit der die individuellen Therapieziele erreicht werden und der Patient zufrieden ist. Die Insulinpumpentherapie kann keine Einstellungsprobleme lösen, die beispielsweise durch eine inkonsequent oder falsch durchgeführte Mehrfachspritzentherapie verursacht werden. Insofern müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein, damit die Umstellung auf die Insulinpumpentherapie sinnvoll ist und zum gewünschten Erfolg führt. Eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen ist zunächst der eigenständige Wunsch des Patienten nach dieser Form der Therapie. Des Weiteren muss er die Mehrfachspritzentherapie und die Blutzucker-Selbstkontrolle beherrschen. Ausführliche Aufklärung im Vorfeld soll dazu beitragen, die Erwartungen realistisch einzuschätzen. Hierfür muss der Patient ein hohes Maß an Motivation mitbringen, sich mit der eigenen Erkrankung auseinanderzusetzen, um die erforderlichen Lerninhalte zu bewältigen und im Alltag mit der Pumpe umzusetzen.

Risiken der Pumpentherapie

Zu den wichtigsten Risiken gehört die schnellere Entwicklung von Ketoazidosen, also Stoffwechselentgleisungen mit hohen Blutzuckerwerten, denn bei der Insulinpumpentherapie gibt es kein Insulindepot unter der Haut, so dass es bei Unterbrechung der Insulinzufuhr, insbesondere bei Verwendung der schnell wirkenden Insulin-Analoga, schneller zu einem relativen Insulinmangel mit hohen Blutzucker-Werten kommt. Ursachen können beispielsweise eine Verstopfung des Katheters, ein unbemerktes Herausrutschen des Katheters, ein Nachlassen der Batterieleistung, eine leere Insulinpatrone oder eine undichte Stelle im Katheter sowie den Anschluss-Stücken sein. Diese Probleme können jedoch minimiert werden durch die bereits weit entwickelten Alarmsysteme der Pumpen und durch intensive Schulung der Patienten, insbesondere im Hinblick auf häufige Blutzucker-Selbstkontrollen. So sollte ein Pumpenträger beispielsweise wissen, dass er bei jedem unerklärlichen Blutzucker-Wert über 250 mg/dl sofort den Katheter wechseln muss. Ein weiteres Problem stellen gelegentliche Katheterinfektionen dar, deren Häufigkeit bei der Insulinpumpentherapie jedoch nur ca. 10 Infektionen pro 100 Patientjahre beträgt. In den meisten Fällen ist hier zur erfolgreichen Behandlung der Infektion eine Lokaltherapie ausreichend.

Fragen und Antworten:

Woher weiß die Insulinpumpe, wie viel Insulin der Körper braucht?
Sie selbst weiß es nicht, die Insulinpumpe kann aber entsprechend programmiert werden. Man kann in der Insulinpumpe ein so genanntes "Basalratenprofil" einstellen, das für jede Stunde des Tages eine bestimmte Menge an Insulin zur Abgabe vorsieht. Wird die Insulinpumpe dann in Betrieb gesetzt, läuft diese Abgabe automatisch ohne weiteres Zutun ab.

Warum genügt es nicht, einen einzigen Wert einzustellen?
Auch bei Menschen ohne Diabetes ist die Grundabgabe (also die Basalrate) des Insulins von Tageszeit zu Tageszeit verschieden. Mit Pen oder Spritze kann man das Insulin gar nicht so fein dosieren, um dem Körper diese unterschiedlichen Mengen zuzuführen. Mit der Insulinpumpe geht das!

Ab welchem Alter ist die Insulinpumpe ideal?
Ist die Insulinpumpe erst einmal programmiert, lässt sie sich recht einfach handhaben. Bereits Schulkinder kommen mit einer Insulinpumpe prima zurecht, wenn die Eltern sie unterstützen. Entscheidend ist, ob Ihr Kind die Insulinpumpe nicht "uncool" oder gar störend findet. Denn: Wer dauernd daran denkt, dass er eine Pumpe bei sich trägt, fühlt sich vielleicht eingeschränkt.

Doch die Insulinpumpe hat viele Vorteile, die gerade Jugendliche besonders schätzen. Sie ermöglicht nun mal einen flexiblen Lebensstil. Spontan ausgehen und in der Disco tanzen, sich mit Freunden auf ein Eis treffen, schnell mal eine Runde Basketball spielen - all dies ist mit der Insulinpumpe wesentlich einfacher als mit dem Insulin-Pen.

Auch für kleine Kinder ideal. Vom gesundheitlichen Standpunkt ist eine Insulinpumpe selbst für Säuglinge und Kleinkinder ideal - und auch bereits erfolgreich im Einsatz. Doch dann müssen die Eltern die Bedienung für sie übernehmen, die erlernen Sie in einer speziellen Insulinpumpenschulung.
Dabei kommt es ganz auf Ihr Kind an: Manche Kleinkinder akzeptieren die Pumpe ohne Probleme, andere wehren sich dagegen und möchten sie sofort abreißen. Auf jeden Fall ist es einen Versuch wert. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Diabetologen darüber.





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Man sollte ruhig sagen, was man denkt. Nur sollte man es zuvor bedenken.


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