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Schrotti
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...   Erstellt am 04.12.2009 - 14:47Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


KAPITEL 1 – Der Anfang vom Ende
„Erzähl nicht so was“. „Mama, wie lange fahren wir noch?“. Elena beobachtete die Leute in der U-Bahn. Als sie den Blick von den Fremden abwandte, beobachtete sie sich im Fenster. Sie starrte sich an als wäre niemand anders in der U-Bahn gewesen. Doch plötzlich standen viele Passagiere auf, liefen zur Tür und warteten darauf, dass die Bahn zum stehen kam. Verwirrt starrte sie auf die Anzeigetafel. Sie war bei der Oxford Street. Auch Elena richtete sich auf und wartete, bis die U-Bahn zum stehen kam. Sie machte sich auf den Weg zum Ausgang. Elena stöhnte leicht, da es draußen wieder zu regnen begann. Sie kramte in ihrer Umhängetasche herum und zog einen kleinen gelben Schirm heraus, öffnete ihn und lief weiter. Von weitem konnte sie schon Lee erkennen, wie er mit der Mütze über dem Kopf an der Haltestelle stand und versuchte, nichts von dem Regen abzubekommen. Sie lächelte leicht, obwohl sie wusste, dass die Situation nicht gerade angenehm war. Sie wusste, was auf sie zukommen würde und wie alles enden würde. Zögernd lief sie auf Lee zu. Dann standen beide sprachlos voreinander. „Wo willst du nun hin?“ brach Lee die Stille. Er rieb sich leicht die Hände, da sie ihm vor Kälte wehtaten. Elena wusste es selber nicht. Aber draußen fühlte sie sich sicherer. „Ich dachte, wir laufen ein wenig herum…“. Sie wusste genau, dass Lee seine Wut bündeln musste, sie aber bald herauskommen würde. Elena starrte den ganzen Weg über auf den Boden und versuchte den Blickkontakt zu vermeiden. „Ich warte“ entgegnete ihr Lee als sie auf der Parkbank gegenüber vom London Eye saßen. Lee sah schlecht aus. Er hatte leichte Augenringe und auch so machte er keinen sehr guten Eindruck. Anscheinend hatte ihn die Sache stark mitgenommen. „Es tut mir wirklich Leid. Ich wollte nicht, dass es passiert“ begann Elena, aber sie wusste, dass es die Leier war, die jeder in dieser Situation herunterrasselte. Natürlich war es immer ein Fehler und natürlich wollten sie es nicht, genauso wie sie immer sagen, dass sie ihren Freund oder Freundin trotz allem über alles lieben. Lee wusste es auch, er konnte es nicht bestreiten. „Wieso hast du es getan? Weißt du eigentlich, wie sehr du mich verletzt hast?“. Stumm nickte Elena, doch sie wusste die Antwort ebenso wenig wie er. Sie legte die Hände vor ihr Gesicht, damit er nicht die Tränen sehen musste, doch das konnte ihn auch nicht erweichen. Lee konnte nicht wütend werden, er war zu verletzt dafür. „Warum?“ fragte er ein letztes Mal. Als er Minuten später immer noch keine Antwort bekam stand er auf. Er schüttelte leicht den Kopf, steckte die Hände wieder in die Jackentaschen und lief im Regen alleine nach Hause. Elena drehte ihren Kopf zur Seite und sah ihn gehen. „LEE!“ schrie sie ihm weinend hinterher, doch er rührte sich kein bisschen. Sie wusste, dass er für immer gehen würde…


KAPITEL 2 – Operation: Vergessen
Es vergingen einige Tage. Elena ging es kein bisschen besser. Sie wusste, dass es ein Fehler war und sie konnte sich es selber nicht erklären. Traurig saß sie auf ihrem Bett und durchstöberte eine Kiste, die sie immer unter ihrem Bett verstaut hielt. Es war die gemeinsame Kiste von Lee und Elena, wo sie alle Sachen aufbewahrte, die sie an etwas Schönes oder Einzigartiges in ihrer Beziehung erinnerten. Sie bewahrte Fotos, Briefe oder sogar kleine Geschenke auf, von denen Lee nie wusste, dass sie ihr so viel bedeuteten. Doch mit jedem Foto, das sie sich anschaute, wurde auch die grausame Erinnerung geweckt, die dieses Glück zerstörte. Jedes Mal hatte sie die Bilder vor Augen, wie sie leidenschaftlich und doch etwas aggressiv gegen die Wand gedrückt wurde, seine Küsse auf ihrem Nacken spürte und langsam ausgezogen wurde. Elena kniff die Augen zusammen, versuchte diese Bilder zu vergessen. Das Klopfen an der Tür holte sie wieder in die Gegenwart zurück. Erleichtert sagte sie „ja“ und schon trat ihr Bruder Phil herein. „Stör ich gerade?“ „Ach, was!“ spielte sie ein Lächeln vor, schloss die Kiste und schob sie wieder unter das Bett. „Willst du nachher vielleicht mitkommen? Die Jungs und so wollten alle ins Kino gehen heute Abend, ich dachte…“ „Ist Lee auch da?“ „Ehrlich gesagt keine Ahnung. Aber so wie’s aussieht werdet ihr euch eh nicht wirklich sehen, geschweige denn miteinander reden. Es ist ein Kino, da redet man nicht viel…“ wollte er seine Schwester für doof verkaufen. „Ja, ich überlege es mir“.
Und bei diesen Überlegungen kam ihr auch wieder Jay in den Sinn. Sehr wahrscheinlich war es, dass Lee gar nicht wusste, dass Jay derjenige war, mit dem sie ihn betrog. Jay war die Art von Jungen, der sich über so was keine wirklichen Gedanken machten. Er schätzte zwar Freundschaften, aber ein schlechtes Gewissen kannte er nicht und schon gar nicht in Situationen wie diesen. Je mehr Elena über Jay nachdachte, umso mehr fand sie sich am Ziel, wieso sie Lee betrogen hatte. War es Jays aggressive und gefährliche Art? Oder war ihr Jay vollkommen egal? Könnte es vielleicht einfach nur die Versuchung gewesen sein oder die Tatsache, dass Lee für 6 Wochen nicht da sein würde und sie sich alleine fühlen würde?
Elena bemerkte gar nicht, wie Phil schon wieder aus dem Zimmer verschwunden war. Gelassen beugte sie sich zu ihrem Tisch rüber und schnappte sich das Telefon. Sie begann zu wählen und schon wurde abgenommen. „Bailey“ „Hallo, hier ist Elena. Ist… Lee wohl zu sprechen?“ zögerte sie. Es war ihr peinlich mit der Mutter reden zu müssen, da sie es wahrscheinlich auch schon wusste. Sie hörte Lee im Hintergrund mit Stu reden, was Elena leicht irritierte. Fröhlich nahm er das Telefon an. „Jessica?“. Dieser Name traf Elena wie ein Blitz. „Nicht ganz“ zögerte sie für einen Moment. „Was willst du?“. Lee Tonfall war erschreckend. „Du.. Hast hier noch ein paar Anziehsachen und wollte wissen, ob du sie abholen willst oder so… Ich meine…“. Elena zögerte erneut und starrte ihren Kleiderschrank an. „Ich kann sie auch eben vorbeibringen, das ist kein Problem, wirklich“. Lee atmete tief ein und aus. „Von mir aus“. Lee mochte Elena immer noch sehr. Und obwohl sie ihn so sehr verletzte, konnte er sie weder hassen noch grob behandeln. Er versuchte konsequent, aber auf einer Art auch nicht nachtragend zu sein. „Okay…“ sagte Elena sanft. Nach einem langen Moment der Stille kam Lee zu Wort. „Bis gleich“ verabschiedete er sich kühl. Elena starrte das Telefon an und legte dann endlich auf. Schnell schnappte sie sich eine Plastiktüte und packte euphorisch Lees Sachen.

„Sie kommt gleich vorbei?“ fragte Stu fassungslos. Lee nickte nur und starrte wieder auf den Bildschirm. „Mal im Ernst: Willst du jetzt mit mir diskutieren oder fett beim Autorennen gegen mich verlieren?“ spielte Lee seine Freude vor und setzte das Spiel fort. Stuart schaute ihn schief von der Seite an, verlor jedoch wirklich das Spiel. „Ich hab doch gesagt du verlierst“ grinste Lee und schmiss den Joystick in die Ecke. „Man, ich versteh dich einfach nicht“ schüttelte Stu seinen Kopf. Er lehnte sich an die Wand und starrte Lee ernst an. „Erst bist du total verletzt, weil sie dich betrogen hat. Nun spielst du überglücklich und freust dich auch noch darauf sie zu sehen. Du lügst ihr was von einer Jessica vor. Was soll denn der Scheiß?“. Lee verzog seinen Mund und seine Augenbrauen richteten sich auf. Er stand auf, setzte sich auf sein Bett, trank ein Schluck von der Cola und starrte durchs Fenster. „du verstehst das nicht“. Stuart rollte mit den Augen. „Das hab ich genau gesehen!“ wurde strickt von Lee protestiert, doch Stu interessierte es kein bisschen. „Lee, sie hat dir wehgetan, es ist aus und vorbei. Du musst sie vergessen. Einmal fremdgehen, immer fremdgehen. Vergiss sie. Sie ist schlecht für dich. Mit wem ist sie überhaupt fremdgegangen?“. Langsam zuckte Lee mit den Schultern. Darüber hatte er noch gar nicht nachgedacht. Das öffnete ihm neue Türen in seinem Gedankenchaos. „Du weißt es nicht mal? Na ja, wahrscheinlich ist es auch besser. Wahrscheinlich würdest du dann noch nicht mal deine Sachen mehr zurück wollen“ grinste Stuart finster und musste sich sein Lachen verkneifen. Doch ihm wurde keine Aufmerksamkeit geschenkt. Lee musste zu stark an die Person denken, mit der es wohl geschehen sein könnte. Er ging alle seine Freunde durch. Natürlich wollte er sich nicht ausmalen, wie einer seiner besten Freunde mit ihr in die Kiste sprang, doch Lee konnte sich nur zwei Personen denken oder gar jemand Fremdes. „Stellst du jetzt ne neue Theorie auf oder was?“. Lee reagierte nicht. „Ich glaube, ich weiß“ stoppte er. Stuart schaute ihn perplex an und stoppte das Herumspielen mit dem Ball. „ich muss weg“ sprudelte es aus ihm heraus. Stuart schaute ihn noch immer wie eingefroren an, da er nicht wusste, was geschah. „Und Elena? Sie kommt doch gleich“. „Nimm du die Sachen an“ rief Lee ihm zu, bevor die Tür ins Schloss fiel. Stuart schüttelte nur mit dem Kopf. „Dummer Junge“ flüsterte er und entschied sich weiter auf der Playstation zu spielen.

Stürmisch klingelte Lee Sturm. Verwirrt öffnete ihm Kenzie die Tür. Er kratzte sich verschlafen am Hinterkopf und gähnte. „Ist was passiert?“. Lee drückte wortlos die Tür auf. Kenzie runzelte nur die Stirn und schloss die Tür, nachdem Lee ins Wohnzimmer gelaufen war. „Ich muss mit dir reden!“. „Okay…?“. Verwirrt und immer noch nichts ahnend stand Kenzie im Raum und war über Lees Verhalten erstaunt. „Was ist denn passiert?“ „Du hast das ja mit Elena mitbekommen. Weißt du, mit wem?“ „Ich ganz bestimmt nicht, hallo? Wenn du das meinst. Sooo bin ich auch nicht drauf“ nahm Kenzie alle Schuld von sich. Unschuldig warf er auch die Hände in die Luft. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass einer von uns das tun würde. Das wäre zu hart und zu link. Wahrscheinlich war es irgendein daher gelaufener Typ im Club; ein ganz normaler One night stand“ versuchte Kenzie Lee zu beruhigen. „Wahrscheinlich hast du Recht. Irgendwie bild ich mir schon Sachen ein“. Kenzie lächelte aufmunternd. Er ließ sich in den großen Sessel fallen und schaute auf die Uhr. „Vergiss sie einfach. Es bringt sowieso nichts mehr. Komm! Wir gehen doch heute Abend alle ins Kino. Da wirst du abgelenkt und vielleicht triffst du ja auch jemand Neues, wer weiß!“. Kenzie tat alles, was er konnte, um Lee wieder aufzumuntern. Ein bisschen half es sogar. Zum ersten Mal gab Lee ein wahres Lächeln von sich. „Du hast Recht!“ sagte er schon beinahe euphorisch. Fröhlich lächelte Lee vor sich in. Nun war es endgültig. Er wollte die Vergangenheit hinter sich lassen und die Zukunft begrüßen!



KAPITEL 3 – Die Woche danach
Elena entschloss sich doch nicht ins Kino zu gehen, obwohl sie es so gerne getan hätte. Mit ihren 2 besten Freundinnen saß sie im Café P³. „So was passiert doch jeden einmal. Lee war sowieso nicht der Richtige für dich“ zwinkerte ihr Marina zu. Elena zog gläubig die Augenbrauen hoch. „Wie meinst du das denn bitteschön?“. Elena wurde anscheinend doch etwas zickig bei dem Gedanken. „Na ja, ich meine… Er war sowieso immer ein wenig komisch. So, seine Art und was er manchmal sagte und vor allem wie…“. Mandi zuckte nur mit den Schultern. „ich weiß nicht, ich halt mich lieber raus“ grinste sie abweisend und trank ihren Milchshake. „Aber…“ widersprach Elena und warf Marina diesen bösen Elena-Blick zu. Sie lächelte vertraulich. „Schau doch mal, was er immer getragen hat“. Elena räusperte sich, da gerade Marina das nicht sagen sollte. Manchmal waren ihre Schuhe oder ihre Tops auch nicht gerade die tollsten. Sie lächelte bei dem Gedanken. Doch durch die ewiger Fragerei von Marina wurde sie wieder in die Wirklichkeit gebracht. „Ich finde das echt unfair. Du kanntest ihn auch etwas. Er trägt Sachen, die in der Mode sind für Jungs und die dein Freund ab und zu auch trägt. Dein Freund ist auch nicht perfekt. Außerdem war Lee niemals komisch. Er ist ein ganz normaler, netter, lieber, freundlicher Junge, der sich um die Leute kümmert, wenn sie ihm etwas bedeuten. Und schon gar nicht war er ein „Nichts“ für mich!“. In Elena kochte es. Sie konnte nicht glauben, dass ihre beste Freundin so etwas von sich geben würde. Selbst wenn Lee nicht der Richtige für sie gewesen wäre, hätte ihr das sowieso egal sein können. Sie hätte ja Lee nicht lieben müssen, sondern Elena allein. Elena runzelte die Stirn und starrte Mandi hilfebedürftig an. „Was schaut ihr beide mich so erwartungsvoll an?“ wunderte sie sich. Mandi lächelte. „Also, so schlimm fand ich ihn nicht. Jeder hat Macken, er war doch in Ordnung, Marina!“. Zum ersten Mal fand sich Elena unterstützt. Glücklich lächelte sie Mandi an, die das natürlich erwiderte. Die beiden konnten sich Marinas Verhalten nicht erklären. Sie saßen noch eine Weile im Café, machten sich jedoch schon bald auf dem Weg zum Trafalgar Square. „Oh, ich hasse diese regnerischen Tage“ protestierte Marina und zog sich ihre Mütze über den Kopf. „London, Baby!“ grinste Mandi. Alle drei ineinander eingehakt machten sich einen schönen Shoppingnachmittag! Es wurde viel gelacht und alles vergessen, was sonst nur bedrückend war. Elena vergaß alles um sich herum und genoss diese gemeinsame Zeit mit ihren Besten. Es wurden Fotos gemacht, wie sie lustige Oberteile, Kleider, Schuhe trugen und lachten sich noch Stunden danach darüber kaputt.
„OH MEINE GÜTE! Der tag war einfach nur hammer!“ grinste Elena und ließ sich auf die Couch fallen. „DAS kannst du laut sagen“ grinste Marina und sortierte ihre neuen Klamotten ein. Auch Mandi genoss das Sitzen. Alle drei lächelten. „Wie läuft es zwischen dir und Jake?“. Marina hielt ein Oberteil verträumt vor sich, schloss dabei die Augen und grinste breit. „Perfekt. Es könnte nicht besser sein. Es sind nun… äh, Moment“, unterbrach sie und rechnete nach, „genau 8 Monate und 2 Wochen“ hibbelte sie freudig herum und schnitt dabei die Preisschilder von den Oberteilen ab. „Das freut mich“ lächelte Elena und trank ein Schluck Wasser. „Ja, wir finden auch noch für dich n tollen Typ! Keine Sorge!“ zwinkerte ihr Marina wieder so fröhlich zu. –Und was, wenn ich keinen anderen will?- dachte sich Elena traurig und erwiderte das Lächeln mühsam. „Seid mir nicht böse, aber ich glaube ich gehe los!“ unterbrach Elena das Gespräch zwischen Mandi und Marina über das neue lila Oberteil. „Schon? Sollen wir nicht noch nachher America’s Next Topmodel schauen?“. Elena schüttelte mit einem Lächeln den Kopf. Langsam stand sie auf, zog ihre Jacke an und verabschiedete sich mit einem Bussi und einer Umarmung von ihren Liebsten. „Nee, ich bin auch total müde“ redete sie sich heraus. Elena zog die Haustür hinter sich zu und lief die Straße hinunter. Ihr war unwohl im Dunkeln alleine zu sein. Sie dachte daran, wie Lee sie immer begleitete und schwelgte direkt wieder in Erinnerungen. Doch plötzlich wurde es unheimlich, da sie Schritte hinter sich spürte. Ängstlich wurde sie immer schneller, die Schritte jedoch auf. Und dann packte sie jemand an der Schulter. Voller Angst schrie Elena auf. „Pssst“ flüsterte man ihr zu, hielt ihr sogar den Mund zu. Nur langsam gab sich die Person zu erkennen. „JAY!“ schrie sie in einem Flüsterton. Ihr Herz raste immer noch wie wild. „Tut mir Leid… Ich“ „Spinnst du, verdammt!“ unterbrach sie ihn wütend. „Ja, ich hatte dich hier laufen sehen und da dacht ich mir, ich sag mal hallo“ „Wie passend“ prasselte es ironisch aus Elena heraus. Sie verdrehte ihre Augen und lief einfach weiter. „Warte doch“ „Nein!“ protestierte sie noch immer sauer. Jay versuchte mit schnellen Schritten in ihrem Tempo zu bleiben. „Es tut mir doch Leid“. Jay war schon ein wenig genervt von der „Ich bin aber beleidigt und zickig“-Tour. „Was willst du eigentlich?“ beruhigte sich Elena wieder ein wenig. „Nichts, nur mal hallo sagen“ lächelte er ein wenig. Er bemerkte Gott sei Dank nicht, wie sie ihre Augen verdrehte. –Wieso kommt er zu mir? Es war eine Nacht, ich will nichts mehr mit ihm zu tun haben. Wieso?? – dachte sich Elena. Jay wurde plötzlich ganz still. „Na ja, ich sag schon mal danke für’s nach Hause bringen und so“. Elena sah ihr Haus schon. Jay schaute sie jedoch nur stumm an. Stirn runzelnd schaute sie ihn ebenfalls an. Nun standen sie vor Elenas Haustür. „Also, ich muss dann mal rein, Tschüss“ versuchte sie Jay abzuwimmeln, doch er hielt ihre Hand. Elena stockte der Atmen, apathisch starrte sie ihn an. „Weißt du“, begann Jay ein wenig verlegen, „eigentlich fand ich die Nacht mit dir ganz schön“. Verlegen kratzte er sich am Hinterkopf, was Elena nicht erweichen konnte. Hoffnungslos und sauer zugleich schaute sie ihn an. „Ich glaub, mir wird gleich schlecht!“. Jay verstand sie nicht. „Was soll das denn heißen?“. Er konnte es nicht glauben. Erst dachte er natürlich auch nur an einen One Night Stand, doch dann war es für ihn mehr als das. „Jay, es war ein Gott verdammter Fehler! Ein One Night Stand! Ich habe Lee betrogen! Verstehst du das nicht?!“ erklärte sie mit einer unsicheren Stimme. Elena stand vor dem Weinen. „Ich habe mir mehr daraus erhofft!“ schrie er sie bald an. „Nein, hast du nicht! Du bist nur auf solche Sachen aus! Was war denn damals mit Marina? Oder mit meiner anderen Freundin Jenny? Oder gar die ganzen Mädels im Club? Mein Gott, das war der größte Fehler meines Lebens!“ schrie sie ihn an. Jay sah, wie ihre Augen zu glänzen begannen. Die beiden schrieen sich abwechselnd an, das eine war der Fehler, das andere der Spaß oder gar mehr. Keiner der beiden blickte mehr durch. „AH! Du machst mich fertig“ meckerte Jay und schaute sie dabei sauer an. Auch sie erwiderte diesen aggressiven Blick. Doch plötzlich empfand sie keine Wut mehr sondern Verlangen. Ein Verlangen nach ihm, dass sie auch in derselben Nacht mit ihm verspürte. Auch Jay wurde ganz plötzlich wieder ruhig und ehe sie sich versahen spürte Elena auch schon seine Lippen auf ihren. Er drückte sie wieder leicht an die Haustür. Elena schloss ihre Augen und genoss den Moment, doch plötzlich fuhr Lee ihr durch die Gedanken und wie ein Blitz stoppte. „Jay verdammt!“ sagte sie schon fast den Tränen nahe. Verwirrt stand er vor ihr, schaute sie wie ein Häufchen Elend an und versuchte sie zu verstehen. „Es tut mir Leid“ war alles, was Elena noch zu sagen hatte, bevor sie im Haus verschwand. Nun stand Jay alleine da, genauso wie Elena ohne ihren Lee.
Elena knallte die Haustür zu und rutschte an ihr unter Tränen herunter. Sie wusste nicht, was in sie gefahren war und wieso sie das ganze tat. Sie konnte einfach nicht verstehen, wieso das mit Jay immer wieder passierte. Auch Jay stand noch vor der Tür, völlig perplex und aufgelöst. Auch ihn ihm ging etwas vor, was er bis jetzt noch nicht verstanden hatte…

Aufgelöst lief sie ins Bad und wusch sich erstmal, danach rief sie ihre beste Freundin Marina an. „Elena?“. Elena schluchzte nur leise, das war alles, was Marina brauchte um zu verstehen. „Mach dir keine Sorgen“ sagte sie sanft und versuchte ihre Freundin trotz der Distanz ein wenig zu beruhigen. „Marina, was soll ich bloß machen? Ich kann nicht mehr. Ich vermisse ihn so schrecklich. Und dann kommt auch noch Jay“. „Na ja, vielleicht magst du Jay einfach mehr. Vielleicht hast du in Jay was gefunden, was du in Lee vermisst hast, wobei man sich dann auch den Seitensprung erklären kann…“. Stille. Marina hatte schon Angst, etwas Falsches gesagt zu haben. „Aber…“ „Weißt du, vergiss Lee. Du findest schon ein besseren. Und sei mir nicht böse, aber… Ich… Na ja, ich muss auflegen, ich habe noch was zu tun“ versuchte Marina Elena abzuwimmeln. Die Situation war zu seltsam. Und bevor Elena noch etwas sagen konnte, hatte Marina auch schon aufgelegt. Wie konnte sie nur??, dachte sich Elena sauer und schmiss das Telefon auf ihr Kissen. Sie verstand die Welt einfach nicht mehr. Erst das mit Lee, dann auch noch Jay mit einer feigen Liebeserklärung, und nun verhielt sich auch noch eine ihrer besten Freundinnen komisch.

Am nächsten Morgen stand Marina extra früh auf, um sich frisch zu machen. Zunächst duschte sie, anschließend schminkte sie sich und machte sich die Haare. Sie tanzte in ihrem Zimmer herum, während sie ihre Anziehsachen für den heutigen Tag aussuchte und summte zur Musik mit. „I want you so badly, it’s my only wish. Can you meet me halfway? Right at the borderline, that’s where I’m gonna wait for you” sang sie fröhlich mit. “Wow, ich habe noch genau 15 Minuten” grinste sie, schloss die Haustür ab und lief zum Auto. Sie fuhr los, doch es dauerte nicht lange bis sie endlich angekommen war. Aufgeregt, wie ein kleines Kind, stieg sie aus und klopfte an der Haustür. „Hey, Marina!“ lächelte Lee sie an. „Na, alles klar?“. Lee hielt inne. Na ja, wie soll es einem nach so einer Trennung schon gehen, dachte er sich und ließ sie mit einem unechten Lächeln herein. „Man, ich war echt lange nicht mehr hier“ staunte Marina, als sie in seine Wohnung trat. „Na ja, Ella war ja auch schon lange nicht mehr hier…“ stockte Lee, versuchte es aber zu unterdrücken und setzte sich mit ihr im Wohnzimmer auf die Couch. Marina funkelte ihn von der Seite an. „Also, wollen wir erst Mittagessen gehen?“ fragte Marina noch immer aufgeregt. „Ja, können wir machen. Und dann?“ „Hm…“ lächelte sie verführerisch. Lee wurde sichtlich unwohl bei dem offensichtlichen Geflirte. „Wie wär’s mit Bummeln in der Innenstadt?“. Marina nickte nur, wobei sich die beiden auf den Weg machten. Lee und Marina aßen in dem besten Restaurant, was es weit und breit in London gab. Anschließend machten sie sich bereit für die Innenstadt, doch auf eines waren sie nicht vorbereitet…

Zur gleichen Zeit befanden sich Elena, Mandi, Phil, Sam und Mus in der Weg Stadt. „Ich kann nicht mehr“ jammerte Mus wehleidig. „Stell dich nicht so an!“ grinste Sam, wobei er Elena und Mandi mitzog. „Musst du gerade sagen, du Mädchen“ zickte Mus zurück. „Na gut, Schicksen! Was machen wir? Essen? Eis Essen? Mc Donalds essen? Pizza Hut essen?“. „Du bist echt n Vielfraß“ brummte Phil. Wieder lachten wir alle. „Keine Ahnung. Wie wär’s, wenn wir einfach in ein Café gehen?“ schlug dann Elena vor. Und so geschah es auch. Die fünf machten sich auf den Weg zu einem Café. Während Elena, Mandi und Phil versuchten herauszufinden, wo noch mal der richtige Weg war, stand Mus völlig perplex da. „Hast du’n Geist gesehen?“ fragte Sam, der Mus’ Verhalten nicht verstand. Er schüttelte nur den Kopf und zeigte nach vorn. „Lee und Marina?“ staunte Sam. „Oh wei… denkst du, was ich denke?“ fragte Sam, wobei Mus nur stumm nickte. Plötzlich bemerkte Ella nur ein Tippen auf ihrer Schulter. Verwirrt, aber dennoch lächelnd, schaute sie Sam an. „Also, ich ähm“ stotterte er, da er nicht wusste, wie er es sagen sollte. „Was denn los? Den Weg gefunden?“ fragte sie. „Na ja, so genau jetzt nicht, aber…“. Sam kratzte sich am Hinterkopf. Plötzlich schob Mus Sam beiseite. „Schau mal da rüber“ meinte er nur und zeigte mit dem Finger in die Richtung der beiden. Langsam schauten Elenas Augen am Finger entlang, bis sie Lee und Marina sah. Fröhlich standen die beiden vor einem Schaufenster und schauten sich etwas an. Elena brach kein Wort heraus. „Also! Wir haben den Weg!“ rief Mandi glücklich, doch niemand schenkte ihr Beachtung. Verwirrt starrte sie Elena an, die nur sauer auf die beiden zulief. „Also das Kleid finde ich schön“ lächelte Marina und lehnte sich an Lees Schulter an. Er nickte nur mit einem Lächeln. „Aber das schwarze ist doch besser“. „Ach was“ grinste Marina. Doch plötzlich wurden sie von Elena unterbrochen. „Was geht denn hier ab?!“ fragte sie wütend, ließ den beiden noch nicht mal wirklich Zeit zum Antworten. „Was soll der Scheiß? Kein Wunder, dass du mir die ganze Zeit so einen Mist eingeredet hast, Marina“. Marina stand mit offenem Mund da. Sie konnte kein Wort raus bringen. „Jetzt macht alles auch Sinn“ verstand Elena langsam, wobei Lee das nicht tat. „Was hier abgeht? Was geht mit dir ab?“ konterte Lee wütend. „Du und meine beste Freundin. Ich weiß ja, dass ich viel Mist mit dem Fremdgehen gebaut habe, ja! Aber das du mir das durch meine beste Freundin heimzahlen musst,… DAS hätte ich nie von dir erwartet“ begann Elena weinend zu sagen. Ihre Stimme versagte so langsam auch. So langsam kamen auch Mandi, Phil, Sam und Mus dazu. Sam schaute Lee Kopfschüttelnd an, doch er konnte sich bei bestem Willen nicht vorstellen, wieso sie so überreagierte. In der Zwischenzeit war Elena weinend nach Hause gelaufen, da sie es einfach nicht mehr ertragen konnte. Sie wusste genau, dass sie einen Fehler machte. Aber das Lee so selbstlos sein würde und ihr das mit dieser Retourkutsche zeigte, konnte sie sich einfach nicht vorstellen. Elena weinte in ihr Kissen, bis sie nach einiger Zeit einschlief. Lee und Marina wollten sich keine Standpauke von den anderen anhören, weswegen sie sich auf den Weg zu Lee machten. „Was war bloß los mit ihr?“ fragte Lee Marina, die gelangweilt auf der Wohnzimmercouch saß. „keine Ahnung. Vielleicht wird sie ja paranoid“ grinste Marina fies, stieß aber bei Lee damit auf Ablehnung. „Ich weiß es wirklich nicht“. Lee ging derweil in die Küche und holte etwas zu Trinken. Er stellte die beiden Gläser auf den Wohnzimmertisch und setzte sich neben Marina. „Und was meinte sie dann mit einreden?“ „Man, Lee! Ich w e i ß es nicht!“ wurde Marina langsam schon zickig, da sie sich über das Thema überhaupt nicht mehr unterhalten wollte. „Ist ja gut“ meinte er nur stur und starrte den Fernseher an. „Ich finde, wir sollten uns um wichtigere Dinge kümmern“ lächelte Marina verführerisch und fuhr mit ihrem Zeigefinger über seinen Hals entlang. Verwirrt schaute Lee sie an. „Was machst du da?“. Lee schien ziemlich abgeneigt, was sie bemerkte. „Meine Güte!“ meckerte Marina wieder los und setzte sich aufrecht hin, nahm dabei sogar eine große Distanz ein. „Was soll das wohl werden?“. „Das frag ich mich auch. Du hast einen Freund“. Marina verdrehte die Augen. „Mit ihm ist es doch schon so gut wie gelaufen. Er interessiert mich nicht mehr“. Sie stoppte kurz und schaute Lee dabei tief in die Augen. „Dafür du mich umso“. Wieder setzte sie ihren Schlafzimmerblick auf. Doch Lee ging immer noch nicht darauf ein. „ich kann nicht… Du bist Elenas beste Freundin. Wieso machst du das?“. „Was versteht ihr Männer eigentlich?“ stöhnte sie, „Hast du es nie bemerkt? Ich wollte lange was von dir, aber anscheinend fandest du unser kleines liebes Engelchen Elena ja besser. Meine Güte, wach auf! Sie hat dich verarscht, betrogen. Irgendwann muss mit dieser Gefühlsduselei auch mal Schluss sein. Außerdem hat sie das Gleiche mit Jay getan, wieso sollten wir es nicht auch tun können? Außerdem seid ihr eh nicht mehr zusammen“ erklärte sie ihm genervt. Lee wurde ruhig. „Jay? Jay war derjenige, mit dem sie mich betrogen hatte?“ fragte er noch mal nach. Er konnte es nicht fassen. Er konnte es einfach nicht fassen. „Ja, Jay! Zufrieden?“. „Wenn ich dieses Arschloch in die Finger kriege“ zischte Lee, schnappte sich seine Jacke und verschwand. „na super! Da will man sich mal n Typen angeln, und die hauen wegen so ner scheiß Emotionsachterbahn gleich ab. Womit hab ich das verdient?“ fragte sich Marina und fuhr wieder sauer nach Hause.




Schrotti
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Stürmisch klingelte Lee bei Jay an. So was von wütend war Lee noch nie gewesen. Sein bester Freund tat ihm so was an! „Oh, hey“ wunderte er sich über seinen Besuch, da es schon ziemlich spät war. Jay kratzte sich nur am Hinterkopf. Sofort begann Lee ihn zu schupsen. „Du mieses Arschloch!“ schrie er ihn an, stieß ihn immer mehr nach hinten. „Was willst du denn?“ zischte Jay ihn böse an. Jedoch war Jay stärker, weswegen er Lee locker wegschupsen konnte. Es bahnte sich eine Schlägerei an. „Was fällt dir ein, mit meiner Freundin zu schlafen?! Hast du den Arsch offen oder was? Ich habe DIR vertraut! Du hast gesagt, du machst so einen Scheiß nicht mehr! Was soll das?!“ fragte er. Lee war so wütend, sodass er schon Tränen in den Augen bekam. Jay wischte sich ein wenig Blut von der Lippe. „Es ist halt so passiert…“ murmelte er nur, da ihm die Lippe wehtat. „Ey, kaum bin ich für 6 Wochen weg, schon gehst du mit meiner Freundin ins Bett, ich fasse es nicht“. Lee ballte noch immer Fäuste vor Wut. Jay starrte ihn nur an. Er rechnete damit, dass Lee ihn wieder anpöbeln oder sogar angreifen würde. Auch Lee blutete leicht an der Lippe. Doch für Lee wurde so langsam alles klarer. Wieso regt Elena sich darüber auf, wenn ich was mit ihrer Freundin am Laufen habe, wenn sie mit meinem besten Freund in die Kiste gegangen ist, fragte sich Lee. Jay verstand nun gar nichts mehr, da Lee gar nicht mehr reagierte. Er schien wieder in Gedanken versunken. „Lee?“ „Du kannst mich mal!“ zischte Lee ihn ein letztes Mal an, als er aus der Tür verschwand. Kaum war Lee einige Meter von Jays Haus entfernt holte er ein sein Handy hervor und wählte Marinas Nummer. „Ja?“ fragte sie genervt, da sie einfach so sitzen gelassen wurde. „Hey, ich weiß, dass das vorhin ein Fehler war und schon ziemlich spät ist, aber… Hättest du Lust, noch mal vorbei zu kommen?“ fragte Lee mit zitternder Stimme und bereitete sich schon auf alles vor.

Kaum war Lee zu Hause, klingelte es wenig später wieder an seiner Tür. Marina schaute ihm tief in die Augen. Lee lächelte sanft, zog sie herein, schloss die Tür und drückte sie gefühlvoll gegen die Wand. Es trennten sie nur noch weniger Zentimeter bis zu einem Kuss. „Was ist denn nun passiert?“ lächelte Marina verspielt. Sie spürte seinen Atem auf ihrer Haut. Verführerisch starrte sie seine Lippen an; endlich küssten sie sich. Sanft massierte Lee ihre Zunge mit seiner, weswegen sie leicht lächelte. „Also das hätte ich jetzt nicht gedacht“ sagte sie, nachdem sie leicht auf seine Lippe biss und sie langsam losließ. Lee schaute sie nur mit seinen Schlafzimmeraugen an. Danach liefen die beiden nach oben und machten wohl den größten Fehler ihres Lebens.

KAPITEL 4 – A wise boy kisses, but doesn’t love
Am nächsten Morgen wurde Marina von den Sonnenstrahlen wach gekitzelt. Sie lächelte sanft, als sie ihren Kopf zur Seite neigte und Lee ruhig schlafen sah. Sie beobachtete ihn eine Weile, bis ihr auffiel, dass er der süßeste Junge der Welt war. Sanft legte sie ihren Kopf neben seinen, schaute ihn an und streichelte seine Wanger mit dem Zeigefinger. Mit einem Lächeln öffnete Lee seine Augen und versank direkt in ihre braunen. „Guten Morgen“ sagte sie liebevoll und küsste ihn. „Morgen“ murmelte er verschlafen, reckte sich und legte seinen Arm um sie. „Schön geschlafen?“ „Natürlich“ grinste Lee. Doch irgendwie schien er nicht glücklich. Er lehnte seinen Kopf zur Seite und starrte hoffnungslos auf die Uhr. Er wusste, dass er einen Fehler begangen hatte; er wünschte sich so sehr, dass Elena neben ihm gelegen hätte, anstatt Marina. „Was ist los? Ist irgendwas?“ fragte Marina misstrauisch. „Nichts ist. Was soll sein?“. Er drehte seinen Kopf wieder in ihre Richtung. Doch Lee konnte ihr erzählen was er wollte, sie wusste genau, dass er nicht die Wahrheit sagte. Traurig sah sie ihn an. „Es ist alles in Ordnung“ pflichtete er bei. Marina nickte nur traurig und zog die Decke bis zu ihrem Hals hoch. „Ist dir kalt?“. Lee setzte sich aufrecht hin. „Nein, ich denke nur, dass ich gehen sollte“. Auf einmal schien sie nicht mehr so aufgeschlossen wie zuvor, sie schien verschlossen und ein wenig peinlich berührt. Marina stand auf, sammelte ihre Anziehsachen ein und verschwand im Bad. Als sie angezogen wieder heraus kam, war Lee auch schon angezogen. Nun schauten sich die beiden stumm an, Sekunden schienen wie Stunden gewesen zu sein. „Ich werde dann mal“ flüsterte sie, schloss die Tür hinter sich und verschwand. Lee räusperte sich und starrte auf ein Foto von sich und Elena. In Gedanken versunken strich er darüber, legte es dennoch nach unten, sodass er es nicht mehr sehen musste.

Zur gleichen Zeit lief Elena durch den Park und führte ihren Hund Sparky Gassi. „Sparky, komm hier“ sagte Elena, als er zu Weit weglief. Sie pfiff einmal nach ihm. Als sie weiter lief sah sie von weitem Jay. Elena verdrehte ihre Augen und versuchte Ruhe zu bewahren. Doch Jay schien nicht gerade gut ausgesehen zu haben, ebenso wenig schien er glücklich gewesen zu sein. Sauer stampfte Jay auf Elena zu, die einfach nur da stand und sich das ganze anschaute. Als er vor ihr stand, musste Jay erstmal seine Gedanken ordnen. „Rate mal, wer mir einen Besuch gestattet hat“ fragte Jay auf einer ironischen Art und Weise, zeigte dabei auf seine Lippe, wo Elena eine leichte Platzwunde erblickte. „Was weiß ich, mit welchem Mädel du im Bett warst und dessen Freund dich zusammen geschlagen hat“ zischte sie in der gleichen ironischen Art und Weise, wie er es tat. Für Jay blieb ihr Spielchen nicht unbemerkt. „Hm, zufällig heißt das Mädchen Elena Barker und dessen Freund Lee Colin Bailey. JA! Genau der!“ betonte er, als Elena ihn nur erschrocken ansah. „Woher weiß er, dass wir etwas miteinander hatten?“. Elena konnte es immer noch nicht fassen. Hatte Marina sie wirklich so arg hintergangen, dass sie ihm extra alles erzählte und ihn somit automatisch provozierte, Jay irgendwie in die Finger zu bekommen? „Was? Also… Meinst du?“. Jay nickte nur, schien sich schon ein wenig beruhigt zu haben. Elena wusste es. Marina war es die ganze Zeit, die mit ihr gespielt hatte. Gleichzeitig wunderte sie sich, ob sie überhaupt noch Mandi vertrauen konnte, oder überhaupt irgendwem. „Ich weiß zwar nicht was zwischen ihnen gelaufen ist, aber deine beste Freundin war anscheinend auch an ihm interessiert“. Traurig starrte Elena auf den Boden, versuchte sich zusammenzureißen. „Es tut mir Leid, dass er dir das angetan hat. Am liebsten würde ich zu ihm gehen und“ doch Jay legte nur seinen Finger auf ihre Lippen. Plötzlich schaute Elena ihn an, schon fast perplex. „Du kannst es eh nicht ändern. Es war ja nicht deine Schuld“ versicherte er ihr, obwohl sie sich da gar nicht mal so sicher war. Sie war offensichtlich der Meinung, dass es ihre Schuld war. Hätte sie vorher etwas gemerkt, hätte sie nie Marina oder gar irgendwem etwas anvertraut, wodurch dann automatisch das ganze nicht passiert wäre. Elena drehte sich nachdenklich um und pfiff nach Sparky. Dieser kam direkt auf sie zu gerannt und trug einen Stock in der Schnauze. „Braver Junge“ lobte sie ihn und tätschelte seinen Kopf. Dann nahm sie ihn wieder an die Leine und schaute Jay noch mal entschuldigend an. „Ich werde dann mal“ verabschiedete sie sich und lief an ihm vorbei. Sparky hüpfte fröhlich neben Elena her; Jay beobachtete sie nur, wie sie davon ging.
Sie lief die Straße bei Lee entlang und war sich nicht sicher, ob sie vielleicht hätte anklingeln sollen. Sie konnte sich irgendwie nicht dazu überwinden. Nun stand sie auf der anderen Straßenseite, schaute genau in Lees Wohnung herein und sah, wie er im Wohnzimmer ein wenig aufräumte. Elena hoffte nur, dass er sie nicht gesehen hatte, doch zu spät. Überrascht sah Lee durch das Fenster und schaute Elena an, die genauso überrascht schien. Doch Lee wusste genau, dass es Absicht war, dass sie dort stand, genauso sicher wusste sie es auch. Es gab nämlich nur einen Weg für sie, um zu Lees Haus zu kommen. Nun schossen Lee tausend Gedanken durch den Kopf: Wusste Elena von der gemeinsamen Nacht mit Marina? Bedeutete er ihr noch etwas? Wollte sie sich vielleicht versöhnen oder noch mal mit ihm reden? Oder war sie da, um einige Sachen von sich noch zu holen oder um ihn zu sagen, dass sie nun mit Jay zusammen war und die Finger von ihm zu lassen? Lee wusste, dass er so lange keine Antworten auf seine Fragen bekommen würde, bis er sie gefragt hat. Deswegen lief Lee zur Tür und wollte zu ihr, doch er sah, wie sie schon einige Meter weiter wieder nach Hause lief. Genervt lief er wieder ins Haus und machte mit dem weiter, wo er aufgehört hatte: Aufräumen.

Es vergingen einige Monate und Lee brach den Kontakt zu Marina ab, denn er wollte nicht noch mehr Schwierigkeiten riskieren, obwohl die Situation sowieso schon seinen Tiefpunkt erreicht hatte. Elena hatte er schon einige Zeit lang nicht mehr gesehen. Auch wenn es ihm schwer fiel fand er sich zu Recht. Bei Elena war es nicht anders. Doch nun stand wieder ein gemeinsames Treffen bevor. „Oh, hey Jay!“ nahm Ella das Telefon ab. Besonders die Beziehung zu Jay hatte sich verbessert. Sie haben sich auf einen One-Night-Stand geenigt und sich geschworen, die ganze Sache einfach zu vergessen. „Was gibt’s?“ wollte sie genauer wissen. „Heute Abend findet seit langen mal wieder ein Cliquentreffen statt. Kommste auch?“. Elena summte ein wenig mit der Musik vom Radio mit. Jay lachte. „Ist das ein ja?“ fragte er erneut. „Klar. Wo und wann? Sag’s mir und ich werde da sein“. Nach diesen Monaten schien sich Elena komplett verändert zu haben. Sie wurde selbstbewusster und wurde mehr und mehr zu einer richtigen Frau. Sie zog ihr eigenes Ding durch, hatte ihren Spaß am Leben und lachte so viel und so oft sie konnte. „Wir gehen in den Club p2 und treffen uns gegen 11. Soll ich dich abholen?“ „Sicher“ „Na gut, bis später dann“ verabschiedete sich Jay und Elena legte direkt auf. Jetzt konnte sie sich wieder ihrem Obstsalat widmen. Als es endlich abends war machte sie sich zusammen mit Mandi und Jessica fertig. „Kommt Marina auch?“ fragte Jess vorsichtig, da sie sich nicht sicher war, ob sie wirklich glücklich war oder Ella nur eine Facette aufsetzte. „Ja, kein Plan, ist mir aber auch egal“ lächelte sie lieb und schminkte ihre Augen weiter. „Hm“ war alles, was sie zu hören bekam. Als die drei dann endlich fertig waren fuhren sie zusammen in einem Taxi zum Club, wo sie auch schon in die VIP-Area huschten. Die drei fanden auch sogleich alle Blazer in einer Sitznische an der Ecke. Einige waren sich am unterhalten, andere waren noch nicht da oder in der tanzenden Menge verschwunden. „Elena“ lächelte Jay und umarmte sie. „Na? Alles klar?“. Elena nickte nur und nahm ihm das Glas aus der Hand. „Danke, das wäre doch nicht nötig gewesen“ lächelte sie erotisch und nippte an seinem Getränk. Er schüttelte nur lachend den Kopf, nahm es ihr wieder aus der Hand und setzte sich zusammen mit ihr und den anderen beiden zu den anderen. „Hey, was geht?“ fragte Kenzie, der mit seiner Freundin, die er seit neustem hatte, Hand in Hand da saß. Während Ella, Mus und Jess zur Theke gingen und ein paar Drinks bestellten, setzte sich Mandi zu Jay und starrte ihn ernst an. Jay verstand nicht ganz. „Was ist los?“ fragte er, doch er bekam so gut wie nichts von der Antwort mit. „Lass mal kurz raus!“ sagte er so laut, sodass sie es verstand und verschwand mit ihr nach draußen auf eine Art Terrasse. „Ist was passiert?“ fragte Jay sie noch mal, da er nicht wusste, ob sie die Frage bereits schon vorher verstanden hatte. „Hm, nicht direkt aber…“ begann sie und stoppte. Mandi wusste nicht, ob es überhaupt jemand auffiel, aber sie fand einfach Elena sich nicht richtig verhielt. „Es ist dir doch bestimmt auch aufgefallen, dass Elena sich so verändert hat, oder?“. Jay nickte stumm, konnte sich aber noch nicht vorstellen, was das bedeuten sollte. Er runzelte vom Nachdenken die Stirn. „Na ja, ich weiß nicht. Aber mir kommt das alles so fake vor. Sie war noch nie so, wirklich, nie. Ich kenne sie schon seit mehr als 10 Jahren. Seitdem das alles mit Lee und dir war, da hatte sie sich auf einmal verändert. So anders, 24/7 glücklich, Dauergrinsen, das aufgesetzte „Alles-ist-super-und-ich-liebe-mein-leben-und-genieße-alles“ Lächeln. Na ich weiß nicht, aber das kommt mir Spanisch vor“. Jay nickte verständnisvoll. „Vielleicht ist ja wirklich darüber hinweg und stärker geworden“. Mandi musterte ihn sauer, wobei er unschuldig die Hände und die Luft warf. „Okay, okay“. Er lächelte leicht. „Na ja, könnte sein“ „Es ist so. Ich kenne sie gut genug. Das ist voll die Facette. In Wirklichkeit leidet sie doch noch immer unter allem“. Für einen Moment hielten die beiden Inne. „Am komischsten finde ich, dass sie sich im Moment so oft mit Männern trifft“. Schlagartig riss Jay seine Augen auf. „Bitte was?“. „Ja“ war alles, was Mandi zunächst sagte. „Keine Ahnung. Wahrscheinlich so eine Phase. Sie will bestimmt Aufmerksamkeit oder einfach von Lee weg kommen. Ach! Keine Ahnung! Ich bin ja schließlich Therapeutin oder so“ zickte sie danach herum, aber nicht Jay an. „Lass mal abwarten. Vielleicht ist es doch nicht so, wie wir denken. Wie heißt es so schön? Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt“ machte er ihr Mut. Die beiden liefen wieder herein und sahen wie Elena schon mit einem Jungen tanzte. Mandi warf ihm nur einen prüfenden Blick zu. „Das hat nichts zu bedeuten, wir sind feiern“ antwortete Jay nur gereizt und setzte sich mit Mandi wieder zu den anderen. „Hey Leute“ kam auf einmal Lee fröhlich durch die Menge gequetscht. Die Jungs begrüßten ihn mit einem Handschlag. „na, alles klar? Seid ihr schon lange hier?“ fragte Lee fröhlich und setzte sich neben Mandi. „Ja, eine Weile schon“ antwortete Chris und nippte anschließend an seinem Bier. „Na ja, will einer was Trinken? Ich bringe was mit“ schlug Lee vor und stand auf. „Nee, im Moment nicht, danke“ wurde abgelehnt. Als an der Theke war sah er auf der anderen Seite Elena mit einem Typen sitzen. Er musterte ihn direkt, doch Elena sah noch nicht mal, dass Lee dort stand. Verständlich, denn der Club war auch mehr als voll. Lee setzte sich an die Theke, bestellte sich ein Bier und beobachtete die Situation. Der Typ war ungefähr 1,85 groß, sehr durchtrainiert und sehr muskulös. Es irritierte Lee, da sie eigentlich gar nicht auf diese Art Body Builder Männer stand. Als Lee ihn weiter musterte, fiel ihm auf, dass der Typ tatsächlich seine Hand auf ihrem Knie legte und immer ein wenig hin und her strich. Auch wenn er es sich selber nicht eingestehen wollte, Lee war sichtlich eifersüchtig. Schon alleine Grund genug dafür, dort mal hinzugehen, doch irgendetwas hinderte ihn daran. Er saß noch eine Weile da und sah, wie heftig die beiden flirteten: Elena lächelte oft und viel, schien amüsiert. Worauf er aus war konnte jeder erkennen. Lee konnte sich einfach nicht vorstellen, dass sie so was einfach so machen würde. Er wusste, dass sie nie einfach so mit einem Mann aus reinem Spaß ins Bett ging, wieso sollte sich das jetzt geändert haben? Lee schaute noch immer dort hin. Er war einfach nur enttäuscht von ihr…
Elena schaute einmal rüber und sah, wie Lee an der Theke saß. Es interessierte sie nicht, ob er traurig war oder nicht. Sie zwinkerte ihrer neuen Eroberung einmal verführerisch zu, danach taumelte sie leicht zu Lee hinüber. Sie lächelte die ganze Zeit, was ihn wissen ließ, dass sie noch nicht betrunken, dennoch angeschwippst war. „lee!“ freute sie sich und legte ihren Arm und seine Schulter. Ein wenig angewidert starrte er sie an. „Freut mich! Dich zu sehen!“ lächelte sie noch immer und setzte sich endlich auf einen Stuhl neben ihm. „Was willst du?“ fragte er mit einem verstohlenen Blick. Aber wusste Elena denn schon? Sie war auf dem besten Weg betrunken zu werden. Lee war einfach nur sauer auf sie, wie sich so wegwarf, wie sie sich abfüllen ließ, um von irgendeinem schmierigen Kerl vergewaltigt oder so was zu werden. Lee malte sich schon das Schlimmste überhaupt aus. „Willst du nicht mit rüber kommen? Ich stelle dir Lynn vor!“ lachte sie, trank sogar noch einen Schluck von ihrem Cocktail. „Wie lange bist du schon hier, dass du so angetrunken sein kannst?“ fragte Lee enttäuscht. Elena zuckte mit den Schultern. Entweder lächelte sie gerade oder sie kicherte. „Hmmmmm“ begann sie nachzudenken. „Wie spät ist es denn?“ „gleich halb 2“ „Ich bin seit 11 hier“ lächelte sie erneut. Sie zog Lee am Arm zu dem anderen Typen hinüber. „Lee – Lynn! Lynn – Lee!“ stellte sie sie vor und trank einen Schluck. „Ihr fangt ja beide mit einem L an!“ kicherte sie leicht angetrunken und setzte sich wieder hin, fiel dabei aber fast vom Stuhl. Lee beachtete die Typen gar nicht. „Na ja, ich werde dann mal meine Schwester nach Hause bringen“ log er dem Typen einen vor, damit nicht noch Schlimmeres passieren konnte. „Sag mal spinnst du?“ zickte er sie an, hielt sie sogar an den Oberarmen fest, damit sie sich nicht wegdrehen konnte oder lachend umfiel. Wieder nahm sie einen Schluck vom Sex on the Beach. Sauer starrte er das Glas an. „Dein wievielter ist das eigentlich?“ fragte er und zeigte mit dem Finger darauf. „Hm. Keine Ahnung“ schmunzelte sie und betrachtete das Glas. „Findest du, dass es halb voll oder halb leer ist?“ fragte sie ihn, doch sie konnte für keine Minute ernst bleiben und begann nach wenigen Sekunden wieder zu kichern. „Warte hier!“ befahl er ihr fürsorglich, dennoch mit einem autoritären Unterton. „Leute, ich bringe Elena nach Hause. Wir sehen uns“ pflichtete Lee bei, ohne, dass die anderen eine Möglichkeit auf eine Antwort hatten. Elena stand da immer noch und trank gerade ihr Glas leer. „SO! Wir können“. Sie hackte sich bei Lee ein. Manchmal taumelte sie schon stark nach links oder rechts. Als die beiden am Auto standen half er ihr beim Einsteigen, doch sie stoppte. „Was ist los?“ fragte er gereizt. „Irgendwie… Ist mir schlecht… Aber es ist okay“ lächelte sie und schnallte sich an. Lee verdrehte nur die Augen und lief zur Fahrerseite rüber. Er wunderte sich selber darüber, dass er sich so um sie kümmerte. Vielleicht mag ich sie doch noch, dachte er sich und schaute sie für einen Moment an, wie sie lächelnd nach vorne starrte und den Himmel anstarrte. Ruckartig drehte sie ihren Kopf zu Lee und lehnte ihn anschließend an seiner Schulter an. „Du siehst aber auch verdammt gut aus“ lächelte sie und versuchte nicht zu lallen, was ihr gut gelang. Lee wusste nicht, ob es einfach nur ihrem besoffenen Kopf entsprang oder ob das ganze wirklich ernst gemeint war. Hart sagte er, sie sollte sich wieder vernünftig hinsetzten, was sie auch tat. Kurz nach dem Lee auch schon losgefahren war, schlief Elena mit dem Kopf angelehnt an der Fensterscheibe. Er lächelte leicht und strich ihr einmal über die Wange. Sie atmete nur einmal tief aus als er es tat. Als er schließlich bei ihr Zuhause angekommen war, weckte er sie. „Ella, wir sind da“. „Nein“ murmelte sie nur und schnallte sich ab. „Weißt du was?“ lächelte sie auf einmal genauso angetrunken wie zuvor. „nein, was?“. Lee dachte einen kurzen Moment nach. Bevor Elena auch nur ein Wort sagen konnte, kam Lee ein Geistesblitz. „nein, jetzt sag nicht du hast…“ begann er. „Doch, ich hab meine Tasche bei Mandi vergessen“ kicherte sie und tippte Lee mit dem Zeigefinger auf seine Nasenspitze. „Dann gehen wir noch eine Runde feiern“ begann sie, schloss wieder die Beifahrertür und schnallte sich an. Lee schnallte sich ebenfalls wieder an, dennoch beschloss er Plan B, den er nie haben wollte, in Erwägung zu ziehen. „Nein, garantiert nicht. Hinterher hast du noch ne Alkoholvergiftung oder sonst was“. Er musterte sie. „Dann schläfst du eben bei mir, wenn du alles bei Mandi vergessen hast“. Elena schaute ihn wieder lächelnd an, wobei ihre Augen vor Müdigkeiten funkelten. „Du bist ein Schatz“ sagte sie nur und schaute weiter begeistert aus dem Fenster. Als sie endlich bei ihm Zuhause waren, taumelte Elena zur Tür. Lee öffnete diese schnell und sie schmiss sich direkt auf die Couch. Sie lachte wieder. „Schlafen wir miteinander?“. Lee runzelte die Stirn und zog anschließend die Augenbrauen hoch. „Also, ich… Was meinst du?“ versuchte er klar zu denken. „Na in einem Bett!“. „Lee, sie ist betrunken, sie weiß weder was sie tut, noch was sie sagt“, sagte Lee zu sich selber. „Du kannst bei mir im Bett schlafen, ich schlafe auf der Couch“ sagte er nur geknickt, lief nach oben ins Schlafzimmer und brachte ihr ein T-Shirt von ihm, sowie eine Boxershorts zum Schlafen. Diesmal beruhigte sich Elena und sie schien nicht mehr so kindisch. „Die hatte ich sonst auch immer an“ lächelte sie lieb. Trotzdem bemerkte man, dass sie betrunken war. Lee nickte nur stumm und baute seine Wohnzimmercouch in eine Schlafcouch um. Langsam tippelte Elena auf die Treppe zu, doch schon bei dem ersten Schritt darauf knickte sie um und fiel zu Boden. Man hörte nur einen leichten Knall auf dem Boden. Lee rannte zu ihr. Elena saß nur da und biss sich auf die Lippen, sodass sie vor Schmerzen nicht weinen musste. „Ist alles in Ordnung?“ fragte Lee liebevoll. Lee war in seine Knie gegangen, wodurch Elena ihm direkt in die Augen starren konnte. Für einen Moment schien sie in einer anderen Welt versunken. Kurz bevor sich die Lippen trafen schreckte Lee zurück und half ihr hoch. „Am besten ist es wohl, wenn ich doch hoch trage“ feixte er. Im Zimmer setzte er sie wieder ab. Elena zog direkt ihr Oberteil aus und stand nur noch im BH und Rock da. Von dem Anblick fasziniert starrte Lee sie an. „Was ist?“ fragte sie und schaute auf ihren Körper herab, da sie dachte, da sei etwas gewesen. Dann kicherte sie wieder und lief auf ihn zu. Sie umschloss seinen Hals mit ihren Armen und starrte ihn einige Sekunden lächelnd an, bevor sie ihm einen Schmatzer auf die Wange drückte. Verdutzt schaute er sie an. „Tu..t… tut mir leid“ murmelte er nur entschuldigend und gab ihr das T-Shirt. „Man! Wieso schämst du dich? Wir wissen genau, wie wir nackig aussehen!“ hickste sie, drehte sich um und zog Lees Sachen an. Sie hatte Recht. Dennoch wusste Lee, dass es etwas ganz anderes war. Sie waren nicht mehr zusammen, eigentlich sollten sie so einander nicht mehr sehen. Traurig sah Lee auf den Boden. Plötzlich wurde Elena deprimiert. Lee wusste, dass es unter anderem vom Alkohol kam, aber das, was sie sagte traf ihn trotzdem. „ich vermisse Dich“ murmelte sie mit einem traurigen Lächeln unterstützt. Lee schaute unglaubwürdig auf. „Ich mag zwar betrunken sein“, feixte und lächelte sie wieder, „aber du fehlst mir“. Ella saß inzwischen auf dem Bett und ließ die Beine baumeln. „Leg dich hin“ befahl er ihr liebevoll, damit sie endlich schließ. „Nur, wenn du dich zu mir legst!“ grinste sie wieder beschwippst. Lee überlegte für einen Moment, legte sich aber dennoch zu ihr unter die Decke. Er knippste das Licht aus und Elena kuschelte sich sogleich an ihn heran, genauso wie früher. Dennoch gingen Lee nicht die Sachen aus dem Kopf, die sie ihm sagte, genauso wenig bekam er nicht aus dem Kopf, wie sie mit anderen Männern herum machte. Er hoffte, dass es nur das eine Mal war.


Am nächsten Morgen wachte Elena mit den größten Kopfschmerzen ihres Lebens auf. Sie wusste, dass irgendetwas anders war, aber was genau, das wusste sie nicht. Als sie die Augen öffnete bemerkte sie nur, dass irgendein Mann neben ihr lag. Als sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, konnte sie durch das wenige Licht, das durch die Rollos schien, erkennen, dass sie neben Lee lag. Erschrocken zog sie die Decke hoch. Sie bemerkte, dass sie Lees Sachen anhatte. Tausend Gedanken schossen ihr durch den Kopf. Elena versuchte alles, was sie konnte, aber sie konnte sich einfach nicht an die Nacht davor erinnern. Sie bemerkte nur, wie Lee sich auf einmal drehte. Er lag nur in Boxershorts da – wie immer. Elena starrte ihn an: Er lag auf dem Bauch mit dem Kopf zur Wand gerichtet, also gegen Elena. „Elena, du warst mit ihm zusammen. Du weißt, wann ihr was miteinander hattet und wann nicht“ versuchte sie sich einzureden, doch sie konnte sich beim besten Willen nicht an die Nacht erinnern. Lee stöhnte nur einige Mal laut auf, als Elena die Decke hoch hob, um zu schauen, ob er überhaupt etwas unten trug oder nicht. Verschlafen drehte Lee seinen Kopf in Elenas Richtung und schaute sie an. „N Guten Morgen hätte es auch getan“ gähnte er und legte sich auf den Rücken. Elena konnte noch immer nichts sagen. Wieso kann ich mich verdammt noch mal nicht daran erinnern, fragte sie sich in Gedanken. Doch als sie die Kopfschmerzen bemerkte wusste sie wieso. „Was schaust du mich so entgeistert an? Du weißt, dass ich morgens nicht gerade der Brüller bin“. Elena verdrehte die Augen, da gerade keine Zeit für Sarkasmus war. „Haben wir miteinander geschlafen?“ fragte Elena ernst und versuchte nicht wegen den Kopfschmerzen zu stöhnen. Lee durchfuhr ein Gedanke. „Wieso?“ „Lee verdammt! Haben wir oder haben wir nicht?!“. Elena hob ihre Stimme vor Wut an. Lee gab noch immer keine Antwort von sich. „Man Lee! Bitte! Ich kann mich nicht erinnern“ flehte sie ihn schon fast an. „Haben wir wenigstens verhütet?“ „Wieso?“ setzte er eine erneute Gegenfrage drauf. „Meine Güte! Weil ich die Pille nicht mehr nehme!“ meckerte sie nun. Sie vergrub ihr Gesicht in ihren Händen. „das ist schlecht“ pflichtete er nur bei. Lee überlegte einen Moment, ob er wirklich so gemein sein sollte. Er entschied sich jedoch für das Richtige: Er erzählte ihr die Wahrheit. „Nein, haben wir nicht. Aber trotzdem sind gestern Dinge passiert, die mich überrascht haben“ begann Lee. Gleichzeitig knippste er die Nachttischlampe an und setzte sich aufrecht hin. „Was ist überhaupt gestern passiert?“. „Du warst mit den anderen im P2. Ich habe nur hinterher gesehen, wie du mit irgendeinem schmierigen Body Builder rumgemacht hast… Na ja, nicht ganz“ korrigierte er sich, als sie ihn mit großen Augen anschaute. „Ihr habt ziemlich geflirtet, er seine Hand auf deinem Knie und so weiter“. Elena nickte nur stumm und spielte mit dem Zipfel der Bettdecke. „Du warst ziemlich betrunken, ich wollte dich nach Hause fahren, aber du hattest deine Sachen bei Mandi oder so vergessen. Deswegen hast du bei mir übernachtet. Ich wollte auch im Wohnzimmer schlafen, aber du hast darauf bestanden, dass“ „Schon gut“ unterbrach sie ihn. Sie konnte sich zwar nicht erinnern, aber sie konnte sich den Rest ausmalen. „Meintest du das alles gestern ernst?“ fragte Lee mit einem traurigen Unterton, der einen Funken Hoffnung mit sich brachte. „Was habe ich denn gesagt?“. „Dass du mich vermisst, ich dir fehle“ half er ihr enttäuschend auf die Sprünge. „Ach… Ich war betrunken, ich meine..“, sie lachte ironisch, „du weißt ja, wie das ist“ log sie weiter. Lee nickte nur stumm und presste die Lippen zusammen. Enttäuscht blickte er sie wieder an und begann zu reden. „Und was ist mit den vielen Männern? Verkaufst du dich jetzt langsam oder was? […] Hab gehört du gehst viel feiern, trinken, usw. Scheinst wohl n tolles Singleleben zu führen“ warf er ihr enttäuscht vor dem Kopf. „Erstens geht es dich überhaupt nichts an, ob ich feiern gehe, andere Männer oder sonst was seh. Zweitens verkaufe ich meinen Körper garantiert nicht! Was bildest du dir ein? Dass ich eine Hure bin oder was?“. Sie starrte ihn mit ihren vom Weinen glänzenden Augen an, doch ihr Blick war starr und stechend. „Ach.. man! Nein!“ widersprach er. Die ersten Tränen liefen ihre Wangen hinunter. „Weißt du eigentlich, wie sehr du dich verändert hast? Alle sagen es, nicht nur ich! Schon allein dein Lebensstil verrät ja, wie sehr du ins Negative gerutscht bist“ „Nur, weil du verletzt bist, sagst du so was!“ widersprach sie, doch er reagierte nicht darauf. Sie wischte sich dem Handrücken einige Tränen aus dem Gesicht; schniefend sah sie ihn an. „Jetzt weiß ich ja, was du von mir denkst… Dass ich eine billige Hure bin, die mit jedem ins Bett springt. Dann schien es ja umso passender gekommen zu sein, dass ich dich betrogen habe, damit du mich loswerden konntest!“ „Du weißt genau, dass das nicht stimmt! Tischst du dir jetzt schon selber Lügen auf, damit du alles besser verkraftest oder was?“ zischte er sie sauer an. „Als ob! Du interessiert mich überhaupt nicht, kein bisschen! Von mir aus könntest du auch sonst wo sein!“ schrie sie ihn zurück an. Mittlerweile stand sie mit verschränkten Armen vor dem Bett. Lee schüttelte nur den Kopf. Sie kämpfte gegen weitere Tränen an, die sich so langsam ihren Weg aus ihren Augen bahnten. „du liebst mich noch“ warf Lee in den Raum. Elena ließ ihre Arme baumeln. „Nein, tue ich nicht!“ „Doch, tust du. Sonst hättest du gestern nicht die Dinge gesagt“ „Ich war betrunken verdammt! Da finde ich jeden Typen geil! Ich mach da bei Typen wie dir auch keine Ausnahmen“. Lee wurde ein wenig ruhiger. „Wenn dem so wäre, dann hättest du nicht gesagt, dass du weißt, dass du betrunken bist, du es aber ernst meinst“. Als Elena aus der Tür rasen wollte, sprang Lee auf und hielt sie am Handgelenk fest. Einen Moment lang schauten sie sich tief in die Augen. Langsam näherten sich ihre Gesichter; Lee schloss seine Augen, genauso wie Elena. Sie küssten sich. Elena spürte wieder seine sanften Lippen auf ihren. Doch ehe sie alles in Ruhe genießen konnte war der Kuss auch schon vorbei. Schüchtern starrte Lee auf den Boden, er lächelte sogar etwas verlegen. „nein…“ war alles, was Elena sagte, sich von seiner Hand löste und ins Wohnzimmer flog. Sie zog sich um, wollte so schnell wie möglich aus dem Haus. Kaum hatte sie seine Haustür geschlossen lehnte sie sich daran an und rutschte kollabierend daran hinunter. Sie konnte die Tränen nicht mehr zurückhalten. Elena wusste selber nicht, wieso sie es tat. Aber eines war sicher: Die Vergangenheit ist die Zukunft, solange man davor wegläuft.

KAPITEL 5 – Die Vergangenheit ist die Zukunft, solange man davor wegläuft
Wenige Zeit später lief Ella zu Mandi, da sie dort anscheinend ihre Sachen vergessen hatte. Voller Wut und immer noch etwas aufgelöst stieß sie einen Stein vor sich her und murmelte einige Flüche. „Verdammter Mist, was bildet er sich ein“ war nur einer von ihnen. Als sie dann endlich vor Mandis Tür stand zögerte sie einen Moment, dennoch klingelte sie. Es dauerte auch nicht lange und Mandi stand lächelnd vor ihr. „Na du, Partygirl!“. Mandi ließ die Tür offen und lief zurück ins Wohnzimmer, was eine Einladung war hereinzukommen. „Kann es sein, dass ich meine Handtasche bei dir vergessen habe?“ fragte Elena lustlos und knöpfte sich dabei die Jacke auf. „ja, ja, die liegt da vorne auf dem Stuhl“. Mandi zeigte, während sie die Zeitung las, auf den Küchenstuhl. Mühsam tippelte Elena dort hin, nahm sich die Tasche und setzte sich neben ihre Freundin an den Wohnzimmertisch. „Was liest du da?“ „Ach“ begann sie und trank einen Schluck von ihrem Tee, während sie weiterhin die Zeitung fokussierte, „nur so n paar Artikel zur Politik“. Elena nickte nur und sah zur Seite. Die Situation war ihr unangenehm, da sie nicht wusste, ob sie sauer war oder nicht. Mandi verhielt sich komisch. Sie wartete ruhig, bis sie den Artikel zu Ende gelesen hatte, danach Blätter Mandi die Seite um, schaute kurz darüber; sie widmete sich letztendlich Elena. „Läuft es zwischen dir und Lee wieder?“. Erschrocken sah Elena auf. Sie fragte sich, ob Lee nicht doch einige Details ausgelassen hatte. „Wie meinst du das?“. Elena versuchte alles, dass Mandi nicht herausfand, dass sie nichts mehr von der Nacht wusste. „Na ja, also gestern ist Lee ziemlich rasend vor Eifersucht gewesen, als er dich und den Typen da gesehen hat…“, sie grinste fies, „aber nicht von schlechten Eltern“. Mandi legte die Zeitung wieder weg und setzte sich auf die Couch, was Elena ihr gleich tat. „hm“ „Also! Sag schon! Was läuft da?!“ bohrte Mandi neugierig herum, doch Elena wollte nicht antworten, da sie nicht genau wusste was überhaupt lief. „Los! Spann mich nicht auf die Folter! Du hast doch heute Nacht bei ihm geschlafen, oder?“, Elena nickte kurz, woraufhin Mandi fortfuhr, „Und? Habt ihr oder nicht?“. Nun schüttelte Elena den Kopf. „Willst du jetzt stumm bleiben oder was?“ „Nein, es ist nur… es ist nichts zwischen uns gelaufen. Es war auf rein freundschaftlicher Basis“. Mandi stieß ein lautes, ironisches Lachen hervor. „Wer’s glaubt… Mal im Ernst: So wie das gestern aussah, schien da mehr zwischen euch zu sein“. Elena lächelte abwegig. „Glaub mir, da läuft gar nichts mehr…“. Es brach eine Stille ein. Ihre Blicke trafen sich und sie begannen zu lächeln. „Magst du ihn noch?“ fragte Mandi vorsichtig. Sie hatte noch immer nicht vergessen, dass Elena sich verändert hatte und dass man ihre Reaktionen, sowie Aktionen, nicht mehr vorhersehen konnte. Ebenso wenig konnte man nicht mehr erahnen, was sie überhaupt als nächstes vorhatte. „Schon, aber ich habe Mist gebaut. Ich kann verstehen, dass er Schluss gemacht hat. Ich glaube, ich hätte nicht anders reagiert“. Elena legte eine kurze Pause ein. „Das Vertrauen ist praktisch weg“ fuhr so weit, obwohl ihre Stimme fast versagte. „Aber er war auch nicht viel besser. Immerhin haben er und Marina“ „Ja, du brauchst das nicht mehr zu erzählen“ unterbrach Mandi, damit sie ihr den Rest der Geschichte ersparen konnte. Beide nickten stumm. „Aber vielleicht solltet ihr trotzdem noch mal miteinander reden. Vielleicht wäre es doch gar nicht mal so schlecht, oder?“. Mandi sprach ihr so aufmunternd zu, sodass Elena direkt zu Lee gerannt wäre und alles mit ihm besprochen hätte. Doch so einfach war die Sache noch lange nicht. „Schon… Aber ich glaube, ich werde erstmal nach Hause gehen und mich ausruhen. Das war eine verdammt lange Nacht“ lächelte sie und stand auf. Mandi brachte Elena zur Tür, beide umarmten sich. „Viel Glück beim Gespräch! Sag mir später Bescheid, wie es gelaufen ist“ zwinkerte Mandi ihr zu und schloss danach die Haustür. Zufrieden und voller Mut lief Elena wieder nach Hause. In Gedanken malte sie sich das Gespräch aus….

Elena klopfte an Lees Tür. Überraschend sah Lee sie an, ließ sie dennoch herein, „Wir müssen reden“ begann sie, als sie sich neben Lee auf die Wohnzimmercouch setzte. „Worüber?“ „Es kann so einfach nicht weitergehen, weißt du?“. Elena musterte ihn; sie wollte, dass er in ihren Augen versank. Mit einem verführerischen Lächeln auf dem Gesicht setzte sie sich auf seinen Schoß, umfasste sein Gesicht mit ihren Händen und küsste ihn…




Schrotti
unregistriert

...   Erstellt am 04.12.2009 - 14:49Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Elena schmunzelte, als sie wieder in die Realität versetzt wurde. „Elena!“ ermahnte sie sich selber, solche dummen Gedanken zu entwickeln. Die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Versöhnungsgespräch wirklich so enden sollte, war gleich 0. Wenn überhaupt eins stattfinden sollte. Als sie sich in ihr Schlafzimmer begab lag ihr Hund Sparky auf dem Bett und wedelte glücklich mit dem Schwanz. „Jaa, du hast mich vermisst, was?“ redete sie mit ihm einer liebvollen Stimme und kraulte ihn hinter seinen Ohren. Entschlossen zog sie sich anschließend um und legte sich zu Sparky aufs Bett.
Sie starrte die Decke an und überlegte, ob es das Beste wäre, mit ihm zu reden oder nicht. Natürlich liebte sie ihn, dennoch glaubte Elena daran, dass manche Dinge einfach geschehen mussten, aus welchem Grund auch immer. Sie wusste nur, dass dieser Grund berechtigt sein musste. Als sie ihren Kopf zur Seite drehte bemerkte sie ein gemeinsames Foto von sich und Lee. Es war eine schöne Zeit für sie. Sie konnte immer noch nicht glauben, dass das wirklich alles passiert war: Die Trennung, die Sache mit Marina, die Nacht, die sie bei Lee verbrachte. Dennoch war es die bittere Realität. Anschließend legte sie sich auf die Seite und beobachtete Sparky. Nun plagten sie wieder all diese Fragen: Was, wenn es nur eine Phase war, die die beiden überstehen mussten, sodass sie danach wirklich voneinander loslassen konnten? Was, wenn die Trennung falsch oder doch richtig war? Was, wenn die beiden keine wirkliche Zukunft mehr hatten? „Was ist, wenn ich mir nicht mehr sicher bin, ob ich ihn wirklich liebe?“ sprach Elena ihren letzten Gedanken aus, der sie, bis sie einschlief, die ganze Zeit verfolgte.
Einige Stunden später öffnete Elena ihre Augen. Als sie aus dem Fenster schaute bemerkte sie, dass es schon spät abends gewesen sein musste. „Tatsächlich“ pflichtete sie bei, als die Uhr es ihr bestätigte: Es war bereits 19: 49. Elena streckte sich und fuhr sich durch das lange braune Haare bevor sie nach unten in die Küche lief. Sparky folgte ihr. Damit sie nicht Gassi gehen musste, ließ sie ihn auf die Terrasse. Sie gähnte noch einmal, bevor sie bemerkte, dass sie eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hatte. Gespannt hörte sie die Absage ab. „Sie haben eine neue Nachricht. Erste neue Nachricht: ‚Hey Elena. Ich bin’s Lee… Ja, wahrscheinlich bist du grad nicht zu Hause oder so, aber… Wenn du das hörst, melde dich doch mal bitte bei mir. Es ist ziemlich wichtig. Also… Ruf mich an. Ciao’. Wenn Sie die Nachricht löschen wollen, drücken Sie bitte“ redete der Anrufbeantworter, doch sie hatte schon längst auf löschen gedrückt. Elena hielt einen Moment inne, hielt aber schon den Hörer in der Hand. Es kam ihr etwas komisch vor, dass Lee ihr einen Schritt voraus war und unbedingt ein Gespräch mit ihr suchte. Dennoch war sie froh, dass er den ersten Schritt getan hatte. Somit musste sie nicht auf ihn zugehen. Sie wählte seine Nummer. „Bailey“ „Lee, hey. Ich bin’s Elena. Du hattest heute angerufen?“ „Ja, genau. Schön, dass du dich meldest“ wurde Lee immer freundlicher. „Was gibt’s denn?“. Zunächst wollte sie normale Alltagsfloskeln in das Gespräch einbinden, sowie „Heute Abend nichts vor“ oder „Die Party war doch ganz gut“, doch sie wusste, dass es nichts brachte und ließ alles direkt auf den Punkt kommen. „Heute Morgen war ja alles ziemlich drunter und drüber und ich dachte, wir könnten uns noch mal in Ruhe wegen gestern Abend unterhalten, weißt du? Einfach nur mal über alles reden, was so passiert ist und so“. Lee legte eine Pause ein, da er hoffte, dass er in Elena eine direkte Zustimmung finden würde. Aber er bemerkte, dass sie nichts sagte. „Bist du noch dran?“ vergewisserte er sich, worauf sie mit Ja antwortete. „Gut… Was hältst du davon?“ fragte er vorsichtig. „Ja, eigentlich hatte ich den gleichen Gedanken“. Sie stoppte kurz. „Wann hattest du denn vor dich zu treffen?“. Sie bemerkte, wie Lee nachdachte und ließ ihn deswegen auch in Ruhe. „Wenn es dir nichts ausmacht noch heute. Deswegen habe ich mich eigentlich auch heute Nachmittag gemeldet, mit der Hoffnung du würdest es früh genug bemerken. Aber wenn du natürlich was vorhast, dann…“ „Ist okay“. Elena musste lächeln. Lee hatte halt so seine Eigenarten – das liebte sie so an ihm. „Soll ich dich abholen? Es ist ja schon ziemlich dunkel draußen und außerdem weiß ich ja, wie viel Angst du alleine draußen in der Nacht hast“. Elena lächelte erneut. Lee wusste, dass sie panische Angst hatte, aufgrund der Tatsache, dass sie schon mal verfolgt wurde und eine polizeiliche Aussage abgeben musste. „Ja, das wäre mir wirklich lieb“ bestätigte sie ihn. „Ich bin in 20 Minuten da“ sagte er und legte auf. Das war genug Zeit um sich gedanklich auf das Gespräch vorzubereiten. Doch Elena wusste, dass nichts so verlaufen würde, wie sie es geplant hatte. Zunächst pfiff sie Sparky wieder rein, zog sich anschließend um und wartete gespannt auf Lee. Als es plötzlich klingelte sprang Sparky auf, tippelte zur Tür und wartete dort sehnsüchtig auf den Besuch. Als Elena die Tür öffnete sprang Sparky Lee glücklich an. Lee lächelte nur und streichelte ihn. „Er mag dich eben“. Lee schaute sie lächelnd an, jedoch verschwand sein Lächeln genauso schnell, wie es gekommen war. Sie wusste, was Lee in dem Moment dachte und worauf er hinauswollte. „Ich muss aber Sparky mitnehmen, du weißt ja“. Lee nickte nur. Zusammen liefen die drei zum Auto und fuhren zu Lee. Während die Fahrt sprachen sie nicht wirklich und wenn, dann wurde über alltägliche Dinge gesprochen, wie z.B. was die anderen machten. Als sie endlich bei Lee ankamen setzten sie sich auf die Wohnzimmercouch. Sie tranken etwas und hörten dabei Radio. „ja“ wollte Elena die Stille brechen, da sie nicht wusste, was sie sagen sollte. Die ganze Sache schien schwieriger gewesen zu sein, als sie dachte. „Worüber reden wir jetzt?“. Lee setzte sein Glas ab und sah zu ihr herüber. „Über alles. Wir haben uns nie so wirklich ausgesprochen“ „Die Umstände waren ja auch nicht gerade die Besten“ setzte Elena dagegen, wobei sie Recht hatte. „Angefangen mit dem Fremdgehen“ musterte Lee sie. Elena nickte nur stumm. Nun begann das Aussprechen zwischen Lee und Elena. „Wieso bist du mir überhaupt fremdgegangen?“ fragte Lee mit einem traurigen Unterton und sah direkt in Elenas Augen, wobei er eine leichte Verzweiflung, Scham und auch Traurigkeit erkennen konnte. „Ich kann es dir ehrlich gesagt nicht erklären“, setzte sie an, „wo du die 6 Wochen nicht da warst, das hat mich verrückt gemacht. Ich weiß, dass es keine Ausrede dafür gibt, geschweige denn eine Entschuldigung, aber… Ich habe mich einsam gefühlt. Ich hätte mir auch nie im Leben erträumen lassen, dass ich je irgendjemanden, den ich liebe, betrügen könnte. Doch dann kam Jay zu mir, hat Sachen mit mir unternommen, um mich abzulenken. Unter hinterher ist es so weit gekommen. Ich kann es ja selber nicht verstehen. Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht, wie es dazu gekommen ist. Es tat mir nur so schrecklich Leid, ich…“. Elena musste den Satz dort abbrechen, da sie zu weinen begann. Sie wischte mit ihrem Handrücken alle Tränen weg, die über ihre Wange liefen. Lee wich mit seinem Blick nicht von ihr. Trotz alledem bemerkte er, wie Leid es ihr wirklich tat. „Ich kann verstehen, wenn du mich nicht mehr zurückhaben willst… Wahrscheinlich hätte ich auch so reagiert. Das Vertrauen ist ja schließlich nicht mehr da... Ich will aber nur das du weißt, dass es mir unendlich Leid tut“. Lee nickte nur stumm. Als Elena wieder kurz davor war weiter zu weinen, schloss er sie in seine Arme. Elena fühlte sich so geboren, dass sie schon beinahe vergaß, wie es sich anfühlte. Lee hatte seine Augen geschlossen und atmete ihren Duft ein. „Ist okay“ flüsterte er ihr nur ins Ohr. Als die beiden wieder voneinander ließen schauten sie sich stumm an. „Und wieso hast du mich mit Marina hintergangen? Das war ja wohl auch nicht viel besser“ war nun Elena dran. Lee nickte nur und starrte die Decke an, richtete aber beim Reden seinen Blick wieder auf Elena. „Ich habe bemerkt, dass sie was von mir wollte. Es war mehr als offensichtlich. Ich war so sauer und verletzt, dass ich mir dachte, dass es jetzt eh keinen Unterschied mehr gemacht hätte. Es war auch einer der größten Fehler, die ich gemacht habe. Wahrscheinlich haben wir beide gleich viel Schuld. Wir haben uns gegenseitig mit dem besten Freund betrogen“ „Mit der Ausnahme, dass wir bei der Sache mit Marina praktisch auseinander waren“ „Trotzdem hat es sich genauso falsch angefühlt“. Elena ließ diesen Satz noch mal Revue passieren. Trotzdem hat es sich genauso falsch angefühlt. Sie wollte diesen Satz analysieren. Obwohl sie ihm wehgetan hatte, war er so verletzt, dass er ihr genauso stark wehtun wollte, was an großer Liebe grenzt. Er wollte ihr zeigen, wie er es empfand. Und dann fand er, dass er genauso über die Grenzen geschlagen hatte, wie Elena es tat: Obwohl sie nicht mehr zusammen waren, empfand er es als genauso schrecklich, als wenn sie zusammen gewesen wären. Elena starrte ihn erschüttert an: „Er liebt mich noch immer sehr“ dachte sie sich. Lee verstand nicht ganz. „Was ist?“ „Nichts“ antwortete sie und schüttelte den Kopf. „Ich muss aber dazu sagen, dass ich es mit Marina nicht ganz bemerkt habe“ wechselte sie wieder auf das vorherige Thema zurück. „Ich hätte es bemerken sollen. Sie war schon immer manipulativ“. Lee nickte nur zustimmend. Als sich ihre Blicken trafen lächelten sie leicht. „Und das wegen gestern Nacht…“, begann Elena, „tut mir richtig Leid. Ich muss mich wie der letzte Vollidiot benommen haben.“ Lee grinste diesmal. „Ja, du warst betrunken. Da weiß keiner so wirklich, was er da macht. Weißt du noch, als ich auf dem Tisch tanzen wollte und zu strippen begann?“ lachte Lee. Elena erinnerte sich und wurde von Lees Lache mitgezogen. „Ich glaube, diesen Geburtstag werde ich nie im Leben vergessen“. Die beiden beruhigten sich wieder. „Aber trotzdem hat es mich getroffen, dass du sagtest, dass ich dir fehle“. Lee legte seine Hand auf Elenas. Überrascht sah sie auf ihre Hand, die von Lees umfasst wurde. Sie wollte lächeln, aber sie konnte nicht. „Ich habe da oft drüber nachgedacht, also nach der Trennung“. Elena schaute ihn gespannt an. „Was hältst du von einem Neuanfang?“.

KAPITEL 6 – Never regret something that once made you smile
Elena lief nach der Arbeit ein wenig in der Stadt herum. Nach dem Gespräch mit Lee von gestern konnte sie an nichts anderes mehr denken, als an den Neuanfang. Sie hatte natürlich noch nicht zugesagt, da sie erstmal darüber nachdenken wollte. Aber genau das verwirrte Lee. Er wusste genau, dass, wenn sie ihn noch liebte, sie sofort zugesagt hätte. Aber da sie es nicht tat, steckte wohl viel mehr hinter allem, als er dachte oder sie ihm erzählte. Lee war der Meinung, dass ihr Fremdgehen wahrscheinlich doch beabsichtigt war und nicht so wie sagte „einfach passierte“. Elena jedoch wusste es besser. Sie tat es nicht, um ihn loszuwerden, im Gegenteil. Sie wusste wirklich nicht, wie es dazu kam. Völlig in Gedanken versunken lief sie mit ihren Einkaufstüten in der Stadt herum und lief in einem Herrn hinein. „Oh mein Gott“ sprudelte es aus ihr heraus. „Das tut mir wirklich sehr Leid…“ entschuldigte sie sich, doch der Mann warf ihr nur einen bösen Blick zu. „Pass das nächste mal auf wohin du läufst“ ermahnte er sie und lief weiter. Geknickt stieg Elena in das nächste Taxi ein und fuhr wieder nach Hause. Sie nahm die Briefe aus dem Briefkasten, ließ an der Eingangstür die Taschen stehen und lief ins Wohnzimmer, wo sie direkt auf Sparky traf. Fröhlich besprang er sie und wedelte glücklich mit dem Schwanz. „ja, mein Junge“ sagte sie völlig fertig von dem Tag. Sie öffnete einen Brief nach dem anderen. „Rechnung, Rechnung, Werbung“ und so fuhr sie die ganze Zeit fort. „Oh! Ein Brief von Mom und Dad“ freute sie sich und las ihn direkt. Elena wohnte nämlich seit eigener Zeit alleine, zog also von Zuhause aus. Nebenbei klingelte jedoch ihr Telefon. „Barker“ sagte sie und wollte den Brief lesen, als ihr Bruder antwortete. „Na du! Wie geht es dir?“ „Phil!“ sagte sie überrascht. Elena war froh seine Stimme mal wieder gehört zu haben. Er studierte nämlich seit neustem in Oxford. „Mir geht es super und dir? Was macht das Studium?“ „Alles bestens. Und wie läuft bei dir alles?“ „Ach, wie immer“ pflichtete sie bei, da sie schnell das Thema wechseln wollte. „Und? Hab von Mom und Dad gehört, dass du wieder eine Freundin hast?“ „Ja, das stimmt“. Er lachte leicht. „Glückwunsch. Vielleicht wirst du ja bald verlobt sein“ piesackte sie ihn. „Und bei dir? Habe von Mom und Dad gehört, dass Lee wieder dein Freund sein wird?“ „Ja, vielleicht. Ich überlege noch“ murmelte sie. Elena hatte wirklich keine Lust mit ihm darüber zu reden. „Kommst du mich mal bald versuchen?“ fragte sie, doch er wusste, dass sie nur das Thema wechseln wollte. „Ehrlich gesagt hatte ich das vor. Deswegen rufe ich an. Bald sind Semesterferien, deswegen. Könnt ich dann bei dir bleiben?“ „Klar!“ freute sie sich. Die beiden unterhielten sich noch eine Weile bevor sie auflegten. Freudig schrieb sie schon eine Einkaufsliste für die Tage, an denen er bleiben sollte. Danach zog Elena ihre Sachen aus, hüpfte in eine Sporthose und in ein weißes T-Shirt rein. Anschließend begab sie sich ins Badezimmer, wo sie Wasser für ein heißes Bad einlaufen ließ. In Gedanken malte sie sich aus, wie Lee jetzt da wäre und sie begleiten würde. Erneut schüttelte sie ihren Kopf. Langsam begann sie zu halluzinieren. Während das Wasser einlief tippelte sie zurück ins Schlafzimmer und holte ihr Nachthemd. Danach ging sie wieder ins Bad, zog sich aus und legte sich in die Wanne. Nachdenklich starrte sie die Decke an, schloss ihre Augen und wog die Sache aus. Nach 20 Minuten stieg sie aus dem Wasser und lief nur mit einem Handtuch bedeckt in ihr Schlafzimmer, zog sich irgendein T-Shirt über, eine Sporthose und verließ das Haus. Es regnete draußen in Strömen, doch das störte sie nicht. Sie rannte durch den Regen, sie musste es unbedingt heute noch passieren lassen. Völlig außer Atem stand sie nun vor seiner Tür. Ungeduldig klingelte sie einige Male. Überrascht öffnete Lee ihr die Tür. „Was machst du denn hier? Du bist ja klitschnass“ bemerkte er. Elena bewegte sich einen Schritt auf ihn zu, fokussierte dabei seine Augen und legte ihre Arme um seinen Hals. Lee schob einige Haarsträhnen beiseite. Danach küssten sie sich. Als sie sich wieder voneinander lösten lächelte Ella ihn an. „Wow, damit hab ich jetzt echt nicht gerechnet“ stotterte Lee voller Begeisterung. „Heißt das…?“ Elena nickte immer noch mit einem Lächeln. Lee umarmte sie und küsste sie erneut. Er zog sie in sein Haus. „Also, wirklich“ lächelte er, „du bist ja von oben bis unten ganz nass“ „Ich musste kommen, egal wie“ lächelte sie auch und küsste ihn erneut. „Ich geb dir ein paar Sachen von mir. Wenn du willst kannst du ja ins Bad gehen Haare föhnen oder so“. Das tat Elena auch. Mit einem Handtuch um die Brust gebunden stand sie in seinem Badezimmer und föhnte sich die Haare. Lee stand mit den Sachen in der Hand in der Badezimmertür und beobachtete sie mit einem Lächeln. Als sie ihn im Spiegel bemerkte drehte sie sich lächelnd um und knippste den Föhn aus. „Was los?“ fragte sie und legte den Fön auf den Klodeckel. „Nichts“ lächelte Lee, nahm sie an die Hand und zog sie küssend ins Schlafzimmer.


*6 Monate später*
Elena schloss erschöpft die Tür auf und lief ins Wohnzimmer durch. Sie schaute sich um, doch Lee war noch nicht Zuhause. Sie schmiss beim Laufen ihre Handtasche auf die Couch und lief nach oben ins Schlafzimmer. Doch alles war dunkel. Als sie von unten nur hörte, wie die Tür aufgeschlossen wurde, lief sie schnurstracks die Treppen hinunter. Auf der letzten Treppe blieb sie stehen und schaute Lee ernst an. Er zog gerade den Schlüssel aus der Tür und sah sie genauso ernst an. „Lee, wir müssen miteinander reden“.
Beide saßen sich gegenüber auf einer Couch. Lee stützte seine Unterarme auf seinen Oberschenkeln ab und hielt die Hände ineinander gefaltet. „Ich weiß“ sagte er, doch sein Blick war starr. „Es tut mir leid“ entschuldigte sich Elena. „Seit wann?“ fragte er traurig, doch er versuchte seine Stimme aufrecht zu erhalten. „Seit einigen Wochen. Es tut mir wirklich Leid, aber es geht nicht mehr“ versuchte sie sich weiter bei ihm zu entschuldigen. Elena stand auf und nahm die Jacke von dem Sessel. Sie zog sie sich über und stand mit der Handtasche in ihren Händen vor Lee und schaute ihn traurig an. Lee nickte abermals. „Es ist okay. Ich habe es auch bemerkt. Wahrscheinlich war alles ein Fehler“. Elena rührte sich kein bisschen. Sie stand steif da. Ihr blickte schweifte noch mal durch die Wohnung und blieb zu aller letzt an Lee hängen. Danach lief sie langsam Richtung Tür, schloss sie auf und drehte sich noch ein letztes Mal um. Danach lief sie aus der Tür in eine Zukunft, die ohne Lee sein sollte.

Zuhause angekommen hang sie ihre Jacke über einen Hacken und setzte sich auf die Couch. Langsam ließ sie noch mal alles Revue passieren. Sie erinnerte sich an die letzten sechs Monate, nachdem sie mit Lee zusammen gekommen war. Elena dachte wirklich, dass der Neuanfang ein gutes Zeichen gewesen sein musste, aber genau das war es nicht. All ihre Gedanken, die sie von Lee hatte: Sie waren nie real. Sie zeigten ihr nur, wie sie sich Lee vorstellte, wie sie ihn gerne gehabt hätte. Doch in der Realität sah das ganz anders aus. Sie starrte die weiße Decke an. Sie erlaubte sich auch einen Rückblick an jenen Tag, an dem sie daran dachte, dass manche Dinge einen guten Grund hatten, weswegen sie passierten. Wahrscheinlich war es besser gewesen, diesen Neuanfang nicht eingegangen zu sein, denn in ihren Augen waren die 6 Monate nicht nur eine verschenkte Zeit, sondern auch eine, in der so gut wie nur gestritten wurde. Das Vertrauen war trotz alledem nicht da, gestritten wurde sich eigentlich wegen allem. Elena war hier zum aller ersten Mal an einen Punkt angelangt, an dem sie sich dachte, dass sie alles bereute. Sie bereute, dass sie Lee betrogen hatte, sie bereute, mit ihm zusammen gewesen zu sein. Als sie sich mit Phil darüber unterhielt, machte er ihr eines klar: „Du solltest nie etwas bereuen, dass dich zu dem Zeitpunkt glücklich machte. Es war das, was du in dem Moment wolltest“. Elena konnte darauf nicht antworten. Sie unterhielt sich noch nie ganze Nacht lang mit ihm.
„Vielleicht war es wirklich das Beste“ versuchte auch Kenzie Lee zu erklären. „Ihr habt euch in den 6 Monaten nur gestritten. Manchmal ist es hart, aber auch das Beste“. Lee unterhielt sich auch die ganze Nacht lang.
Beide ahnten nicht, wie herzzerreißend die ganze Sache in Wirklichkeit war.
Lee und Elena lagen beide in ihren Betten und starrten die Wand an.
Jetzt blieb nur noch eines übrig für die beiden: Erhobenes Hauptes in die Zukunft zu gehen und nicht in die Vergangenheit zurück.


E N D E





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