witchi  Der Burgherr (Admin) freier Ritter
       

Status: Offline Registriert seit: 18.04.2005 Beiträge: 2880 Nachricht senden | Erstellt am 16.02.2006 - 13:05 |  |
Im Moment scheint es ja wiedermal unheimlich modern zu sein sich als HEXE zu bezeichnen. Doch was ist eigentlich eine Hexe und was macht sie aus?
Hexenwesen; engl. witchcraft, von altengl. wiccian, Hexe vielleicht von ahdt. Hag Hecke. Das altenglische wiccian meint Zauberei betreiben. Der Begriff Hexe tauchte schon Beginn des fünfzehnten Jahrhunderts im Allemannischen auf (RUST, 74). Weitere Ausdrücke für Hexen sind Bacularia, Fascinatrix, Hags, Herbaria, Incantatrix, Jenara, Lamia, Maga, Malifica, Saga, Sortilega, Strega, Strix oder Venifica. In Italien heißt der Hexenkult la vecchia religione, „die alte Religion”, womit ein Kult um Gehörnten Gott und Große Mutter gemeint ist (DONOVAN, 9 u. 13ff.). Eine juristische Definition dessen, was eine Hexe in den Augen ihrer Gegner ausmacht, formulierte zur Zeit der Hexenverfolgungen der Dämomologe Jean Bodin: „Jemand, der, obwohl er Gottes Gesetze kennt, dennoch versucht, durch einen Pakt mit dem Teufel einen bestimmten Zweck zu erreichen” (DONOVAN, 160). Hexen selbst dürften das anders sehen. Das Wort „Hexerei” kam 1419 in Luzern in den Schweizer Alpen auf. (BORST, 266)
Unter Hexerei wird in der Regel etwas anderes verstanden als die reine Zauberei. Während der Zauberer ganz allgemein Stoffe, Tiere, Symbole oder Dämonen beschwört, um einen Zweck zu erreichen, geht die Hexe, christlichen Vorstellungen zufolge, einen Bund mit einer zauberkundigen Macht ein, der sich sich ganz verbindet. Nach Darstellung der christlichen Inquisitoren war diese Macht durchweg der Teufel. Von ihm erhielt sie auch ihren Hausgeist, der auf ihren Befehl hin die Zauber durchführt.
In der Gesellschaft zur Zeit des ausgehenden Mittelalters/der frühen Neuzeit waren besonders alte, alleinstehende und womöglich etwas wunderliche und unheimliche Frauen als Hexen angesehen. Sie verfügten über das hergebrachte Wissen, waren Weise Frauen und wurden ihrer Kräuterkundigkeit wegen als Heilerinnen bei Krankheiten und Geburten herbeigeholt, wohl auch um Wahrsagerei und verschiedene Zaubereien befragt. Weil der Mensch so ist, wie er ist, waren sicher auch Aufträge darunter, die dem Nachbarn des Kunden Schaden zufügen sollten. Solcherlei Hexerei wurde - wenn entdeckt - dem angerichten Schaden entsprechend bestraft. Aber erst in der als Renaissance bekannte Epoche der (angeblich so fortschrittlichen) frühen Neuzeit begannen die ausufernden Hexenverfolgungen mit ihren Exzessen, denen beileibe nicht nur, aber besonders häufig Frauen zum Opfer fielen (In manchen Regionen Norddeutschlands waren mehr Männer als Frauen betroffen.)
Bevorzugt der Hexerei verdächtigt wurden Hebammen, da die angeblich entweder die Kinder gleich nach der Geburt töteten oder sie heimlich dem Teufel weihten, wozu sie mehr als andere Gelegenheit hatten. Auch Schneiderinnen, Schusterinnen, Bäckerinnen oder Müllerinnen waren überproportinal häufig angeklagt. Denn diesen Berufsgruppen wurde vielfach nachgesagt, sie würden von dem gelieferten Rohstoff etwas unterschlagen. Das war schwer zu kontrollieren und Boden für grundsätzliches Mißtrauen. (KUNZE, 322)
Als einer der ersten Inquisitoren vertrat Nicholas Jacquier (1402 bis 1472) die Ansicht, Hexen gehörten einer organisierten, antichristlichen Sekte an (BIEDERMANN, 237), seien also Häretiker und als solche zu verurteilen.
In jüngerer Zeit lebt das Interesse am Hexenkult auf. Die vornehmlich weiblichen Anhängerinnen eines modernen Wicca-Kultes führen die Hexenkulte auf alte Mutterreligionen zurück und lehnen damit jeden Zusammenhang mit dem viel später entstandenem Christentum ab. In der Tat dürften viele Hexenprozesse angestrengt worden sein, weil die vermeintlichen Hexen ihren Göttinnen und Göttern huldigten, die in den Augen fanatischer Mönche nichts anderes als Teufel und deren Huren waren.
Signatur Der Schmerz von heute ist die Kraft von morgen. |
WHISPER  Hohepriesterin
       

Status: Offline Registriert seit: 21.04.2005 Beiträge: 2710 Nachricht senden | Erstellt am 14.06.2007 - 08:53 |  |
Gestern abend fand mal wieder eine (Frauen)Runde , diesmal im Veranstaltungsraum Bad Rehburg zum Thema "Hexen" statt.
Im alten Pfarrhaus in Wiedensahl habe ich mal an einem Wochenendseminar teilgenommen. War sehr gut vorbereitet mit Exkursionen zu den Schauplätzen und hat insgesamt stark beeindruckt.
Die Akte mit Protokollen des Hexenprozesses gegen die Gese Köllar, die im 17. Jh.in dieser Region lebte, und wegen "Hexerey" angeklagt wurde, war ein Hauptthema. Ihr "Prozess" fand, wie mehr als 30 andere auch, im Kloster Loccum statt.
Signatur Pazifisten sind wie Schafe, die glauben, der Wolf sei ein Vegetarier... |
BP  Die Finderin des Pfades
  

Status: Offline Registriert seit: 24.07.2005 Beiträge: 76 Nachricht senden | Erstellt am 28.06.2007 - 12:36 |  |
Es gab mal im TV eine dreitelige Dokumentation zum Thema Hexen und Hexenverfolgung. Ich habs aufgenommen aber lang nicht mehr angeschaut... werd ich demnächst, am besten heute, nochmal tun, weil ich muss einen Workshop für das Pfadfindersommerlager vorbereiten... Thema des Lagers ist Mittelalter und mir haben sie den Hexenworkshop aufgebrummt... komisch, warum mir?^^
naja, zum Thema^^ Was ich noch behalten habe von dem Film ist, dass es mal einen Heinrich Kramer gab, der durchs Land gezogen ist um Hexen zu verbrennen. Er hat sich auf Frauen spezialisiert... scheint ein ziemlicher Unsympath gewesen zu sein, hat wohl als Jugendlicher keine abgekriegt und war beleidigt^^ scherz...
also Der hat auch eine Hexenbulle verfasst, wo er ausführlichst beschreibt, warum ausgerechnet Frauen schlechte Wesen sind, die sich mit dem Teufel eher vereinen als Männer. Das sei sogar im namen begründet. Femina... fides(hatte nie Latein^^) heißt wohl irgendwie Glaube und minus, weniger. Also Frauen sind von Natur aus weniger gäubig als Männer.
Zudem hat man gut Geld verdient, wenn man reiche Frauen als Hexe verbrannt hat.
Im Nationalsozialismus hat man das mit der HExenverbrennung wieder aufgegriffen und jeder Nazi, der etwas auf sich hielt, hat in seinem Stammbaum ne Hexe nachgewiesen. Sie haben vermute ich geglaubt, dass sie weise Urarierinnen oder sowas waren... ich werds mir nochmal ansehen und mich gegebenenfalls berichtigen.
lg, BP
[Dieser Beitrag wurde am 03.07.2007 - 21:47 von BP aktualisiert]
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