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darkrider  Stabsgefreiter

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| Erstellt am 30.05.2005 - 13:48 | |
Morgen!
Wie am Wochende im Stell-Dich-Vor-Brett versprochen, moechte ich fuer all die geplagten/gluecklichen HL-Panzer-Besitzer ein kleines Tutorial erstellen. Mit dessen Hilfe wird jeder, der einen Lötkolben halten kann und fuer den "Volt" kein falsch geschriebenes deutsches Modalverb in der zweiten Person im Plural ist, seinen Panzer wieder flott machen koennen. Die Probleme wie "mein Tiger dreht seine Kanone nicht mehr", oder "die Katze faehrt nur im Kreis" sind mit kleinem Aufwand und zu HL-Preisen in Griff zu kriegen. Da ich davon ausgehe, dass sehr viele hier keine grossen Erfahrungen mit Elektronik haben, werde ich ganz klein anfangen. Geplant sind mehrere Teile des Tutorials mit den Themen:
-Noetiges Werkzeug -Umgang mit Lötkolben -Was muss der HL-Reparator ueber Ohm und Volt wissen? -Umgang mit Messgeraet -Grundsätzlicher Aufbau der Empfangselektronik, Baugruppen, wichtige Bauteile. -Fehlersuche und Reparatur im Antrieb -Fehlersuche und Reparatur Turmdrehung -Fehlersuche und Reparatur Schussmechanismus/KwK-Elevation/LEDs. -FAQ
Ich werde versuchen alle paar Tage (im optimalfall taeglich) einen weiteren Teil zu schreiben. Da ich aber selber berufstaetig bin, kann es auch mal zu einer Verzoegerung kommen. Am liebsten waere mir wenn Fragen in einem separaten Thread gestellt werden (z.B. mit der Ueberschrift "Diskussion E-Tutorial" o.ae.), damit die Uebersicht bleibt.
Parallel dazu werde ich das Tutorial auf meiner Webseite unter www.thkusch.de pflegen (derzeit ist noch nichts ueber HL dort zu finden).
Ein weiterer Thread fuer "Insider" mit Analyse und Bewertung des Elektronikdesigns und Ideen zur kostenguenstiger Aufwertung kommt bald.
So long und viel Spass!
Signatur Gruss Darky
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darkrider  Stabsgefreiter

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| Erstellt am 30.05.2005 - 13:48 | |
Teil 1: Werkzeug
Ohne Werkzeug geht nix. Zum Glueck brauchen wir fuer die Tigerwerkstatt nicht viel.
-Das Wichtigste: Loetkolben. Es muss keine teure Loetstation sein. Ein kleiner 15-20W Loetkoelben reicht volkommen. Wer sich was gutes tun will holt eine Ersa Multitip 15 (Conrad Artikel-Nr.: 810436 - LN, ca.25 Euro) oder Weller SP15 (Conrad Artikel-Nr.: 588010 - LN, ca.16 Euro). Ein Billigexemplar fuer 3,50Euro (Conrad Artikel-Nr.: 588021 - LN) geht aber auch in Ordnung. Es sollte halt kein 100W-Geraet zum Loeten von Kupferrohren oder Gasloetkolben sein. Fuer 3,50 gibts noch einen Staender mit Reinigungsschwamm (Conrad Artikel-Nr.: 588147 - LN).
-Das kleine Messlabor: Universalmessgeraet. Ohne Messen werden wir keinen Erfolg bei der Reparatur haben. Messen muessen wir jedoch nur ein wenig Spannung und Durchgang. Wer noch kein Messgeraet haben sollte kann hier zugreifen: Digital Multimeter VC-120(Conrad Artikel-Nr.: 121616 - LN ca. 8Euro) oder etwas vergleichbares. Zu 99% werden alle auf dem Markt erhaeltliche Geraete unseren Anspruechen gerecht. Ich koennte mir jedoch vorstellen, dass das Angebot im Baumarkt fuer 2,99 schnell den Geist aufgeben wird. Beim Neukauf bitte nicht zu den schoenen alten Zeigergeraeten greifen. Sie sind zwar nicht schlechter oder ungenauer, nur das Ablesen ist schwieriger.
-Entloetlitze Beim HL werden wir des haeufigeren defekte Bauteile austauschen muessen. Meistens dreifuessige Transistoren bzw. einen der beiden laenglichen schwarzen "Dingern". Behilflich hier kann uns eine Entloetsaugpumpe (die, die was taugen fangen so bei 15Euro an), oder guenstiger und fuer unsere Anwendung effektiver Entloetlitze (Conrad Artikel-Nr.: 825699 - LN ca.3,50Euro). Kostet nicht viel und erleichtert das Leben ungemein (vor allem auch um die Loetzinn-Klumpen des Originals Herr zu werden)!
-Loetzinn Standard-Elektronikerloetzinn, Durchmesser 1mm oder duenner. 100g-Rolle reicht lange Zeit aus. Solltet Ihr solche kleinen Mengen nicht finden koennen ->PM an mich und ich schicke Euch paar Windungen fuer 2Euro incl.Versand.
Das waere es schon an "Spezialitaeten". Darueber hinaus brauchen wir noch Werkzeug, dass sowieso in keinem Haushalt fehlen sollte: Schraubenzieher, scharfes Messer (Tapiziermesser oder fuer die Mutigen Skalpell), kleine Kombizange, kleinen Seitenschneider.
Mit ca. 20-30Euro ist man dabei. Die angegebenen Vorschlaege dienen nur der Anschauung. Bevor Ihr also einem der Grossen Geld in den Hals wirft, geht lieber zu einem Elektronik-Tante-Emma-Laden. Es ist haeufig nicht viel teurer und man erhaelt noch den einen oder anderen Tipp.
------------------------------------------------------- Nachtrag: Woody und zardoz vermissen noch einen mechanichen Buttler! Ihre Vorschlaege sind eine "dritte Hand" mit Lupe (Conrad Artikel-Nr.: 588087 - OF 4,95 € bzw. ein kleiner Schraubstock (Conrad 496286 - U0 5,75 € .
[Dieser Beitrag wurde am 31.05.2005 - 09:31 von darkrider aktualisiert]
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darkrider  Stabsgefreiter

Status: Offline Registriert seit: 12.05.2005 Beiträge: 198 Nachricht senden
| Erstellt am 31.05.2005 - 10:36 | |
Dieser Abschnitt wird den meisten sehr trivial erscheinen. Ich hoffe jedoch, dass der eine oder andere doch etwas Interessantes fuer sich findet!
Teil 2: Loeten
Es wird heiss 
Ums Loeten kommen wir nicht drumherum. Es ist eine einfache handwerkliche Taetigkeit, es gilt jedoch auch hier: ohne Uebung keine Koennen, und schlecht geloetete Verbindungen sind ein Graus fuer jeden Elektronikbastler. Es fuehrt zu seltsamen Fehlern verursacht durch mangelnden Kontakt oder kann Kurzschluesse herbeifuehren. In der rauhen Umgebung, wie das Innere eines RC-Panzers ist kann man sich nicht auf "es wird schon halten" verlassen.
Loeten ist praktisch kaltes Schweissen. Mit Temperaturen so um die 300Grad wird das Lot (AKA Loetzinn) verfluessigt und verbindet sich mit Metallen, mit denen es in Beruehrung kommt (und mit denen es sich verbinden mag, wie Kupfer oder Zink). Es bildet eine sehr gute elektrische Verbindung. Da es jedoch aus weichen Metallen besteht (Legierung aus Zink, Zinn, Blei und was-weiss-ich-was-noch), ist es nur bedingt als mechanische Fixierung, wie es beim Schweissen der Fall ist, zu gebrauchen.
Frueher wurde noch ein Flussmittel wie Loetpaste oder das s.g. Kalafoniuim (ein Harz) verwendet. Heute ist dem Lot der Flussmittel beigemischt, sichtbar wenn man sich das Lot von Vorne anschaut: in der Mitte ist eine dunkele Ader zu sehen.
Wie loetet man?
-Loetkolben einschalten und warten bis er heiss wird (man merkts daran, dass das Lot bei Beruehrung sofort schmilzt). Nach spaetestens ca. 5 Min sind alle Loetkolben einsatzbereit. -An der gewuenschten Verbindungsstellen haelt man die Spitze des Loetkolben hin und mit der anderen Hand bringt das Lot an die Loetkolbenspitze. -Das Lot schmilzt und umfliesst die Verbindung.
Eine Verbindung ist gelungen wenn: -Das Lot von der seite gesehen die Form eines Vulkans hat: breit am Fuss und spitz zulaufend. -Die Verbindung silber glaenzt und das Lot eine glatte, spiegelnde Oberflaeche bildet. -Das geloetete Bauteil haelt (hat man ein Stueck Litze angeloetet, sollte man die Platine daran kreiseln lassen koennen ohne dass diese gegen die Wand fliegt).
Sieht die Stelle matt aus, ist sie poroes, ungleichmaessig, kugelfoermig o.ae. muss nachgebessert werden.
Mit dem Loetkolben werden auch Bauteile ENT-loetet. Dazu nimmt man die Entloetlitze, legt sie auf die zu loesende Verbindung und drueckt die Spitze des Loetkolbens darauf. Das geschmolzene Lot wird von dem Drahtgeflecht aufgesaugt. Danach wird das verbrauchte Stueck mit einem Seitenschneider abgezwickt.
-es dauert jetzt etwas laenger, bis sich was tut, denn das Geflecht leitet wie Waerme sehr gut ab. Da kommt an die Platine weniger an. Kleiner Trick: die Flanke der Spitze des Loetkolbens verwenden. Dort ist die Flaeche groesser. -Die Litze wird schnell heiss, seid also darauf gefasst! -Liegen 2-3 Loetpunke, die man entloeten moechte, dicht nebeneinande, kann man auch, mit etwas Uebung, alle in einen Schub erledigen. -Manchmal ist die Qualitaet des Lotes so schlecht, dass dieser kaum fliesst oder broeckelt (so ist es bei den HL-Platinen). Hier kann man zuerst etwas vom guten Lot beimischen, und dann alles aufsaugen.
Als Regel gilt: den Loetkolben so lange an einer Stelle halten wie noetig, und so kurz wie moeglich. Die meisten Bauteile, mit denen wir zu tun haben werden, vertragen eine Dauertemperatur von 150Grad. Mehr ist purer Stress fuer die Elemente. Ausserdem nimmt die Platine beim Ueberhitzen Schaden. Loetet man zu kurz, ist die Kupferschicht der Platine nicht heiss genug und wir haben eine kalte Loetstelle.
Genug Theorie, hier paar Bilder:
Ein Negativbeispiel. Originalloetstellen im HL. Die untere verbindung ist matt und unfoermig, die Obere ist Kugelfoermig. Schuld ist u.A. die schlechte Qualitaet des Lotes und schlechte Verabrietung.

Die untere Loetstelle des letzten Bildes wird vom Lot mit Entloetlotze befreit. Da mein Loetkolben recht wenig Leistung hat, verwende ich nicht die Spitze sondern die Flanke. Man kann hier beherzt Kraft nach Unten ausueben um besseren Kontakt zu erreichen.

Die gleiche Stelle paar Sekunden spaeter.

Beide Stellen sind neu verloetet. Man sieht deutlich den Unterschied

Links Original, rechts nachbearbeitet.

Fuers Lot gilt auch: so viel wie noetig, so wenig wie moeglich. Hier ist zu viel des Guten:

Das Anloeten von Litze auf die falsche Art. Es reicht die Litze 2-3mm zu entisolieren. Dazu nimmt man ein scharfes Messer oder es gibt bequeme Entisolierzangen. Dabei sollte man so wenig Adern wie moeglich abschneiden.

Das entisolierte Ende wird verdrillt und verzinnt

Jetzt hat man eine sichere Verbindung

Das passiert, wenn die Platine beim Loeten ueberstrapaziert wurde. Von der Seite die schlechten und die guten Loetstellen erkennbar (2 und 3 von rechts ok, der Rest )

Zum Abschluss noch ein Tipp: mit einer sauberen, verzinnten Loetspitze ist es viel leichter zu loeten als mit einer verdreckten! Dazu nimmt man einen Schwamm, wie beim Loetkolbenstaender im Teil 1 zu sehen. Dieser wird mit Wasser nass gemacht und die Loetkolbenspitze von Zeit zu Zeit daran abgestreift.
Teil 3 folgt!
[Dieser Beitrag wurde am 01.06.2005 - 11:50 von darkrider aktualisiert]
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zardoz  Leutnant

Status: Offline Registriert seit: 25.04.2005 Beiträge: 603 Nachricht senden
| Erstellt am 31.05.2005 - 11:32 | |
Darky, wieder mal sehr gute Arbeit ... 
Und natürlich auch wieder der kleine Hinweis von mir:
Die Leistung des Lötkolbens sollte nicht zu gering sein, deshalb empfehle ich nach wie vor einen mit 30W. Besser zwei verschieden große Lötspitzen verwenden. Vorteil: Die Temperatur wird besser gehalten, wenn ich mit so einem Lötkolben an größeren metallischen Flächen arbeite. Wie wir ja alle wissen, ist Metall nun mal ein sehr guter Wärme(ab!)leiter ...
Ach ja, und geht mal eine Lötstelle daneben - abkühlen lassen, entlöten, wieder abkühlen lassen, neuer Versuch. Übung macht den Meister, nichts anderes.
Nice week, Zardoz
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darkrider  Stabsgefreiter

Status: Offline Registriert seit: 12.05.2005 Beiträge: 198 Nachricht senden
| Erstellt am 02.06.2005 - 12:36 | |
Teil 3: Kenngroessen
Was ist denn Strom, Spannung, Widerstand.... Ich versuche hier die Grundzuege der wichtigsten elektrischen Kenngroessen, mit denen wir in beruehrung kommen werden vereinfacht zu erlaeutern.
Man bedient sich haeufig eines Vergleiches mit einem Wasserkreislauf. Dieser hinkt zwar, wenns ans Rechnen geht, das ist aber fuer uns egal. Wichtig ist nur den Unterschied zwischen den Kenngroessen zu wissen.
Im Wasserkreislauf haben wir eine Wasserpumpe, die entspricht unserem Akku.
Die Stromstärke entspricht der durchfließenden Wassermenge pro Zeiteinheit.
Die Spannung beschreibt, unter welchem Druck das Wasser steht.
Eine Verengung in der Leitung verursacht Reibung und erzeugt Waerme -> Energie geht verloren. Das ist der Widerstand.
Die Spannung kennzeichnet man mit dem Buchstaben 'U' und misst man in Volt (abkuerzung 'V' )
Die Stromstaerke kennzeichnet man mit dem Buchstaben 'I' und misst man in Ampere (abkuerzung 'A' )
Den Widerstand kennzeichnet man mit dem Buchstaben 'R' und misst man in Ohm (abkuerzung mit dem griechischen Buchstaben 'Omega' )
Es ergeben sich daraus interessante Folgerungen:
Es kann Spannung ohne Strom geben (Hahn zu: Wasserdruck ist da, aber fliesst kein Wasser. Entspricht einem aufgeladenem Akku, der nicht angeschlossen ist)
Es gibt keinen Strom ohne Spannung (wenn kein Wasserdruck vorhanden ist, kann kein Wasser fliessen)
Uebertragen auf einen Motor: Die Umdrehungsgeschwindigkeit haengt von der Spannung ab. Je hoeher die Spannung, desto schneller dreht er (bis er irgendwann mal platzt ) Damit er aber dreht, braucht er Strom. Je mehr Widerstand (keinen elektrischen, sondern z.B. ein Hindernis) der Motor ueberwinden muss, desto mehr Strom verbraucht er (deswegen geht die Originalelektronik kaputt: blockiert mal der Motor oder muss laengere Zeit eine grosse Steigung ueberwinden, zieht er so viel Strom, dass die Bauteile es nicht zu liefern schaffen, ueberhitzen und gehen floeten).
Die einzige Formel, die wir evtl. brauchen werden ist die fuer die elektrische Leistung (Buchstabe 'P', Einheit Watt (Abkuerzung 'W' )):
Leistung = Spannung * Strom
oder abgekuerzt:
P = U * I
Es heisst einfach: verdoppelt sich der Strom oder Spannung, wird die Leistung verdoppelt. Verdoppelt sich beides, wird die Leistung vervierfacht.
Kauft man z.B. einen Motor, sind diese meistens mit der Betriebsspannung und der Leistung gekennzeichnet. Haben zwei Motoren die gleiche Spannung, der eine schafft aber doppelt so hohe Leistung, heisst es, dass dieser auch die doppelte Stromstaerke benoetigt. Das muss die Elektronik auch verkraften.
In unserem Fall ist es meisten so, dass die Spannung vorgegeben ist. Wir muessen nur darauf achten, dass unsere Lasten (die Motoren) im unguenstigsten Fall (also wenn sie blockiert sind) die Elektronik heile lassen. Das erreichen wir entweder durch ausreichende Dimensionierung der Bauteile oder durch Schutzschaltungen.
[Dieser Beitrag wurde am 02.06.2005 - 14:45 von darkrider aktualisiert]
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darkrider  Stabsgefreiter

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| Erstellt am 02.06.2005 - 12:56 | |
Teil 4: Bauteile
Die Elektronik des HLs besteht aus den unterschiedlichsten elektronischen Bauteilen. Es ist kein Fehler, die Bedeutung der Teile ansatzweise zu wissen: wie sehen sie aus, was tun sie, welche Anschluesse haben sie, wodurch sind sie charakterisiert, wie erkenne ich sie im Schaltplan...
1. Der Widerstand
Der Widerstand ist wohl das meistverbaute Element. Es dient je nach Einsatzort als Begrenzer fuer Strom oder Spannung.
Es gibt sie in unterscheidlichsten Formen

Das Schaltbild ist unten in Form eines Rechtecks mit den dargestellten zwei Anschluessen zu sehen.
Die Kenngroesen eines Widerstands sind der Widerstand in Ohm und die Leistung.
Je hoeher die 'Ohm'-Zahl, desto hoeheres Hindernis fuer den elektrischen Strom. Der Widerstandswert ist aufgedruckt oder haeufiger mit Farbstrichen kodiert. Entweder weiss man auswendig welche Farbe was bedeutet, oder man sucht das Web ab nach Tools, die einem die arbeit abnehmen.
Die Leistung gibt lediglich an, wie hoch belastbar dieser Widerstand ist(hat wieder mit dem Abwaermeproblem vom letzten Teil zu tun). Je groesser die Bauform, desto mehr Waerme kann der Widerstand abfuehren (ein 1Ohm-Widerstand kann fingerkuppengross sein, oder wie ein Schokoriegel. Im ersten Fall schafft er 1W (also fliesst z.B. 1A Strom bei 1V Spannung), im zweiten 100W (also z.B. 1A bei 100V).
2. Der Kondensator.
Kurzform: ein Kondensator kann elektrische Energie speichern.
Er sieht z.B. so aus:

Er ist gekennzeichet durch seine Kapazitaet (in Farad), die meist sehr klein sind (wir bewegen uns im Bereich zwischen ca 100nF = 0.0000001F und 100uF=0.0001F), die maximale Spannung, die er vertragen kann (in unserem Fall werden 99% aller Kondensatoren ausreichend sein). Bei einigen Typen (meist die groesseren in Becher-Form) muss man auf die Polaritaet achten! Bei denen ist nicht egal, wo plus und wo minus angeschlossen sind. Schaltet man sie falsch herum, gehen sie schnell kaputt. Ist dies der fall, kann man am Schaltplan die Kennzeichnung der Polaritaet sehen.
3. Dioden
Dioden habe eine sehr wichtige Eigenschaft: sie leiten nur in eine Richtung, in die andere sperren sie. Somit ist klar, dass die beiden Anschluesse nicht gleichwertig sind. Der eine heisst Anode, der andere Kathode. Ist Anode an '+' angeschlossen und die Kathode an '-' dann wirkt die Diode wie ein geschlossener Schalter, anders herum stellt sie eine Unterbrechung dar.

Die am meisten bekannte Form: LED (Light Emmiting Diode), oder Leuchtdiode gibt ausserdem noch Energie in Form von Licht ab.
Die Kathode erkennt man meistens an einem Farbstreifen am Gehaeuse (auf dem Schaltbild ist es der senkrechte Strich). Auf der grossen Diode ganz rechts sieht man am Metall die Buchstaben 'A' und 'K'
Das zweite Schaltbild mit den Pfeilen ist das einer LED.
Die fuer uns wichtige Kenngroesse ist die maximale Stromstaerke. Man kann es der Diode nur ungefaehr an der Groesse ansehen (je groesser desto robuster). Will man es genau wissen, muss man das Datenblatt bemuehen (oder bei Conrad nachschauen, die wichtigsten Eckdaten sind im Katalog aufgefuehrt). Die Kennung der Diode ist aufgedruckt (z.B. 1N4148, 1N4001, BAT42).
Die Diode verlangt bei ihrem Weg nach einem kleinen "Wegezoll": sie nimmt sich von der anliegenden Spannung je nach Typ um 0.6-0.8V ab (bei LEDs bis zu 3V).
Jetzt ist es klar, was die seltsamen "bipolaren Elemente" in der bekannten eBay-Auktion zum verlangsamen des Motors waren: zwei Dioden die parallel zusammengeloetet waren (Kathode der einer an Anode der zweiten und umgekehrt). Damit war die Spannung am Motor um ca. 0.7V/Element kleiner. Zwei Dioden sind noetig, denn der Motor muss in beide Richtungen laufen. Sind die 0.7V zu wenig, macht man ein weiteres Diodenduo dazu. Jetzt koennte man auf die Idee kommen, statdessen eine LED zu nehmen, denn die baut bis zu 3V ab. Das geht aber nicht, denn LEDs vertragen bis max. 0.05-0.1A, und unser Motor braucht schon im Leerlauf 0.5A!
Bei unseren Basteleien faellt haeufg der Begriff einer Schottky-Diode. Es ist eine Abart die a. sehr schnell umschalten kann b. weniger Spannung benoetigt als die normalen Artesgenossen. Diese braucht man um sehr sehr kurze Stoerimpulse des Motors (von 0.000000001s und weniger) abzuleiten um die Steuerelektronik zu schuetzen und den Fernsehempfang nicht zu vermiesen.
4. Der Transistor
Mit Abstand das wichtigste Bauteil seit mitte des letzten Jahrhunderts. Ohne ihn haette ihr nicht die grauen Kisten mit dem Monitor vor euch und eure Handys haetten vielleicht in ein Rucksack reingepasst.
Der Transistor funktioniert als Verstaerker oder als Schalter. Fuer uns ist die zweite Art wichtig.
Stellt euch vor, ihr faehrt mit einem 40-Tonner ohne Bremskraftverstaerker und muesst bremsen....
Der Transistor ist nichts anderes als solch ein Bremskraftverstaerker: wir setzten wenig Kraft ein, um eine grosse Kraft auszuloesen.
Der Empfaenger des HL erzeugt Signale fuer die Motoren. Diese sind jedoch so schwach (sehr kleiner Strom von maximal 0.01A und weniger), dass sie die Hilfe des Transistors brauchen. Liegt das schwache Signal des Empfaengers an dem Transistor an, oeffnet er sein "Ventil" und kann passend grosse Stroeme an die Motoren liefern.
Der Transistor hat drei Anschluesse: Kollektor (abgekuerzt mit 'C' , Basis (abgekuerzt mit 'B' und Emiter (Abkuerzung 'E' .

Es gibt zwei Grundtypen: die so genannten NPN und die PNP-Transistoren.
Der einzige Unterschied ist, dass sie in die entgegengesetzte Richtug arbeiten (wie eine Diode, lassend Transistoren Strom nur in eine Richtung durch).

Auf dem Bild ist eine "starke" Batterie, z.B. unser Akku und eine schwache,z.B. eine Solarzelle. Die Solarzelle alleine koennte niemals unseren Motor betreiben, es reicht jedoch um einen Transistor anzusteuern. Bei ausreichend Licht, laeuft der Motor. Dreht man die Batterien um, braucht man den anderen Transistortyp.
Der Unterschied ist am kleinen Pfeil am Emiter am Schaltbild zu sehen.
Anhand des Gehaeuses kann man grob abschaetzen, was der Transistor schafft. Die Schiffchenform ist heute kaum noch anzutreffen.
Wie die eizelnen Anschluesse belegt sind, kann man meistens nur dem Datenblatt entnehmen. Wird der Transistor falsch angeschlossen, ist er schnell hinueber.
Die wichtigsten Kenngroessen ist der so genannter Kollektorstrom (Abkuerzung Ic). So viel und nicht mehr kann man dem Transistor entlocken. Die zweite Groesse ist die Leistung (die alte Geschichte mit der Abwaerme).
Zwei Beispiele: -ein Transistor mit Kollektorstrom von 0.5A und 3W koennen wir fuer den Antrieb nicht gebrauchen. Der Motor braucht mehr. Fuer den Turmmotor reicht es aber! Dieser braucht im blockierten Fall 0.5A und bei 6V ergibt es Leistung= 0.5A * 6V=3W. Das passt!
-ein zweiter kann 5A und 5W Leistung. Der koennte gehen, hat aber wenig Leistung! Bei 5A darf man ihm maximal 1V entlocken, unsere Motoren laufen mit 5-6V! Der Transistor koennte eine Zeit lang halten, sein Schicksal ist aber besiegelt.
Man kann die Maximalleistung eines Transistors erhoehen, indem man ihn an einen Kuehlkoerper klemmt um die Waerme abzuleiten. Arbeitet der Transistor, kann in seinem Inneren 150Grad heiss werden. Bei mehr versagt er.
Es ist bei Kuehlkoerpern Vorsicht geboten! Viele staerkere Transistoren haben ein Metallfaehnchen mit einem Befestigungsloch. Beim Heng Long werden bis zu vier Transistoren an einen Kuehlkoerper angehaengt. Die Metallfaehnchen sind jedoch auch an den Kollektor angeschlossen! Schraubt man also alle vier Elemente an einen Kuehlkoerper entsteht ein Kurzschluss! Dagegen gibts es duenne Scheibchen aus Silikon oder Mica und Kunststoffschrauben, die zwischen das Faehnchen und den Kuehlkoerper montiert werden.
5. Integrierte Bausteine, ICs, Chips...
Gibts in den vielfaeltigsten Ausfuerhungen. Kennzeichen meistens viele Beinchen. Es koennen Prozessoren, Speicher, Motorsteuerungen, ganze Radios oder MP3-Player sein oder einfach wenige einfache Teile in einem Gehaeuse verbaut. Beim HL gibts z.B. diese zwei laenglichen schwarzen Bausteine. Darin sind einfach vier Transistoren verbaut. Das spart Platz und Herstellungskosten.

Wichtig ist die Art wie die Anschluesse gezaehlt werden. Auf dem BIld ist es zu sehen: beim Blick von Oben auf den Chip, angefangen an einer gekennzeichneten Ecke (Strich, Aussparung, Punkt, was auch immer) gegen dem Uhrzeigersinn.
6. SMD
Es ist nur eine Bauform, die im Zuge der Verkleinerung heutzutage nicht mehr wegzudenken ist. Schaut Euch mal die Karos und den herkoemlichen Transistor im Vergleich.

Die grossen schwarzen sind ICs, das orangene durchsichtige eine Diode, die schwarzen neben dem grossen Transistor sind auch Transistoren, der Rest Kondensatoren und Widerstaende.
Und ja, nach etwas Uebung kann man diese Teile von Hand loeten (bei dem grossen quadratischen mit auf dem "SH2" steht wirds schon schwierig). So schoen und platzsparend wie die Teile sind, so schwierig ist es diese fuer entsprechende Leistungen herzustellen (schon wieder das Problem der Abwaerme).
Wir versuchen in unsere Projekte keine dieser Winzlinge zu verwenden.
[Dieser Beitrag wurde am 02.06.2005 - 20:16 von darkrider aktualisiert]
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| Erstellt am 02.06.2005 - 19:34 | |
Morgen!!
Und Leute, bitte fragen wenn was unklar ist!! Es ist ein schwieriges Thema und es gibt keine dumme Fragen. Notfalls eine PM oder eMail an mich, dann bleibt der Frager anonym
thkusch@web.de
[Dieser Beitrag wurde am 02.06.2005 - 19:48 von darkrider aktualisiert]
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| Erstellt am 13.06.2005 - 20:00 | |
Teil 5. Groessen
Irgendwann zuetzt in einer Fernsehsendung wurden Leute befragt, wieviel hundertstel Sekunde eine Sekunde sind...
Das Ergebniss war mehr zum und zum als zum ... kurz gefasst: es tat weh.
Zum Glueck haben wir hier intelligente Leute .
Wir haben mit vielfaeltigen Groessen zu tun, da kann schnell das eine oder andere verwechselt werden. Eine kurze Wiederholung der Wichtigsten:
Spannung in Volt [V] Stromstaerke in Ampere [A] Leistung in Watt [W] Widerstand in Ohm [hab ich nicht: gross Omega, wie die Uhrenmarke] Kapazitaet in Farad [F]
Ausserdem kommen wir mit Frequenz in Beruehrung: einheit Hertz [Hz]. Frequenz ist die Anzahl der Wechsel von was auch immer pro Sekunde. Ein Autoblinker hat vielelicht 1Hz, dh. wird pro Sekunde ein mal hell und dunkel. Waere er eine Sekunde lang hell und eine sekunde lang dunkel, waere die Frequenz 0.5Hz. Frequenz ist also mit der Zeit verknuepft. Man kann das eine sehr leicht in das andere umrechnen:
Zeit [t] = 1 / Frequenz[F]
oder umgekehrt:
Frequenz [F] = 1 / Zeit [t]
Beispiel Euer PC-Monitor. Habt Ihr in der Systemsteuerung unter Anzeige 75Hz eingestellt, heisst es, dass auf dem Bildschirm jede
1/75Hz = 0.014s
ein neues Bild angezeigt wird.
Leider kommt erschwerend hinzu, dass wir mit einem sehr breiten Spektrum an Groessenordnungen zu tun haben. Von winzig klein bis riesen gross. Damit man nicht unneotig viele Nullen vor oder nach dem Komma schreiben muss, kuerzt man diese mit einem Buchstaben ab.
Nach oben: Kilo (k) = 1 000 Mega (M) = 1 000 000 Giga (G) = 1 000 000 000 Terra(T) = 1 000 000 000 000
Nach unten: mili (m) = 0.001 mikro(µ) = 0.000 001 nano (n) = 0.000 000 001 piko (p) = 0.000 000 000 001 fempto(f)= 0.000 000 000 000 001
Es wird immer jeweils mit 1000 multipliziert oder dividiert. Man muss es nicht auswendig wissen, es ist jedoch praktisch wenn man weiss, wie die Reihenfolge ist. Fuer unseren Gebrauch reicht der Bereich von Mikro bis Mega.
Der Multiplikator wird vor die Einheit geschrieben. Zum Beispiel: 1kW = 1000W 10mA = 0.01A (oder uebersichtlicher 0.010A) 1MOhm = 1 000 000 Ohm usw..
Fuer ein Wenig Gefuehl zu diesen Groessen:
-es reichen ca. 0.6V damit ein Transistor auf Schalten umstellt und 5V (auf eine bestimmte Weise) um ihn zu zerstoeren.
-Eine Spar-LED benoetigt 1mA (= 0.001A) damit sie hell leuchtet. Der Prozessor, der in der HL-Steuerung eingebaut ist begnuegt sich mit 100µA (=0.000 1A), das ist zehn mal weniger! Eine Pentium IV CPU benoetigt bis zu 90A unter Vollast, das ist 900000 mal mehr!!!
-Unser Motor verbraucht wenn er blockier ist ca. 30-40W Leistung. Damit koennte man schon sechs Stromsparlampen betreiben. Andereseits bringt der Motor eines Mittelklassewagens ca 80kW (=80 000W) an Leistung.
-Der Prozessor eines schnellen PCs wird mit 3GHz getaktet. Das heisst, ein einziger Takt dauert 1/3GHz= 333ps (piko Sekunde = 0.000 000 000 333s!). Da habe ich schon Probleme es mir vorzustellen.
Und damit haben wir es zu tun:
Spannungen von 1V bis ca. 10V Stromstaerken von 1mA bis ca. 5A Leistungen bis ca. 40W Widerstaende von 1Ohm bis 50kOhm Kapazitaeten von 10nF bis 100µF
[Dieser Beitrag wurde am 13.06.2005 - 20:20 von darkrider aktualisiert]
Signatur Gruss Darky
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Grave  Obergefreiter

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| Erstellt am 15.12.2005 - 20:39 | |
GEILE SACHE DEINE ANLEITUNG GREAT  hab auch gleich ma ne frage: ich wollte die dünnen kabel in meinem persh.durch hochwertigere ersetzen. ist es egal welche kabelstärke ich benutze? MFG Dave
Signatur Grave(der mehr Power braucht) |
Stubentiger202  Oberfeldwebel

Status: Offline Registriert seit: 27.09.2005 Beiträge: 368 Nachricht senden
| Erstellt am 16.12.2005 - 11:11 | |
Hallo Darky,
super Beitag, mein voller , Du solltest den Thread am Besten ganz oben fest pinnen, da er vielen das Suchen nach Antworten erspart, tolle Anleitung, mach weiter so!!!  
Gruß Michael

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