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Cary ...
Skatergirl
...............



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...   Erstellt am 15.05.2005 - 12:25Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen



(Die FF hab ich letztes Jahr irgendwann mal geschrieben.... und bisher "nicht veröffentlicht", aber jetzt hatte ich irgendwie Lust dazu. Also, hier isses. Klingt manchmal etwas doof, weil ich gern englische Wörter verwende )


"Um Himmels willen, wie siehst du aus?" Mom stand erschrocken in meiner Zimmertür.
Dreadlockz. Einfach Dreadlockz, gar nicht mal übel, aber natürlich müssen alle wieder einen riesigen Aufstand drum machen.
"Mom, es sind meine Haare", stelle ich sachlich fest, stehe auf, lehne mich an meine Schrankwand und verschränke meine Arme.
Sie sagt erstmal gar nichts. Aber ich merke, in ihr kocht es vor Wut.
"Leandra! Darüber reden wir später noch", zischt sie. "Und dein Zimmer sieht aus wie eine Müllkippe!"
"Ich finde es so okay. Außerdem: Wem gehört das Zimmer?"
"Das Zimmer liegt in MEINEM Haus", stellt sie fest.
"Aber es ist MEIN Zimmer", halte ich dagegen.
"Und die Tür ist dazwischen", sagt sie ironisch.
"Dann häng doch meinetwegen die Tür aus! Los, mach schon, es ist ja schließlich DEINE!", zische ich zurück. Mir wird´s langsam zu viel. Ich klemme mir mein Skateboard unter den Arm und verschwinde im Flur. Soll sie doch machen was sie will. Mir ist meine Tür sowas von Shitegal.
"Hey, wo willst du hin?", fragt sie wütend und hält mich an meiner Jeansjacke fest.
"Weg." Ich stoße die Tür auf, springe in Sätzen die Treppen hinunter , schlurfe durchs Treppenhaus und stehe schließlich draußen vor der Haustür.
Es ist April und noch ein wenig kalt. Aber die Sone scheint und es regnet wenigstens nicht.

Im Skatepark ist keine Menschenseele und ich besetze sofort die Megaramp. Es ist Wahnsinn, zu skaten, ich könnte mir ein Leben ohne Board nicht mehr vorstellen.
Nachdem ich vier Caspars, sieben Threesiexties und zwei Oneeighties hingelegt habe, bin ich heute schon groggy.
Ich lasse mich oben an der Bande der Rampe nieder, schließe die Augen und denke darüber nach, wie lange mir Mam wohl Skateverbot, Ausgehverbot und Fernsehverbot aufbrummen wird. Zur Zeit klappt irgendwie gar nichts. Alle was ich mache ist natürlich falsch und meine "Einstellung zum Leben" sowieso.
Der Refrain von "Bad Habit" von OFFSPRING reißt mich aus meinen Gedanken.
Schnell stehe ich auf, packe mein Skateboard und springe seitlich hinunter auf den Boden.
Sechs oder Acht Jungs mit Skateboards und Gettoblaster haben sich auf die restlichen Rampen verteilt und grinden was das Zeuch hält.
Vielleicht wär´s wohl besser, wenn ich jetzt auch nach Hause ginge... Mein Blick ist auf die Jungens fixiert und ich bleibe mit meinem Fuß an dem Boden der Ramp hängen und mich haut´s der Länge nach auf den Betonboden. I´m a natural born loser.
Schnell stehe ich wieder auf. Hoffentlich hat niemand was mitgekriegt...
Ganz lässig (zumindest außen hin) schlendere ich an den Typen vorbei.

Nobody beachtet mich auch nur Ansatzweise, wahrscheinlich haben die gar nicht bemerkt, wie´s mich grad hingedroschen hat.
Ich laufe in Richtung nach Hause, wobei ich irgendwie meine Zweifel hab, ob ich da jetz schon aufkreuzen soll, weil Mam wahrscheinlich immer noch nicht so gut auf mich zu sprechen ist. By the way hab ich heut Morgen schon meine Tür (ok, IHRE Tür) so zugeknallt, dass es Putz von der Decke gerieselt hat.
Deshalb schlage ich ne andere Richtung ein, springe auf mein Board und skate zum Bahnhof. Dort müssten jetz um diese Uhrzeit die Mädels aus unsrer Clique abhängen. Eigentlich geh ich da fast nie mit. Mein Dad hat früher immer behauptet ich wäre "sehr Introvertiert" und "nicht sehr kontaktfreudig". Vielleicht hatte er ja Recht gehabt. Irgendwie komme ich mit andern Mädels nicht so wunderbar gut aus. Sie sind alle anders als ich. Oder ich bin anders als sie. Das Letztere scheint ja hier wohl eher so der Fall zu sein...
Anyway, zumindest rolle ich trotzdem ich richtung Handtaschentussis, wie ich sie immer nenn. Jede von ihnen hat mindestens vier Handtaschen im Schrank. Ich keine einzige. Und irgendwie tun sie immer so affektiert... aber naja, jeder ist halt anders.

Am Bahnhof sind wie vermutet Vanessa, Julia, Carmen und Jana.
Ich rolle auf sie zu, stoppe mein Board und schnippe es in meine Hand.
"Heyho, Len", murmelt nur Vanessa, die anderen schaun desinteressiert in eine andere Richtung und ziehen an ihren Zigaretten.
"Coole Haare", redet sie weiter. "Thanx", lächle ich.
Die Vier tragen alle Miniröcke, Bauchfreie Tops und Plateauschuhe. Ich trage Skatehosen, ein weites Shirt und Dvs. Julia sieht mich deshalb spöttisch an. Egal. Ich zwinge sie ja nicht dazu, meine Klamotten gut zu finden.
"Kommst du auch zu Domenica´s Party?", fragt Carmen plötzlich, während sie ihre Zigarette ausdrückt.
Party? ich schlucke.
"Nee."
Die Vier wechseln einen schnellen Blick.
"Leon auch nicht", meint Jana, "Er war natürlich eingeladen. Wollte aber nicht, weil er wusste, dass du nicht kommen würdest."
Danke, danke, danke, Leon. Wenn Leon auch nicht da hingeht wird´s nicht auffallen. Leon und ich sind beste Freunde seit dem Kindergarten. Wir reden über alles und sin auch ziemlich oft zusammen mit den Boards unterwegs.
Aber eigentlich ist es mir ja ziemlich, ziemlich egal ob den Andern überhaupt auffällt dass ich nicht auf der Party bin. Über sowas mach ich mir nicht so viele Gedanken.

Back at home again treff ich meine Mom im Hausflur.
"Hallo, Leandra", sagt sie steif.
Ich antworte nicht.
"Ich fahre zu Claudia. Wahrscheinlich bin ich erst so um zwölf wieder da. Essen steht im Kühlschrank", murmelt sie und verschwindet nach draußen.
Cool, sturmfreie Bude, nur leider bringt´s nichts, weil ja heut sowieso die Party von Domenica steigt. Shitte. Naja, aber wenn mich die andern nich dabeihaben wollen, dann bitteschöön.
Oben in der Wohnung klingelt das Telefon. Mich lässt das ziemlich kalt. Wahrscheinlich ist da eh nur Johannah, die mich bedauert weil ich nicht zur Party kann und blablabla. Wenn ich dann einen netten Eindruck von ihr habe, pumpt sie mich wegen Geld an. Null Bock auf sowas.
Schließlich hebe ich doch ab.
"Heyho", murmle ich.
"Heyho." Leon.
"Was geht?"
"Gehste auch nicht zu Dom´s Party?", fragt er.
"Nö. Hat mich ja niemand eingeladen."
"Mhm."

Am Abend geh ich schließlich doch nicht zur Party. Hab´s mir nochmal überlegt und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass die mich sowieso nich dabeihaben wollen, wenn sie mich nicht eingeladen haben.
Ich mache mich auf der Couch breit und schalte auf MTV zu Jackass. I love it. Nur meine Mom sagt er wär "nichts für ihre empfindlichen Nerven". MUHAHA. Kann schon sein.
Irgendwann um halb Elf höre ich den Schlüssel im Schloss und meine Mom steht kurz darauf im Wohnzimmer. Sie lässt sich neben mich aufs Sofa fallen.
"Hallo", sagt sie.
"Heyho", sage ich.
"Also, ich habe... mit Claudia und deiner Tante über dein Verhalten in den letzten Wochen gesprochen. Wir finden, du hast dich nicht gerade gebessert. Außerdem läufst du herum wie ein Penner und bist die ganze Zeit auf deinem Board unterwegs. Wir werden dich in ein Internat schicken", erzählt sie mit fester Stimme.
Ich weiß erstmal nichts zu sagen. Halllooooo? Ein Internat? Ich????? Nix mit Boarden und wahrscheinlich auch nix mit Jackass und nix mit meinen Dreadlocks. Und brave Schulmädchenklamotten. Alles nix für mich.
"Übermorgen fährst du. Meinetwegen kannst du gleich mit Kofferpacken anfangen", sagt sie, steht auf und verschwindet im Bad.
Nö. Kommt nicht in Frage. Internat? Ganz klar ohne mich.
Ich bewege mich langsaaam in mein Zimmer. Dort hole ich meinen Eastpak raus. Meinen Mp3-Player, mein Handy und n bisschen money (70 Euro) rein. Außerdem zwei frische Tops und eine Jeansjacke. Mein Board. Schließlich warte ich, bis im Schlafzimmer kein Licht mehr brennt und schleiche durch den Flur.
Ich hau ab. Keine Ahnung whin, aber weg hier, und zwar schnell.

Am Bahnhof sitze ich auf den Plastikstühlen und bedaure langsam, dass ich nix wärmeres als ein Top zu meiner Skatehose trage. Es ist zwar Sommer, aber abends doch n bisschen kalt. Egal. Jetzt bloß nicht dran denken.
Als der nächste Zug herkommt, stehe ich langsam auf, gehe auf die hintere Tür zu und steige ein, ohne zu wissen, wohin der Zug überhaupt unterwegs ist.
Ich gehe bis ganz nach hinten durch, schiebe eine Abteiltür auf und lasse mich auf einer Bank nieder.
"Hey", murmelt jemand.
Erst jetzt bemerke ich, dass mir gegenüber jemand im Abteil sitzt.

"Heyho", sagte ich.
Mir gegenüber sitzt n Kerl, etwa 16, mit lbondschwarzen Dreadlocks. Er erinnert mich an den Typen in Video von "McBombfunk - Freestyler".
"Hey", murmelte er nochmal.
Ich sah, dass er ein Board unter seinen Sitz geschoben hatte. Irgendwie kam er mir vor wie ich nur in männlicher Ausführung.
"Und? Unterwegs?", fragt er.
"Kann sein."
"Abgehauen?"
"Kann sein."
Er grinst ein bisschen.
"Sagste auchmal was anderes als "Kann sein"?"
"Kann sein." Jetzt muss ich auch irgendwie grinsen, obwohl ich eigentlich nicht sooo besonders gute Laune hab.
"Maybe", meint er, "Du bist Maybe."
Maybe. Kann sein. Mir gefällt der Name. Besser als Leandra oder Lea oder wasauchimmer. Maybe gefällt mir.
"Maggot", stellt er sich vor.
Irgendwie viel cooler als "Leandra" oder sowas in der Art. Ob´s wohl sein richtiger Name ist oder auch nur sowas wie mein "Maybe"?
"Cool. Echter Name?", frage ich.
"Ne."
"Und... wer nennt dich Maggot?"
"Alle. Alle von uns."
Ich würde zu gern wissen, wen er jetz mit "uns" meint, aber ich halte lieber die Klappe.
"Also... wohin?", fragt er nochmal, "Ich fahr wieder nach Potsdam zurück."
"Ich auch", sage ich plötzlich, einfach so. Eigentlich gar nicht wahr. Aber.... ich weiß auch nicht, warum ich das jetzt einfach so gesagt hab.
"Okay", meint er und sieht aus dem Fenster.
Irgendwie ist er total okay. Vor allem seine braunen Augen gefallen mir. Ich hab so komische schlammgrünblaue Glubscher.
Und plötzlich beschließe ich, dass ich mich nicht mehr von ihm trenn und dahin gehe, wohin er geht. Selbst wenn er im Schlamm des Nils versinkt, ich würde immer noch mitversinken. Er war ein guter Kumpel. Und ganz okay. Maybe.






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