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May ...
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...   Erstellt am 18.10.2009 - 00:36Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Geschehnisse, die in der Vergangenheit stattfinden und Auswirkungen auf das Hier und Jetzt haben, werden in diesem Thread dokumentiert.

[Dieser Beitrag wurde am 19.02.2011 - 22:54 von May aktualisiert]





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Ashton ...
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...   Erstellt am 01.11.2009 - 16:42Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


October 2023

Zur gleichen Zeit, während sich JR und Lolita in der Küche stritten, in einem feinen New Yorker Restaurant…

“Und das Beste ist, haltet euch fest, ich werde nach Fort Obama versetzt.” Ashton platzte vor Freude beinahe aus dem schicken Kleid, das ihre Tante Evangelina auf Harrys Wunsch hin besorgt hatte, damit Ashton nicht auf die Idee kam, in Uniform mit der Familie essen zu gehen. Sie war gleich nach dem Abschluss der Highschool zu den Marines gegangen. Mit der Unterstützung ihres Onkels Tony und MJ, den Harry dafür beinahe erwürgt hatte. Ashton war jetzt gerade mal 21 geworden. Ihr Bruder TK, dessen Gabel nun klirrend auf den Teller mit dem Hauptgericht fiel, war 17 Jahre alt. Harrys Kinder waren erwachsene Individuen mit einem eigenen Kopf. Es fiel ihr nur manchmal schwer, das schon zu akzeptieren. Obwohl sie eigentlich als der sachlich überlegende Kopf in der Familie galt.

Fort Obama, benannt nach dem ersten farbigen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, galt als die Fliegerhochburg der US Army. Wer es dorthin schaffte und die Ausbildung dort hinter sich brachte, gehörte zu den potentiell besten Fliegern in den Staaten. Ashton hatte sich förmlich den Arsch dafür aufgerissen, vom Helikopter in die Hornet zu kommen. Sie hatte jeden dafür erforderlichen Test dafür mitgemacht. Sich von Vorgesetzten und Psychologen förmlich matschig reden lassen. Ganz zu schweigen von dem Fitnessdrill, bei dem sie ganz schön an ihre Grenzen gekommen und letztendlich weit darüber hinaus gegangen war. Ihren beiden Onkeln, DC und Tony, sowie MJ sei Dank. Ohne deren Unterstützung wäre sie niemals so weit gekommen. Wäre da nicht ihr großer Traum vom Fliegen gewesen und dem guten Gefühl seinem Land dienen zu dürfen, in dem sie dem Corps beitrat wie ihr Onkel das vor Jahren getan hatte, wäre sie wohl sportlich genauso wenig in die Puschen gekommen wie ihre Mutter.

Nicht, dass Harry nicht gut aussah und MJ die kleinen Pölsterchen am Körper seiner Frau nicht liebte, aber Ashton fand, dass sie durchaus nach der zweiten Schwangerschaft mit TK ein wenig mehr für sich hätte tun können. So stressig fand Ashton deren Job als Chirurgin gar nicht. Zumal ihre Mutter meistens Privatpatienten behandelte, seit sie die Gemeinschaftspraxis mit Race Delgado hatte. Dass sie inzwischen mit dem Gedanken spielte, ein Jahr bei den Ärzten ohne Grenzen mitzuwirken, ahnte Ashton ja nicht, da Harry noch nichts von ihren Plänen offenbart hatte. Im Gegensatz zu ihrer Tochter, die, das durfte man nicht falsch verstehen, ihre Mutter in höchstem Maße verehrte und liebte. Schließlich hatte sie eine äußerst glückliche Kindheit gehabt. Zuerst bei Mutter und Onkel und dann mit ihrem neuen Dad. MJ, den sie ebenfalls genauso mochte, als wäre er ihr richtiger Vater.

“Was sagst du, TK? Ist das nicht spitze?” Ashton hob die Hand, damit ihr Bruder einschlagen konnte, doch ihre Mutter hielt ihn davon ab.
“ Fort Obama ist in Florida, Ashton!” Harry hielt TK am Arm fest, um ihn daran zu hindern leichtfertig die Begeisterung seiner Schwester zu teilen. Sie sah mit einem Mal sichtlich geschockt aus. Der sprudelnde Quell der Freude versiegte langsam in Ashton und vertrocknete zu einem lustlos dahin plätschernden Strom.
“ Das weiß ich, Mum. Ich dachte, du freust dich, wenn ich nach dem Erhalt des Sergeant - Rangs dafür sorge, meine Ausbildung voranzutreiben.” Ashton schob die Unterlippe ein klein wenig schmollend vor. Sie hätte es doch lieber zuerst Tony erzählen sollen. Oder Ally. Ihre Cousine war immer begeistert, wenn Ashton mit ihr über die Ausbildung sprach. Nicht mal die härtesten Geschichten konnten Tonys Tochter erschüttern. Ally hatte offensichtlich nur das gute Aussehen von ihrer Mutter geerbt. Beim Rest kam sie ganz nach ihrem Vater und ihrem Lieblingsonkel DC.

“Ashton, es geht hier nicht um mich. Das weißt du.”, hob Harry an und gab endlich das Sakko ihres Sohnes aus dem mütterlichen Klammergriff frei.
“Du hast schon aus Washington jedes zweite Wochenende Rotz und Wasser heulend angerufen, weil du Heimweh hattest und die Trennung von Jo…”
“FANG JETZT NICHT DAVON AN, MUM!” Ashton war unabsichtlich laut geworden. Sie konnte und wollte sich den Abend nun nicht weiter vermiesen lassen. Sie hatte alles dafür getan, um da hin zu kommen, wonach andere in ihrer Militärklasse sich immer noch die Finger leckten oder einsehen mussten, dieses Ziel, zu den Besten zu gehören, niemals erreichen würden.

An den Nebentischen wurde es für einen Moment in neugierigem Einvernehmen still. MJ, immer noch der Spaßvogel in der Familie, prostete den geschniegelt aussehenden Herrschaften direkt hinter Harry und TK zu. Die ältere Dame dort, gekleidet als wäre sie eben noch Stargast einer Operngala gewesen, rang sich glatt ein kleines Lächeln ab. MJ hatte nichts von seinem jugendlichen Charme verloren. Ashton neben ihm kassierte aber ein pikiertes Naserümpfen. Als die Dame sich wieder ihrem Essen zuwandte, streckte Ashton ihr hinterrücks die Zunge raus.

“Ashton!”
Nun war Harry offensichtlich daran gelegen, die Fassung zu verlieren. TK gab seinem Dad das Zeichen, mit nach draußen zu kommen. Sie hatten auch dann noch Zeit zum Frieden stiften, wenn das J-Wort beim Essen nicht mehr ausgesprochen werden würde. Sich zwischen die Fronten von Mutter und Tochter zu begeben, konnte durchaus das vorzeitige Ende eines bis dato sehr gemütlichen Essens bedeuten.

“Hast du überhaupt schon mit Johnny gesprochen?”, fuhr Harry dann doch etwas leiser fort, nachdem ihre Männer den Tisch verlassen hatten. Vertrauensvoll legte sie ihre ruhige Chirurgenhand auf die ihrer Tochter und fühlte das Zittern nach, das Ashton just in diesem Moment erfasste.
“Schließlich hast du versprochen, nie weiter weg zu gehen als Washington D.C . “ Nicht nur wegen Johnny wurde Harrys Blick nun ein wenig wehmütig. Obwohl sie selbst Pläne hegte, möglicherweise für ein Jahr das Land zu verlassen, wollte sie ihre Kinder nie weiter weg als wenige Flugstunden wissen. Gut, Florida war nun nicht auf einem anderen Kontinent. Aber ihr war nicht wohl dabei, Ashton in einem tonnenschweren Metallmonster durch die Luft fliegen zu wissen. In einem Ding, das ihr schneller über den Kopf wachsen konnte als Zeit ins Land zog. Nicht nur ihr Freund und dessen Mutter hatten Bedenken wegen eines Absturzes. Auch Harry hatte so manch schlaflose Nacht hinter sich, in der sie sich alle möglichen Szenarien ausgemalt hatte, die allesamt damit endeten, das Ashton mit Überschallgeschwindigkeit ins Meer stürzte.

“Ich hab gar nichts versprochen, Mum.” Ashton rollte uneinsichtig mit den Augen und zuckte dann mit den Schultern.
“Wir sind heute Abend im Poolhaus verabredet. Nach dem Essen. Ich bin doch erst heute angekommen und er hat wahnsinnig viel zu tun. Ich hab ihm eine Nachricht geschickt. - Und was wollt ihr eigentlich alle? Ich rede hier von Fort Obama. Das ist so, als würde Evs Tochter plötzlich doch noch eine Modelkarriere in Europa starten. Sonst seit ihr doch auch immer so aus dem Häuschen, wenn jemand in der Familie erfolgreich ist. Kannst du dich nicht wenigstens ein bisschen für mich freuen?”

Ashton schaute so um Anerkennung heischend drein, dass Harry Bauchschmerzen bekam und keinerlei Hunger mehr verspürte.

“Das war immer mein Traum, Mum. Du hast gesagt, ich soll an meinen Träumen festhalten und du warst nie dagegen. Warum ist das auf einmal anders? Mum?”

Weil Harry etwas wusste, von dem Ashton offensichtlich noch nicht das Geringste ahnte oder gewisse Tatsachen einfach verdrängte. Wenn Ashton nach Florida ging, um sich dort in einer Spezialeinheit zum Fliegen eines Kampfjets ausbilden zu lassen, würde das womöglich, nein, mit größter Wahrscheinlichkeit das Ende ihrer Beziehung mit Johnny Lorenzo Hayder bedeuten. Und was das für ihre Tochter bedeuten konnte, die zuweilen sehr sensibel reagierte, mochte sich Harry auch nicht vorstellen. Wenn sie in ein schier unberechenbares Objekt stieg, den Himmel erklomm und durch irgendeinen ablenkenden Gedanken die Kontrolle verlor. Sie war doch ihr kleines Mädchen. Eigentlich wäre es ihr lieber gewesen, sie würde ebenfalls Medizin studieren. Klug genug war sie ja. Das sah man schon daran, wie sie die vielen Leistungstests der Army mit Bravour bestand.

“Mum? Alles in Ordnung?”

Ashton sah zunächst in Harrys Augen und dann herunter auf ihre immer noch übereinander liegenden Hände. Harry zitterte nun ebenfalls. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass sicher nichts in Ordnung war.
“ Sprich erst einmal mit Johnny darüber. Dann sehen wir weiter. Man muss ja nichts überstürzen, nicht wahr?”
“Überstürzen?” Ashton blinzelte geschockt und war den Tränen nahe. “Ich dachte, wir sind hier, um das zu feiern.”

MJ und TK kehrten an den Tisch zurück. Ashton war die Lust auf den Schokoladenkuchen zum Nachtisch vergangen. Ihr Bruder konnte beide Stücke haben. Von ihrer guten Laune war nichts mehr übrig.

[Dieser Beitrag wurde am 01.11.2009 - 16:52 von Ashton aktualisiert]





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Johnny ...
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...   Erstellt am 01.11.2009 - 18:57Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Derweil in Prosperity...

Johnny war ziemlich durch den Wind. Irgendwie hatte er sich die Rückkehr von Ashton etwas freudiger vorgestellt. Leider war er gerade beruflich mehr als eingebunden und privat noch mehr. Er war spät dran, weil er gleich nach der Arbeit bei seiner kleinen Schwester vorbeigefahren war, die an der PU in einem der Wohnheime wohnte, obwohl ihr Elternhaus praktisch um die Ecke lag.
Johnny wußte genau, daß es ihr dabei nicht um den Erhalt von Freiheit ging, daß sie umgezogen war.
Sie war noch nie besonders darauf aus gewesen, sich auf Parties zu amüsieren, auch wenn die jüngeren Mädchen immer wieder versuchten, sie mit einzubeziehen. Nicht, daß Serafina das Ausgehen mit ihren Freundinnen nicht mochte, aber sie zog es vor, die anderen zu beobachten, weil ihr ein Stück dieser ungebändigten Wildheit fehlte, die den Delgados, Laroches und McKinleys zu eigen war. Sie war eben ganz wie ihre Mutter sowie Johnny sehr nach seinem Vater kam.

Johnny parkte seinen schicken Mercedes in Schwarzmetallic vor dem Poolhaus, nachdem er das große Tor passiert hatte. Es war ein Geschäftswagen, den er sich redlich mit sehr vielen Überstunden verdient hatte. Zumindest einen Vorteil hatte Ashtons Ausbildung in Washington, sie kamen beide beruflich schnell vorwärts, weil sie die Zeit der Trennung sinnvoll nutzten. Nun würde Johnny endlich ein wenig mehr Zeit haben, weil er sich seine Lorbeeren und sein eigenes Büro mit Aussicht mit sehr viel Einsatz erarbeitet hatte.
Geldgeschäfte lagen ihm eben im Blut und mit den guten Verbindungen der Familie hatte er sich den Job bei den Stanhopes ergattert. Die Stanhopes, weil deren älteste Tochter, Tamara, die erste weibliche Präsidentin in der Geschichte der USA war.
Johnny hatte sie einmal bei einer Party getroffen, die sein Boß gegeben hatte, um die Geburt seines ersten Sohnes zu feiern. Beeindruckende Lady, zum Glück war er an den Umgang mit starken Frauen gewöhnt, sonst hätte doch noch Fracksausen bekommen, als er ihr vorgestellt worden war. Beziehungen brachten einen aber nur so weit, den Rest mußte er schon selbst tun, wobei er genug Ehrgeiz besaß, sich immer wieder beweisen zu wollen, ohne daß er sich davon getrieben und aufgefressen fühlte. Eigentlich sagte man ihm nach, ziemlich ausgeglichen zu sein, bis irgendwann sein italienisches Temperament mit ihm durchging…

Im Haus begab sich Johnny gleich ins Wohnzimmer, wo er den Kragen seines Hemdes lockerte, nachdem er die Krawatte schon im Wagen losgeworden war. Er machte ein Feuer im Kamin und zündete zusätzlich ein paar Kerzen an, damit es richtig gemütlich wurde, wenn Ashton von ihrem Essen mit der Familie heimkam. Er wäre gerne dabei gewesen, doch sein Zeitplan hatte es einfach nicht erlaubt.
Er stellte ein kleines Kistchen auf dem Sims des Kamins ab und schob eines der Familienbilder zurecht, damit es nicht sofort ins Auge fiel. Johnny war sich nicht sicher, ob er es heute zum Einsatz bringen sollte.
Selbst wenn Ashton nicht gerade der romantische Typ war, wollte sie damit bestimmt auch nicht überfallen werden. Johnny zögerte auch noch, weil er ein Stück älter als sie war. Er hatte seinen Platz im Leben gefunden und Ashton schien noch auf der Suche zu sein… Und seine Mutter hatte bei weitem weniger begeistert reagiert, als er ihr erzählte, was er vorhatte. Sie mochte Ashton, keine Frage, aber sie hatte Bedenken wegen ihres Alters. Aber konnte das wirklich ein Hindernis sein, wenn man sich sicher war?

„Wirst Du sie fragen…? Wenn ja, dann darfst Du kein Licht machen! Mach das Feuer im Kamin an und zünde ein paar Kerzen an! Ich würde mich so sehr für euch freuen!“, hatte seine Schwester ihm mit freudig leuchtenden Augen angeraten.
Für ihn würde sie wohl immer das kleine verschüchterte Mädchen bleiben, das am Rockzipfel ihrer Mutter hing und danach an Mikes Hosenbeinen, den sie abgöttisch liebte. Mike hatte sogar ihren Patenonkel übertrumpfen können, was damals beinahe schon ein kleines Wunder gewesen war.

Johnny blinzelte die Erinnerungen an die Hochzeit seiner Eltern weg. Er fühlte sich immer noch dafür verantwortlich, für „seine“ Frauen zu sorgen, auch nachdem Mike sie adoptiert hatte. Er hatte seinen damaligen Ausspruch in der Kirche ernst gemeint. Er war der erste Mann im Haus und Mike hatte das immer akzeptiert. Oder ihn zumindest in Entscheidungen mit einbezogen, als er älter und verständiger wurde. In jedem Fall ließ Johnny nichts und niemanden auf seine Familie kommen.
Er fuhr sich ein wenig nervös durch die dunkle Haartolle, die tagsüber sorgfältig gebändigt wurde. Ein Erbe seines Vaters, an den er sich kaum noch erinnern konnte. Aber in seinem Elternhaus gab es immer noch Bilder von ihm. Mike hatte ihn zum Glück nie beiseite drängen wollen. Seine Mutter war mit ihm sehr glücklich und das war für Johnny das Allerwichtigste.

Johnny überlegte, ob er eventuell Champagner und Gläser vorbereiten sollte, verwarf diesen Gedanken dann aber als zu voreilig, weil er noch nicht wußte, wie Ashton drauf war. Er wollte sie auch nicht vollkommen überrumpeln, auch wenn seine Schwester die Vorstellung romantisch fand. Sie hätte ihm auch die Vorbereitungen abgenommen, wenn er sie nicht davon abgehalten hätte, weil ein Mann gewisse Dinge eben selbst tun mußte, auch wenn seine Zeit mehr als knapp war.
Immerhin hatte sie ihm beim Aussuchen des Rings geholfen. Serafina war vollkommen in ihrem Element gewesen und Johnny einfach nur froh, jemanden an seiner Seite zu haben, der den Verkäufer bei Harry Winston verstand. Johnny hatte sie damit geneckt, daß sie doch eigentlich Hochzeitsplanung statt Literatur studieren sollte.

Johnny ließ sich auf der Couch nieder, die dem Kamin gegenüber stand und legte den Kopf in den Nacken, um das Tanzen der Flammen als Schattenspiel an der Decke zu beobachten. Jetzt mußte nur noch Ashton nach Hause kommen. Das lange Warten hatte ein Ende. Jetzt blieb sie hoffentlich eine Weile irgendwo in der Nähe…





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Ashton ...
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...   Erstellt am 01.11.2009 - 23:33Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


“ Hey, du bist ja schon da. - Warum sitzt du hier im Dunkeln? Das ist doch nicht gut für die Augen.”

Ashton betrat mit den Schuhen in der Hand das Poolhaus und knipste zuerst einmal das Licht an, bevor sie die schönen Jimmy Choos in eine Ecke donnerte. Die Dinger kosteten immer noch ein Vermögen, verfehlten ihren Wert bei Ashton, die sich noch nie groß was aus schönen Klamotten gemacht hatte, jedoch vollkommen. Zumal sie das Preisschild nie gesehen hatte, da sie ebenfalls wie das Kleid von Ev besorgt worden waren.

Als nächstes zerrte sie die Spangen aus dem Haar, das in einer glatten honigblonden Kaskade auf ihre Schultern herunterfiel, bevor sie mit einer Hand hindurch fuhr und sie durcheinander wühlte.

“Wie war dein Tag? -Anstrengend? - Für den Kamin ist es aber noch ein bisschen zu warm, oder? Was machen wir denn im Winter, hm? - Mum und MJ lassen dich schön grüßen. TK fand es schade, dass du beim Essen nicht dabei sein konntest. Ich natürlich auch.” Ashton hantierte bereits an dem Reißverschluss ihres Kleides, als sie die Couch erreichte, um Johnny immerhin einen kleinen Kuss zu geben, der ihre ja wirklich herzlich ausfallende Begrüßung perfekt machte. Offensichtlich fiel ihr selbst nicht so sehr auf, wie lange sie sich nicht gesehen hatten. Sie hatte einfach zu viel zu tun gehabt. Die Zeit bis zu ihrem Urlaub war viel zu schnell verflogen und somit auch das Warten auf das Wiedersehen. Im letzten Jahr hatte sie kaum noch so viel Heimweh wie in der Anfangszeit verspürt. Sie hatte eben ein Ziel, das sie mit allen Mitteln erreichen wollte und jetzt, wo sie es geschafft hatte, wirkte nichts mehr so hart wie zu Beginn ihrer Ausbildung. Ihre Mutter hatte übertrieben, als sie behauptet hatte, sie hätte jedes zweite Wochenende wegen der Trennung von Johnny geheult. Wenn überhaupt, dann nur jedes dritte oder vierte, wenn die Sehnsucht nach ihm und der Druck der Ausbildung zu groß für sie geworden zu sein schien. Nun konnte sie sich unter ihresgleichen behaupten. Sie hatte sich durchgebissen und war mit wehenden Fahnen auf dem Weg nach Fort Obama.

Innerlich hätte sie bereits wieder jubilieren können, obwohl die Verabschiedung von ihrer Mutter vorhin am Haupthaus noch ziemlich unterkühlt gewesen war. Johnny würde sicher mehr Verständnis aufbringen. Da war sich Ashton ziemlich sicher. Sie zog ja nicht hinaus in die weite Welt. Nur ein paar Bundesstaaten weiter. Vielleicht würde sie ihre Hornet sogar irgendwann einmal über New York fliegen. Das wäre doch was. Wenn sie bewies, wie gut sie als Pilotin war, würde niemand mehr an ihr zweifeln. Was sie sich in den Kopf gesetzt hatte, schaffte sie auch. Sie würde Jets fliegen und ihre Familie würde sich daran gewöhnen.

“ Ich zieh mir nur schnell etwas Bequemeres an, okay? Dann können wir reden. - Oder soll ich so bleiben und wir reden später? Wir haben uns ja ewig nicht mehr gesehen.” Sie war aus dem Kleid geschlüpft und präsentierte sich kurz in ihrer Unterwäsche und halterlosen Strümpfen im Türrahmen. Seit sie sich das letzte Mal gesehen hatten, hatte sie noch ein wenig mehr an Muskelmasse zu gelegt und Fett verloren. Schuld daran waren die knallharten Fitnesstests, die sie ablegen musste und dabei reichte es nicht, nur das Soll der Frauen zu erfüllen. Wenn sie mithalten wollte, musste sie die Männer in den Schatten stellen. Ashton hätte jederzeit eine Wette darauf abgeschlossen, dass sie nun an einem wirklich guten Tag auch DC in der Zahl der Situps schlug. Sie war zwar noch weit davon entfernt wie eine Bodybuilderin auszusehen, doch wenn sie demnächst nicht wie ein Schrank ohne weibliche Formen aussehen und einen Stiernacken riskieren wollte, sollte sie ein bisschen langsamer machen. Sobald sie wieder mehr ihr Köpfchen gebrauchen durfte und das im Cockpit einer heißen Maschine, war das sowieso kein Thema mehr.

“Okay, dann nicht. Ich bin gleich wieder da.” Johnny machte keinerlei Anstalten, ihr ins Schlafzimmer zu folgen. Ashton überlegte, ob sie auch deswegen schmollen sollte, aber das machte ihn ja auch nicht williger. Die Bankgeschäfte versauten ihm manchmal ganz schön die Stimmung. Manchmal machte er sich einfach zu viel Sorgen um alles.

Sie schlüpfte in ein altes, ausrangiertes Pyjamaoberteil, das einmal Johnny gehört hatte und zog die Nylonstrümpfe aus, die ebenfalls achtlos in einer Ecke landeten. Barfüßig kehrte sie ins Wohnzimmer zurück. Die Fußbodenheizung war an. Mit dem Feuer im Kamin war es also wirklich schön warm. Richtig gemütlich. Erst jetzt fielen ihr die Kerzen auf, die er angezündet hatte.
“Oh! Scheiße. Tut mir leid. Ich hab‘s versaut.”

Sie hatte ihn viel zu salopp begrüßt und den von ihm zweifellos liebevoll vorbereiteten Details keinerlei Aufmerksamkeit geschenkt. Er hatte sogar schon den Kragen seines Hemds gelockert. Eine Aufgabe, die in letzter Zeit eigentlich immer Ashton für ihn übernommen hatte, bevor sie ihm die völlig verspannten Schultern massierte und dafür sorgte, dass er locker wurde. Heute war er locker und sie hatte es nicht gemerkt, obwohl es die besten Voraussetzungen für ihr Gespräch mit ihm sein dürfte.
Mit betretener Miene löschte sie erneut das Deckenlicht und huschte dann eilig zu ihm auf die Couch, wo sie ihn abermals küsste.
“Wirklich, es tut mir so leid. So, so, so, so, so, so leid.” Jedem so folgte ein schon wesentlich überzeugenderer Kuss als der, den sie ihm bei ihrer Begrüßung aufgedrückt hatte.
“Du bist doch nicht böse auf mich, oder?” Sie schenkte ihm ein um Vergebung heischendes Lächeln, küsste ihn noch mal und machte sich gleichzeitig an den noch geschlossenen Knöpfen seines Hemdes zu schaffen. Er sollte bloß nicht glauben, dass sie ihn während des ganzen Stress in den letzten Wochen nicht vermisst hatte.





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Johnny ...
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...   Erstellt am 02.11.2009 - 23:08Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Johnny fuhr alarmiert aus dem Schlummer hoch, in den er wegen leichter Übermüdung gedriftet war, und blinzelte heftig, als ihn das grelle Licht traf, mit dem er nicht gerechnet hatte. Ashton.
Sie erwischte ihn nun doch ziemlich unvorbereitet und überfuhr ihn praktisch wie ein Hochgeschwindigkeitszug. Sie war manchmal wie eine geladene Waffe, deren Sicherung man vergessen hatte anzuziehen. Jetzt bloß nicht aus dem Gleichgewicht bringen, sonst ging das Ding los und zwar nach hinten. Johnny ließ sich den Kuß gefallen und beobachtete sie weiter bei ihrem Tun, weil er nicht sicher war, in welcher Stimmung sie sich gerade befand. Und er mußte erst richtig wach werden, sonst würde er womöglich noch das Falsche sagen oder tun.

Er erinnerte sich noch genau an die harte Zeit am Anfang, als die Trennung von ihm ihr dermaßen an die Nieren ging, daß sie mehrmals weinend bei ihm angerufen hatte. Johnny hatte sie natürlich bestärkt, daß sie durchhalten sollte und sich sogar die Zeit genommen, sie zwischendurch nur für ein paar Stunden lang in Washington zu besuchen. Das waren Killerwochen gewesen, aber Ashton war ihm jede Mühe wert. Zudem er es nicht aushalten konnte, wenn sie weinte und unglücklich war. Wie früher eben, als sie ein kleines Mädchen gewesen war und er ihr großer Beschützer.
Johnnys Blick klebte förmlich an ihrer schlanken durchtrainierten Gestalt in der wirklich aufreizenden Wäsche fest, als sie im Türrahmen erschien. Er war mit einem Schlag glockenwach, blieb jedoch sitzen und ließ sie vorerst abziehen. Er fuhr sich mit beiden Händen über das Gesicht und verzog den Mund, als er den leichten Bartschatten spürte, weil die letzte Rasur viel zu lange her war. Manchmal rasierte er sich in den Nachmittagsstunden ein zweites Mal, weil er sonst ein wenig zu sehr nach Gangster aussah. Und das vertrug sich kaum mit seinem Job. Die Leute vertrauten ihm schließlich große Vermögen an.

Johnnys Augen leuchteten auf, als Ashton ins Wohnzimmer zurückkehrte. Bettfertig in eines seiner alten Oberteile gehüllt, das ihr knapp bis unterhalb ihres kleinen festen Hinterteils reichte. Diesen saloppen Aufzug zog er eindeutig dem der Reizwäsche vor.
Es erinnerte ihn aus sorglose und ausgelassene Balgereien, als er sie noch für zu jung befunden hatte, intimer miteinander zu werden. Er war eben fünf Jahre älter und das machte einen ziemlich großen Unterschied, wenn das Mädchen erst sechzehn war.
MJ hätte ihn wohl kastriert, wenn er sich seiner Tochter gegenüber daneben benommen hätte, auch wenn er immer noch seiner Hippie-Mentalität frönte. Bei seiner Tochter hörte der Spaß allerdings auf.

„Hm…?! Da muß ich schwer überlegen!“, murmelte Johnny schon längst besänftigt an ihrem Mund, als sie zu ihm auf die Couch kroch und versuchte, ihn in Stimmung zu küssen, was überhaupt nicht nötig war. Er war schon lange auf sie angesprungen.
Er packte sie unvermittelt um die Taille und hob sie auf seinen Schoß, um ihr noch näher sein zu können, nachdem sie sein Hemd ungeduldig zur Seite geschoben hatte. Seine Hände fuhren ihre Hüften entlang und ertasteten ausgeprägte Muskelpartien, die zuvor nicht da gewesen waren. Nach einem weiteren hungrigen Kuß legte er den Kopf etwas zurück, um sie anzugrinsen.
„Du läßt mich ganz schön alt aussehen, Colonel! Wie soll ein Schreibtischhengst wie ich armes Würstchen da mithalten, hm?!“, neckte er sie, wobei er noch lange nicht so weit war, ihr in der körperlichen Fitness unterlegen zu sein.
Er brauchte den sportlichen Ausgleich, weil er sonst durchdrehen würde. Die Firma besaß glücklicherweise einen eigenen Fitnessclub im Gebäude, den Johnny regelmäßig nutzte. Er mochte zwar nicht mit schwerem Gepäck durch den Matsch kriechen, aber das wäre auch gar nicht sein Stil gewesen. Auf den Punchingball einzuschlagen, wirkte in jedem Fall sehr befreien, um Streß abzubauen. Aber es gab noch eine viel angenehmere Art, das zu tun…

Johnny's Proposal Theme

Baby when i look at you you know it breaks my heart in two
How beautiful you are I've seen you in a million dreams
Now you're finally here with me we will never be apart
I wanna hold you forever that's all i'll ever need


Ashton fand sich auf dem Rücken der breiten Sitzfläche wieder, noch bevor sie auch nur blinzeln konnte und Johnny plünderte ihren Mund mit hungrigen Küssen, während seine Hände begierig das Gefühl wieder in sich aufnahmen, ihre warme duftende Haut zu berühren.
Seine rechte Hand glitt vorwitzig in ihr Höschen und fand sie bereit für sich vor, so daß er jegliche Bedenken und Zurückhaltung über Bord warf. Ashton nahm die Pille und er hatte sich natürlich testen lassen, bevor sie einen Schritt weiter gingen, weil sie natürlich nicht seine erste Frau gewesen war. Es hatte nicht viele gegeben, aber er war älter und zwischen sechzehn und zwanzig hatte sich eben doch einiges getan, ohne dabei allzu sehr in die Tiefe zu gehen. Er war eben ein ganz normaler Teenager gewesen und ziemlich beliebt bei den Mädchen auf der Schule.
„Gott… Ashton, ich kann nicht länger warten… Ich hab dich so sehr vermißt!“, flüsterte Johnny heiser durch ihr zerwühltes Haar in ihr Ohr, ohne sich die Zeit zu nehmen, seine Klamotten loszuwerden. Das war nicht nötig, er mußte nur den Gürtel wegziehen und den Reißverschluß öffnen… Das tat er, ohne sich von ihren Lippen zu lösen. Mit einem zufriedenen Lächeln nahm er ihr lustvolles Aufstöhnen in sich auf, als er ihren Schoß mit einem Stoß eroberte, um sie ganz und gar auszufüllen und sie für sich zu beanspruchen. Er hatte nicht übertrieben. Er hatte lange genug gewartet und konnte das nun nicht mehr. Es war genug. Alles andere ging im Rausch der Leidenschaft unter. Ein Mal war lange nicht ausreichend, die aufgestaute Sehnsucht zu stillen…

You are my love you are my life
My heart and soul the truest friend i've ever known
You are my world all of my dreams
My fantasy, my reality I love everything you are…
*


Einige Zeit später lagen sie beide erschöpft und angenehm befriedigt eng aneinander gekuschelt auf dem Sofa. Johnny hatte Ashton auf seine Brust gezogen und hatte seine Nase in ihre Haare gegraben, während er ihren Rücken kraulte und ihrem sich beruhigenden Atem lauschte. Ein kleines hinterhältiges Grinsen stahl sich auf seine Mundwinkel, als er dachte, daß er trotz seines fortgeschrittenen Alters wohl doch noch fit genug für sie war.
Sein Blick glitt zum Kaminfeuer, das noch fröhlich vor sich flackerte. Ihm fiel ein, was er hinter einem der Bilder auf dem Sims verborgen hatte und sein Gesichtsausdruck wurde weicher. Serafina würde die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, sollte sie je erfahren, wie das zwischen ihm und Ashton genau abgelaufen war, doch seine kleine Schwester mußte nun nicht alles wissen. Er würde ihr eine beschönigte Fassung erzählen, weil er immer dafür sorgen würde, daß ihre Träume nicht zerstört wurden…
„Ich bin so froh, daß Du endlich nach Hause gekommen bist!“, sagte Johnny leise, der sich ungern noch einmal so lange von ihr trennen würde. Für immer wäre ihm eigentlich der angenehmste Zeitraum, auch wenn es sich wohl kaum verwirklichen ließ. Gewisse Kompromisse konnte man ja noch aushandeln.



*Lyircs by Jimmy Wayne „You are“





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Ashton ...
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“Ja, ich bin auch froh.” Ashton neigte den Kopf ein klein wenig zur Seite und hauchte einen zarten Kuss auf die nackte Stelle seines Brustkorbs, unter der in einem unerschütterlichen Rhythmus, dem sie eben noch verträumt gelauscht hatte, sein Herz schlug.
“ Es tut mir leid, dass ich bald wieder fort muss.” In vier Tagen, um genau zu sein. Sie lehnte sich erneut vertrauensvoll an ihn und gab sich noch einen Augenblick dieser friedlich entspannten Wärme hin, die ihr seine Gegenwart zu vermitteln vermochte. Wenn es jetzt nach ihr gegangen wäre, hätten sie ewig so eng aneinander geschmiegt auf dem Sofa liegenbleiben können und sie hätte alles dafür getan, die Stadt New York direkt nach Florida zu verlegen, um diese Nähe zu ihm nicht bald wieder schmerzhaft vermissen zu müssen. Ohne ihn wurde sie krank. Eben, weil sie ihn liebte. Johnny war ein Teil von ihr. Ein Freund seit Kindertagen. Ihr großer Beschützer, bis sie sich irgendwann nicht mehr hatte verstellen müssen und ihm ihre Gefühle hatte eingestehen können. Aus der Schwärmerei war Liebe geworden und schließlich eine Beziehung, von der Ashton glaubte, sie wäre schon so oft auf eine harte Probe gestellt worden, dass sie eigentlich als krisenfest galt.

Dass sie nach Florida ging, würde nicht das Ende bedeuten. Ihre Mutter sah da zu schwarz. Johnny liebte Ashton und Ashton liebte Johnny. Sie waren ja beinahe schon wie ein altes Ehepaar. So, wie sie ihn vorhin wegen dem Licht und dem Kamin aufgezogen hatte. Dinge, die eigentlich nur die romantische Stimmung zwischen ihnen hatten fördern sollen. Dabei war das gar nicht nötig. Alles, was sie brauchte, um in Fahrt zu kommen, war seine Gesellschaft. Seine berauschende, alle aufgestauten, negativen Gefühle in ihr verzehrende Nähe. Er machte, dass sie sich gut fühlte. Er baute sie auf und bestärkte sie immer in ihren Plänen. Sonst hätte er ihr kaum Mut zugesprochen, als die Zeiten in Washington für sie mal nicht so rosig liefen wie in den letzten Wochen.

“Der Urlaub ist immer viel zu kurz. - Ich hoffe, du kannst dir ein wenig frei nehmen? Es wäre schade, wenn ich die meiste Zeit ohne dich sein müsste. Ich habe dich ebenfalls sehr vermisst.” Sie schob sich ein Stück höher und ihr Mund suchte seinen, um ihn, unersättlich wie immer, wenn es um ihn ging, erneut zu küssen. Ihre Haare fielen in sein Gesicht und als sie diese fort strich und mit der Hand seine Wange streifte, konnte sie die nachwachsenden Bartstoppeln nachspüren.
“Ich finde es unheimlich sexy, wenn du anfängst wie ein italienischer Gangster auszusehen.” Sie grinste schief und strich noch einmal absichtlich neckend über seine Wange.
“ Da überkommt mich dann das unbändige Gefühl, meine Sachen zu packen und mit dir durchzubrennen. - Irgendwohin, wo uns keiner kennt. Wo ich keine Uniform tragen muss und du keine Anzüge. - Auf eine einsame Insel irgendwo in einem weit entfernten Ozean. Mit Palmen, an denen Kokosnüsse wachsen und einem Baumhaus, in dem es nur dich und mich und diese Couch hier geben wird.” Sie lachte leise, weil die Fantasie, die bei ihr seit frühester Kindheit sehr gefördert worden war, offensichtlich wieder einmal ein klein wenig mit ihr durchging. Ashton wunderte sich über sich selbst. Eigentlich sah sie sich selbst eher als sachlich und kühl. I n der Realität und außerhalb dieses intimen Rahmens hätte sie solche Sachen niemals ernsthaft in Erwägung gezogen.

Man lief nicht vor seiner Verantwortung davon. Man stellte sich ihr. Egal, wie unangenehm sie auch sein mochte. Wenn sie erfolgreich unter den Besten weiter zum Flieger ausgebildet werden wollte, musste sie nach Florida. Notfalls auch ans andere Ende der Welt, noch weiter weg von ihm, wenn es ihr Arbeitgeber verlangte. Natürlich konnte sie jederzeit Nein sagen. Aber da war dieses Verlangen in ihr. Dieses andere, tiefe Gefühl ganz tief in ihr drin, das von Johnny allein immer nur zur Hälfte befriedigt werden konnte. Sie brauchte diesen Nervenkitzel. Diese neuen Erfahrungen, die ihr Leben prägten. Ob nun positiv oder negativ. Sie wollte um jeden Preis so hoch und so schnell fliegen, dass sie es im Himmel um sich herum krachen hörte.

“Gott, ich liebe dich.” Ashton barg ihren Kopf wieder an Johnnys breiter Brust und starrte traurig in die von einem flammenden Kerzenmeer erhellte Dunkelheit des Zimmers.
“ Vier Jahre klingen zum Glück länger als sie in Wirklichkeit sein werden.”

Die letzten zwei waren ja auch wie im Flug vergangen. So erschien es ihr jetzt, wo sie erfolgreich das nächste, ganz große Ziel namens Fort Obama ansteuerte. Dass es manchmal wirklich die Hölle für sie beide gewesen war und sie ihm sogar schon einmal beinahe eine Affäre mit einer Bürokollegin unterstellt hatte, ließ Ashton mal außen vor. Sie waren ja jetzt hier und zusammen. Johnny hatte doch schon zuvor lange auf sie gewartet und er hatte den Höhepunkt seiner Karriere ja nun auch noch längst nicht erreicht. Sie war nicht gern ein Klotz am Bein und er handhabte es umgekehrt genauso. Deshalb würde die Fortführung ihrer Fernbeziehung sicher kein Problem sein.





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...   Erstellt am 06.11.2009 - 23:36Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Johnny hörte gar nicht mehr richtig zu, obwohl er Ashton sonst immer seine volle Aufmerksamkeit schenkte. Gerade war es einfach zu angenehm kuschelig und er wäre liebend gerne glückselig in einen erneuten Schlummer weggedriftet, der gerne bis zum nächsten Mittag dauern durfte, weil er natürlich schon eine leidenschaftliche Unterbrechung bei Sonnenaufgang einplante. So müde war er dann doch nicht…

„Ja, leider…“, stimmte er schläfrig zu und strich mit den Fingerspitzen ihre Wirbelsäule hinauf. Der Gedanke an Urlaub war höchst verlockend, würde sich aber wohl kaum realisieren lassen. Er konnte von Glück sagen, wenn er das Wochenende frei nehmen konnte.
Er hätte sich zu gern alle Zeit der Welt für sie genommen, aber sie standen ja nicht mehr unter diesem Druck, daß sie gleich wieder nach Washington zurück mußte. Diese Zeiten waren nun endgültig vorbei. Gott sei Dank.
Johnny murrte nur leise, als sie ihn wegen seines Bartschattens aufzog. Damit könnte er wirklich gut den Crusoe auf einer einsamen Insel geben, wo es nur ihn und Ashton gab. Wer wollte da schon den blöden Freitag?
Er grinste in sich hinein, als sie das Bild phantasievoll vervollständigte. MJs Machwerk, wollte er meinen. Der Einfluß des "wilden" Künstlers hatte auch Harry gut getan. Sie hatte wirklich tolle Eltern, die sich bestens mit seinen verstanden, was ihm unheimlich wichtig war. Er konnte sich nicht vorstellen, eine Partnerin zu haben, die einen solchen Familienzusammenhalt nicht zelebrierte. Manchmal war es natürlich auch von Nachteil, daß sie so ein großer Klüngel waren, aber die Vorteile machten das locker wett. Ohne diese besonderen Bande wäre seine Mutter damals kaum über den tragischen Verlust seines Vaters hinweggekommen.

„Ich liebe dich auch, Ashton, Du weißt gar nicht wie sehr!“, flüsterte an ihrem Mund, nachdem er sie zu sich hochgezogen hatte, um sie dann ausdauernd zärtlich zu küssen.
Schließlich bettete er sie mit dem Rücken gegen die Lehne und zog eine weiche Decke über sie, während er geschwind in seine Boxershorts schlüpfte. Er hatte sonst keine Probleme mit Nacktheit, doch er wollte rüber zum Kamin und das Kästchen holen.
Er hielt es in seiner großen Hand verborgen, als er sich auf den Rand der Couch zu ihr setzte und die rechte Hand ausstreckte, um zärtlich die Kontur ihrer leicht rosa angehauchten Wange zu streicheln.

„Hey… Ich weiß, es wird hart werden! Und nach dem Studium kommt es noch härter… Aber ich weiß auch, daß Du es schaffen wirst, Ashton! Ich werde dir den Rücken stärken und mehr als stolz sein, wenn man dir dein Diplom überreicht… Dr. Laroche oder machen wir gleich Professor daraus…?“
Johnny klappte das Kästchen geschickt mit der linken Hand auf und präsentierte es seiner Beinahe-Verlobten mit einem erwartungsvollen Ausdruck in den dunklen Augen. Der Diamant funkelte geheimnisvoll im Licht der Flammen.
„Dr. Hayder klingt beinahe schon profan… Ich würde auch nicht darauf bestehen, daß Du meinen Namen annimmst. Laroche ist so viel klangvoller!“
Johnny war davon überzeugt, daß Ashton sich für die Karriere als Medizinerin entschieden hatte. Das lag ihr im Blut. Sie war ehrgeizig und verfügte über eine schnelle Auffassungsgabe. Das Militär war eben nichts für sie gewesen. Sie hatte es probiert und die Ausbildung abgeschlossen. Bei ihrem letzten Gespräch hatte sie zu seiner grenzenlosen Erleichterung weitere Karriereschritte bei der Armee weit von sich gewiesen.
Er wollte kein Nomadenleben an der Seite einer Soldatin führen. Womöglich wurde man eine Zeit lang ins Ausland versetzt oder schlimmer noch in ein Krisen- oder Kriegsgebiet. Ashton war endlich vernünftig geworden. Man konnte seinem Land auch auf andere Weise dienen, als sein Leben völlig sinnlos zu riskieren.
Johnny war überzeugter Pazifist. Verteidigung ja, aber alles weitere führte nur in die Katastrophe, wie Afghanistan, Irak und andere Einmischungen des amerikanischen Militärs ja wohl nur zu eindringlich bewiesen.



Bei der ersten Ansicht hatte Johnny den Ring gleich verworfen, obwohl seine Schwester ihn trotzdem nahm, um ihn auf die mit Samt ausgeschlagene Schale zu legen, in die sie die Ringe tat, die in die engere Wahl kamen.
„Der sieht nicht unbedingt wie ein Verlobungsring aus, Fin!“, hatte Johnny sofortiges Veto eingelegt und dabei den Kosenamen aus Kindertagen benutzt, den sonst kein anderer kannte.

Serafina hatte nur weise gelächelt, wie es ihre stille Art war und ihn die weiteren Modelle aussuchen lassen. Gelbgold hatte sie ihm sofort ausgeredet, weil Ashton zwar im Sommer braun wurde, aber nicht diesen dunklen Teint besaß wie er.
„Du mußt dir die Ringe an Ashtons Hand vorstellen, Johnny! Sie hat lange schlanke Finger… und kurz gehaltene Nägel. Sie ist ein No-Nonsense-Typ. Das magst Du doch so an ihr! Wie oft war ich auf Parties deine Begleitung und hab dich über die überkandidelt ausstaffierten Dämchen lästern hören! Die mit den vielen Klunkern… Du erinnerst dich?“, fragte seine kleine Schwester in einem neckenden Tonfall.

Sie hatte ja so recht. Der eher schlichte Ring aus Platin mit dem perfekten Einkaräter und den beiden geraden Reihen Diamantsplitter war perfekt für Ashton. Er war nicht filigran und man mußte keine Angst haben, ihn beim Tragen irgendwie zu beschädigen. An Serafinas zierlicher Hand wirkte er natürlich lächerlich.
Johnny hatte ihn ihr vom Finger gezogen und schwer geschluckt, als er den wehmütigen Ausdruck in ihren dunkelgrünen Augen bemerkte. Er wußte genau, wohin ihre Gedanken wanderten und fragte sich, ob er ihr mit seiner Bitte, ihm beim Aussuchen eines Rings zu helfen, nicht das Gegenteil eines Gefallens getan hatte.
„Dieser hier ist es! Danke Fin! Ich wüßte nicht, was ich ohne dich getan hätte!“ Johnny hauchte einen brüderlichen Kuß auf ihre blasse Wange und dachte bei sich, ob sie noch fähig sein würde, auf seiner Hochzeit zu tanzen…

Ein kurzer Schatten huschte über Johnnys Gesicht, als er an den Nachmittag mit seiner Schwester dachte, doch er schob den düsteren Gedanken gleich beiseite. Das hier war Ashtons Moment. Ihrer beider großer Moment, der die Weichen für die Zukunft stellen würde. Eine solide und glückliche Zukunft. Hier zuhause in Prosperity.





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...   Erstellt am 08.11.2009 - 00:22Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


“Doch, ich glaube schon.” , murmelte Ashton an Johnnys Lippen, bevor sie den leidenschaftlichen Kuss, den er ihr gab, erwiderte. Als er sich dann plötzlich von ihr löste, fürchtete sie schon, er müsste wieder los. Zurück in die Stadt, weil die Arbeit rief und es für einen hart arbeitenden Mann wie ihn eigentlich nie Urlaub gab.
“Musst du schon los?”, fragte sie also, nicht gerade begeistert, weil ihnen doch nur so wenig Zeit blieb, bis sie selbst wieder abreisen musste. Er hüllte sie in die weiche Decke, die immer in Reichweite auf dem Sofa lag und zog sich selbst kommentarlos die Boxershorts an, nachdem er aufgestanden war. Wenn er nun den Rest seiner Sachen zusammen suchte, um im Bad zu verschwinden, dann konnte Johnny was erleben.
Doch er hob weder seine Sachen auf, noch führte sein Weg ins Bad. Ashton kniff misstrauisch die blauen Augen zusammen und beobachtete, wie er etwas hinter den gerahmten Familienfotos vom Kaminsims nahm. Sie sah zwar gut, doch was er da schnell in seiner Hand barg, konnte sie nicht genau erkennen. Zunächst einmal verdeckte er ihre Sicht darauf halb mit seinem Körper und dann hielt er die Hand auch noch so darum verschlossen, dass sie schon Supermans Röntgenblick hätte haben müssen, um zwischen seinen Fingern hindurchgehen zu können.

“Was…?” , hob sie an und wollte wissen, was er vorhatte. Er tat ja geradezu geheimnisvoll. Das kannte sie gar nicht von ihm. Es sei denn, es ging darum, sie zu ihrem Geburtstag zu überraschen. Sie ließ ihn gern in dem Glauben, dass er es bisher noch jedes Mal geschafft hatte. Doch eben weil er so geheimnisvoll tat, war er sehr leicht zu durchschauen. Nur diesmal nicht. Ashton verstand nur Bahnhof und gleichzeitig rauschte ihr das Blut in den Ohren, während ihr Herz zu galoppieren begann.

Bitte lass es nicht das sein, was ich glaube! - Bitte lass es nicht das sein, was ich …

“Oh Gott!”, schnappte sie japsend beim Anblick des Rings und fühlte sich wie paralysiert. Es war gut, dass sie saß, sonst hätte sie sich hinsetzen müssen. Der Diamant strahlte im Schein des Feuers und reflektierte es, was ihm das Aussehen eines glühenden Sterns verlieh. Ashton hatte noch nie etwas Schöneres gesehen und gleichzeitig fühlte sie sich, als hätte man ihr den Boden unter den Füßen weggerissen. Im Geiste hörte sie ihre Mutter sagen, sie sollte erst einmal mit Johnny reden. Hatte sie etwa davon gewusst? Davon, dass er sie heiraten wollte? Heiraten? Gott, sie war doch erst 21 Jahre alt.

“Wenn Mum dich dazu überredet hat, mir den Antrag zu machen, nur damit ich hierbleibe, dann kann sie sich darauf gefasst machen, dass ich nach Fort Obama ganz sicher nicht mehr hierher zurückziehen werde, Johnny!” Ashton nahm ihm die Box ab, dessen Inhalt er unmöglich ernst gemeint haben konnte und stellte sie geschlossen auf den Couchtisch. Es war besser so. Das Glitzern und Funkeln lenkte sie viel zu sehr vom Wesentlichen ab.

“Ich meine, wenn Sie nicht damit einverstanden ist, dass ich Kampfpilotin bei der Army werde und nach Florida gehe, ist das eine Sache. Dich da aber mit reinzuziehen und dazu zu bringen, mir einen Antrag zu machen, eine ganz andere. - Nicht, dass ich mich nicht freue. Du weißt, ich liebe dich, aber fändest du es nicht auch ein bisschen zu früh, jetzt schon zu heiraten? Wir haben noch so viel vor und müssen nichts überstürzen. Ich will das nicht durch eine voreilige Hochzeit aufs Spiel setzen und außerdem fühlst du dich doch in den Basiscamps gar nicht wohl.” Sie streckte die Hand nach ihm aus, die sie gerade noch in entschlossener Abwehr im Schoß verschränkt gehalten hatte, und wunderte sich dann, als er vor ihr zurückzuckte, als hätte sie ihn geschlagen, obwohl sie kaum sein Gesicht berührt hatte. Warum sah er so gequält drein? Hatte sie ihn etwa wieder einmal zu früh durchschaut?

“Ehrlich, Johnny. Medizin ist nichts für mich. Sie weiß das. Ich werde bei der Army bleiben und mich in den nächsten vier Jahren wie geplant in Fort Obama für die Hornet ausbilden lassen. -Hab ich dir eigentlich davon erzählt? Ja, oder? Natürlich hab ich das. Warum hätte Mum sonst so überspitzt beim Essen reagiert. Sie hat wohl darauf gebaut, dass ihr Plan aufgeht. Die Tests sind super gelaufen und ich wäre ein absoluter Idiot, wenn ich die Chance nicht ergreifen würde. Soll TK Medizin studieren. Er ist genauso intelligent wie ich.”

Ashton zuckte gleichgültig mit den Schultern und nahm dann doch noch einmal die viereckige Schachtel vom Tisch auf, um den Inhalt ein letztes Mal zu begutachten. Der hatte sicher ein Vermögen gekostet. Trotz seiner Schlichtheit. Mit Kennerblick suchte sie im Inneren des Metallreifs nach einer Gravierung und fand keine. Erleichterung machte sich in ihr breit und sie schloss die kleine Box wieder, um sie Johnny zurückzugeben.
“Du kannst ihn ja noch zurückbringen und in vier Jahren sprechen wir noch mal über das Thema. Du hast die Quittung doch sicher aufbewahrt, oder?”





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...   Erstellt am 08.11.2009 - 03:06Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


„Du kannst ihn behalten!“, erwiderte Johnny mit dumpfer Stimme, die sich in seinen Ohren fremd anhörte. So heiser und belegt, als würde er eine Halsentzündung bekommen. Seine Augen brannten und sein Herz fühlte sich an, als hätte Ashton geradewegs und voller Genuß eine glühende Klinge hinein gerammt. Er fühlte sich zum kompletten Idioten abgestempelt und abgekanzelt.
Er schwankte zwischen Wut und Enttäuschung. Ein bitterer Geschmack machte sich auf seiner Zunge breit, als hätte sie ihm eben etwas Giftiges zu trinken verabreicht.

Johnny erhob sich von dem Sofa, klaubte seine Sachen zusammen und zog sich mit ruckartigen Bewegungen an, ohne Ashton eines Blickes zu würdigen. Als er fertig war, lief er zum Schalter, wo er das Licht aufflammen ließ. Er drehte den Dimmer bis zum Anschlag voll auf, um der nackten Wahrheit ins Gesicht sehen zu können.
Er maß Ashton mit verständnislosem Entsetzen in seinem Blick. Wut stieg in ihm auf, die ausbrechen wollte, doch er ließ es nicht zu, sich dazu verleiten zu lassen, die Arschkarte zu übernehmen.

„Harry hat keinen Ton zu mir gesagt. Leider, muß ich wohl sagen!“, begann er mit gepreßter Stimme, während er seine Hände an den Seiten zu Fäusten ballte. Es fiel ihm sehr schwer, seinem hitzigen Temperament Zügel anzulegen,
„Du hast allerdings auch nichts gesagt, Ashton… Ich bin also nicht mehr wert als einen Zwischenstopp zu deinen hochfliegenden Plänen? Die Hornet?! Im Ernst? Noch vor wenigen Wochen klang es nicht so, als würdest Du weitermachen wollen… Ich muß mich wohl verwählt und mit einer anderen Frau gesprochen haben!“

Johnny zerrte den Kragen seines Hemdes zurecht und knöpfte es dann zu, um es in die Hose zu stecken. Seine Hände zitterten nicht, doch jede seiner Geste verriet seinen inneren Aufruhr.
„Wem willst du hier eigentlich Sand in die Augen streuen?! Vier Jahre? Und danach? Übersee? Irgendwelche Barracken? Glaubst Du im Ernst, ich werde irgendwo auf der Welt herum sitzen und darauf warten, daß zwei Uniformierte vorbei kommen, um mir deine blutigen Tags zu überbringen?!“
Johnnys Stimme gewann langsam an Schärfe und Lautstärke.
„Oh, warte… Ich würde gar nicht informiert werden, weil wir ja gar nicht verheiratet sind! Man würde deine Eltern benachrichtigen und in dem Fall würde sich deine Mutter wohl doch noch an mich wenden… Nein. Wenn Du bereit bist, deine Familie durch diese Hölle gehen zu lassen, dann gibt es für uns keinerlei Zukunft. Mein Fehler, ich ging von völlig falschen Voraussetzungen aus! Der Ring hat nur keine Gravur, weil ich damit gerechnet habe, daß Du noch ein wenig Zeit haben möchtest.“

In undying Love… Nun wurde die Liebe schneller zu Grabe getragen, als ihm lieb sein konnte.
Johnny biß die Zähne zusammen, wenn er daran dachte, wie schnell das passieren konnte, daß man Ashtons zerschmetterten oder verbrannten Leib ihren Eltern zur Identifizierung vorlegte. Wenn überhaupt etwas von ihr übrig blieb.
Seine Mutter träumte immer noch davon. Das konnte er ihr nicht antun und seiner Schwester auch nicht. Serafina würde das nicht verkraften. Und er noch weniger.
Er hatte gedacht, daß Ashton in harten Zeiten in seiner Nähe sein würde, um ihm ein wenig den Rücken zu stärken. Er hatte gerade sonst niemanden zum Reden.

„Deine Mutter kennt dich viel zu gut, Ashton! Sie weiß ganz genau, wann es keinen Sinn hat, dich irgendwie umstimmen zu wollen! Allerdings wäre diese billige Nummer ja wohl unter ihrer Würde. Ich fasse es nicht, daß Du mir so etwas zutraust! Ich war immer ehrlich und offen zu dir! Habe ich dir jemals den Eindruck vermittelt, daß mir etwas anderes als eine spätere Ehe mit dir im Sinn steht? Es war mir von Anfang an ernst mit dir, Ashton! Sonst hätte ich mich niemals auf dich eingelassen, eben weil Du so jung warst! Die Warterei mag dir nichts ausmachen, mich hat es beinahe umgebracht. Bei aller Vaterlandsliebe kann ich deinen Drang, dich ausgerechnet auf diese Weise beweisen zu wollen, nicht nachvollziehen. Nenn mich ein gebranntes Kind…“
Johnny lächelte verächtlich, weil dieser Ausspruch ziemlich treffend gewählt war. Er maß sie mit dunkel umwölktem Blick, als säße da eine Fremde vor ihm. Es war kein Funke der Leidenschaft übrig, die vorhin noch in seinen Adern pulsiert hatte. Ihm kam es vor, als wären seine Adern gerade mit Eiswasser gefüllt worden.

„Deine große Chance, also… Was soll ich da noch sagen?“ Johnny wischte sich müde mit dem Handrücken der rechten Hand über die Augen. Fahr zur Hölle?
„Ich wünsche dir viel Glück… mit allem.“
Johnny sparte sich den abgeschmackten Satz, daß er nicht auf sie warten würde, das konnte sie sich denken. Er würde sicher nicht versuchen, sie umzustimmen, wo sie ihn doch praktisch vor vollendete Tatsachen gestellt hatte. Sie hatte es nicht einmal für nötig befunden, ihn in ihre Entscheidung mit einzubeziehen, als würde ihre Beziehung gar nicht existieren. Johnny zweifelte mit einem Mal an ihren Gefühlen. Sie konnte sich doch schlecht mit ihrem Alter herausreden, sie war alt genug, solche Dinge wie ein Erwachsener anzugehen. Sie pochte oft und laut genug auf dem Privileg, endlich ihre eigenen Entscheidungen treffen zu können, seitdem sie die achtzehn vollgemacht hatte.
Nun stellte sich heraus, daß sie nicht mehr als ein egoistisches Gör war, daß seinen Drang nach Abenteuern gegen jeden durchsetzen würde, egal wem sie dabei wehtat.
Was hatte sie erwartet, wenn sie einfach nach Florida abreiste?! Daß er seinen Job kündigte und ihr nachreiste? Er hätte es wohl in Betracht gezogen, wenn sie an einer der Universitäten im Süden hätte studieren wollen. Aber so nicht. Es genügte wohl, daß ihre Eltern sich ab jetzt krank vor Sorgen um sie sein würden.





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...   Erstellt am 08.11.2009 - 18:55Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


“Was? Wie? Behalten?”

Der Ring hatte doch ein Vermögen gekostet. Den konnte sie nicht einfach behalten, wenn sie nicht daran dachte, sich jetzt schon mit ihm zu verloben. Für Ashton war das gerade der logischste Gedanke, den sie über dieses Schmuckstück und Johnnys Antrag fassen konnte. Sie ahnte ja nicht, wie sehr sie ihn aufgebracht und was er sich erträumt hatte, während sie ganz anderen Dingen nachjagte, als die Manifestierung ihrer Liebe für die Ewigkeit.

Um so härter traf sie die Erkenntnis dessen, das ihre Mutter zu Recht gemahnt hatte, mit Johnny zu sprechen. Dafür war es nun aber offensichtlich gänzlich zu spät. Was wollte er ihr damit sagen, dass sie ihn nur für einen Zwischenstopp hielt? Davon war nie die Rede gewesen. Von ihren eigentlichen Plänen allerdings auch nicht. Nicht so richtig. Er hatte sich halt beim letzten Mal so aufgeregt, als sie vom Fliegen sprach. Was wohl dazu geführt hatte, dass sie einlenkte und von etwas anderem sprach. Sie hatte gehofft, er würde es ebenfalls tun, wenn sie ihn vor vollendete Tatsachen stellen und mit ihm diskutieren konnte, wie erfolgreich sie beim Fliegen war. Wie gut es ihr tat und das es ihr Spaß machte. Außerdem hatte sie nie gesagt, dass sie nicht weitermachen wollte. Er drehte ihr die Worte förmlich im Mund herum. Sie hatte lediglich gesagt, wie schwer das alles in Washington war und dass sie nicht wusste, ob sie es wirklich schaffen könnte. Dabei hatte sie vielleicht wieder ein klein geheult und auch jetzt schossen ihr Tränen in die Augen, weil sie alles was er sagte härter traf als jeder Schlag, den sie bei den Marines hatte einstecken müssen.

“ Sag so was nicht!”, schrie sie ihn an, als er von blutigen Tags sprach, die man ihrer Familie bringen würde, wenn sie mit dem Flugzeug abstürzte. Er war gemein und ungerecht. Er verdrehte die Tatsachen mehr als ihnen beiden morgen noch lieb sein würde. Wenn es denn überhaupt ein Morgen gab. Einen Morgen mit ihm. Ashtons Herz krampfte sich mehr und mehr zusammen, je ausfallender er verbal wurde. Keine gemeinsame Zukunft…durch die Hölle gehen…billige Nummer.

Am liebsten hätte sie sich die Ohren zugehalten, doch sie hatte es gerade einmal geschafft, vom Sofa aufzuspringen. Dabei verlor sie fast die Decke, die sie notdürftig bedeckte. Ashton klammerte sich daran wie an einen Rettungsanker. In diesem Moment fühlte sie sich bloß genug. Johnny, der sich bereits das Hemd in die Hosen gesteckt hatte, war ihr weit überlegen. Es klang so, als hätte er nach all der Zeit ihres Zusammenseins nur darauf gewartet, eines Tages die Gegenleistung einzufordern, sie zu seiner Frau zu machen. Es klang, als hätte er nur deshalb gewartet, weil er wusste, dass er sie eines Tages als brave Hausfrau unter seinem Pantoffel hatte. Nur das hatte er also gewollt. Eine Frau, die ihm Abends die passende Krawatte zu den richten Schuhen herauslegte, nebenher, aber bitte nur des Spaßes wegen ein Medizinstudium absolvierte, denn sie sollte ja pünktlich zuhause sein, um ihm ein nettes Heim zu bereiten. Kinder nicht ausgeschlossen. Am liebsten zwei. Ein Junge wie Daddy und ein Mädchen, das eben jenen Daddy anbetete und nicht mal im Ansatz auf die Idee kam, ihrem Daddy zu widersprechen.

“Du weißt, dass ich noch nicht bereit dafür bin, deine Frau zu werden. Und du weißt, dass ich dir nur deswegen nichts von Florida erzählt habe, weil du dich beim letzten Mal so aufgeregt hast. Du hättest mich am Telefon fertig gemacht, Johnny. Das konnte ich in der Zeit nicht gebrauchen. Ja, nenn mich egoistisch, aber das bist du auch. Nur weil dein Dad…” Ashton biss sich auf die Zunge und sprach nicht weiter, weil sie nicht so weit gehen wollte wie er und das ganze Gespräch noch richtig eskalierte. “…Versteh doch, das Risiko mit dem Flugzeug abzustürzen ist so gering. Da werde ich eher beim Einkaufen in New York von einem Taxi überfahren als mit einer Hornet vom Hi…”

Ashton's Good Bye - Theme for Johnny


Sie stoppte abrupt in ihrem Redefluss, weil er sie so fassungslos und empört ansah, wie er es noch nie getan hatte. Nicht einmal an dem Tag, an dem sie ihm gesagt hatte, sie würde nach dem Highschoolabschluss zur Army gehen. Er hatte das für eine Schnapsidee gehalten. Seiner Meinung nach gehörte ein Mädchen wie Ashton nicht dorthin. Sie mochte keine Cheerleaderin gewesen sein, aber auch keine, die sich den Ringern der Schulmannschaften angeschlossen hatte, um ihre männliche Seite auszuleben. Sie war Läuferin gewesen. Laufen hatte nichts mit Fliegen zu tun. Wäre sie dabei geblieben und hätte ihm dann gesagt, das Medizin nichts für sie war, hätte er es sicher akzeptiert.

Looking at you makes it harder
But I know that you’ll find another
That doesn’t always make you want to cry

Startet with a perfekt kiss then we could feel the poison set in
Perfect couldn’t keep this love alive
You know that I love you so, I love you enough to let you go


“Ja, meine Mutter kennt mich, im Gegensatz zu dir. Du schaust doch nur soweit über den Tellerand, wie es bequem für dich ist. Alles andere interessiert dich nicht. Du kümmerst dich einen Scheiß. Du willst nur, dass ich hier bleibe, weil du dann auf der Karriereleiter in der Bank noch ein Stück weiter nach oben kletterst. So bald du ne hübsche Frau daheim hast und das erste Kind unterwegs ist, gibt’s sicher einen ganz tollen Bonus. Aber ohne mich. Geh doch. Mein Entschluss steht fest. Und wenn du dann hundertmal so sauer auf mich bist. Ich gehe nach Florida.”
Dann konnte sie ihm beweisen, dass er mit seiner Unkerei über Abstürze im Unrecht war. Er übertrieb es mit seiner Sorge. Sie war nicht sein Vater und Fran war nicht ihre Mutter. Sie war niemandem Rechenschaft schuldig. Wenn sie fliegen wollte, würde sie fliegen.

Ashton hob ein klein wenig trotzig den Kopf und sah ihm erstaunlich fest in die Augen, während sie versuchte, ihr seelisches Schutzschild, das er mühelos in Stücke geschlagen hatte, notdürftig mit der wenigen Würde, die ihr verblieben war und der Decke, die sie nun ganz fest um ihren Leib schlang, zusammenzuhalten. Sie würde diese Szene nicht fortführen. Morgen würde ihm leid tun, was er gesagt hatte und einsehen, dass er zu aufbrausend reagiert hatte. Morgen würde alles gut werden. Sie baute darauf. Egal, was er ihr gesagt hatte. Sie liebten sich doch. Das würde er doch nicht wegwerfen wollen, nur weil sie bei den Marines blieb. Doch in diesem Moment wusste sie im Grunde ihres Herzens schon, dass dies hier das Aus bedeutete. Sie hatte ihn zu lange warten lassen und diesmal lag es ganz sicher nicht an ihrem Alter. Trotzdem war sie nicht bereit, zurückzustecken. Nicht, wenn nicht irgendwo noch die kleinste Chance zu einem weiteren Kompromiss bestand.

Er hatte ihr viel Glück mit allem gewünscht. Genauso gut hätte er sie zur Hölle schicken können. Nicht das Scheißflugzeug würde sie dorthin verfrachten, sondern er, wenn er jetzt das Poolhaus verließ und ihr nichts weiter blieb als der Ring, dessen Übergabe sie eigentlich glücklich bis an ihr Lebensende hätte machen sollen. Wenn sie gewusst hätte, welches Opfer sie just in diesem wirklich Moment brachte, hätte sie sicher andere Worte zum Abschied gewählt.

I want you to know that it doesn’t matter
Where we take this road someone’s gotta go
And I want you to know you couldn’t have love me better
But I want you to move on so I’m already gone





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