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Republicain ...
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...   Erstellt am 08.02.2006 - 12:50Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich habe dies Thema eigentlich schon einmal anderswo anbrechen wollen, nun aber hier. Insgesamt wird sehr gern und mit Wonne dem Leben der Frau oder des Herren gefrönt. Häufig zeigen sich aber, auch wenn man dies zu kaschieren versucht, dass es doch an den Dienstboten mangelt. Denn um einen solchen zu bekommen, gehört einiges hierzu, was bei Umgang, klaren und geeigneten Regeln des Rollenspieles anfängt und noch bedeutend weiter in das Detail gehen kann. Als Dienstbote, der ich bin, mag ich gern, meine Erfahrungen, die beim rechten Herren nur die besten sein können, schildern. Ich sehe diese Diskussion wenn nicht als DEN Ausgangspunkt zu der Problematik Umgangsformen und Sprache, aber einen von vielen, wie auch:
halte ich an meiner Rolle fest(?), weiß ich um die Konsequenzen einer bestimmten Rolle, weiß ich um die Anforderungen einer Rolle (klar ein Herzog des Empire würde das Schloß Z-heim für sich allein im Frieden beanspruchen, im Kriege schlief ein Fürst von der Moskwa schon mal im Stroh im Hauptquartiere des Kaisers - ein Fürst des Reiches hätte Standesdünkel und einen Haufen von Kammerherren aufgefahren, wie klein sein Hof auch ist, wenn er bloß reichsunmittelbar ist)...
Wen reizt das Thema, wer findet es belanglos?





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... Das Sturmläuten, das nun anheben wird, ist kein Alarmsignal, es bedeutet den Generalangriff auf die Feinde des Vaterlandes. Um sie zu besiegen, brauchen wir Mut, meine Herren, Mut und nochmals Mut; dann ist Frankreich gerettet.

Edward ...
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Registriert seit: 31.01.2006
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...   Erstellt am 08.02.2006 - 13:06Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich halte es eigentlich für unerlässlich, das ab einem gewissen Status, den man darstellt, auch ein Faktotum zugegen ist. Ich für meinen Teil plane eine solche Darstellung mit meinem Bruder, der dann meinen Steward darstellen soll. (Und hoffe inständig, daß die Stürme der Adoleszenz ihn nicht von diesem Vorhaben abbringen) Zu diesem Thema bin ich gerade heftigst am recherchieren, vor allen was die Umgangsformen und das Verhältnis Diener-Herr angeht.
Auch bin ich sehr neugierig auf bereits bestehende Umsetzungen dieses Themas im Hobby.
Ich halte die glaubhafte Darstellung eines Dieners für sehr, sehr schwierig, gerade weil dies Rolle m.E. wohl einen gewissen Devotismus verlangt, der unserem heutigen Zeitgeist (von dem man sich ja nie ganz frei machen kann) widerspricht.
Helfen dort klare Regeln? So in etwa: Rolle auf eine abgesprochene Zeit begrenzen, nach der der Domestique "Erholungszeit" bekommt?





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Das Glück, dem scheußlichen Gemetzel lächelnd, schien des Rebellen Hure, doch Held MacBeth
-wohl ziemt ihm dieser Name- das Glück verachtend mit geschwungnem Stahl,
der heiß von Blut und Niederlage dampfte, haut er sich Bahn bis er dem Schurken gegenüberstand.

Republicain ...
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...   Erstellt am 08.02.2006 - 13:19Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Zum Punkt Regeln:
Grobe Regeln zwischen mir und meinem Herren: Er ist der einzige Herr, dem ich diene.
Es gibt Lohn, in Form von Verpflegung auf den Veranstaltungen.
Der Rahmen der Tätigkeiten ist klar umrissen.
"Ruhezeiten" gibt es faktisch nicht, nur wenn er es selber wünscht und einen Gesprächspartner braucht, bzw. wir eingeladen sind, dann sollten ja die Dienstboten der Gastgeber bedienen, im Regelfall. Wenn ich meine Kleider anlege bin ich Diener und er darf mir befehlen, wie es ihm dünkt. Aber die Hauptsache ist es doch, selber aufmerksam zu sein und stets bereit.
Ich muss allerdings zugeben, dass ich eine Zwischenstufe zwischen Diener und Gentlemen, als Leibdiener einnehme. Diese können sich ungezwungener mit ihrer Herrschaft unterhalten und genießen auch einen gewissen Respekt, der im Austausch selbst von Briefen beredtes Zeugnis hat. Ein bisschen ist der Austausch zw. Roux Azoulan und dem berühmten Vicomte de Valmont aufschlussreich, obgleich Azoulan ja Jäger des Vicomte ist. Für mich ist diese Rolle, die am ehesten vertretbare.





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... Das Sturmläuten, das nun anheben wird, ist kein Alarmsignal, es bedeutet den Generalangriff auf die Feinde des Vaterlandes. Um sie zu besiegen, brauchen wir Mut, meine Herren, Mut und nochmals Mut; dann ist Frankreich gerettet.

Catherine ...
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Registriert seit: 03.01.2006
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...   Erstellt am 09.02.2006 - 08:22Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ich halte dieses Thema für sehr, sehr wichtig, da auch einfachere Leute, wie z.B. die Miss und Mrs. Bates aus Jane Austens "Emma" Dienstboten hatten. Selbst Fanny´s Eltern ("Mansfield Park" haben eine Köchin und ich glaube sogar ein Magd.

Dienstboten sind also nicht etwa an einen höheren Stand gebunden, sondern gehören in jeden ordentlichen Haushalt.


Die Umsetzung finde ich jedoch recht schwierig:
* Wie findet man den richtigen Herren, wie den richtigen Diener?
* welche unterschiedlichen Stellungen gab es alles (Leibdiener, Kammerherr, ...)? -> welche kann man umsetzen?
* Wie weit geht man in der Rolle?
- Bedienung von morgens bis abends mit ankleiden, Betten machen, Bedienung am Tisch, etc.?
* ist Ausstattung (nicht die persönliche) Sache des Herren oder sollte man sich da reinteilen?
.
.
.

Ich selbst finde, das man sich schon arg gut verstehen muss um ein wirklich gutes Zusammenspiel zw. Dienerschaft und Herrschaft entstehen lassen zu können. Dieses Zusammenspiel ist zum Teil so intim, das da einfach die Chemie stimmen muss. Auch muss man sich sicherlich sehr genau vorher abstimmen und frühzeitig Grenzen abstecken.

Probieren würde ich mich selbst gern auch öfter als Zofe o.ä., da ich mich nicht gerade als die perfekte Herrin verstehe, aber wie geht man das richtig an???

Republicain, wie bist Du zu Deinem Herren gekommen? Kannst du Tips geben???





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"Ich were erstickt, wenn ich dieses nicht gesagt hätte" Liselotte von der Pfalz

Republicain ...
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...   Erstellt am 09.02.2006 - 09:52Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Er war in eben jenem Fulda, wo das mit der Herrin für "Citoyenne" nicht so recht funktionierte und er fragte mich, ob ich Lust hätte, sein Dienstbote zu sein. Da ich zu dem Zeitpkt. noch in Lohn und Diensten stand, konnte ich gute Konditionen erwirtschaften.
Die Hauptpfeiler sind Respekt und Demut! Scheu bei intimen Dingen wie Ankleiden, fällt mit der Zeit. Frauen kann ich keine rechten Ratschläge geben, weil in der Regel, wie ich den Eindruck haben, zum Bsp. Damen sich durch die größere Notwendigkeit, sich beim Ankleiden helfen zu lassen, weniger Hindernisse des Schamgefühls errichten.
Wichtig ist es, den Wert, den das Bedientwerden für einen Herren/eine Dame hat, stets vor Augen zu haben ohne dass der Herr/die Dame sich beständig in Danktiraden ergießen muss.
Catherine, ich glaube du wärest eine gute Köchin, denn zu gebieten weißt du, und ich glaube auch, dass man deinen Anweisungen Folge leisten würde, wenn man die Notwendigkeit erst einsieht. Tatsächlich ist es ja so, dass Köchin und Butler die Ersten Diener sind, während Hausmädchen und Lakaien Nebenbedienstete sind. Eine gute Hausherrin würdest Du freilich auch abgeben.
Die Resonanz freut mich, vor allem wegen der produktiven Art derselben.





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... Das Sturmläuten, das nun anheben wird, ist kein Alarmsignal, es bedeutet den Generalangriff auf die Feinde des Vaterlandes. Um sie zu besiegen, brauchen wir Mut, meine Herren, Mut und nochmals Mut; dann ist Frankreich gerettet.

Nanny ...
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Registriert seit: 12.10.2005
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...   Erstellt am 09.02.2006 - 11:14Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ist die Frage nicht eher: "Wie findet man ein williges Wesen, das den/die Bedienste/n geben will?"




Justine_de_Farinot ...
Administrator
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...   Erstellt am 09.02.2006 - 11:50Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Nanny schrieb

    Ist die Frage nicht eher: "Wie findet man ein williges Wesen, das den/die Bedienste/n geben will?"


Manche stehen vielleicht drauf

Nein, Spaß beiseite, wenn der eigene Geldbeutel nicht so viel hergibt, ist das sicher eine gute Alternative.
Aber man sollte vorab zu seinem Herrn / seiner Herrin vielleicht nicht unbedingt freundschaftliche Verbindungen hegen, sonst wird dies sicher irgendwann zu Reibereien führen und die Freundschaft beenden.
Ich könnte mir aber ebenso gut vorstellen, daß Leute, die in ihrem wirklichen Leben, also im Beruf eine hohe Position haben, in der Freizeit auch mal gar keine Verantwortung haben möchten und sich eine Domestikendarstellung daher vielleicht auch anbietet

Ich persönlich hätte vermutlich Probleme mit beidem, sowohl eine solche Darstellung anzustreben, als auch eine Zofe oder einen Diener zu befehligen.
Die Gleichberechtigung ist mir von klein auf eingetrichtert worden!
Da bin ich doch zu sehr eine Frau des 21. Jahrhunderts





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Der Charakter offenbart sich nicht an großen Taten; an Kleinigkeiten zeigt sich die Natur des Menschen.
(Rousseau)

Edward ...
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...   Erstellt am 09.02.2006 - 13:36Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Nun, der Aspekt des „Dienens“ ist schon ein Faszinosum! Seit langem beschäftige ich mit diesem Thema, da ich ein Amt bekleide, dessen offizieller Titel sich vom griechischen „diakonos“ (Diener) ableitet. Ich gehöre einer Geschwisterschaft an, in der ältere Geschwister die Devise: „Mein Lohn ist das ich dienen darf“ leidvoll erfuhren. Das reichte vom frühen Tod durch unsägliche Arbeitsbedingungen über Versetzungen in den Missionsdienst innerhalb eines Tages (Es wurden Brüder ohne vorherige Ankündigung angewiesen, ihre Sachen zu packen und am nächsten Tag in Bremen den Dampfer Richtung Afrika zu besteigen!) bis hin zur Mitbestimmung bei der Auswahl der Ehefrau durch den Vorstand der Bruderschaft – noch bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts!

Dies sind alles historische Aspekte, die mir noch lebende Geschwister aus eigener Erfahrung berichteten.

Nichts desto trotz: Der Aspekt des „Dienens“ im historischen Kontext „unserer Zeit“ fasziniert mich trotzdem – und ist mir ein wenig unheimlich!
Es fasziniert mich eben, wenn Menschen (historisch korrekt) dienen können.
Unheimlich wird mir die Sache, wenn Menschen die Darstellung ohne Pause durchziehen. Wahrscheinlich hat dies damit zu tun, dass ich ein Kind des ausgehenden 20. Jahrhunderts bin und bleibe (und auch bleiben möchte). Zwar geniesse ich es, einen Menschen des beginnenden 19. Jahrhunderts darzustellen. Ich will dann aber auch irgendwann zurück ins 21. Jahrhundert.
Sprich: Ich stelle etwas dar, was einmal war, für einen bestimmten Zeitraum. Es wäre für mich unmöglich, die (aus unserer heutigen Sicht) devote Haltung eines Dieners über einen mir unübersichtlichen Zeitraum durchzuhalten. Dazu fehlt mir, aufgrund meiner Sozialisation, die Empathie. Gemäß der volkstümlichen Version des kategorischen Imperativs: „Wenn du nicht willst, was man dir tu...“ Habe ich in der ersten Planung mit meinem Bruder abgesprochen, dass es vorher abgesprochene Zeiträume gibt, in denen er meinen Steward darstellt. Ausserhalb dieser Zeiträume findet keine Darstellung statt, resp. er wird von mir nicht in Anspruch genommen und hat eine Zeit, in der er zwar noch (evt. mit Leuten „seines Standes“) darstellt, aber nicht unbedingt dienen muss.





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Das Glück, dem scheußlichen Gemetzel lächelnd, schien des Rebellen Hure, doch Held MacBeth
-wohl ziemt ihm dieser Name- das Glück verachtend mit geschwungnem Stahl,
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Republicain ...
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...   Erstellt am 09.02.2006 - 13:52Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Diese Abmachung ist doch ganz löblich. Gab es nicht auch damals solche Ideen oder suchten nicht auch damals Menschen diese Freiräume?
Worum es mir doch geht und das erreiche ich einzig auf Zivilveranstaltungen, ist das Erleben historischer Momente, die uns einen heilsamen Schauer über den Rücken jagen, wenn man denkt, so könnte es gewesen sein und die Darstellung als Diener nützt mir dabei am Besten! Da ist sowas morgens selbst im Hotelzimmer, wenn ich meinem Herren den Kaffee gebracht habe, möglich, auch wenn die Umgebung völlig unauthentisch ist. Über allem steht doch die unverrückbare Frage: Was wollen wir für uns selbst? Erfahrungen? Heilige Schauer? Erholung?
Alles dies finde ich, indem ich Ihnen sage: "Zu Diensten, mein Herr."





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... Das Sturmläuten, das nun anheben wird, ist kein Alarmsignal, es bedeutet den Generalangriff auf die Feinde des Vaterlandes. Um sie zu besiegen, brauchen wir Mut, meine Herren, Mut und nochmals Mut; dann ist Frankreich gerettet.

Nanny ...
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...   Erstellt am 09.02.2006 - 14:12Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Also... meine Schwester bekäme ich höchstwahrscheinlich nicht dazu, meine Zofe zu werden. Die Antwort sähe dann ungefähr so aus:
Selbst als Zofe loszulaufen, würde ich nicht packen. "Immer helfen, immer freundlich, immer lächeln, viel Disziplin" beherrsche ich zwar fast perfekt, aber halt nur fast - wer weiß, was mit mir passieren würde, wenn da plötzlich die Tiegel tieffliegen!




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