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Stefan 



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...   Erstellt am 09.01.2017 - 16:07Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Grüß Gott!

Das Thema, das mich seit längerem beschäftigt, ist die Geschichte über den armen Lazarus und den reichen Prasser:

"Es war einmal ein reicher Mann; der kleidete sich in Purpur und feine Leinwand und hielt alle Tage glänzende Gelage. Ein Armer aber, mit Namen Lazarus, lag voller Geschwüre vor seiner Tür. Gern hätte er sich mit den Abfällen vom Tisch des Reichen gesättigt, aber niemand gab sie ihm. Sogar die Hunde kamen und leckten an seinen Geschwüren. Da starb der Arme und wurde von den Engeln in den Schoß Abrahams getragen. Aber auch der Reiche starb und wurde begraben. Als er in der Unterwelt, von Qualen gepeinigt, seine Augen erhob, sah er von fern Abraham und Lazarus auf seinem Schoß. Da rief er: >Vater Abraham! Erbarme dich meiner und sende Lazarus, damit er eine Fingerspitze ins Wasser tauche und meine Zunge kühle; denn ich leide große Qual in dieser Feuersglut. Bedenke, Kind, daß du dein Gutes in deinem Leben empfangen hast, Lazarus gleichermaßen das Schlechte. Jetzt wird er hier getröstet, du aber leidest Qualen. Zu alledem befindet sich zwischen uns und euch eine weite Kluft, so daß keiner von hier zu euch hinübergehen und keiner von dort herüberkommen kann, auch wenn er wollte. Dann bitte ich dich, Vater, sende ihn in mein Vaterhaus. Ich habe ja noch fünf Brüder, die soll er warnen, damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen. Sie haben Mose und die Propheten; auf die sollen sie hören! Nein, Vater Abraham! wenn aber einer von den Toten zu ihnen kommt, dann werden sie sich bekehren. Wenn sie nicht auf Mose und die Propheten hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht! " (Lk. 16,19-31)

In der Regel ist man der Meinung, dass der reiche Prasser verdammt, er also in der Hölle sei. Gründe für diese Annahme sind die folgenden Aussagen:

- "Als er in der Unterwelt, von Qualen gepeinigt, seine Augen erhob ..."
- "... denn ich leide große Qual in dieser Feuersglut ..."
- "... damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen ..."
- "(Abraham Zu alledem befindet sich zwischen uns und euch eine weite Kluft, so daß keiner von hier zu euch hinübergehen und keiner von dort herüberkommen kann, auch wenn er wollte."

Doch ich bin mir nicht sicher, ob es sich bei diesem "Ort der Qual" ("Unterwelt"), welche von der "Feuersglut" kommt, wirklich um die Hölle handelt, da einige Punkte eher gegen die Hölle und für das Fegefeuer sprechen:

1.) Zunächst ist festzustellen, dass sich der reiche Prasser an den hl. Abraham wendet und ihn um Linderung seiner Leiden bittet, was Verdammte nicht tun, da sie grundsätzlich eine Abscheu gegen Gott und die Seinen haben.

2.) Abraham nennt den reichen Prasser liebevoll "Kind", was ein Verdammter sicherlich nicht ist, nämlich Kind Abrahams. Das besagen ja auch die Stellen in den Evangelien, in denen Johannes der Täufer und Jesus Christus den ungläubigen Schriftgelehrten und Pharisäern die wahre abrahamitische Kindschaft absprechen.

3.) Zudem empfindet der Prasser gegenüber seinen Brüdern Liebe und Zuneigung, da er deren Wohl wünscht, was in der Hölle allerdings nicht gegeben ist, weil dort nicht ein Funke Liebe ist, sondern nur Hass.

Diese drei Punkte scheinen mir eher auf das Fegefeuer hinzuweisen, welches ebenfalls ein "Ort der Qual" ist, in dem "Feuersglut" ist, und das von den Bewohnern des Himmels nicht betretbar ist. Des Weiteren wissen wir ja, dass die Armen Seelen im Fegefeuer für sich selbst nichts tun können, was sich denn auch beim reichen Prasser sehr gut zeigt: Er erbittet für sich selbst die Linderung seiner Leiden. Seine Bitte für sich selbst wurde nicht erfüllt.

Was nun die Bezeichnung "Unterwelt" betrifft, bezog diese sich in der damaligen Zeit noch nicht ausschließlich auf die Hölle. Denken wir dabei nur an den hl. Propheten Samuel, der nach seinem Tod von unten, aus der Welt von unten, emporstieg, und nicht von oben herab kam, und sich der Totenbeschwörerin zeigte.

Was meint Ihr zu diesen Überlegungen?


Liebe Grüße
Stefan




Aquila ...
Moderator
...............

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Beiträge: 1902
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...   Erstellt am 31.01.2018 - 14:38Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Lieber Stefan

Es handelt sich um die Hölle !

Deine berechtigte Frage nach dem "Warum" der Bitten des reichen Prassers hat ein User in einem anderen Forum wie ich meine trefflich beantwortet:
-

Ein Priester hat in seiner Predigt mal aufgeschlüsselt wieso diese Person folgende bitten richtet.

"Er ist in die Hölle will aber seine Familie warnen damit Sie nicht auch in die Hölle kommen. Das geschieht nicht aus Nächstenliebe sondern aus Selbstschutz.
Denn würden seine Angehörigen auch in die Hölle kommen , würden sich die Qualen dieser Person um ein vielfaches vermehren.
Diese Auslegung wird auch durch viele Prophetien über die Hölle und Höllenvisionen bestätigt , in der z.b Unkeusche zusammen leiden müssen sich aber dann gegenseitig um so mehr hassen."


-

Eine sehr schlüssige und gut nachvollziehbare Auslegung durch den Priester.


Die Auslegung durch Dom Guéranger zieht das Augenmerk mittels des reichen Prassers mahnend auf die grosse Gefahr der gleichsam "kampflose Kapitulation" vor den aufkommenden schlechten Begierden und Leidenschaften.
ein gegen aussen "anständiges Leben" und doch eine bereits überwundene "tote" Seele.


Heute eine grassierende Seuche in den Spass- und Auslebegesellschaften!

-

"In welche dichte Finsternis hat die Sünde die Seele des Menschen eingehüllt!
Kluge und vorsichtige Menschen, welche in der Besorgung ihrer irdischen Angelegenheiten niemals einen falschen Schritt tun würden, sind völlig verblendet.
Sie benehmen sich geradezu blödsinnig, wo es sich um die Ewigkeit handelt.
Welch’ schreckliches Erwachen im Jenseits, welch ein Übel ohne Heilung?

Um die in der Parabel enthaltene Lehre noch auffälliger zu machen,
spricht uns der Heiland nicht von einem entsetzlichen Bösewicht,
welcher die Welt mit Abscheu vor seinen Bluttaten erfüllt hätte, von einem jener Unseligen, die jedermann gewissermaßen als der Hölle verfallen betrachtet. Durchaus nicht.
Er bringt uns vielmehr einen Mann, der wie hundert andere ein ruhiges Leben führt, mit freundlichem Benehmen, der seiner Stellung etwas schuldig zu sein glaubt. Keine Gewalttat!
Der Heiland sagt uns nur, daß er kostbar gekleidet war und alle Tage in Freuden lebte.
Es gab wohl einen armen Bettler an seiner Türe, aber er tat demselben nichts zu Leide.
Er hätte ihn wegjagen können, aber er duldete ihn, ohne ihn in seinem Elende zu beleidigen.
Warum soll nun dieser Reiche ewig in den Flammen verzehrt werden, die Gott in seinem Zorn entfachte?
Weil der Mensch, der prächtig und in Freuden lebt, ohne bei dem Gedanken an die Ewigkeit zu zittern, ohne zu begreifen, dass er diese Welt gebrauchen muss, als ob er sie nicht gebrauche (1. Korinther 7,31),
und dem Kreuze Jesu Christi fern bleibt, bereits von seinen schlechten Begierden überwunden ist.
Hochmut, Habsucht, Prachtliebe machen sich sein Herz streitig und beherrschen sein Herz um so mehr, je weniger er daran denkt, diese schlechten Leidenschaften zu unterdrücken. Ein solcher Mensch hat überhaupt keinen Kampf.
Er ist überwunden und der Tod herrscht in seiner Seele."




Freundliche Grüsse und Gottes Segen





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