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JerryGarcia ...





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...   Erstellt am 26.03.2006 - 20:26Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Zuerst einmal zu mir: Ich lese Science Fiction, ich liebe Science-Fiction Filme (alt & neu), auch sogenannte B-Pictures, ich interessiere mich auch für die Hintergründe von Science Fiction.
Warum ich das als Einleitung schreibe ? Weil ich denke das man Hawkwind wesentlich mehr genießen kann, wenn man eine Zuneigung zu Science Fiction hat. Dave Brock liebt Science Fiction ebenfalls und darum dreht sich eigentlich alles im Hawkwind Kosmos. Die Texte sowieso, aber auch das Cover-Artwork (sehr oft im Stil von B-Movies oder alten SF Comics) und erst recht die Musik. Es zischt und flirrt und bliept und schliepst und ständig blubbern Synthis und sonstige Soundeffekte helfen dir ins Universum zu fliegen. Dazu gibt’s immer wieder Sprachsamples aus Science-Fiction Filmen die das Ganze erst so richtig rund machen.

Nun zur Kategorisierung. Ich teile Hawkwind in verschiedene Phasen auf und beginne hier mit der anarchischen ersten Phase nach Gründung der Band durch Dave Brock und Nik Turner. In dieser Zeit waren die Konzerte recht schräge Performances, da die Herren alle noch etwas „üben“ mussten und außerdem diverse Drogen eine gewisse Grundschrägheit noch unterstützten. Ebenso in diese Zeit fällt die einzige HW Hitsingle „Silver machine“, übrigens eine Live-Aufnahme aus dem Londoner Roundhouse.

- Hawkwind (1970)
- In Search Of Space (1971)
- Doremi Fasol Latido (1972)
- Space Ritual (Live 1972)
- Hall Of The Mountain Grill (1974)
- Warrior On The Edge Of Time (1975)
- The 1999 Party – Live in Chicago (1974 aufgenommen, 1997 erschienen)
- Year 2000:Codename Hawkwind – Live 1972 (erschienen 1999)

Das sind die offiziellen Scheiben die in diese Zeit fallen. Compilations, und davon gibt’s von HW zahllose, lasse ich mal alle weg.
Das erste Album ist noch etwas bluesiger (Brock kam wie so viele in der Zeit, vom Blues), hat aber schöne Songs und ist noch lange nicht so abgedreht. Die nächsten drei sind unverzichtbare Klassiker. Hier entstand ihr ruppiger, rauher Space-Sound der mal hartrockend, mal abgedreht wabernd, mal nur schräg zu ihrem typischen Sound avancierte. „Space Ritual“ gehört für mich zu den besten Live-Dopplern überhaupt. „Hall of the mountain grill“ geht in eine ähnliche Richtung, aber hier ist der Gesamtklang schon etwas „feiner“, so als ob sie eben besser spielen gelernt hätten.
Dann kam „Warrior At The Edge Of Time“ nach den Elric-Geschichten des SF & Fantasy Autors Michael Moorcock. Mit ihm hatten die Hawks nicht nur in einer WG zusammengewohnt, er war auch zeitweise als Sänger auf Tour dabei und schrieb einige Songs und Texte. WATEOT ist für mich ihr bestes Album dieser ganzen Zeit. Klasse Songs, richtige Ohrwürmer, spacige Sounds – hier stimmt auch für Nicht HW Fans wohl alles.
2 offizielle Livealben die später erschienen gibt’s noch: Die 1999 Party ist sehr gut, auch absolut zu empfehlen, die Year 2000 ist nur für Fans, da hier der Sound teils Bootleg Charakter hat.

Danach kam eine erste ernste Zäsur: Saxophonist, Bandmitgründer, Anarchoelement Nr.1 Nik Turner mußte die Band verlassen. "He overblew" - wurde als Grund angegeben. Soll heißen - wo normalerweise der Solist sich zurücknimmt, weil nun der Sänger an der Reihe ist und gehört werden will, machte Nik Turner einfach weiter. Das nervte Brock so, dass er Unterstützung in der Band suchte, fand und Turner gehen mußte. Vorher schon wurde Lemmy, bekannt als Motörhead Chef, Brüll-Sänger, Bassquäler und Rock-Unikum wurde wegen.....Drogen gefeuert. Kein Witz ! Er wurde wegen Drogenbesitzes in USA am Flughafen festgenommen und war dann draußen weil’s schon länger Probleme gab. Damit begann ein neues Kapitel, das ich extra abhandle.

Also nochmal kurz: Space Ritual ist unverzichtbar für jeden Rockinteressierten der 70s, mein Einstiegsalbum wäre aber Warrior at the edge of time. Das Album wurde inzwischen als CD wieder aufgelegt und ist nun relativ problemlos zu haben.

Jerry





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(Dave Brock of Hawkwind)

Triskell ...



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...   Erstellt am 26.03.2006 - 21:08Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


Hi Jerry!
Interessanter Beitrag! Die ersten drei Alben
habe ich. Die "Space Ritual" wird nach Deiner
Beschreibung bald folgen.
Gibt es eigentlich von "Silver Machine" eine
empfehlenswerte,längere Version?





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Living in the past

JerryGarcia ...





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...   Erstellt am 27.03.2006 - 15:11Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


@Triskell: Danke dir ! Es gibt von "Silver machine" eine 7.25 Minuten lange Studioversion auf dem "Choose your masques" Album von 1983. Die Jahreszahl sagt es schon, das ist eine Neuaufnahme und ich finde kein Muß. Die eine oder andere Liveversion ist länger, aber keine davon so essentiell, dass ich sagen würde diese Version ist ein Muß. Der Song wirkt tatsächlich in der nachbearbeiteten Live-Originalaufnahme wie er auf der Single drauf ist, am besten.

Jerry

[Dieser Beitrag wurde am 27.03.2006 - 15:11 von JerryGarcia aktualisiert]





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(Dave Brock of Hawkwind)

badger 





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...   Erstellt am 29.03.2006 - 12:27Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


@jerry,
ja, die ersten 6 scheiben habe ich auch und finde sie unverzichtbar für alle, die den weg von der
(englischen) psychedelia über prog rock bis hin zum space rock nachvollziehen wollen.
vor allem die wunderschön aufgemachten mehrfach-klappcover, auch super illustriert, der ersten drei (Same, In Search Of, DoReMi..) gefallen mir;
es sind ja auch jede menge dehr interessanter boni drauf.

aber jetzt kommt das schlimmste: ich WEISS heute nicht mehr, ob ich die band 1971/72 gesehen habe, oder ob ich mir das nur einbilde...(!!!)

ich weiß aber, das ich sie definitiv im jahr 1982 zu zeiten von 'Levitation' gesehen habe, als der
große Ginger Baker kurz bei ihnen die stöcke schwang.





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ruhe bewahren: die erste bürgerpflicht

JerryGarcia ...





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...   Erstellt am 29.03.2006 - 14:11Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


@Badger: Wie sagt man ? Wer sich an die 60er Jahre erinnern kann war definitiv nicht dabei

Paßt doch bei dir zu Hawkwind

Der große Ginger Baker war menschlich bei Hawkwind leider ein ziemlicher A..... was man so liest. Hab ich im zweiten Teil auch kurz erwähnt. Schade, denn sein federndes Drumming hat Hakwind neuen Pfiff gegeben.

Der Designer der frühen HW Hüllen, Barney Bubbles, ist leider schon verstorben. Das war wohl ein sehr liebenswerter, versponnener und hochkreativer Hippie.

Jerry





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(Dave Brock of Hawkwind)

badger 





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...   Erstellt am 29.03.2006 - 22:22Zum Seitenanfang Beitrag zitieren Beitrag melden Beitrag verändern Beitrag löschen


das Ginger ein bastard war, kann ich gerne bestätigen; ich hatte damals die aufgabe, ihn zu interviewen und es wurde recht stressig, obwohl ich ihn mit gebührendem respekt behandelte (er war nämlich immer mein lieblingsdrummer). es gab eine breitseite von beschimpfungen und zynischen bemerkungen nach der anderen, wohl hauptsächlich deswegen, weil Ginger eigentlich 'was besseres gewohnt' war. die show selbst hat er damals auf ziemlich überhebliche art und mal so eben nebenbei
'mitgeklopft', es war wohl tatsächlich nicht ganz
sein niveau. aber das hätte er doch eigentlich wissen müssen, bevor er bei Hawkwind anheuerte.
lange geblieben ist er jedenfalls nicht.

es gibt nicht viele leute, von denen ich mir frechheiten machen lassen würde, ohne daß es zur aktion 'kieferbruch' käme, aber Ginger habe ich längst wieder verziehen, er war und ist ein genie.

was aber nichts mit Hawkwind zu tun hat.





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