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...   Erstellt am 10.10.2006 - 15:50Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Heimatdichter und andere Gestalten


Heute: Thomas Bernhard / Eine etwas andere Sicht der Dinge

Heute wollen wir einmal Grenzen überschreiten und uns mit einem berühmten Heimatdichter aus unserem „deutschsprachigen“ Nachbarland Österar... ääh, ich meinte natürlich Österreich befassen.
Lehnen Sie sich also bequem zurück, schalten Sie alle Ihre Synapsen auf „offline“ und schließen Sie die Augen, ich werde Ihnen die wahren Zusammenhänge sofort erklären.

Was die wenigsten wissen: Thomas Bernhard war überhaupt kein Österreicher, sondern Holländer im Exil, genau wie sein nuschelnder Landsmann Rudi Carrell, „Tsjakkaa-Man“ Emil Ratelband, Lou van Burg, Johannes Heesters, Linda deMol und viele andere.
Wie alle Holländer konnte auch er nur im Exil eine gewisse Berühmtheit erlangen.
Geboren am 09.02.1931 in Heerlen (NL) als unehelicher Bastard einer Kammerzofe und aufgewachsen in einem nationalsozialistischen Heim für schwer erziehbare Kinder. Diese frühen Erfahrungen haben seinen Geist ganz maßgeblich geprägt. Sein leiblicher Vater starb im Jahre 1940 durch eine Gasvergiftung, wobei man von Selbstmord ausging. Diese ominösen Selbstmordfälle mit Gas häuften sich bis zum Jahre 1945 dermaßen, daß von den Alliierten sogar eine bewaffnete Untersuchungskommission einberufen wurde, um die psychosozialen Hintergründe dafür zu erforschen.
Das Ergebnis ist bekannt, es handelte sich in den meisten Fällen um Unglücksfälle durch unsachgemäße Bedienung von gemeinschaftlichen Duscheinrichtungen.
Sein richtiger Name war auch nicht Thomas Bernhard, sondern Nicolaas T. Bernhard, aber den hat er aus Datenschutzgründen geändert, um seine holländische Heimat damit nicht zu kompromittieren.

Diese Heimat mußte er frühzeitig verlassen aus Gründen, die ich an dieser Stelle nicht näher erläutern möchte. Es ist ohnehin schon peinlich genug.
Sein nuschelnder Dialekt ermöglichte es ihm, unerkannt in Österreich unterzutauchen und von den - ebenfalls nuschelnden - Alpenländlern für einen der ihren gehalten zu werden.
Sein Großvater Johannes Freumbichler hatte ihm alles beigebracht, was er im Leben wissen mußte und das war nicht sehr viel. J. Freumbichler war nämlich ein erfolgloser Heimatdichter und Landstreicher.
1949 verstarb der geliebte Großvater nach einer ärztlichen Fehldiagnose und seitdem haßte Thomas Bernhard alle Ärzte wie die Pest. Aus diesem Grunde hatte der schwindsüchtige Asthmatiker auch nie einen Hausarzt.
Über Frauen hatte ihm sein herumvagabundierender Großvater nicht allzu viel erzählen können, deshalb hatte der schüchterne Thomas Bernhard nie geheiratet. Er wußte einfach nix.
Diese Rolle der "aufklärenden Freundin" hatte die 37 Jahre ältere Hedwig Stavianicek eingenommen, die er nie offiziell als seine Partnerin ausgab, in Wirklichkeit aber der Ersatz für seine Mama war. Sie hat ihn wirtschaftlich über Wasser gehalten und ihm Dinge beigebracht, für die er von seiner Mutter geprügelt wurde und die er später in seinem Werk „Alte Meister“ beschreibt.
Eine skurrile Beziehung, die sich in kein herkömmliches Schema fassen ließ. Bernhard hat dafür die Bezeichnung „Lebensmensch“ gefunden.
Ansonsten schreibt Bernhard vor allem über Einzelgänger, Selbstmörder, Kranke, angeblich Verrückte, Philosophen usw, also nichts anderes als das, was er in seiner Wahlheimat Österreich tagtäglich beobachten konnte. Deshalb auch der Titel „Heimatdichter.“

Ein ganz besonderes markantes Merkmal von Bernhards Stil ist die Technik der Steigerung, der Übertreibung, des sich Hineinsteigerns oder des sich Versteigens in fixe Ideen. Bereits der Reichspropagandaminister Joseph Goebbels hatte diesen Stil bis zur Perfektion beherrscht und gekonnt zelebriert. Dieser Stil wird von sehr vielen Psychopathen so gehandhabt und sehr kunstvoll durch eine Wiederholungstechnik begleitet, in der bestimmte Themen, Versatzstücke, Polemik und abfällige Bezeichnungen mit hoher Frequenz - wie z.B. der eines Maschinengewehres - wiederholt werden.
Ja, das war auch der Stil von Thomas Bernhard. Feine Zwischentöne, bzw. nuancierte Differenzierungen kannte er nicht.
Eine richtige Dreckschleuder eben. Eventuell vermutete Ähnlichkeiten mit dem Verfasser dieses Textes sind natürlich reine Spekulation und bewegen sich ausschließlich im Rahmen von krankhaften Phantasien.
(Anm. D. Red.)

Noch am 16. Februar 1989 wurde Bernhard von Tageszeitungen und in einer Fernschreiber-Meldung der österreichischen Presseagentur APA als "erkrankt" gemeldet.
Er war schon lange tot, da wurde diese Tatsache immer noch nicht akzeptiert und in österreichischen Medien wurde immer noch von einer „schweren Erkrankung“ gesprochen. Dabei wurde verschwiegen, daß Bernhards Geist schon seit weit über 50 Jahren schwer erkrankt war, aber dies gilt in Österreich ja bekanntlich nicht als Krankheit, sondern als allgemeiner Normalzustand.
Dazu ein bezeichnendes Beispiel: Nur wenn jemand ihnen auf den Kopf spuckt, erkennen die Österreicher darin einen Künstler. Und Thomas Bernhard hat sehr viel gespuckt.
Nach alter, holländischer Sitte hat er sein Gastland stets mit Dreck beworfen und die dummen, aber gastfreundlichen Österreicher haben es ihm gedankt.
Ein anderer, bekannter Österreicher Namens Sigmund Freud hatte dort bereits im Jahre 1923 die Neurose entdeckt, aber ich persönlich betrachte dies als keine besondere Leistung.
Wo denn sonst - außer in Österreich - hätte er denn diese Neurose entdecken können. Außerdem war sie ohnehin allgegenwärtig, man konnte sie also gar nicht übersehen.

Aber zurück zu Thomas Bernhard:
Zeit seines Lebens hatte sich der stockkonservative Holländer immer nach einer Monarchie gesehnt und aus diesem Grunde alle sozialen oder demokratischen Gedankengänge weit von sich gewiesen. Trotz dieser Aversionen verdiente er seine Brötchen beim sozialdemokratischen Salzburger Tagblatt, schließlich muß man ja von irgend etwas leben, nicht wahr? Aber das ist schließlich österreichische Mentalität und wird gemeinhin mit der Bezeichnung „Diplomatie“ umschrieben. Österreich ist ja das Heimatland der Diplomatie und Bernhard hatte sich bereits gut in der kleinen Alpenrepublik akklimatisiert.

Heute wissen wir, daß diese monarchistische Ader daher rührte, daß er unsterblich in Beatrix´ Mutter, Königin Juliana verliebt war, der er als kleines Kind einmal die Füße küssen durfte. So etwas prägt. Der olfaktorische Faktor darf dabei nicht zu gering eingeschätzt werden, schließlich hat Holland einen Weltruf als Käsefabrikant und das Königshaus der Onanier... ääh, der Oranier ist davon natürlich nicht ausgenommen.

Obwohl Bernhard also gar kein Österreicher war, wird er in der Literatur trotzdem als österreichischer Schriftsteller genannt. Warum ist das so?

Wie bitte, das fragen Sie noch?

Schließlich hat die kleine Alpenrepublik nicht viele solcher Gestalten, deren Mentalität sich problemlos in die österreichische Philosophie integrieren läßt. Hochgeistige, philosophische Ergüsse hat er stets in eine allgemeinverständliche Sprache umgewandelt: Österreichisch eben. Ein gewisser Adolf H. aus Braunau hatte dies bereits vor ihm meisterhaft beherrscht und sogar ein gewisser Jörg H. aus Kärnten hat sehr vieles bei Bernhard abgeschaut, obwohl sie sich nicht besonders grün waren.

Ein anderes Beispiel:1968, Unterrichtsminister Theodor Piffl-Percevic mißversteht seine Dankesrede zum Förderungspreis für Literatur 1967 als Beleidigung Österreichs, woraufhin der Festakt zur Verleihung des Anton-Wildgans-Preises kurzerhand abgesagt wird.
Kein Wunder in diesem Vielvölkerstaat mit einem Sprachengewirr ohnegleichen. Wie sollte der Serbe Percevic denn die Anspielungen eines zugereisten Holländers verstehen?
Der hungrige Bernhard, der sich bereits so auf diese Wildgans mit Rotkraut und Knödel gefreut hatte, mußte seine Visionen begraben und der ehemalige österreichische Bundeskanzler und Fast-Kaiser Bruno Kreisky meinte in seinem Parteiorgan "Neue Kronen Zeitung", wer solche Visionen habe, der benötige einen Arzt.
Jedenfalls war Bernhard tief gekränkt und er ließ - während einer Vorstellung - vor dem Wiener Burgtheater eine Fuhre Jauche ausbringen und in seinem Drama „Heldenplatz“ aus dem Jahre 1988 spricht Professor Liebig, einer der Protagonisten, ziemlich hämisch über diesen Kanzler.
Dieses Drama zum hundertsten Geburtstag des Burgtheaters löste einen der größten Theaterskandale in der Geschichte Österreichs aus. Tja, das ist eben die Rache eines Künstlers.

Bereits Ende November 1988 erlitt Bernhard deshalb einen Herzinfarkt, woraufhin ihn sein Halbbruder Peter Fabjan, ein ortsansässiger Arzt, betreute. Am 12. Februar 1989 starb Thomas Bernhard in seiner Gmundner Wohnung an Herzversagen. Er hatte also mit seiner Abneigung gegen Ärzte völlig Recht behalten.
Die daraus gewonnene Erkenntnis lautet also: Trauen Sie niemals einem Arzt, schon gar nicht, wenn er aus Ihrer Verwandtschaft kommt.

Erst nach seinem Tode im Februar des Jahres 1989 erkannte Thomas Bernhard, was er angerichtet hatte und er verbot in seinem Testament alle Aufführungen seiner Werke in Österreich, somit also das erneute Ausbringen von Jauche auf österreichischem Hoheitsgebiet.

Und was gibt es spannenderes als ein Verbot? Richtig!
Sein geldgeiler Halbbruder Peter hat deshalb diesen „letzten Wunsch“ des Verstorbenen wieder außer Kraft gesetzt und weitere Aufführungen ermöglicht. Möge er deshalb in der Hölle schmoren!


Einige Kabarettisten wie Hanns Dieter Hüsch und Georg Schramm setzten die Werke des Verblichenen in seinem Geiste auf der Bühne fort und die Literaturwissenschaft betrachtet Thomas Bernhard seitdem mit Hochachtung.

Und was lernen wir daraus?

Wenn Sie als Künstler wirklich erfolgreich sein wollen, so besorgen Sie sich schleunigst einen holländischen Paß, wandern Sie nach Österreich aus und bewerfen Sie ihr Publikum so lange mit Dreck und Jauche, bis Ihnen endlich der Anton-Wildgans-Preis für Literatur oder gar der Österreichische Staatspreis verliehen wird. Auch Václav Havel, Friedrich Dürrenmatt, sowie die beiden Dreckschleudern Salman Rushdie und Ephraim Kishon haben diesen Staatspreis bereits erhalten; Sie befinden sich also in bester Gesellschaft.
Öffentlich geäußerte Suizidgedanken wären dabei sehr von Vorteil, denn gerade daran erkennt man einen wahren Künstler.

Ich hoffe, Ihnen mit meinen kleinen Ausführungen geholfen zu haben und wünsche Ihnen eine erfolgreiche Karriere als Künstler in Österreich.
Servus, leben Sie wohl!


.

[Dieser Beitrag wurde am 12.10.2006 - 22:46 von Minotaurus aktualisiert]





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...   Erstellt am 12.10.2006 - 10:34Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Ah ja
Der Nörgl-Suder-Thomas, zu dem ich schon immer ein gespaltenes Verhältnis hatte ...

Hi Mino!

1.) habe ich's mit größtem Interesse und mit Vergnügen gelesen und auch einiges Neues erfahren.
Leider weiß ich viel zu wenig über den Kerl. Das hat damit zu tun, dass ich so ca. mit 20 Jahren mal ein Buch von ihm las, das mich für die nächsten 18 Jahre davon abhielt, mich weiter mit ihm zu beschäftigen. Da ging's, so kam mir vor, die ganze Zeit nur darum, wie fürchterlich arm er sei, wegen seiner Lungenkrankheit usw.
Vor kurzem stolperte ich zufällig über seinen Roman: "Ein Kind" und war dann wieder eher positiv überrascht - vorallem gefiel mir der sprachliche Ausdruck und dieses: "Ein ganz besonderes markantes Merkmal von Bernhards Stil ist die Technik der Steigerung, der Übertreibung, des sich Hineinsteigerns " -

Womit wir gleich bei Minotaurus Stil wären: Ja ... im Großen und Ganzen ... war gut zu lesen
1) Lass den Freud weg, das Thema hattest Du schon!
2) "Königshaus der Onanier... ääh, der Oranier " - zu billiger Witz - solltest auch weglassen - insgesamt ist der Text nämlich sehr amüsant, finde ich.
3) "Über Frauen hatte ihm sein herumvagabundierender Großvater nicht allzu viel erzählen können, deshalb hatte der schüchterne Thomas Bernhard nie geheiratet. Er wußte einfach nix.
Diese Rolle hatte die 37 Jahre ältere Hedwig Stavianicek eingenommen, die er nie offiziell als seine Partnerin ausgab, ..."

Welche Rolle? Worauf sollte sich das beziehen? Siehe vorhergehender Satz.

dafür fand ich den "Über Frauen hatte ihm sein herumvagabundierender Großvater nicht allzu viel erzählen können, deshalb hatte der schüchterne Thomas Bernhard nie geheiratet. Er wußte einfach nix." süß


Insgesamt, danke, danke, danke, tolles Thema, mehrmals lesbar!!!

PS: Da könnte ich noch viel schreiben, aber Du weißt ja: Die Wanzen ...

Gudrun





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...   Erstellt am 12.10.2006 - 10:39Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


sehe gerade, irgendwie hab ich ein 1.) und dann kein 2.) geschweige denn ein 3.) dafür ein 1) 2) 3)...
habet Nachsicht ... wir haben gestern im Fußball gewonnen ... Wir sind die Größten! ... Ein historischer Sieg, von dem wir wieder zwanzig Jahre zehren werden!





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...   Erstellt am 12.10.2006 - 22:44Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Gudrun schrieb
    ... wir haben gestern im Fußball gewonnen ...

Wie bitte??? Wer ist "wir?"
Ich wußte gar nicht, daß Du Fußball spielst.

Das mit den zwanzig Jahren hast Du sehr schön gesagt, denn der bekannteste Spruch zu diesem Thema stammt wohl von dem österreichischen Sportmoderator Edi Finger aus dem Jahre 1978: "Tooor, Tooor, Tooor, Tooor, Tooor, Tooor! I wer' narrisch!"
(Spiel Deutschland-Österreich in Córdoba nach dem entscheidenden 3:2 Tor von Krankl)

Aber wenn Du schon beim Fußball das "Wir-Gefühl" so betonst, wundert es mich, daß ich Dir in Bezug auf Thomas Bernhard etwas Neues erzählen konnte. Noch dazu als "Ausländer!"
Wo soll das nur hinführen, wenn in Ischl nicht einmal die Koryphäen der österreichischen Schreib- und Bühnenkunst bekannt sind!
Ja, ja, der Prophet gilt eben nix im eigenen Land...
Habt´s halt lieber schön auf Mozart(kugeln), Sissi und Kaiser Franz gemacht, gell?

Zu Deiner Kritik:
Den Feud kaunst net wegloss´n, wenns´t a G´schicht üba Esterreich schreeb´n wüst!
Den Bezugspunkt mit der Rolle von der Stavianicek dagegen habe ich abgeändert, er war vielleicht etwas zu mißverständlich. Jetzt besser so?
Danke für die Anregung!





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...   Erstellt am 13.10.2006 - 20:26Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Mino schrieb
    Tooor, Tooor, Tooor, Tooor! I wer' narrisch! Besser so?
    Danke für die Anregung!


Aber bitte, gern geschehen. Freut mich immer, wenn ich jemanden zu närrischem Geschrei bewegen kann.

PS: Wos manst, wo mei Lieblingszohl 9 herkummt - de hot da Hansi domols g'hobt. Jojo, so gebildet samma, mia Östarreicha. Ka Wunda, dass ma ka Zeit hobn zum T. Bernhard lesn!

PS2: Apropos Kaisa: Steht do so a oida Monn mid weißn Bort vurm Kino - sogd mei Klane (do wors grod drei) goanz ehrfiachti: "Mama, Mama, do steht da Kaisa!"
Sogt iar Papa zum Monn: "Entschuldigung, de hoit si fian Kaisa. Trogns as iar bidde ned noch, sie was no ned bessa."





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...   Erstellt am 13.10.2006 - 21:22Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Gudrun schrieb
    Wos manst, wo mei Lieblingszohl 9 herkummt - de hot da Hansi domols g'hobt. Jojo, so gebildet samma, mia Östarreicha. Ka Wunda, dass ma ka Zeit hobn zum T. Bernhard lesn!

Und i hob oiwei g´maant, Dei Lieblingszohl, de 9 waar de zwaate Höft´n vaun a´gonz´n Zohl?
Wia zum Beeispüüh de 96 oda so...
Jo, i maan, wos hoid em bei so aana Scheidung überbleibt, wen de zwaate Höft´n föhd...

Dea mit´m Kaisa is aa guad! oba nix fia Ischl.

Küß de Haund, Gnä´frau!





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...   Erstellt am 13.10.2006 - 22:37Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Mino schrieb
    Und i hob oiwei g´maant, Dei Lieblingszohl, de 9 waar de zwaate Höft´n vaun a´gonz´n Zohl?

Ah so! Jo, a ned schlecht. Den hansi hob i eh scho längst aus de augn valurn.


Oba wengan kaisa: Wannst im summa koan plotz mea om gesteig host, nua wei de touris onscheinend den a zoid hom, geds da gscheid om fronz.
Na, i mog's eh





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...   Erstellt am 18.10.2006 - 12:42Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Das, was hier über den großen Thomas Bernhard verbrochen wurde, kann man weder unter Glosse noch Kolummne subsumieren, sondern allenfalls ein Pamphlet nennen.
Es tut mir so sehr in der Seele weh, dass ich mich dazu veranlasst sehe, eine Gegendarstellung einzubringen.

Es ist keine große Trouvaille darauf hinzuweisen, dass der Schriftsteller Thomas Bernhard es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, die düsteren Seiten des Lebens zu beschreiben. Seine Romane und Theaterstücke sind Zeugnisse einer totalen Seinsverfinsterung. Er gehört zu jenen Autoren, wie M.R.R. schreibt, "deren bohrende und hartnäckige Teilnahme vor allem den Gefährdeten und den Verlorenen gilt, den Menschen, die vom Sog der Abgründe erfasst werden."
Seine Szenen bevölkern Psychopathen und Neurastheniker, Verbrecher und Wahnsinnige, Mörder, Selbstmörder und Sterbende. Trotz der Homogenität in Stil und Thematik seiner Texte, ist es schwer T.B. einer bestimmten Tendenz in der Gegenwartsliteratur zuzuordnen. Kennzeichnend für Ratlosigkeit der Kritiker ist die Suche nach Vergleichspunkten bei anderen Autoren, ebenso die vorschnelle Festsetzung von Kriterien, die auf das Berhardsche Werk anzuwenden wären. Er wird als Alpen-Beckett und Menschenfeind oder als Unterganghofer bezeichnet. Sein Werk wird als Antiydille als Kritik einer bestimmten Gesellschaftsform, als konsequente Pathographie, als MOdell der Entfremdung eingeordnet. Die Divergenzen in den unterschiedlichen Wertungen sowie die Unsicherheit in den Kategorien, belegt die Untauglichkeit der Mittel, mit denen dieses Werk gepriesen oder radikal in Frage gestellt wird
.
Zudem bewegen sich Bernhards Romane selten an einem kontinuierlichen Handlungsfaden, sondern sind fragmentarisch offen und mehrstimmig.
Dazu seien zwei Sätze zitiert,die gleichsam als sein poetisches Programm fungieren:

"Ich bin ein Geschichtenzerstörer, ich bin ein typischer Geschichtenzerstörer"

"Es darf nichts Ganzes geben, man muss es zerhauen. Etwas Gelungenes, Schönes wird immer mehr verdächtig. Man muss ja auch einen Weg möglichst an einer unvorhergesehenen Stelle abbrechen..."(Drei Tage)

Die Weigerung T.B. ein harmonisches, geschlossenes Werk zu schreiben, korrespondiert mit den Einsichten T.W. Adornos "Ästhetischer Theorie, der die Wendungen zum Brüchigen und Fragmentarischen der modernen Kunst postuliert.
"Die Male der Zerrüttung sind das Echtheitssiegel von Moderne, wodurch sie die Geschlossenheit des Immergleichen verzweifelt negiert. Die trümmerhafte Form ist bestimmt von der Überzeugung, dass das Fragmentarische die bessere Wahrheit sei, weil es uns nicht durch Harmonie betrügt. Es lässt Raum für das Unauflösbare und das Weiterdenken".

Davon abgesehen, ist T.B. ein so begandeter Übertreiber - sowohl in Stil, als auch in der Beschreibung - dass man bei allem Elend der rezipierten Situation, oft lauthals auflacht, was selbstverständlich für die Qualität der Texte spricht, da ihnen ein angemessenes Quantum Ironie nicht versagt bleibt.

Mit das beste, liebe Gudrun, was ich über Kindheit gelesen habe, sind die autobiographischen Schriften, von denen es neben "Kindheit" noch vier weitere gibt: "Der Keller - Eine Entziehung", "Die Ursache - Eine Andeutung", Der Atem - Eine Entscheidung", "Die Kält - Eine Isolation".

So jetzt geht's mir besser.

Gerhard




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...   Erstellt am 18.10.2006 - 23:27Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Gerhard schrieb

    Das, was hier über den großen Thomas Bernhard verbrochen wurde, kann man weder unter Glosse noch Kolummne subsumieren, sondern allenfalls ein Pamphlet nennen.
    Es tut mir so sehr in der Seele weh, dass ich mich dazu veranlasst sehe, eine Gegendarstellung einzubringen.

    So jetzt geht's mir besser.
    Gerhard

Hallo Gerhard,

zunächst freue ich mich darüber, daß Du deine Drohung, nichts mehr zu sagen, doch nicht wahrgemacht hast.
Jede Satire ist immer auch ein Pamphlet, dessen bin ich mir bewußt und Deine Antwort zeigt mir, daß ich den Nerv offensichtlich sehr gut getroffen habe. Eine boshafte Seele wie mich freut das mehr, als wenn Du herzhaft darüber gelacht hättest, vielen Dank für dieses Kompliment!

Daß Du den Protagonisten, bzw. dessen Werke besser kennst als ich, dessen bin ich mir sicher, aber darum ging es hier gar nicht. Ich wollte keine herkömmliche Biographie über T.B. schreiben, denn diese wäre garantiert stinklangweilig geworden. Außerdem gibt es davon schon genügend.

Nein, die Antwort liegt vielmehr in der Überschrift verborgen, die da heißt: "Eine etwas andere Sicht der Dinge" und wenn Du dich jemals mit den überaus vielschichtigen Stilmitteln einer Satire befaßt hast, so wirst Du genau diese darin erkennen.
Aber nicht nur diese vermeintliche "Reportage", sondern auch die beiden anderen über Emerenz Meier und Anna Wimschneider tragen diese Handschrift.

Am besten hat mir dieses Zitat von T.B. gefallen, die einen Teil seiner Persönlichkeit beschreiben soll:
"Ich bin ein Geschichtenzerstörer, ich bin ein typischer Geschichtenzerstörer"
Jegliche Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen wären natürlich reiner Zufall.

Nun hoffe ich, sämtliche, noch vorhandenen Klarheiten beseitigt zu haben und verbleibe in der Hoffnung, daß der größte Seelenschmerz inzwischen wieder verheilt ist?

Mit zerstörerischen Grüßen:
Der Minotaurus





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...   Erstellt am 21.10.2006 - 17:56Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Beim Durchlesen dieses threads stellt sich einem natürlich die Frage: "Darf man einen Thomas Bernhard als 'armes Würstl'" bezeichnen oder nicht" - der Mino verarscht ihn - der Gerhard tut genau das Gegenteil. Ich finde beides in Ordnung und gut so, das hat wahrscheinlich damit zu tun, dass bei uns in Österreich vor allem die Leute verarscht werden, die genug Persönlichkeit besitzen, dass es sich auch lohnt.
Ausserdem denke ich, dass es auch hinderlich sein kannn, zuviel Respekt vor einer schriftstellerischen Leistung zu haben, zuwenig genauso. Insofern, gut, dass hier zwei völlig unterschiedliche Ansichten aufeinanderprallen.



PS: Und wehe, es sagt wer was gegen meinen heißgeliebten Camus!!!





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