Susi  Registriertes Mitglied


Status: Offline Registriert seit: 10.08.2006 Beiträge: 58 Nachricht senden | Erstellt am 11.08.2006 - 13:29 |  |
Hitzewelle - oder: Das kleine Glück
Mann, ist das heute wieder heiß,
fast 40 Grad, oh watt’n Scheiß.
Kaum hat der Tag mir aufgelauert,
war ich schon ziemlich ausgepowert.
Drum ging ich ziemlich langsam ran,
ging alles sehr bedächtig an.
Der Kreislauf machte merklich schlapp
und schwitzen tat ich nicht zu knapp.
Die Hunde waren viel am Ruhn’,
mehr mochten die heut’ gar nicht tun.
Und auch den Pferden war sehr warm,
die Koppel war an Futter arm.
Auch uns’re Wiesen war’n verdörrt,
so hielt ich es für nicht verkehrt,
die Zossen heut’ zuhaus’ zu lassen,
denn draußen war nichts zu verpassen.
Ich schmiß derweil das Heuchen hin,
weil ich so eine Gute bin.
Kann beide gar nicht hungern sehn’,
obwohl das wär’ schon nicht geschehn’.
Denn meine Araber sind rund,
nicht edel zwar und doch gesund.
So ‚ne Diät, die liegt uns fern,
wir essen alle drei recht gern.
Nun tu ich meine Pferde mustern,
derweil sie an dem Heuchen knuspern.
Das ist ‚ne ländliche Idylle,
außer dem Knabbern herrscht die Stille.
Das ist, was ich so dolle liebe,
wenn mir auch noch die Liebe bliebe,
denn Schlenzer ist ein toller Ort,
ich mag hier niemals wieder fort.
Hab alles hier auf einem Haufen,
die Hunde haben Platz zum Laufen,
die Pferde trampeln vor dem Haus
und ich guck aus dem Fenster raus.
Wenn es nicht schrecklich einsam wär,
ich wünschte mir von Gott nicht mehr,
ich muß hier wirklich nichts entbehren
und kann mich über nichts beschweren.
Es ist der Himmel hier auf Erden,
mit meinen Hunden und auch Pferden,
nur fehlt mir noch ein lieber Mann,
der mir mal etwas helfen kann.
So sitz ich hier auf meiner Bank,
sag meinem Schicksal vielen Dank.
Die Sonne strahlt in mein Gesicht
und mehr tu ich wohl heute nicht.
20.07.2006
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Minotaurus  Hausherr und Gastgeber
    

Status: Offline Registriert seit: 13.06.2006 Beiträge: 1550 Nachricht senden | Erstellt am 17.08.2006 - 22:44 |  |
Tja, mit Gedichten ist das oft so eine Sache.
Manchmal bleibt eben das gute Lesegefühl zugunsten des Versmaßes auf der Strecke, wenn sich ein Text unbedingt reimen muß.
Das sollte zwar nicht sein, ist aber manchmal kaum zu ändern. 
Mir ging es schon des öfteren so und auch ich habe mich bei diesem Gedicht an dieser Passage gestoßen:
Das ist ‚ne ländliche Idylle,
außer dem Knabbern herrscht die Stille.
Bei einem zweiten Blick muß ich aber sagen, daß es schon stimmt und Susi zumindest das Versmaß immer gut im Griff hat. 
Signatur

Worte, Worte, nichts als Worte! Dazwischen manchmal ein Gedanke.
(Marcel Reich-Ranicki) |
mam Moderatorin a.D.
  

Status: Offline Registriert seit: 29.06.2006 Beiträge: 572 Nachricht senden | Erstellt am 03.09.2006 - 08:21 |  |
Sorry, wenn ich ein Kontra bringe.
Das Gedicht ist zwar sehr flüssig geschrieben, aber inhaltlich fehlt meiner bösartigen Meinung nach nur noch das Tata, Tata, Tata, und fertig ist eine Büttenrede ohne Pointen.
Vielleicht erwarte ich auch nur zuviel von dir, zumal du schon wesentlich bessere Gedichte geschrieben hast. Bitte nicht böse wegen meiner ehrlich gemeinten Kritik sein. 
Signatur Praesis ut prosis, non ut imperes (Stehe an der Spitze um zu dienen, nicht um zu herrschen) |