lukas 

Status: Offline Registriert seit: 27.08.2007 Beiträge: 5 Nachricht senden | Erstellt am 24.11.2007 - 21:55 |  |
In der Nacht, in der ich nicht schlafen konnte,
zog ich mir Socken über,
öffnete das Fenster in meinem Zimmer,
und die Fensterläden,
schlug die Bettdecke um meinen Körper,
denn es war kalt,
und ich stand da, am Fenster,
in vollkommener Dunkelheit.
Die Luft war frisch,
kalt und prickelnd.
Ich schaute auf meinen Garten, unter mir,
und bemerkte eine Katze,
welche zwischen den Kartoffeln umher schlich.
Wie automatisch griff ich nach meinen Zigaretten.
Es war die erste seit Wochen.
Obwohl ich eigentlich aufgehört habe,
liess ich die letzten Zigaretten in meinem Zimmer umher liegen,
es war mir immer bewusst gewesen,
dass ich irgendwann mal wieder rauchen werde.
In der Nacht, in der ich nicht schlafen konnte,
stand ich da,
den Garten beobachtend,
die Katze beobachtend.
Als sie verschwunden war,
liess ich meinen Blick zur Strasse schweifen,
welche von der Ampel links des Gartens nur spärlich belichtet wird.
Auf der anderen Strassenseite,
gleich gegenüber,
ein Hausblock.
Gigantisch, grau, hässlich.
Dunkel, mystisch, verwahrlost.
Alt, teuer, einschüchternd.
Und störend.
Es war nur ein Fenster beleuchtet,
von den vielen,
Stockwerk sieben.
Vielleicht eine alte Frau, die weint.
Oder ein junger Mann,
im Alter wie ich,
der sich einen Film anschaut,
welches Genres auch immer.
Oder ein Schüler, der noch die Schularbeit für morgen fertig schreibt.
Vielleicht ein Ehepaar, dass sich streitet.
Eines, das sich liebt.
Vielleicht ein Arbeitsloser, der eine Bewerbung schreibt.
Oder einfach jemand, der nicht schlafen kann,
in der dieser Nacht.
Ich möchte Licht machen, in meinem Zimmer,
schliesse aber das Fenster,
wegen den Mücken.
Ich lege mich auf mein Bett,
starre die Decke an,
und ich wäre froh,
wenn am beleuchteten Fenster,
im Hausblock,
siebtes Stockwerk,
jemand steht, und erkennt,
dass er nicht der einzige ist,
der nicht schlafen kann, in dieser Nacht.
Während ich da lag,
dachte ich an die Katze,
und ihr schönes Leben,
und wo sie jetzt wohl sein mag.
Er möchte nicht unfreundlich sein,
sagte der alte Mann,
aber vielleicht hätte ich Lust auf einen Tee.
Ich zog mir ein Paar Jeans über,
und ging mit ihm über die Strasse,
hinein,
in den hässlichen Hausblock,
hinauf,
in Stockwerk sieben.
Signatur [ich bin ich, denn ich bin gut so] |
Stefan  Admin

Status: Offline Registriert seit: 12.02.2007 Beiträge: 828 Nachricht senden | Erstellt am 27.11.2007 - 22:32 |  |
Lukas schrieb
Es war nur ein Fenster beleuchtet,
von den vielen,
Stockwerk sieben.
Vielleicht eine alte Frau, die weint.
Oder ein junger Mann,
im Alter wie ich,
der sich einen Film anschaut,
welches Genres auch immer.
Oder ein Schüler, der noch die Schularbeit für morgen fertig schreibt.
Vielleicht ein Ehepaar, dass sich streitet.
Eines, das sich liebt.
Vielleicht ein Arbeitsloser, der eine Bewerbung schreibt.
Oder einfach jemand, der nicht schlafen kann,
in der dieser Nacht. |
Hai Lukas,
schön das Du doch kein Phantom auf dem Boot bist.
Ich weiß warum da noch Licht ist. Da sitzt der und kann sich nicht vom Computer trennen. Unser Wohnblock ist zwar nicht gigantisch, aber sonst passt es. Das wir Nachbarn sind, wußte ich nicht.
Liebe Grüße
Stefan der 
[Dieser Beitrag wurde am 28.11.2007 - 11:56 von Stefan aktualisiert]
Signatur Macuser sind nicht eingebildet. Sie sehen einfach besser aus.... |