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<auswanderer>
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...   Erstellt am 20.10.2006 - 13:20Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Krankenversicherung
Das Gesundheitssystem in Holland
Die Gesundheitsversorgung ist in Holland sehr gut, aber auch sehr teuer. Für Ihren Aufenhalt in den Niederlanden sollen Sie das holländische Gesundheitssystem verstehen und sicherstellen, dass Sie entweder Anspruch auf kostenfreie Behandlung oder eine ausreichende Krankenversicherungspolice haben.


Eine Versicherung für den allgemeinen Arzt und Krankenhausaufenthalte ist in den Niederlanden angesichts der hohen Gebühren extrem wichtig. Falls Sie mehr als €32.750 pro Jahr verdienen, haben Sie keinen Anspruch auf eine gesetzliche Versicherung und müssen sich privat versichern lassen (Particuliere Ziektekostenverzekering).

Um eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten, benötigen Sie den Nachweis einer ausreichenden Krankenversicherungspolice. Falls Sie zuhause über Ihr Sozialversicherungssystem versichert sind, sollten Sie sich erkundigen, ob zwischen Ihrem Heimatland und Holland ein bilaterales Sozialversicheurngsabkommen besteht. Existiert ein solches Abkommen nicht, müssen Sie sich privat versichern lassen.

EU-BürgerAls EU-Bürger können Sie in Holland die Krankenversicherung Ihres Heimatlandes weiternutzen. Seit Juni 2004 benötigen Sie hierzu eine europäische Krankenversicherungskarte, die die Formulare E111, E110, E128 und E119 ersetzt.

Gesetzliche KrankenversicherungUngefähr 63% der holländischen Bevölkerung ist über die gesetzliche Krankenversicherung (Ziekenfonds) versichert. Die gesetzliche Krankenversicherung erstattet Behandlungskosten von Allgemein- und Fachärzten, Krankenhausaufenthalte, Medikamente, Physotherapie und Zahnbehandlungen für Kinder.

Die Versicherungsbeiträge werden automatisch von Ihrem Bruttogehalt abgezogen. Zahnbehandlungen und Brillen sind normalerweise nicht in der gesetzlichen Versicherung enthalten. Eine Zusatzversicherung für diese Leistungen kostet zwischen €5 und €50, je nach Grad der Erstattungen.

Als Ziekenfonds können Sie verschiedene Krankenkassen wählen, die alle den selben gesetzlichen Vorschriften unterliegen. Anschließend geben Sie die Details Ihrer Krankenversicherung Ihrem Arzt oder Apotheker. Die Rechnungen für Behandlungen und Medikamente werden automatisch an Ihren Versicherungsträger geschickt. Falls ein Medikamt oder eine Behandlung nicht erstattet wird, stellt Ihnen Ihre Versicherung diese in Rechnung.

Private KrankenversicherungJeder Anwohner in den Niederlanden, der nicht über das gesetzliche Versicherungssystem versichert ist, ist zum Abschluss einer privaten Krankenversicherungspolice verpflichtet (Particuliere Ziektekostenverzekering). Als Privatpatient können Sie zwischen einer Reihe von unterschiedlichen Versicherungspolicen wählen. Die meisten Versicherungen unterteilen diese in Basispolicen, erweiterte Policen und Totalversicherungen. Unterschiede finden sich zum Beispiel in den Erstattungsgrenzen sowie Vorschriften zu Behandlungsorten.

Mit einer Privatversicherung zahlen Sie Kosten für Behandlungen und Medikamente zunächst selbst und reichen anschließend die Rechnung zur Erstattung bei Ihrer Versicherung ein. Beim Vergleich der verschiedenen Versicherungsanbieter sollten Sie äußerst gründlich vorgehen, zumal die ''versteckten Kosten'' für nicht erstattungsfähige Posten oftmals im Keingedruckten stehen.
Dieser Bericht ist von www.justlanded.com




e07 ...
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...   Erstellt am 20.10.2006 - 14:13Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Man sollte beachten das der Eigenanteil der Krankenversicherung bei ca.1100€ liegt bis zu einer Einkommesgrenze bis zu 32500€ pro Jahr zuzügl die vom Arbeitgeber geleisteten 6% die Automatisch an den Fiskus abgetragen werden.

Sollte man die Einkommensgrenze unterschreiten ,hat jeder EU-Bürger das Recht einen Antrag auf Beihilfe zu stellen der auch ziemlich schnell bearbeitet wird.





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e07 ...
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...   Erstellt am 16.11.2006 - 12:43Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


hier gibts noch mehr Infos beim Ministerium für Volksgesundheit leider in Niederländisch
Hier klicken





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e07 ...
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...   Erstellt am 29.11.2006 - 13:31Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Niederländische Krankenversicherung
Auf Wettbewerb gesetzt
Zum Jahresbeginn haben die Niederländer eine Bürgerversicherung im Gesundheitssystem eingeführt. Ein Vorbild für Deutschland ist aber eher die wettbewerbliche Neuausrichtung. Unter anderem hat die Regierung in Den Haag den Bürgern mehr Wahlmöglichkeiten eingeräumt und einen Preiswettbewerb unter den Anbietern entfacht.



Verdrängung ist wichtig, um zu überleben – so sehen es Psychologen und so hält es offenbar auch die große Koalition. Seit Beginn des schwarz-roten Bündnisses schiebt die Regierung die Gesundheitsreform vor sich her. Zumindest ein Termin wurde nun angepeilt: Bis Ende März soll Gesundheitsministerin Ulla Schmidt ein grobes Konzept erarbeiten.
Um Anschauungsunterricht für die diffizile Aufgabe zu erhalten, muss die Ministerin nur wenige Kilometer von ihrer Heimatstadt Aachen nach Holland fahren. Denn Anfang 2006 hat die niederländische Regierung das Gesundheitssys­tem praktisch generalüberholt.



Die Nachbarn im Westen reagierten damit auf die hohen Kosten. Berücksichtigt man die unterschiedlichen Preisniveaus, dann brachte das niederländische Sozialsystem im Jahr 2003 für die Gesundheit eines jeden Bürgers durchschnittlich 2.234 Euro auf – fast 350 Euro mehr als im Durchschnitt sämtlicher EU-15-Länder (Grafik). Der Reformdruck wuchs zudem, weil die Kosten immer weiter aus dem Ruder liefen:
Zwischen 2000 und 2003 stiegen in den Niederlanden die Ausgaben für die Gesundheitsversorgung jedes Jahr im Schnitt um 7,3 Prozent – im EU-15-Mittel dagegen um 5,3 Prozent und hierzulande um 1,8 Prozent.
Bei ihrer Reform hat die Regierung in Den Haag sowohl die Einnahmeseite ummodelliert als auch für mehr Wettbewerb gesorgt:



Bürgerversicherung. Die gesetzliche Krankenversicherung in den Niederlanden deckt nur die akut-medizinische Versorgung ab. So genannte nicht versicherbare Risiken werden dagegen schon seit Jahren über eine obligatorische Bürgerversicherung aufgefangen. Zu solchen Risiken zählen unsere Nachbarn etwa die Alten- und Behindertenpflege sowie lange Krankenhausaufenthalte. Der Beitragssatz beträgt aktuell 12,55 Prozent des Einkommens und wird von den Bürgern alleine getragen.
Im Bereich der akut-medizinischen Versorgung gingen die Niederlande lange Zeit den gleichen Weg wie Deutschland (Tableau): Bis zu einer bestimmten Einkommensgrenze mussten sich abhängig Beschäftigte, Rentner, Arbeitslose und Selbstständige über eine gesetzliche Kasse versichern. Wer mehr verdiente, hatte sich einer privaten Versicherung anzuschließen – eine freiwillige Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Kasse war nicht erlaubt.



Auch die Finanzierung erinnerte grob an das deutsche System: Die gesetzlich Versicherten zahlten einen Beitragssatz von 8 Prozent des Arbeitseinkommens, wovon der Arbeitgeber 6,75 Prozentpunkte übernahm. Hinzu kam eine monatliche Pauschale von 30 Euro je Erwachsenen. Die privaten Versicherungen verlangten von ihren Mitgliedern meist eine risikoäquivalente Prämie.
Zum Jahresbeginn 2006 hat die Regierung nun auch für die akut-medizinische Versorgung die Bürgerversicherung eingeführt. Seither zahlt jeder erwachsene Niederländer unabhängig von seiner Gesundheit oder seinem Einkommen eine Prämie von durchschnittlich 92 Euro im Monat – die genaue Höhe variiert zwischen den Anbietern. Die Prämien für nicht erwerbstätige Kinder unter 18 Jahren werden aus Steuermitteln finanziert.



Zusätzlich überweist der Arbeitgeber 6,5 Prozent des Bruttolohns an die Träger der Bürgerversicherung – bis zu einer Bemessungsgrenze von rund 30.000 Euro. Für Selbstständige gilt ein ermäßigter Satz von 4,5 Prozent.
Geringverdiener erhalten einkommensabhängig einen Zuschuss zur Prämie aus Steuermitteln. Anspruch auf die Unterstützung aus der Staatskasse haben nach Schätzungen des Finanzministeriums in Den Haag etwa 6,5 Millionen Niederländer. Den Fiskus könnte das rund 2,5 Milliarden Euro pro Jahr kosten.
Die Reform der Einnahmeseite sorgt jedoch nur für eine neue Verteilung der Finanzierungslasten. Den Ausgabenanstieg kann sie nicht bremsen. Deshalb wagt das Polderland weitere Schritte:



Basissicherung. Der Leistungskatalog der gesetzlichen Versicherung wurde gekürzt. Zahnmedizin und psychiatrische Behandlungen etwa müssen die Niederländer nun privat bezahlen oder über eine Zusatzversicherung abrechnen.



Kostenverantwortung. Seit Januar können die Niederländer Selbstbehalte von jährlich bis zu 500 Euro wählen und damit ihre Prämie senken. Gleichzeitig erhalten Mitglieder, die ihre Versicherung ein Jahr lang nicht in Anspruch nehmen, bis zu 255 Euro zurück.
Bei Arzneimitteln erstatten die Kassen den Durchschnittspreis für Medikamente mit gleichen Wirkstoffen. Mehrkosten müssen die Patienten aus eigener Tasche zahlen. Wer dagegen zu günstigeren Arzneimitteln greift, kann die Differenz zum Durchschnittspreis behalten.
Die Maßnahmen sollen die Bürger animieren, kostenbewusst mit den Leistungen umzugehen.



Privatisierung. Die öffentlich-rechtlichen Versicherungsträger in der GKV wurden privatisiert. Jetzt konkurrieren nur noch private Anbieter um Mitglieder. Regionale Monopole und Bestandsschutz gehören damit der Vergangenheit an.



Vertragsfreiheit. Die Niederländer haben seit Jahresbeginn die Wahl: Entweder sie begleichen ihre Arztrechnungen selbst und holen sich das Geld anschließend von ihrer Kasse zurück. Oder die Mediziner rechnen sofort mit der Versicherung ab. Wer sich für dieses so genannte Sachleistungsprinzip entscheidet, kann allerdings nur zu Ärzten gehen, die von den Versicherungen akzeptiert werden. Das sorgt für Wettbewerb unter den Medizinern. Denn die Ärzte werden sich künftig über gute Qualität und Wirtschaftlichkeit bei den Kassen empfehlen müssen.



Was könnte Ulla Schmidt von einem Ausflug in die Niederlande mitbringen? Eine Blaupause für die Reform der Einnahmeseite sicherlich nicht. Denn im Gegensatz zu den deutschen Pendants sammeln die niederländischen Privatkassen kein Kapital für im Alter wachsende Ausgaben an. Deshalb konnten die Niederlande die privaten Anbieter in eine Bürgerversicherung einbinden. In Deutschland lässt sich die kapitalgedeckte Versicherung nicht unter das Dach des Umlageverfahrens bringen. Für den Erhalt dieses Systems spricht ohnehin, dass anders als in der umlagefinanzierten Krankenversicherung keine demographisch bedingten Lasten auf die späteren Generationen überwälzt werden.
Der eigentliche Reformschritt in den Niederlanden besteht aber in der wettbewerblichen Neuausrichtung des Gesundheitssystems. Während die Politik hierzulande noch immer mit erfolglosen Kostendämpfungsmaßnahmen herumlaviert, traut sich das kleine Nachbarland, die Marktkräfte sinnvoll zu nutzen.


Quelle: Institut für Wirtschaft Köln





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