Marianisch Eucharistisch Papstreu
    "Ich sage dir, dass niemand von euch die Göttliche Hoheit stehend empfangen darf; zumindest sollt ihr als Zeichen dafür, dass ihr mich als König und Retter anbetet, die Knie beugen." (28.11.1995) "Ich sage dir, dass niemand von euch die Göttliche Hoheit stehend empfangen darf; zumindest sollt ihr als Zeichen dafür, dass ihr mich als König und Retter anbetet, die Knie beugen." (28.11.1995)

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    ...   Erstellt am 13.07.2012 - 12:56Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


    Hl. Hildegard von Bingen
    Klostergründerin, Äbtissin bei Bingen, Mystikerin

    Hildegard wurde 1098 in Bermersheim (nördlich Alzey) geboren. Sie war das zehnte Kind des Edelfreien Hildebert und seiner Gattin Mech­tild.
    Das Mädchen war schwächlich, aber lebhaft und fröhlich, und das blieb sie ihr Leben lang. Schon als Kind sah sie mehr als andere Menschen.
    Zur Erziehung wurde sie zu Jutta von Spanheim auf den nahe gelegenen Disibodenberg gebracht. Als Jutta, die Meisterin der Klause, 1136 starb, wurde Hildegard ihre Nachfolgerin.
    1150 zog sie mit ihren inzwischen zahlreicher gewordenen Nonnen in das von ihr erbaute Kloster Rupertsberg bei Bingen. Um 1165 besiedelte sie das damals leer stehende Kloster Eibingen
    oberhalb von Rüdesheim. ­- Schon auf dem Disibodenberg hatte sie auf Gottes Geheiß angefan­gen, ihre in wachem Zustand empfangenen Visionen und Einsichten niederzuschreiben.
    Sie, die sich „ungelehrt“ und „armselig“ nannte, war in Wahrheit eine hoch begabte, ja geniale Frau. Ihr Erstlingswerk nannte sie „Scivias“ - „Wisse die Wege (Gottes)“. Durch ihre Schrif­ten,
    Briefe, Predigten und Prophezeiungen wurde sie bald eine be­kannte Persönlichkeit. Sie stand in Briefwechsel mit Päpsten und Königen; aber auch arme und einfache Menschen suchten bei ihr Rat und Hilfe. Offenheit für die Fragen und Nöte der Welt und tiefe Gottverbundenheit waren für sie keine Gegensätze. Immer lebte sie im Licht Gottes; ihn fand sie in allen Dingen wieder: in den Steinen, Tie­ren, Menschen.
    Die Kraft ihrer Schau wurde geformt durch die Heilige Schrift, die Liturgie und die Kirchenväter. In allem aber blieb sie der demütig staunende Mensch. Hildegard starb am 17. September 1179.
    Sie wurde nie förmlich heilig gesprochen. aber immer als Heilige ver­ehrt.

    Papst Benedikt XVI. hat am Donnerstag, 10. Mai 2012, Hildegard von Bingen offiziell in den Heiligenkalender der Gesamtkirche aufgenommen.
    Dieser Rechtsakt ist keine Heiligsprechung im eigentlichen Sinne. Diese setzt ein förmliches Verfahren voraus und wird als liturgischer Akt im Rahmen eines Gottesdienstes vorgenommen,
    bei dem ein Dekret verlesen wird. Trotzdem ist die 1179 im Kloster Rupertsberg bei Bingen verstorbene Benediktineräbtissin nun eine offizielle Heilige.


    „Gott ist ewig, und Ewigkeit ist Feuer, und das ist Gott.
    Und Gott ist kein verborgenes, kein schweigendes Feuer,
    sondern ein wirkendes Feuer.“

    „Der Heilige Geist ist Leben spendendes Leben,
    Beweger des Alls und Wurzel alles geschaffenen Seins.
    Er reinigt das All von Unlauterkeit,
    er tilgt die Schuld, und er salbt die Wunden.
    So ist er leuchtendes Leben, würdig des Lobes.
    auferweckend und wieder erweckend das All.“


    (Hildegard von Bingen)





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    "Kein Auge hat es gesehen, kein Ohr hat es gehört, in keines Menschen Herz ist es jemals gedrungen was Gott denen bereitet hat, die Ihn lieben."

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    ...   Erstellt am 13.07.2012 - 14:23Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen




    Schon als kränkliches Kind hatte Hildegard Visionen; sie behielt diese prophetische Gabe, Vorauszusehen und Gegenwärtiges im Blick auf die Zukunft richtig zu deuten, ihr Leben lang.
    Hildegard wurde bei ihrer Verwandten Jutta von Sponheim in deren Klause am Kloster Disibodenberg erzogen. Auch hier war sie immer wieder krank, kaum fähig zum Gehen,
    oft auch durch Sehbehinderungen eingeschränkt. Nach Juttas Tod 1136 wurde Hildegard deren Nachfolgerin als Priorin, entschied aber, 1147/48 ihr eigenes Kloster über dem Grab
    von Rupert von Bingen zu gründen.

    Hildegard zog mit 18 Schwestern in dieses heute nicht mehr vorhandene Benediktinerinnenkloster auf die Rupertsberg genannte Anhöhe bei Bingen und war die Äbtissin.
    Männer und Frauen aller Stände des Volkes suchten sie in ihrem Kloster auf oder baten schriftlich um ihren Rat; mit Kaiser Friedrich Barbarossa führte sie einen ausführlichen Briefwechsel.
    Da sie selbst nicht perfekt Lateinisch konnte, diktierte sie alle ihre Schriften. 1165 gründete sie das heute noch bestehende Tochterkloster Eibingen bei Rüdesheim.
    Man nannte die wohl größte Mystikerin Deutschlands ehrfurchtsvoll Tischgenossin Gottes. Im Vorwort zu Scivias, führt Hildegard aus: Im Jahre 1141 der Menschwerdung Jesu Christi,
    als ich zweiundvierzig Jahre und sieben Monate alt war, sah ich ein überaus stark funkelndes Licht aus dem geöffneten Himmel kommen. Es durchströmte mein Gehirn, mein Herz und meine Brust
    ganz und gar, gleich einer Flamme, die jedoch nicht brennt, sondern erwärmt. Es erglühte mich so, wie die Sonne einen Gegenstand erwärmt, auf den sie ihre Strahlen ergießt.
    Und plötzlich hatte ich die Einsicht in den Sinn und die Auslegung des Psalters, des Evangeliums und der anderen Schriften des Alten und Neuen Testamentes.

    Hildegard war Künstlerin und Wissenschaftlerin, Mystikerin und Ärztin, Dichterin und politisch engagiert, dennoch von zartem und gebrechlichem Wesen und lebte in einer von Männern dominierten Welt.
    Ihre Regeln für eine gesunde Lebensführung klammerten auch die Sexualität nicht aus, ihre Gedanken zur Rolle der Frau waren mutig und richtungsweisend.
    Unter dem ständigen Druck der über sie kommenden Gesichte begann Hildegard 1141, ihre Visionen schriftlich festhalten zu lassen. Sie wurde darin von Bernhard von Clairvaux unterstützt;
    er erreichte bei Papst Eugen III. die Erlaubnis zur Veröffentlichung der Schriften, als der 1148 auf der SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen,
    aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. von Trier weilte.

    Hildegard predigte auch auf dem Marktplatz in Trier, beriet Kaiser Barbarossa in Ingelheim am Rhein, ritt noch in hohem Alter nach Maulbronn und Zwiefalten, von innerem Licht beauftragt,
    ihre himmlische Belehrung mitzuteilen. Nach Aufstellung des dritten Gegenpapstes durch Kaiser Barbarossa bezog Hildegard in einem Brief an ihn eindeutig Stellung,
    bekannte sich zu Papst Alexander III. und schrieb freimutig: Gib acht, dass der höchste König dich nicht zu Boden streckt!

    Ihr erstes, 1141 bis 1147 verfasstes visionäres Werk Liber Scivias Domini, Wisse die Wege Gottes, schrieb Hildegard zusammen mit Propst Volmar von Disibodenberg, den sie symmista, Miteingeweihten,
    nannte. Das schwer verständliche Buch ist durchweg prophetisch und mahnend in der Art von Ezechiel und der Offenbarung des Johannes. Hildegard schlägt einen großen heilsgeschichtlichen Bogen
    von der Schöpfung der Welt und des Menschen über das Werden und Sein der Kirche bis zur Erlösung und Vollendung am Ende der Zeiten. Die ewige Geschichte von Gott und Mensch, von Abkehr und
    Hinwendung des Menschen zu seinem Schöpfer, wird in immer neuen Bildern anschaulich gemacht. Das ihr oft zugeschriebene Zitat: Werde was du bist - Mensch, werde Mensch stammt zwar nicht von
    Hildegard, charakterisiert aber ihre Denkweise.
    Die heilige Gottheit kann keiner je begreifen, nicht einmal berühren mit seinem Verstand, so hoch er ihn auch emporrecken mag. Gott ist höher als alles, schrieb sie knapp hundert Jahre, bevor
    Thomas von Aquin genau dies in unübertroffener Meisterschaft versuchte - bis auch er nach einer mystischen Erfahrung ein Jahr vor seinem Tod dieses Bemühen einstellte.
    Das Geheimnis des Geistes Gottes ist für Hildegard aber in der Schöpfung erfahrbar: Alles durchdringst Du, die Höhen, die Tiefen, jeglichen Abgrund. Das Obere begegnet dem Unteren, der Schöpfer in der Schöpfung, in jedem Menschen, jedem Tier, jeder Pflanze, jedem Stein lässt er sich lesen, Belebtes und Unbelebte klingen zusammen in einer großen Symphonia. Die Erde ist nicht die endgültige Heimat des Menschen, aber sie ist viel mehr als wertlose Hülle.

    Das Grundübel des Menschen besteht für Hildegard darin, dass er - mit dem schwarzen Engel - immer nur Ich und Ich sagt und sich anmaßend selbst das Gesetz gibt, so als ob er sein eigener Gott sei.
    Die Lösung sei, sich selbst zu verlassen, die eigene Unordnung - dann erst den Leib - zu kurieren durch Reue: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel. Das heißt:
    gegen das himmlische Kunstwerk, das ich selbst bin. Der einzige, der wirklich den Namen Arzt verdiene, Christus, vermittelt die Einsicht und öffnet den Weg zum Vater.

    Hildegard erwies sich auch als Dramaturgin, Dichterin und Komponistin, verfasste Texte und Melodien zu 77 Liedern und das Singspiel Ordo Virtutum, Spiel der Kräfte, in dem sie den ewigen Kampf
    zwischen Gut und Böse in 35 dramatischen Dialogen zur Darstellung bringt. Theologisch brachte sie dieses Thema in ihrem zweiten großen Hauptwerk, dem Liber Vitae Meritorum,
    Buch des verdienstlichen Lebens noch einmal zur Sprache. Der Mensch, so Hildegards Grundanliegen, ist frei geschaffen und sein Leben lang in die Entscheidung gestellt,
    seiner in der Schöpfung grundgelegten Gottesebenbildlichkeit zu entsprechen; als Vorbild enthält das Buch eine malerische Lebensbeschreibung Christi.

    Ihr letztes, 1163-1170 entstandenes Werk war das Liber divinorum operum, Buch der göttlichen Werke, eine Betrachtung der Natur im Licht des Glaubens, ein gewaltiges, den gesamten Kosmos
    betrachtendes Werk. Hildegard lässt die Welt als Kunstwerk Gottes aufstrahlen; der Mensch erscheint als Mikrokosmos, der in all seinen körperlichen und geistigen Gegebenheiten die
    Gesetzmäßigkeiten des gesamten (Makro-)Kosmos widerspiegelt. Alles ist aufeinander bezogen, wechselseitig miteinander verbunden und in Gott untrennbar vereint. O Mensch, ruft Hildegard aus,
    schau dir doch den Menschen richtig an: Der Mensch hat ja Himmel und Erde und die ganze übrige Kreatur schon in sich selber und ist doch eine ganze Gestalt.

    Im Herzen des Universums steht für Hildegard der Mensch, das volle Werk des Schöpfers, denn nur der Mensch kann ihn erkennen; aber deshalb steht der Mensch auch vor der Entscheidung: steigt er empor,
    hebt er die Schöpfung mit sich empor; fällt er, reißt er die Schöpfung mit in den Abgrund. Immer haben wir den Geschmack des Paradiesapfels im Munde - die Lust der Empörung und Selbstzerstörung.
    Die Freiheit des Menschen führte zur Ursünde, aber Gott wollte freie Menschen: Mit der Macht deiner überaus herrlichen Kraft überwältigst du niemand. Hildegard empfand sehr stark die Auswirkungen des menschlichen Handelns auf die Schöpfung - im Guten wie im Bösen. Von Umweltaktivisten ist sie heute noch gar nicht richtig wahrgenommen.

    Gottes liebende Umarmung aller Kreatur erhebt die Schöpfung über das bloß Natürliche hinaus und richtet sie zugleich - auf und zurecht. Wenn der Mensch seine Ichbezogenheit, sein Aufbegehren gegen Gott, beendet, erfährt er sich in freundschaftlicher Verbundenheit mit den anderen Geschöpfen, taucht die Urfreude in ihm auf: die Seligkeit, gewollt zu sein; Hildegard nennt das die fröhliche Wissenschaft: Jedes Geschöpf ist mit einem anderen verbunden, und jedes Wesen wird durch ein anders gehalten.

    Der Gedanke der Einheit und Ganzheit ist auch der Schlüssel zu Hildegards natur- und heilkundlichen Schriften. Krankheit ist für sie ein Defizit oder Ungleichgewicht, Gesundheit dagegen das Gleichgewicht
    der Seele. In ihren Werken Causae et curae, Ursachen und Behandlung, und ihrer Physica, Naturkunde, wird deutlich, dass Heil und Heilung des kranken Menschen allein von der Hinwendung zum
    Glauben ausgehen kann, denn der Glaube allein bringt gute Werke und eine maßvolle Lebens-Ordnung hervor. In ihren Büchern Liber Simplicis Medicinae und Liber Compositae Medicinae hat Hildegard
    280 Pflanzen und Bäume katalogisiert und nach ihrem Nutzen für Kranke aufgelistet. Der Rupertsberg wurde das Zentrum der Kranken, Hilfe- und Ratsuchenden des ganzen damaligen Rheingaus.

    Hildegards seelsorgliche Arbeit galt vor allem dem Klerus, der damals zu verweltlichen drohte. Alle, die ein Vorsteheramt zu verwalten hatten, warnte sie vor Härte und empfahl Barmherzigkeit und
    Maßhaltung. In Köln sprach sie öffentlich zum Klerus, die Predigt ist erhalten: Ihr seid eine Nacht, die Finsternis ausatmet, und wie ein Volk, das nicht arbeitet. Ihr liegt am Boden und seid kein Halt
    für die Kirche, sondern ihr flieht in die Höhle eurer Lust. Und wegen eures ekelhaften Reichtums und Geizes sowie anderer Eitelkeiten unterweist ihr eure Untergebenen nicht. Ihr solltet eine Feuersäule sein,
    den Menschen vorausziehen und sie aufrufen, gute Werke zu tun.
    1632 wurde das Kloster Rupertsberg zerstört, Hildegards Reliquien wurden nach Köln, später nach Eibingen gebracht. Theodor Schnitzler nannte sie Deutschlands größte Frau. In neuerer Zeit hat Hildegard besonders mit ihren Vorstellungen von Naturheilkunde und Ernährung wieder große Beachtung gefunden.





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