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Henrieke 
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...   Erstellt am 07.12.2014 - 20:27Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich möchte nicht weiter von Niklas Krankenhausaufenthalt berichten, sondern jetzt aus dem hier und jetzt.

Mittlerweile lebt Niklas schon etwas über 5 Monate mit Diabetes. Es läuft mal mehr und mal weniger gut. Nie kann man sagen wie der Blutzucker am nächsten Tag wird. Das Diabetesmonster, wie Niklas seinen Diabetes nennt, ist unberechenbar. Es kann sein, dass seine Werte 5 Tage super gut sind und am 6 Tag hat er unerklärlicher Weise keinen Wert unter 180. Den anfängliche Schock aus dem Sommer haben wir aber überwunden. Das Diabetesmonster hat seinen festen Platz im Alltag und wir sind im Umgang mit allem sicherer geworden. Auch Niklas geht es insgesamt besser. Mit seinen Freunden gab es nie Probleme deswegen und auch sonst sind wir auf viel Verständnis von Lehrern, im Sportverein, bei den Pfadfindern und auch vielen anderen gestoßen. Ich bin sehr froh, dass sich die Lehrer, Großeltern, andere Verwandte und Niklas Freunde schulen lassen haben, damit sie im Notfall wissen was zu tun ist. Niklas ist in allem was er macht er selbstständig, er spitz sich selber und misst auch seinen Blutzucker. Spitzen, dieses Wort finde ich einfach furchtbar, ich mag es gar nicht aussprechen. Auch wenn alles in allem ganz gut läuft und ich auch heilfroh darüber bin, da es ja auch anders sein könnte, hasse ich das Diabetesmonster. Es hat meinen Sohn auf einen Schlag um ein ganzes Stück erwachsener gemacht, er hat ihm ein Stück Kindheit geklaut. Er muss immer mitdenken, darf sie sein Messgerät oder den Pen vergessen und muss vor jedem essen überlegen, wie viel er spritzen muss. Ohne dieses Monster wäre unser Leben so viel schöner. Ich hasse, hasse, hasse es wirklich so sehr!





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Jonas Henrieke



Niklas Jonathan 16.09.2001 Greta Charlotte 05.05.2005 Merle Luisa 02.08.2007 Vincent Samuel 15.02.2014 Clemens Eliah 29.11.2015

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...   Erstellt am 21.12.2014 - 23:55Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Wir haben am Freitag schon das schönste Weihnachtsgeschenk bekommen! Ich habe hier gar nicht berichtet, dass wir eine Insulinpumpe für Niklas beantragt haben. Der Antrag ging Ende September raus und Freitag kam die ZUSAGE! Niklas bekommt eine Insulinpumpe und das sogar schon Mitte Januar. Am 12.01 geht es los. Ein anderes Kind hat bei der Pumpenschulung kurzfristig abgesagt und somit konnte Niklas nachrücken. Der Wunsch nach der Pumpe kam von Niklas aus. Er ist sich zwar noch nicht ganz sicher, ob die Pumpe für ihn besser ist, aber er möchte es versuchen. Besonders jetzt in der kalten Jahreszeit findet er das Spritzen richtig doof. Ich kann nachvollziehen, dass es richtig lästig ist, die gefühlten 1000 Klamottengeschichten hochzuschieben und nachher wieder ordentlich anzuziehen, nur um auch gebrannte Mandeln essen zu können, ohne später ne leuchtende 300mg/dl auf dem Messgerät zu sehen. In der Weihnachtszeit sehen wir aber leider öfters eine 300mg/dl als uns lieb ist. Die ganzen Naschereien sind leider alle ziemlich Kohlenhydratreich. Aber man kann muss auch mal sündigen, das sehe ich ein, trotzdem steigt mein Blutdruck bei diesen Werten jenseits des Guten mächtig an. Aber jetzt wieder zurück zur Pumpenschulung. Die Schulung findet 8 Tage stationär statt, dass findet Niklas überhaupt nicht gut. Krankenhäuser gehören verständlicher Weise nicht zu seinen Lieblingsorten. Bei den Schulungen werden Jonas und ich immer abwechselnd dabei sein. Meine Mama zieht in der Zeit wieder bei uns ein um sich auch um die Kinder zu kümmern, so ist gewährleistet, dass keiner der vier zu kurz kommt. Eben hat Niklas übrigens ne 36mg/dl auf dem Messgerät gehabt. Da zeigt sich wieder, dass das Diabetesmonster macht was es will, wenn man mal nicht überzuckert ist, grüßt die nächste Hypo.

[Dieser Beitrag wurde am 10.01.2015 - 00:17 von Henrieke aktualisiert]





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...   Erstellt am 10.01.2015 - 00:45Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Das ist sie: Niklas neue Insulinpumpe mit Fernbedinung.


Darauf wird er ab dem 12.01 eingestellt. Letzten Mittwoch waren wir schon in Flensburg zur technischen Pumpeneinweisung. Die nette Beraterin der Firma, die die Pumpe und weiteres Zugehör herstellt, hat alles genau erklärt. Wir haben geübt die Pumpe einzustellen, den Bolus einzugeben, die Basalrate einzugeben und zu ändern, das Reservoir mit Insulin zu füllen und den Katheter zu setzen. Das alles haben wir in 2,5 Stunden besprochen. Es waren wirklich viele Informationen. In den Schulungen nächste Woche werden wir das natürlich nochmal genauer üben und weitere Themen behandeln. Auch in den letzten Tagen hat Niklas schon immer mal wieder ein bisschen an der Pumpe "herumgespielt" um die genauen Funktionen kennenzulernen. Natürlich ist die Pumpe noch nicht an ihm angeschlossen, sondern das abgegebene Insulin geht in einen Schwamm. Das dient natürlich nur zum Übungszweck. Die ganzen Begriffe zur Insulinpumpe, werde ich in meinem kleinen Dolmetscher noch ergänzen. Ansonsten läuft im Moment alles ganz gut. Besonders vor Weihnachten hatte ich ein bisschen Angst, aber an Heiligabend und an den Weihnachtsfeiertagen hatte er nur Werte im grünen Bereichen. Das könnte meiner Meinung nach immer so sein. Aber seitdem geht es insgesamt alles ganz gut, nicht all zu viele Hypers und auch nur wenige Hypos. Das kann gerne noch lange so weiter gehen. Aber eines klappt dann doch nicht so gut. Niklas soll eigentlich jeden Tag ein Blutzuckertagebuch führen, damit der Arzt bei den Kontrollterminen den Bz-Verlauf sehen kann. Der letzte Eintrag ist vom 14.12.14. Sein Messgerät speichert zwar alle Werte der letzten 90 Tage, aber bei ca. 8 Messungen pro Tag kommen da doch einige Werte zusammen, die er bis Montag noch nachtragen muss. Ich habe mir aber überlegt, schon einmal die ersten zwei fehlenden Wochen zu übernehmen. Er managt seinen Diabetes schon so gut, da kann ich ihn in der Sache auch noch ein bisschen unterstützen. Die anderen zwei Wochen kann er dann noch nachtragen und für alle weiteren Wochen, werde ich ihm vorschlagen, dass wir uns abwechseln können. Dann lese ich immer eine Woche lang sein Messgerät aus und die andere Woche kümmert er sich dann selber darum. Mal sehen wie er das findet und wie die Schulungen verlaufen. Ich bin wirklich gespannt.





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...   Erstellt am 10.10.2015 - 20:36Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


16 Monate Diabetes Mellitus Typ 1



Hi,

ich bin Niklas Jonathan Lindström, ich bin 14 Jahre alt und habe seit 16 Monaten Diabetes Mellitus Typ 1. Ich weiß, eigentlich ist das hier der Blog von meiner Mama Henrieke. Aber ab und zu will ich auch mal meine Meinung zu dem Thema sagen, denn schließlich mit ich mit dem Diabetes leben und nicht meine Mutter.

Ich sage zum Diabetes, Diabetes, andere sagen auch Zucker. Wenn ich aber schon höre, dass wer sagt "Der Junge hat Zucker, aber er ist doch noch so jung", wird mir richtig schlecht wegen Ahnungslosigkeit dieser Leute. Solche Leute haben wirklich überhaupt gar keine Ahnung, denn jeder Mensch hat einen Blutzucker, ohne den könnte man gar nicht leben. Und ja, ich bin jung, allerdings bekommen die meisten Typ1 Diabetiker ihren Diabetes vor dem 20 Geburtstag. Für Typ 1 Diabetes kann man auch gar nichts, man bekommt ihn oder auch nicht. Diabetes ist eine Stoffwechselstörung des Körpers, bei der der Körper bestimmte Zellen in der Bauchspeicheldrüse selber zerstört. Wieso er das tut, ist bis heute noch nicht vollständig erforscht. Durch die Zerstörung der Zellen, wird kein Insulin mehr produziert und jeder Mensch braucht Insulin zum Leben. Dieses Hormon sorgt dafür, dass der Blutzuckerspiegel normal bleibt und die Kohlenhydrate richtig verwertet werden können, dadurch bekommt der Körper Energie. Das Insulin, das bei Typ1 Diabetikern nicht mehr produziert wird, muss man sich spritzen, anders geht es nicht. Das ist der Unterschied zu Typ 2 Diabetes, den die meisten Deutschen haben und der sich auch mit Tabletten behandeln lässt. Diabetes Typ2 bekommen oft ältere oder stark übergewichtige Personen. Bei denen arbeitet die Bauchspeicheldrüse zwar noch, nur nicht mehr so gut. Zumindest habe ich es bei den Schulungen mit meiner Diabetesberaterin so verstanden.

Jetzt rechtfertige ich mich schon wieder, eigentlich muss ich das gar nicht tun, aber ich mache es trotzdem immer wieder, weil ich nicht will, dass die ganzen Leute die keine Ahnung haben ihr Unwissen auch noch verbreiten. Ich finde Diabetes hat sowieso voll den schlechten Ruf, viele denken immer, dass ich zu viel Zucker gegessen habe und so. Solche Aussagen machen mich echt wütend und deswegen rechtfertige ich mich so oft.
Ansonsten läuft bei mir eigentlich alles mehr oder weniger gut mit dem Diabetes, ich sage zumindest immer "es läuft" wenn Mama mich fragt. Mich nerven diese ganzen Fragen total und die blöden Tipps noch viel mehr. Ich verstehe auch überhaupt nicht, wieso Mama als wissen will wie es läuft, sie kann ja im Blutzuckertagebuch nachschlagen. Okay, ich muss sagen, es nicht wirklich gut geführt, aber ich finde es total anstrengend immer alles aufzuschreiben und ein paar Tage später weiß ich nicht mehr alle KEs und sowas, dann lasse ich es lieber gleich mit dem aufschreiben. Das Blöde ist nur, dass mein Arzt immer alle Werte sehen will und der meckert zwar nicht mit mir, dass die Hälfte fehlt, aber dafür meckert er Mama an und die nervt mich dann ständig. So richtig oft nervt Mama nicht, nur wenn es ums Computer spielen und den Diabetes geht. Deswegen schreibe ich auch hier wie es mir geht und wie es mit Diabetes Typ 1 wirklich ist. Ich hoffe das ist in Ordnung.

Bis bald,
Niklas





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...   Erstellt am 01.11.2015 - 01:19Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Unterzuckerung



Hi,

ohne Insulin ist der Blutzuckerspiegel zu hoch. Aber mit Insulin ist er bei Diabetikern manchmal zu niedrig. Das liegt manchmal daran, dass man sich mehr bewegt hat, die KE's falsch berechnet hat und manchmal weiß man auch gar nicht woran es liegt. Denn eins habe ich in den letzten 17 Monaten gelernt, manchmal macht der Diabetes was er will. Wenn ich einen Blutzuckerwert von unter 60 mg/dl messe, dann bin ich unterzuckert. Und wenn ich unterzuckert bin muss ich schnell etwas essen oder trinken, das Kohlenhydrate enthält, die schnell in Blut gehen. Das ist z.b Traubenzucker, Saft Gummibärchen oder auch Bananen. Es ist wichtig, dass der Blutzucker schnell wieder hoch geht, denn sonst kann es auch sein, dass ich bewusstlos werde. Nachdem ich dann 1 KE davon gegessen oder getrunken habe, esse ich noch eine langsame KE, damit der Blutzucker nicht sofort wieder absinkt. Langsame KE's sind z.B Brot, Kekse, Müsliriegel usw. Oft fragen mich viele, wie sich eine Unterzuckerung anfühlt, das finde ich ziemlich schwierig zu erklären, denn ein Nichtdiabetiker kann das einfach nicht nachfühlen. Aber ich versuche es trotzdem mal. Wenn ich merke dass ich Hypo (siehe Diabetes Lexikon) bin, dann fühle ich mich meistens ziemlich wackelig und zittrig. Wenn ich in der Schule am schreiben bin, bekomme ich manchmal gar keine richtigen Buchstaben mehr hin. Ich kann mich dann auch überhaupt nicht mehr konzentrieren. Dann kommt noch dieses Hungergefühl hinzu. Wenn ich unterzuckert bin, könnte ich am liebsten den ganzen Kühlschrank aufessen, in dem Moment verliere die komplette Kontrolle über mein Essverhalten. Oft fange ich auch an zu schwitzen, das ist dann so ein ekeliger kalter Schweiß. Mir ist irgendwie kalt und warm gleichzeitig. Manchmal bin ich dann total albern und mache viel Quatsch und finde alles lustig, aber manchmal bin ich auch von allen total genervt, dann will ich niemanden sehen und hören. Auf alles was laut ist und mich nervt, reagiere ich dann oft auch ziemlich unfreundlich. Wenn ich eine Hypo habe, dann habe ich nicht immer alle Symptome gleichzeitig, sondern oft nur ein Anzeichen. Wenn ich nachts eine Hypo habe fange ich sofort an zu schwitzen, tagsüber eher an zu zittern. Deswegen ist es manchmal gar nicht so einfacht zu erkennen, ob ich schwitze, weil ich unterzuckert bin, oder ob mir einfach nur warm ist.

Stell dir vor, du fährst nach der Arbeit mit dem Bus nach Hause. Aber nicht einfach so. Stell dir vor, du musst stehen, weil der Bus so unfassbar voll ist mit Menschen. Es ist stickig, es stinkt, die Temperatur steigt langsam an und dir wird warm. Dazu kommt, dass du den ganzen Tag noch nichts gegessen hast, da wirst du dann irgendwann immer kraftlos. Du stehst also hungrig und zitternd im Bus, umgeben von all diesen Menschen. Deine Schultern berühren andere Schultern, es ist eng, kalter Schweiß kriecht dir auf deine Stirn und dir wird ein Bisschen übel. Es fühlt sich an, als würdest du gleich umkippen. Auch deine Beine zittern langsam. Du kannst keinen klaren Gedanken mehr fassen. So fühlt sich meine Hypo an.
Quelle: http://www. icaneateverything.com/2014/01/meine-hypo-wie-fuhlt-sich-das-an.html

Das Beispiel habe ich im Internet gefunden und es trifft auch auf mich zu. Aber ich weiß auch, dass es bei jedem Diabetiker ein bisschen anders ist.

Bis bald,
Niklas





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...   Erstellt am 06.12.2015 - 16:03Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Überzuckerung




Hi,

letztes Mal habe ich ja erzählt, wie sich eine Unterzuckerung anfühlt. Es gibt aber auch das genaue Gegenteil, das nennt man dann Überzuckerung (Hyperglygämie). Bei mir beginnt diese ab 250mg/dl. Allerdings ist mein Blutzucker auch schon zwischen 160m/dl und 250 mg/dl zu hoch. Ein normaler Mensch ohne Diabetes hat niemals einen Blutzucker über 160m/dl, falls doch sollte er auf jeden Fall zum Arzt gehen. Bevor ich esse, gibt meine Insulinpumpe, das Insulin ab, dass ich vorher dort eingebe. Das Insulin wirkt auch ziemlich schnell, also es fängt zwischen 10-15 Minuten an zu wirken, das heißt es senkt ab da den Blutzuckerspiegel. Trotzdem steigt mein Blutzuckerspiel erstmal, denn kein Insulin wirkt so schnell, wie das eigene, das die Bauchspeicheldrüse produziert. Auch bei Menschen ohne Diabetes steigt der Blutzucker nach dem Essen, das ist ganz normal. Allerdings steigt er bei denen nicht viel höher. Bei mir steigt mein Blutzucker dann auch gerne mal bis 200mg/dl. Aber wenn alles gut geht, ist er spätestens 2 Stunden nach dem Essen wieder im grünen Bereich. Leider ist das aber nicht immer so, es gibt Faktoren, die den Blutzucker negativ beeinflussen, das sind zum Beispiel Krankheit, Hormone, Stress oder andere Medikamente. Manchmal ist der Blutzuckerspiegel auch zu hoch, weil man sich bei den KE's verschätzt hat oder das Insulin falsch berechnet hat. Es kann auch sein, dass etwas mit der Pumpe nicht stimmt, also dass das Insulin zu warm geworden ist oder Luft in der Insulinpatrone ist, oder, oder, oder, da gibt es ganz viele Gründe. Wenn man Blutzucker viel zu hoch ist, dann merke ich das durch verschiedene Anzeichen. Als erstes bekomme ich dann ganz viel Durst und dann muss ich ganz oft aufs Klo. Außerdem bin schnell müde und fühle mich schwach. Manchmal bekomme ich auch Kopfschmerzen. Wenn ich einen viel zu hohen Blutzucker messe, muss ich unbedingt Insulin spritzen. Dann mache ich das auch nicht mehr mit der Pumpe, sondern mit dem Pen, danach wechsele ich dann das ganz Zugehör der Insulinpumpe. Behandelt man einen viel zu hohen Blutzucker nicht, dann kann man sogar bewusstlos werden, das nennt man Ketoazidose. Eine Ketoazidose hatte ich im Juni 2014, als der Diabetes bei mir festgestellt wurde. Aber bei einer Ketoazidose ist der Blutzucker schon sehr hoch, meistens über 300. Oft aber auch erst über 400, 500, 600 ... Nochmal zur Erinnerung normal ist unter 120mg/dl. Ist der Blutzucker sehr hoch, soll man sich nicht viel anstrengen und viel Wasser trinken. Man soll aber nicht einschlafen, weil dann niemand mehr erkennt, ob man bewusstlos ist. Außerdem soll man regelmäßig dein Blutzucker zu messe, damit man kontrollieren kann, ob das Insulin wirkt. Wenn sich der Blutzucker überhaupt gar nicht mehr senken lässt, obwohl man mehrmals korrigiert hat, dann ist es am besten, wenn man ins Krankenhaus fährt. Zum Glück hatte ich diese Situation bis jetzt aber noch nicht. Ich hatte zwar schon ganz oft hohe Werte, aber die konnte ich alle nach dem Schema, das meine Ärztin mir gegeben hat korrigieren.

Bis bald,
Niklas





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Diabetes im Gepäck


Hi,

morgen fahre ich für zwei Wochen mit der Jugendförderung unserer Gemeinde nach Südfrankreich um dort meine Ferien zu verbringen. Wir werden 40 Jugendliche und 5 Teamern sein und übernachten werden wir auf einem Campingplatz in Blockhütten. Im Gegensatz zu den anderen Teilnehmern, reist bei mir auch noch der Diabetes mit, der auch Aufmerksamkeit will. Wenn man Diabetes Typ1 hat und verreist, muss man einige Dinge beachten, die Menschen ohne Typ1 nicht beachten müssen. Als Erstes muss man natürlich seine ganzen Diabetesutensilien einpacken, dazu gehört zum Beispiel das Messgerät, Teststreifen, die Stechhilfe und Lanzetten. Obwohl ich eine Insulinpumpe trage, werde ich auch Pens und Nadeln mitnehmen, denn falls die Insulinpumpe mal ausfällt, hätte ich sonst ein großes Problem. Außerdem werde ich alle Geräte auch 2x einpacken, damit ich für den Notfall immer ein Ersatzgerät habe. Wichtig ist auch, dass ich Batterien für die Insulinpumpe und das Messgerät einpacke, sowie Tape zum fixieren vom Katheterpflaster, denn das wird durch das Schwimmen im Meer schon etwas mehr beansprucht als sonst. Ich werde auch die doppelte oder sogar dreifache Menge von allem einpacken, als ich sonst brauche. Ein anderer wichtiger Punkt ist das Insulin, denn das muss, wenn es nicht gerade benutzt wird im Kühlschrank gelagert werden, denn sonst verliert es seine Wirkung. Während der Busfahrt werde ich das Insulin im Kühlschrank des Busses lagern und in Frankreich gibt es einen Kühlschrank in der Hütte der Teamer. Bevor ich mich fest für den Urlaub angemeldet habe, haben wir mit den Teamern über meinen Diabetes gesprochen und ihnen Unterlagen gegeben mit weiteren Diabetesinformationen und dem Umgang mit Unter- und Überzuckerungen. Auch meine Kumpels, mit denen ich mir eine Hütte teilen werde, wissen Bescheid, wie sie im Notfall reagieren müssen. Damit es aber gar nicht so weit kommt, habe ich ganz viel Traubenzucker und andere Snacks eingepackt, die ich während einer Unterzuckerung essen kann. Ich habe auch ein Attest von meiner Diabetologin bekommen, dass ich all diese Sachen mit mir führen darf. Wir fahren zwar mit den Bus, aber bei Flugreisen ist das auf jeden Fall für die Kontrolle am Flughafen notwendig. Während eines Urlaubs sollte man auch auf jeden Fall öfter seinen Blutzucker kontrollieren, denn durch die viele Bewegung neigt man zu Unterzuckerungen. Deswegen werde ich meinen Blutzucker auch insgesamt etwas höher halten als sonst. Da wir in Südfrankreich direkt am Meer sind, werden wir auf jeden Fall auch schwimmen gehen. Meine Insulinpumpe kann ich ohne Probleme einfach abnehmen, an meinem Körper bleibt dann nur der Katheter mit einem kurzen Stück Schlauch. An das Ende des Schlauches werde ich eine Kappe setzen, damit kein Wasser in den Insulinschlauch kommt und das ganze dann mit einem extra Plaster nochmal an meinem Bauch festkleben. Dann sieht man einfach nur noch ein etwas größeres Pflaster. Alle zwei Stunden muss ich meine Insulinpumpe dann aber kurz wieder anschließen, damit ich etwas Insulin abgeben kann, also das Insulin, was die Pumpe sonst in den letzten beiden Stunden abgegeben hätte. Während ich schwimme, liegt meine Pumpe in einer Kühltasche ohne Kühlakku, damit sie vor Wasser, Sand und Sonne geschützt ist. Die Kühltasche gebe ich dann bei einem Teamer ab. Nach einem Tag am Strand gibt es abends dann ein warmes Abendessen. Dafür haben wir extra ein Buch gekauft, in dem die Kohlenhydrate von ganz vielen Lebensmittel und Gerichten stehen. Das Buch werde ich auch mitnehmen, sowie eine Waage. Dadurch fällt es mir dann leichter die KE zu berechnen, aber manchmal werde ich die Kohlenhydrate auch einfach nur schätzen. Auch wenn man mit Diabetes Typ1 im Gepäck einige Sachen bei Reisen beachten muss, kann man trotzdem genauso ins Ausland fahren, wie jeder andere auch. Mit guter Vorbereitung kann der Urlaub dann zu einem tollen Erlebnis werden. Ich hoffe auch sehr, dass meine zwei Wochen in Südfrankreich ein großes Abendteuer werden und ich viele schöne Momente erleben kann.

Bis bald,
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